1 Erfahrungsbericht, Nora Dohrmann, Gerrit Rietveld Academie ...

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1 Erfahrungsbericht, Nora Dohrmann, Gerrit Rietveld Academie ...

1 Erfahrungsbericht, Nora Dohrmann, Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam

Da über die organisatorischen Komponenten

bezüglich eines Aufenthalts an der Gerrit

Rietveld Academie bereits ausführlich berichtet

wurde, werde ich einen Überblick über

persönliche Erfahrungen und Empfindungen

geben. Ich war für eine Semester als Austauschstudentin

an der Rietveld im Graphic

Design Department. Mein Bericht bezieht

sich demnach hauptsächlich auf Abläufe etc.

des genannten Departments.

Bewerben und Vorbereiten

Obwohl ich seit Beginn meines Studiums in

Hannover davon überzeugt war, ein Auslandssemester

in den Niederlanden zu absolvieren, kam

die Entscheidung mich an der Gerrit Rietveld

Academie zu bewerben relativ spontan. Ich begann

gerade meine Recherche nach einer passenden

Schule, als ich einen Anruf einer Freundin

erhielt. Sie erzählte mir von ihren Plänen, sich

an der Rietveld zu bewerben und ich beschloss,

mich ihr anzuschließen. Die eigentliche Bewerbungsfrist

war bereits im Februar abgelaufen,

aber nach Kontaktaufnahme mit Els Moors,

der Zuständigen für Austauschstudenten an der

Rietveld, erhielten wir die Möglichkeit unser

Portfolio bis Mitte April einzureichen.

Eine Woche später hatte ich meine bisherigen

Arbeiten zusammengestellt, Motivationsbrief

und Lebenslauf geschrieben und die Unterlagen

ohne große Hoffnung, postwendend nach

Amsterdam geschickt. Antwort erhielt ich dann

im Juli, ich war als Austauschstudentin an der

Gerrit Rietveld Academie akzeptiert und wurde

zum Studienbeginn im September erwartet.

Genauso unkompliziert wie meine Bewerbung

an der Rietveld, verlief auch meine Vorbereitung

für den Auslandsaufenthalt. Nach einem

persönlichen Gespräch mit Helga Rollwage

im Internationalen Büro, bewarb ich mich für

das Free Mover Stipendium, unterrichtete die

Auslandsbeauftragte Tuula Salo des Fachbereichs

Design und Medien und konzentrierte mich auf

die Zimmersuche in Amsterdam.

Zimmersuche

Überraschenderweise und entgegengesetzt allem

Gehörten verlief auch die Zimmersuche ohne

Probleme. Ich beschränkte meine Suche auf das

Internet. Nach ein paar Telefonaten und Emails

hatte ich einige Besichtigungstermine in

Amsterdam verabredet. Eine der bekanntesten

Internetseite für die Zimmersuche in Holland

ist www.kammernet.nl. Eine Gebühr von un-

gefähr 12 Euro wird erhoben sobald man auf

eine Anzeige reagieren möchte. Nach Bezahlung

per Kreditkarte erhält man auf eine bestimmte

Anzahl von Annoncen Zugriff und kann seine

Anfrage verschicken. Ich habe mich bei kamer-

net.nl

angemeldet, die Gebühr bezahlt und mich

auf ca. 12 Anzeigen beworben und soweit ich

es in Erinnerung habe, keine einzige Antwort

bekommen. Größere Erfolge hatte ich hingegen

bei www.easyroommate.com. Die Benutzung

dieser Seite ist kostenlos, man kann ein Profil

erstellen und erhält Angebote, die entsprechend

der Angaben zu einem passen. Über die Seite

kann man mit den Zimmeranbietern in Kontakt

treten und Weiteres persönlich klären. Übrigens

habe ich den Untermieter für mein Zimmer in

Hannover ebenfalls über diese Seite gefunden.

Des Weiteren gibt es in Amsterdam zahlreiche

Agenturen die ihr Geld mit der Zimmervermittlung

an Studenten verdienen. Einige

verlangen bereits eine Gebühr für die Hilfe bei

der Suche, andere erst bei erfolgreicher Vermittlung.

