RCKSTR

fashion.lookfreak

Die Vergabe des „Fuck You, You Fuckin' Fuck“-
Awards ist jeweils eines der Highlights im RCKSTRJahr.
Und wie immer, wenn's ums Nominieren der
zehn nervigsten Schweizer geht, sitzen wir
verzweifelt um unseren Loungetisch herum und
wissen einfach nicht, wie weiter. Denn in 365
Tagen gehen uns dermassen viele Landsleute
auf den Senkel, dass es schier unmöglich scheint,
darunter die zehn schlimmsten Nervbratzen auszumachen. Hier ein paar
Namen, die den Sprung in die Top 10 nicht geschafft haben:

T H E S T A R S A N D H Y P E S M A G A Z I N E

#

107

rockstar.ch

„Thor: The Dark World“

Warum der Donnergott ohne seinen

Halbbruder nicht der Hammer ist

Wählen Sie den

nervigsten Schweizer

des Jahres!

Lorde

Mit 17 zum Weltstar

Ellen Page nackt!

Dank „Beyond: Two Souls“

Lederjacken!

· an Covergirl Notonix

· an den Acts des Reeperbahn Festival

· an Jake Bugg

Dazu warm anziehen für:

Placebo • Gesaffelstein • Swim Deep • China • Ebony Bones!

Grösste Schweizer Zeitschrift für Musik und Popkultur.

NOVEMBER 2013 10. Jahrgang CHF 5.00 EUR 3.50


-

-

NO MUSIC

PLANET

NO PART

Y

DIE

GRÜNE

NOTE

O

N

62


........................

Hit That Shit

Hot Dates ....04

News, Gossip, Zeugs ....08

Iss was mit:

Ebony Bones! ....10

30 Jahre G-Shock ...11

RCKSTR feiert sich duch:

Swansea mit Soda ....12

........................

Thema

„Fuck You”-Award 2013

Die Nominierten ....14

Reeperbahn Festival ....44

Covergirl: Notonix ....28

........................

Rockstars

Lorde ....18

Placebo ...20

Swim Deep ....22

Frischfleisch ....23

........................

Style

Took The Look ....24

Trend November ....25

Nachsitzen! ....25

Shopping ...26

........................

Reviews

Neue Alben ....32

Neue EPs ....36

Charts ....36

Die Harte Doppelseite ....38

........................

Roots

Legend: Paul Simon ....40

Re-Issues ....42

........................

Arts

Kurzfilmtage Winterthur ...48

........................

Movies

Thor: The Dark World ....50

Kurz-Reviews ....51

The Fifth Estate ...52

Heimkino ....52

........................

Games

Battlefield 4 ....54

Kurz-Reviews ....55

Assassin’s Creed IV ...56

Beyond: Two Souls ....57

........................

Hardware

Karren ....58

........................

Ausgehen

Gig-Previews ....60

Yuksek ....61

Party-Previews ....61

Kalender ....62

Rückspiegel ....65

........................

Lockvogel ....37

Member ....66

Impressum ....66

........................

Hallo Leser

Die Vergabe des „Fuck You, You Fuckin' Fuck“-

Awards ist jeweils eines der Highlights im RCKSTR-

Jahr. Und wie immer, wenn's ums Nominieren der

zehn nervigsten Schweizer geht, sitzen wir

verzweifelt um unseren Loungetisch herum und

wissen einfach nicht, wie weiter. Denn in 365

Tagen gehen uns dermassen viele Landsleute

auf den Senkel, dass es schier unmöglich scheint,

darunter die zehn schlimmsten Nervbratzen auszumachen. Hier ein paar

Namen, die den Sprung in die Top 10 nicht geschafft haben:

· Rachele Sarcione, Kandidatin im ersten 3+-„Bachelor“: Schied schlussendlich

aus, weil wir schon den neuen Bachelor nominieren wollten. Dafür

thematisieren wir nun ihr Gebrüst auf der nächsten übernächsten Seite.

· Maxim Schweiz: Jennifer Ann „Miss Schweiz 2001“ Gerber ist die

„heisseste Frau des Landes“?!

· Mr. Pink: Der DJ wollte seine Versicherung betrügen, indem er sich seine

pinke Karre absichtlich stehlen liess und verpasste wegen der darauffolgenden

Verhaftung beinahe seine eigene Hochzeit.

· Die Callboy-Zwillinge Renato und Mailo: An diese Typen wenden sich

sexuell unzufriedene Ehefrauen? Jesses, wie müssen dann die Gatten dieser

Freierinnen aussehen?!

· Die Macher des Bauernkalenders: Die Hälfte der Fotos im neuen

Bauernkalender zeigen griechische Models statt Schweizer Landwirte, was

soll der Scheiss?

Doch manchmal reicht es eben nicht, sich kacke aufzuführen, um für den

FYYFFA nominiert zu werden. Manchmal muss man ein grosses

Arschloch sein und/oder was richtig Beschissenes getan haben. Wem

das dieses Jahr gelungen ist, steht auf Seite 14 dieser Ausgabe.

Schimun Krausz,

Chefredaktor

1 / 28

Grösste Musik- und Popkulturzeitschrift der Schweiz.

Cover:

Ausgabe #

Model: Notonix

facebook.com/Notonix

notonic.tumblr.com

twitter.com/NotonixOfficial

Fotograf: Jason Perkins

jasonperkinsphotography.co.uk

107November 2013

FYYFFA 2013

Ist Gülsha Adilji

von joiz die

nervigste

Schweizerin

des Jahres?

14

INHALT

„David Guetta und One

Direction verursachen Ohrenkrebs“,

findet Ebony Bones!

Schön talentiert: Lorde.

Gesaffelstein wirbelt mit

seinem Debütalbum ordentlich

Technostaub auf.

„Thor: The Dark World“:

No Loki, no likey?

Moritz Bleibtreu spricht in

und über „Battlefield 4“.

Das beste Piraten-Videospiel

aller Zeiten.

10

18

32

50

54

56

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107 RCKSTR MAG. 03


INTRO

presented

HOT

D A T E S

11.11. Volkshaus (Zürich)

Airbourne

Zwei Bierdosen hat Frontmähne Joel

O'Keeffe am diesjährigen Greenfield

Festival an seinem Schädel aufgeschlagen.

Wer wissen will, ob er das an

Clubshows ebenfalls macht – oder sich

unter Dach kultivierter aufführt und z.B.

einfach Wein-Tetra-Paks aufreisst –,

verpasst die Volkshaus-Show in Zürich

auf keinen Fall. Wer auf echten Hard-

Rock mit nackten Oberkörpern und

schwitzenden Mannskerlen steht, sowieso

nicht. Zur Vorbereitung unbedingt die

aktuelle Platte „Black Dog Barking“ auf

Stufe elf hören. (shy)

Wir verlosen

für alle hier aufgeführten

Konzerte 3x2 Tickets!

Wer gewinnen will, schickt uns eine Mail mit

seinem vollen Namen und passendem Betreff

an win@rockstar.ch:

The Naked And Famous: NKDFMSTR

Trentemøller (nur Zürich): TRNTSTR

The Lumineers: LMNRSTR

White Lies: WHTLSTR

Airbourne: RBRNSTR

13.11. Les Docks (Lausanne), 15.11. Volkshaus (Zürich)

Trentemøller

Trentemøller kommt zurück: Mitte November haben Sie die

Möglichkeit, in Lausanne oder Zürich ver-Herbstlicht zu werden. Gut,

so lange ist es nicht her, seit der dänische Düster-DJ bei uns war,

doch genau dies sollte der Grund für die Vorfreude sein; denn der

Auftritt am Zürich Openair setzte passend zum neuen Album „Lost“

den (hohen) Massstab des Rückkehrers. Bei Unsicherheiten

diesbezüglich ist aber noch genug Zeit, um sich nochmals in Ruhe die

das zugehörige LP-Review in unserer Oktober-Ausgabe einzuprägen,

denn auch zehn Jahre nach dem noch sehr elektronischen Debüt

hat's der Anders Trentemøller nach wie vor voll drauf. (arse)

15.11. KINSKI

(Zürich)

LOUD!

Die verzerrten

Gitarren sind nicht

nur zurück, sie sind

gekommen, um zu

bleiben. Nach dem

erfolgreichen Einstand

im Oktober

poltert die Party

Mitte November erneut

durchs KINSKI

und diesmal stellen

die DJs G.A.S.,

LaRocka, Little

Rascals und Hell-

Child den Rock-

Punk-Alternative-

Metal-only-Soundtrack.

11.11. Komplex 457 (Zürich)

The Naked And

Famous

Die grösste Herausforderung beim

neuen, zweiten Album „In Rolling

Waves“ habe darin bestanden, die

Songs mit zwei Armen und zwei

Beinen live spielen zu können, sagte

uns Sängerin Alisa Xayalith im

Interview in unserer September-

Ausgabe. Auf der Bühne des

Komplex 457 sollten The Naked And

Famous genug Platz haben, um alles

nötige Equipment aufzustellen,

damit ihr Synthpop in echt

mindestens so episch klingt wie auf

Platte. (shy)

04 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

2.12. Komplex 457 (Zürich)

The Lumineers

Nachdem The Lumineers 2012 mit ihrer

Single „Hey Ho“ europaweit Erfolge

feierten und bei Konzerten im Komplex

457 sowie am OpenAir St. Gallen und

dem Montreux Jazz Festival sämtliche

Herzen höher schlagen liessen,

wünschten wir uns, dass das Trio aus

Denver sobald wie möglich den Weg

zurück in unsere Breitengrade finden

möge. Und siehe da: Die Americana-

Folker kehren Anfang Dezember zurück

in den Zürcher Komplex, wo sie letztes

Mal übrigens einige Songs unplugged

inmitten des Publikums spielten – wir

kreuzen die Finger, dass sie's diesmal

wieder tun. (bibi/shy)

15.11. Komplex 457 (Zürich)

White Lies

Frontmann Harry McVeigh mag an Zürich

besonders, dass mitten in der Stadt ein See liegt,

in dem man sogar baden kann. Vielleicht wär

das Mitte November ein bisschen gar frisch, aber

nach einer Show der White Lies tut eine

Abkühlung meist gut; denn der Postpunk der

drei Londoner ist trotz all der düsteren

Melancholie beispiellos packend und tanzbar –

auf dem dritten Album „Big TV“ zwar nicht mehr

so unmittelbar wie beim 2009er Debüt, aber die

Platten, welche erst ein wenig ins Ohr wachsen

müssen, sind am Ende ja bekanntlich die besten.

(shy)


6.12. KINSKI (Zürich)

BÜSI

7.12. Plaza (Zürich

Wir spielen Rihanna, Capital

Cities, den „Ghostbusters“-

Song, Two Door Cinema

Club, Jessie J,

Yuksek und

Stromae – ob Independent

oder Mainstream,

spielt keine

Rolle. Hauptsache,

der Clubbesuch macht mal

wieder so richtig Spass.

Kosmos Klub

Partys

Im Saal unten feiert

die Sausenreihe

Glitter Gwitter ihr

Dreijähriges (jesses,

wie die Zeit vergeht),

während wir

oben im Kosmos Klub – wo der Boden aus

blinkenden Lichtern besteht und rauchen

erlaubt ist – sexy Indie-Dance von den

Plattentellern (oder eher MacBook-Soundkarten)

lassen.

9.11. Exil (Zürich)

W.A.R! – We

Are Rockstars!

Platz eins in den australischen Charts! Mit seinem

Debütalbum „Universus“ hat sich der Down-Under-

Deckschredder Karl Thomas aka ShockOne (Bild)

sein eigenes Denkmal geschaffen. Daran gebastelt

wurde allerdings schon lange davor: Angefangen mit

der Band Xygen – zusammen mit Rob Swire und

Gareth McGrillen von Pendulum und Knife Party –, hat

sich ShockOne spätestens mit dem Überhit „Polygon“

auf den Radar sämtlicher D'n'B-Feiernasen gebeamt;

dazu kommen Remixes für Netsky und The Aston

Shuffle sowie gemeinsame Tracks mit Metrik und

Phetsta.

Unterstützt wird der Australier an der

W.A.R! von New-Bass-Order-Sensei

Dubnium, KILLER-Labelgründer

Disco D, Project-Riot-Rabauke

Frontline und W.A.R!-Initiant

Himself.

► Tickets: exil.cl

► rockstar.ch

INTRO

ABSOLUTE

TOUGHNESS

100

95

75

25

5

0

WWW.CASIO-WATCH.CH


HIT

THAT SHIT

Wotsch ufs

Cover?

Zum Release der PlayStation 4

am 29. November gestalten

wir das Cover plus eine Fotostrecke

im Innern unserer

nächsten Ausgabe ganz im

Look von Sonys neuem

Konsolen-Flaggschiff und

dafür brauchen wir Sie da

draussen: Sind Sie weiblich

und wollen unbedingt auf

und ins RCKSTR Magazine

oder kennen Sie eine

weibliche Person, die Sie

unbedingt auf und im RCKSTR

Magazine sehen wollen?

Dann ab auf folgende

Website und bei unserem

PlayStation-4-Cover-

Casting anmelden:

►rckstr.sonyplaystation.ch

23.11. Festhalle (Bern)

Vans Warped Tour

Die grösste Hardcore-(Pop-)-Punk-Metal-Rawk-Sommerparty des Jahres kommt zum ersten Mal überhaupt

in die Schweiz. Nur halt nicht im Sommer, weil sie dann durch die USA tingelte. Und halt nicht

mit denselben Szenengrössen wie in Amerika. Und halt alles ein paar Nummern kleiner. Aber 1. spielt

das keine Rolle, denn es ist nur schon geil, dass die Tour endlich auch mal bei uns

stattfindet und 2. wenn sie hier ein voller Erfolg wird, kehrt sie nächstes Jahr

mit Sicherheit zurück und zwar dicker, fetter, abgefahrener. (shy)

► alle Infos unter vanswarpedtour.ch

Die Bands

Zwar stehen Flogging Molly zuoberst auf dem

Line-up, wir freuen uns aber vor allem auf den

Moshpit bei Enter Shikari (Bild). Ebenfalls

unverpassbar sind Parkway Drive, Yellowcard

und We Came As Romans. Und gehen Sie Blood

Command schauen, die Norweger haben nicht nur

einen tollen 80s-Action-Flick-Bandnamen, sondern

sind auch ein Geheimtipp von uns. Wer alles spielt,

steht auf der Website. Wann wer spielt, erfahren

Sie Warped-Tour-üblich erst am Veranstaltungstag,

der um 12 Uhr beginnt und bis 23 Uhr dauert.

Wir verlosen

3x2 Tickets!

Wer gewinnen will,

schickt uns eine Mail mit

seinem vollen Namen und

Betreff WRPDSTR an

win@rockstar.ch.

Das Drumherum

Auf den drei Bühnen läuft zwar genug, damit

Sie den ganzen Tag was zu tun und moshen

haben, daneben gibt's in der Berner Festhalle

aber noch viel mehr zu sehen: Zeigen Sie auf

der Skateramp, dass Sie mehr drauf haben als

unser Covergirl Notonix (siehe weiter hinten

im Heft) und besuchen Sie den Markt, wo Sie

Merch jeder auftretenden Band und

Produkte vieler Szenebrands kaufen

können. Autogrammjäger freuen sich zudem

auf die Signierstunden der Acts.

RCKSTR Newsletter:

Jede Woche Tickets und heisse Gadgets zu gewinnen.

Jetzt anmelden!

rockstar.ch

06 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


- Dick Fosbury, Olympiasieger im Hochsprung 1968 -

«Hab den Mut,

Dinge anders zu machen.»

100

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25

5

zoo}-zoo}

DER NEUE MAZDA3.

Mexiko, 1968: Alle sprangen beim Hochsprung – wie üblich – vorwärts über die Latte. Nur Dick Fosbury

entwickelte seine eigene Technik, sprang rückwärts und wurde Olympiasieger. Mit dieser Einstellung – Dinge

anders machen, um sie besser zu machen – haben wir die SKYACTIV Technologie entwickelt. Diese kommt im

Mazda3 beispielsweise als SKYACTIV-D 150 Dieselmotor zum Einsatz und bietet bei einem Verbrauch ab nur 4,1 l pro

100 km* beeindruckende 150 PS (110 kW), begeisternde 380 Nm und puren Fahrspass. Der weltweit erste serienmässige

Motor mit einem Verdichtungsverhältnis von 14:1.

MAZDA. LEIDENSCHAFTLICH ANDERS.

0

*Neuer Mazda3 SKYACTIV-D 150 MT: Energieeffizienz-Kategorie A — C, Verbrauch gemischt 4,1 — 5,8 l/100 km, CO 2

-Emissionen 107 — 135 g/km. Durchschnitt

aller verkauften Neuwagen 153 g CO 2

/km.

www.mazda3.ch


HIT

THAT

SHIT

SIEGERTIGER SAGT:

„Ich bin der

Grund, warum

Katy Perry

so laut

‚roar't.“

Stöhnen und

spannen

Die grösste Schweizer Erotikmesse Extasia

findet dieses Jahr vom 29.11.–1.12. in der

Basler St. Jakob-Arena statt. Zum Zehnjährigen

kommen Beischlaf-Altmeisterinnen

wie Dolly Buster und Vivian Schmitt, ein

sympathischer Typ namens Mr. Big Fat Dick

und der junge tschechische Sonnenschein

Little Caprice (Bild) vorbei.

Wir können Ende November leider

nicht, da wir Heftabschluss haben.

Schicken Sie uns dafür ein paar Bilder

von der Messe? Wär allerliebst.

► extasia.ch

8-Bit-Gepäck

Der Travel Boy ist ein

Rollkoffer im Game-Boy-Look,

der ganz ohne Batterien

auskommt und bei dem auch

nicht ständig der Kontrast

korrigiert werden muss.

Falls er mal nicht

funktionieren sollte, hilft

oben reinblasen jedoch

wahrscheinlich nichts.

► jetzt erhältlich für ca.

CHF 63.— unter thinkgeek.com

Maus vs. Bieber

Als bekannt wurde, dass Justin Bieber in einem

südkoreanischen Club bei DJ Michael Woods

oben ohne nach Hip-Hop-Tracks verlangte,

twitterte deadmau5: „Dear @justinbieber, would

you please grow the fuck up already? In the

meantime, put a shirt on, and stay away from

nightclubs.“

Recht hat er. Wir stürmen ja auch nicht

die Bühne und bitten Biebs darum,

weniger beschissene Musik zu spielen.

Obwohl, sollten wir eigentlich.

CH-

Beer-Pong-Elite

Am 15. und 16. November finden im

Zürcher X-TRA die vierten Schweizer

Meisterschaften im Beer Pong statt.

Die Team-Anmeldefrist ist zwar

abgelaufen, aber hingehen,

mitfiebern und abstürzen

können Sie trotzdem.

► ssobp.ch

08 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


....................................................................................................

THE QUEST

INTRO

FOR CHEST

Grave-Gold-Digger

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat ermittelt, dass

Michael Jackson momentan 160 Millionen US-

Dollar pro Jahr macht – dreimal so viel wie der am

zweithöchsten verdienende Elvis Presley.

Das ist nicht „Bad“ und es wär ein „Smooth

Criminal“, ihm dieses Geld aus den toten

Händen zu reissen, weil dann könnten wir

dem „Man In The Mirror“ nicht mehr in die

Augen schauen. HAHAHAHAHA, we so clever.

Ryan Reynolds ist

zum Kotzen

Grinsebacke Ryan Reynolds und Ehefrau

Blake Lively bekamen in einem Flugzeug

Erbrochenes von einer Passagierin ab, die

„zu viel Wein getrunken hatte“.

Ähä, „Wein“. Wir tippen eher

darauf, dass der Auslöser Reynolds'

Sci-Fi-Mist „R.I.P.D.“

war, der als

Bordfilm gezeigt

wurde

Name der Trägerin: Rachele Sarcione

Alter: 25

Woher kommen die Brüste: Dietikon, Schweiz

Konsistenz: Die heilige Dreifaltigkeit –

falsche Haarfarbe, falsche Nägel, falsche

Schöppen.

Supporting facts: Rachele war und ist unser

liebstes Überbleibsel von der ersten

„Bachelor“-Staffel auf 3+. Und wir lieben

es auch, wie sie sich weiterhin in der

Klatschpresse mit ihrem neuen Gschpusi

in Unterwäsche präsentiert. Da kann man

nur hoffen, dass die neue Staffel sowas

wie eine Rachele 2 hervorbringt. Keep up

the good silicone work, Mädels!

10957 Tage

100

Clubgeschichte

95

Unser Fribourger Lieblingsclub Fri-Son feiert

sein 75

30-Jähriges und hat zu diesem Anlass ein

todschickes (nicht nur wegen des Cover-Artworks)

Jubiläumsbuch zusammengestellt, das mit allerlei

Bestaunens- und Beschmunzelswertem aus drei

Jahrzehnten 25

Kulturschaffen aufwartet.

5

► „Fri-Son 1983-2013“ jetzt erhältlich für CHF 44.—

unter fri-son.ch

0

Werbeikone

Nachdem Miley Cyrus mit einer

Dose AriZona Iced Tea und nicht viel

mehr am Leib von Schmuddel-Edel-

Knipser Terry Richardson abgelichtet

wurde, bedankte sich der Eistee-

Hersteller in einem offenen Brief für

die Gratiswerbung, welche die

Absatzzahlen durch die Decke gejagt

hat.

Weil wir auf einen ähnlichen

Coup hoffen, haben wir ihr nun

eine RCKSTR-Ausgabe geschickt

an:

Miley Cyrus,

69 Tongue Blvd,

Prostitutown, USA.

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 09


HIT

THAT

SHIT

Rechnung (3 Personen)

............................

Buffet CHF 20.70

Buffet CHF 27.00

Buffet CHF 25.20

2 Zitronenlimonade 2,5 dl CHF 9.00

Total CHF 81.90

............................

Restaurant Hiltl

Sihlstrasse 28

8001 Zürich

► hiltl.ch/restaurant.php

Iss was

Ebony Bones! im Hiltl

mit:

(Zürich)

In welches Restaurant führt man eine Dame, die am liebsten alles selbst macht? Die auf ihrer jüngsten

In welches Restaurant führt man eine Dame, die am liebsten alles selbst macht? Die auf ihrer jüngsten

Veröffentlichung Art-Director, Produzentin, Sängerin und Labelboss ist – und dazu noch Veganerin?! Wir

stellten uns mit Ebony Bones! ans Hiltl-Buffet und überliessen immerhin das Kochen jemand anderem.

von Marco Rüegg

Du hast dich kräftig bei indischen

Gerichten bedient. Heimweh nach

London oder Fernweh nach

Mumbai?

Stimmt, ich hätte mein Curry auch in Soho

um die Ecke holen können. In Mumbai habe

ich die Orchester-Parts fürs neue Album

aufgenommen, jetzt weiss ich immerhin,

dass sie dort keine Kühe essen. Weil ich

damals noch nicht vegan lebte, schlemmte

ich Seafood. Shrimps, Hummer… Doch

darüber hinaus: Wer nach Indien geht,

kommt als anderer Mensch zurück.

Inwiefern?

Mumbai ist krass, totale Armut auf der

einen Seite – und gleich daneben das Taj

Palace. Ich sah einen Fünfjährigen, der im

Regen seine kleine Schwester gewaschen

hat. Solche Dinge verändern die

Perspektive. Erstmals habe ich aufgehört,

mich primär um mich selbst zu sorgen und

machte mir Gedanken à la: Wo stecke ich

meine Energie hin? Was will ich der Welt

sagen? Denn niemand braucht eine

weitere Stimme, die nur Blabla macht.

Und jetzt bist du Veganerin.

Seit acht Monaten! Am Anfang war das

ungewohnt, ich bin mit karibischen Eltern

aufgewachsen, mit Hühnchen und Fisch;

Familien-Festessen meide ich jetzt nach

Möglichkeit. Schlussendlich ist es ein

Entscheid für mich als Künstlerin – ich bin

schlicht am kreativsten, wenn ich Gemüse

esse.

Ist ja auch gesünder als Whiskey

und LSD.

Ja, halt nicht so Rock'n'Roll, sorry

deswegen.

Verstehen die Leute überall, was

„vegan“ bedeutet?

Nun, in Barcelona sassen wir kürzlich in

einem Laden mit veganer Karte – da waren

Fisch und Käse drauf. Doch die Philosophie

ist im Kommen, wird vermehrt als Lifestyle

wahrgenommen. Und wenn die Pasta mal

Käse drauf hat, dann tu ich ja nicht bitchig

und schieb das Zeug einfach zur Seite.

Herde krankhafter Individualisten.

Spielt darauf das Artwork von

„Behold, A Pale Horse“ an, das in

der Ästhetik des Römischen Reichs

gehalten ist?

Genau! Es traf mich wie ein Schlag, als der

Tourguide im Kolosseum erzählte, wie das

Volk mit Brot und Spielen bei Laune

gehalten wurde, um es davon abzulenken,

was für ein trauriges Leben es führt.

Scheisse, so funktioniert unsere

Gesellschaft, wir leben in einem modernen

römischen Imperium!

Dein Debüt „Warrior“ entfachte

2009 einen Myspace-Hype. Wie

stehst du heute zu Social Media?

Prinzipiell bevorzuge ich direkte Kommunikation

– Körpersprache ist nonverbal. Zudem

finde ich es alarmierend, wenn man

Und als Konsequenz gibst du jetzt

eine One-Girl-Show durch?

