Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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sorien keine Kryptogamisten mehr. Allein es ist bekannt,

dass Khre7iberg alle mikroskopischen Thiere ohne Ausnahme

unter dem Namen „Infusorien" aufführt. Wenn er nun bei

denen , mit deren Erforschung er sich weltberühmt gemacht

hat, eine vollkommene Organisation und Sexualität gefunden

hat, und wenn er von diesen auf jene thierischen Wesen

schliesst, die man durch Infundirung unvermengter thieri»-

scher oder vegetabilischer Stoffe mit reinem destillirtem Wasser

erzeugt, bei welchen es nur gar zu leicht ist, die Längentheilung

für einen ZeugungsakS anzusehen (m. s. m.* physiognostischen

Beiträge Tab. I. Fig. 14 Lit. e bis I.it. p,

Fig. 15 Lit. e, Tab. IL Fig. 31, Fig. 35 b, Fig. 38 b,

Fig. 39 c, Fig. 41, Fig. 42 g), so muss ich sagen, dass

dieser Schluss zu voreilig ist. Seine höher gebildeten mikroskopischen

Thierchen, die freilich auch Infusorien sind,

entstehen nur im Freien unter Kräftewirkungen und qualitativen

Compositionen materieller Stoffe, die wir aber nicht

sämmtlich kennen. Ich habe bei meinen vieljährigen Untersuchungen

über Entstehungsweise wirklicher Aufgussthierchen

in ein mehrere Maass fassendes Glasgefäss alle nicht

weiter brauchbaren Infusionen der verschiedensten Art zusammen

geschüttet; aber nach vielen sorgfältigen Untersuchungen

wohl andere niedrige Infusorien der Menge, die

sich durch Theilung und Eier vermehrten, gefunden, und

oft waren alle in andere Arten verändert; aber nie, gar nie

fand ich ein Begattungsphänomen , nie ein höher gebildetes

Thierchen , etwa ein Räderthierchen , eine C} prisart u. dgl.,

und das Gefäss stand wochenlang offen an der Luft und der

Luft zugänglich, so wie dem Staub und also auch den vermutheten,

in der Luft schwebenden Samen und Eiern*).

Schwebten zahllose Infusorien-Eier in der Luft, so könnten

sich nirgends mehrere Infusorien bilden als auf der immer

feuchten Schleimhaut der Lungen, wo es selbst an Luft und

nährender Feuchtigkeit nie gebricht. Und wie schlimm wären

unsere Luftröhren daran, wenn die Flora auch eine solche

Pansperraie besässe.

Die vielen Versuche mit reinen Infusionen haben mich

auf den Gedanken gebracht, dass es eine eigene Infusorien-

'i') Ich kann mir nicht denkea, auf welche Weise man die

Existenz dieser Eier im Wasserdampf und in der Luft in überzeugende

Erfahrung bringen kann^ und glaube vor der Hand^

dass sie nur hypothetische Eier sind^ und eben so ihre Lehenszähigkeit^

die ,^Jahrzehnte und Jahrhunderte durchdauern*^^ sollte

CBronn Geschichte der Natur, Bd. II. S. 30 u. 33 _, 329). Diese

Panspermie ist nicht erweislich.

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