Ich habe kostenlos einen Tag die Dienste

von der Agentur Direct Housing

in Anspruch

genommen und war, obwohl ich kein passendes

Zimmer gefunden habe, sehr zufrieden mit dem

Service. Nach einem Telefonat (0204630788

oder Dimphna_Persaud@directhousing.nl)

erhält

man Terminvorschläge zur Besichtigung und

kann sich vor Ort mit einem Begleiter der Agentur

und ca. 10-20 anderen Bewerbern treffen.

Ich hatte Glück, da mir angeboten wurde den

Begleiter in der Agentur zu treffen um mit ihm

zu den entsprechenden Wohnungen zu fahren.

Die Besichtigung selbst läuft dann für jemanden

der deutsche Verhältnisse gewohnt ist, unüblich

ab. Man geht in die Wohnung, schaut sich

das zur Verfügung stehende Zimmer an und

muss sich vor Ort entscheiden. Gibt es mehrere

Bewerber auf ein Zimmer wird gelost. Auch die

Räumlichkeiten die einen Angeboten werden

entsprechen nicht dem deutschen Standart und

so kann es passieren, dass unter den angeboten

ein 9qm großes Kellerzimmer ohne Fenster ist,

in einer zugegebenermaßen verdreckten Studentenwohnung,

in der 10 junge Menschen leben

die sich untereinander kaum kennen und das

für 300 Euro. Aber man sollte nach solch einem

Schock nicht aufgeben. Man muss sich als Stu -

dent in Amsterdam zwar mit einer beengten

Wohnsituation zufrieden geben, was aber nicht

heißt, dass es nicht durchaus schöne Wohnmög-


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lichkeiten gibt, natürlich immer abhängig von

dem Preis den man zahlen kann. Ich selbst habe

mich für ein Zimmer im Osten von Amsterdam

entschieden, was ich über eine private Anzeige

im Internet gefunden habe. 375 Euro war der

Preis für ca. 10 Quadratmeter.

Ein guter Tipp ist, sich zwar früh um ein

Zimmer zu kümmern, aber nicht zu verzweifeln

wenn erste Versuche erfolglos sind. Die Zimmersuche

in Amsterdam läuft nach dem Prinzip,

Gesehen und Genommen, was bedeutet, dass

man keine Zeit hat sich ein Angebot ein paar

Wochen lang durch den Kopf gehen zu lassen,

sondern man muss sich oft von heute auf morgen

entscheiden.

Obwohl ich nur gute Erfahrungen gemacht

habe rate ich zur Achtsamkeit. Durch knappe

Wohnmöglichkeiten in Amsterdam werden viele

illegale Wohnungen, die man zur Untermiete

beziehen kann, angeboten. Was aller Wahrscheinlichkeit

nach auch jeder zweite Amsterdamer

annimmt. Doch kann es passieren, dass die

Mieten bei solchen Wohnungen ins Unermessliche

steigen, was ungerechtfertigt ist.

Vorfreude und Ängste

Erst nachdem ich alle Schritte in die Wege geleitet

hatte, wurde mir bewusst was ich im

Begriff war zu tun und an was für einer Schule

ich mich eigentlich beworben hatte. Ein Auslandssemester

bedeutet Freunde und gewohnte

Pfade verlassen, sich auf völlig neue Situationen

einlassen und, wie ich im Nachhinein festgestellt

habe, sich und seine Arbeit neu definieren. Die

Rietveld ist eine international bekannte und

anerkannte Akademie. Studenten aus aller Welt

bewerben sich, um die Ausbildung dort zu genießen.

Zweifel kamen auf, ob ich bei dem hohen

Niveau bestehen kann und ob ich bisherige

Erfolge im Studium fortsetzen kann. Im

gleichen Moment aber war ich voller Freunde,

da ich die Chance erhalten hatte an der Gerrit

Rietveld Academie zu studieren und in der schönen

Stadt Amsterdam zu leben.

Ankommen

Ich bin ca. zwei Wochen vor Studienbeginn in

Amsterdam angekommen. Mir war es wichtig,

die Stadt in der ich nun vier Monate leben

sollte, ausgiebig zu begutachten und mich zu akklimatisieren,

bevor ich mich voll und ganz auf

das Studium einlassen konnte. Die Zeit habe ich

damit verbracht, jeden Tag auf mein Fahrrad zu

steigen und einfach durch die Stadt zu fahren,

in Museen und öffentliche Gebäude zu gehen

und um andere Austauschstudenten, zu denen

ich über das Internet Kontakt aufgenommen

hatte, zu treffen. Es gab Momente in denen

ich mich wirklich fremd gefühlt habe, aber das

Alleinsein gehörte zu meinen selbstgestellten

Aufgaben bezüglich meines Auslandsaufenthalts.

