ZT | August 2013
Ausgabe 17 - 08/13
Ausgabe 17 - 08/13
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Die Schnäppchenjäger<br />
Mentalität<br />
Gerd Kalmbach & Stefan Lapenat<br />
3 Tipps zum erfolgreichen<br />
Umgang mit Präsentationen<br />
Gert Schilling<br />
Quo vadis Trainer?<br />
Interview mit Helmut Fuchs<br />
Mitarbeiter Motivieren<br />
Monika Heilmann<br />
Remote Detailing<br />
Petra Sinn
„Diese diffusen Ängste müssen wir überwinden. Wenn<br />
wir das nicht hinkriegen, dann paralysiert uns eine<br />
Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden hat.“<br />
Frank Schätzing<br />
zukunft-Training
editorial<br />
Liebe Freunde , liebe Kollegen,<br />
manchmal innezuhalten und sich vielleicht auch zu fragen in welchem Spiel man gerade gefangen<br />
ist. kann eine hilfreiche Selbstorientierung sein.<br />
Wir sind eine Gesellschaft von Egoisten. Wenn wir unsere Sucht nach mehr nicht zügeln, sind<br />
wir verloren, schreibt der Theologe Friedrich Schorlemmer in der Zeit.<br />
Das Prinzip Gier macht unser Leben kaputt. (http://tinyurl.com/nxq5l3q)<br />
Ich habe Hunger. Landhunger. Profithunger. Lebenshunger. Liebeshunger. Machthunger. Ich<br />
kriege nie genug. Geld- und Geltungssucht sind heute innigst verbunden. Ihr Ursprung ist die<br />
Gier. Wo Gier zum Lebensprinzip avanciert, wird alles maßlos – ehe es kaputtgeht.<br />
Das PRINZIP GIER in der Speaker- und Trainerbranche und die zunehmende Verunglimpfung<br />
der sogenannten „GUTMENSCHEN“ sind nicht selten gekoppelt an eine histrionische Selbstdarstellung<br />
- eine in den aktuellen Diagnosesystemen der Psychiatrie und der klinischen Psychologie<br />
verwendete Begrifflichkeit zur Charakterisierung einer spezifischen Persönlichkeitsstörung.<br />
Als Hauptmerkmale gelten die übertriebene Neigung zur Emotionalisierung, Selbstdramatisierung<br />
und Theatralik sowie ein übermäßiges Streben nach Aufmerksamkeit.<br />
Als ein lieber Freund, prominenter Friedensforscher und Philosophieprofessor, Anfang der 90er<br />
Jahre mir bei einem Spaziergang um den Bodensee erzählte, dass er von einer Schweizer Bank<br />
eingeladen war, als Keynote-Speaker zusammen mit Leuten wie Vera Birkenbihl, Gerd Gerken<br />
und anderen aufzutreten, sagte er zu und schickte seine Honorarvorstellung von 3.500,- DM<br />
(inkl. Fahrtkosten). Daraufhin reagierte der Auftraggeber sofort und wollte darauf bestehen,<br />
dass er 15.000,- DM (zzgl. NK) nehmen sollte, wie es die anderen Referenten auch gefordert<br />
hätten. Und er sogar 20.000,- nehmen könnte, da sein Beitrag das absolute Highlight wäre.<br />
Mein Freund sagte daraufhin kurz und knapp, für ihn wäre kein Vortrag diese Summe wert<br />
und er käme nur zu seinen Honorarvorstellungen oder gar nicht. MIch hat das damals sehr<br />
beeindruckt und als ich ein Jahrzehnt später als Keynote-Speaker beim legendären Club 55<br />
am Gardasee eingeladen war, konnte ich nachmittags an einem Workshop teilnehmen, wo die<br />
„europäischen Spitzenreferenten“, versammelt um Goldmann, ihre Honorare verglichen und<br />
eigentlich keiner dabei war, der damals -angeblich“ weniger als 15.000,- fakturieren würde, wie<br />
mir Nikolaus Enkelmann versicherte. Da waren sie wieder, die ominösen 15.000,- (Euro mittlerweile)<br />
All das kam mir jetzt wieder in den Sinn, als ich den Artikel „Das Prinzip Gier“ von Friedrich<br />
Schorlemmer aktuell in der ZEIT gelesen habe und er Martin Luther zitiert:<br />
„Luther war übrigens Realist. Er verdammte keineswegs den Handel mit Geld und Waren in toto.<br />
Im Gegenteil: „Dass Kaufen und Verkaufen eine notwendige Sache ist, kann man freilich nicht<br />
leugnen. Man kann es nicht entbehren und kann es auch durchaus in christlicher Weise tun, nur<br />
müssen dabei Wert und Preis einer Ware redlich bestimmt werden.“ Das Übel beginne bei der<br />
Gier der Kaufleute, die sagen: Ich kann meine Ware so teuer verkaufen, wie ich es vermag. Sie<br />
halten das für ein Recht. Tatsächlich aber ist damit der Habsucht Raum gegeben, und der Hölle<br />
sind alle Türen und Fenster geöffnet.“<br />
Macht nachdenklich -wie der ganze Artikel. Besonders empfohlen für die Durchdringung des<br />
Themas sind die zahlreichen interessanten Leserbriefe.<br />
Falls Zeit am Wochenende: ES LOHNT SICH…<br />
Mehr dazu im nächsten Heft von <strong>ZT</strong>.<br />
Herzlichst<br />
Ihr<br />
Helmut Fuchs
4 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Ausgabe 17 08/13<br />
Inhalt<br />
06 Die Schnäppchenjäger Mentalität —<br />
Motivorientiert trainieren –<br />
Lehren auf höchstem Niveau<br />
Gerd Kalmbach & Stefan Lapenat<br />
14 Im Interview —<br />
Gerd Kalmbach & Stefan Lapenat<br />
20 3 Tipps zum erfolgreichen Umgang<br />
mit Präsentationen —<br />
Gert Schilling<br />
24 Quo vadis Trainer? —<br />
Interview mit Helmut Fuchs<br />
32 Mitarbeiter Motivieren —<br />
Nutzen Sie motivierendes Feedback<br />
Monika Heilmann<br />
40 Remote Detailing —<br />
Neue Wege im Vertrieb<br />
Petra Sinn<br />
Foto credits<br />
Die verwendeten Fotos stammen von<br />
Fotolia.de, pixeden.de oder aus dem<br />
privaten Archiv unserer Autoren.<br />
In Zusammenarbeit mit:<br />
TAM-Edition Verlag &<br />
Trainer-Akademie München &<br />
P5 Media Agentur<br />
Kontakt<br />
Web<br />
Redaktion<br />
Anzeigen<br />
www.zukunfttrainining.de<br />
redaktion@zukunfttraining.de<br />
anzeigen@zukunfttraining.de<br />
Coverfoto<br />
Gerd Kalmbach & Stefan Lapenat<br />
Copyright werdewelt.info<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 5
DIE<br />
SCHNÄPPCHENJÄGER<br />
MENTALITÄT<br />
von Gerd Kalmbach & Stefan lapenat<br />
6 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 7
Mit der<br />
SCHNÄPPCHENJÄGER-<br />
MENTALITÄT<br />
in die Vollen<br />
Motivorientiert trainieren – lehren auf höchstem niveau<br />
VON STEFAN LAPENAT & GERD KALMBACH<br />
Wer andere Menschen trainiert, ausbildet oder führt, kommt bei der Arbeit oft an seine persönlichen<br />
Grenzen. Der Grund dafür liegt nicht allein an möglichem mangelhaften Interesse oder Resignation der<br />
Trainingsteilnehmer, Mitarbeiter oder Auszubildenden, eigener schlechter Vorbereitung oder einem unzureichenden<br />
Methodenkoffer. Vielmehr geht es um die persönliche Einstellung und die Motive, die einen<br />
Lehrenden dazu bewegen, Wissen an andere weiterzugeben.<br />
Diese persönliche Kompetenz stellt sich als Kernkompetenz zu allen anderen Kompetenzen heraus – und<br />
die ist für erfolgversprechendes Lehren für beide Seiten absolut essentiell.<br />
8 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
ABLEHNUNG VS.<br />
ENTHUSIASMUS<br />
Jeder Trainer, Führungskraft<br />
oder Ausbilder<br />
kennt solche oder<br />
ähnliche Situationen:<br />
die Arbeitsatmosphäre ist angespannt, bei den<br />
Trainingsteilnehmern will der Funke einfach<br />
nicht überspringen, Auszubildende signalisieren<br />
„null Bock“ und die eigene Verunsicherung<br />
steigt. Die Herausforderung, das Ruder auf<br />
seine Seite zu ziehen, gleicht einer Besteigung<br />
des Mount Everest. Das ist auch der Grund,<br />
weshalb Train-the-Trainer Seminare immer gefragter<br />
werden, denn die Nachfrage nach praxisorientierten<br />
und begeisternden Trainings mit<br />
Nachhaltigkeit steigt und der Lernende möchte<br />
Spaß am Lernen haben.<br />
MENSCHEN WOLLEN HEUTE MEHR<br />
Egal in welchen Bereich man heute schaut:<br />
Menschen wollen sich weiterentwickeln. Viele<br />
Unternehmen haben diesen Trend längst erkannt<br />
und wissen diese Entwicklung für sich<br />
zu nutzen. Die Firmen verfügen zum Teil über<br />
eigene Inhouse-Trainer oder holen sich bei Bedarf<br />
externe Trainer ins Haus. Für den Trainer<br />
selbst bedeutet das, sich immer wieder auf<br />
neue Ausgangssituationen einstellen zu müssen.<br />
In einem Vorgespräch werden bereits die<br />
Ziele abgesteckt, doch in der Umsetzung ist<br />
große Flexibilität gefragt.<br />
Die Zeiten sind vorbei, in denen sich einer vor<br />
eine Gruppe stellt und vorgibt, wie man seine<br />
Trainings durchzuführen hat. Training ist vielseitiger<br />
geworden. Von jedem Trainer wird heute<br />
erwartet, neben Methoden und Fachwissen<br />
auch seine persönliche Note mit einzubringen.<br />