Soll ich ein „W.A.R.R.I.O.R. 2“ machen, um

möglichst viele Platten zu verkaufen, wie

One Direction oder Guetta? Nein, die

Musik soll der Soundtrack meines Lebens

sich über Likes und Instagram-Follower

sein, nicht die Ursache von

definiert. Überhaupt dieses Wort


Ohrenkrebs. Sie soll aus-

„Follower“, schrecklich! Ich will

Aktuelles Album:

drücken, wo ich im Moment

Fans, keine dämlichen Schafe!

„Behold, A Pale Horse“

stehe. Darum mache ich

Du kannst doch niemanden nach

seinem Facebook-Profil beur-

(1984/Namskeio)

► Live: 13.11. Mascotte

alles selbst, vom Songwriting

über die Art-

teilen.

(Zürich), 14.11. Dachstock

Direction bis zur Promotion.

(Bern)

Ich finde, das ist, was Küns-

Als Künstlerin lebst du doch

tler tun sollten, statt sich von

selbst die Rolle eines Alter-Egos.

Natürlich, und ich kommuniziere ja auch

über Facebook. Der Unterschied ist, spiele

nicht meinen eigenen Paparazzo, um mich

irgendwelchem Personal

verhätscheln zu lassen. Nur...das alles

aufessen, das kann ich nicht alleine.

Können die das einpacken?

irgendwie wichtig zu fühlen. So kreieren

wir eine Gesellschaft aus Narzissten, eine

10 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


INTRO

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75

25

5

0

Mirlando sind

Geschichte

Die seit drei Jahren verheirateten

Orlando Bloom und

Miranda Kerr haben sich

vor ein paar Monaten schon

getrennt, dies aber erst Ende

Oktober bekanntgegeben.

Also könnten wir bereits

seit Wochen bei ihr

scharren und haben das

nicht gewusst?!

Verdammt, wir haben

einiges aufzuholen, das

wird stressig.

Nipplegate?

In einem Interview mit dem

Online-Portal Stereogum

sagte Model-gone-Pop-

Musikerin Sky Ferreira,

dass sie befürchte, ihr eben

in den USA erschienenes

Debütalbum „Night Time,

My Time“ werde sich nicht

gut verkaufen, da es viele

Supermärkte wegen des

offenherzigen Cover-

Artworks wohl nicht ins

Sortiment aufnehmen

würden.

100

Keine Angst, Sky, WIR

KAUFEN DANN

SÄMTLICHE

RESTPOSTEN AUF!

G-Shock

30 Jahre Unzerstörbarkeit

Mit der Vision, die Uhr nicht weiterhin als zerbrechliches Schmuckstück, sondern

als strapazierfähigen Gebrauchsgegenstand zu verstehen, läutete Kikuo Ibe vor

30 Jahren eine neue Ära der Uhrenherstellung ein.

von Ellinor Lori und Schimun Krausz

Bevor die Unternehmung G-Shock hiess, lief sie unter dem Namen Project Team

Tough, ins Leben gerufen vom Japaner Kikuo Ibe. Er verfolgte dabei das Ziel, eine

neue Uhr mit den „Triple Ten“-Merkmalen auszustatten: Zehn Jahre Lebensdauer,

dicht bis zehn Bar Wasserdruck und einen Zehn-Meter-Sturz überstehend. Hunderte

Modelle wurden aus dem Turm der Mutterfirma Casio in Yamagata fallen gelassen,

um sie auf ihre Bruchfestigkeit zu testen, doch jedes zersplitterte.

Verzweifelt setzte sich Ibe in einen Park und begrub das Projekt bereits, als er plötzlich

ein Mädchen sah, das mit einem Gummiball spielte. Egal, wie hart der Ball

aufschlug, der innere Kern nahm davon keinen Schaden, da er in der Masse schwebte. Wenn Ibe ein

Herzstück herstellen könnte, welches nur durch wenige Punkte mit der stabilen Aussenhülle

verbunden wäre, müsste dieses Prinzip auch bei einer Uhr funktionieren. Der revolutionäre

Aufbau der G-Shock war geboren und startete den globalen Siegeszug, der zum 30-Jahre-

Jubiläum noch lange nicht zu Ende ist.

► g-shock.eu/de/30years

Zeitgenossen

Wie die Zeit vergeht

Die G-Shock-Modelle blieben nicht nur stets den neuesten Trends

treu, sondern wurden über die Jahre auch immer resistenter

gegenüber jeglichen Umwelteinflüssen. Während die DW-5000

(Bild) 1983 als erste G-Shock „bloss“ die drei Grundkriterien erfüllte,

wurde von Höhenmessgeräten über Baro- und Thermometer bis hin

zur Solartechnologie und der Gravitationsresistenz für jedes

Arbeitsumfeld die passende Uhr entwickelt. Und so verwundert es

auch nicht, dass der verrückte Zukunftstraum Kikuo Ibes eine Uhr

ist, die gleichzeitig als Sprachübersetzer dient.

Modelle gehen mit der Zeit

Baby-G mit Zeigern

Rising Red Line

Ihrem grossen G-Shock-

Im Zuge The

Bruder nacheifernd,

Rising Red Line

präsentiert sich

kleidet G-Shock

die Baby-G in der

vier bekannte

neuen Kollektion

Modelle in

nun ebenfalls

limitierter

mit analogem

Auflage in

Uhrwerk.

ein rotgüldenes

Jubiläumsgewand.

Zeit zum

Feiern

G-Shocks

30. Geburtstag

wurde

nicht bei

einem lahmen

Stehapéro gefeiert;

man liess die

Korken knallen und gab

als Auftakt zu weltweiten

Happenings Anfang August

eine fette Party in

New York City. Nebst der

Präsentation neuer Modelle

– unter anderem

durch Model Jessica

Stam oder Boarder

Louie Vito – trat

Eminem (Bild) live

auf und kündigte

nebenbei seine

Kollaboration mit

G-Shock an.

Unter den Schweizer G-Shock-Botschaftern sind auch zwei unserer liebsten helvetischen Hip-Hopper,

Skor und Manillio. Der Uhrenhersteller hat den beiden Fragen gestellt, die absolut nichts mit G-Shock

zu tun haben, weil WARUM AUCH NICHT!

Manillio

Skor

Lieblingsort?

Lieblingsort? Ich mag das

Der Fensterplatz meiner Wohnung in

Gonzo, vor allem mittwochs an

Solothurn, wo mein Handy Empfang

der Trapped-Party.

hat und ich gleichzeitig Dessert

Lieblingsdrink? Eigentlich Bier.

essen und den gestressten Leuten aus dem Gym winken

Wann schicken dich deine Freunde heim? Wenn ich zu

kann.

viele Lieblingsdrinks hatte.

Wann schicken dich deine Freunde heim?

In welches Filmgenre gehörst du? Egal, ich spiele einfach

die Hauptrolle.

Wenn ich anfange, den Grossteil meiner Getränke ihnen

oder Fremden anzuschütten.

Welche Rasur bevorzugst du? Wo?

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

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RCKSTR MAG.

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HIT

THAT

SHIT

.............................................................................................

SWAN-

SÜFFEL

Was wo gekippt wurde

Worthington's

White Shield

Ist: Klassisches India Pale

Ale aus dem beschaulichen

Burton-upon-Trent.

Wo: Peppermint Bar.

Schmeckt nach:

Englisch herb.

Fühlt sich an:

Stark und macht die

Knie weich.

Corona Extra

Ist: Das meistverkaufte Bier

Mexikos.

Wo: Friday's.

Schmeckt nach: Keine

Ahnung, schon geschluckt.

Fühlt sich an: Nicht

mal Luft geht so leicht

runter wie dieses Bier.

Blue

Lagoon

Ist: Cocktail mit

Wodka, blauer

Curaçao,

Zitronensaft.

Wo: Bambu,

in Kübeln.

Schmeckt nach:

Ferien.

Fühlt sich an:

Wie auf einer

Luftmatratze im

karibischen Meer.

RCKSTR feiert

Swanse

sich durch...

Am Tag vor dem Europa-League-Spiel des FC St. Gallen in Swansea sind wir

Am Tag vor dem Europa-League-Spiel des FC St. Gallen in Swansea sind wir

mit dem Electro-Duo Soda durch die walisische Stadt gezogen. Auf dem Weg

zum Hotel beglückwünscht uns der Taxifahrer, Mittwoch sei der beste Tag,

um in Swansea zu feiern; Hunderte von Studenten und anderen jungen

Menschen würden die Wind Street in eine Festmeile verwandeln. Perfekt!

von David Gadze (Locken) mit Christine Bosshard

1. Station, 20:00

Peppermint Bar

Noch ist nicht viel von der erhofften Partymeute

zu sehen. Es sind vor allem FCSG-Fans,

welche die Beizen füllen. Die Peppermint Bar

scheint uns ein guter Ort, um den Abend

einzuölen. Serviert werden zwar ganze

„drinks menus“, wir steigen aber mit je einem

Pint Worthington's ein. Das Gute an dem Abend:

Man kann gegen den Barkeeper „Rock-Paper-

Scissors“ spielen. Gewinnt man, geht die nächste

Runde auf ihn. Das Schlechte an dem Abend: Wir

machen Papier, er Schere.

3. Station, 22:15

Bambu

Die Wind Street ist inzwischen ziemlich gut

gefüllt, vor den Clubs und Bars bilden sich erste

Schlangen. Die Karibik-Bar Bambu erweckt den

Eindruck, als dürften wir sie uns nicht entgehen

lassen. Was irgendwie auch stimmt: Hier tragen

die Gäste nicht nur alle erdenklichen Kostüme –

warum, wissen wir nicht mehr so genau –,

sondern auch ihre Drinks in Kübeln mit sich.

Nach einem Pint Carling gönnen auch wir uns je

einen „big bucket“ für läppische fünf

Pfund. Der Laden ist zwar amüsant, der

DJ aber extra mies, sodass wir irgendwann

weiterziehen. Draussen treffen wir einen

jungen Mann mit dickem Körper und Brüsten.

2. Station, 20:45

Friday's

Um etwas Boden unter die Füsse zu bekommen und

die Nacht (und den nächsten Tag) einigermassen

schadlos zu überstehen, gönnen wir uns im Friday's

die laut Soda-Manuel (kürzere Haare, weniger Bart)

„legendärsten Burger“. Dazu gibt's Corona und

Staropramen. Kellner Steve, der eigentlich aus Bristol

kommt und hier an der Uni studiert, verspricht uns,

am nächsten Abend eine Runde zu spendieren, falls

der FC St. Gallen gewinnt. Steve ist ein Glückspilz.

12 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


INTRO

a

mit Soda

5. Station, 01:30

4. Station, 00:15

Moloko

Im Moloko fängt das Soda zu blubbern an: Der DJ massiert

uns mit saftigem Electro die Bambu-geschundenen Ohren.

Allerdings in einer solchen Lautstärke, dass uns danach die

Trommelfelle zu den Ohrmuscheln hinaus hängen. Die

nasse und seifige Tanzfläche verwandelt den Club

unterdessen in eine Rutschdisco – wir haben Spass daran,

der Türsteher weniger.

100

95

75

25

5

0

5. Station, 01:30

Peppermint Bar

Die Schlangen vor den Clubs werden immer länger, jene vor dem Idols ist

endlos. Wir beschliessen, im Peppermint unser Gambler-Glück nochmals

herausfordern. Der Barkeeper erklärt uns, dass das Bier reduziert ist, wir aber

den vollen Preis bezahlen müssen, wenn wir beim „Rock-Paper-Scissors“

verlieren. Pascal beschliesst, auf das Glück zu scheissen. Inzwischen sind wir

ohnehin schon ziemlich voll, die Tanzfläche jedoch

erschreckend leer. Also nix wie weiter.

6. Station, 02:30

Chick-o-Land

In die Popworld kommen wir nicht

mehr rein, also decken wir uns im

Chick-o-Land mit Hot-Wings ein.

Draussen fachsimpeln wir mit

einheimischen Fussballfans, was am

Ende jedoch mehr simpeln als fach

ist. Ein Fan von Sheffield Wednesday

will uns lallend erklären, dass jemand

Gott ist, während er sich sein Essen

aus der Plastikschale auf den Pulli

schüttet. Und ein Anhänger von

Swansea zeigt uns seinen blanken

Hintern, auf den er aus Liebe zum

Club „Uppa Swans“ tätowiert hat. Als

ob wir nicht eh schon gewusst hätten,

dass dieser Verein für'n Arsch ist.

► sodamusic.ch

.............................................................................................

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Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

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RCKSTR MAG.

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THEMA

FUCK YOU, YOU

AWARD 2013

Eigentlich könnten wir die 2012er „Fuck You, You Fuckin' Fuck“-Award-Gewinner, die „Bio, Bio“-Song-

Interpreten Sons Of Nature bzw. Produzent Roman Camenzind, gleich nochmals für die Auszeichnung als

nervigste Schweizer des Jahres nominieren; denn die Coop-Naturaplan-Folter läuft seit ein paar Wochen wieder

im Fernsehen. Aber 1. wollen wir uns nur ungern wiederholen bei den Nominationen und 2. hat uns Coop mit so

viel Bio-Bier, -Prosecco, -Orangensaft und -Energy-Drinks versorgt – als Zeichen des guten Humors –, dass wir

nun „so“ sind mit dem Detailhandelsriesen. Ja, wir sind bestechlich. Falls Xenia Tchoumitcheva also sichergehen

will, dass sie nicht gewinnt, unsere Adresse für Überzeugungs-Besuche lautet: Zentralstrasse 37, 8003 Zürich.

Aber jetzt mal Tacheles: Wir nominieren, Sie blamieren! Hier sind

die zehn nervigsten Schweizer des Jahres und Sie haben's in der Hand bzw.

im Finger, wer den FYYFFA 2013 abstauben und somit zum grössten

helvetischen Aufreger 2013 gekrönt wird. Klicken sie auf den „Fuck You

2013“-Button unserer Facebook-Page

(facebook.com/ROCKSTARmag) und wählen Sie die Ihrer Meinung nach grösste

Arschgeige des laufenden Jahres aus, schicken Ihre Stimme ab und weisen am

besten grad all Ihre Gspönli an, ebenfalls für Ihren Lieblings-Kandidaten zu

voten.

Wer gewonnen hat, steht ab dem 6. Dezember im RCKSTR Mag. #108

und die feierliche Award-Verleihung findet dann am 17. Dezember an der

RCKSTR-Weihnachtsparty im Zürcher Mascotte statt.

Die Nominierten sind:

Giorgio

Ghiringhelli

Wenn das Bundesparlament die Sache

absegnet, darf man im Tessin bald per

Kantonsverfassung sein Gesicht nicht mehr

verhüllen. Weil uns arabische, Burka und

Nikab tragende Frauen ja dermassen in

unserem Lebensstil einschränken und die

allgemeine Sicherheit bedrohen, klar.

Selten war ein Verbot dermassen unnötig

und fragwürdig – genauso verwunderlich

ist, wie es zu einer 65,4-prozentigen Ja-

Mehrheit kommen konnte. Das Ganze

diente nur dazu, Initiant Giorgio

Ghiringhelli wieder aufs politische Parkett

des Tessins zu bringen; wir wollen dem

Typen deswegen mit einem stählernen

Fuck-You-Finger zum Sieg gratulieren.

???????

14 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


THEMA

FUCKIN' FUCK

13

???

100

95

75

25

5

0

Vujo Gavric

Darum ist der neue 3+-„Bachelor“ Vujo

Gavric ein kolossal dumpfbackiges Arschloch,

auch wenn wir bis Redaktionsschluss

noch keine Folge der neuen Staffel sehen

konnten: 1. Er ist der Nachfolger von

Lorenzo Leutenegger. 2. Carl Hirschmann

gehört zu seinen Freunden. 3. Er posiert

als besonnenbrillter Adolf Hitler und lädt

das Foto dann noch bei Instagram hoch.

4. Auf ebendiesem Social-Media-Portal

imitiert er Kleinwüchsige und trägt dabei

ein Shirt seines Pizza-Arbeitgebers Dieci.

Was für ein kolossal dumpfbackiges

Arschloch.

DJ Tatana

Was war der Blick entsetzt, als

bekannt wurde, dass DJ

Tatana an der diesjährigen

Street Parade nicht auflegen

durfte, weil ihr Sound nicht mehr

gefragt sei; weitere Medien

sprangen auf den Zug des

künstlichen Echauffierens auf,

woraufhin praktisch die komplette

Vorberichterstattung zum Mega-

Event aus traurigen Zitaten der

enttäuschten Tatana bestand.

Warum schauen wir nicht mehr auf

Röhrengeräten fern? Weil sie

ausgedient haben. Und die

Röhrenfernseher heulen deswegen

auch nicht rum, also reiss dich

zusammen und akzeptier's, Tatana.

Jede Stimme zählt!

Jetzt abstimmen auf facebook.com/ROCKSTARmag

Tanja La Croix & Yves Larock

„...and create the best Swiss party ever“ – gefühlte

zehn Jahre lief die nervtötende Werbekampagne

von Carlsberg für die angeblich beste Schweizer

Party überhaupt, mit Tanja La Croix und Yves

Larock als stümperhafteste Darsteller seit

diesem Porno mit dem Stroh am Boden. In

Tat und Wahrheit wurden die TV-Spots von

Mai bis September ausgestrahlt, doch mit solch

einer penetranten Häufigkeit, dass garantiert

niemand mehr an diese Fete gehen wollte. Die

menschenarmen Fotos von der Party auf dem

Pilatus am 12. September bestätigen das.

Roger

Schawinskis

Bart

Kurz vor Redaktionsschluss trat

Medienpionier und Niemanden-ausreden-

Lasser Roger Schawinski zwar wieder

blankrasiert in seiner Talkshow auf, doch

die zwei Monate davor züchtete er in

seinem Gesicht einen Hipster-

Haarteppich, der nicht auf die Backen

eines 68-Jährigen gehört, sondern auf die

eines Studenten, der barfuss im Starbucks

hockt und auf seinem MacBook (Air, CDs

sind sooo 2008) über vegane Restaurants

blogt. Und da der Bart jetzt ab ist und

nichts mehr zu tun hat, könnte er den

FYYFF-Award ja problemlos im Mascotte

abholen kommen, falls er ihn gewinnt.

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

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RCKSTR MAG.

15


THEMA

FUCK YOU, YOU FUCKIN' FUCK

AWARD 2013

Die Bellers

Er ist Baulöwe, hat ein pralles Bankkonto

und darf nicht mehr unverhaftet

in die USA einreisen, weil er dort nicht

zu einem Gerichtstermin wegen

Tätlichkeit im März erschienen ist. Sie

ist 40, ihre Lederhaut sieht aus wie

400 und trotzdem scheint sie ihr

Luxus-Leben vorwiegend im Bikini zu

verbringen – jedenfalls lassen uns das

die unzähligen Fotos in der Boulevardpresse

glauben. Nächstes Jahr zeigt 3+

Walter und Irina Beller in einer

Reality-Dokusoap à la „Die Geissens“,

die Frau Beller gegenüber Blick.ch so

zusammenfasst: „Man wird sehen, wie

geil ich es finde, Walters Geld auszugeben.“

Das ist so furchtbar dekadent

und unsympathisch, dass wir 1. ein

lautes „Fuck you“ an die beiden richten

und uns 2. wahnsinnig auf „Die

Bellers“ freuen.

16 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

Xenia

Tchoumitcheva

Als wäre der Progressive-House-Track „So

Beautiful“ des Westschweizer, öhm, „Musikers“

Djerem (Wer?!) nicht schon schlimm genug,

„rappt“ die Miss-Schweiz-2006-Zweite Xenia

Tchoumitcheva im letzten Drittel noch diese

geistreichen Zeilen dazu: „Sexy people, look at

me / Beauty is my therapy / These playboys

look here like money / These playgirls look here

like cash / Mirror, mirror on the wall / who's

the hottest of them all / Mirror, mirror, say it

now.“ Schuster, bleib bei deinen Leisten und

Xenia, halt die Klappe und mach das, was du

wirklich kannst,

hübsch aussehen

nämlich.

Melanie Winiger

Der erst gross angekündigte und dann nach

kurzer Zeit abgebrochene Neues-Leben-Anfang

in New York, der furchtbare Kinofilm „Who

Killed Johnny?“, die teeniehaft grün gedipdyeten

Haare, das angebliche Rumgemache mit

Snowboarder-DJ Iouri Podlatchikov im Gonzo –

Melanie Winiger gibt uns viele Gründe für eine

FYYFFA-Nomination, doch der dringendste ist,

dass sie im Rahmen der diesjährigen Swiss Music

Awards mit Die-Toten-Hosen-Fronter Campino

geknutscht hat und sich die Beziehungsgerüchte

um die beiden immer mehr verhärten. SIE

NIMMT UNS DEN PUNK WEG! Ja, die Hosen

sind längst nicht mehr Punk, ABER TROTZDEM!

Gülsha Adilji

Barbara

Günthard-Maier

Ja, es war saudumm, dass die Organisatoren

der Winterthurer Tanzdemo am

21. September keine Bewilligung für ihr

Vorhaben eingeholt haben, speziell nach

dem Berner Vorfall. Und die Leute, die

sich an solch einer Veranstaltung absichtlich

daneben benehmen, sind sowieso

elende Vollpfosten. Was die Winterthurer

Polizeivorsteherin und FDP-Stadträtin

Barbara Günthard-Maier jedoch als

„selbstbeherrschtes und zurückhaltendes“

Verhalten der Ordnungskräfte bezeichnete,

kostete einer friedlichen Demonstrantin

die Sehkraft auf einem Auge und

verursachte bei einem jungen Polizeibeamten

kompletten Hörverlust auf

einem Ohr. Darum fordern wir einen

unzurückhaltenden Metall-Stinkefinger

für Frau Günthard-Maier.

Jede Stimme zählt!

Jetzt abstimmen auf facebook.com/ROCKSTARmag

Die einen lieben die joiz-Moderatorin, die anderen finden gar nicht schnell genug die Senderwechsel-Taste,

sobald Gülsha Adilji auf dem TV-Bildschirm auftaucht. Oder auf dem Computermonitor.

Oder auf dem Smartphone-Display. joiz ist schliesslich cross-medial. In der Streetgame-

Sendung „Sherlock Hol's“ auf SRF zwei kommentierte sie die Entscheidung ihres Kandidaten, sich

bei der Suche nach Leuten mit Deo oder Parfüm im Gepäck auf junge Personen zu konzentrieren,

mit: „Wil alti Lüt stinken sowieso.“ Sarkasmus hin oder her, dem respektlosen Plappermaul gehört

das Maul mit Seife ausgewaschen!

Alle bisherigen Gewinner finden Sie auf rockstar.ch.


RCKSTR Mag. proudly presents:

THE HEAVY-D'N'BASS-ELECTRO-EXPERIENCE

We Are Rockstars

ShockOne

Disco D (Killer)

Dubnium (New Bass Order)

Frontline

100

95

(Project Riot)

75

Himself

25

5

Sa. 9. Nov. 13

(W.A.R!)

0

Doors: 23.00h

tickets:

exil.cl

more bass:

EXIL

Zürich

rockstar.ch

(AUS)

(Preth/Viper)

Exil Club – Hardstrasse 245

(gegenüber Schiffbau)

Zürich 5


ROCK

STARS

Lorde

Ich bin anders

18 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


ROCKSTARS

5

0

Wenn das Lied „Royals“ im Radio läuft, fräst es sich förmlich in die Gehörgänge,

wirft bei jedem weiteren Vordringen kleine Widerhaken aus und bleibt hängen. Das

Stück der gerade mal 17-jährigen Neuseeländerin Lorde zwingt sich auf. Da bleibt

nur eins: Kapitulation. Und wir ergeben uns gerne. von Franz X.A. Zipperer

orin genau liegt die Faszi-

„meine Mutter hat mich auch der

Wnation von Ella Yelich-

Kunst der Kurzgeschichte näher

O'Connor alias Lorde, dass

gebracht. Da muss die Geschichte

sie momentan so gewaltig durchstartet

und das zur Hitsingle „Royals“ gehörige

Video inzwischen schon über zehn

Millionen Mal auf YouTube aufgerufen

wurde? Dass vom Billboard über den

Guardian und das Q Magazine bis hin

kompakt erzählt werden. Nahezu

jeder Buchstabe zählt, hat seinen

notwendigen Platz und muss voller

Ausdruck sein. Und darin liegt auch

die Parallele zum Liedtext, du hast

keine Zeit für Füllworte.“

zum NME alle so begeistert über sie

Wer so denkt, braucht keine weitere

Electro-Soul

herfallen, als hätte es die letzten zehn

Erklärung mehr dafür zu liefern, dass

Jahre lang keine Musik mehr gegeben?

Lorde

die Stücke einen so spürbar ureigenen,

unverwechselbaren Charakter

Pure Heroine

Alles inspiriert

haben und mit einer besonderen

(Universal)

Es sind diese seltenen, melodischen

Zunächst mal wundert man

Ausstrahlung punkten, herrlich

Momentaufnahmen, deren Gesang so

sich, warum die wunderbare unangepasst und eigenwillig klingen,

viel mehr zum Klingen bringt, als

Musik so schnell vorbei ist; ohne dadurch sperrig oder befremd-

Lorde in ihrem kurzen, erst 17 Jahre

„Pure Heroine“ dauert lich zu wirken. „Royals“ ist ein

dauernden Leben erfahren haben

kann. Selbst, wenn sie über die banalsten

Augenblicke eines Teenager-

knappe 37 Minuten. Liegt in

der Kürze denn auch die

Würze? Lordes Klänge weisen

wunderbares Beispiel dafür; da wird

die banale Teenagersituation des

Wartens auf das Erwachsenwerden

daseins schwadroniert, gelingt es ihr,

schon grosse Ähnlichkeiten banal beschrieben. Das befremdet und

diesen Zeitraum noch mit beein-

zur Musik von Lana Del Rey gleichzeitig wird gejubelt, weil sich

druckender Magie aufzuladen. Und

und Santigold auf. Wäre da

Lorde eben jener Banalität angenom-

nicht immer wieder dieses

dann sind da immer noch diese

men hat, welche Erwachsene einfach

Quäntchen Überraschung,

bestechenden, trippigen Electropop-

das aufhorchen lässt – in der

immer abtun.

