Magazin 198004

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Magazin 198004

Saarland

GroBübung mit

170 Helfern am Bostalsee

Für die Bevölkerung des Landkreises

St. Wendel sei es eine Beruhigung, im

Katastrophenfall auf eine so schlagkräftige

und gut ausgebildete Organisation

wie das THW zurückgreifen zu können.

Eindrucksvoll hätten t 70 Helfer ihren

Leistungswillen, ihr Können und auch

ihre Bereitschaft zum persönlichen Verzicht

unter Beweis gestellt. Der Kreis

nehme deshalb das THW nicht nur bei

einer zweitägigen Gemeinschaftsübung

als Organisation des Bundes zur Kenntnis,

sondern betrachte es auch als eine

wichtige Hilfsorganisation des Katastrophenschutzes

im Landkreis und lasse

ihm deshalb jede Unterstützung zukommen.

Dies erkärte Landrat Dr. Manner

im Hinblick auf die fünf Ortsverbände

Freisen, Nohfelden, Nonnweiler, St.

Wendel und Theley.

Folgende Lage war der Großübung zugrunde

gelegt worden : Ein lokales Erdbeben

hat im Bereich des zur Zeit mit

7 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllten

Bostalsees umfangreiche Schäden angerichtet.

Versorgungsleitungen sind beschädigt,

Segler und Surfer in Gefahr,

Bauwerke und Bauwerksteile müssen

gesprengt werden. Den Auftrag zur Bergung,

Instandsetzung und Wasserrettung

gab der Landrat an den THW-Geschäftsführer

des Kreises St. Wendel.

Nach Erkundung der Lage erhielten die

Bergungszüge, der Instandhaltungs- und

Bergungsräumzug, der Erkundungs- und

Lotsentrupp, die ABC-Melde- und Auswertungsstelle,

der Verpflegungs-, Verbrauchsgüter-

und Materialerhaltungstrupp

den Einsatzbefehl.

Die Bergungszüge zeigten ihr Können

beim Bergen aus Trümmern und beim

Sprengen von sechs Kontrollschächten

des alten Abwasserkanals rund um den

See. Der Wasserdienst des OV Nohfelden

übernahm die Absperrung der

Sicherheitszone während der Sprengarbeiten.

Im einzelnen waren verantwortlich:

der OV Nohfelden für den Zeltauf-

und Abbau, die Verpflegung und die

Wasserrettung; der OV Freisen für die

Bergung aus Tiefen sowie die Sprengung

der KontrOllSChächte; der OV St.

Wendel für den Betrieb des Pumpensatzes,

den Transport von Dämmaterial und

den Faschinenbau; der OV Theley lür

die Erstellung der Wasser- und Stromversorgung,

der Waschanlage und die

Platzbeleuchtung; der OV Nonnweiler

lür den Bau eines Steges und einer

Fähre sowie den Fährbetrieb.

Alle Einheiten standen über Funk mit

der Einsatzleitung, die ihre Zentrale in

einem LKW installiert hatte, in Verbindung.

Besonderen Wert hatte man auf

die praktische Arbeit gelegt. Härteste

"Knochenarbeit" mußte bei den Ausgrabungen

in der Bosener Mühle geleistet

werden, wo ein Mühlrad Ireigelegt wurde.

An allen Tagen waren zahlreiche

Gäste kritische Beobachter. E. M.

"Phantom" stürzte zwischen

den Häusern ab

"Wie ein Stein" - so Augenzeugen im

Nohfelder Ortsteil Gonnesweiler im

saarländischen Kreis St. Wendel - stürzte

eine amerikanische Militärmaschine

vom Typ "Phantom" ab. Ein großer Krater

zwischen den Häusern markierte die

AufschlagsteIle. Die Flugzeugteile lagen

über mehrere hundert Meter verstreut.

Ein Triebwerkteil war auf einen 30 Meter

entfernten Kinderspielplatz niedergegangen,

auf dem zur Unlallzeit glücklicherweise

kein Kind spielte. Windschutzscheiben

und Dächer von geparkten Autos

waren durchschlagen, erhebliche

Beschädigungen auch an den umliegenden

Häusern festzustellen. Nur wenige

Menschen wurden durch Glassplitter

leicht verletzt.