Und zwar so, dass jeder Teilnehmer mit Spaß<br />
PROJEKT: COACHING<br />
Persönlichkeit als Kompass und Steuer in schwierigen Gewässern<br />
Die Herausforderung des Kunden<br />
Eine erfahrene Führungskraft und Mitglied der Geschäftsleitung eines internationalen Logistikdienstleisters hatte die Aufgabe<br />
eine von der Unternehmensmutter verordnete Neuausrichtung des Unternehmens umzusetzen.<br />
Im Projektverlauf entstanden diverse Konflikte mit Mitarbeitern und weiteren Führungskräften, die scheinbar deutlich tiefer<br />
verankert waren.<br />
Die Aufgabe für die Wachstumsschmiede<br />
In einem eintägigen Coaching – Workshop mit der Wachstumsschmiede hat der Klient anhand des standardisierten Coachingprozesses<br />
die bestehende Situation und vor allem seine eigene Rolle hierin intensiv beleuchtet. Die Analyse der persönlichen<br />
Ressourcen, d.h. Motive, Motivationspotenziale und Werte brachte bislang nicht bewusst wahrgenommene Konflikte der Führungskraft<br />
mit der Neuausrichtung zu Tage. In einem sehr selbstkritischen Prozess erarbeitete sich der Klient anschließend seinen<br />
Handlungsplan mit konkret terminierten Maßnahmen. In unregelmäßigen „Refreshern“ unterstützt die Wachstumsschmiede<br />
die Umsetzung von der Coaching-Seite und hilft dem Klienten in seiner Umsetzung „auf Kurs“ zu bleiben.<br />
Der Effekt<br />
Erste umgesetzte Maßnahmen in der konkreten Führungsarbeit mit den eigenen Mitarbeitern verschafften dem Klienten direkte<br />
schnelle Umsetzungserfolge. Der Prozess wurde „leichter“ – der Gegenwind hatte abgenommen. Intensive Abstimmungsgespräche<br />
mit der Unternehmensmutter führten zu einer besseren „emotionalen“ Bindung des Klienten an den Gesamtprozess.<br />
Nach 6 Monaten ist das Resümee des Klienten kurz und kompakt : „Durch den Coachingprozess in der Wachstumsschmiede<br />
inspiriert und begleitet konnte ich wesentliche Schritte in meiner persönlichen Entwicklung selbst angehen und unser unternehmensinternes<br />
Changeprojekt signifikant vorwärtstreiben – und fühle mich emotional und körperlich viel besser damit.“<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 9
PROJEKT: KVP — MODERATOREN<br />
„Moderatoren-Mindset“ für Techniker<br />
Die Herausforderung<br />
Der kontinuierliche Verbesserungsprozess innerhalb des Unternehmens soll dadurch weiter forciert werden, dass in allen Abteilungen<br />
Verantwortliche definiert werden, die dafür sorgen, in regelmäßigen Workshops alle Beteiligten mit ins Boot zu nehmen.<br />
Diese internen KVP Moderatoren sind fachlich gut ausgebildet, in der Rolle des moderierenden Methodenexperten besteht<br />
jedoch noch Unterstützungsbedarf.<br />
Die Aufgabe für die Wachstumsschmiede<br />
Die Aufgabe bestand darin, die Moderatoren vor allem in dem „mind-set“ des Moderatoren zu trainieren, um den Charakter einer<br />
„Schulung“ zu vermeiden. Es ging also um ein Methodentraining, um die Teilnehmer/innen dazu zu befähigen, ansprechende<br />
und wirksame Workshops durchzuführen, die bei allen Beteiligten zu hoher Zufriedenheit führten.<br />
Der Effekt<br />
Die Moderatoren sind nach dem dreistufigen Konzept (Grundlagentraining, Refresher nach zwei Monaten, Erfahrungsaustausch<br />
und Aufbauworkshop nach 5 Monaten) in der Lage, kontinuierliche Verbesserungen in den jeweiligen Projektteams in Workshops<br />
zu erarbeiten. Dabei fungieren die Moderatoren tatsächlich in der Rolle des Methoden- aber eben nicht des Fachexperten.<br />
PROJEKT: AUSBILDERKONFERENZ<br />
Nationale Ausbilderkonferenz & KnowHow - Transfer<br />
Die Herausforderung des Kunden<br />
In einem international tätigen Konzern im Spezialmaschinenbau fielen im Bereich der Ausbildung immer wieder starke Unterschiede<br />
im Wissensstand und Vorgehen der Ausbilder in den verschiedenen Unternehmensbereichen auf.<br />
Durch einen besonderen „Workshop“ sollte das gemeinsame Verständnis von „Ausbildung“ als auch der Wissensstand (vor allem<br />
über im Unternehmen erarbeitete zur Verfügung stehende Materialien) der Ausbilder deutlich verstärkt werden.<br />
Die Aufgabe für die Wachstumsschmiede<br />
In einer „nationalen Ausbilderkonferenz“ wurden an zwei Tagen über 40 Ausbilder in einem abwechslungsreichen Programm<br />
durch die Wachstumsschmiede begleitet.<br />
Egal ob der externe Vortrag eines Polizisten zum Thema „Jugendgewalt“ oder ein Spezialistenbeitrag zum Thema „Hirngerechtes<br />
Lernen“ – die Vielfalt der Impulse bedeutete, dass jeder Teilnehmer etwas für sich mitnehmen konnte.<br />
Das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt untereinander wurden in aktiven Gruppenarbeiten gefördert. Highlight der<br />
Veranstaltung war das gemeinsame Erarbeiten einer „Ausbildungsschatztruhe“ in der erstmalig die verschiedenen Materialien<br />
und Methoden der verschiedenen Ausbilder aller Standorte zusammengetragen wurden. Zitat eines Teilnehmers : „Erst jetzt<br />
weiß ich, was wir als Unternehmen überhaupt alles wissen.“<br />
Der Effekt<br />
Die Zusammenarbeit zwischen den Standorten und Ausbildern im Bereich der Ausbildung hat sich deutlich verbessert. Durch<br />
einen Prozessschritt in dem die Teilnehmer sich auch persönlich besser kennen lernten, wurde die Grundlage für bessere „zwischenmenschliche“<br />
Beziehungen gelegt, so dass auch Kommunikation und Austausch intensiviert wurden.<br />
10 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
ei der Sache ist und gerne Ideen und Lösungen<br />
mitentwickelt, die ihm auch in der Praxis<br />
dienen und noch möglichst lange wirken können.<br />
DIE SCHNÄPPCHENJÄGER-MENTALITÄT<br />
Neben all dem Enthusiasmus ist eins sicher: Wir<br />
Menschen sind Schnäppchenjäger, denn für<br />
uns ist eine Sache wichtig. Nämlich die Antwort<br />
auf die Frage, wie wir mit so wenig Aufwand<br />
wie möglich einen Zustand erreichen können,<br />
in dem wir uns wohl fühlen. Selbstverständlich<br />
trifft das auch auf Trainings zu – für die Teilnehmer<br />
wie den Trainer gleichermaßen. Und hier<br />
sitzt die Herausforderung, denn die Trainingssituation<br />
ist für den Lehrenden selbst meist alles<br />
andere als eine Wohlfühlsituation. Und das ist<br />
der Knackpunkt.<br />
Wenn ein Trainer oder eine Führungskraft allerdings<br />
weiß, was ihn antreibt und was er braucht,<br />
um sich vor einer Gruppe wohlzufühlen, erreicht<br />
er mit genau dieser Schnäppchenjäger-<br />
Mentalität seine Ziele: er kann seine Potenziale<br />
gekonnt einsetzen – mit geringem Aufwand.<br />
TOP MOTIVIERT:<br />
MOTIVORIENTIERT TRAINIEREN<br />
Wir alle verfügen über Antreiber – sogenannte<br />
Motive – die uns zu Höchstleistungen laufen<br />
lassen. Bei diesen Motiven reicht die Palette von<br />
dem Streben nach Selbstbestimmung über das<br />
Streben nach Nervenkitzel bis hin zum Streben<br />
nach neuen Erfahrungen, um nur einige davon<br />
zu nennen. Messbar werden diese Motive mit<br />
der sogenannten MotivationsPotenzialAnalyse<br />
MPA, die mit einer ‚limbischen Fragetechnik‘<br />
nach der emotionalen Stärke der einzelnen Mo-<br />
PROJEKT: TRAIN – THE – TRAINER<br />
Internationale Trainerqualifikation für IT - Experten<br />
Die Herausforderung des Kunden<br />
Die weltweite Neuausrichtung der IT-Landschaft im Bereich Projektmanagement eines internationalen Konzerns führt nach über<br />
4jähriger Entwicklung zu einem Schulungsbedarf von über 20.000 Mitarbeitern.<br />
Als interne Multiplikatoren waren die jeweiligen Projektmanager vor Ort vorgesehen. Diese Experten hatten entsprechend IT-<br />
Expertise, die es nun um ein methodisches Grundhandwerkszeug zu ergänzen galt.<br />
Die Aufgabe für die Wachstumsschmiede<br />
Nach dem Briefing durch den Auftraggeber erfolgte eine erste methodische Konzeption. Hierbei galt es das vom Auftraggeber<br />
zur Verfügung gestellte Zeitfenster von nur einem Tag für die Workshops bestmöglich zu nutzen, um kompakte und pragmatische<br />
Werkzeuge für die Trainings zu erarbeiten. Der Trainerleitfaden und die Handouts wurden in der Wachstumsschmiede<br />
jeweils zweisprachig erstellt und die eingesetzten Trainer eingewiesen.<br />
In vier parallel laufenden inhaltlich identischen Workshops in deutscher und englischer Sprache wurden über 50 Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter aus der ganzen Welt trainiert.<br />
Der Effekt<br />
In den Workshops erarbeiteten sich die Teilnehmer grundlegendes Handwerkszeug mit denen sie ihr inhaltliches Wissen methodisch<br />
nun deutlich sicherer transportieren konnten.<br />
Die besondere Herausforderung auch einiges des selbst erlernten „methodischen“ KnowHows in den jeweiligen Regionen weiterzugeben<br />
wurde ebenfalls gut gemeistert.<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 11
tive fragt – also mit neurowissenschaftlichem<br />
Hintergrund analysiert, was Menschen wirklich<br />
antreibt.<br />
Besonders spannend kann motivorientiertes<br />
Trainieren für Auftraggeber sein, die mit internen<br />
Trainern arbeiten und sicherstellen wollen,<br />
dass diese auch mit Spaß bei der Sache sind.<br />
Die Arbeit mit den Trainern findet sowohl auf<br />
Coaching- als auch auf Trainingsebene statt<br />
und bietet in dieser Kombination des motivorientierten<br />
Trainings eine ganze andere Ebene<br />
der Reflexion, denn es geht um die Fragen:<br />
· Bin ich an der richtigen Stelle?<br />
· Kann ich das, will ich das überhaupt?<br />
· Was treibt mich eigentlich an?<br />
· Wie baue ich mein Training auf, da mit es mir<br />
gut tut?<br />
Nicht nur für Trainer bietet motivorientiertes<br />
Training einen großen Vorteil, sondern auch<br />
Ausbilder und Führungskräfte können dieses<br />
Wissen für ihre täglichen Herausforderungen<br />
optimal nutzen. Das Wissen um die eigenen<br />
Motive macht es auch erst möglich, die Motive<br />
der Mitarbeiter, Teammitglieder oder Auszubildenden<br />
besser zu verstehen. Ist dieses Verständnis<br />
erst aufgebaut, kann man die Menschen<br />
viel besser erreichen und weiß, wie man<br />
sie „mitnimmt“. Auf diese Weise ist man bestens<br />
vorbereitet, seine Trainings, Präsentationen<br />
oder Moderationen zu führen.<br />
WACHSTUM? ERWÜNSCHT!<br />
Dass diese Ebene der Kombination Training /<br />
Coaching persönliches Wachstum ermöglicht,<br />
liegt klar auf der Hand. Zum einen wird in den<br />
Seminaren die Eigenverantwortung des Teilnehmers<br />
nicht nur gefördert sondern auch<br />
gefordert. Die angewandten Methoden bieten<br />
12 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Gerd Kalmbach<br />
Gerd Kalmbach arbeitet seit über 12 Jahren als freiberuflicher Trainer branchenübergreifend in deutschen und internationalen Projekten rund um das<br />
Thema Lehren und Lernen. Als diplomierter Pädagoge mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung liegt es ihm besonders am Herzen, mit aktivierenden<br />
und begeisternden Trainings Veränderung, Spaß am Erlernen neuer Verhaltensweisen und Wachstum zu ermöglichen. Seine Ideen rund um das Thema<br />
Lehren und Lernen sind im Rosenberger Fachverlag erschienen.<br />
Gerd Kalmbach<br />
www.wachstumsschmiede.de<br />
individuelle Ansätze, die jeder für sich passend<br />
einsetzen und mit seiner persönlichen Note<br />
würzen kann. Auf der anderen Seite werden im<br />
Coaching Stärken und Schwächen analysiert,<br />
alte eingefahrene Denkmuster reflektiert, neue<br />
Lösungswege erarbeitet und die antreibenden<br />
Motive herausgearbeitet.<br />
Persönliches Wachstum erleben spornt an und<br />
motiviert, andere Menschen in deren Wachstumsprozess<br />
zu begleiten – mit Begeisterung<br />
und Spaß!<br />
FAZIT<br />
Jeder Mensch ist individuell – wie auch seine<br />
Fähigkeit zu lernen. Eine Grundkenntnis, die<br />
für jeden, der lehrt und sein Wissen mit Nachhaltigkeit<br />
und Engagement in eine motivierte<br />
Gruppe reingeben will, absolut essentiell ist.<br />
Dabei muss der Trainer, der Ausbilder oder die<br />
Führungskraft neben der Tatsache, einen gut<br />
gefüllten Methodenkoffer mitzubringen auch<br />
eine positive Lernatmosphäre schaffen können,<br />
die die Leute aktiviert und mit Spaß teilhaben<br />
lässt. Realisierbar ist das nur, wenn er selbst<br />
auch Spaß daran hat.<br />
Motivorientiertes Trainieren bietet dafür den<br />
Grundsatz und vereint die beiden Kompetenzen<br />
Training und Coaching. Wer seine Potenziale<br />
kennt und weiß, was ihn antreibt, kann<br />
auch verantwortungsvoll seiner Aufgabe nachgehen,<br />
ist offen für andere Personen und lernt,<br />
deren Potenziale optimal einzusetzen und zum<br />
Lernen zu motivieren.<br />
***<br />
von Gerd Kalmbach und Stefan Lapenat<br />
Stefan Lapenat<br />
Seit fast 10 Jahren arbeitet Stefan Lapenat als freiberuflicher Trainer, Berater und Coach. „Menschen und Ideen zum Fliegen bringen“ ist sein persönliches<br />
Motto und die große Überschrift über seiner Arbeit. Als studierter Diplom-Wirtschaftsinformatiker kam er über das Thema eLearning in die<br />
Weiterbildungsbranche und hat seine breit gespannte Expertise: Er ist theoretisch fundiert durch verschiedene Weiterbildungen (u.a. Geprüfter Managementtrainer<br />
& Unternehmensberater nach BDVT und zertifizierter Business-Coach der european business school ebs & nach DVCT) und praktisch<br />
erfahren durch den Aufbau zweiter Unternehmen in leitender Funktion mit Management- und Führungsverantwortung. Stefan Lapenat ist außerdem<br />
Mitentwickler, Ausbilder und zertifizierter MPA-Experte für die MotivationsPotenzialAnalyse MPA.<br />
Stefan Lapenat<br />
www.wachstumsschmiede.de<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 13
14 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
INTERVIEW<br />
mit Gerd Kalmbach<br />
und Stefan Lapenat<br />
Herr Kalmbach, Sie sind bekannt für Ihre bunten Trainings<br />
und Seminare, Ihr Kollege Stefan Lapenat für<br />
tiefgehende Coachings. Wie kam es zu der Idee, sich<br />
als Wachstumsschmiede zu ergänzen?<br />
Das lag insofern nahe, als dass sich unsere Kompetenzen<br />
hervorragend zum Nutzen unserer Kunden ergänzen. Gerade<br />
die Orientierung an den individuellen Motivpotenzialen,<br />
die Stefan Lapenat mit in die Wachstumsschmiede<br />
bringt, ergänzt unser bisheriges Train-the-Trainer Portfolio<br />
sinnvoll und macht es aus unserer Sicht einzigartig. Denn<br />
diese Kombination ermöglicht nicht nur eine ganz neue<br />
Qualität in Sachen „Teilnehmerorientierung“, indem wir<br />
uns eben ganz besonders darauf konzentrieren, die Seminare<br />
an der jeweiligen Motivstruktur der Lernenden auszurichten.<br />
Nein, wir können auch den Trainern helfen, in<br />
ihrem Beruf noch zufriedener und damit erfolgreicher zu<br />
sein, da sie ihre eigenen Motive erkennen und diese dann<br />
auch in ihrer Didaktik ausleben lernen. Also ein doppelter<br />
Gewinn, sowohl für Teilnehmer als auch Trainer.<br />
Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Ihrer Arbeitsweise<br />
als Wachstumsschmiede, Herr Lapenat?<br />
Diese Frage lässt sich wohl besser aus der Kundenperspektive<br />
beantworten. Hier bekommen wir Rückmeldungen,<br />
dass wir uns für unsere Kunden wahrnehmbar „ins<br />
Zeug legen“, also auch immer wieder bestehende Dinge<br />
in Frage stellen, um bessere Lösungen zu finden. Bei dem<br />
Bild der Schmiede drängt sich auch immer wieder der<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 15
klassische Spruch auf, dass alles wie ein Nagel<br />
aussieht, wenn du nur einen Hammer besitzt.<br />
Wir sehen die Wachstumsschmiede als Ort, an<br />
dem Menschen sich selbst und eine Vielzahl<br />
an „Werkzeugen“ ausprobieren können. Und<br />
wie es in einer Schmiede üblich ist, fließt dabei<br />
auch durchaus Schweiß, weil eben hart gearbeitet<br />
wird – aber eben mit Freude daran und<br />
dem guten Gefühl, besser zu werden. Durch das<br />
weit gespannte Methodenspektrum der Wachstumsschmiede<br />
lassen wir in unsere Arbeit viele<br />
Impulse einfließen und können uns sehr gut an<br />
den aktuellen, tatsächlichen Anforderungen<br />
unserer Teilnehmer orientieren.<br />
Was unterscheidet die Wachstumsschmiede<br />
Ihrer Meinung nach von anderen Train-the-<br />
Trainer Angeboten auf dem Markt?<br />
Mit der über 12-jährigen Didaktik-Expertise<br />
von Gerd Kalmbach erhalten die Teilnehmer<br />
eine gute Grundlage für Ihr eigenes Lernen – so<br />
entsteht aus reinem „Toolwissen“ tatsächliche<br />
Kompetenz, die in der Praxis nachhaltig angewendet<br />
wird. Von Teilnehmern gibt es daher<br />
