Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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schein, und auch oft keine, wo man sie erwartet, und oft

da, wo man sie gar nicht erwartet, kommen sie nicht selten

mit besondern Nebenerscheinungen vor, wovon ich im

astr. Jahrbuche f. 1845 (S. 152—153) mehrere Beispiele

angegeben habe. Es wäre aber viel zu voreilig, wenn man

diese Zufälligkeiten den fliegenden Eiern zuschreiben wollte.

Brofm hat im zweiten Bande seiner Geschichte der Natur

mit einem bewunderungswürdigen Aufwände von Erudition

(S. 29—41) alle die ürcrzeugung zu betreffen scheinenden

Facta gesammelt, und nicht versäumt, das, was manchem

Forscher dagegen zu sprechen schien, beizusetzen, was

indessen grösstentheils entweder unter die Rubrik von Meinungen

oder Hypothesen gehört, also keineswegs geeigenschaftet

ist, eine grosse Menge von Erfahrungen zu widerlegen.

Und wenn der Weg zum Beweise der gewöhnlichen

Herkunft vollkommener Organismen auch als möglich dargestellt

ist, so ist er doch meistens weit und mit vielen

Schwierigkeiten hergeholt, wie z. B. (S. 34 — 35) die im

Auge eines Fisches, eines Pferdes, eines Menschen lebenden

Helminthen dahin gelangen, und sogar, wie sie sich in die

Augen der Descendenten fortpflanzen konnten. Bei der Entstehung

der Pilze auf bestimmten animalischen und vegetabilischen

Theilen oder Resten wird (S. 32) Hr. Prof. bronn

schon zweifelhaft, ob die Einwendimgen ausreichen dürften,

die gegen die Urerzeugung vorgebracht werden möchten,

welches Unheil er (S. 40) später bekräftigt, und wo er

ausspricht, dass ,,die Mehrzahl der Naturforscher und besonders

der Physiologen für die fortdauernde Urerzeugung

unvollkommener Organismen eine innere Wahrscheinlichkeit

findet."

Betrachtet man diesen Gegenstand aber nach den Bestimmungsformen

der Modalität, so liegt vorerst die Möglichkeit

der Urerzeugung klar am Tage. Es ist aber bei

mehrern Beispielen die Wirklichkeit schlechterdings nach

Naturgesetzen unwiderleglich; aber was möglich und wirklich

existirt, existirt nothwendig. Sey es, dass, unter den

vielen zusagenden , einige von Bronn erwähnte Facta nicht

unter die Urerzeugungen, sondern unter die Nacherzeugungen*)

subsumirt werden können, so gehören sie nicht zur

*) Mtilderh Syncretisnius (in seiuem Versuch einer allgemeinen

physiologisclien Chemie, a. d. Holland. I. Lief. Heidelb. J 844

S. 86— 89) würde in der That dem Streite über Generatio aequivoca

und Epigenesis ein Ende machen, wenn man ein einzelnes

Molecule ein Ei nennen könnte; denn dann wäre HarveyU Aus-

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