Mit dem Rettungshubschrauber aus

Saarbrücken, den örtlichen Wehren und

dem DRK traf auch der THW-Ortsverband

Nohfelden an der Unglücksstelle

ein. Man verschaffte sich einen Überblick

über die Lage und ging besonnen

und ohne Hektik an die Arbeit. Großzügigerweise

stellte eine Firma die erforderlichen,

beim THW für solche Zwecke

leider nicht vorhandenen, großflächigen

Planen zur Verfügung.

Nach dem Ablöschen von Schwelbränden

besserte man gemeinsam mit Hellern

der Feuerwehr die beschädigten

Dächer aus oder deckte mit den Planen,

die mit Halte- und Bindeleinen gesichert

wurden, die durchlöcherten Dächer ab,

um wenigstens vor Regen Schutz zu

bieten. Anerkennende Worte für die gute

Zusammenarbeit und die gründlich

geleistete Hilfe erfuhren THW und Feuerwehr

von der Bevölkerung, der Presse,

den Politikern aller Parteien und dem

Ministerpräsidenten, der die AbsturzsteIle

besucht hatte. E. M.

THW Heusweiler

besichtigte Holzplatten-Werk

Auf Einladung der Werksleitung besichtigte

eine Gruppe von THW-Helfern das

Holzplatten-Werk in Heusweiler, Ortsteil

Eiweiler. Betriebsleiter Braun begrüßte

die THW-Helfer und übernahm die Führung

durch das Werk. Der Rundgang

führte von der Zerpanungsanlage zu

den Trocknungshallen und in die Warte.

Die Warte ist die Zentrale, in der auf

großen elektronischen Schaltbildtafeln

die Übersicht über den Produktionsablaul

einschließlich eventueller Betriebsstörungen

gewährleistet wird.

Betriebsleiter Braun stellte sich den kritischen

Fragen der Besuchergruppe und

lührte aus, daß die Werksleitung zur Bekämpfung

der Staubentwicklung Investitionen

in Höhe von 5 Millionen DM gemacht

habe. So würde der derzeitige

Trockenstaubanteil pro Kubikmeter

Frischluft sich nur aul 100 bis 130 Milligramm

belaufen. Zur Zeit werden zudem

UnterSUChungen angestellt, auch

die Geruchsstoffe zu eliminieren.

Den Abschluß machte ein Besuch der

Werksfeuerwehr. Wehrführer Busche

war sehr erfreut über den Besuch der

THW-Kameraden und zeigte mit Stolz

den Wagenpark, die transportablen

Schaumgeneratoren und Pulverlöscher.

Der Wehrführer ging auch auf den stationären

Feuerschutz, wie die Sprinkler-,

Funkenlösch- und COz-Anlage, ein. Mit

diesen aufwendigen Schutzeinrichtungen

sei, so Busche, ein nahezu optimaler

Feuerschutz gewährleistet. Der

Wehrführer demonstrierte auch die

Handhabung kleinerer Feuerlöschgeräte,

wie Handschaumrohre und die sogenannte

Mittelschaumpistole, die sich an

einen normalen Hauswasseranschluß

anschließen läßt und eine verblüffende

Wirkung hat, ohne daß es dabei zu größeren

Wasserschäden kommt. G. L.

Nachruf

In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar

ist unser verdienter Helferkamerad

Paul Kiefer

durch einen tragischen Verkehrsunfall im

Alter von 26 Jahren für immer von uns

gegangen.

Als Gruppenführer der Jugendgruppe

des OV Nonnweiler hatte er mit Geschick

und Fleiß wesentlichen Anteil am

Aulbau und Fortbestand der Gruppe.

Wir haben einen guten Kameraden verloren

und werden ihm ein ehrendes

Andenken bewahren.

Der Orts beauftragte und die Helfer des

THW-OV Nonnweiler

ZS-MAGAZIN 4/80 45

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