auch immer wieder die Rückmeldung „Die wissen,<br />
was sie tun und verstehen ihr Handwerk.“<br />
Das Wichtigste ist jedoch die Emotion dabei.<br />
Denn wie sollen unsere Teilnehmer anderen<br />
Freude am Lernen vermitteln, wenn sie selbst<br />
diese Freude nicht wahrgenommen und gespürt<br />
haben (und wie hilfreich dies ist). Auch<br />
und gerade aus diesem Grund versuchen wir<br />
unsere Seminarteilnehmer zu entzünden, es<br />
darf und soll gelacht werden. Dinge sollen<br />
schiefgehen dürfen. Es geht darum, sich auszuprobieren<br />
und zu lernen. Da Gerd Kalmbach<br />
und ich auch gemeinsam mit einigen anderen<br />
Trainerkollegen Improvisationstheater spielen,<br />
nutzen wir auch dieses Know-how, um unsere<br />
Trainings noch interaktiver und lebendiger zu<br />
gestalten.<br />
16 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
„<br />
Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat,<br />
sieht in jedem Problem einen Nagel.<br />
“<br />
Paul Watzlawick<br />
Was zeichnet Ihre Arbeit als Kombination von<br />
Coaching und Training ganz besonders aus?<br />
Uns ist eine saubere Trennung von Training, Beratung<br />
und Coaching sehr wichtig, da es zwar<br />
teilweise ähnliche Methoden gibt, aber die Art<br />
zu arbeiten sich grundsätzlich unterscheidet.<br />
So haben wir für ein internationales Unternehmen<br />
ein individuelles Konzept für einen halbtägigen<br />
Workshop für ein Marketing-Strategie-<br />
Rollout erstellt. Auf diese Weise entstand vom<br />
Zeitablauf über Grobskizzen der zu erstellenden<br />
Flipcharts und Pinnwände bis hin zum Teilnehmerhandout<br />
ein komplettes Paket – ein klassischer<br />
Beratungsauftrag. Im nächsten Schritt<br />
wurden in zwei eintägigen Train-the-Trainer-Veranstaltungen<br />
die jeweiligen Marketing-Verantwortlichen<br />
für dieses Konzept fit gemacht und<br />
haben dieses live erprobt – hier waren wir nun in<br />
der Trainerrolle tätig.<br />
In beiden Fällen haben wir als Wachstumsschmiede<br />
den Kunden mit unserer Expertise und<br />
Know-how – unseren Inhalten und Tools – „aufgeschlaut“.<br />
In unseren eintägigen Coaching-Workshops (mit<br />
dem Prozess des Systemischen Management-<br />
Coachings nach der Hamburger Schule) hingegen<br />
liefern wir keinen Inhalt sondern Plattform<br />
und Methodik, damit unser Coachee sich selbst<br />
den Weg bahnen und zu Erkenntnissen kommen<br />
kann. Kurz gesagt unterstützen wir hier beim<br />
„strukturierten Nachdenken“.<br />
***<br />
Herr Kalmbach, Herr Lapenat, vielen Dank für<br />
das Interview!<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 17
18 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Wilhelm Schmid: Dem Leben Sinn geben<br />
Immer mehr Menschen fragen nach Sinn. Aber warum ist das so?<br />
Und was sind die möglichen Antworten darauf? Wilhelm Schmid<br />
geht von der Beobachtung aus, dass viele Menschen Sinn in der<br />
Liebe erfahren, Sinnlosigkeit aber, wenn sie zerbricht. Ist das ein<br />
Indiz dafür, wo Sinn zu finden ist? Warum dann aber alles vom<br />
Gelingen einer einzigen Liebe abhängig machen? Sollte es die<br />
Liebe nicht besser im Plural geben? Viele mögliche Lieben und<br />
ihr Sinnpotenzial rücken in diesem Buch ins Licht: Die Liebe in der<br />
Familie und zwischen Freunden, die Liebe zu Tieren und zur Natur,<br />
zur Kunst und Kultur, zu Ideen und Dingen, zum Geld, zur Heimat,<br />
zum Leben, zum Tod und zu einem möglichen Darüberhinaus, zu<br />
Gott. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Feindesliebe: Ist es denkbar,<br />
sie vom christlichen Ideal abzulösen und auch der Feindschaft<br />
eine Rolle bei der Sinngebung fürs Leben zuzugestehen? Wilhelm<br />
Schmid zeigt, wie mit jeder Liebe Sinn ins Spiel kommt. Deutlich<br />
wird in seinem neuen Buch, wie vielfältig und abgründig Sinn sein<br />
kann. Wer sich fragt, was Sinn ist und was sich im eigenen Leben<br />
dafür tun lässt, findet hier eine Fülle von Anregungen.<br />
Wilhelm Schmid,<br />
geb. 1953, lebt als freier Philosoph<br />
in Berlin und lehrt Philosophie als<br />
außerplanmäßiger Professor an<br />
der Universität Erfurt. Viele Jahre<br />
lang war er als Gastdozent in Riga/<br />
Lettland und Tiflis/Georgien, sowie<br />
als »philosophischer Seelsorger«<br />
an einem Krankenhaus bei Zürich/<br />
Schweiz tätig.<br />
Gebunden, 472 Seiten<br />
22,95 EUR [D]<br />
ISBN-13: 978-3518423738<br />
März <strong>2013</strong><br />
Suhrkamp Verlag<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 19
20 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
3<br />
TIPPS<br />
ZUM ERFOlGREIChEn UMGAnG<br />
MIT PRÄSENTATIONEN<br />
VOn GERT SChIllInG<br />
Nach einem regelrechten PowerPoint Boom flaut nun die Begeisterung allmählich<br />
ab. „Präsentierst du mit PowerPoint oder hast du was zu sagen? „. Wer von<br />
uns hat noch keine Textwüsten-Charts erduldet und Präsentationen erlebt die<br />
wie betreutes Vorlesen ablaufen?<br />
Behalten Sie die Zügel fest in der Hand, denn es geht auch anders.<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 21
TIPP NR. 1 : BEAMER AUS TIPP NR. 2 : BILDER WIRKEN LASSEN TIPP NR. 3 : CHARTS REDUZIEREN<br />
Bringen Sie Abwechslung in Ihre<br />
Präsentation. Laptop und Beamer<br />
freuen sich, wenn Sie Gesellschaft<br />
bekommen. Flipchart,<br />
Pinnwand, ein Plakat, Modell<br />
oder Muster und Sie selbst können<br />
als Visualisierung auf die Bühne treten.<br />
Präsentationen werden oft am Rechner konzipiert<br />
und nach dem klassischen Einstieg mit<br />
der Startfolie folgen dann Chart 1 bis 160. Und<br />
zum Schluss verabschiedet uns ein Chart mit<br />
„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“. Machen<br />
Sie es besser. Beginnen Sie mit einer Flipchartzeichnung,<br />
bringen Sie ein passendes Objekt<br />
mit, dass sich als Metapher eignet, spielen Sie<br />
eine Dialogsituation vor, zeigen Sie ein Bild an<br />
der Leinwand, initiieren Sie zu einer These ein<br />
Votum der Teilnehmenden und bauen dann<br />
wieder ein Power-Point Grafik in Ihren Vortrag<br />
ein. Ein solcher Aufbau erfordert eine andere<br />
Herangehensweise schon bei der Vorbereitung.<br />
Laptop und Beamer werden als Medien unter<br />
anderen mitgedacht und nicht als die einzigen.<br />
Probieren Sie mal eine Präsentation aus bei der<br />
Sie 15% mit Laptop und Beamer und 75% mit<br />
anderen Medien visualisieren. Herausfordernd<br />
aber wirkungsvoll!<br />
Ein Tipp dazu: »Schalten« Sie den Beamer zwischendurch<br />
ab! Gerätetechnisch ist das meist<br />
nicht so einfach, da das Wiederanschalten dann<br />
wieder eine Weile dauern kann. Der Trick ist mit<br />
»Schwarzfolien« zu arbeiten. Zwischen den einzelnen<br />
Charts erscheinen vollkommen schwarze<br />
Folien, die wie ein »Ausschalten« des Beamers<br />
wirken, obwohl der Beamer weiterläuft<br />
und nur eine schwarze Fläche »projiziert«. Der<br />
Vorteil der Schwarzfolie ist, dass Sie von Chart<br />
A über eine Schwarzfolie zu Chart B gelangen<br />
und weiche Folienübergänge zu und von der<br />
schwarzen Folie gestalten können. Dann sieht<br />
es nicht so aus als wäre der Beamer ausgefallen.<br />
Und noch ein Tipp: Lassen Sie Ihre Präsentationen<br />
auch mit einer schwarzen Folie beginnen<br />
und enden. Der Vorteil ist: Sie können die Präsentation<br />
starten bevor Ihre Teilnehmenden da<br />
sind. Begrüßen Sie Ihre Teilnehmenden referentenzentriert<br />
ohne Baemer-Visualisierung. Und<br />
auch Ihr Schlusssatz, Ihre „Take home message“<br />
wirkt klarer, wenn er direkt und mit Blickkontakt<br />
von Ihnen kommt. Probieren Sie es aus.<br />
Gestalterisch unterscheide ich zwischen erklärenden<br />
und illustrativen Bildern. Erklärende<br />
Bilder helfen uns einen Sachverhalt besser zu<br />
erläutern, illustrative können eine Stimmung<br />
oder Gefühl vermitteln. Der Übergang ist dabei<br />
fließend.<br />
Bilder, die uns im Vortrag helfen einen Sachverhalt<br />
zu erklären benötigen meist keinen Text.<br />
Ein Beispiel: Sie zeigen ein Foto von dem neuen<br />
Produkt - ein paar Laufschuhe. Was sollte darüber<br />
stehen? „Unser neues Produkt!“ oder „Die<br />
neuen Laufschuhe“ - Alles überflüssig. Das Bild<br />
spricht für sich alleine. Die Erläuterung dazu liefern<br />
