Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Kräfte in's Leben gerufen wurden, können auch in den geistigen

Welterscheinungen erzeugt und bewahrheitet werden.

Die ausgezeichnetsten Naturforscher unsrer Zeit, worunter

ein Humboldt^ Ara^o ^ Herschel, Gauss nebst vielen

andern, wurden durch Betrachtungen ähnlicher Art veranlasst,

die magnetischen und meteorologischen Beobachtungen

über alle Punkte der Erde zu verbreiten; und die diesfälligen,

im fortwährenden Gedeihen begriffenen Institute liefern

unablässig ihre schätzbaren Beiträge, welche das wahre Wohl

des Menschengeschlechts befördern helfen. Auch Italiens

Bewohner nahmen an dem edlen Wetteifer, welcher sich in

unsern bessern Zeiten ausgebildet, lebhaften Antheil. Die

neuen meteorologischen Institute, unter der Aegide des Hrn.

Ritt. Vincenz Jnlinori in's I,eben gerufen und durch eine

Anzahl der aufgeklärtesten Geister beschützt und befördert,

werden gewiss die Erwartungen , welche n)an im Auslande

zu hegen sich berechtiget glaubt, nicht nur in kurzer Zeit

erreichen, sondern auch übertreffen. Unter solchen Umständen

bietet sich den zahlreichen und ausgezeichneten Physikern,

deren der klassische Boden zu jeder Zeit aufzuweisen

hatte, die ihrer würdige Lösung des Problems dar: Ob die

auf der Sonnenoberfläche statt findenden, so gewaltigen Naturprozesse

in unserer Atmosphäre gewisse Veränderungen

bedingen, imd welcher Art dieselben seyen. Eine Aufgabe,

welche wegen der aus frühern Zeiten herabgelangten Nachrichten

und wegen der Kenntniss, die wir von den veränderlichen

Sternen und deren periodischem Wechsel besitzen,

schon längst eine grössere Aufmerksamkeit verdient hätte,

deren Wichtigkeit aber durch die höchst verdienstvollen Arbeiten

des Münchner Professors nunmehr den höchsten Grad

erreicht hat, indem dessen langjährige Studien allein die

Frage beinahe zum Abschluss gebracht haben.

Die Wichtigkeit des Gegenstandes , der sich ganz besonders

für Italiens reinen und heitern Himmel eignet, vifi

er die Beharrlichkeit des Beobachters im reichlichen Maasse

zu lohnen verspricht, macht es mir zur Pflicht, eine im vorigen

Jahre erhaltene briefliche Mittheilung des Hrn. Dr.

Grnithmsen im Auszuge zu veröffentlichen , da sich mir,

wegen Abwesenheit des Hrn. Ritt. Anlinori, keine Gelegenheit

darbot, den Gegenstand während des vorjährigen Congresses

zu Mailand persönlich zu besprechen.

Hier folgt die bezügliche Stelle des Schreibens Euer

Hochwohlgeboren vom 22. Juli 1844 mit folgenden Schlussworten:

Die überzeugenden Worte des berühmten Autors,

welcher in der schweren Beobachtungskunst so wohlbe-

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