Magazin 198004

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Magazin 198004

Hans Hanßen I Foto: Leo Wohlfart

Feuerwehren W1d Kaila!;trcdlel1sc1l1U1tz

übten UKW-5prechfunkbetrieb

Fun kbetriebsübung "Vluynbusch" erprobte partnerschaftliche Zusammenarbeit

Wehrleute, Einheitsführer und Verwaltungsfachleute

haben erkannt, daß ohne

Einsatz modernster technischer Hilfsmittel

die Abwehr von Gefahren nicht mehr gewährleistet

ist. Zu den zahlreichen Einsätzen

zur Brandbekämpfung treten bei den

Feuerwehren lech ni sehe Hilfeleistungen

wie Krankenbeförderung, Notarzteinsätze,

01- und Katastropheneinsätze sowie Einsätze

nach Verkehrsunfällen, die ohne

Führung mit Hilfe von UKW-Sprechfunkgeräten

kaum zu koordinieren wären.

Nachdem alle Feuerwehren der kreisangehörigen

Städte und Gemeinden im

Kreis Wesel ihre Feuerwachen, Krankenwagen

und Einsatzfahrzeuge mit modernen

UKW-Sprechfunkgeräten ausgerüstet

haben und stets über Rettungsleitstelle

oder Rettungswachen erreicht werden

können, war es dringend geboten, die

Wehrleute theoretisch und besonders in

der praktischen Hand habung der Geräte

zu unterweisen.

Die Wehrleute wurden in Grund- und weiterführenden

Lehrgängen mit den UKW­

Sprechfunkgeräten (2-m- und 4-m-Band),

der Betriebsabwicklung und den Einsatzgrundsätzen

vertraut gemacht.

Zusammenarbeit überprüfen

Um die Fernmeldemittel zu überprüfen,

wurde zwischen den Wehrführern und

Führern der Einheiten im Katastrophenschutz

eine gemeinsame UKW-Sprechfunkübung

im Staatsforst Vluynbusch in

Neukirchen-Vluyn/Wesel abgesprochen,

geplant und durchgeführt. Hierzu wurde

angenommen: Am 22. Februar 1980, gegen

18.00 Uhr, ist der Reltungsleitstelle

des Kreises von einem Spaziergänger

über Notruf 112 mitgeteilt worden, daß der

Vluynbusch (Littardsche Kendel) brennt

und anzunehmen ist, daß weitere Spaziergänger

und Forstarbeiter sich in dem brennenden

Waldstück befinden. Das staatliche

Forstamt - Forstbetriebsbezirk Vluynbusch

- teilte dies gleichzeitig der örtlichen

Feuerwehr und der Polizei mit.

"Stille" Alarmierung

Das Ordnungsamt der Gemeinde Neukirchen-Vluyn

erhielt durch die RettungsleitsteIle

"Florian Wesei" sofort Kenntnis von

der Lage. Für die Löschzüge Neukirchen

und Vluyn, die Löschgruppen Rayen und

Niep wurde "stiller" Alarm ausgelöst. Die

Rettungsleitstelle informierte außerdem

den Fachberater Fernmeldedienst und den

Kreisbereitscha~sführer des Deutschen

Roten Kreuzes.

Feuerwehr

Die freiwillige Feuerwehr war in wenigen

Minuten mit neun Einsatzfahrzeugen an

der angenommenen Brandsteile. Der Einsatz

der Feuerwehr wurde auf dem Be-

Oie Feuerwehr war nach "stiller" Alarmlerung in

wenigen Minuten mit neun Fahrzeugen am 8nge·

nommenen EInsatzort.

triebskanal "Florian Wesei" durch den

Einsatzleitwagen (ELW) geführt.

KatS-Fernmeldedienst

Der Katastrophen-Fernmeldedienst (zwei

motorisierte FM-Züge) errichtete in unmittelbarer

Nähe der Einsatzstelle eine große

Fernmeldebefehlsstelle. Hieran angeschlossen

wurden die UKW-Funkverkehrs

kreise "Kater Wesei", "Florian Wesei"

und "Rotkreuz-Nordrhein". Weiter

war eine UKW-Sprechfunkverbindung zur

Kreispolizeibehörde aufgebaut worden.

Überleiteinrichtung in das öffentliche Fernsprechnetz

der Deutschen Bundespost

bestand ebenfalls. An die "große Leitstelle"

waren ca. 21 eingesetzte Funkkraftfahrzeuge

angeschlossen, die von den

Kräften der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes

geführt wurden. Zur sinnvollen

Einsatzleitung befand sich je ein

UKW-Sprechfunker der genannten Dienste

bei der Leitstelle vor Ort.

Deutsches Rotes Kreuz

Das DRK hatte es bei diesem Einsatz

übernommen, die Verpflegung der 80

Wehrleute und Helfer im KatS sicherzustellen.

Schwierigkeiten traten anfänglich bei den

Einsatzkräften auf, da sie mit einer Vielfalt

von UKW-Sprechfunkrufnamen zu arbeiten

hatten. Die Feuerwehr verwendet Rufnamen

nach dem Entwurf des Fachnormenausschusses

Feuerwehrwesen

FNFW -

DIN 14035 (z. B. Florian Wesel

04/32/1 = Drehleiter 30 Meter Steig höhe)

und die Katastrophenschutzdienste Rufnamen

gemäß Runderlaß des Innenministeriums

Nordrhein-Westfalen (z. B. Kater

Weselll/20 = fahrbare UKW-Vermittlung

"Funkbrückenwagen ").

Nach einer gewissen Einsatzdauer hatten

die Sprechfunker diese Rufnamen "gemeistert",

so daß der Einsatz fast reibungslos

lief, wenn auch hin und wieder

von der Übungsleitung eine Hilfestellung

gegeben werden mußte.

Partnerschaftliche

Zusammenarbeit

Bei der gesamten Übungsplanung und

Übungsdurchführung stand die partnerschaftliehe

Zusammenarbeit im Vordergrund.

Wehrführer und Einheitsführer,

Wehrleute und Helfer sind meist seit Jahren

miteinander bekannt und befreundet,

was sich als sehr nützlich und merkliche

Erleichterung darstellte. Die Übung konnte

um Mitternacht erfolgreich abgeschlossen

werden.

Bei der Schlußbesprechung dankten die

Einheitsführer allen Übungsteilnehmern

für das rege Interesse an einer heute so

wichtig gewordenen schnellen Nachrichtenübermittlung,

wie sie mit modernen

UKW-Sprechfunkgeräten möglich geworden

ist, und sprachen sich dafür aus,

Übungen dieser Art in regelmäßigen Abständen

durchzuführen.

Für die Übungsbeobachter der Verwaltung

war es eine eindrucksvolle Demonstration,

daß noch mehr UKW-Sprechfunkgeräte,

besonders im 2-m-Band, beschafft werden

müssen.

ZS-MAGAZIN 4/80 23

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