Landschaften, die Lorde da nach und

Stimme und in der

nach auftürmt. Aus vielen Quellen

Notenfärbung. Am Ende der

lässt sie dabei ihren Klangfluss

37 Minuten kann der Unvergleichlich

speisen, Quellen, die zu Beginn des

Kompositionsprozesses für sie selbst

oft nicht kalkulierbar sind. „Ich habe

Neuseeländerin bescheinigt

werden: Sie bewegt sich

irgendwo zwischen ihren

Dieses bewusste Anderssein veranlasst

die Kritiker offensichtlich, die 17-jährige

Neuseeländerin (oder 16, wenn

nie einen konkreten Klang im Kopf,

Vergleichskünstlerinnen, was Sie diesen Artikel vor ihrem Geburts-

wenn ich mich hinsetze und schreibe“,

durchaus positiv gemeint ist tag am 7. November lesen) auf Biegen

reflektiert sie, „dazu höre ich viel zu

und die kurze Dauer fast

und Brechen mit anderen Künstler-

wett macht. (fxaz)

querbeet Musik. Darunter ist dann

innen zu vergleichen – und dafür

Wer das mag, mag auch: London

Hip-Hop ebenso wie alles, was in den

wird jedwede Schublade aufgezogen:

Grammar „If You Wait“,

Top 40 der Hitparade zu finden ist. An

Haim „Days Are Gone“,

von Lana Del Rey über Romy Madley

anderen Tagen lausche ich minima-

Lana Del Rey „Born To Die“7

Croft von The xx und Santigold bis

listischer, elektronischer Musik. James

hin zu jeder anderen Frau im

Blake etwa, der mich dadurch beeindruckt, dass er

mit drei winzigen Klanganteilen ganze Stücke

gestaltet und schliesslich explodieren lässt. Da ich

kein Instrument spiele, suche ich für meine Stimme

immer eine herausfordernde Klangumgebung.“

Popgeschäft. „Die vielen Vergleiche sind mir

natürlich nicht fremd, doch ich bin anders, nicht

einzuordnen“, fährt Lorde fort, „meine Musik ist

eingängig und ist es auch wieder nicht. Das liegt

daran, dass ich mit meinen 16 Jahren ein Kind des

Internets bin. Ich schaue mir lächerliche Cartoons

„Jeder Buchstabe zählt“

Diese Art von Herausforderung brauchen diese

ausdrucksstarke Fräuleinwunder-Stimme und die

an und beschäftige mich ebenso ernsthaft mit Allen

Ginsberg; und mische das alles, so, wie es sich für

mich gut anfühlt. Allein das macht mich anders.“

zum Vortrag gebrachten, poetisch-rauen Lyrics

auch. Und auch bei textlichen Einflüssen ist Lordes

Blickwinkel nicht begrenzt. „Als ich einmal in einem

Interview auf T. S. Elliot zu sprechen kam, ist der

Gesprächspartner still geworden“, sagt sie lachend,

„aber da meine Mutter selbst Schriftstellerin ist,

blieb es nicht aus, dass eine grosse und vor allem

vielfältige Bibliothek unser Haus ziert.“ Aber der

Unterschied zwischen T. S. Eliot und der

Und so wird sie zur Heldin, denn nichts anderes

bedeutet das Wort „Heroine“ aus dem Titel ihres

Debütalbums übersetzt. Auch wenn die vielen

falschen Übersetzungen nicht ganz unrecht haben,

wenn sie von Heroin (schreibt man im Englischen

auch ohne e am Schluss) und damit von hoher

Suchtgefahr sprechen. Denn die ist bei Lordes

jugendlichem Schaffen absolut gegeben.

Geschichte, die ein Lied erzählt, das mit kleinem

Textraum auskommen muss, ist dann doch

► Debütalbum „Pure Heroine“ (Universal) jetzt erhältlich.

verdammt gross. „Ja und nein“, entgegnet Lorde,

100

95

75

25

Selbst ist die Frau

Lorde gehört zu einer Reihe

junger DIY-Solokünstlerinnen,

die allesamt Chartpotential

haben und dabei

authentisch bleiben. Wir

stellen die drei aufregendsten

Newcomerinnen vor.

(shy)

Chlöe Howl

Gerade mal volljährig

und das Gesicht voller

Sommersprossen, doch

die Stimme der Londonerin

zeugt von Tiefe und

ihre Texte von Reife und

Cleverness. Die neue

Single „Paper Heart“ ist

schön poppig und das

Debütalbum soll 2014

kommen.

BANKS

Düster,

schwermütig

und doch

wunderschön –

kein Wunder, ist

Ellie Goulding

erklärter Fan

der R&B-Sirene

aus Los Angeles,

die übrigens ihre

direkte Telefonnummer

auf

Facebook stehen

hat. Die neue „London“-

EP ist der Wahnsinn, nur

leider in unserem iTunes

noch nicht erhältlich.

LOLO

Eine Stimme wie Adele,

aber ohne deren „Mein

Freund hat mich

verlassen und eigentlich

möchte ich doch nur

schwanger werden und

alle Menschen sind

gemein zu mir“-Drama.

Die New Yorkerin ist zu

hören auf der Panic!-At-

The-Disco-Hitsingle „Miss

Jackson“ und hat selbst

drei vielversprechende

Songs draussen.

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG.

19


ROCKSTARS

Placebo

Inspiration Is A Bitch

Irgendwie scheint klar zu sein, dass jeder Künstler, jede Band in gewissen Zeitabständen eine neue Platte

vorzulegen hat. Dass die Inspiration dabei aber ein grosses Wörtchen mitzureden hat und eine ziemliche

Zicke sein kann, erzählt uns Brian Molko, Frontmann von Placebo, im Interview. von Franz X.A. Zipperer

Woher weisst du als Künstler

eigentlich, dass die Zeit reif ist für

ein neues Album – passiert das

bewusst oder eher zufällig?

Beides mag sicherlich für einige Künstler

zutreffen. Für uns hat sich über die Jahre

ein Zyklus entwickelt, den wir bisher nie

unterbrochen haben. Wir machen eine

Platte, das dauert von der ersten Idee bis

zum Endergebnis etwa ein Jahr. Dann sind

wir damit zwei Jahre quer durch die Welt

unterwegs und es beginnt von vorn. Das

klingt jetzt fast so, als sei das ein unumstössliches

Gesetz; vielleicht sollten wir

mal darüber nachdenken und den Zyklus

ganz bewusst durchbrechen. Ansatzweise

haben wir den stupiden Reigen vor „Loud

Like Love“ zumindest durch ein Jahr Pause

unterbrochen.

Wie kam es dann zu den ersten

Stücken für „Loud Like Love“?

Wir sind alle Musiker, das ist inzwischen

unser Beruf. Irgendwann kommt da schon

diese Stimmung auf, diese innere Unruhe.

Der Drang, schreiben zu wollen – sogar zu

müssen. Plötzlich, von einer Sekunde auf

die andere, bist du empfänglich für Inspiration

und schon schreibst du wieder.

Weisst du in diesem

Moment schon, dass das neue

Placebo-Lieder sind oder schreibst

du erst mal einfach drauf los, wenn

du den magischen Moment der

Inspiration erkannt hast?

Diesmal war das von Beginn an etwas

anders, ohne dass ich es hätte gleich benennen

können. Je mehr ich schrieb, desto

klarer wurde mir: Das sind keine Placebo-

Stücke, das ist Material für ein Solo-

Album. Es klangen in mir Piano-Noten und

akustische Gitarren, ich hörte einfach keine

verzerrten Gitarren. „Scene Of The Crime“,

„Too Many Friends“ und „Hold On To Me“

sind Stücke aus dieser Phase.

Aber genau diese drei Stücke sind

doch auf dem Album zu hören.

Ja, schon und ich bin glücklich darüber. Sie

haben dem Placebo-Klang eine neue

Frische verliehen und Klangfarben nutzbar

gemacht, die so bisher bei uns nicht zu

hören waren. Der Hintergrund ist der, dass

wir gleichzeitig

ein neues Placebo-Album im Blick hatten;

auch dafür hatte ich geschrieben, aber wir

hatten schlichtweg nicht genug Lieder. Also

kramte ich in dem Material, das ich in die

Brian-Molko-Solo-Album-Schublade gelegt

hatte und legte Stücke daraus der Band

vor. Einige fielen bei Stefan [Olsdal, Bass;

Anm.d.Red.] und Steve [Forrest, Drums]

sofort durch, die genannten drei fanden sie

grossartig.

Hört sich aber auch danach an, als

ob Inspiration noch lange keine

fertigen Lieder schreibt.

Natürlich nicht. Ohne Inspiration würde es

nie neue Platten geben. Aber wenn wir

anschliessend nicht mit der nötigen Portion

Disziplin an die Arbeit gegangen wären

und manchmal nicht regelrecht gekämpft

hätten mit den Stücken, dann stände

„Loud Like Love“ heute noch immer nicht

in den Läden.

► Neues Album „Loud Like Love“

(Vertigo/Universal) jetzt erhältlich; Review in

RCKSTR Mag. #105 unter

issuu.com/rckstr/docs/rs105.

► Live (mit Support TOY): 18.11. Hallenstadion

(Zürich), 24.11. Arena Genève (Genf)

20 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


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Musik dabei haben?

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#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107 RCKSTR MAG.

21


ROCKSTARS

Swim Deep

Bald so gross wie Michael Jackson?

Während in der Schweiz ihre zweite Headliner-Show im 300 Leute fassenden Exil

ansteht, hat die wie Peace aus Birmingham stammende Psychedelic-Popband Swim

Deep Ende September die 2'000er Halle des Londoner O2 Shepherd's Bush Empire

ausverkauft. Wir haben mit Frontmann und Bandhirn Austin Williams über die die

Gefahren von Hypes und seine Weltstar-Ambitionen gesprochen.

von Schimun Krausz

Wie fühlt es sich an, für 2'000 Leute aufs Mal zu

spielen?

Grossartig, wahrscheinlich war das der beste Gig, den wir je

gespielt haben. Letztes Jahr traten wir noch in viel kleineren

Venues auf; unser erstes, offizielles Londoner Headliner-Datum

spielten wir etwa vor 100 Leuten. Eine Show auszuverkaufen, ist

aber immer super, egal, wie gross die Location ist.

War's nicht ziemlich einschüchternd, vor so vielen

Leuten zu spielen?

Nicht unbedingt. Ich finde, für 100 Leute zu spielen, die in einer

kleinen Location praktisch direkt neben dir stehen, ist viel

einschüchternder. Da siehst du ihre Gesichter und direkt, ob sie

die Show mögen oder nicht. Und wenn da 2'000 Leute sind, die

zusammen abgehen, hast du halt viel mehr Support, als 100

Menschen hinbekommen können, wenn sie direkt vor dir stehen

und jede deiner Bewegungen beobachten.

Ihr klingt live ziemlich anders als auf eurem

Debütalbum „Where The Heaven Are We“.

Stimmt. Das liegt glaube ich daran, dass wir kein gitarrenlastiges

Album machen wollten und beim Aufnehmen einfach viel mehr

Instrumente zur Verfügung hatten. Wenn wir live spielen, haben

wir nur einen Keyboarder [der zudem nur live zur Band gehört;

Anm.d.Red.], aber zwei Gitarren. Und ich hasse es, wenn Bands

eine Gitarre auf der Bühne haben, einfach, damit eine da ist – das

wollte ich bei uns nie so haben. Darum klingen wir live auch wirklich

nach Gitarre, viel roher, dreckiger und energiegeladener als

auf der Platte. Das muss meiner Meinung nach so sein. Ich würde

unser Album nicht unbedingt als entspannt bezeichnen, aber es ist

durchaus Easy-Listening-Stoff. Wenn man live spielt, muss man

dem Publikum aber etwas mehr geben, so, dass die Leute auf und

ab springen – man muss ihnen geben, was sie wollen.

Was ging dir durch den Kopf, als das Album endlich

draussen war?

Ich war erleichtert. Und endlich beurteilte man uns auch nach

unserer Musik und nicht nur nach den Hosen, die wir tragen

oder was für Fotos von uns geschossen wurden. Als wir erst ein

paar Songs draussen hatten, war plötzlich diese unglaubliche

Erwartungshaltung von aussen da und wir sind glücklich

darüber, dass wir mit der Platte dem Hype gerecht werden

konnten. Ich bin froh, dass die Leute nicht enttäuscht waren – es

wäre eine grosse Schande gewesen für uns, wenn wir so viel

Aufmerksamkeit erhalten und die Leute das Album dann nicht so

gut gefunden hätten, wie sie's erwartet hatten. Das ist eine

gefährliche Sache, dieser Hype um Bands. Aber es ist unser erstes

Album, quasi ein Amateur-Album, eine Sammlung der ersten

Songs, die wir überhaupt als Band geschrieben haben Wenn du

Picassos erstes Gemälde nehmen und der Welt zeigen würdest

mit den Worten: „So sieht ein Picasso aus“, dann wär das nicht

ganz fair. Und er hat's schliesslich ja ziemlich weit gebracht.

Eine Sammlung der ersten Songs, die ihr geschrieben

habt – einige davon sind schon fast so alt wie die gut

zweijährige Band selbst, oder?

Ja, genau. Und ich fand es richtig, diese auch aufs Album zu

nehmen. Ich möchte nicht in einer Band sein, die gesignt wird

und dann die bereits bestehenden Songs ignorieren und neue

Musik schreiben muss, einfach nur, weil sie neu ist und vielleicht

gut ankommt. Du musst dir treu bleiben und es riskieren.

Obwohl's bei uns kein so grosses Risiko war, da's sowieso die

ersten Songs sind, die wir überhaupt geschrieben haben...

...und die waren ja bereits beliebt.

Absolut. Wir hatten schon sowas wie einen kleinen Kult um ums

aufgebaut. Wenn Leute in deinem Alter deine Musik mögen,

dann vertraust du ihnen; denn man verarscht seine eigene

Generation nicht.

Hat es dich genervt, dass man euch zunächst mehr

über eure Klamotten als über eure Musik beurteilt hat?

22 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


ROCKSTARS

Natürlich hilft es, wenn die Leute finden, dass du cool

aussiehst, aber der Look ist nicht alles. Ich finde, Musik ist

attraktiv als etwas Ganzes. Led Zeppelin und ihre Musik sind

attraktiv, weil die Band damals sehr sexy war und sexualisiert

wurde. Ich glaube, die Leute brauchen das; wenn du nicht

weisst, wie eine Band aussieht, ist sie für dich dich nicht so fassbar,

wie sie sein könnte. Ich will, dass die Leute sich auch optisch

an mich erinnern, wenn ich 60 Jahre alt bin und bereits viele

Alben rausgebracht habe.

Und in der Plattenbio steht, dass du einen Einfluss

auf die Popmusik haben willst.

Ja, ich möchte von Bedeutung sein, am liebsten so bedeutend

wie Michael Jackson. Warum sollte ich es auch nicht

probieren? Warum nicht versuchen, so einflussreich wie MJ,

Moby oder Fatboy Slim zu sein? Man sollte nach den Sternen

greifen; was kann dabei schon Schlimmes passieren?

Naja, dass es nicht klappt und du am Boden zerstört

bist. bist.

Schon, aber ich fänd's schlimmer, bereuen zu müssen, dass ich

dieses oder jenes nicht getan habe. Wenn ich diesen Job nicht

hätte, würde ich trotzdem Musik schreiben – ich verfolge damit

nicht ein konkretes Ziel, aber wenn ich das schon mache, kann

ich ja auch versuchen, es so weit wie möglich zu bringen.

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5

0

Und ihr seid ja erst grad am Anfang.

Genau, schauen wir einfach mal, was passieren wird.

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75

► Debütalbum „Where The Heaven Are We“ (Chess Club/Sony)

jetzt erhältlich; Review in RCKSTR Mag. #105 unter

issuu.com/rckstr/docs/rs105.

► Live: 19.11. Exil (Zürich)

25

Fakepunk

Auf dem richtigen Weg

Aus: Zürich, Schweiz Wer das mag, mag auch: Pulled Apart By Horses, Death

From Above 1979, Funeral Party

Produzent Kid Schurke hat uns das YouTube-Video zum Song

„Fakepunk Is Dead“ mit den Worten „der neuste shit aus züri“

geschickt. In der Erwartung, wie so oft bei solchen Zusendungen

tatsächlich shit zu hören, haben wir – gelangweilt, weil gespannt

nicht cool ist – auf den Link geklickt und was dann aus den Boxen

schallte, blies uns die Ray Ban von der Nase und direkt in den Chai-

Latte. Tight wie ein Ministrant vor seiner ersten Messe und energiegeladen

wie ein wütendes Pikachu peitschen Fakepunk durch knapp

drei Minuten Noise-Punk und lassen uns nach mehr lechzen. Ob da

noch was kommt, wissen wir nicht; Schurke ist das einzige feste

Mitglied und statt Pressebildern schickt er uns Fotos von alten

Säcken. Klingt seltsam, ja. Klingt aber auch ziemlich geil. (shy)

► Single „Fakepunk Is Dead“ (Eigenvertrieb) gratis zum Download auf fakepunk.com.

► facebook.com/fkpnk

Wolf Alice

Auf unserem Live-Wunschzettel

Aus: London, England Wer das mag, mag auch: Splashh, Chairlift, Milky Chance

Der bislang schönste Swim-Deep-Song, „She Changes The

Weather“, handelt von Sänger Austins Liebe zu seiner Freundin

Ellie Rowsell, Gründerin und Frontfrau der Londoner Wolf Alice,

dessen Musik irgendwo zwischen verträumtem Indie-Folkpop und

grungigem Psychedelic-Rock rumlungert. Schauen Sie sich die

Videos an und schmunzeln Sie, dasselbe gilt für die Texte, die trotz

ihrer Einfachheit was Cleveres haben – doch die grosse Stärke des

Quartetts sind die Melodien, die auch dann nicht kitschig werden,

wenn sie süss klingen. Wir wünschen uns zu Weihnachten, die

Band möglichst bald in einem Schweizer Clubkeller anschmachten

zu dürfen; wir versprechen dafür auch, ab sofort artig zu sein. (shy)

► Debüt-EP „Blush“ (Chess Club) jetzt erhältlich.

► facebook.com/wolfalicemusic | soundcloud.com/wolfalice

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 23


Sty

evon

evon

Katinka Templeton

TOOK THE LOOK

of

Swim Deep

Die englische Band Swim Deep nimmt uns styletechnisch mit auf ein Zeitreisli. Was aussieht, als wäre es

in den Brockenhäusern dieser Welt zusammengetragen, findet man aber heute wieder in den Läden. Shirts

aus den Achtzigern, zerrissene Jeans aus den Neunzigern und passend dazu der rausgewachsene Kurt-

Cobain-Haarschnitt – fertig ist der Look à la Boyband anno 2013.

Batik-Shirt

von Topman, CHF 33.—

Taco-Socken

von ASOS, CHF 23.—

Thundercats-Shirt

von Topman, CHF 36.—

Armbanduhr

von ASOS, CHF 65.—

Vintage Bleach Jeans

von Topman, CHF 45.—

Total:

CHF 217.—

um

„Back To The Future“

zu gehen.

Oder so.

24 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

Herz-Sonnenbrillen

von Urban Outfitters,

CHF 15.—


Trend November:

Heilige Scheisse, ist das kalt geworden draussen! Höchste Zeit,

Heilige Scheisse, ist das kalt geworden draussen! Höchste Zeit,

sich mit einem guten Mantel einzudecken.

Wollmantel mit

Ethno-Muster

von Mango, CHF 99.95

Dufflecoat mit

Faux-Fur-Kragen

von Zara, CHF 279.—

Kontrast-Zweireiher

von ASOS, CHF 130.—

Mantel im

Schaffell-Look

von H&M, CHF 159.—

Mantel in

Lammfell-Optik

von Mango, CHF 69.95

Zugeknöpft!

Knöchellanger

Strick-Mantel

von Zara, CHF 229.—

Boyfriend-Mantel

von Topshop, CHF 94.—

Eggshape-Mantel

von Topshop, CHF 124.—

(fotografiert von usgang.ch am 12.10. an der „Life Is A Bitch“-

Party im Station Club, Zürich)

____________

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Nachsitzen!

RCKSTR gibt Style-Nachhilfe: Lippenbekenntnisse

Wie man ohne

Pro Longwear Paint Pot Lidschatten

Händeringen auf

von Mac, CHF 28.—

Long

Nightlifeportal-

Lasting

Fotos auch zu

Lipstick

später Party-

von

stunde noch

Clinique,

makellos aus-

CHF 30.90

sieht? Mit diesen

Gadgets:

Long Lasting Liquid Liner von Artdeco, CHF 26.90

Teint Idole Ultra 24 Hour

Foundation

von Lancôme, CHF 56.90

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 25

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SHOPPING

Liebling

Für Linda der Star

der Kollektion: der

Blazer! Sozusagen

als Beweis trägt sie

diesen auch bei

unserem Besuch.

Betritt man das Atelier von sagenhaft, befindet man sich in einer

anderen Welt: Es ist herzig, weiblich und mit viel Liebe gestaltet. Im

zweiten Teil des Raumes herrscht dann das kreative Chaos: An den

Wänden hängen Bilder zur Inspiration, auf dem Tisch warten

Stoffrollen darauf, zugeschnitten zu werden. Hier hat sagenhafts

Modedesignerin Linda auch die aktuelle Herbst-/Winterkollektion

erarbeitet.

Mädchenkram

Geprägt ist diese von dunklen Farben und dem eigens dafür designten

Sternenbild. Die Sommerkollektionen sind meistens verspielter und

weiblicher, erzählt Linda. Die Liebe zum Herzigen und

Mädchenhaften konnte sie aber auch in die aktuelle

Kollektion integrieren, das sieht man an den süssen

Details: Da findet man zum Beispiel ein kleines, verstecktes

Mäschchen oder mit Spitzen besetzte

Schultern. Verkauft werden die Kleider vor allem

direkt im Atelier; Accessoires wie Halstücher

und die überaus beliebten Kragen werden

zusätzlich in ausgewählten Läden angeboten.

► Wiesenstrasse 3, 8004 Winterthur

► sagenhaft.ch

► Nächste Events: 1.–3.11. Designgut, Casino

(Winterthur), 16.11. Showroom an den

Mercedes Benz Fashion Days, Schiffbau (Zürich)

sagenhaft

Spitzenstoff

„Jeder Kollektion sein Märchen“, lautet das Motto vom Label

sagenhaft. Die aktuelle Linie startete mit der Idee von Väterchen

Frost und endete am Schluss in der Galaxie.

Text: Nora Haider

Fotos: Myriam Brunner für my-photo

Wer steckt

dahinter?

Hinter sagenhaft steckt

Linda Giezendanner,

studierte Modedesignerin.

Sie hat bereits die fünfte

Kollektion herausgebracht

und ist ein bekennender

Fan von

Stoffen aus

Spitze.

26 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


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Covergirl

Notonix

Notonix

Sie hat gerade mit dem Skaten angefangen

und zu ihren besten Tricks gehört, sich auf

die Fresse zu legen. Aber hoffentlich nicht

zu doll, wär nämlich schade ums hübsche

Gesicht unseres November-Covermeitlis

Notonix.

Text:

Schimun Krausz

Fotos:

Jason Perkins

28 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


Auf ein Wort

Der Shoot ist vorbei, darum sag mal: Ist so

ein Fishnet-Anzug nicht verdammt

unbequem?

Er ist eigentlich gar nicht so schlimm, aber die

Maschen blieben ständig an meinen Nippeln

hängen (lacht).

Was trägst du denn, wenn du's so

riiichtig gemütlich haben willst?

Eine Jogginghose, einen schön wolligen

Pulli und flauschige Socken. Oder ich bin

einfach nackt.

Wenn wir deine Fotos so

durchschauen (also die im

Internet, nicht die hier im

Heft), scheinst du begeisterte

Skateboarderin zu sein –

welches ist dein bester

Trick?

Oh, ich hab erst angefangen mit

dem Skateboarden, darum ist

mein, äh, „bester Trick“ wohl

ein Rock To Fakie [siehe Extra-

Kasten].

COVERGIRL

Rock To

Fakie

Wenn man die Miniramp

raufrollt, mit der

Skateboard-Mitte auf

der Kante stehen

bleibt und dann

rückwärts wieder

runterfährt,

hat man

einen Rock

To Fakie

gemacht.

Bravo, Notonix,

sogar kleine Kinder

können das.

Beeindruckend, ähem. Was

war deine bisher schlimmste

Skateboard-Verletzung?

Nun, mich auf die Fresse zu legen.

Du lebst an Englands Südküste

in Bournemouth – surft man da

auch oder skatet man nur?

Surfen ist ziemlich beliebt hier,

wenn auch nicht ein so grosses

Thema wie z.B. in Newquay

[südwestlichste Spitze Grossbritanniens;

Anm.d.Red.]. Aber wir

haben ein Surfer-Riff und Surfer-

Shops, es geht also durchaus was.

Aber auch dort wird's bald

mal Winter und surfen/skaten

ist dann nicht mehr so

angenehm – gehen Engländer

dann snowboarden und Ski

fahren?

