Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

päischen Haiiptfamilien ist selten und mehrere derselben,

wie die Valerianeen, Grossiilarieen, Saxifrageen, Resedeen

u. m. a. fehlen ganz (ebd. S. 73 u. 77). Die Thiertcelt hingegen

hat viel ausgezeichnet Eigenthümliches unter allen

Klassen, wovon ich nur der Hauptsächlichsten erwähnen

kann. Eine grosse Menge Seeschlangen noch nicht bestimmt,

auch die übrigen Schlangen fehlen nicht; Acanthophis

tortor, die gefährlichste, scheint eigenthümlich. Bei vielen

Vögelarten findet sich das Charakteristische, dass sich die

Zunge, wegen Mangel an Körnerfrüchten, zum Honigsaugen

in einer Art Pinsel endigt*). Der Emu (Casuarius novae

HoIIandiae) findet sich nebst andern Riesenvögeln auf dem

angehörigen Ringgebirgstheil Neuhollands, nämlich auf Neuseeland

; der sehr sonderbar gestaltete Scvthrops novae Holl.

und der weisse Habicht (Falco nov. Holl.) fallen unter den

Vögeln auf. Bei der grossen Armuth an Mammalien zeichnen

sich ihre beispiellosen Besonderheiten bewundernswürdig

aus : In sehr zahlreichen Arten begegnet der Naturhistoriker

den Marsiipialien, die die unentwickelten Jungen in

einem über die Mammae gespannten Beutel bewahren, die,

wenn sie diesen verlassen, meistens sich auf dem Rücken

der Alten tragen lassen. Zu diesen Marsupialien gehören

die Gattungen Phascolomvs (^Geoffr.)^ Lipurus [Goldf.^,

Halmaturus (giganteus, Känguru), Hypsiprimnus (///.), Phalangista

(*Sc/i^f«r.) , Parameles (Ciiv,), Dasiurus. Bekannt

und bewundert genug sind die Monotremen, als dem Neuholland

ganz eigenthümlichen Ornithorhynchus und der

Echidna, mit Zeugungsorganen und Brüsten wie die Säug-

*) An nn türlichen vegetabilischen Nahrungsmitteln ist Neuhülland

arm. Es ist ohnfehlbar der Boden daran Schuld^ und

dies scheint von den* Urzeiten her der Fall gewesen zu seyn.

Daher ist alles Thierische zum steten Aufsuchen der Lebensmittel

vernrtheilt und muss ein unstetes Leben führen^ wozu meistens

ihr Körperbau schon stimmt^ z. B. der der Beutelthiere; sogar

der Mensch ist nicht an eine bleibende Lebensart zu gewöhnen.

Der Boden ist grösstentheils tertiäre und fremde Formation. Meinicke

schildert ihn wenigstens so; er sagt (ß&. I. S. 56)^ dass

sich hier als allgemeines Gesetz zeige ^ vermöge welchem sich^

unter ganz fehlenden oder zurückgedrängten Mittelgliedern ^ die

Urgebirge mit tertiären Felsarten unmittelbar verbänden. Spix

hat mich von Brasilien dasselbe versichert, und wenn man mir

eine durch Erfahrung erworbene Kenntniss der Gebirgs- Physiognomien

zutraut, so erlaube ich mir, zu versichern, dass ich

auf dem Monde auch ganz dasselbe gefunden habe (astr. Jahrb.

f. 1839 S. 131).

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