Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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am schwächsten, und da, wo sie am dichtesten ist, am stärksten

erwärmt wird , so ist dort diese Wärme das Minimum

und die Wärme , die die Sonne ihrer nächsten Atmosphäre

mittheilt, das Maximum*). Es ist daher die Temperatur,

die die Sonnenatmosphäre zunächst besitzt, das Maximum,

und die erste ist also für nichts zu achten. Die Temperatur

der Sonnenatmosphäre (vulgo Weltraums) kommt also

von der Sonne.

Da nun bei den Polen alle sich um die Axe drehenden

Weltkörper I.uft von der Sonnenatmosphäre einströmt,

was durch das Hoffman?i'sche Experiment bewiesen ist

(Analekten Hft. III. S. 36), so scheint es wohl, dass die

Luft der Pole die erwähnte Temperatur haben könnte;

aber es ist nicht so. Denn die an den Polen einströmende

liUft verdichtet sich ja und erwärmt sich eben darum. Es

ist also nicht möglich, dass weder die Erde noch der Mond

(der sich ohnehin äusserst langsam dreht) diese Temperatur

annehmen oder haben könnte**). Es kann daher mit

der Temperatur an den Polen des Mondes =^ — 62*^,72,

wie sie im astr. J. f. 1845 (S. 72 u. T5) angegeben ist,

keine Aenderung vorgenommen werden ,

und gleicherweise

kann sich in der berechneten Temperatur auf dem ganzen

'1') Dieses Maximum hat eine dreifache Basis; nämlich^ da der

Mond in der Atmosphäre der Erde und die Erde in der Atmosphäre

der Sonne sich bewegt und der Mond selbst eine Atmosphäre besitzt

(denn die altern Ansichten von den Atmosphärengrenzen

sind voller Irrthümer^ astr. J. f. 1841 S. 6 — 9)^ so wird die

Mondatmosphäre von der Atmosphäre der Erde und diese wird

von der Sonnenatmosphäre und alle drei Atmosphären werden

von den Sonnenstrahlen erwärmt. Und wiefern alle diese Atmosphären

erwärmungsfähig sind, so sind sie es blos allein dadurch^

dass sie einen bestimmten Grad von Undurchsichtigkeit besitzen.

**) Ob die Temperatur der Sonnenatmosphäre (vulgo Weltraums)

nicht veränderlich ist^ steht dahin; wenigstens scheinen

die Kometen dieselbe^ mit ihrem ^^exorbitanten chemischen^ lichtentwickelnden

Prozess^^ (astr. J. f. 1841 S. 16 Note), die Temperatur

der Sonnenatmosphäre und mit ihr die des Luftkreises

der Erde zu erhöhen (astr. J. f. 1S46 S. 68). Ueberhaupt scheint

es, dass das Licht blos in seiner Intensität keine Grenze hat^

aber dass es eine absolute Finsterniss gebe; dass hingegen die

Temperatur eben so wenig im Maximum als im Minimum eine

Grenze habe^ so dass kein Grad der Kälte möglich wäre^ unter

welchem nicht noch ein grösserer denkbar ist, so dass also für

sich selbst die Universalatmosphäre überall eine bestimmte Temperatur

besitzen müsse.

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