Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

t56

bei andern Beobachtern der Mondsfinsterniss vom 31. Mai

1844 nicht ganz leer ausgegangen. Hr. Jiil. Schmidt auf

der Hamburger Sternwarte hat fleissig angezeigt, wann der

Erdschatten „schwach röthlich'*, wann „viel blaugraues Licht

mit grünlichem Anfluge"*) sich sehen liess, wann die rothe

Farbe verschwand und „die Penumbra braun" wurde**)

(A. N. Nr. 507 Sp. 45—48). Auch auf der Sternwarte vom

römischen Collegium wurde fleissig auf Färbung acht gegeben,

wann und wo sich die rothe Farbe (color rosso) und

die schöne grüne (bei verde) sehen liess (A. N. Nr. 508

Sp. 63—64) ; Hr. C. T. Jfiger wollte die rothe Farbe dem

Violet sich nähernd gesehen haben***).

2) „Von den kleinen Ablenkungen der Lothlinie und

des Niveaus, welche durch die Anziehungen der Sonne, des

Mondes und einiger terrestrischen Gegenstände hervorgebracht

werden", hat Hr. Dr. C. A. F. Peters in Pulkowa

einen Aufsatz in den astr. Nachrichten Nr. 507 (Sp. 33— 42)

exponirt, der mit vieler Genauigkeit, Umsicht und Consequenz

geschrieben ist, wovon mir einen kurzen Auszug Hr.

Dr. Oehl in Lodi geliefert hat, der dem Institute Nr. 57T

25. Dec. 1844 entnommen ist.

3) Hr. Ritter Schumacher beobachtete während der

totalen Mondsfinsterniss vom 31. Mai 1844 die Lichterscheinungen

des Aristarch und seiner Umgegend mit grosser Aufmerksamkeit,

und ganz besonders achtete derselbe auf die

Veränderlichkeit derselben ; aber auf eine Erklärung dieser

Thatsachen lässt sich der geehrte Beobachter nicht ein****).

'10 Im Prismenbild _,

welches die Atmosphäre der Erde auf

dem Monde erzeugte^ liegt Blau in der Nachbarschaft von Gelb^

wovon die Mischung Grün ist. Sie folgen von Innen heraus so:

roth ,

gelb y blau.

**) Ist blos eine Composition von Roth und dem Dunkelgrau

einer sogen. Meeresfläche des Mondes.

t-^'-f^ Dieser Irrthum muss aus einem nicht genau mit dem in

der Axe des Fernrohrs gehaltenen Auge entstanden seyn^ wo

das Roth blau gefärbt wurde.

^i=!i**)

Da mehrere Astronomen, selbst Herschel I. unter diesen

Phänomenen vulkanische Ausbrüche vermuthet haben^ so übernahm

Schröter eine ausführliche Untersuchung dieses Gegenstandes (Seienot.

Fragm. Bd. I. §. 43.5 — 441 und 4.i8— 460) und er fand alle

diese Erscheinungen , die in der Nachtseite des Mondes beobachtet

werden^ hlos ah Wirkung des reflectirten Erdeliclits , deren

Aenderungen zum Theil dem veränderten Erleuchtungswinkel und

andern zufälligen Erscheinungen zugeschrieben werden müssen.

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