Ich kenne richtig viele Leute, die in

der Wintersaison in die Alpen Fahren

zum Snowboarden und Ski fahren, ja.

Das würd ich auch gerne mal machen,

aber ich übe das Snowboarden momentan

noch in den Indoor-Anlagen.

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Hier in der Schweiz haben wir

viele Skigebiete, komm doch mal

vorbei.

Ich war noch nie in der Schweiz zum

Snowboarden, will das aber unbedingt

mal tun. Hoffentlich Hoffentlich in den nächsten paar

Jahren.

Super. Wir warten hier auf dich. Tag

und Nacht. Wenn's sein muss, für

immer.

► facebook.com/Notonix

#

Die auch Berlin ist ei ne

Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 29


COVERGIRL

Hä? Wer?

Name: Notonix

Alter: 23

Wohnort: Südküste Englands

Beruf: Vollzeit-Model

Traumberuf: DJ

Liebste Bands und Musiker:

Andy C, A Day To Remember,

Bob Marley

Liebste Filme und TV-Serien:

„The Wedding Singer“ (Film)

„The Simpsons“ (TV)

Liebste Videospiele:

„Grand Theft Auto“,

„Crash Bandicoot“

30 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


COVERGIRL

Päng, Päng!

Klassischer November oder haariger Movember?

Haariger Movember. Also bei Typen.

High-Heels oder Moon Boots?

Moon Boots.

Katzen oder Hunde?

Äääähm...beides!

Gepiercte Zunge oder gepiercte Nippel?

Gepiercte Nippel, sieht man doch.

London oder Manchester?

Manchester.

Brighton oder Bournemouth?

Bournemouth ist schöner.

Skateboard oder Snowboard?

Klar Skateboard.

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#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG.

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REVIEWS

Neue Alben

von der RCKSTR-Redaktion gnadenlos getestet

von der RCKSTR-Redaktion gnadenlos getestet

EBM-Techno

Gesaffelstein

Aleph

(Parlophone/Warner)

8.2.

Digital Maag

(Zürich)

Nach langem Warten legt der Pariser DJ, Produzent und Schönmann Gesaffelstein

nun sein Debütalbum vor und das klingt trotz Vergangenheitsanleihen frisch und

aufregend. (fxaz)

„Okay, ich gebe zu, der Name ist schon ein wenig

künstlerischen Ideen abzulesen; die der

anmassend“, lächelt Mike Levy alias Gesaffelstein.

immerwährenden Variation von kleinen

„Vor ein paar Jahren lebte ich in Belgien, warum

kreativen Anteilen, die in der Betrachtung des

auch immer drängte mein Interesse massiv in

Ausgangsstücks stets neue Sichtweisen

Richtung Wissenschaft. In diesem

aufreissen.

Zusammenhang las ich auch viel über Einstein

Auf seinem Debüt „Aleph“ zeigt Gesaffelstein

und seine Relativitätstheorie. Angetan hatten es

meisterlich, wie die ständige Variation von

mir auch die Gedanken, die dem

Klängen in zweierlei Richtungen gleichzeitig

Schmetterlingseffekt zugrunde liegen, dass

führen kann. Er betritt mit der überraschenden

geringfügig veränderte Anfangsbedingungen im

Art und Weise seiner Klangkombination

langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen

futuristisches Neuland, während er zeitgleich

Entwicklung führen können. Dann stiess ich auf

Spuren in die Klangvergangenheit legt. Hin zu

die Idee des Gesamtkunstwerks, eben jener

Front 242 und deren dunkle Gefühle betonender

Verwebung der Künste; Musik, Dichtung,

Electronic Body Music oder noch weiter zurück

Darstellende Kunst, Architektur und Malerei

bis zu den Anfangstagen von Kraftwerk.

werden eins. Doch ist diese Verbindung nicht

Gesaffelstein nimmt sich die Errungenschaften

beliebig, sie ist eine notwendige Ergänzung und

von damals, setzt sie in der Gegenwart ein und

huldigt dem Ausdruck. Der Name Gesaffelstein ist

gestaltet damit bereits die Zukunft. „Dieser

also nichts anderes als eine Bastelei aus den

ständige Blick nach vorne hängt natürlich damit

Begriffen Gesamtkunstwerk und Einstein.“

zusammen, dass dies der Ort ist, wo ich den Rest

Seit 2008 wirft er unter diesem Namen Remixes

meines Lebens verbringen werde“, fügt er an, „da

und eigene EPs auf den Markt, darunter

halte ich es ganz mit Woody Allens Ausspruch.“

aufgepumpte Versionen von Lana Del Reys „Blue

Jeans“ oder dem Justice-Stück „Helix“. Bereits in

Wer das mag, mag auch: Kanye West „Yeezus“, Boys Noize „Out

diesen Arbeiten sind seine grundsätzlichen

Of The Black“, The Klinik „Eat Your Head Out“

Grosser Mundart-Pop/Rock

Valium21

Lifestyle

21.12.

Stall 6

(Zürich)

(Auenland)

Auf ihrem neuen Album

„Lifestyle“ trumpfen

Valium21 mit Melodien auf,

die nach grossen Bühnen

schreien. Im Gegensatz zum

2006er Vorgänger „Sonarzwilling“

experimentieren

die Zürcher nicht mehr mit

verschiedenen Stilen,

sondern scheinen ihren

Sound – auch durch die

Unterstützung des britischen

Produzenten George Shilling

(Blur, My Bloody Valentine)

– mittlerweile gefunden zu

haben. Doch obwohl die

einzelnen Lieder mit interessanten

Passagen locken,

sind sie sich insgesamt etwas

zu ähnlich, weshalb wir uns

für einen Nachfolger noch

mehr Abwechslung

wünschen. (lori)

Wer das mag, mag auch: White Lies

„To Lose My Life...“, Editors „An End

Has A Start“, Arctic Monkeys

„Whatever People Say I Am, That's

What I'm Not“

32 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


REVIEWS

60s-Revival-Soul-Pop

John Newman

Tribute

(Island/Universal)

Alle paar Jahre ist die Popwelt empfänglich

für Retroriffs – 2008 war's Duffys

„Rockferry“, 2010 Plan Bs „...Strickland Banks“ und 2013 ist es

der von Hitsingle-Features mit Rudimental bekannte englische

Newcomer John Newman mit seinem Debütalbum „Tribute“,

dessen Songs sich offensichtlich an die Ex-Freundin des 23-

Jährigen richten. Kritiker monieren, die 60er Jahre hätten

angerufen und würden ihren Sound zurückwollen, aber den hier

möchten wir eigentlich ganz gerne behalten; denn auch wenn er

nichts Neues und etwas kitschig ist, haben die elf Stücke – allen

voran die Singles „Love Me Again“ und „Cheating“ – ordentlich

Drive, Herz und grosse Melodien. (shy)

Wer das mag, mag auch: Plan B „The Defamation Of Strickland Banks“, Duffy

„Rockferry“, Tom Odell „Long Way Down“

Eclectic Rock

Anna Murphy

Cellar Darling

(Nation)

Nebelschwaden wandern zwischen dunklen

Bäumen umher, bedrohliches Knacken

stört die Stille und plötzlich findet man sich in einer düsteren

Zusammenkunft virtuoser Klänge wieder. So könnte das Setting

von Anna Murphys erstem Soloalbum „Cellar Darling“ aussehen,

auf dem sie mit mystischer Stimme und dem Einsatz

mittelalterlicher Instrumente wie Drehorgel oder Dulcimer

verzaubert. Der Einfluss ihrer Stammtruppe Eluveitie ist zwar

spürbar, die Musik wirkt jedoch dank elektronischer Elemente

moderner und poppiger. (lori)

Wer das mag, mag auch: Evanescence „Evanescence“, Epica „Requiem For The

Indifferent“, Flyleaf „New Horizon“

Never Change A Winning Sound

Kings Of Leon

Mechanical Bull

19.11.

Härterei

(Zürich)

23.11.

Schüür

(Luzern)

(RCA/Sony)

Nach drei Jahren bringen Kings Of Leon

mit „Mechanical Bull“ ein neues Album

heraus, das gut als zweite Hälfte des Vorgängers „Come Around

Sundown“ gesehen werden kann. Caleb Followill umgarnt den

Stadion-Southern-Rock der Band wie gehabt mit seiner rauen

Stimme und insgesamt überrascht die Platte zwar zu keinem

Zeitpunkt, doch liefert sie erneut den Soundtrack für Festival-

Gefühle inklusive halbfeuchten Knutschern und vertorkeltem

Getanze und hilft damit Sommerkindern, die kalte Winterzeit

unbeschadet zu überstehen. (lori/shy)

Wer das mag, mag auch: The Black Keys „El Camino“, Kasabian „West Ryder

Pauper Lunatic Asylum“, Arctic Monkeys „AM“

Electro-Swing

7.11.

Parov Stelar

Metropop

Festival

The Art Of Sampling (Lausanne)

100

(Universal)

Eine Sammlung der grössten Hits der

95

letzten Jahre präsentiert uns der

Österreicher Parov Stelar auf „The Art Of Sampling“. Gespickt

mit neuen Songs ist ihm ein weiteres Album gelungen, welches

75

den Hörer an der Hand auf die Tanzfläche zieht und bis zum

letzten Song nicht mehr gehen lässt. Gewohnt loungig mit einer

dicken Portion Electro-Swing, hüpft man vom einen zum

nächsten Song und muss dabei nicht Angst haben, auf

25

Unerwartetes zu treffen; denn dem altbewährten Rezept werden

nur wenige Gewürze hinzugefügt, was es halt auch nicht

merklich spannender macht. (lori)

5

Wer das mag, mag auch: Caravan Palace „Panic“, Swing Republic „Midnight

Calling“, Cash Candy „Lee Disco“

0

Party-Protokoll

Bloc Party

Tapes mixed by Kele

(!K7)

The Rapture, die Foals und The

Big Pink haben schon ein Tape

gemixt, nun setzen Bloc Party

bzw. Sänger Kele die !K7-Tapes-

Serie fort. Lassen Sie sich nicht

vom Bandnamen auf dem Cover

beirren, die Scheibe ist nämlich

eine Compilation und entführt

Sie durch eine Partynacht; sie

beginnt mit einer verträumten

Aufwärmphase, wird bald mitreissend

tanzbar, gönnt Ihnen

zwischendurch eine Runde auf

dem Sofa und entlässt Sie

schliesslich in den Morgenstunden

mit zwei – wie Kele meint –

Post-Clubmusik-Songs sanft und

beglückt in den Schlaf. (lori/shy)

Wer das mag, mag auch: French Fries

„Yo Vogue“, Bambounou

„Orbiting“, Ben Klock „One“

Rock

Pearl Jam

Lightning Bolt

(Monkeywrench/Universal)

„Lightning Bolt“ setzt die Serie

der sehr guten vergangenen

Pearl-Jam-Platten fort, auf

denen die Band aus Seattle mit

erfrischenden Ideen und einem

neuen Selbstverständnis eine Art

zweite Karriere gestartet hat.

Auch das neue Album konserviert

die Rohheit der alten Tage,

lässt aber gleichzeitig diese neu

gewonnene Lockerheit in die

Musik einfliessen. Die Breite, in

der sich das Quintett nach mehr

als 20 Jahren bewegt, ist umwerfend.

Neben den gewohnten

Krachern servieren die Grunge-

Veteranen auch Songs wie das

balladeske „Sirens“ oder das

wunderbar entspannte „Pendulum“

und knüpfen damit an die

Grosstaten aus den 1990er

Jahren an, ohne in einem

einzigen Moment verstaubt zu

klingen. (dave)

Wer das mag, mag auch: Neil Young

„Ragged Glory“, Bruce Springsteen

„Wrecking Ball“, Brad

„United We Stand“

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG. 33

1 2 . N O V ’ 1 3

HÄRTEREI ZÜRICH

SUBLIME

WITH ROME

1 9 . N O V ’ 1 3

HÄRTEREI ZÜRICH

JOHN

NEWMAN

2 2 . N O V ’ 1 3

WERFT 219

VITALIC &

YUKSEK

2 4 . N O V ’ 1 3

WERFT 219

THE SOUNDS

2 7 . N O V ’ 1 3

VOLKSHAUS

TOM ODELL

3 . D E Z ’ 1 3

HÄRTEREI ZÜRICH

SILLY

4 . D E Z ’ 1 3

HÄRTEREI ZÜRICH

PATRICE

6 . D E Z ’ 1 3

EVENTHALL

JAKE BUGG

9 . D E Z ’ 1 3

EVENTHALL

* ZUSATZKONZERT

IMAGINE

DRAGONS

1 9 . D E Z ’ 1 3

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REVIEWS

Neo-Rock'n'Roll

Jake Bugg

Shangri La

(Mercury/Universal)

Gerade mal 18 Jahre alt ist Jake Bugg beim Release seines letztjährigen Debüts und schon

steht Oasis-Überbleibsel Noel Gallagher auf der Matte und bescheinigt vollmundig: „Er ist

die Zukunft der Musik!“ Die Gallaghers neigten ja schon immer zu Übertreibungen oder

Schnellschüssen, aber diesmal behält Noel Recht. (fxaz)

Produzent des zweiten Jake-Bugg-Albums ist

Hört man „Shangri La“ durch, zaubern die

Rick Rubin, der schon Johnny Cash, Black

neuen Lieder sofort ein Lächeln auf die Lippen;

Sabbath und ZZ Top vergoldet hat; das Werk

denn vom ersten Bruchteil der Anfangssekunde

trägt den Titel „Shangri La“, den Namen von

ist klar, dass sich da zwei Künstlerseelen gefun-

Ricks Aufnahmestudio im kalifornischen

den haben, die sich einfach finden mussten:

Malibu. Warum hat es Jake eigentlich so eilig

Jake Bugg mit seinen von altmodischem Skiffle

mit seinem Zweitling? Das selbstbetitelte Debüt

beeinflussten Noten, die er schlicht und ohne

erschien ja vor nicht mal einem Jahr. „Ach, alles

Schnickschnack vorträgt auf der einen Seite –

hat seit meinem zwölften Lebensjahr Fahrt

auf der anderen Rick Rubin, der Purist unter

aufgenommen und die Geschwindigkeit hat sich

den Produzenten, dem es darum geht, eine

von Jahr zu Jahr erhöht“, blickt der knapp

6.12.

Gitarre eine Gitarre sein zu lassen und eine

20-jährige Engländer auf sein Teenager-

Maag Halle

Stimme eine Stimme. Das duftig Jungenleben

zurück. „Mit zwölf habe ich erstmals

hafte lässt er Jake ebenfalls und das muss

(Zürich)

zur Gitarre gegriffen, mit 14 das erste Stück

reichen, mehr brauchen grossartige Stücke

geschrieben und mit 18 liegt die erste Platte auf

nicht. Und es reicht. Es ist sogar kraftvoller in

dem Tisch. Und wenn du erst mal so richtig

der Wirkung als jedes unnötige Rumgefrickle.

musikalisches Blut geleckt hast, dann willst du

„Und wie sagte schon John Lennon“, zitiert

nie wieder aufhören. Ich habe in dieser ganzen

Jake, „ein Track ist dann fertig, wenn du nichts

Zeit so viele verrückte Sachen erlebt, dass ich

mehr wegnehmen kannst.“

noch lange nicht alles erzählen konnte in

meinen bisherigen Liedern. Worauf hätte ich

Wer das mag, mag auch: The Last Shadow Puppets

also warten sollen, bis ich mein zweites Album

„The Age Of The Understatement“, The Lumineers

rausbringe?“

„The Lumineers“, Bombay Bicycle Club „Flaws“

Electropop/Indie-Dance

The Toxic Avenger

Romance And Cigarettes

(Roy/Alive)

Den hatten wir eigentlich

abgeschrieben; The Toxic Avenger

war bereits aktiv, als Justice mit „†“

die Karten der Clubmusik neu

gemischt haben. Sein Sound: Knarzig,

hart und brachial, was man halt so

geil fand anno 2007. Davon ist sechs

Jahre später nicht mehr viel übrig.

Das zweite Album des Franzosen

besticht mit melancholischem

Electropop („Romance & Cigarettes“),

Singalong-Refrains („Say My Name“)

und der einen oder anderen Giorgio-

Moroder-Hommage („Eyes“). Das

wirkt streckenweise zwar etwas

chaotisch, ist dafür jedoch schön

vielfältig und mit einigen echten

Sleeper-Hits versehen. (rez)

Wer das mag, mag auch: Lifelike & A-Trak

„Don't Stop“, New Order „Substance“,

Cut Copy „In Ghost Colours“

Storytelling-

Singer/Songwriter

Radical Face

The Family Tree:

The Branches

(Nettwerk/Soulfood)

Ben „Radical Face“ Cooper erzählt die

im Vorgänger „The Family Tree: The

Roots“ begonnene Geschichte einer

Familie aus dem 19. Jahrhundert

weiter und haucht ihr mit wunderbar

melancholischen und traumhaften

Liedern Leben ein. Auch diesmal

bedient sich der Amerikaner, der nach

einem Computer-Crash inkl.

komplettem Manuskript-Verlust seine

Arbeit als Autor links liegen liess und

sich der Musik widmete, nur an

Instrumenten aus den 1800er Jahren –

das mag einschränkend sein, doch die

Songs werden nach mehrmaligem

Hören nicht langweilig, sondern nur

schöner. Zum Glück ist eine Album-

Trilogie geplant! (raf)

Wer das mag, mag auch: City And Colour

„Bring Me Your Love“, Bon Iver „Bon Iver“,

Other Lives „Tamer Animals“

Den Soundtrack von

RCKSTR #107 hören?

facebook.com/ROCKSTARmag

34 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


REVIEWS

Rosa Happy-Pop

Micky Green

Daddy I Don't Want To

Get Married

(Polydor/Universal)

Will uns das Mädchen mit ihrem Schlafzimmerblick auf dem

Cover etwas mitteilen? Oder ist es Zufall, dass auch die Songs

etwas müde daherkommen? Als Micky G-Shirt“ die Herzen

(sehr) und die Charts (einigermassen) stürmte,reen vor sechs

Jahren mit ihrem ersten Album „White T klang das Ganze noch

süss und frisch; die Australierin traf genau den Nerv der Zeit

und schlug für die Musik sogar eine Karriere als Model in den

Wind. Mittlerweile hat sich die Konkurrenz im Discopop-Sektor

jedoch kräftig entwickelt, was Micky wohl etwas verpennt hat.

(lori)

Wer das mag, mag auch: Lilly Wood & The Prick „Invincible Friends“, Charlotte

Gainsbourg „IRM“, Brigitte „Et vous, tu m'aimes?“

1.11.

Stoner-Rawk

Plattentaufe im

ISC (Bern), 9.11. Gaswerk

Hot Running Blood

(Winterthur), 15.11. Café

Mokka (Thun), 23.11.

Love Is Blind

La Fourmi

(Subversiv)

(Luzern)

Werden die Klänge von Hot Running Blood

als Vorboten eines Sommersturms

beschrieben, so ist „Love Is Blind“ die donnernde Gewitterwolke

dazu. Schlagzeug und Bass produzieren ein bedrohliches

Fundament, über das sich dunkel Jonny Yan Agains Stimme legt.

Ein musikalischer Höhepunkt der Platte ist definitiv „Get Over

It“, den die vier Berner mit A-capella-Elementen gestalten. Die

Jungs harmonieren, doch sollten sie nicht düsterer

daherkommen wollen, als sie tatsächlich sind. (lori)

Wer das mag, mag auch: Queens Of The Stone Age „Songs For The Deaf“,

Kyuss „Welcome To The Sky Valley“, Fu Manchu „We Must Obey“

Autobiophonie

Okkervil River

The Silver Gymnasium

(PIAS/Musikvertrieb)

Konzeptalben sind schwierig. Mitmenschen

mit seinen Kindheitserinnerungen zu

belästigen, ist auch schwierig. Okkervil River machen beides

gleichzeitig: ein Konzeptalbum über die Kindheit von Frontmann

Will Sheff. Mathematisch ergibt Minus mal Minus automatisch

etwas Positives, aber Musik ist zum Glück nicht nur Mathematik,

sondern auch Herz, Gefühle und blauen Flecken. Doch

beschleicht uns beim Hören von „The Silver Gymnasium“ das

Gefühl, Will hatte eine behütete Kindheit, ohne Raufereien,

aufgeschrammten Ellbogen und ausgeschlagenen Zähne. (röhr)

Wer das mag, mag auch: My Morning Jacket „Z“, Local Natives „Hummingbird“,

Wolf Parade „Expo 86“

Nachhauseweg-Mukke

John Talabot

DJ-Kicks

14.12. D! Club

(Lausanne),

15.12. Komplex Klub

(Zürich)

21.11.

Palace

(St. Gallen)

1.11.

Zukunft

(Zürich)

100

(!K7)

95

Die Clubtür möchte man nicht öffnen, aber

der Türsteher hält sie einem auf. Es

blendet. Nach und nach bekommt die grelle Welt da draussen

75

ihre Konturen zurück. Dumpf dringen die Verkehrsgeräusche

ans Ohr, aber richtig bewusst werden sie einem nicht. Sie nerven.

Man will zurück in die geborgene Höhle der musikdurchtränkten

Nacht. Die Hände vergraben sich auf der Suche nach den

25

Kopfhörern in den Taschen. Gefunden. Einstecken. Linkes Ohr,

rechtes Ohr. Der Daumen drückt Play. Genau DANN braucht die

Welt diese Compilation. (röhr)

5

Wer das mag, mag auch: Boards Of Canada „Tomorrow's Harvest“,

Kruder&Dorfmeister „The K&D Sessions“, GusGus „Arabian Horse“

0

Syndietronic

Captain Capa

Foxes

(Audiolith)

Ein bisschen zu cheesy, ein

bisschen zu produziert, aber

immer zum Mitwippen und

immer einen guten Hook

ausgeworfen. Man kann es

hören und wenden wie man

will, mit „Foxes“ ist Captain

Capa etwas gelungen, was

andere Bands seit ihrer Gründung

nur proben. Man experimentiert

mit Einflüssen,

schlägt auch mal ruhigere Töne

an und tritt langsamer; das

deutsche Duo wirkt erwachsener

und abgeklärter zwar, aber

baut trotzdem noch genügend

Wut und Druck auf, um nicht

komplett zu verspiessen. (röhr)

Wer das mag, mag auch: I Heart

Sharks „Summer“, M83 „Hurry Up,

We're Dreaming“, Zoot Woman

„Things Are What They Used To Be“

Düstergitarren

PINS

Girls Like Us

(Bella Union/Musikvertrieb)

Mit dem Erstling „Girls Like

Us“ der aus Manchester

stammenden All-Girl-Band

PINS möchte man sich am

liebsten mit Zigis und Whisky

im Keller einschliessen. Die

Songs sind geprägt von einer

aggressiven Dramatik und

könnten direkt für einen

Streifen über eine Mädchen-

Gang aus einem düsteren

Londoner Vorort herhalten.