Zu dem hatte ich so Zeit, meine neuen Mitbewohner

in Ruhe kennen zu lernen.

Nach zwei Wochen mit mir selbst war, ich

umso aufgeregter endlich mein Studium zu beginnen.

Die Rietveld gestaltet den Einstieg für

neue Studenten sehr umfangreich. Man wird

eingeladen zu Einführungstagen, an denen sich

alle neuen Studenten, Austauschstudenten

und Erstsemestler, treffen um drei Tage miteinander

zu verbringen. Touren durch die

Stadt und zu Museen werden veranstaltet, bei

denen man seine Mitstudenten kennen lernen

kann und man etwas über die Stadt erfährt.

Die Unternehmungen werden von Lehrern der

Rietveld begleitet, so dass man direkt einen Vorgeschmack

auf das offene Verhältnis zwischen

Lehrern und Studenten erhält. Es wird gemeinsam

gegessen und es ergeben sich Verabredungen

für den Abend. Die Einführungstage kann

ich jedem ans Herz legen, man lernt die Schule

und Leute fast automatisch kennen. Die Kontakte

die ich in den ersten Tagen geknüpft habe,

hielten bis zum Schluss.

Einstieg in die Schule

Gleich am ersten Tag erwartete mich eine, zwar

auf irgendeine Art und Weise erwartete aber

dennoch nicht erhoffte, Überraschung. Ich

wurde zurückgestuft ins zweite Jahr, dem ersten

Fachjahr. Was bei uns im Grunde genommen

dem ersten Semester entspricht, da wir kein

Basisjahr, in dem man noch nicht fachbezogen

studiert, haben. Ich war verwundert, da andere

Austauschstudenten auch ins zweite Fachjahr

gehen konnten. Komplett verunsichert, schließlich

befand ich mich in Hannover bereits im 7.

Semester, bat ich um ein Gespräch mit meinem

Mentor, René Put. Ich zeigte ihm erneut mein

Portfolio, um die Möglichkeit zu erhalten ins

zweite Fachjahr zu wechseln. René reagierte

sehr freundlich und nahm sich Zeit mit mir zu

sprechen. Während des Gesprächs, stellte sich

heraus, dass er nicht an meinen Fähigkeiten zu

Gestalten zweifelte, dass ihm aber doch irgendetwas

fehlen würde in meinen Arbeiten, Inhalt.


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Nach Darlegung meiner Gründe, mir war es z.B.

wichtig mit fortgeschrittenen Studenten zusammen

zu sein, um von ihnen zu lernen etc.,

stellte er mir frei in welches Jahr ich gehen wollte

und war von der Idee, mich einer Herausforderung

zu stellen, begeistert. Es folgten viele

Gespräche mit Studenten die ich bereits kennen

gelernt hatte und es wurde mir bewusst, dass

im ersten Fachjahr viele Studenten sind, die bereits

studiert haben und genau wie ich im

Gewissen Sinne vorgebildet sind. Ich freundete

mich also mit dem Gedanken an und beschloss

die Chance zu nutzen, von Vorne anzufangen.

Jetzt kann ich sagen, dass diese Entscheidung

genau die Richtige war. Bei meiner Abschlusspräsentation

kam die Frage ins zweite Fachjahr

zu wechseln erneut auf – ob ich mich im ersten

Fachjahr nicht unterfordert gefühlt hätte. Mit

Bestimmtheit konnte ich diese Frage verneinen.

Im Gegenteil, es gab Situationen in denen ich

wirklich über meine bisherigen Grenzen treten

musste. Jeder Lehrer ist auf die individuellen

Fähigkeiten der Studenten eingegangen und so

wurde von mir Anderes erwartet als von Schülern,

die gerade erst mit Gestaltung begonnen

hatten. Zudem war die Erfahrung, erneut mit

Studenten zu arbeiten, die völlig unbefangen

sind, sehr interessant und hat mich dazu gebracht,

meine Denkansätze in Frage zu stellen.

Neues Gestalten

Das Wort Inhalt ist bereits gefallen. Dieses Wort

ist wahrscheinlich das prägenste was mir an der

Rietveld zu Ohren gekommen ist. Denn darum

geht es in dieser Schule. Es ist nicht einfach in

Worte zu fassen worum sich die Lehrinhalte drehen.

Technisches Können spielt allerdings eine

weniger große Rolle als in Hannover. Wichtiger

ist, dass man es schafft, Gedanken auf das Papier

zu bringen, egal mit welchen Mitteln. Begleitende

Computerkurse werden so gut wie gar

nicht angeboten, außer einem Einführungskurs

in ein paar Programme. Es werden relativ freie

Themen gestellt und es liegt in der eigenen Verantwortung

diese zu erarbeiten. Viele Gespräche

drehen sich nicht um die Gestaltungsaspekte,

sondern um das, was man mit seiner Arbeit sagt,

wie man es anders sagen könnte oder ob man es

überhaupt sagen sollte. Ich habe viel Zeit damit

verbracht zu schreiben, zu überlegen und an

meinen persönlichen Aussagen zu arbeiten. Ein

Weg der Gestaltung den ich vorher nie gegangen

bin. Man arbeitet viel aus sich selbst heraus

und bekommt so die Chance seinen Charakter

als Gestalter zu festigen. Insgesamt eine sehr

positive Erfahrung, dennoch war ich manchmal

enttäuscht, dass z.B. auf typografische Aspekte

nicht automatisch eingegangen wurde. Dieses

kann man allerdings durch Fragen einfordern,

woraufhin sehr wohl lange Gespräche über Anführungszeichen

etc. entstehen können.

Womit ich zu einem weiteren Punkt komme

der mich sehr beeindruckt hat, Gespräche. Zu

einem normalen Unterrichtstag, geht man je

nach Klasse in die Schule, legt seine Arbeiten auf

dem Tisch und findet sich in einer Diskussion

über eben diese wieder. Pro Student wird sich

viel Zeit genommen, in der Gruppe oder zu

Zweit mit dem Lehrer, jeden Aspekt der Arbeit

zu besprechen. Es kommt selten bis gar nicht

vor, dass man mit einem Problem allein gelassen

wird. Lösungsansätze bieten sich immer, sei es

durch den Lehrer, Mitstudenten oder sich selbst.

Man erhält viel Kritik, so dass man ständig

gefordert ist sich zu reflektieren. Auch von studentischer

Seite besteht hohe Bereitschaft sich

auf die Arbeit eines Anderen einzulassen, um

mit ihm an Gedanken zu arbeiten.

Strukturen

Die Rietveld zeichnet sich unter anderem durch

ein hohes Angebot an Studienrichtungen aus.

Nach dem Basisjahr entscheiden sich die Studenten

für eine Fachrichtung und beginnen mit

dem ersten Fachjahr. Es folgt das Zweite und

abgeschlossen wird mit dem dritten Fachjahr.

Jedes Jahr lernt man in einer Art Klasse mit festen

Stundenplan und festen Klassenmitgliedern.

Wahlmöglichkeiten, wie sie einem in Hannover

geboten werden gibt es in diesem Sinne nicht.

Man bleibt ein Jahr in seiner Klasse und studiert

nach dem vorgegebenen Stundenplan. Dieser

deckt, im Folgenden spreche ich nur übers Grafik

Design, Felder vom Entwerfen, Typografie,

Fotografie, Theorie etc. ab. Die Lehre ist nicht

unbedingt angewandt, was heißt man hat keine

Projekte, die beispielsweise von Firmen begleitet

werden, ist aber dennoch neben dem großen

konzeptionellen Part auch von praktischer Natur.

Die zahlreichen Werkstätten stehen einem

für seine Ausführung zur Verfügung.

Übergreifende Lehre mit anderen Studienrichtungen

findet eher weniger statt. Die einzige

Gelegenheit mit Studenten aus anderen Departments

zu lernen, bietet einem das Studium- oder

Praktikum Generale, das begleitend angeboten


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wird. Das Studium Generale beispielsweise beinhaltet

eine Reihe von themenbezogenen Lesungen,

die zwar auf den ersten Blick teilweise

nichts mit Design zu tun haben, aber dennoch

interessant sind. Hierzu werden außenstehende

Redner eingeladen, die einem Themen näher

bringen. Zusätzliche Lesungen von Designern

etc. finden während des Jahres statt.

