Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

Diese ürerzeugiing wird durch den durch Blumetibach*)

in der Katar überall gefundenen organischen Bildungstrieb

(Nisus formativus) bestätigt und befestigt. Blnmenbach ist,

durch unsere wechselseitige Betrachtung der endlos mannigfaltigen

und grossen Massen von Versteinerungen und fossilen

organischen Resten zu seiner mir 1825 in Göttingen

vorgetragenen geologisch erweiterten Erklärung des Bildungstriebes

gekommen, indem er endlich sagt: „Es findet

sich überall in der Natur eine so unwiderstehliche Gewalt

zu organisiren, die allen Zerstörungskräften, die dieselbe

Natur selbst, oft absolut zernichtend, in Thätigkeit setzt,

Trotz bietet, und im Laufe der Zeiten Millionen von Metamorphosen

unter immer demselben Bildungstypus durchlauft"

(astr. J. f. 1844 S. 141). War und bleibt die Welt

ewig, oder hatte sie einen Anfang und wird sie ein Ende

nehmen, so wird sie auf der einen wie auf der andern Seite

dieser Alternative sich unabänderlich nach Naturgesetzen

fortgebildet haben und noch fortbilden, sowohl im Organischen

als Unorganischen. Di^ese Gesetze sind so unveränderlich,

dass sie selbst nach dem Verschwinden der Welt

nicht in Vergessenheit kämen, sondern, in ihrer Totalität

wieder wie früher ausschliesslich und absolut alle Bildungen

und Veränderungen in der Natur, wenn auch mit Modification

, reguliren würden , und so würde die Welt wieder

neu entstehen. Keine Revolution, sev sie noch so complicirt

und rasch, bringt sie auch nur einen Augenblick in

Unordnung. Sind uns gleich die organischen Naturgesetze

weniger bekannt, so sind sie deshalb nicht weniger unabänderlich

als die unorganischen**). Hiesse die Abläugnung

einer Urerzeugung der ersten organischen Keime sowohl als

ihrer Ausbildung his zur Epigenesis nicht auch Abläugnung

der Naturgesetze?! Es hiesse abläugnen, was schon Moses

ganz klar eingesehen (Genesis C. I. v. 11, 30 u. 24), dass

bestimmten Zeit eben so mit Thieren und Pflanzen bevölkert seyn

wie gegenwärtig,

*) Seine Schrift ,^über den Bildungstrieb*"^ hat der allgemein

anerkannten Tiefe und VortrcfFlichkeit wegen mehrere Auflagen

erlebt (Gott. 1781^ 1789, 1791), Jieil hat hierin auch manches

geleistet.

**) Astr. Jahrbuch f. 1829 S. 32 Note. Daselbst möge mau

(ß. 31— 32 Note) meine vollständige Charakterisirung der Naturgesetze

nachlesen^ wenn sie hier nicht erklecklich verstanden

werden sollte.

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