Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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die heitere Nacht vom 12, auf den 13. brachte eine Kälte

von 22 Grad, und in erhöhten Orten, in der Umgegend

Münchens war sie noch grösser, z. B. in Dachau :=: 2S^ R.

Es haben jedoch auch im Verlaufe dieser kalten Zeit die

Sonnenflecken ihre Wirkung nie veriäugnet : denn als Tags

darauf am 14. Febr. die Oeflfnungen sich bis auf vier vermehrten

, liess die Kälte nach, so dass sie Morgens am 15.

auf — 5° und am 16. auf — 6^ kam, wo auch zugleich

die trüben schneereichen Tage die Wärmestrahlung verhinderten

, was bis zum 18. mit — 6^ währte. Allein die

Entwicklung der Oeffnungen liess nach, als sich am 19. ihrer

zwei sehr verkleinerten und ein grosse mit bleibender Behofung

ausgebildet hatte, da sie auch zugleich ihre Wirkung

verlor und die solariscbe Ruhe heitere Tage und Nächte

brachte, an welchen die Kälte am 19. auf — 16'\ am 20.

auf — 17° und am 21. auf — 14^ kam. Verschiedene neue

kleine Sonnenflecke und trübe schneereiche Witterung brachten

gelindere Tage*}» so dass die Temperatur am 24. und

25. Februar bis auf 0'^ kam. Aber die einzige heitere Nacht

vom 25. auf den 26. brachte die Temperatur durch Wärmeist

^ wobei die zugleich erwärmte Erde aus der Atmosphäre die

Wärme nimmt^ die sie durch ihre Ausstrahlung verloren hat. Deshalb

ist unter den Tropen jede sternlielle Kacht kälter als in

höhern Breiten , und wenn die allgemeine Temperatur daselbst

ohnehin tiefer steht, gibt es auch hier Eis, so sah Capitän Clapperfon

in einer Nacht die Wasserschläuche gefrieren , in einer

Meereshöhe von kaum 250 Fuss , als er sich im Innersten des

tropischen Africa's befand. Und gewiss hat die Wärmestrahlung

der dort immer heitern Nächte viel dazu beigetragen, als 829

der Nil gefror ; eine Beobachtung, die Dyonisius von Telmahre und

der Kalif Mahmun machten, als sie nach Acgypten kamen. Dass aber

die atmosphärischen Bedeckungen die Wärmestrahlung unwirksam

machen, beweist die Aechtheit der so eben aufgestellten Ansicht,

weil dadurch eine Wand zwischen dem obern und untern Tlieile

der Atmosphäre gezogen ist. Deshalb ist es wohl mehr als klar,

dais die Morgentemperatur nach heitern Nachten in allen Jahreszeilen

nur allein die ivahre igt, die ich hier im Texte aus meinen

Beobachtungen überall ansetze.

*) Nicht uninteressant und bemerkenswürdig ist: dass alle

Sonnenflecken von Bedeutung in der nördlichen Fleckenzone vorkamen

und dass dann um sie herum meistens nur wenige Fackeln

bemerkbar waren, aber die Helligkeit in ihrer Umgegend fast nie

fehlte und sich häufig mit der Helligkeit der nördlichen Polarzone

verband, die gleichwohl fast stets heller war, als die südliche,

wenn schon der Südpol diesseits und der Nordpol auf der Kehrseite

sich befand.

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