Sie verbal.<br />
Der Tipp: Das Bild formatfüllend zeigen – und<br />
sonst nichts. Verzichten Sie auf Kopf-, Fußzeile<br />
oder Logo. Wenden Sie als gestalterische Regel<br />
die Reduktion an. Wenn das Bildformat nicht<br />
genau der Präsentationsfläche entspricht, zeigen<br />
Sie das Bild vor einem schwarzen Hintergrund.<br />
Die Projektion wirkt ohne weißen Rand<br />
viel klarer, ruhiger und fokussierter.<br />
Sicherheit, Vertrauen, Partnerschaft, Aufbruch.<br />
Das lässt sich durch ein gut gewähltes, illustratives<br />
Bild vermitteln, optional kombiniert mit<br />
einer kurzen Textbotschaft.<br />
Lösen Sie sich bei der Bildwahl von den klassischen<br />
Klischees wie den schüttelnden Händen<br />
bei der Botschaft „Partnerschaft“ oder der Weltkugel<br />
beim Thema „Handel“. Wollen Sie einen<br />
Text in das Bild integrieren, achten Sie darauf,<br />
dass das Bild eine ausreichend große „ruhige“<br />
Fläche hat auf dem Sie den Text platzieren können.<br />
„Charts müssen unverständlich sein“ hat mal<br />
ein Freund von mir gesagt. Das ist natürlich<br />
übertrieben. Die Idee dahinter ist: „Charts müssen<br />
nicht selbsterklärend sein.“<br />
Möchte ich meine Botschaft über ein Dokument<br />
wie ein Handout, eine Broschüre oder ein<br />
Buch vermitteln, dann gelten andere Regeln als<br />
bei der Gestaltung eines Charts für die Präsentation.<br />
Ein Buch muss alleinverständlich sein.<br />
Bei einem Präsentationschart gilt „Weniger ist<br />
mehr.“ Ich gestalte also ein Dokument oder ein<br />
Chart. Die Betonung liegt auf „oder“. Wenn ich<br />
einen Kompromiss zwischen Dokument und<br />
Chart fabriziere ist dieser immer faul. Ich werde<br />
weder dem einem noch dem anderen gerecht.<br />
Neulich war ich zu einem Vortrag eingeladen.<br />
Man bat mich meine PowerPoint Präsentation<br />
vorab zu schicken um diese für die Teilnehmerunterlagen<br />
auszudrucken. Da musste ich leider<br />
passen. Meine Präsentationen funktionieren<br />
nicht als Printversion, denn ohne meine Erklärung<br />
sind sie weitestgehend unverständlich.<br />
Erst in der Verbindung mit meiner Präsentationsperformance<br />
wird die Botschaft transportiert.<br />
Wenn Sie Ihren Teilnehmenden trotzdem eine<br />
Unterlage mit Ihrem Thema überreichen möchten<br />
bedeutet das - Achtung bittere Wahrheit –<br />
doppelte Arbeit.<br />
Sie erstellen eine Präsentation und ein Dokument.<br />
Hier liegt die Betonung auf „und“. Das<br />
Chart erstellen Sie mit Ihrer Präsentationssoftware<br />
und das Dokument mit Ihrer Layout Software<br />
wie Indesign oder wenn Sie leidensfähig<br />
sind mit Word.<br />
Wenn Sie diesem Gedankengang folgen kann<br />
das befreiend sein. Sie müssen bei der Gestaltung<br />
Ihrer Charts nicht mehr daran denken „Wie<br />
gestalte ich das Chart (allein) verständlich“ sondern<br />
überlegen „nur noch“: „Was brauche ich an<br />
visueller Unterstützung für meine Botschaft“.<br />
Und das ist meist verdammt wenig.<br />
Der Schlüssel: „Reduktion auf die Kernbotschaften<br />
- verbal und visuell.“ Ihre Teilnehmenden<br />
werden es Ihnen danken.<br />
***<br />
von Gert Schilling<br />
22 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Trainer Kongress Berlin<br />
Herr Schilling, was ist der Trainer Kongress Berlin?<br />
Die Idee ist an diesem Tag Kolleginnen und Kollegen zusammenzubringen<br />
um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und interessante Methoden<br />
zu erfahren. Der Trainer|Kongress|Berlin ist eine Veranstaltung für Trainer,<br />
Coaches und Weiterbildner. Aus einer Vielzahl von workshops zu trainerspezifischen<br />
Themen können die Teilnehmenden sich ihr Programm zusammenstellen.<br />
Welche Workshop- Themen werden dort angeboten?<br />
Wir haben immer eine bunte und interessante Mischung von didaktischen<br />
Themen über Motivation, Führungstrainings, Marketing bis Zaubern für<br />
Trainer dabei. In den Workshops öffnen die Referentinnen und Referenten<br />
ihre Erfahrungsschatzkiste und gewähren Einblick in ihre Seminartätigkeit.<br />
Das Konzept ist, dass die Teilnehmenden konkrete Tipps mitnehmen, die sie<br />
direkt in ihre Praxis umsetzen können. Die Workshops sind eine Mischung<br />
aus lebendigem Vortrag und aktivierenden Methoden mit dem Ziel, dass<br />
die Teilnehmenden angeregt werden selbst in Aktion zu treten und eigene<br />
Erfahrungen machen.<br />
Was ist das Besondere daran?<br />
Die ganze Veranstaltung ist besonders.<br />
Wir wollen im Großen und in vielen Details gut und anders sein. Das geht<br />
schon los bei den Veranstaltungsräumen, einem historischer Ort mitten in<br />
Berlin, über die Auswahl der Referentinnen und Referenten mit spannenden<br />
und außergewöhnlichen Themen bis zum lernleichten Catering .<br />
Mir und dem ganzen Trainer- Kongress -Team liegt besonders viel daran<br />
eine herzliche, persönliche, lockere und intensive Veranstaltung zu organisieren<br />
und wenn ich mir die Feed Backs so ansehe gelingt uns das, trotz der<br />
Größe, die wir inzwischen erreicht haben.<br />
Bei meiner Eröffnungsrede lasse ich mir jedes Mal was ganz Besonderes einfallen<br />
und baue inzwischen schon traditionell ein Zauberkunststück mit ein.<br />
***<br />
Gert Schilling, vielen Dank für das Interview!<br />
Gert Schilling<br />
www.gert-schilling.de<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 23
QUO VADIS TRAINER?<br />
Interview mit Dr. Helmut Fuchs<br />
„<br />
Managementtrainer suchen ein neues<br />
Rollenverständnis und verstehen sich<br />
immer mehr auch als Gaukler, Hofnarren<br />
und Komödianten.<br />
“<br />
24 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 25
QUO VADIS TRAINER?<br />
Interview mit Dr. Helmut Fuchs<br />
Managementtrainer zu sein ist eine große Rollenherausforderung und wird<br />
zunehmend mit den farbigsten Metaphern beschrieben. Neben der noch<br />
nachvollziehbaren Rolle als Referent, Dozent, Seminarleiter gibt es bereits<br />
den Bildungsmanager, Andragoge, Weiterbildner, Lehrer, Chaos-Piloten,<br />
den Begriff des Gärtners, Hebamme oder Bauchladenhändler oder schlicht<br />
den Coach und letztlich den Speaker. Aber immer mehr scheint der Beruf<br />
sich für Gaukler, Hofnarren und Komödianten zu öffnen.<br />
Herr Dr. Fuchs als Cheftrainer der<br />
TAM-Trainerakademie, bei der<br />
schon mehr als 1000 Trainer ausgebildet<br />
wurden, beobachten Sie<br />
die Szene zunehmend kritisch.<br />
Nun, weniger kritisch eher staunend. Wobei ich<br />
vorurteilsfreies Staunen gegenwärtig im Bildungsbereich<br />
für eine Tugend halte. Mit hoher<br />
Durchlaufgeschwindigkeit werden wir besonders<br />
aus dem Bereich der Neurowissenschaften<br />
um die Kollegen Spitzer, Hüther, Roth und<br />
Singer mit neuen spektakulären Denkanstößen<br />
versorgt und die Theorie der Resonanzphänomene<br />
von Rizolatti löst weiter Diskussionen<br />
aus. Aber auch die multimediale Welt läßt den<br />
marktbeobachtenden Trainer nicht zur Ruhe<br />
kommen.Vorbei ist die gemütliche Zeit als<br />
Folienknecht und Pinwand-moderator. Mit<br />
dem ipad, dem e-book ,webinaren und Lernplattformen<br />
auf socialmedianiveau ist der Managementtrainer<br />
der Zukunft seine alte Rolle<br />
weitgehend los und muß sich neuen Herausforderungen<br />
stellen - und das möglichst schnell.<br />
Sie selbst tragen ja fleißig mit zu der Neuausrichtung<br />
bei und reisen mit ihrem Psychologischen<br />
Kabarett quer durchs Land .<br />
„Aha mit Haha“ ist ein Zauberwort geworden<br />
und reißt gegenwärtig vielerorts die alten Mauern<br />
des calvinistischen Lernparadigmas nieder.<br />
„Lernen muß Spaß machen, alles andere ist<br />
26 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Krampf,“ war schon eine der Hauptforderungen des Altmeisters der Neurobiologie<br />
Frederic Vester, der schon in den 70er Jahren in einer Eingabe an das<br />
bayer. Kultusministerium daraufhin wies, das nach herkömmlichem Verständnis<br />
von Lernen durch „Willkür Versager gezüchtet werden!“<br />
Der Managementtrainer als Bühnenillusionist mit Zauberei und Gesangseinlagen?<br />
Wäre doch mal was Neues, oder? Business-Theater ist ja nicht weit entfernt<br />
davon. Aber alles nicht neu. Schon Ende der 70er Jahre verglich der Nestor<br />