Ein weiteren festen Bestandteil der Lehre bilden

Workshops, die über das Semester verteilt

angeboten werden. Auch hier werden Designer

aus der ganzen Welt eingeladen, die ca. eine Woche

mit den Studenten arbeiten. Dieses bietet

einem die Chance andere Sichtweisen kennen zu

lernen und viel wichtiger, Designer, die man nur

aus Büchern kennt, zu erleben.

Lehrer

Pro Semester belegt man ca. sieben verschiedene

Kurse bei verschiedenen Lehren. Jede Klasse

hat einen festen Mentor bei dem alle Fäden

zusammen laufen und der ebenfalls einen Kurs

gibt. Er/Sie ist quasi der Ansprechpartner/in für

sowohl Lehrer als auch Studenten.

Auffällig ist, dass viele Lehrer ebenfalls Studenten

an der Rietveld waren, oder sonst in irgendeiner

Beziehung zu der Schule stehen. Ob

das allerdings ein Vor- oder Nachteil ist, konnte

ich bisher nicht herausfinden. Ich denke nur,

dass das ein Grund für die besondere Atmosphäre

sein könnte – man kennt sich bereits

und ist interessiert, die Gedanken der Rietveld

weiterzutragen. Neben Lehrern, die “Urgesteine”

der Rietveld sind und eine Menge Erfahrung

mitbringen, hat man auch Unterricht bei jungen

Lehrern, die teilweise nur ein paar Jahre älter,

wenn überhaupt, als ihre Studenten sind. Die

Rietveld ist bemüht Lehrer zu bieten, die selbst

noch im Geschehen sind und einen gewissen

Bekanntheitsgrad haben. Viele von ihnen sind

Holländer, aber auch andere Nationalitäten sind

vertreten. Der Umgang ist oft sehr gelassen und

alle versuchen ein persönliches Interesse an den

Studenten zu entwickeln. Die Bereitschaft sich

mit den Studenten auseinander zu setzten ist im

Allgemeinen sehr hoch.

Atmosphäre

Ich habe die Atmosphäre an der Rietveld als sehr

offen empfunden, was sicherlich auch ein Verdienst

des internationalen Flairs ist. Menschen

aus aller Welt treffen aufeinander und sind

bereit, miteinander zu arbeiten und zu kommunizieren.

Es entstehen schnell Situationen, zum

Beispiel nach einer Veranstaltung, in denen man

mit einer großen Zahl von Studenten und Lehrern

in die Stadt geht um noch etwas gemeinsam

zu essen oder zu trinken. Als Austauschstudent

wird man sofort integriert und auf Grund der

vielen Nationalitäten fällt man oft gar nicht auf.

Manche merken nicht einmal, dass man kein regulärer

Student ist. Das vereinfacht das Studium

immens. Man kommt nicht in Situationen, in

denen man sich erklären muss oder die Sprache

ein Hindernis ist. In der gesamten Schule

wird Englisch gesprochen. Vom ersten Moment

an kann man sich, wenn man will, komplett auf

sein Studium konzentrieren.

persönliches Fazit

Um ehrlich zu sein, ist die Rietveld das Beste

was mir bezüglich meiner Entwicklung als

Gestalterin passieren konnte. Anfänglich bin

ich wirklich ins Wanken gekommen, habe

gezweifelt und gelitten, was mich gezwungen

hat, neu zu beginnen. In den vier Monaten hat

sich meine Art zu arbeiten verändert, was sich

zumindest zurzeit richtig anfühlt. Es gibt zwar

Aspekte des Designs, die die Rietveld nicht

abdeckt, vor allem was technische Fähigkeiten

anbelangt, was sich für mich allerdings nicht

als Nachteil herausgestellt hat. Ich war auf der

Suche nach neuen Ansätzen, die ich gefunden

habe. Ich habe mein Studium vorher nie so

wichtig genommen und ich wurde auch noch

nie so wichtig genommen wie in Amsterdam.

Mir hat alles in allem sehr gut gefallen, so gut,

dass ich vorerst an der Rietveld bleiben werde.

nora.dohrmann@gmx.de

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