Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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Naturwissenschaftlich-astronomisches Jahrbuch für physische und ...

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troffen haben miisste (C 94), von welcher Möglichkeit schon

Laplace die ersten Begriffe entwickelte*).

Nach Naturgesetzen kann die Entstehung dieses Gebildes

nicht anders als auf foJgende Art (C 265—266) erklärt

werden: „Der Ring des Saturns hat nur in des Planeten

Urmeer entstehen können, dadurch, dass dessen Wasser die

Weltkörper, die in dasselbe fielen, zum Theil aufgelöst

hatte und, sammt dem Antheil, der unaufgelöst blieb, durch

die Rotation als die schwerern Thcile gegen den Aequator

schwang, wie dieses geschieht, wenn man eine gläserne

Hohlkugel, in welcher Wasser und Sand enthalten ist, um

die Axe drehen lässt. Da mussten also am Aequator der

Wasserkugel des Saturns durch die aufgelösten Gebirgstheile

die unaufgelösten durch Niederschlag an ihren Wandungen,

wie jedes Conglomerat zu einem festen Körper verbunden

werden, wozwischen selbst an der Oberfläche minder auflösbare

kleine Kometenkugcln stecken mögen. Wenn nun

beim allmähligen Verdunsten des Urwassers die Natur diesen

Bildungsprozcss immer tiefer unten vollführen niusste,

so konnte der Ring in seiner bestehenden Gestalt gebildet

werden. Als nun der Sonnenbrand entstand, entfloh das

Wasser des ürmeers und liess den Ring, ohne dass er weiter

abwärts sich fortbilden konnte, zurück." Durch diesen

Sonnenbrand haben auch alle Planeten, Monde und die eben

innerhalb des bekannten Planetensystems laufenden Kometen

eine solche Hitze ausgestanden, dass auf denen unter der

Jupitersbahn befindlichen alles und auf den grossen Planeten

fast alles Wasser verdampfte, und auf Merkur, Venus und

Erde manche Schmelzungen sich ereigneten.

*) Er lässt in seiner aggregativen Genesis des Planetensystems

iHauffU Uebersetzung seines Weltsystems IL S. 589) den

Sonnenbrand bis ^^über alle Planetenbahnen hinaus*^* sich erstrecken

und ihn ^^durch ähnliche Ursachen'^*^ bewirken , die den

Brand des Tychonischen Sterns hervorgebracht haben. — Die Art

der hieraus hergeleiteten Entstehung des Planetensystems hielt

aber^ so sonderbar dieses lauten mag^ die geometrische Probe^

der ich sie (in m. Analekten Hft. XV. S. 23 — 28) unterwarf,

nicht: es Avar die Prüfung der Entstehung eines Planetensystems,

deren Bahnen ^, anfänglich'^ schon existirten?! Ein Beweis, dass

selbst bei einem grossen Mathematiker der Verstand die PhanJasie

oft nicht im Zaume halten kann (astr. .J. f. 1843 u. 1844

S. 139 Lit. a). Während die Tychonische Erscheinung als geometrisch

richtig erwiesen werden konnte (C 93 — 96 u. Noten)^

metamorphoslrt seine Phantasie dieselbe zu einem wahren Wunder.

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