Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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als ich aus den naturhistorischen und itinerarischcn Werken

die Originalien sammelte, fielen mir die vielen als eigenthümlich

erscheinenden Pflanzen und Thiere auf, und ich

fühle mich daher verpflichtet, hievon Meldung zu machen.

Dieser Ringgebirgsbogen ist im West, Nordwest und Nord

unter einer Wüste versteckt, während der Oranjefluss mit

seinen vielen Armen den grossen Theil des sandigen Schuttlandes

überströmt. Das granitische Ringgebirg wird nicht

niedriger im Norden , sondern das afrikanische Wüstenland,

aus lauter Sand bestehend, erhöht sich gegen Nordwest und

überdeckt es, so wie horizontalgeschichteter Sandstein alle

Längenthäler der Ringgebirgsschichten in unbeschreiblichen

Massen überdeckt und die sogenannten Hochterrassen bildet,

und er lagert nicht minder über die südlich auslaufenden,

wild verwirrten, granitischen Gebirgsmassen des Tafelbergs,

I.öwenbergs u. s. w.*), der in horizontalen Schichten aus

einem wenigstens 40 g. Meilen hohen Meere ruhig abgesetzt

worden se\n musste. Vor diesem war aber schon ein minder

hohes Urmeer da, welches durch einen Sonnenbrand

bis auf den letzten Tropfen verschwand, durch welchen

jede Schichte, jeder Hügel unbedeckten Granits schmolz**).

*} Dieser Berge Unterlage ist Granit, oben Saiidstcinsclüchten

und häufig zwischen beiden Grauwacke, aus welchen Im Tafelberge

der Granit hervortritt. Aber selbst der Granit ist hier

von einem Gang durchsetzt _,

der aus Kugelbasalten besteht (Bas.

HalV). Diese Bildung ist also gleich Anfangs des Sonnenbrandes

im fast glühenden^ hohen Wasser noch geschehen. Von einer vulkanischen

Bildung in allen diesen Gebirgen finde ich nirgends die

geringste Bemerkung, und auch keine von Zechstein ^ Jura- und

Alpenkalk (m. s. oben S. 4S u. Note).

**) Astr. Jahrb. f. 1 846 S. 209. Wie leicht Granit schmilzt,

ist von einem meiner Schüler durch viele unangenehme Erfahrungen

bewiesen ; er wollte sich zu Bodemais zum Schwefelsäure-

Destilliren (aus schwefelsaurem Eisenoxyd J Gefässe aus Granit

brennen, aber alle schmolzen ihm, und das einzige Mittel, den

leichten Fluss des Granits zu vermeiden, war, dass er ihm Hafner

Lehm-Massen zusetzte (astr. J. f. 1835 S. 190, besonders

in m. Analekten Hft. IX. S. 36, wo mehrere Daten hiezu gesammelt

sind). Darum schmolz nur der Granit im Grauwackenschiefer,

ohne diesen zu verändern, denn dieser besteht überhaupt

nach A'Aiihiasun aus 48,6 Kiesel, 23,5 Thon , 1,6 Talk, 11,3

Eisenoxyd, 4,7 Kalk, 0,3 Kohlenstoff, 0,1 Schwefel und 7,6

Wasser und flüchtige Dinge; er konnte also nur einen Theil der

letztern verlieren, aber nicht schmelzen. Schon der Blitz kann,

nach den Beobachtungen Alluaud''» bei Limoges^ den Granit schniel-

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