Von den PINS wird man auf

jeden Fall noch hören, doch

man wünscht ihnen den Mut,

auch mal leise Töne anzuschlagen;

denn jede Rebellion

wird irgendwann langweilig

und verliert sich etwas in ihrer

eigenen Wiederholung. (lori)

Wer das mag, mag auch: Deap

Vally „Sistrionix“, The Raveonettes

„Pretty In Black“, The

Jezabels „Prisoner“

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG. 35

02 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

SEASICK STEVE

05 NOV 2013 | ZÜRICH, HALLENSTADION

THIRTY SECONDS TO MARS

06 NOV 2013 | BASEL, ST. JAKOBSHALLE

QUEENS OF THE STONE AGE

06 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

CRYSTAL FIGHTERS

11 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

THE NAKED AND FAMOUS

12 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

RED

12 NOV 2013 | ZÜRICH, EXIL

MARTIN JONDO

15 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

THE SLACKERS

15 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

WHITE LIES

15 NOV 2013 | PRATTELN, Z7

VISTA CHINO

16 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

THEES UHLMANN

23 NOV 2013 | BERN, FESTHALLE

VANS WARPED TOUR

23 NOV 2013 | ZÜRICH, EXIL

CHAKUZA

23 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

PRINZ PI

25 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

OH LAND

26 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

GOGOL BORDELLO

26 NOV 2013 | PRATTELN, Z7

HEAVEN SHALL BURN

28 NOV 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

GLASVEGAS

29 NOV 2013 | ZÜRICH, DYNAMO WERK21

DAVE HAUSE

01 DEC 2013 | ZÜRICH, DYNAMO WERK21

TOUCHÉ AMORÉ

01 DEC 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

DEAP VALLY

02 DEC 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

THE LUMINEERS

03 DEC 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX KLUB

UNCLE ACID & THE DEADBEATS

05 DEC 2013 | ZÜRICH, DYNAMO WERK21

THE BROWNING

05 DEC 2013 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

AYO

MORE SHOWS: MAINLANDMUSIC.COM

TICKETS: STARTICKET.CH


REVIEWS

TOP 5

Woche 43 2013

Album (CH)

1

Helene Fischer

Farbenspiel

2

Pearl Jam

Lightning Bolt

3

Nicole Bernegger

The Voice

4

Stromae

Racine carrée

5

Bastian Baker

To Old To Die Young

iTunes Singles (CH)

1

Avicii

Hey Brother

2

Katy Perry

Roar

3

Klingande

Jubel

4

Avicii

Wake Me Up

5

Martin Garrix

Animals

Billboard Independent

Albums

1

The Head And The Heart

Let's Be Still

2

Chase Rice

Ready Set Roll [EP]

3

KoRn

The Paradigm Shift

4

Dom Kennedy

Get Home Safely

5

Bryan & Katie Torwalt

Kingdom Come

Billboard

Alternative Songs

1

Bastille

Pompeii

2

Grouplove

Ways To Go

3

Cage The Elephant

Come A Little Closer

4

Lorde

Royals

5

Fitz And The Tantrums

Out Of My League

Beatport Indie-

Dance / Nu-Disco

1

Andrey Exx, Fomichev

Groovejet (Remix)

2

Kolombo

Throw Your Hands

3

Elekfantz

Diggin' On You

4

Croatia Squad

Be Good To Me

5

Sugar Hill

Feeling For You

DIE NEUEN

EPs

Zürirock

geniale Songs, die uns das

angekündigte Album mit

Last Chance

Spannung erwarten lassen. Die

Stimme von Frontfrau Elin

To Say Goodbye

schlägt unvermittelt zu, drückt

16.11.

das Publikum mit einer

The Promise

Alte Kaserne

gewaltigen Wucht zu Boden und

(Eigenvertrieb)

(Zürich)

lässt es bis zum letzten Ton nicht

mehr aufstehen. Unterstützt

Bald als Support-Act der Briten

durch das meisterhafte Spiel des

Tainted Nation in Spanien unter-

gerade mal 18-jährigen

wegs, begeistert die Zürcher

Gitarristen Dorian, besitzt das

Formation Last Chance To Say

junge Quartett auch in ruhigen

Goodbye mit sauberem, zurück-

Passagen eine unglaub-liche

haltendem Alternative-Rock. Die

Kraft und hält jetzt schon

zweite EP „The Promise“ erfindet

Vergleichen mit Janis Joplin

das Gitarren-Rad nicht neu,

oder Jimi Hendrix stand. (lori)

überzeugt aber durch und durch

Wer das mag, mag auch: Kadavar

und zeigt, dass der Vierer seit

dem ersten Release 2010 an

„Kadavar“, The Jimi Hendrix Experience

Reife gewonnen hat. Und sie

„Are You Experienced“, Graveyard

macht uns heiss aufs fürs nächste

„Hisingen Blues“

Jahr angekündigte Debütalbum,

auf dem LCTSG hoffentlich

Indie-Dance

weiterhin musikalische Experimente

wagen. (lori/shy)

The Other

Wer das mag, mag auch: Throw The Fight

„What Doesn't Kill Us“, Shadowqueen

Tribe

„Don't Tell“, Tainted Nation „F.E.A.R.“

A Tribute To Punk

Fall Out Boy

PAX AM Days

(Island/Universal)

Sind wir in den 80ern und die

Ramones betreten die Bühne des

New Yorker CBGB? Weit gefehlt,

das sind Fall Out Boy – und zwar

im Jahr 2013! Grösser könnte

der Unterschied zu ihrem hochpolierten

Album „Save Rock And

Roll“ kaum sein; man munkelt,

die Gitarren bei den Aufnahmen

zu „PAX AM Days“ seien nur

ganz zu Beginn gestimmt worden

und auch dann nur per Gehör.

Gerade mal einer der acht Songs

dauert länger als zwei Minuten –

wir sind nicht sicher, ob die Fans

diese unverfälschte, alte Punk-

Attitüde schätzen; von unserer

Seite gibt's jedenfalls zwei

„Gefällt mir“-Daumen. (saw)

Wer das mag, mag auch: Ramones

„Ramones“, The Clash „London Calling“,

Sex Pistols „Never Mind The Bollocks,

Here's The Sex Pistols“

Vintage-Rock

Blues Pills

5.11.

Devil Man

Mascotte

(Nuclear Blast/Warner)

(Zürich)

Blues Pills liefern mit ihrer

Debüt-EP „Devil Man“ vier

My Girl

(Sony)

Erst sangen sie über kurze Sommerröcke,

dann forderten sie uns

zum Tanzen auf, nun trällern

The Other Tribe über ihr Meitli.

Textlich ist das in etwa so anspruchsvoll

wie Justin Bieber in

seinen eloquentesten Momenten,

aber die fünf Jungs aus Bristol

zielen eh seit ihrer ersten

Veröffentlichung ohne

Umschweife auf den Kellerclub-

Dancefloor und da schlägt „My

Girl“ mit seinen tropischen

Indie-Dance-Beats voll ein. Der

Radio Edit ist poppig, die Extended-Version

tanzbar und der

Dub-Mix schliesslich gehört ab

sofort an jede Sause mit engen

Hosen und Crop Tops. (shy)

Wer das mag, mag auch: Swimwear „The

Kissing Machine“, JBAG „Mogadisco“,

Holy Ghost! „Dynamics“

Coversong-Glanzleistung

Army Of 3

EP feat.

Ingrid Michaelson

(Cabin 24)

Neben der Arbeit an einem

neuen Album, welches diesen

Winter erscheinen soll, widmet

sich die US-Singer-Songwriterin

Ingrid Michaelson ihrem Nebenprojekt

Army Of 3, dessen eben

erschienene EP vier gecoverte

Songs bereithält. Es sind Songs,

die man in ihrer Originalversion

längst nicht mehr hören kann,

doch mit ihrer unglaublichen

Stimme schafft es Ingrid, sie zu

rehabilitieren. Das Highlight der

EP ist definitiv ihre A-capella-

Interpretation von Rihannas „We

Found Love“, die dem Clubsong

eine völlig neue Soundrichtung

gibt. (lori)

Wer das mag, mag auch: Erin McCarley

„Love, Save The Empty“, Missy Higgins

„On A Clear Night“, Allie Moss „Passerby“

Euphorischer

Lo-Fi-Surf-Pop

Best Coast

Fade Away

(Jewel City/Wichita)

Angriffslustig wie der Labelwechsel

zur Eigenmarke Jewel

City, so hört sich das neue Baby

von Best Coast an – doch das 7-

Stücke-Mini-Album klingt etwas

sehr nach dem Versuch, eine

persönliche Sinnsuche in den

Kontext eines „reiferen“ Images zu

verpacken. Und ja, es wäre

schöner gewesen, etwas weniger

90er Post-Punk-Feminismus und

etwas mehr Sonnenlaune der

vorangehenden LP „The Only

Place“ mit drin zu haben, doch

trotz allem: Tempo und Authentizität

sind präsent wie eh und je,

den Höhepunkt bildet die Single

„Fear Of My Identity“ – mehr

davon, bitte! (arse)

Wer das mag, mag auch: Vivian Girls

„Everything Goes Wrong“, Pocahaunted

„Hunted Gathering“, „10 Things I Hate

About You“-Soundtrack

Too-Alternative-Rock

The Used

Ocean Of The Sky

(Anger Music

Group/Hopeless)

Die Band befindet sich zurzeit im

Studio für ihr sechstes Album. Um

die Wartezeit bis zu dessen

Release zu verkürzen, hauen The

Used die EP „Ocean Of The Sky“

raus und bleiben ihrem Stil absolut

treu, weshalb man sich vorstellen

kann, in welche musikalische

Richtung die nächste Platte geht.

Abgesehen von der dürftigen

Produktion fällt vor allem der

fünfte und letzte Track „Tethys“

auf, der über 20 Minuten dauert

und mehr wie eine Vertonung von

Landschaftsbildern als ein The-

Used-Song wirkt; seltsam, aber

leider nicht gut seltsam, son-dern,

äh, seltsam seltsam eben. (saw)

Wer das mag, mag auch: My Chemical

Romance „Danger Days: The True Lives Of

The Fabulous Killjoys“, Mindflow „With Bare

Hands“, Crown The Empire „The Fallout“

Den Soundtrack von RCKSTR #107 hören?

facebook.com/ROCKSTARmag

36 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


LOCK

VOGEL

100

95

75

25

5

NOVEMBER

THÉRÈSE

aus: Wil SG

RCKSTR-Leserin seit: Ende 2011

Lieblingsband: Major Lazer

Lieblingsclub: Palace

Lockstoff:

REVIEWS

...................................................

Jaja, wir wissen’s.

Es ist

scheiss billig -

aber er funktioniert

- der

Lockvogel.

Keine andere

RCKSTR-

Rubrik

wurde

so

schnell

Stadtgespräch.

Dank

ihm

wird

nun

dem

hinteren

Heftteil

noch

mehr

Beachtung

geschenkt.

Danke nochmals an den

Starwerber für den Tipp.

......................................................

Wollen auch Sie dem hinteren

Heftteil zu mehr Aufmerksamkeit

verhelfen und sind ein richtiger

Lockvogel?

Dann senden Sie Ihre Bewerbungsfotos an

lockvogel@rockstar.ch und bringen Sie die

RCKSTR-Leser auf den richtigen Weg.

.................................................

Und das verpassen Sie auf

den nachfolgenden Seiten,

wenn Sie jetzt nicht

weiterlesen:

Wer ist härter,

Soulfly

oder Sepultura

?

Der komplette Backkatalog von

Paul Simon neu aufgelegt.

Wir waren am

Reeperbahn Festival.

Hammerhart oder Blitzwitz?

„Thor: The Dark World“.

Ahoi: „Assassin's Creed IV:

Black Flag“.

0

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 37

38

40

44

50

56

VORVERKAUF ticketino.ch starticket.ch

EXIL Hardstrasse 245, cH–8005 zürich +41 (0)43 366 86 84 info@exil.cl

1

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MI 22

EXIL IM

NOVEMBER

2013

PROGRAMM

1

EXIL IM NOVEMBER 2013

‘MAd KAtz’: dJ Feadz

(Ed Banger, Paris)

‘W.A.R! WE ARE ROcKstARs!’:

shockOne (AUs)

Martin Jondo (d)

scout Niblett (UK)

‘RAId.03’: Xilent (Audioporn,

POL) & Hybrid Minds

(spearhead, UK)

Black Milk & Band (UsA)

swim deep (UK)

Bizarre Ride II the Pharcyde

(ft. Fatlip & slimkid3

formerly of the Pharcyde,

UsA)

chakuza (A)

Rider’s connection (d)

Oddisee & Band (UsA)

‘züRI RAP NIGHt’:

MdMA Wicht Phumaso &

smack uva.

‘INdIE.cH’: Escapists (UK)

VORscHAU dEzEMBER

califone (UsA)

Frightened Rabbit (UK)

Moop Mama (d)

‘MAd KAtz’

summer camp (UK)

R.A. the Rugged Man (UsA)

Freestyle convention

tequila Boys

VORscHAU JANUAR

Frank Powers (EP-Release)

the Virgins (UsA)

exil.cl

Party Konzert


REVIEWS

16 Jahre ist es her, als Max Cavalera zum letzten Mal als mit Andreas Kisser und

Paulo Jr. gegen die Welt gekämpft hat. Seit dem Erscheinen des ersten Soulfly-

Albums von Max und dem Einstieg seines Ersatzes am Sepultura-Mikro, Derrick

Green, stehen die zwei Acts einander gegenüber. Nun haben beide eine neue Platte

draussen und RCKSTR prüft, wer momentan die Oberhand hat.

von Patrik Wydler

DOPPEL-

DIE HARTE SEITE

FSK

ab

18

HORROR

jetzt auf DVD und Blu-ray

Frankenstein's

Army

(Ascot Elite)

Der Zweite Weltkrieg

tobt, als eine Gruppe

russischer Soldaten

1944 an der Ostfront

auf ein verlassenes

Fabrikgebäude stösst

und darin plötzlich

von grausamen Nazi-

Missgestalten angegriffen

wird. Geschaffen

wurden die mit

Scherenhänden,

Propellerköpfen und

Stahlpanzer ausgestatteten

Dinger von

einem verrückten

deutschen Wissenschaftler,

der da

draussen in der

Einöde seine Experimente

betreibt.

„Frankenstein's Army“

führt das Found-

Footage-Genre ad

absurdum; denn der

ganze Horrorstreifen

ist in der Sicht der

Kameramänner gehalten,

deren Geräte

in den 1940ern jedoch

niemals die gezeigte

Qualität haben dürften.

Meistens nervt die

wackelnde Perspektive

gewaltig, die

Figuren sind so flach

wie doof und die

Handlungswendungen

ein schlechter Witz.

Die fantasievollen,

ohne Computereffekte

auskommenden Nazi-

Monster sind jedoch

ein spassiger

Lichtblick. (shy)

Regie: Richard Raaphorst

► jetzt auf DVD, Blu-ray

4

38 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

SOULFLY SEPULTURA

VS.

Runde 1: Albumtitel

Soulfly nennen ihr neues Album kurz und knackig „Savages“, ein Titel, ein Statement. Sepultura kommen

mit „The Mediator Between Head And Hands Must Be The Heart“ mit einem Emo-haften, viel zu langen

Nonsens-Titel daher, der auch abgekürzt Kopfschmerzen auslöst: „TMBHAHMBTH“.

Soulfly 1:0 Sepultura

Runde 2: Arbeitsmoral

Sepultura brauchten zwei Jahre, um elf Songs mit 52 Minuten Laufzeit abzuliefern – Soulfly haben

dieselbe Anzahl Tracks mit 63 Minuten Laufzeit in nur einem Jahr geschafft; obwohl länger in diesem Fall

nicht unbedingt besser bedeuten muss, auch wenn Soulflys „Savages“ tatsächlich frischer und knackiger

daherkommt. Zudem haben Soulfly in 15 Bandjahren neun Platten gebastelt (0,6 Alben/Jahr), während

Sepultura es mit 13 Scheiben in 27 Jahren (0,48 Alben/Jahr) etwas gemütlicher angehen.

Soulfly 2:0 Sepultura

Runde 3: Cover-Artwork

Ein plumper Totenkopf tut's für „Savages“ von Soulfly, während das Artwork von Sepulturas

„TMBHAHMBTH“ dem wirren Kopf von H. R. Giger entstammen könnte, weshalb man sich das Album

unbedingt auf Vinyl besorgen sollte, weil grösser ist diesmal wirklich gleich besser.

Soulfly 2:1 Sepultura

Runde 4: Band-Line-up

Während Sepultura die Cavaleras davonlaufen (Max 1997, Igor 2006), wird Soulfly zunehmend zur

Familienbande: An den Drums sitzt mittlerweile Max' Sohn Zyon Cavalera und als Gast auf dem Opener

darf ein weiterer Cavalera-Sohnemann, Igor Jr., mittun. Nichtsdestotrotz weisen Sepultura das

beständigere Line-up auf mit nur drei Wechseln innerhalb der bald dreissigjährigen Bandgeschichte; bei

Soulfly haut regelmässig jemand ab oder wird rausgeschmissen.

Soulfly 2:2 Sepultura

Runde 5: Albumwertung

Soulfly - „Savages“

Sepultura - „The

7

Soulfly zeigen sich in alter

Frische wie zu Sepulturas

besten „Arise“-Zeiten Anfang

der 90er und wir wünschten

uns, Sepultura wären heute

etwas mehr wie Soulfly – aber

hey, dafür haben wir ja Soulfly. Verwirrend? Uns

trümmelt's auch schon.

Endstand:

Soulfly 3:2 Sepultura

Mediator Between The

5

Head And Hands Must

Be The Heart“

Die 5/10 Punkte sind sehr

wohlwollend; denn die Platte

ist unglaublich sperrig, ein

paar Zacken zu sperrig sogar.

► Soulfly „Savages“ und Sepultura „The Mediator Between The Head And Hands

Must Be The Heart“ (beide Nuclear Blast/Warner) jetzt erhältlich.

Fazit:

Soulfly erringen einen knappen

Sieg über Sepultura, doch noch

immer schenken sich die beiden

Kontrahenten nichts bzw. kaum was.

Wir kreuzen mal die Finger, dass es

doch noch irgendwann zur finalen

Reunion kommt.


REVIEWS

Nach dem 2007 erschienenen Comeback-Album „Light

Up The Dark“ und den damit verbundenen, nicht so

tollen Kritiken, war für China klar: Die nächste Platte

muss in erster Linie die Band begeistern, dann gefällt's

auch den Leuten da draussen.

von Patrik Wydler

China

Raus aus der Mittelmässigkeit

RCKSTR-Hard’n’Heavy-Redaktor

Wydler auf Studiobesuch

„‚Light Up The Dark' war ganz klar ein Gitarrenalbum“, so Gründungsmitglied Claudio

Matteo, „wir haben uns aufs Wesentliche konzentrieren wollen und wohl streckenweise

auch daran gedacht, wie uns der Zuhörer gerne hören möchte. Bei ‚We Are The Stars'

wollten wir darum ein Album machen, hinter dem wir fünf zu 100% stehen können.“ Um

diesen mutigen Schritt nach vorn zu veredeln, holten sich China Alice-Cooper-Gitarrist

Tommy Henriksen als Produzenten an Bord. Zusätzlich besannen sie sich wieder auf die

starken Hymnen aus der Vergangenheit, also auf Singalongs, Keyboards, Stadionrock.

„Wir müssen uns nun wohl einen sechsten Mann für die Keyboards an Bord holen“, lacht

Claudio, „damit die Songs live auch so klingen wie auf Platte.

„Zeig mal, was du hast“

„Tommy und ich sind alte Freunde“, kommentiert Sänger Eric St. Michaels die Produzentenwahl.

„Wir haben damals in New York schon zusammen Musik gemacht, da war

die Überlegung naheliegend, ihn an unser neues Material zu lassen. Es ist einfach irgendwie

passiert, als er mir auf einer Barbecue-Party sagte: ‚Zeig mal, was du bisher hast.“ Ich

spielte ihm ein paar Songs vor – und der Rest passierte wie von selbst. „Es war ein hartes

Stück Arbeit“, ergänzt Tommy Henriksen, während er sich stolz das Master der neuen CD

anhört. „Wir hatten nur immer kleine Zeitslots, um am Album zu arbeiten und diese

mussten effizient genutzt werden. Aber am Schluss haben alle Räder sauber gegriffen

und jeder hat sein Herzblut in die Platte fliessen lassen, das hört man in jeder Note.“

Albumtitel als Prophezeiung?

Was die Kritiker angeht, gibt sich Eric abgeklärt: „Nörgler wird es immer geben. ‚We Are

The Stars' ist das Beste, was wir in dieser Konstellation hätten schreiben können und wir

sind alle mächtig stolz drauf, dass die Songs endlich im Kasten sind.“ Dass die Band

100% hinter dem Album steht, daran zweifelt in dieser Sekunde keiner, die positive

Energie ist in jeder Silbe spürbar und ob der Qualität des neuen Werks auch

nachvollziehbar; mit „We Are The Stars“ könnte die Band dem Albumtitel gerecht

werden und sich zurück in alte Sphären katapultieren.

Freitag, 22. November 2013

Komplex 457 Zürich

doors: 19.00 | show: 20.00

MITTWOCH, 11. DEZEMBER 2013

KLUB KOMPLEX ZÜRICH

DOORS: 19.00 /// SHOW: 20.00

OPENING ACT

MITTWOCH, 8. JANUAR 2014

KOMPLEX 457 ZÜRICH

DOORS: 19.00 | SHOW: 20.00

MONTAG, 3. FEBRUAR 2014, KOMPLEX 457 ZURICH

DOORS: 19.00 I SHOW: 20.00

► Neues Album „We Are The Stars“ (K-tel) ab 8.11. erhältlich.

► Live: 8.11. Theatersaal Liebestrasse (Winterthur), 22.11. Plattentaufe im AlpenRock House

(Dietikon), 28.12. Z7 als Support von Shakra (Pratteln), 29.12. Chillout (Boswil)

7

(K-tel)

Es gibt nicht viele Relikte aus den 80ern, die es schaffen, ihren Sound ins neue

Jahrtausend zu bringen und dabei nicht altbacken zu wirken. China ist dies mit „We Are

The Stars“ respektvoll und clever gelungen, nachdem sie es mit den vorhergehenden

Alben nicht ganz gepackt hatten. An den Reglern sass diesmal Tommy Henriksen, der

schon mit Grössen wie Daughtry und Lady Gaga gearbeitet hat und selbst den

Sechssaiter bei Alice Cooper bedient. Herausgekommen ist ein modernes,

massentaugliches Rockalbum – und das ist überhaupt nicht negativ gemeint. (pat)

Wer das mag, mag auch: Alice Cooper „Welcome 2 My Nightmare“,

Daughtry „Daughtry“, Tommy Lee „Tommyland: The Ride“

100 Das neue Album: Rock

China - We Are The Stars

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# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG. 39

MITTWOCH, 12. FEBRUAR 2014

KOMPLEX 457 ZÜRICH

doors: 19.00 | show: 20.00

www.starclick.ch


ROOTS

PAUL SIMON

dAS fOLK-dENKMAL

Ob allein oder mit Art Garfunkel, Paul Simon hat in den vergangenen 50 Jahren die

Musikgeschichte entscheidend mitgeprägt. Nun erscheint das vollständige Solowerk des Künstlers

erstmals als Komplettset. von David Gadze

E

r ist ein Monument. Ein Leuchtturm der Folk-Musik. Einer

der grössten Popmusiker aller Zeiten. U U ber ein halbes

Jahrhundert ist es her, seit Paul Simon erstmals mit einem

Song auf sich aufmerksam machte. „Hey, Schoolgirl“ heisst das

Stü ck aus dem Jahr 1957, das dem heute 72-jährigen New

Yorker und seinem Jugendfreund Art Garfunkel im zarten

Teenageralter einen ersten Eintrag in den Charts beschert.

Tom & Jerry nennen sie sich damals, fü nf Jahre später werden

daraus Simon & Garfunkel. 1964 veröffentlichen sie ihre erste

Platte „Wednesday Morning, 3 A.M.“, gehen nach den

Aufnahmen aber wieder getrennte Wege. Simon zieht nach

England und veröffentlicht 1965 sein Solodebü t „The Paul

Simon Songbook“. Gleichzeitig beginnt auf der anderen Seite

des Atlantiks ein Song aus dem Band-Debü t damit, sich ins

Radio zu drängen: „The Sound Of Silence“. Produzent Tom

Wilson ergänzt das akustische Stü ck mit Bob Dylans Band um

E-Gitarre, Bass und Schlagzeug und gibt ihm so ein neues,

rockigeres Gesicht. An Silvester 1966 erklimmt die

ü berarbeitete Fassung schliesslich die Spitze der Charts.

Grösstes Folk-Duo aller Zeiten

Bereits zuvor kehrt Simon in die USA zurü ck und macht sich

mit Garfunkel an die Arbeit an neuem Material. Das Duo

veröffentlicht Mitte Januar 1966 sein zweites Album „Sounds

Of Silence“. Rund die Hälfte der Songs sind ü berarbeitete

Versionen aus Simons Debü t, weitere fliessen in das im

Oktober desselben Jahres veröffentlichte „Parsley, Sage,

Rosemary And Thyme“. Simon näht das musikalische Korsett

und liefert die eingängigen Melodien, während Garfunkels

heller Gesang die Songs zum Strahlen bringt, er selbst aber

nur wenig Bewegungsfreiheit hat. Fü r den endgü ltigen

Durchbruch ist der Soundtrack zum 1967er Film „The

Graduate“ verantwortlich, der „The Sound Of Silence“ und das

neue Stü ck „Mrs. Robinson“ zu Welthits macht. Das kurze Zeit

später veröffentliche Album „Bookends“ wird zum

Riesenerfolg und etabliert Simon & Garfunkel als grösstes

Folk-Duo aller Zeiten. Ihre Songs bieten einen Kontrast zur

Love-and-Peace-Eintö nigkeit der Hippies, sie gehen tiefer und

bieten einen differenzierteren Blick auf die Welt.

Zwischen den beiden Musikern kommt es jedoch zu

Spannungen. Bei den Aufnahmen zu ihrem bisher letzten

Studioalbum „Bridge Over Troubled Water“ geraten sie sich

immer wieder in die Haare und schaffen es nicht, sich auf

einen zwö lften Song fü r die Platte zu einigen. Ob diese

permanente Reibung gleichzeitig neue kü nstlerische Energie

freisetzt oder das Duo ganz einfach auf dem Höhepunkt

seines Schaffens angelangt ist, sei dahingestellt. Tatsche ist,

dass es 1970 mit „Bridge Over Troubled Water“ eine

Schlü sselplatte des Folk-Rock erschafft, die heute noch

nachhallt.

Simon Without Garfunkel

Als der Longplayer und das Titelstü ck im darauffolgenden

Jahr insgesamt sechs Grammys abräumen, darunter die fü r

das Album und den Song des Jahres, sind Simon & Garfunkel

bereits wieder Geschichte; nur wenige Wochen nach

40 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


ROOTS

Erscheinen seines Meisterwerks gibt

Das neue Boxset:

das Duo die Trennung bekannt. Paul

Simon und Art Garfunkel schlagen erst

mal Solopfade ein. Während Garfunkels

Erfolg verhältnismässig beschei-

ausser Techno

den bleibt, etabliert sich Simon als

Singer-Songwriter: Seine Platten „Paul

Simon“, „There Goes Rhymin' Simon“

und „Still Crazy After All These Years“

knü pfen kommerziell und kü nstlerisch

nahtlos an die Werke mit Garfunkel an,

erweitern das musikalische Spektrum

aber gleichzeitig um neue Stilrichtungen

wie Reggae, Jazz, Blues, World-

Music oder Gospel.

Es dauert jedoch nicht lange, bis sich

die Wege von Simon und Garfunkel

wieder vereinen und sie gemeinsam

auf der Bü hne stehen. Bereits 1972 Paul Simon

spielen sie zusammen an einem The Complete Albums

Wahlkampf-Konzert fü r den demokra-

Collection

tischen Präsidentschaftskandidaten

(Columbia/Sony)

George McGovern. 1975 erscheint gar

das neue Stü ck „My Little Town“, das

Von den Folk-Anfängen bis zu

als Single und auf Soloplatten beider

fernöstlichen Klangexperimenten: Paul

Musiker verö ffentlicht wird. Auch in

Simon ist bis heute ein musikalischer

den folgenden Jahren und Jahrzehnten

spielen sie sporadisch Konzerte oder

Grenzgänger, seine Diskografie eine

gehen auf Tourneen; einen einsamen

Rundreise durch verschiedene

Höhepunkt stellt ihr Auftritt vom

Musikstile. Das Box-Set vereint die

September 1981 in ihrer Heimatstadt

zwölf Studioalben mit sämtlichen

New York dar, als sie an einem

Bonus-Tracks, die auf den vor zwei

Benefizkonzert gegen die Schliessung

Jahren veröffentlichten Neuausgaben

des Central Park vor mehr als einer

zu finden sind, sowie zwei Live-Platten

halben Million Zuschauer spielen.

im Vinyl-Replica-Stil. Einzig das im

vergangenen Jahr veröffentlichte

Am Ende doch Tom & Jerry

„Live In New York City“ ist nicht

Beflü gelt vom Erfolg, brechen die

enthalten. Komplettisten werden

beiden Musiker im Jahr darauf zu

ausserdem die Single „Slip Slidin'

einer Welttournee auf und beginnen

Away“ oder das Stück „Ten Years“

1983 mit der Arbeit an einem neuen

vermissen. Insgesamt ist das Boxset

Album – kreative Differenzen reissen

aber eine Schatulle voller Juwelen.

die alten Gräben jedoch erneut auf.

Zudem zeigt sich die Plattenfirma vom

(dave)

neuen Material wenig begeistert.

Garfunkel schmeisst den Bettel

entnervt hin, während Simon dessen bereits eingespielte

Parts entfernt, die Songs ü berarbeitet und als Soloalbum

(„Heart And Bones“) verö ffentlicht. Sein grösster Wurf gelingt

ihm drei Jahre später mit „Graceland“: Die Platte fü hrt World-

Music in eine neue Dimension und schlägt eine musikalische

Brü cke zwischen der westlichen Welt und Afrika, wie sie

noch niemand zuvor errichtet hat und die bis heute von

Gruppen wie Vampire Weekend ü berquert wird. Die

Tatsache, dass Simon das Werk zur Zeit des Apartheid-

Regimes in Sü dafrika einspielt, bringt ihm zwar harsche

Kritik ein, musikalisch erntet er aber tosenden Beifall und

einen weiteren Grammy fü r das Album des Jahres. Auch der

Nachfolger „The Rhythm Of The Saints“ zählt zu den

Meilensteinen in der Simon-Diskografie.

In den 90ern kehrt Simon mit Garfunkel auf die Bü hnen

zurü ck; in den Nuller-Jahren folgen weitere gemeinsame

Mit allen Genres –

100

Tourneen. Simon schreibt das Broadway-Musical „The

Capeman“ und verö ffentlicht vier weitere Soloalben,

auf denen er sein musikalisches Territorium

weiter ausweitet. Doch so vielseitig Paul Simon als

95

75

Kü nstler und Musiker auch ist, so schwierig sein Verhältnis

zu Art Garfunkel auch sein mag, so entfremdet sie

nebeneinander auf der Bü hne wirken, ohne den Sänger

scheint er irgendwie unvollständig zu sein. Dass das Duo ► Neues Boxset „The

25

irgendwann auch wieder gemeinsam im Studio landet, ist Complete Albums Collection”

jedoch so wahrscheinlich wie die Einfü hrung der Demokratie und Best-of „Over The Bridge

5

in Nordkorea bis Ende Jahr – dafü r sind sie am Ende doch zu Of Time“ (beide Columbia/

sehr Tom & Jerry.

Sony) jetzt erhältlich.

0

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG.

41


ROOTS

von David Gadze

Synthpop

Tears

For

Fears

The Hurting

– 30th Anniversary Edition

(Mercury/Universal)

Zum 30. Geburtstag und zur Überbrückung bis zur angekündigten nächsten Platte wurde TFFs

Erstling hübsch aufpoliert.

Es war nicht viel. Aber es reichte, um den Puls

der Fans in die Höhe schnellen zu lassen: Ein

im August veröffentlichtes Cover von Arcade

Fires „Ready To Start“ war das erste

musikalische Lebenszeichen von Tears For

Fears seit bald zehn Jahren. Die Band soll

zwar an einer neuen Platte arbeiten, ein

Termin steht aber noch nicht fest. Bis es so

weit ist, kann man sich mit der Neuausgabe

des Debü ts „The Hurting“ vergnü gen. Mit

ihrem kü hlen und doch anschmiegsamen

Synthpop hatten Tears For Fears 1983 die

New-Wave-Szene erobert; dank Songs wie

„Pale Shelter“, „Change“ oder dem zeitlosen

„Mad World“ avancierte die Platte zu einem

Genre-Fixpunkt der 80er.

Auf der Neuausgabe kommt sie in schö n

aufpoliertem Klanggewand sowie mit B-

Seiten, Remixen oder Alternativ-Versionen als

Zugabe – allein die erste Single „Suffer The

Children“ gibt's in vier Ausfü hrungen. Die

Deluxe Edition enthält ü berdies verschiedene

Aufnahmen aus Radio-Sessions sowie

7

erstmals den Konzertmitschnitt „In My

Mind's Eye“ auf DVD. Ein schö nes

Gesamtpaket.

Retrock

The Kinks

Muswell Hillbillies

(Sanctuary/Universal)

Nach dem acht Monate zuvor veröffentlichten,

enttäuschenden

Soundtrack „Percy“ kehrten The

Kinks Ende 1971 mit „Muswell Hillbillies“ zu alter Stärke zurü ck.

Mehr noch: Im langen Katalog der Londoner Gruppe nimmt die

Platte eine besondere Stellung ein und zählt zu den besten

Werken. Während die Band wieder ihre musikalische Virtuosität

zelebriert, erzählt Ray Davies Geschichten ü ber das Leben der

working class. Die Neuausgabe enthält das remasterte Album

im Mono- und Stereo-Mix sowie Live-Mitschnitte,

Demos, alternative Versionen und kurze Interviews.

8

Hard-Rawk

Thin Lizzy

Thunder And Lightning

(Mercury/Universal)

Auf ihrem letzten Album brachten

Thin Lizzy das Feuer, das auf den vergangenen

Werken zu einem Flämmlein

geschrumpft war, nochmals zum Lodern. „Thunder And

Lightning“ ist ein Rock-Gewitter, das die Luft mit elektrischer

Spannung auflädt; die Iren manövrieren sich mit viel Wind in

den Segeln und zielsicher durch eine raue See aus zackigen

Gitarren und peitschenden Drums. Wie bereits die Neuausgaben

der anderen Lizzy-Platten, gefällt „Thunder And Lightning“

6

mit einem guten Remaster, der gerade die druckvolle

Rhythmus-Sektion schö n betont. Die Bonus-CD enthält

einen Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1981 sowie verschiedene

Demo-Versionen der Album-Tracks.

48 42 RCKSTR MAG. # 106 107 Die mal auch nicht Berlin schlaflos ist eine in Stadt Zürich-Ausgabe mit Schlafkappen-Ausgabe


Live:

8.11.

Theatersaal Liebestrasse

Winterthur

22.11.

Plattentaufe im AlpenRock House

Dietikon

28.12.

Z7 als Support von Shakra

Pratteln

29.12.

Chillout

Boswil

chinamusic.ch

100

95

also available:

75

New Single

«Everywhere You Are»

New Album Out 8. Nov!

CHINA «We Are The Stars»

25

Digital Only!

5

0

distributed by K-tel International (Switzerland) AG, CH-6343 Rotkreuz, k-tel.ch


THEMA

Reeperbahn Festival

Das Musik-Hoch im deutschen Norden

War die (ehemalige) Hamburger Sündenmeile

gleich beim Hafen schon länger auf dem Weg hin

zur Amüsierstrasse, hat sie das Reeperbahn

Festival für ein verlängertes Wochenende endgültig

dazu gemacht. Über 70 Spielstätten, Clubs und

Keller beherbergten vom 25. bis zum 28. September

Hunderte von Bands von überall her.

von Franz X.A. Zipperer

Mit nationalen Acts gibt sich das Hamburger Festival schon

lange nicht mehr zufrieden. Die Organisatoren haben es

geschafft, die Stadt für vier Tage zum internationalen Mekka

der populären Musik zu machen, zum Spiegel der weltweiten

Popkultur. Dazu tragen die vielen internationalen Showcases

bei.

Für die Beine und für den Kopf

So blockierten die Kanadier mit ihrem Canadian Blast mit

23 Bands ganze zwei Tage lang den Club Hörsaal. Die

Franzosen taten es ihnen gleich. Die Österreicher auch. Selbst

das kleine Luxemburg machte mächtig Lärm und die Polen

schrien lauthals: „Don't panic, we're from Poland!“ Da konnten

sich die Eidgenossen nicht lumpen lassen und schickten

ebenfalls eine Waggonladung Musiker, Käse und Weisswein gen

Norden [siehe Extrakasten].

Das Reeperbahn Festival ist nicht nur eine Leistungsschau der

Musik, es wird auch tagsüber durch Seminare, Tagungen und

Vorträge am sog. Reeperbahn-Festival-Campus ergänzt. Dort

geht's um Remixes um Apps, um Musik in Computerspielen

oder um musikalische Start-ups. Für den Campus konnten

dieses Jahr so grossartige Sprecher wie Ex-Eurythmics-Mann

Dave Stewart oder Ex-Chefredaktor und Moderator der „MTV

News“ Steve Blame gewonnen werden. Man setzt in Hamburg

beim Festival-Campus auf inhaltliche Qualität und auch das

zahlt sich in stetig ansteigenden Besucherzahlen aus.

Mise En Scene:

Meitli-Indie-Rock aus Kanada.

44 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


THEMA

BRNS:

Artsy-wohklingender

Noise-Pop aus Belgien.

100

95

75

25

5

0

Überraschungen – positive und negative

Das Musikangebot ist inzwischen so riesig, dass es hart an der

Grenze der Unüberschaubarkeit angekommen ist. Da bedarf es

Hilfsmittel, um sich ordentlich orientieren zu können. Das

Reeperbahn Festival bietet dazu eine hervorragend arbeitende

App an; sie sagt, wann es wo Verzögerungen im

Veranstaltungsablauf gibt oder welcher Club ausverkauft ist. Bei

solch einer Musikwalze ist es fast unmöglich, Pläne zu

schmieden, also was tun? Man lässt sich gemächlich treiben. Mal

mit dem Strom. Mal gegen den Strom. Bleibt dort stehen, wo die

Schlange am kürzesten ist oder lässt sich von der Masse in eine

Lokalität schieben, in die man gar nicht wollte.

Da die Clubs beim Reeperbahn Festival auch voll sind mit

Newcomern und Bands, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt

(etwa solche aus Tel Aviv), ist die abendliche Tour immer auch

eine überraschende Entdeckungsreise. So lief uns im Clubheim

des Kiezvereins FC St. Pauli die englische Truppe Scholars über

den Weg. Noch nie gehört. Und dann tobten sich da auf der

Bühne fünf Briten zu punkigen Gitarren und scheppernden

Trommeln aus, als würden ihnen sofort nach dem Auftritt die

Instrumente weggenommen. Auf der anderen Seite bleibt die

eine oder andere Enttäuschung leider nicht aus; dazu gehören

BRNS, die belgischen Experimental-Synthietüftler, die von jedem

zweiten Festivalgast wärmstens empfohlen wurden und live im

Mittelmass stecken blieben.

Wachstumssteigerung

Damit das Hamburger Reeperbahn Festival auch in Zukunft

für einige Tage das musikalische Zentrum des Universums

wird, reisen die Macher durch Welt, machen bei vielen

anderen Festivals und Konferenzen Station und zeigen

massiv Flagge; zuletzt bei Vienna Waves CMJ oder beim

Music Marathon in New York. Schliesslich kommt es ja

nicht von ungefähr, dass beim abgelaufenen Festival

mehr als 600 Programmpunkte unterschiedlichster

Sparten in mehr als 70 Spielstätten auf und rund um die

Hamburger Reeperbahn auf dem

Zettel standen.

Zur neunten Ausgabe des

Reeperbahn Festival waren über

30.000 Besucher auf den

Strassen rund um die ehemalige

Sündenmeile unterwegs. Und

gibt keinen Grund, warum sich

da im kommenden Jahr nicht

noch weitere Steigerungen

einstellen sollten. Auf dass sich

Ende September das neue

Musik-Hoch stabil im

deutschen Norden halte!

► reeperbahnfestival.com

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 45


THEMA

Swiss Business Mixer

Die Schweizer Showcases am

Reeperbahn Festival

Wenn die Schweizer ihre Klänge nach Hamburg schicken,

dann kann das nur im „Herz von St. Pauli“ geschehen, so der

Name des Clubs – natürlich mitten im Kiez. Damit fürs Ohr

und das Hirn auch eine gute Grundlage geschaffen wird,

laden die Granden der Schweizer Musikszene zu Kaffee und

Croissants. Aber es geht ja nicht um Kafi und Gebäck, es

geht um Musik, Musik, Musik. Ins Rennen geschickt werden:

We Invented Paris aus Basel; das Duo OY, das in Ghana,

der Schweiz und in Berlin verortet ist; der Singer-Songwriter

Dagobert aus Bern, aber in Berlin lebend; und last but not

least das Schweizer Aushängeschild Pegasus aus Biel, das

sich auf der kommenden Tournee die Bühne mit Hurts teilen

darf.

We Invented Paris: Europäisches

Musikerkollektiv mit Homebase in Basel und

tanzbarstem Folk-Indie im Repertoire.

OY: Ist die Zürcherin Joy Frempong, die in

Ghana geboren wurde, einen seltsam

gekleideten Drummer hat und ihren Jazz-

Pop mit afrikanischen Einflüssen anreichert.

Der Laden ist gestopft voll, als We Invented Paris beginnen.

So voll, dass hinten die Leute anfangen, auf die Stühle

zu steigen, damit überhaupt noch ein Blick erhascht werden

kann. Gekonnt streut die Band ihre Indie-Folknoten unters

Volk; dem gefällt's und verabschiedet die Basler mit grossem

Geklatsche. Und schon sitzt ein Wesen mit komischem Hut

hinter dem Schlagzeug, einem Hut, der bis zum Hals reicht

und das Gesicht verbirgt. Er (der Mann darunter, nicht der

Hut selbst) liefert den Rhythmus für OY-Sängerin Joy

Frempong, die ihrerseits in afrikanisch angehauchten

Electroklängen schwelgt. Bei Dagobert weiss man nie so

recht, ob er ein pomadiger Schnulzensänger oder ein

Romantiker ist, der hohe Kunst zelebriert. Und Pegasus

sind eine Band, für die Pop nun mal kein dreckiges Wort ist.

Zwischendurch sorgen Schweizer Köche und ein Sommelier

dafür, dass es Käse-Raclette zu essen und Heida-Gletscherwein

zu trinken gibt. Warum sollte man da überhaupt noch

die Location wechseln? Gute Musik und gutes Essen – ein

(schweizerischer) Traum!

Klischee-Kost:

Stilecht wurde den Gästen

der CH-Showcases Raclette

serviert.

Das Herz von St. Pauli:

Hier fanden die Schweizer Showcases

statt.

Ab nach Hamburg!

Auch abseits des Reeperbahn Festival ist die Hansestadt

stets einen Besuch wert – und sei es nur, um mal ein

Astra-Bier in dessen originalem Umfeld zu zischen.

Tragen Sie dem Planeten Sorge und nehmen Sie dafür

den Zug; Hin- samt Rückfahrt kosten Sie etwa

400 Stutz (Vollpreis, also kein Halbtax etc. eingerechnet)

und ein Weg dauert siebeneinhalb Stunden,

was nicht zu lange, sondern richtig gemütlich ist.

► Infos und Fahrplan unter sbb.ch

-

-

NO MUSIC

PLANET

NO PART

Y

DIE

GRÜNE

NOTE

46 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

O

N


PRÄSENTIERT

EMILIANA

TORRINI

DI 12/11/2013 X-TRA, züRIch

SINGER-SONGWRITER

PräSENTIErT

EMILIANATORRINI.cOM

EBONY BONES

MI 13/11/2013 MAScOTTE, züRIch

ELEcTRO POP

IAMEBONYBONES.cOM

ASGEIR

SUPPORT: FARAO

MI 20/11/2013 PAPIERSAAL, züRIch

MELODIc FOLK

ASGEIRMUSIc.cOM

FARAO.cO.UK

MOUNT KIMBIE

SUPPORT: SEAMS

MI 04/12/2013 MAScOTTE, züRIch

ELEcTRO DUBSTEP

MOUNTKIMBIE.cOM

SEAMSMUSIc.cOM

V V BROWN

SO 08/12/2013 PAPIERSAAL, züRIch

DARK ELEcTRONIcA

SWIM DEEP

DI 19/11/2013

EXIL, zürICh

DIE INDIE-SENSaTION aUS GrOSSbrITTaNIEN KEhrT IN DIE SChWEIz zUrüCK

UM SEIN DEbüTaLbUM «WhErE ThE hEavEN arE WE» zU PräSENTIErEN.

SWIM-DEEP.TUMbLr.COM

VVBROWN.cOM

INFOS UND TIcKETS – jUSTBEcAUSE.ch – FAcEBOOK.cOM/MYjUSTBEcAUSE – STARTIcKET.ch

INFOS UND TICKETS – jUSTbECaUSE.Ch – FaCEbOOK.COM/MYjUSTbECaUSE – STarTICKET.Ch

PRäsENtIERt

100

FRANZ FERDINAND

75

95

DI 25 01/04/2014

x-tRA, 5 ZüRIch

FRANZFERDINAND.com

0

INFos UND tIcKEts – jUstbEcAUsE.ch – stARtIcKEt.ch – x-tRA.ch – FAcEbooK.com/myjUstbEcAUsE


ARTS

Internationale

Kurzfilmtage

Winterthur

Zelluloid-Häppchen

Ein 90-minütiger Museumsbesuch, bei dem man die Kunstwerke aus dem bequemen

Sessel heraus bestaunen kann, statt sich die Hacken abzulatschen – Grund genug, die

Winterthurer Kurzfilmtage hart zu mögen, doch auch das Programm macht einiges

her. von Ellinor Lori

Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur

bringen auch dieses Jahr mit 47 Filmen aus 21

Ländern Abwechslung in den grauen Herbst.

Während man draussen dem peitschenden Regen

und Haare zerzausendem Wind ausgesetzt ist, wird

man im Casinotheater Winterthur während sechs

Tagen in ferne Länder und farbige Illusionen

entführt. Ob man sich für ein Programm mit

kleinen Kunstwerken aus Kuba, dem Wilden

Westen oder den Vereinigten Staaten entscheidet,

bleibt jedem selbst überlassen; Perlen finden sich

in allen Filmblöcken.

Den Schwerpunkt legen die Kuratoren dieses Jahr

auf das Spezialprogramm „Independent Cinema

USA“. Gerade der Kurzfilm wird schon seit jeher als

Ausdruck des Independent-Genres – das sich nebst

tiefen Produktionskosten auch durch eine

besondere Ästhetik auszeichnet – gehandelt, da er

viel experimenteller wirken kann als ein Spielfilm

und nicht auf den Erfolg an den Kinokassen

angewiesen ist.

Bierkurvenkino

Nicht nur die Themen-Programme haben sich

dieses Jahr vermehrt, auch die Zahl der

Austragungsorte ist gestiegen. So ist neben dem

Sulzer-Areal – u.a. Architekturhalle der ZHAW, Alte

Kaserne und Hotel Krone –, wo sich gruselige

Vampire tummeln werden (siehe Kasten „Nocturne:

‚V/H/S'“), auch das Stadion Schützenwiese dabei.

Die acht Filme, die man dort bestaunen kann,

drehen sich passenderweise um Fussball: Ob kleine

Jungs, die von ihrem grossen Traum schwärmen,

Rabbiner, die über Spiele im Himmel

philosophieren oder Fans, die mit jeder Faser ihres

Körpers Emotionen leben – hier wird Fussball in

seiner ganzen Vielseitigkeit gezeigt.

Internationale

Kurzfilmtage Winterthur

► 5.–10.11. Casinotheater

und weitere Locations

(Winterthur)

► kurzfilmtage.ch

Freitag, 8.11. Adam Yauch

Beastie Boy Adam Yauch wird ein Abend gewidmet, der sich mit dem Filmschaffen des 2012 verstorbenen New

Yorkers befasst. Nebst den Musikvideos zu Stücken wie „Intergalactic“ oder „Shadrach“ wird ein Streifen über

Yauchs Alter Ego Nathaniel Hörnblowér gezeigt. Der Schweizer Filmemacher, der sich mit Lederhosen und

Langlaufskiern durch die Strassen des Big Apple kämpft, lässt sein Umfeld an seiner exzentrischen Art

verzweifeln und überrascht mit schweizerdeutsch-bayrischen Satzfragmenten.

48 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


5

0

Freitag, 8.11.

95

75

25

Nocturne:

V/H/S

Wer Halloween verpasst hat, sollte sich den mitternächtlichen

Leckerbissen im Sulzer-Areal nicht entgehen lassen. Dem

amerikanischen Indie-Sub-Genre Mumblecore zugeordnet,

zeichnet sich der Horror-Flick „V/H/S“ technisch durch die

Handkameraführung und inhaltlich durch blutrünstige,

zähnefletschende Monster aus. Wir stellen die ersten drei der

insgesamt sechs Episoden vor:

Amateur Night

Dass ein normaler Abend

schliesslich in grausam

abgerissenen Schwänzen

(die vorne, nicht die

hinten) und blutüberströmten

Körpern endet,

hätten die Jungs wohl nicht gedacht, als sie zur

Belustigung eine Kamera an der Brille des einen

Kumpels befestigten.

Second Honeymoon

Während Tagesaufnahmen

vom langweiligen

Urlaub eines Paares

zeugen, das sich von

einer Sehenswürdigkeit

zur Nächsten kämpft,

wird während irritierender Nachtaufnahmen klar, dass

es nicht alleine reist.

100

Tuesday The 17th

Die Kamera, die eigentlich

vor allem die Reize

der beiden Frauen

einfangen sollte, die

zusammen mit ein paar

Jungs im Wald unterwegs

sind, bekommt zwischendurch immer wieder Bilder mit

blutüberströmten Menschen vor die Linse.

Samstag, 9.11.

Nocturne:

Western –

A Fistful Of Shorts

Die Schönheit der Prärie, die

Anarchie der Selbstjustiz sowie die

Bedrohung durch fremde Völker

inspirierte aktuelle Filmemacher,

ihre Sichtweise auf die vergangene

Zeit auszudrücken. Kuratiert von

Laura Walde und Sebastian Henn

ist so ein Programm entstanden,

das die verschiedenen Facetten

des Westerns zeigt und das

Publikum zum Schmunzeln bringt

– hier unsere drei Lieblinge:

Der Cowboy und ich

Zwischen weiten Landschaften,

wärmendem Lagerfeuer

und dem Duft nach Freiheit

versucht der Film die Frage zu

ergründen, wie nahe unser

Bild des Cowboys der

Definition des Mannseins

kommt. Dass dem Suchenden

ein echter Cowboy zur Seite

steht, verleiht dem Film

zusätzliche Tiefe.

Wanted Melody

Ein Quickie im Wilden Westen,

der nur so vor Penissen wimmelt

und u.a. aufzeigt, wie

sich ein Schnäbi von einem

Totempfahl befreien kann.

Tumbleweed

THEMA

Im cineastischen Stil eines

alten Westerns werden uns

Tumbleweeds vorgestellt,

Grasbüschel, geboren aus den

Ästen von Kakteen und nur das

Eine im Sinn: zu tumblen

(rotieren) nämlich. Doch dieses

Tumbleweed ist anders. Es

tumblet nicht. Es steht...still.

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG. 49

PRäsentieRt

emiliana toRRini

singeR-songwRiteR

di 12/11/2013

x-tRa, ZüRiCH

ebony bones

eleCtRo PoP

mi 13/11/2013

masCotte, ZüRiCH

youngblood

bRass band

bRass band

FR 15/11/2013

KuFa, lyss

swim deeP

indie

di 19/11/2013

exil, ZüRiCH

asgeiR

suPPoRt: FaRao

melodiC FolK

mi 20/11/2013

PaPieRsaal, ZüRiCH

mount Kimbie

suPPoRt: seams

eleCtRo dubsteP

mi 04/12/2013

masCotte, ZüRiCH

V V bRown

daRK eleCtRoniCa

so 08/12/2013

PaPieRsaal, ZüRiCH

summeR CamP

indie PoP

FR 13/12/2013

exil, ZüRiCH

tHe ViRgins

indie RoCK

mi 22/01/2014

exil, ZüRiCH

anna CalVi

PoP-RoCK

mo 17/02/2014

KauFleuten, ZüRiCH

satellite stoRies

indie RoCK

di 18/02/2014

exil, ZüRiCH

tHe 1975

indie RoCK

sa 01/03/2014

x-tRa, ZüRiCH

so 17/11/2013

KauFleuten, ZüRiCH

FR 28/03/2014

d!Club, lausanne

emilianatoRRini.Com

iamebonybones.Com

swim-deeP.tumblR.Com

mountKimbie.Com

seamsmusiC.Com

VVbRown.Com

weaResummeRCamP.Com

RetuRnFRomtHeVoid.Com

satellitestoRies.Com

tHe1975.Com

bastillebastille.Com

bastille

indie eleCtRo

so 23/03/2014

odyssee (esPaCe malley), PRilly-lausanne

FRanZ FeRdinand

indie RoCK

di 01/04/2014

x-tRa, ZüRiCH

inFos und tiCKets: JustbeCause.CH – staRtiCKet.CH

youngbloodbRassband.Com

asgeiRmusiC.Com

FaRao.Co.uK

annaCalVi.Com

FRanZFeRdinand.Com


KINO

Science-Comiction

Thor: The Dark World

Blitzsaubere Fortsetzung?

Im ersten „Thor“ versprach der Titelheld, Natalie Portmans Figur

irgendwann nach Asgard mitzunehmen. In „The Dark World“ löst er das

Versprechen ein und nimmt uns gleich mit, doch dauert uns der Aufenthalt

in der Wikingerwelt etwas zu lange. von Schimun Krausz

Vor Tausenden von Jahren war's verdammt

seine Rückkehr wartet, während Stiefsohn

Finster im Universum. Damals führte der

Loki (Tom Hiddleston) nach der vereitelten

Dunkelelf Malekith (Christopher Eccleston)

Weltherrschaft in „The Avengers“ im Kerker

sein Volk in den Krieg gegen Asgard, Thors

schmort – die Marvel-Comic-Verfilmungen

(Chris Hemsworth) späteren

greifen alle ineinander, was für Kenner toll

Heimatplaneten. Die düsteren Spitzohren

und für Einsteiger frustrierend ist, da

wurden vernichtet und ihre Geheimwaffe,

immer mehr Vorwissen gefordert ist, um

die mächtige Substanz Aether, wurde tief

restlos alles zu verstehen. Um den Krieg

im Nirgendwo versteckt, weil sie nicht

von seiner Heimat fernzuhalten, widersetzt

zerstört werden konnte. Diese

sich Thor Allvater Odin und verfolgt seinen

Vorgeschichte erzählt „Thor: The Dark

eigenen Schlachtplan, für den er allerdings

World“, das Sequel zum so erfolgreichen

Hochverrat begehen und Loki befreien

wie tollen 2011er ersten „Thor“, in den

muss.

ersten Minuten praktisch genauso wie wir

Einmal mehr ist das Rätselraten um Lokis

jetzt, einfach mit einigen Millionen Effekt-

wahre Motive eines der Highlights im Film,

Dollars mehr. Das ist stilistisch nicht

auch dank des genialen Spiels von Tom

elegant, aber erfüllt seinen Zweck, zumal

Hiddleston. Leider kommen die erneut

der Plot später mit den Universum-wieder-

verdammt witzigen Sticheleien zwischen

ins-Dunkel-stürz-Plänen von Malekith – ja,

ihm und Thor wegen all der Dramatik in

er ist zurück und ja, das Aetherzeugs bleibt

„The Dark World“ etwas zu kurz, genauso

nicht lange verborgen, wer hätte das

die Szenen des grobschlächtigen Thor auf

erwartet – inkl. Welten-Konvergenz (hä?)

der Erde, da der Streifen meist auf Asgard

unnötig verkompliziert wird und nicht

oder der Dunkelelfen-Welt Svartalfheim

selten an den langen blonden Haaren

spielt und damit mehr Science-Fiction à la

herbeigezogen wirkt.

„Stargate“ als Comic-Verfilmung ist. Damit

kann der neue „Thor“ seinem Vorgänger

Was will Loki?

nicht ganz zeigen, wo der Hammer hängt,

Kompliziert ist auch die Lage im

doch unterhält er während knapp zwei

Königshaus von Odin (Anthony Hopkins):

Stunden auf hohem Niveau, was nicht alle

Thor träumt von Jane (Natalie Portman),

Sequels von sich behaupten könnten, ähem,

die auf der Erde zunächst vergeblich auf

„Iron Man 2“, hüstel.

Regie: Alan Taylor

Cast: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Tom

Hiddleton, Anthony Hopkins, Kat Dennings uvm.

Verleih: Walt Disney

► jetzt im Kino

Besser als:

Blade II (2002)

7 Sterne

Zwar ist „Blade II“ noch besser

als der Totalausfall-Nachfolger

„Trinity“, trotzdem schlug der

Sequel-Fluch zu und liess den

Film klar im Schatten des ersten

Teils stehen, auch, weil exzessive

Gewalt einer durchdachten

Handlung vorgezogen wurde.

Schlechter als:

X2 (2003)

„X-Men“ war toll, der Nachfolger

noch besser, da mehr coole Mutanten

vorkamen (Nightcrawler!)

und die Story einen glaubwürdigen,

sozialkritischen Aspekt

hatte. Der dritte Teil übertrieb es

dann mit der Mutanten-Anzahl

und ist zu Recht der schwächste

der Trilogie.

50 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


KINO

november

Schweizer Armee-Blödelei

Achtung, fertig, WK!

(Walt Disney)

„Achtung, fertig, Charlie!“ ist der erste Schweizer Kinofilm überhaupt,

der ein Sequel bekommt. Das bleibt aber das einzig Positive, das über

die 2003er Armeeklamotte zu sagen ist. Dementsprechend froh sind

wir, dass keine der Hauptfiguren es bis in „Achtung, fertig, WK!“

geschafft hat: Der untauglich gestempelte Alex (Matthias Britschgi)

absolviert widerwillig einen WK bei seinem Schwiegervater in spe,

Kommandant Reiker (bekannt vom Vorgänger: Marco Rima), damit dieser

ihm und Freundin Anna (Liliane Amuat) sein leer stehendes Haus

überlässt. Die Gags sind durchgehend auf und teilweise unter US-College-Comedy-Niveau

und die Charaktere zwar abwechslungsreich, aber

furchtbar stereotyp, dafür tangiert die Handlung das tatsächlich

existierende Problem der drohenden Armee-Abrüstung und der Film ist

über seine eineinhalb Stunden trotz der Mittelmässigkeit praktisch nie

langweilig – und damit klar diensttauglicher als sein Vorgänger. (shy)

Regie: Oliver Rihs ► jetzt im Kino

5 Sterne

Der Soundtrack

Neben Chartsquatsch

(Bastian Baker) und Schnee

von gestern (Krokodil) ist

auf dem offiziellen

Soundtrack-Sampler zum

Film auch Musik von James

Gruntz, Liricas Analas,

Reverend Beat-Man,

William White und Da Sign &

The Opposite zu hören –

wer gute Schweizer Musik

sucht, greift hier zu.

Pornoproll-Romcom

Don Jon

(Ascot Elite)

In seinem Spielfilm-

Regiedebüt (bei dem

er auch das Drehbuch

schrieb) mimt Joseph

Gordon-Levitt den

Titelhelden Jon

Martello alias „Don Jon“. Der Spitzname ist

angelehnt an Don Juan; denn Jons Verführungskünste

reichen an die eines RCKSTR-

Mitarbeiters heran: Im Club sehen, ansprechen,

abschleppen, die Nächste bitte! Doch

kein Fick der Welt ist für Jon so gut, wie

wenn er am Computer zu einem Porno selbst

Hand anlegt. Seiner neuen Freundin Barbara

(Scarlett Johansson) gegenüber spielt er das

Problem zunächst erfolgreich runter, aber

seiner älteren Abendschule-Kommilitonin

Esther (Julianne Moore) macht er so leicht

nichts 100

vor und scheint langsam zu schnallen,

was richtigen Sex tatsächlich ausmacht. Auf

der 95

kurzweiligen und trotz des kitschigen

Schlusses sehr authentischen Reise zur

Erkenntnis 75

nimmt JGL die katholische

Kirche, das Leben als Proll und die

Omnipräsenz von Sex in unserem Leben

clever aufs Korn – hoffentlich setzt er sich

bald 25

wieder in den Regiestuhl. (shy)

Regie: 5

Joseph Gordon-Levitt

► ab 7.11. im Kino

0

7 Sterne

Animations-Spassbremse

Cloudy With

A Chance Of

Meatballs 2

(Sony Pictures/Walt Disney)

Nachdem der erfolglose

Nachwuchs-

Erfinder Flint (Bill Hader) in „Cloudy With A

Chance Of Meatballs“ mittels einer ausser

Kontrolle geratenen Maschine seine gesamte

Heimat-insel mit riesigen Esswaren zugeschüttet

hat, steht in Teil zwei das grosse

Aufräumen an. Zusammen mit seinen seinen neuen

Freunden nimmt Flint das selbst in die Hand,

da er seinen neuen Arbeitgeber Chester V

(Will Forte) beeindrucken will. Doch dieser

nutzt die Aufräumaktion als Vorwand, ist

insgeheim nur an besagter Maschine interessiert

und bereit, Flint dafür in den sicheren

Tod zu schicken. Und der lauert überall auf

der Insel in Form von mutierten, fantasievoll

designten und benannten Esswaren-Viechern,

die klar das Highlight des Animationsstreifens

darstellen. Dem stehen Witze

gegenüber, die Zuschauer über 14 Jahren vor

den Kopf stossen, ein Antagonist, der

offensichtlicher böse ist als Sauron und ein

moralischer Handlungstwist, der bestenfalls

noch Drittklässler berührt. (shy)

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

► jetzt im Kino

5 Sterne

# Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107

RCKSTR MAG.

51

THe PIrATeS

muSIcbAr & reSTAurAnT HInwIl

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KINO

Politthriller

The Fifth Estate – Inside WikiLeaks (Ascot Elite)

Auf der Suche nach der Wahrheit, kann man schnell den Boden unter den Füssen verlieren.

Wie schnell, zeigt uns hier Benedict „Sherlock“ Cumberbatch alias Julian Assange. (lori)

„The Fifth Estate“, basierend auf zwei Büchern aus Julian Assanges

unmittelbarem Umfeld, zeigt den Aufstieg von WikiLeaks und die

Wandlung der Protagonisten durch den plötzlichen Ruhm sowie

die Macht, welche die Plattform unverhofft erlangt. Während

Assange (grossartig: Benedict Cumberbatch) sich vom Ruhm

beflügeln und die Interessen Anderer mehr und mehr ausser Acht

lässt, wird Daniel Berg (Daniel Brühl) von Gewissensbissen geplagt

und hinterfragt zunehmend die Konsequenzen für den einzelnen

Menschen; denn WikiLeaks geht mit den Dokumenten nicht wie

die Presse um und zensiert sie, sondern stellt sie gänzlich

unverfälscht ins Netz.

Wie weit darf Information gehen?

Zur Eskalation kommt es bei der geplanten Veröffentlichung der

über 250'000 US-Regierungsdokumente, wobei nicht nur brisante

HEIMKINO

Gähngster-Drama

Empire State

(Impuls)

Chris (Liam Hemsworth)

ist neu bei einer New

Yorker Sicherheitsfirma

angestellt, die Geld von

A nach B karrt und einiges

davon in der Zentrale zwischenlagert. Angestachelt

von seinem kleingangsterigen Kumpel Eddie

(Michael Angarano) lässt Chris ein bisschen

Zaster mitgehen; denn niemand weiss genau, wie

viel davon jeweils im firmeneigenen Tresor eingelagert

ist. Als Eddie die Sache rumerzählt, werden

auch grössere Fische auf die Beute aufmerksam,

starten Raubversuche und der zuständige

Detective Ransome (Dwayne Johnson) schluckt

Chris' Unschuldsbeteuerungen langsam nicht

mehr, während dieser sich immer mehr in seinem

eigenen Lügennetz verheddert. Der Stoff an sich

verspricht zwar einiges, der Direct-to-Video-

Release „Empire State“ schreit – im übertragenen

Sinne, sonst wär's echt lästig – jedoch viel zu

laut „nach einer wahren Begebenheit“, da die

Realität meistens nicht sehr spektakulär und

spannend ist – genau wie dieser mittelmässige

Krimistreifen. (shy)

Regie: Dito Montiel

► jetzt auf DVD, Blu-ray

5 Sterne

52 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

diplomatische Protokolle, sondern auch Kriegsverschwörungen

inklusive deren Quellen publiziert werden sollen. Dass dadurch

Menschenleben gefährdet werden und den WikiLeaks-

Mitarbeitern damit indirekt Blut an den Händen klebt, muss

wohl nicht näher erklärt werden. „The Fifth Estate“ geht der

Frage nach, wo die Linie zwischen kompletter Aufklärung und

Sicherheit des Einzelnen liegt – und wer berechtigt ist, diese zu

ziehen. Auf dieser Grundlage baut Regisseur Bill Condon (hat

auch die beiden finalen „Twilight“-Teile gedreht) einen

packenden Politthriller auf, der nicht nur die inneren Konflikte

der Organisation, sondern ebenso die internationalen

Auswirkungen dieser neuen Art von Aufklärungsarbeit darstellt.

Regie: Bill Condon

► jetzt im Kino

Viel Wort-Drama um nichts

The Words

(Ascot Elite)

Rory Jansen (Bradly

Cooper) findet ein

Manuskript, das ihn so

berührt, dass es ihm die

Grenzen seiner eigenen

gescheiterten Existenz aufzeigt. Auf Drängen

seiner Frau (Zoë Saldaña) verlegt er es unter

seinem Namen und erschafft damit einen

Bestseller, woraufhin der ursprüngliche Autor

(Jeremy Irons) auf Rory aufmerksam wird und

den Hochstapler zunehmend bedrängt. Dennis

Quaid fungiert unterdessen in einem dritten

Erzählstrang ebenfalls als Schriftsteller, Rorys

Geschichte ist sein neuester Roman. Mit den

penetranten Rückblenden ins Paris der

Nachkriegszeit und dem allzu hemmungslosen

Gebrauch aller erdenklichen Klischees, vermisst

man hier absolut jegliche Spuren von Originalität

und das Niveau bewegt sich meist auf dem Level

„Doppelt und dreifach gehörte Jugend-

Anekdoten unserer Grosseltern“. (arse)

Regie: Brian Klugman, Lee Sternthal

► jetzt auf DVD, Blu-ray

3 Sterne

9 Sterne

Computeranimations-Freudenfest

Monsters

University

(Walt Disney)

When Mikey met Sulley.

Oder so. „Monsters

University“ erzählt die

Vorgeschichte zum 2001erPixar-Megaerfolg

„Monsters, Inc.“ und zeigt, wie aus den

ehemaligen Konkurrenten Mike (Billy Crystal)

und Sulley (John Goodman) BFFs wurden.

Passiert ist das auf dem Gelände der

Namensgebenden Monster-Uni, wo die beiden

sich für den Erschrecker-Kurs eingeschrieben

haben und – wir wechseln ins Präsens – die

Freuden (Partys, Studentenverbindungen) und

Leiden (Prüfungen, Studentenverbindungen) des

Studentenalltags erleben. Insgesamt wirkt das

etwas braver als im bereits kindgerechten

Vorgänger und etwas Herzerweichendes wie das

Meitli Boo gibt's diesmal leider nicht, dafür

sitzen die meisten Gags perfekt, die Synchronsprecher

machen einen formidablen Job und die

Monster samt Umgebung sind fantasievoll

designt und knuffig animiert. (shy)

Regie: Dan Scanlon

► jetzt auf DVD, Blu-ray 8 Sterne


JULIANNE MOORE JOSEPH GORDON-LEVITT SCARLETT JOHANSSON

Du finDest

Pornos besser als

eCHten sex? WirkliCH?

iCH liebe

roMantisCHe filMe!

7. NOVEMbER

IM KINO

facebook.com/DonJonFilm

HöcHst amüsant.

total Film

DON

JON

DonJon-DerFilm.ch

intelligent,

witzig & bracHial.

new York times

ascot-elite.ch

100

95

das sicherste gefängnis der welt:

entkommen unmöglich.

75

25

5

0

14. november im kino ascot-elite.ch


GAMES

(Multiplayer-)Ego-Shooter

Battlefield 4

Next-Gen-Chriegerlis

Wir würden Ihnen an dieser Stelle gerne unsere Meinung zum

neuen „Battlefield“ geigen, doch unsere Testversion trudelte

genau dann ein, als wir die losen Blätter dieser Ausgabe in die

Druckerei transportierten. Aber wir können Ihnen sagen, was

Sie erwartet – immerhin, oder?

von Schimun Krausz

Zurück zu den Zweiter-Weltkrieg-Wurzeln von „Battlefield 1942“ wird

die Reihe wohl noch ein Weilchen nicht gehen; „Battlefield 4“ spielt

wie sein ziemlich direkter Konkurrent „Call Of Duty: Ghosts“ (Release

im November) in der nahen Zukunft, also Krieg spielen mit

realistischem Equipment und den tatsächlich denkbaren Streithähnen

USA, Russland und China. Der Commander-Modus ist zurück,

nachdem er in Teil drei ausgesetzt hatte; ein Spieler pro Team kann

die Rolle des Kommandanten übernehmen und taktisch geschickt für

Nachschub und Luftschläge sorgen. Wieder mit dabei sind die Squads,

kleine Viererteams innerhalb Ihrer Fraktion, damit koordiniertes

Vorgehen einfacher wird.

Nadelöhr PS3 und Xbox 360

Neue Spielmodi sind ebenfalls an Bord – „Obliteration“ (Bomben

legen und entschärfen) und „Defuse“ (5 gegen 5 und jeder hat nur ein

Leben) – und die Maps sind nicht nur manipulierbar (Strom kappen,

Schutzgitter aktivieren etc.), sondern auch an vielen Stellen leicht

zerstörbar. Gewisse Elemente – in der Beta Anfang Oktober war's ein

riesiger Wolkenkratzer – können sogar komplett zerlegt werden, was

den Levelaufbau kritisch verändert.

Was auffällt: Die PS3- und Xbox-360-Versionen hinken optisch stark

hinterher und wenn's mal richtig zur Sache geht, ruckelt das

Geschehen ganz schön auf den mittlerweile betagten Konsolen;

ausserdem bekriegen sich dort maximal 24 Gamer pro Spiel. Der PC

schafft 64 Teilnehmer und bei potenter Hardware verdammt schicke

Bilder, denen PS4 und Xbox One später diesen Monat bei derselben

Anzahl Spieler wohl kaum nachstehen werden.

► jetzt für PS3, Xbox 360, PC

► ab 22.11. für Xbox One

► ab 29.11. für PS4

Einschätzung: Ist eh erneut geil!

54 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


GAMES

Moritz Bleibtreu

im Interview

Der deutsche Schauspieler Moritz

Bleibtreu („Lola rennt“, „Das Experiment“

oder aktuell in „The Fifth

Estate“ zu sehen) gibt der Figur

Staff Sergeant Dunn im Singleplayer-Mode

seine Stimme und

sprach mit uns über visuelle Gewalt.

Deine Figur opfert sich fürs Team, damit der Spieler

die Squad-Leitung übernehmen kann. Dunn

begründet sein Opfer mit dem Satz: „Ein Wolf in der

Falle beisst sich das Bein ab, um zu überleben.“

Geil, oder?

Als du den Satz eingesprochen hast, musstest du ob

all dem triefenden Pathos nicht laut rauslachen?

Nee, im Gegenteil. Ich fand's geil, mal so'n Satz sagen zu

dürfen. Aber geschmunzelt hab ich manchmal schon.

Geschmunzelt, nicht gelacht. Wenn du dir das Ganze ankuckst,

dann ist das auch wirklich hochdramatisch, was da abgeht und

von lustig kann nicht wirklich die Rede sein. Aber es amüsiert

einen zu sehen, mit was für einer Direktheit und was für

einem Mut die halt so'n patriotischen Helden erzählen. Das

würde sich in Deutschland höchstwahrscheinlich nie jemand

trauen und das würde wahrscheinlich auch gar nicht

funktionieren.

Da „Battlefield 4“ einen Krieg simuliert, gehört das

Abknallen von Gegnern elementar zum Spielinhalt.

Wie stehst du zu Gewalt in Videogames?

Naja, also jede Art von Geschichtenerzählen ist immer ne

Dramatisierung, Dramatisierung ist immer ne Zuspitzung und

Verdichtung von Realität und das ist halt'n extrem intensives

Ding. Darum ist die Gewalt Teil des Geschichtenerzählens. Das

zu moralisieren, finde ich persönlich falsch, weil ich denke,

dass dies ja getan wird von staatlichen Gremien – also es gibt

ja zum Glück die FSK, die sich darum kümmert, dass solche

Spiele eigentlich nur Volljährigen zugänglich gemacht werden

und so sollte das auch sein. Und darüber hinaus wird der

Zuschauer immer das mitnehmen, was er sowieso mitnehmen

will. Also ich kann niemanden davon abhalten, sich „Full

Metal Jacket“ anzukucken und es geil zu finden, sich die

Gewalt reinzuziehen, obwohl das sicherlich das Letzte ist, was

der Kubrick im Sinn hatte, als er diesen Film gemacht hat.

95

75

25

5

0

Bist du schon mal an deine persönliche Grenze

gestossen, was visuelle Gewalt angeht?

Ja, das gibt's immer wieder. Es gibt immer wieder Sachen, wo

man sich fragt: „Ist das jetzt nötig oder ist es das nicht?“ Es

gibt Filme, wo ich sage: Ja, da hat man's echt übertrieben, das

war jetzt nicht nötig.“ Und es gibt andere, wo ich sage: „Nee,

das ist richtig so.“ Aber man kann nem Kreativen oder nem

Künstler diese Grenzen nicht aufstellen, er muss das Recht

haben, diese Grenzen für sich selbst auszuloten. Die Kunst

muss erst mal jegliche Freiheit haben – ich möchte nicht in

einer Welt leben, die reglementiert, was man zeigen darf und

was man nicht zeigen darf. Man muss dann als Konsument für

sich entscheiden, wie man damit umgeht.

100

GAMES

Brick-Flick-Mash-up

Lego Marvel Super

Heroes

► ab 15.11. (bzw. 22. Xbox One, 29. PS4) für

alle gängigen Videospiel-Systeme

Beat-'em-up-Adventure-Prequel

Batman: Arkham

Origins

Die Vorgeschichte zu den

erfolgreichen und genialen

beiden „Arkham“-Teilen zeigt

Batman vor seinem Status

als Dark Knight, doch die

Unterwelt will ihn trotzdem

aus dem Weg geräumt

haben, weswegen sich in

einer einzigen Nacht acht

Killer an seine Fersen heften.

Die Grafik ist top, die

Atmosphäre der Wahnsinn und das Kampfsystem wurde endlich

fordernder gestaltet. (shy)

► jetzt für PS3, Xbox 360, PC

► ab 8.11. für Wii U

Basketball-Simulation

NBA 2K14

Das Marvel-Comic-Universum

ist toll, Lego ist toll,

Videospiele sind toll.

Kombinieren Sie diese drei

tollen Dinge und Sie erhalten

das übertolle Open-World-

Action-Adventure „Lego

Marvel Super Heroes“, das

praktisch jede einigermassen

bekannte Marvel-Figur sowie

besten Slapstick- und Comic-Geek-Humor beinhaltet. (shy)

Sieht gut aus, spielt sich

super und ist dazu die

momentan einzige

Basketball-Simulation –

wenn Sie den Sport

nachspielen wollen, gibt's

neben „NBA 2K14“ keine

andere Option, sowohl

qualitativ als auch

quantitativ. Erste Videos der

Next-Gen-Konsolen-

Versionen, die später diesen Monat kommen, sehen übrigens so

fotorealistisch aus wie TV-Übertragungen, jesses. (shy)

► jetzt für PS3, Xbox 360, PC

► ab 22.11. für Xbox One

► ab 29.11. für PS4

8 Invaders

9 Invaders

8 Invaders

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG. 55


GAMES

Open-Worrrld-Action-Adventurrre

Assassin's Creed IV: Black Flag

Traumberuf Pirat

Innerhalb von sechs Hauptspielen in ebenso vielen Jahren wurde aus dem Kreuzritter-Auftragsmörderspiel

mit religiösem Setting ein vollumfängliches Piratenspiel – und zwar das beste, das je auf den Markt kam.

von Schimun Krausz

Seit dem ersten „Assassin's Creed“ vor

sechs Jahren leben Sie die Taten von

fiktiven Personen nach, die in der jüngeren

Menschheitsgeschichte aufseiten der

Assassinen wichtige Siege über die Templer

errungen haben. Möglich ist das durch den

sogenannten Animus, mit dem Erinnerungen

zur virtuellen Realität werden. Im neusten

Teil „Black Flag“ wird diese Technologie

der Öffentlichkeit als Unterhaltungsmedium

zugänglich gemacht und Sie

helfen beim Entwickeln und Testen mit.

Anfangsschwierigkeiten

Doch keine Angst, Sie schreiben nicht

endlose Codezeilen, sondern steuern wie

gehabt einen Menschen aus vergangener

Zeit, diesmal den Engländer Edward

Kenway Anfang des 18. Jahrhunderts, der

seine Frau daheim zurücklässt, um es in

der Karibik als Pirat zu Ruhm und vor

allem Reichtum zu schaffen. Für Veteranen

ist zunächst wenig neu, das Erkunden,

Klettern und Kämpfen geht wie gehabt

elegant von der Hand. Neulinge finden sich

bald zurecht, doch warum man bereits früh

im Spiel und als Nicht-Assassine – die

spielen eine ganze Weile lang eh kaum eine

Rolle – z.B. Auftragsattentate ausführen,

Crew-Mitglieder rekrutieren und Shantys

(Seemannslieder) lernen kann, bleibt

zunächst unklar. Hier hätte Entwickler

Ubisoft besser timen können; denn schon

bald besitzen Sie ein Schiff (aha, dafür die

Crew und aha, die singen dann diese

Shantys) und die Assassinen und Templer

kommen ebenfalls nach und nach ins Spiel.

Ein Hoch auf das Seeräubertum!