der Personalentwicklung Prof. Dr. Oswald Neuberger die Herausforderung<br />
des Managementtrainers mit der Rolle der Gaukler, Hofnarren und Komödianten<br />
im Mittelalter. Gaukler galten als Ilusionisten, die mit hoch entwickelter<br />
Kunstfertigkeit ihr Publikum durch Täuschungen unterhielten. Gaukeln hat<br />
laut Grimms Wörterbuch zu tun mit schlaksigen, wankenden, tolpatschigen,<br />
unsteten,unberechenbaren Bewegungen, flatternden zwecklosen Umherschweifen,<br />
ausgelassenem übermütigem Tun und Treiben (hier besteht eine<br />
Beziehung zu „joculari“ (Scherzen) und „gesticulari“). Gaukel ist ferner eine<br />
Bezeichung für für Unechtes, falsches, Blendwerk, Täuschung (jemanden<br />
etwas vorgaukeln). Beides hat sich im Begriff des Gauklers verdichtet (s.a.<br />
das französiche „Jongleur“ und das englische „juggler“ Gaukler ist eine Person,<br />
die sowohl Zauberer (magus) wie Schauspieler (mimus) ist, ein Kunstspringer,<br />
Seiltänzer, Bauchredner, Gebärdenspieler (Pantomime), Bären- und<br />
Affenführer, Taschenspieler, Quacksalber, Marktschreier, Kunstredner, Musikant<br />
und Narr. (s. Neuberger in BILDUNGSREISE Reader zum TAM-Jubiläum<br />
1994). Da fallen uns doch wolle viele „Top-Trainer“ ein.<br />
Aber was hat das alles mit<br />
Managementtraining zu tun?<br />
Ich möchte damit die Bandbreite auffächern und das Spannungsfeld charakterisieren<br />
in dem der Managementtrainer heute anscheinend zuhause<br />
sein sollte. Ich kenne nicht wenige erfolgreiche „Trainer des Jahres“ die eine<br />
komplette Bühnenshow einstudiert haben, Zauberkunststücke virtuos beherrschen<br />
und sogar in Seminaren die Teilnehmer mit Jonglieren begeistern.<br />
Vorbei die Zeit, wo der Trainer als Referent vor der Gruppe stand und in teilprogrammierten<br />
Unterweisungen mitgeschrieben wurde.<br />
„LERNEN MUSS<br />
SPASS MACHEN!“<br />
Werden bei der Trainer-Akademie-München solche „Hofnarren-Trainer<br />
„ausgebildet?<br />
Nein, natürlich nicht. Aber AUCH. Die zentrale Devise unserer Handwerks-ausbildung<br />
heißt „Lernen muß Spaß machen!“ Und das ist vielerorts noch nicht<br />
selbstverständlich. Wir sagen, dass Teilnehmer bei einem TAM ausgebildeten<br />
Trainer das Recht haben ihn wegen Körperverletzung zu verklagen,. wenn sie<br />
nicht in jedem Baustein mindestens 3-4 mal gelacht haben. Nach unserem<br />
Verständnis muß der heutige Trainer aber nach wie vor natürlich sein Handwerkszeug<br />
beherrschen und wissen, wie er als Partner seiner Kunden von der<br />
Bedarfsanalyse bis zur Erfolgskontrolle und Transfersicherung die richtigen<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 27
tools einsetzen kann - und methodisch und didaktisch<br />
fitt sein. Die Herausforderung des modernen<br />
Trainers ist die Orientierung im Spannungsbogen<br />
vom unterhaltsamen Speaker auf<br />
der einen bis zum Lernarchitekten mit strategischer<br />
Ausrichtung auf der anderen Seite. Wir<br />
helfen mit modernen neurowissen-schaftlichen<br />
Analaysetools diese Preferenzen zu erkennen<br />
und sich entsprechend zu positionieren.<br />
In welchen Bereichen sehen Sie<br />
Bedarfsfelder für junge Trainer?<br />
Ich persönlich fühle mich dem strategischen<br />
Transferkonzept von Dr. Stiefel und Dr. Wildenmann<br />
sehr nahe. Richtungsweisend ist auf<br />
alle Fälle die Wendung von der Erzeugungsdidaktik<br />
zur Ermöglichungsdidaktik, wie sie<br />
Rolf Arnold facettenreich in seinen Büchern<br />
aktuell beschrieben hat. Zukunftsorientierte<br />
Trainer werden sich grundsätzlich eher an der<br />
Frage „Welche Form von Lernen braucht ein<br />
Unternehmen um schneller als die Konkurrenz<br />
zu lernen“ orientieren müssen, als an kurzlebigen<br />
Trendflashs. Da sind dann letztlich auch andere<br />
Grundqualitäten und -kenntnisse gefragt,<br />
um mithelfen zu können aus einer Organisation<br />
eine lernende Organisation zu formen. Da wird<br />
der zukünftige Managementtrainer gesucht<br />
und gebraucht. Unsere gesamte Ausbildung<br />
reflektiert diese Perspektive und mit dem TAM-<br />
10 Stufen Qualifikationsprogramm zeigen wir<br />
den Weg zu strategieumsetzendem Lernen.<br />
Wir benutzen hier die Begrifflichkeit des Lernarchitekten<br />
um seine Nähe zum Handwerk zu<br />
markieren.<br />
Auf welche Herausforderungen sollten sich<br />
junge Trainer noch einstellen?<br />
Gerade die Kosteneinsparungen der letzten<br />
Jahre haben den Trend zu 1-Tages Veranstaltungen<br />
ausgelöst und vielerorts beginnen<br />
Unternehmen mit sogenannten Mini- oder<br />
Nuggettrainings von 3-5 Stunden am Ende<br />
des Arbeitstages gute Erfahrungen zu machen.<br />
Auch dafür kann man Trainer methodisch und<br />
didaktisch vorbereiten und der Vorteil liegt darin,<br />
dass nun Unternehmen offener dafür sind<br />
neue Lernstrukturen im Unternehmen einzuziehen<br />
und damit die Kurzseminare als Lernimpuls<br />
mit nachhaltigem Lernen im Unternehmen<br />
kombiniert werden können. Hier kommen nun<br />
auch in der dritten oder vierten Generation wieder<br />
Internetlernen und Webinare auf eine neue<br />
wirksame und unterstützenden Charakteristik<br />
ins Spiel.<br />
Sie sehen also doch den Trainer wieder mehr<br />
als Instrumentalisten und weniger als Therapeuten.<br />
Weder noch oder sowohl als auch. Als ausgebildeter<br />
Psychotherapeut stehe ich natürlich<br />
— nach wie vor — auf den Schultern meines<br />
alten Lehrmeisters Paul Watzlawick und damit<br />
spielt für uns Kommunikation eine wichtige<br />
Rolle in der Trainerausbildung. Gerade Friedemann<br />
Schulz von Thun hat hier hervorragende<br />
Materialien geliefert und der zukünftige Trainer<br />
wird auch in der wachsenden Bedeutung seiner<br />
Rolle als Bildungscoach auf diese tools zugreifen<br />
müssen.<br />
Mit dem Abflachen der NLP-Welle und der Therapieeuphorie<br />
im Training geht aber nun eine<br />
nüchterne Akzeptanz jüngerer Erkenntnisse<br />
der Motivations-und Persönlichkeitspsychologie<br />
vermutlich in eine gute Richtung und mit<br />
den Erkenntnissen der Positiven Psychologie<br />
auch in ein umsetzbares Praxisfeld für weiche<br />
Skills.<br />
Was heißt „Positive Psychologie“? Ist damit<br />
positives Denken gemeint?<br />
Gerade nicht. Immer wieder erlebe ich, dass<br />
bei meinen Vorträgen oder Seminaren bei der<br />
Erwähnung der Wurzeln meiner unterschiedlichen<br />
Themen, die Teilnehmer oder Zuhörer<br />
abwinken und bemerken, dass die Positive Psychologie<br />
doch ein alter Hut wäre und die Unwirksamkeit<br />
der Aussagen von Norman Vincent<br />
28 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Peale oder seinen Jüngern doch längst bewiesen<br />
wäre. Hier liegt eine Verwechslung vor.<br />
Inwiefern?<br />
Die Positive Psychologie ist in der Psychologie<br />
eine relativ junge Teildisziplin, die jedoch tiefe<br />
Wurzeln hat. Formell begründet wurde sie 1998<br />
durch Prof. Martin Seligman, den damaligen<br />
Präsidenten der international bedeutenden<br />
American Psychological Association APA. Dieser<br />
Zweig beschäftigt sich mit den psychologischen<br />
Fragen des Lebens die es lebenswerter<br />
machen, mit den Stärken und Ressourcen des<br />
Menschen und deren Förderung im täglichen<br />
Miteinander.<br />
Bedeutet das, das Trainer auf dem Hintergrund<br />
der Erkenntnisse Seligmans ihre Seminare<br />
aufbauen können.<br />
Ja - die Positive Psychologie fokussiert erstens<br />
auf die Ebene des positiven Erlebens. Dazu zählen<br />
positive Gefühle, Wohlbefinden, Glück, Flow<br />
(das vollständige Aufgehen in einer Aufgabe),<br />
Hoffnung oder Arbeits- und Lebenszufriedenheit.<br />
Zweitens rücken positive Eigenschaften<br />
in den Vordergrund. In welchen Bereichen<br />
können sich Menschen mit ihren besonderen<br />
Eigenschaften entwickeln, aufblühen und sich<br />
von der besten Seite zeigen? Mit solchen Fragen<br />
rücken der Charakter und die Tugenden<br />
wieder in den Blick der Psychologie und damit<br />
auch in den Bereich von Training und Weitzerbildung.<br />
Drittens sind positive Institutionen<br />
ein Gegenstand der Forschung. Hier wird etwa<br />
untersucht, was Institutionen auszeichnet, die<br />
Wachstum erlauben. Positive Psychologie fragt:<br />
Was sind die psychologischen Bedingungen für<br />
ein «gutes Leben?» Welches sind die Wege zum<br />
Glück? Damit bekommt die Personalentwicklung<br />
gutes Material um die emotionalen Ressourcen<br />
zu bergen. An unserem TAM-Institut<br />
für Persönlichkeitsforschung stehen solche<br />
SELFNESS-Strategien im Mittelpunkt der Arbeit.<br />
Als Analyse-Instrument setzen wir ganz<br />
stark auf die MotivStrukturAnalayse MSA und<br />
auf die Erkenntnisse der Humorforschung von<br />
Prof.Willibald Ruch und die gemeinsam mit der<br />
Universität Gießen entwickelten Charakterstärkenanalyse<br />
Chara 24.<br />
War dies das Argument für Sie, ein psychologische<br />
Kabarettprogramm für die Durchdringung<br />
ihrer Botschaft zu entwickeln und<br />
durchzuführen?<br />
Auch. Aber wirklich angestoßen wurde ich<br />
durch Gespräche und Beobachtungen mit Eckart<br />
von Hirschhausen, der mit seinem medizinischen<br />
Kabarett mehr Lernprozesse in Gang<br />
gesetzt hat, als viele hundert klassische Seminare<br />
es vermögen. Sein Konzept heißt „Aha<br />
mit Haha“ und trifft genau den Nerv der Stimmungsforschung.<br />
Erstens muß Lernen Spaß<br />
machen um zu funktionieren und zweitens ist<br />
die Verknüpfung der Botschaften mit positiven<br />
Emotionen, Lachen und vielen Metaphern<br />
neurowissenschaftlich betrachtet genau der<br />
richtige Weg. Was liegt also für einen Psychologen<br />
näher, als ein „Psychologische Kabarett“ zu<br />
gestalten.<br />
Ihre Referenzliste zeigt ja nun, dass Großkonzerne<br />
wie Lufthansa und Siemens ebenso<br />
von dem Psychologischen Kabarett begeistert<br />
sind, wie Banken, Sparkassen und<br />
Versicherungen.<br />
Richtig, aber auch viele kleinere<br />
Unternehmen,Verbände und Einzelunternehmen<br />
werden gerade sensibel für mein Kabarettprogramm<br />
als Möglichkeit, die Mitarbeiter<br />
auf sehr humorvolle Art und Weise aufzurütteln<br />
zu motivieren und für neues Lernen zu sensibilisieren.<br />
Vielen Dank für das Gespräch.<br />
***<br />
Interview wurde geführt<br />
von Frederic M. Fuchs<br />
Frederic M. Fuchs<br />
Nach seinem Schulabschluss auf Hawai‘i studierte der inzwischen 23-Jährige Unternehmer Kommunikation & Philosophie in Italien. Während seines<br />
Studiums gründete er das Trainermagazin „Zukunft-Training“ und ermöglicht seitdem Trainern und Speakern die Perspektive ein größeres Publikum zu<br />
erreichen.<br />
Nach einem weiteren Zwischenstopp in der Schweiz lebt und arbeitet Frederic Merlin Fuchs nun seit Oktober 2012 in Berlin. Im März <strong>2013</strong> trat er der<br />
Medienagentur p5 Media in leitender Position bei.<br />
Frederic M. Fuchs<br />
www.zukunfttraining.de<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 29
30 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
AUSBILDUNG<br />
ZUM ZERTIFIZIERTEN<br />
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<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 31
MITARBEITER<br />
MOTIVIEREN<br />
NUTZEN SIE MOTIVIERENDES FEEDBACK<br />
MOnIKA hEIlMAnn<br />
32 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 33
HALTEN SIE IHRE MITARBEITER<br />
BEI LAUNE<br />
nUTZEn SIE MOTIVIEREnDES FEEDBACK<br />
Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei guter Laune sind und sich bei der Arbeit<br />
wohl fühlen, leisten sie wesentlich mehr. Eine Voraussetzung dafür ist ein gutes Arbeits-<br />
und Betriebsklima. Wesentlich trägt dazu eine positive Feedbackkultur bei, ausgeübt<br />
durch Führungskräfte und Vorgesetzte. Feedback eignet sich als Führungsinstrument,<br />
um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, um ihre Kompetenzen zu<br />
fördern und um ihre Persönlichkeit zu entwickeln<br />
34 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
Eine Führungskraft ist gefordert,<br />
ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />
ein sach- und fachbezogenes<br />
Feedback im Hinblick auf<br />
die Arbeitsergebnisse sowie eine<br />
nützliche Rückmeldung über Verhaltensweisen<br />
zu geben. Das ist unabdingbar,<br />
um Mitarbeitern Sicherheit und Zufriedenheit<br />
bei ihrer täglichen Aufgabenbewältigung zu<br />
vermitteln und stellt weitaus mehr Anforderungen<br />
an Führungskräfte, als rein fachliche<br />
Fähigkeiten zu besitzen. Diese sind beispielsweise:<br />
Menschenkenntnis, eine differenzierte<br />
Beobachtungsgabe, Empathie, eine wertschätzende<br />
Kommunikation, sich selbst reflektieren<br />
können sowie Courage, anderen Menschen<br />
Rückmeldungen über ihre Verhaltens- und Arbeitsweisen<br />
zu geben.<br />
Einerseits erwarten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
Anerkennung und Lob für Geleistetes.<br />
Andererseits soll Kritik an Verhaltensweisen<br />
der Mitarbeiter oder an Arbeitsergebnissen<br />
als konstruktive, fördernde Kritik in einer wertschätzenden<br />
Art geäußert werden. Unterbleibt<br />
dies – leider ist das oft alltägliche Praxis – wird<br />
den Mitarbeitern die Chance für eine eventuelle<br />
Fehlerkorrektur genommen und ihnen die<br />
Möglichkeit, eine Verbesserung ihrer Arbeitsleistung<br />
zu erreichen, vorenthalten.<br />
Durch einen konstruktiven Feedbackdialog zwischen<br />
Führungskräften und Mitarbeitern können<br />
Missverständnisse ausgeräumt, Beziehungen<br />
geklärt und Konflikte bearbeitet werden.<br />
Wird konstruktives Feedback im Führungsalltag<br />
dauerhaft genutzt, verstärkt es die Vertrauensbasis<br />
zwischen Vorgesetzten, Führungskräften<br />
und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.<br />
In vielen Unternehmen, Behörden oder Organisationen<br />
fehlt es im Führungsalltag an positiven<br />
Rückmeldungen, an Lob und Anerkennung.<br />
Kritik wird häufig zwischen Tür und Angel geübt,<br />
im Vorbeigehen die Fehler aufgezählt oder<br />
falsche Vorgehens- und Verhaltensweisen der<br />
Mitarbeiter angekreidet. 75% der Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter bemängeln, sie würden<br />
von ihren Vorgesetzten und Führungskräften<br />
zu wenig bis gar keine Anerkennung erhalten.<br />
In Mitarbeitergesprächen hätten sie das Gefühl,<br />
Chefs würden nur ihr Pflichtprogramm abhandeln<br />
und wären selbst nicht begeistert, diese<br />
Gespräche führen zu müssen. Mitarbeiter wünschen<br />
sich jedoch Gespräche über ihre Leistungen<br />
und Ziele, allerdings professioneller! Sie<br />
empfinden eine Beurteilung durch Führungskräfte<br />
häufig als willkürlich gegeben und nicht<br />
ihren tatsächlichen Leistungen entsprechend.<br />
Lässt in einer Abteilung oder im Team die Arbeitsleistung<br />
nach, sollte sich die Führungskraft<br />
schnellstens die Frage stellen, ob positive<br />
Rückmeldungen und Lob in der letzten Zeit<br />
ausgeblieben sind. Zeichen eines guten Führungsstils<br />
sind, angemessene Rückmeldungen<br />
zu geben. Sowohl in Form von Lob als auch in<br />
Form konstruktiver, die Entwicklung fördernder<br />
Kritik. Feedback sollte grundsätzlich nicht nur<br />
kritische Rückmeldungen beinhalten, sondern<br />
insbesondere die positiven Arbeitsleistungen<br />
und Stärken herausstellen.<br />
Geben Sie Ihren Mitarbeitern zeitnah ein motivierendes<br />
Feedback über deren Arbeitsleistungen<br />
oder Verhaltensweisen, möglichst in der<br />
Situation selbst. Unmittelbar und konkret ein<br />
positives sowie auch gegebenenfalls ein kritisches<br />
Feedback im Arbeitsalltag. Sprechen Sie<br />
es an, wenn Ihnen etwas auffällt, nicht Kritikpunkte<br />
sammeln und dann in einem Gespräch<br />
über den Mitarbeiter damit herfallen.<br />
Müssen Sie regelmäßig Mitarbeitergespräche<br />
führen, terminieren Sie diese bitte frühzeitig,<br />
um so auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />
Gelegenheit zu geben, sich darauf<br />
einzustimmen und vorzubereiten. Auch Sie als<br />
Führungskraft bereiten sich selbstverständlich<br />
gründlich darauf vor. Sie sollten für ein Mitarbeitergespräch<br />
auf einen angenehmen Rah-<br />
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21,80 Eur[D]<br />
ISBN 978-3-86980-195-7<br />
1. Auflage BusinessVillage 2012<br />
http://www.businessvillage.de/WIN-WIN-GESPRAeCHE/eb-903.html<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 35
