Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

Man wird sagen, dieses ist noch kein Beweis, dass

das so schöne Wetter vom Mangel der Sonnenflecken hergekommen.

Ich würde dieses zugeben, wenn es nur der

einzige Fall wäre. Aber ich habe schon manche solche

Fälle, wenn auch nur in kleinern Zeiträumen, erlebt; *ich

will hier nur der neuesten gedenken : Vom 30. August

1844 bis 10. September war kein dunkler Sonnenfleck zu

sehen; während dieser Zeit waltete das schöne Wetter vor

und nur die Erscheinung beträchtlicher Fackeln in der fleckenleeren

Sonne brachte ein Paarmal Hegen. In höchstem Grade

deutlich hat sich dieses Verhältniss im August (1845) ausgedrückt:

Nachdem es vom 12. August bis zum Ende bei

zwei mittelmässig grossen Sonnenflecken ein arges, unbeständiges

Wetter gegeben hatte, erfolgte vom 31. August an

bis 14. September ruhiges , schönes , mitunter sehr kühles,

zuweilen warmes Wetter, je nachdem die, nur selten mit

wenigen schwarzen Punkten versehene Sonne besetzt, und

mit weniger oder mehr Licht dieselbe versehen war. Da

am 12. September ein sehr kleiner , mit 12 unbehoften

schwarzen Punkten versehener Fleck entstanden war , belud

sich die Atmosphäre mit Wolken und es gab auch

einigen Regen. Aber so wie am 20. September dieser sich

mehr entwickelte Fleck im Westen verschwunden war, gab

es gleich wieder einige anhaltend schöne Tage und als am

23. ein neuer Flecken entstand , trübte sich sogleich die

Atmosphäre wieder, und richtete sich zum Regnen ein. In

allen dergleichen Fällen waren es einzig die Veränderungen

in der Schattirung und die Fackeln auf der Sonne, welche

unbedeutende Aenderungen in der Temperatur bewirkten,

während es immer fast völlig heiter blieb.

Man sieht, dass es schon grosse Aufmerksamkeit kostet,

bis man so weit kommt, dass man nur den Nexus zwischen

der Witterung auf der Sonne und der auf der Erde

einzusehen erlernt. Da aber mit dieser Einsicht die Meteorologen

noch nicht zufrieden sind, und immer nur im Gange

der Witterung Periodicität verlangen , so ist gerade der

Umstand , dass bis jetzt noch nicht die geringste Hoffnung

dämmert, dieselbe erfüllt zu sehen, niederschlagend für sie.

Wenn nur ein Paar Jahrhunderte gute Witterungsbeobachtungen

und zugleich Sonnenbeobachtungen verschiedener Län*

der und Welttheile vor uns lägen, so wäre es möglich,

eine Spur von Periodicität zu finden; allein, so lange nicht

entsprechende Witterungswarten überall instituirt sind, darf

man an die Erreichung dieses Zieles nicht denken, 2U^

mal es schon so entsetzlich lange damit zögert, nur den

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