Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

scans.library.utoronto.ca

Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

180

Die Refraktoren sind dadurch allerdings ziemlich in Schatten

gestellt, allein da sie weniger Licht absorbiren und

leichter beweglich sind , so werden sie immer Teleskopen

von entsprechender Grösse, die überdies die Anwendung von

Mikrometern nicht so leicht gestatten, vorgezogen werden,

und da man ziemlich sicher seyn kann , wenigstens Objektive

von 18 Zoll Durchmesser, und zwar besser als die von

Bonlemps und Biron^ zu erzeugen, so dürften auch noch

grössere hergestellt werden können , wenn nur ein Mann

wie Lord Russe die Mittel edelmüthig dazu böte. p.

3) Neue Eefrakloren, Vorigen Jahrs ist ein lOjzölliger

Refraktor aus dem hiesigen optischen Institute nach

Cincinnati abgegangen, welcher unter dem dortigen schönen

Clima und bei der Wissbegierde der Nordamerikaner zu

hübschen Beobachtungen veranlassen dürfte. Es wäre derselbe

fast vor seiner Aufstellung noch zu Grunde gegangen,

denn nur die Verzögerung der Landung rettete ihn, dass

er nicht mit dem Gebäude, in welchem er provisorisch untergebracht

werden sollte, verbrannte. Auch die Tübinger

Universität hat durch Verwendung des Grafen Wülielm von

Witrlemöerg und des Prof. Siörrenberg einen kleinern

Refraktor erhalten. Der Miteigenthümer des optischen Instituts,

Hr. Mechanikus J. Mahler, dem man die solide Aufstellung

mehrerer Refraktoren und Heliometer verdankt, ist

aber leider am 20. Juni d. J. mit Tod abgegangen. Das

Institut erleidet übrigens dadurch keine wesentliche Störung

und Hr. Direktor Merz wird bereits künftiges Jahr einen

14zölligen Refraktor nach Cambridge bei Boston abschicken,

wo unter des ehemaligen Präsidenten J. G. Adams Protectorat

eine grosse Sternwarte für die Universität gegründet

und dem Astronomen Büiid-Crancli übergeben ward, p,

3) Leichte Art , nahe die Vergrösserufigen der Ocu~

Iure durch MoJidßecke zu bestimmen. Man sucht östlich

oder westlich in der Nähe der Mondmitte ein Ringgebirg,

dessen Grösse durch die Vergrösserung des Fernrohrs im

Durchmesser eben so gross zu seyn scheint als der Mond,

den man mit dem andern Auge zu gleicher Zeit besieht. Hat

man einen solchen gefunden, so misst man auf einer guten

Mondkarte den Südnord-Durchmesser dieses Ringgebirgs mit

dem Zirkel genau ab, und sieht durch gleiche weitere Messung,

wie oft dieser Durchmesser in den Halbmesser des

Mondes auf derselben Karte geht, und multiplicirt die erhaltene

Zahl durch 3, so hat man die Vergrösserung des

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine