Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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von Frankreich einnimmt, und oft 300 Fuss Höhe zeigt.

Fast alle andern liänder Europas sind reich an Kreide, besonders

England , wo sie einigemal eine Höhe von 7 bis

800 Fuss erreicht. Wenn aber das Urmeer der Erde so

reich an Infusorien der volikommnern Abtheilung war, so

war jedes Kometenmeer es gewiss eben so , und vielleicht

noch hundertmal mehr*), wo der Drang zu organisiren im

xjoncentrirtesten Zustande begriffen war, welches ich daraus

entnehme, weil in den Kometen die Weltkörperbildung eine

solche Thätigkeit entwickelt, dass oft die dem Aggregationsprozess

vorstehenden Schweife Millionen von Meilen in die

Räume unsers Planetensystems hineinreichen (oben S. 18

Note); dass also die Gewalt von beiderlei Bildungen gleichen

Schritt halte.

Bei einem so starken Bildungstriebe konnte hier die Bildung

nicht so vollkommen ausfallen,

wie auf der Erde, da die

Vegetation blos auf Fucoiden, wozu ich noch die Florideen,

Diktioneen und ülvaceaen zähle, sich beschränken musste,

und die thierische Natur wegen Mangel eines festen Standpunktes

in der Luft und unter dem Lichte im Wasser die

Vegetations- und Lebensthätigkeit immer beschränkt zu

bleiben gezwungen war. Wenn ich nun in der Betrachtung

der Fälle der Vereinigung der höchst zahlreichen kometarischen

Weltkörper mit der Erde, während derselben diese

bald grosse, bald kleine Urmeere, bald deren gar keines

*) Wenn man im Ocean der Erde, so \Aeit das Auge reicht^

bei Nacht einen hellen Schein sieht ^ der von Jeuchtenden Infusorien

kommt; wenn schon Ehrenberg Tiefen von 1600 Fuss angibt^

in welchen Infusorien leben (astr. J. f. 1846 S, 213), und

wenn man in noch viel grössern Tiefen Fische gefangen^ wo sie

Nahrung suchten^ ist die Zahl dieser Wesen eine endlose. Darwin

sah die ganze Oberfläche des Meeres in der Nähe der Abrolhos-Inselcheu

und anderwärts mit Conferven entfärbt (Reise Th. I.

S, 14— 16)3 ^ß fler Küste von Chile sah er das Meer schlammig,

was von lauter röthlichen Trichoden herrührte (ebd. S. 16— 17);

im Meere um das Feuerland sah er im Meere lange hellrothe

Streifen , die von Crustaceen herrührten , und an der Küste von

Brasilien bemerkte er , dass beträchtliche Strecken des Oceans

mit einem Regenbogenfarben spielenden Ueberzuge bedeckt waren

(ebd. S. 18—19). Im nördlichen Polarmeere bemerkte Scoresby

grünes Wasser mit pelagischen Thieren angefüllt. Diese unabsehbare

Thierzahl anderer^ vielleicht meist von derselben Art_, wurde

gewiss In den Urmeeren der Kometen nicht vermisst, und durch

ihre ungeheure Vermehrung^ wie sie Ehrenberg beschreibt^ ging

die Nahrung für die andern Thiere nie zu Ende.

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