Das sind jedoch Ungereimtheiten, die nicht

sonderlich ins Gewicht fallen und an

Bedeutung verlieren, wenn Sie erst mal

gemerkt haben, dass die ganze Spielwelt

aus einem Guss ist und lückenlos mit Ihrem

Kahn und auf den Inseln zu Fuss erkundbar

ist. Ähnlich wie in „The Legend Of Zelda:

The Wind Waker“ erforschen Sie die

Eilande, bergen Schätze und schlagen

Seeschlachten – in „Assassin's Creed“

einfach ein paar Nummern grösser und

realistischer. Sie rüsten Schiff, Mannschaft

und sich selbst auf, plündern Händler,

lernen den Umgang mit dem neuen

Blasrohr, bauen Ihr Piratenversteck aus,

studieren Schatzkarten – im Gegensatz

zum etwas substanzlosen Vorgänger gibt's

in Teil vier richtig viel zu tun und was das

Wichtigste ist: Erkunden und Ausprobieren

macht verdammt viel Spass.

All das zusammengenommen hievt „Assassin's

Creed IV“ nicht nur auf Augenhöhe

mit den drei Ezio-Teilen („Assassin's Creed

II“ ist eine Trilogie), sondern macht es

auch zum besten Piratenspiel überhaupt.

Einzig die Performance stottert in grafisch

intensiven Momenten; mal schauen, wie

der Titel ab Ende Monat auf den Next-Gen-

Konsolen und dem PC aussieht und läuft.

► jetzt für PS3, Xbox 360

► ab 22.11. für Xbox One, Wii U, PC

► ab 29.11. für PS4

8 Invaders

56 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


GAMES

Paranormal-Thriller

Beyond: Two Souls

Die Grenzen zwischen Videogame und Kinofilm verwischen in

„Beyond: Two Souls“, aber nicht nur, weil die komplett digitalisierten

Ellen Page und Willem Dafoe die Hauptrollen spielen. (shy)

Hauptdarstellerin Ellen Page („Juno“,

„Inception“) wird wohl rechtlich gegen

Entwickler Quantic Dreams und Publisher

Sony vorgehen, weil Nacktbilder ihres

komplett digitalisierten Ichs im Internet

aufgetaucht sind. In der Verkaufsversion

von „Beyond: Two Souls“ sehen Sie Page

alias Jodie nur angedeutet nackt, die

Kamera zeigt nie zu viel, doch in

Testversionen des ambitionierten

Adventures ist es mit ein paar Kniffen

möglich, die Perspektive frei zu wählen

und damit mehr zu sehen, als ursprünglich

beabsichtigt.

Mehr Zuschauer als Spieler

Unsere Ausgabe von „Beyond: Two Souls“

kam ohne Nippelblitzer-Feature daher,

weshalb wir uns ganz aufs Spielen

konzentrieren konnten. Obwohl: Viel zu

spielen gibt's eigentlich nicht; der

Bewegungsspielraum ist meist

eingeschränkt, die Handlungsoptionen

vorgegeben und das Kampfsystem

beschränkt sich im Prinzip aufs Drücken

von angezeigten bzw. angedeuteten

Knöpfen.

Vielmehr ist der neue Titel der „Heavy

Rain“-Macher (da gab's ebenfalls einen

kleinen Nackt-Skandal – immerhin war da

die Person frei erfunden) ein interaktiver

Drama-Thriller um Jodie, ihren

geisterhaften, zerstörerischen Begleiter

Aiden und ihren Therapeuten Nathan

(Willem Dafoe, ebenfalls komplett

digitalisiert, jedoch nie nackig zu sehen,

sorry) und je nachdem, welche

Entscheidungen Sie treffen, ändert sich der

Storyverlauf; das geht von kleinen

Abweichungen in einzelnen Szenen bis zu

verschiedenen Game-Eden. Falsche

Entscheidungen gibt's nicht, die manchmal

durchaus zu übertriebene Geschichte geht

immer weiter, weshalb es umso spannender

ist, sie einfach zu geniessen, auch

wenn dieses Spiel eigentlich keines ist.

► jetzt für PS3

7 Invaders

100

AUCH FÜR GAMES

DIE TOP-ADRESSE!

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25

5

0

www.CeDe.ch


KARREN

More To Love

SUVs für die kälteren Tage

Früher oder später wird der Winter uns in seinem eisigen Griff haben. Wer nicht wegen ein paar

Zentimetern Neuschnee stecken bleiben will und auf der Fahrt in die Berge gerne ein paar Rösser mehr

unter der Haube hat, stellt sich einen SUV in die Garage.

von Schimun Krausz

Range Rover Sport TDV6

Prachtstück

Die neuste Version des Sport-Range-Rovers macht seinem Namen alle Ehre; denn er

zeigt sich gegenüber seinem Vorgängermodell um stolze 400 Kilogramm erschlankt.

Optisch passt die Karre mittlerweile fast besser in den Stadtverkehr als an Berghänge,

doch dank flinkem Handling schlägt er sich in beiden Situationen richtig gut. Anfang

2014 kommt ein V8er.

Motor: V6; 3 Liter

Leistung: 258 PS

Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h

0-100 km/h: 7,6 s

Gewicht: 2'115 kg

Preis: CHF 115'900.—

VW Touareg V6 TDI

Preiswert

2002 hat Volkswagen mit dem Bau von SUVs begonnen und

mischt spätestens seit der zweiten Touareg-Generation 2010 ganz

oben mit im Segment der dicken Brummer. Dieser VW sieht aus

wie ein Golf, dem ein paar Steroide verabreicht wurden und bietet

innen mehr Platz, als man von aussen vermuten würde. Gibt's'

übrigens nur als Diesel und Hybrid, nicht als Benziner.

Porsche Cayenne Turbo S

Potenzschleuder

Selbst, wenn Ihnen Ihr Pimmel bzw. Ihre Nippel abgefallen

wären, würden sie noch steif werden, wenn Sie die Turbo-S-

Variante des Cayenne in Aktion erleben. Wahrscheinlich könnte

ihn in voller Fahrt nicht mal der Hulk aufhalten, dafür säuft

dieser unglaublich komfortable und manövrierfähige Porsche

wie ein Ire während der Happy-Hour.

Motor: V6; 3 Liter

Leistung: 245 PS

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

0-100 km/h: 7,6 s

Gewicht: 2'153 kg

Preis: CHF 64'350.—

Motor: V8; 4,8 Liter

Leistung: 550 PS

Höchstgeschwindigkeit: 283 km/h

0-100 km/h: 4,5 s

Gewicht: 2'315 kg

Preis: CHF 201'500.—

58 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


SPINAS CIVIL VOICES

Stellen Sie sich

hier hin und singen Sie

laut Guantanamera .

Mit etwas Glück

reicht der Erlös für

eine Hand voll Reis.

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75

25

5

0

Traurige Realität für Millionen ausgebeutete

Kinder. Sie können helfen: www.tdh.ch

www.facebook.com/tdh.ch


AUSGEHEN

.....................................

GIGS

die Sie nicht

.....................................

verpassen sollten.

The bianca Story

Villagers

29.11. Kaserne (Basel)

3.12. Plaza (Zürich)

Biffy Clyro

Vive La Fête

18.11. X-TRA (Zürich)

7.11. Galvanik (Zug)

Crystal Fighters

8.11. SUD (Basel)

6.11. Komplex 457 (Zürich)

White Lies

18.11. Les Docks (Lausanne)

15.11. Komplex 457 Zürich

Deap Vally

Woodkid

1.12. Komplex Klub (Zürich)

21.11. Volkshaus (Zürich)

Ebony Bones!

Youth Lagoon

13.11. Mascotte (Zürich)

14.11. Fri-Son (Fribourg)

14.11. Reitschule (Bern)

Friska Viljor

Festivals

5.11. Salzhaus (Winterthur)

7.–9.11. Lausanne VD

Glasvegas

Metropop

28.11. Komplex Klub (Zürich)

23.11. Bern BE

Gold Panda

Vans Warped Tour

15.11. Mascotte (Zürich)

Her Father Knows

26.11. Dynamo (Zürich)

Jake Bugg

6.12. Maag Halle (Zürich)

Left Boy

5.12. Fri-Son (Fribourg)

6.12. Komplex 457 (Zürich)

Local Natives

13.11. Fri-Son (Fribourg)

4.12. Mascotte

London Grammar

8.11. Rote Fabrik (Zürich)

Mount

The Lumineers

2.12. Komplex 457 (Zürich)

Kimbie


9.11. Papiersaal (Zürich)

Wir können über alles

schreiben; Titten,

The Naked And

Ärsche, Alkohol, Nutten

Famous

und Koks, sogar zur

11.11. Komplex 457 (Zürich)

Verfilmung von

Oh Land

„Feuchtgebiete“

25.11. Komplex Klub

konnten wir uns ein

bisschen Tastenge-

Queens Of

klappere abringen. Was

The Stone Age

wir aber nicht können,

6.11. St. Jakobshalle (Basel)

ist, die Musik von

The Sounds

Mount Kimbie irgendwie

23.11. Bierhübeli (Bern)

beschreibend einordnen.

24.11. Werft 219 / Maag (Zürich)

Klar, gefachsimpelt ist

schnell, blabla Post-

Swim Deep

Dubstep blabla

19.11. Exil (Zürich)

Electrofolk blabla, aber

Tegan & Sara

bringt ja auch nichts,

9.11. Komplex 457 (Zürich)

denn aus den

geschriebenen Worten

Thees Uhlmann

kann man die Musik

16.11. Komplex Klub (Zürich)

nicht raushören. Darum

Veto

lassen wir's sein mit

21.11. Sedel (Luzern)

dem Beschreiben.

22.11. Gare De Lion (Wil SG)

Einfach hingehen. Die

23.11. Biomill (Laufen BL)

Musik von Mount

Kimbie ist... gut. (röhr)

20.11. Exil (Zürich)

AlunaGeorge

AlunaGeorge zählen zu den am meisten gefeierten Newcomern der britischen Musikszene.

Alunas zuckersüsse Stimme und Georges minimalistischen Beats widersprechen

sich und ergänzen sich gleichzeitig – und schaffen den unverwechselbaren Electropop-

R&B-Mix, der zum Tanzen motiviert. Nach einer grossen Asien- und USA-Tour zieht es

die beiden in die Limmatstadt, wo sie zuletzt an der Digitial Maag die Songs ihres im

Sommer erschienenen Debütalbums „Body Music“ zum Besten gaben. (bibi)

30.11. Exil (Zürich)

Escapists

An der indie.ch-Nachtschicht im Frühling

war das Konzert von Urban Cone vor der

Party rappelvoll mit blutjungen Synthpop-

Fans, die nach der Show brav heim zu den

Eltern mussten und das Exil halbleer liessen,

weswegen es die Feierlaune schwer hatte.

Beim diesmaligen Live-Act Escapists wird das

kaum passieren, da die, naja, noch kein Schwein kennt. Das können wir jedoch

nicht ganz nachvollziehen, ist doch die Kombination aus schnellen Indie-

Gitarren und gefühlvollen Stimmen so beliebt wie packend, also geben Sie den

Londonern eine Chance und tanzen danach an der Party bis

indie(.ch)nacht(schicht) hinein. (shy)

5.12. Exil (Zürich)

Frightened

Rabbit

Seit ihrem Debüt „Sing The

Greys“ bis zu ihrem aktuellen,

im Februar erschienenen Album

„Pedestrian Verse“ haben sich

Frightened Rabbit von der kleinen

Folk-Gruppe zur Stadionrocktauglichen

Band entwickelt.

Darum empfehlen wir, das

schottische Quintett jetzt noch

im kleinen und intimen Kreis

schauen zu gehen, denn ihr

Sound ist so vielversprechend

und trotzdem erstaunlich unkommerziell,

dass sie bestimmt

bald in grösseren Läden spielen

werden. (raf)

13.12. Exil (Zürich)

Summer Camp

Mal sonnig bunt, dann wieder grau vernebelt

– einem Herbsttag gleich ziehen sich die

Höhen und Tiefen durch den im September

erschienenen Zweitling „Summer Camp“ des

gleichnamigen Duos. Nicht mehr ganz so

überzeugend wie auf ihrer Debütplatte

„Welcome To Condale“, aber noch immer mit

mitreissenden Songs bepackt, macht sich das

Paar auf, die Bühnen Europas zu bespielen.

Wem der Dezember trotz Guetzli und

Adventskranz zu trostlos ist, sollte sich den

Auftritt von Summer Camp im Zürcher Exil

nicht entgehen lassen. Und alle anderen

gehen eh hin, weil Sommersonne auch im

Winter guttut. (lori)

60 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


29.11. Café Gold (Zürich)

New Bass

Order

Im August liess Rob Swire (Bild)

die Herzen aller Drum'n'Bassler

einen Schlag aussetzen, als er

trocken twitterte, dass Pendulum

nächstes Jahr wohl ein neues

Album veröffentlichen werden.

Das kam überraschend, da die

Band erst Anfang 2012 eine

Auszeit beschloss. Gehen Sie

Ende Monat ins Café Gold

(ehemals District 4) und fragen

Sie den Australier bei seinem

DJ-Set doch gleich selbst, was

Sache ist. Und mailen uns dann

seine Antwort, ja? Danke. (shy)

AUSGEHEN

....................................

PARTYS

....................................

die Sie bereuen,

wenn Sie sie nicht

gefeiert haben:

15.11. Bonsoir (Bern)

Planet Mercury

Weil er von Beginn an in der

aufkeimenden House-Szene im

Detroit der 80er mitmischte, hat der

ehemalige Hip-Hop-DJ und Telefonstatt-Kopfhörer-Verwender

Terrence

Parker (Bild) es mit seinem Werk zum

Forschungsgegenstand der

Geschichtsdepartemente zweier US-

Universitäten gebracht. Wenn Sie

Geschichte also live erleben, dabei

aber lieber im Club tanzen statt im

Hörsaal sitzen, dann ab an die Sause

der Berner Lokalhelden Mercury

Mitte November. (shy)

1.11. KINSKI (Zürich)

BÜSI

mit Shy Lajoie, Whisker

2.11. KuGl (St. Gallen)

Cyberpunkers

mit Cyberpunkers (live) und

Support

2.11. Exil (Zürich)

Mad Katz

mit DJ Feadz, Jack Pryce b2b VLT,

Disco D uvm.

2.11. Bar 3000 & Zukunft (Zürich)

8 Jahre Zukunft

mit Dejan, Jauss, M.A. uvm.

8.–9.11. KiFF (Aarau)

Kaleidoskop

mit DJ Hell, Dillinja, Mind Vortex

uvm.

9.11. Exil (Zürich)

W.A.R.! – We Are

Rockstars!

mit ShockOne, Dubnium, Frontline

uvm.

22.11. Härterei (Zürich)

Yuksek

Der Headliner

Ein eigenes Plattenlabel, Remixes im Monatstakt

und Produktionsarbeit für einige der dick-

Yuksek spielt mit seinem DJ-Set eigentlich nur

sten Newcomer des Jahres – Yuksek hat viel zu

zweite Geige am 22. November in der Härterei, der

tun. Am 22. November gewährt der Indie-Dance-

Haupt-Act ist

Vitalic

(Bild) mit seiner Liveshow,

König eine Audienz in der Zürcher Härterei, zu-

bei der Retro-Electroclash auf Rave-Fanfaren

sammen mit seinem Landsmann Vitalic. (rez)

trifft. Lokalen Support gibt's von

The Local Yocals und

Ein kultiger Werbespot reicht manchmal nicht; die Musik, die

Tee Moe.

dabei wummert, sollte möglichst vom gleichen Format sein. Das

100

wissen die Marketing-Menschen von Evian und darum lassen sie ihre

vitalen Babys zum Yuksek Remix des Reggae-Klassikers „Here Comes The Hot Stepper“ tanzen. Mit 64

95

Millionen Plays auf YouTube ist der Clip ein viraler Hit und Pierre-Alexandre Busson aka Yuksek dürfte es

das eine oder andere Booking mehr eingebracht haben, obwohl er auch vorher schon genug zu tun hatte.

75

Vor knapp zehn Jahren schnuppert er das erste Mal Bühnenluft als Teil der Electro-Combo Klanguage. Der

Band ist er bis heute treu, doch bereits wenig später startet er sein eigenes Projekt und die Zeit dafür

könnte nicht besser sein: Die Clubwelt schreit nach New-Rave und Yuksek antwortet mit harten Bässen

und schnellen Gitarren. Daneben liefert er einige der bis dato besten Indie-Remixes; Phoenix, Empire Of

25

The Sun oder die Kaiser Chiefs wurden alle vom 36-jährigen Franzosen auf Tanzflächentauglichkeit

geschraubt. Seit einem halben Jahr nun unterhält Pierre-Alexandre auch ein eigenes Label, auf Partyfine

5

sind Newcomer wie die Juveniles oder die dänische Synthie-Fee Oh Land daheim. Das Yuksek'sche

Imperium wächst weiter und wir können seine Weltherrschaft kaum erwarten.

0

15.11. KINSKI (Zürich)

LOUD!

mit G.A.S., LaRocka, Little Rascals,

HellChild

16.11. Nordstern (Basel)

Kollektiv

Turmstrasse

mit Kollektiv Turmstrasse,

Benotmane (live), Yare uvm.

16.11. Hive (Zürich)

20 Jahre Kompakt

mit Justus Köhnke, Coma (beide

live), Terranova, Tobias Thomas

uvm.

29.11. Bonsoir (Bern)

Kele Okereke DJ-Set

mit Kele, Favila & Valentine

30.11. Blok (Zürich)

Einsteins

mit Kid Sleazy, Prince Boogie,

2-Takt

6.12. KINSKI (Zürich)

BÜSI

mit Shy Lajoie, Whisker

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

107

RCKSTR MAG.

61


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Monat

Jahr

Jour

Mois

Année

Day GARE Month DE LION Year

Datum

Date

Date

Preis

Prix

Price

Spezifikation

Spécification

Specification

Zeit

Heure

Time

Vorverkauf

Location

Presale

Ende

Fin

End

Highlights

Oktober 2013

ID

LS6

FR 01 St.Kitts Royal Orchestra (CH)

Die Ostschweizer Band tauft ihre erste

Platte auf den Namen “ADA”. Ideenreicher

Rock vom königlichen Orchester...

Lieferung / Livraison / Delivery

Abbildung / Image / Picture

FR 08 MC René (DE)

“Alles auf eine Karte. Wir sehen uns im

Zug” - Eine Mischung aus Lesung, Rap und

Comedy.

FR 22 Veto (DK) und Yokko (CH)

Indie-Rock im Doppelpack! Gute Musik

kommt aus Kopenhagen und Bern im Wiler

Kulturbahnhof!

FR 29 Shakra (CH)

Mitteilung / Communication / Message

DIE Schweizer Hardrockformation kommt mit

ihrem neunten Album “Powerplay” in den

Gare de Lion!

Gare de Lion / www.garedelion.ch / Silostrasse 10 / 9500 Wil

Mehr auf www.garedelion.ch

LIVE:STEIL

1.11. Hola Ghost (DK)

2.11. Baschi (CH)

5.11. Friska Viljor (SWE)

13.11. The Ocean (D) Shining (NOR)

Hacride (FR) Tides from Nebula (POL)

15.11. Monkey Safari (WhatWhat, Monaberry)

22.11. DIA (WIP, Barcelona)

5.12. Shantel & BucovinaClub Orkestar (D)

7.12. Faul (Paris) Max Manie (Wien)

12.12. Mama Rosin (CH) Puts Marie (CH)

19.12. Yokko (CH) Spencer (CH)

10.1. Kashmir (DK)

SA 02. 11.

TURBOSTAAT D

FR/SA 08./09. 11.

KALEIDOSKOP ELECTRONIC MUSIC FESTIVAL

DJ HELL D – MIND VORTEX Uk

DILLINJA Uk U.V.M.

FR 16. 11.

AMATORSKI BE – BLACK MARBLE USA

DO 21. 11.

MISS LI SWE

DO 21. 11.

STRFKR USA

DI 26. 11.

METALMAYHEM: AGNOSTIC

FRONT USA

DO 05. 12.

SKIP & DIE zA - LIVE-SET

FR 06. 12.

YOKKO CH – PRISMA CH

DI 10. 12.

METALMAYHEM: UNEARTH USA

S

salzhaus.ch SALZHAUS WINTERTHUR starticket.ch

MEHR INFOS & SHOWS UNTER: WWW.KIFF.CH


100

95

75

FREITAG 6.12

KINSKI

DOORS: 23:00

ELL

OUT

Büsi Dez13

Sonntag, 27. Oktober 2013 04:47:06

Es war

Nicht alles

SchEiSSE!

25

5

0

loudII

Rock, Punk, Alternative and Metal only!

G.A.S. | La rocka | HellChild | Little Rascals

16. November 2013, 23:00

VVK: pApiersAAl.ch

Ab 18 JAhren

Fr. 15. November 23 Uhr

KINSKI


AUSGEHEN

present:

Mittwoch

5.3.14

20.00

Musical Theater

Basel

Einziges

Konzert

in der

Schweiz

DOWNLOAD A FREE SONG FROM JOE

jbonamassa.com/basel

WWW.HAIMTHEBAND.COM

DEBUT ALBUM – DAYS ARE GONE – OUT NOW

www.jbonamassa.com

www.ticketcorner.ch

VERANSTALTER: AllBlues Konzert AG und act entertainement AG

www.allblues.ch

www.actnews.ch

64 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe


Etzweiler zu Krausz: „Altä, du

häsch en riise Pickel am Hals.“

Yo Praktikantin Elli,

mach mal dein

Auf-dem-Klo-Gesicht!

Danke.

Salutieren – you're doing it wrong.

RCKSTR

Vintage-Club

18.10. GONZO

(Zürich)

RCKSTR

Star-Club

4.10. KINSKI

(Zürich)

Gewinnt stets unseren Doppelkinn-

Wettbewerb: Promogörl Meret.

Signature-Moves: Verleger Meier

trinkt, Promogörlmami Gloria

duckfacet.

Körperspannung ist alles. Auch beim

Reden.

Die RCKSTR-Posse besteht

ausschliesslich aus wunderschönen

Menschen, ähem.

Nicht von ungefähr wird Huevo

stets zum beliebtesten KINSKI-

Mitarbeiter gewählt.

Da hatte Tausendsassin Zoé ihr

Handy noch. Derjenige, der's danach

geklaut hat, wird von uns für den

FYYFFA nachnominiert.

xoxo Lars

AUSGEHEN

..................

Gast-Promo-

GÖRL des

Monats

..................

...And RCKSTR For All!

Und wenn

Lars Ulrich

schon Werbung

macht fürs Heft,

revanchieren wir uns

natürlich gerne:

Gehen Sie den

Metallica-Film

„Through The Never“

im Kino schauen –

grosser Artikel dazu

in unserer Oktober-

Ausgabe.

..................

RCKSTR #108 erscheint

am 6. Dezember!

..................

Themen im

nächsten Heft:

Wir haben Amsterdam

und die MTV Europe

Music Awards

auseinander genommen.

Die PlayStation 4

ist da!

Okay, manchmal sind wir wirklich

wunderschön.

nächste

RCKSTR-Partys

1.11. KINSKI

9.11. Exil

6.12. KINSKI

(Zürich)

„Fuck You, You

Fuckin' Fuck“-

Award 2013: Wen haben

Sie zum nervigsten Schweizer

des Jahres gewählt?

Riesiger Extrateil zum neuen

Album „Midnight Madness“

von One Direction inkl.

exklusiven Nacktbildern von

Harry Styles.

..................

#

Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe 107 RCKSTR MAG. 65


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Jetzt noch sexyer:

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66 RCKSTR MAG. # 107 Die auch Berlin ist eine Stadt mit Schlafkappen-Ausgabe

IMPRESSUM

RCKSTR MAG.

Grösste Musik- und Popkulturzeitschrift

der Schweiz.

Chefredaktor:

Schimun Krausz (shy)

Redaktions-Praktikantin:

Ellinor Lori (lori)

Redaktion:

David Gadze (dave)

Katinka Templeton (kätt)

Marco Rüegg (rgg)

Patrik Wydler (pat)

Rainer Etzweiler (rez)

Freie Autoren:

Andy Lanzone (lance)

Angel R. Schmocker (arse)

Cyril Schicker (cys)

David Branca (drum)

Elena Calì (eli)

Esther Meyer (töpf)

Franz X.A. Zipperer (fxaz)

Luisa Bider (bibi)

Michael Rechsteiner (rec)

Nora Haider (hai)

Raffaela Kolb (raf)

Reto Beeler (röhr)

Sandra Simic (itsch)

Sascha Wydler (saw)

Konzertfotos:

Ian Keates

Melanie Schweizer

Melanie Wydler

Tatjana Rüegsegger

Cover:

Model: Notonix

Fotograf: Jason Perkins

Grafik & Layout:

Joel Meier

Korrektorat:

André Reithebuch und sein

Assistent Schimun Krausz

Propaganda & Events:

Gloria Keller

Verkauf:

Rainer Etzweiler

Zoé Zimmermann

Distribution:

Pit „Pot“ Kägi

Team Rotkreuz:

Martin Schiess

Henna Matter

Team Wädenswil:

Monika Bestel

Walti Bestel

Katrin Widmer

Promogirls:

Nadia, Meret, Sandra, Stephi,

Vic, Melanie, Meme, Jasmin,

JayJay, Laura, Zora

Herausgeberin:

Youngcom AG

Zentralstrasse 37

CH-8003 Zürich

Geschäftsführer:

Joel Meier

Druck:

Die Wattenscheider

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D-44867 Bochum

Vetrieb:

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