Magazin 198004

gsb.download.bva.bund.de

Magazin 198004

Dr. med. R. Schultze, Chefarzt der chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Siegen

Gedanken zwn Aufbau einer wirksan lIeI'I Katastrophen-

. . in der IknIesrepIwblik Deutschland

Vorschlag für ein Modell der sanitätsdienstlichen Versorgung im Katastrophen- und Verteidigungsfall

Zivilschutz bedeutet die Katastrophenabwehr

in Friedens- und Kriegszeiten .

Wenngleich es unsere vornehmste politische

Aufgabe bleibt, den Krieg überhaupt

zu verhindern und die Möglichkeit von

Kampfhandlungen mit modernen Massenvernichtungswaffen

atomarer, biologischer

oder chemischer Art damit erst gar nicht

aufkommen zu lassen, so sind wir doch

auch in Friedenszeiten vor groBe ren Katastrophen

nicht geschützt. Naturkatastrophen

wie Erdbeben, Flutwellen und groBe

Feuersbrünste haben die Menschheit seit

jeher bedroht und werden sich auch künftig

nicht verhindern lassen. Das Leben in

einer modernen Zivilisation hat zusätz liche

Gefahrenmomente heraufbeschworen.

Man denke an die Möglichkeit von

Reaktorunfällen , die von vielen Leuten zu

einer Glaubensfrage hochstilisiert wird.

Die modernen Massenverkehrsmittel auf

Schiene, Straße und in der Luft fordern bei

GroBunglücken ihre Opfer. Sie können

sich an jedem Ort und zu leder Zeit wieder

ereignen. Die stürmische Entwicklung der

chemischen Industrie ermöglicht nicht nur

den Segen technischen Forsch rittes, sondern

birgt auch Gefahren, die in ihrem

Ausmaß wohl noch weit unterschatzt werden.

Dabei müssen wir unterscheiden zwischen

langfristigen ökologischen Veranderungen

und solchen Katastrophenereignissen,

die durch Explosion am Produktionsort

oder beim Transport auf Schiene

und Straße Substanzen freisetzen , die die

menschliche Gesundheit akut oder mit

chronischer Wirkung bedrohen. Die Zahl

der Opfer wird nicht nur durch die Schadenseinwirkung

selbst, sondern auch

durch Folgezustande, wie sie insbesondere

durch Panikreaktionen bei der Evakuierung

entstehen können , erhöht. Nicht

zuletzt sei auf die Moglichkeit verwiesen,

daß durch terroristische Anschläge Vergiftungen

oder Verseuchungen verursach t

werden können, die einen Massenanfall

von Erkrankten zur Folge haben .

Auch in Friedenszenen l ind wir vor größeren Katastrophen nicht sicher: Im September 1978 wurden

Im Zollernalbkrels viele Häuser durch ein Erdbeben schwer beschädigt.

Beim Transport von gefährlichen Gütern können durch Unfälle Substanzen frei werden, die die

menschliche Gesundheit akut oder mit chronischer Wirkung bedrohen.

Vom Unfall zur Katastrophe

Der Unfall im Alltag betrifft meist nur eine

begrenzte kleine Anzahl von Menschen.

Eine wohldurchorganisierte Rettungskette

mit der Möglichkeit der Notversorgung am

Unfallort, der sofort einsetzenden Vielfalt

lebensrettender Maßnahmen und der Endversorgung

in einem kompetenten Kran -

24 ZS MAGAZIN 4/BO

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine