Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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und die citirten Abbildungen). Gehen wir weiter zurück,

so würde weder sein ürmeer, durch welches alle seine ältesten

Ringgebirge und deren conservirten Bögen zerfressen

und die Abfälle in die niedrigen Stellen, als Diluvialboden,

geführt haben, noch seine modernern Meere diesen Boden

hab^en verändern können; kurz, sein ürmeer müsste

er gegenwärtig noch besitzen , wenn auch nicht mehr vollständig,

da selbst das Eis verdünstet. Darum, dass er kein

Meer mehr besitzt, kann man doch den Verlust seines Urmeers

so wenig von der Verdunstung des Wassers herschreiben

als davon, dass dasselbe ihm von der Erde geraubt

worden sey (was die Meinung einiger Astronomen ist);

er rauss mit der Erde zu gleicher Zeit sein Ürmeer durch

Sonnenbrand oder Sonnenbrände verloren haben. Demungeachtet

muss auf dem Monde jeden Mond -Tag Wasser

verdunsten, welches sich aber während der Mond -Nacht

wieder niederschlägt (astr. J. f. 1810 S. 48-50 u. 64-67

u. a. a. 0.) und am Auffallendsten sind die Morgennebel,

die auf den gewesenen Meeresflächen alle kleinsten Ringgebirge

verhüllen (ebd. S. 49— 51), welche Nebel bei höher

steigender Sonne verschwinden, indem sie sich in der Atmosphäre

auflösen (ebd. S. 50), aber in der folgenden Mond-

Nacht wieder als Nebel erscheinen und ohne Zweifel zum

Theil als Thau oder Reif niederschlagen, wie auf der Erde

nach Sonnenuntergang. Darum die Nächte anfangs sehr

langsam erkalten müssen, und die Morgen meistens am kältesten

sind, wenn bei Sonnenaufgang die Verdunstung wieder

beginnt, weil das verdünstende Wasser AVärme verschluckt.

Bei solcher Gelegenheit wird aber stets die Verdunstung

wieder etwas zurückgehalten, weil sie selber Kälteerzeugend

wirkt und in der niedrigen Temperatur die Verdunstung

nicht so gross ist als in der höhern. Dieser

Wechsel der Verdunstung des Wassers in den Weltraum

kann aber auf dem Monde nicht so schnell vor sich gehen

als auf der Erde, nicht blos weil jener eine viel niedrigere

mittlere Temperatur hat als diese, sondern weil er sich

27mal langsamer um seine Axe dreht als die Erde (s. oben

S. 121). Dieser Umstand ist also um so wirksamer bei den

Kometen, die sich gar nicht um die Axe drehen.

Beim Monde kommt kein Phänomen vor, welches eine

Anzeige der Verdünstungskälte gewährte*), dieses aber

*) So Vieles uhd Vortreffliches im phys. Wörterbuch unter

den Artikeln: Dampf, Verdunstung und Wärme, in Hinsicht des

Phänomens der Verdünstungskälte gesagt und an Experimenten

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