Magazin 198004

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Magazin 198004

Personal der Bundeswehr für solche

Zwecke nicht ausreicht oder gar nicht vorhanden

ist.

Gemeinsame Besprechungen

und Übungen

Ein weiteres dringendes Erfordernis wäre

es, alle an diesen Aufgaben beteiligten

Organisationen einschließlich der Ärzte

und Krankenhäuser unter der Verantwortung

des Behördenchefs zu gemeinsamen

Besprechungen zusammenzuführen,

um die Aufgabengebiete klar zu verteilen

und Doppelplanungen zu verhindern.

In diesem Kreise müßten auch

Übungen angesetzt, besprochen und

ausgewertet werden, die allein den Zweck

haben, Mängel in der Durchführung der

Organisation oder bei der Führung aufzudecken.

Eine solche Übung soll nicht nur

als Stabsrahmenübung, sondern sch ließlich

auch als rea listisch angelegte Großübung

durchgeführt werden, um samtliehe

Mitarbeiter einzutrainieren. Im Kreis Siegen

gelang es, mit den zuständigen Offizieren

des Verteidigungs-Kreis komm andos

Möglichkeiten einer zivil-militärischen

Zusammenarbeit zu erörtern und

hoffentlich auch in naher Zukunft zu praktizieren.

Koordinierter Sanitätsdienst

Hinsichtlich der sanitätsdienstlichen Versorgung

müßte es das Bestreben sein,

nach dem Vorbild der Schweiz zu einem

koordinierten Sanitätsdienst zu kom ­

men. Der Verwundete, gleichgültig ob Zivilist

oder Soldat, fände dann in den ortsstandigen

Einrichtungen erste Hilfe und

endgültige Versorgung. Ärzte und nichtärztliches

Personal könnten auch im Verteidigungsfall

grundsätzlich an ihrer bisherigen

Wirkungsstä"e bleiben, um sofort

wirksame Hilfe leisten zu können. Dieses

Konzept setzt allerdings dann eine Dienstverpflichtung

aller Ärzte voraus, welche

bedeutet, daß der Arzt nicht mehr die

Möglichkeit der freien Aufenthaltsbestimmung

hat. Sein Einsatz richtet sich dann

nach den Erfordernissen am näher oder

ferner liegenden Ort der Not. Hierzu wäre

es wünschenswert, wenn möglichst alle

wehrfähigen Ärzte eine militär-san itätsdienstliche

Ausbildung erhielten, um mit

den Gesetzen der Triage und Kr egschirurgie

vertraut gemacht zu werden, die

auch in friedensmäßigen Katastrophensituationen

Anwendung finden müssen.

Darüber hinaus müßten Ärzte und auch

Sanitätspersonal in regelmäßigen Fortbildungskursen

in den Problemen der

Katastrophenmedizin geschult werden, da

diese unter einem anderen Gesetz als die

Individualmedizin steht. Hier gilt allein der

Satz: zur rechten Zeit am rechten Ort das

Beste für eine größtmögliche Anzahl von

Bel übergroßem Verwundetena"fall

müssen

Notlaz8rene eingerichtet

werden. Hierzu bieten

sich die meist ebenerdigen

Stadthallen an. Unser

Bild zeigt eine all

Notlauren eingerichtete

Mehrzweck-Stadthalle.

Rechts : Krankenhäuser

werden zumeist mit der

Versorgung von

Schwerverletzten einer

Katastrophe genügend

ausgelastet sein. leichtverletzte

müssen In uno

mittelbarer Nähe des

Katastrophenortes ärztliche

Hilfe finden. Hierbei

ist die Mitarbeit der niedergelassenen

Ärzte uno

erläßlich.

Unten: Das für Notlazarette

erforderliche Personal

saute u. a. von

den SanItätsorganIsatI0-

nen DRK, MHD, JUH

und ASa gestellt

werden.

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