men Wert legen. Nehmen Sie sich ausreichend<br />
Zeit, wählen Sie einen geeigneten, ruhigen Ort<br />
und schaffen Sie eine freundliche Atmosphäre.<br />
In einem Mitarbeitergespräch sollen sich die<br />
Menschen wohl fühlen. Besonders, wenn kritische<br />
Rückmeldungen notwendig sind, gilt es,<br />
wertschätzend, respektvoll und empathisch auf<br />
Mitarbeiter einzugehen.<br />
Um positive Eigenschaften und Verhaltensweisen<br />
als Feedback im Arbeitsalltag und in einem<br />
Mitarbeitergespräch geben zu können, empfehle<br />
ich Ihnen, Ihre Wahrnehmungsfähigkeit<br />
gegenüber anderen Menschen vorher zu üben.<br />
Das können Sie beispielsweise so: Beschreiben<br />
Sie die Stärken einer Freundin, eines Freundes<br />
oder einer anderen Person aus Ihrem Umfeld<br />
als positives Feedback. Schildern Sie dieser<br />
Person, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen<br />
Sie an ihr schätzen. Wir sind es eher gewohnt,<br />
die Dinge und Verhaltensweisen wahrzunehmen,<br />
die uns stören und die schief laufen.<br />
Deshalb zahlt es sich aus, sich darin zu üben,<br />
die positiven Seiten und Stärken in Menschen<br />
zu erkennen und rückzumelden. Bereiten Sie<br />
vor, was Sie der anderen Person als Feedback<br />
geben möchten.<br />
Notieren Sie sich die Eigenschaften und Verhaltensweisen,<br />
die Ihnen positiv auffallen. Vermeiden<br />
Sie „nicht“-Formulierungen oder negative<br />
Beschreibungen.<br />
Beispiel:<br />
Sie finden die Person X nicht unfreundlich.<br />
Notieren Sie bitte positiv: X empfinde ich als<br />
freundlich. Notieren Sie bitte zusätzlich, wie<br />
sich die freundliche Art zeigt. Beispielsweise<br />
hilfsbereit, ein strahlendes Lächeln, immer gut<br />
gelaunt, höflich, eine freundliche, warme Ausstrahlung<br />
…<br />
X wird nie ungehalten oder ausfällig. Notieren<br />
Sie bitte positiv: X bleibt ruhig, geduldig und<br />
sachbezogen.<br />
X erledigt die Aufgaben nicht schlecht. Notieren<br />
Sie bitte positiv: X erledigt die Aufgaben<br />
gut (jetzt konkretisieren Sie bitte noch, was genau<br />
wie gut erledigt wird!). X erledigt die Aufgabe<br />
pünktlich, konkret, freundlich, differenziert,<br />
geduldig, akribisch, engagiert …<br />
Diese positive, auch wertschätzende Sprache<br />
sollten Sie in Ihren Mitarbeitergesprächen oder<br />
Feedbacks einsetzen. So sehen sich Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter empathisch reflektiert<br />
und anerkannt, sie können mit ihren lobenswerten<br />
Verhaltensweisen selbstbewusster auftreten<br />
und fühlen sich motiviert.<br />
Andere Menschen zu beobachten und dann zu<br />
überlegen, was man einer Person an positivem<br />
Feedback geben könnte, kann man lernen. Es<br />
ist ein tägliches Üben. Studieren Sie die Menschen<br />
in Ihrer Umgebung oder wenn Sie im<br />
Café sitzen und überlegen Sie sich: Was genau<br />
fällt mir an einer bestimmten Person positiv<br />
auf? Wie könnte ich ein freundliches und motivierendes<br />
Feedback geben?<br />
Die Stärken, die positiven Eigenschaften und<br />
Verhaltensweisen herauszustellen, das ist der<br />
erste Schrift in einem Mitarbeitergespräch. Im<br />
zweiten Schritt können Verbesserungswünsche<br />
an die feedbacknehmende Person gerichtet<br />
werden. Nach einem positiven, wertschätzenden<br />
Einstieg ist die Chance größer, dass kritische<br />
Anregungen und Bemerkungen ohne<br />
abwehrende Haltung aufgenommen werden.<br />
Formulieren Sie Ihre Kritik in einem Wunsch an<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<br />
Beispiel:<br />
Sagen Sie nicht: Ihre Terminplanung war nicht<br />
optimal, Sie haben sich nicht an vorgegebene<br />
Fristen und Termine gehalten. Sagen Sie bitte:<br />
Ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie künftig<br />
Ihre Terminplanung an die vorgegeben Fristen<br />
anpassen und diese einhalten, so dass nachfolgende<br />
Bearbeitungen durch andere Abteilungen<br />
ebenfalls fristgerecht im Zeitplan erledigt<br />
werden können (konkretisieren Sie Ihren<br />
Wunsch).<br />
Sagen Sie nicht: Ihre Arbeitsweise ist chaotisch,<br />
Ihr Schreibtisch ist ständig mit Papierbergen<br />
36 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
10 GRÜNDE, WESHALB FEEDBACK MITARBEITER BEI LAUNE HÄLT:<br />
1. Feedback gibt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit und Zufriedenheit<br />
2. Lob und Anerkennung sind wichtig für ein motiviertes Arbeiten<br />
3. Konstruktives Feedback fördert die Vertrauensbasis zwischen Führungskraft und Mitarbeitern<br />
4. Eine positive Feedbackkultur spricht/steht für einen guten Führungsstil<br />
5. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trauen sich mehr zu und treten selbstbewusster auf<br />
6. Positives Feedback bewirkt ein Ansteigen der Arbeitsproduktivität<br />
7. Das Betriebsklima wird freundlicher, der Umgang untereinander kollegialer<br />
8. Arbeitsabläufe werden verbessert<br />
9. Durch einen wertschätzenden, respektvollen Umgang miteinander können Konflikte angegangen oder sogar<br />
vermieden werden<br />
10. Fühlen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl, geht es auch der Führungskraft gut<br />
zugedeckt. Sagen Sie bitte: Ich wünsche mir<br />
von Ihnen, da wir Kundenverkehr haben, dass<br />
Sie Ihren Arbeitsplatz, dass Sie Ihren Schreibtisch<br />
ordentlich und übersichtlich organisieren.<br />
Legen Sie dazu bitte erledigte Vorgänge und<br />
Fristsachen in Ordnern ab (oder entsprechend<br />
im PC).<br />
Sprechen Sie Ihre Mitarbeiterin oder Ihren Mitarbeiter<br />
so an:<br />
Ich schätze an Ihnen … und ich wünsche mir<br />
von Ihnen …<br />
Selbstverständlich gehört im Gespräch dazu,<br />
nachzufragen, wie Sie als Führungskraft die<br />
Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter unterstützen<br />
können, Ihre Verbesserungsvorschläge<br />
für seine Arbeitserledigung umzusetzen. Beispielsweise<br />
durch einen Seminarbesuch zum<br />
entsprechenden Thema, durch ein unterstützendes<br />
Coaching oder bestimmte Materialien,<br />
Büroartikel oder PC-Programme. Gegebenenfalls<br />
auch durch Gespräche mit anderen Abteilungen,<br />
Geschäftspartnern oder Kunden, mit<br />
denen Arbeitsabläufe geklärt werden müssen.<br />
Ein Mitarbeitergespräch bietet außerdem die<br />
wunderbare Chance für Sie als Führungskraft,<br />
dass nicht nur Ihre Mitarbeiter eine Rückmeldung<br />
von Ihnen erhalten. Genauso können Sie<br />
wichtige Hinweise bekommen, wie Sie und Ihre<br />
Art der Führung wahrgenommen werden und<br />
wie Ihr Führungsstil mit Ihren fachlichen und<br />
sozialen Kompetenzen auf Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeitern wirkt.<br />
***<br />
von Monika Heilmann<br />
Monika Heilmann<br />
Monika Heilmann, Trainerin, Coach und Autorin, unterstützt Unternehmen sowie Fach- und Führungskräfte in Fragen der Kommunikation und bei der<br />
Lösung von Konflikten im betrieblichen Alltag.<br />
Monika Heilmann<br />
www.monika-heilmann-buecher.de<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 37
38 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong><br />
www.pebltree.com
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 39
R E M O T E<br />
DETAILING<br />
NEUE WEGE IM VERTRIEB<br />
VON PETRA SINN<br />
40 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 41
REMOTE DETAILING<br />
-<br />
NEUE WEGE IM VERTRIEB<br />
Welche Ergänzungen gibt es zum traditionellen Aussendienstbesuch?<br />
Wie kann der Vertrieb innovative Kommunikationswege sinnvoll nutzen?<br />
Ein Praxis-Beispiel aus der Pharmaindustrie zeigt neue Möglichkeiten.<br />
Das Thermometer hat die 30°<br />
Marke fast erreicht, die Sonne<br />
erklimmt den Zenit und verspricht<br />
auch heute wieder alles<br />
zu geben.<br />
Sandra K. weiß genau, was sie heute erwartet:<br />
Glühende Hitze in der Stadt und sie hat zahlreiche<br />
Termine bei ihren Kunden - Ärzten und<br />
Apothekern - die sie als Sales Representative im<br />
Auftrag eines großen Pharmakonzerns besucht.<br />
Noch sitzt sie in Ihrem klimatisierten Büro vor<br />
Ihrem PC und trifft die letzten Vorbereitungen -<br />
es ist 07:00 Uhr. Doch gleich wird sie sich in ihr<br />
Auto setzen und losfahren.<br />
Die Fahrt im klimatisierten Fahrzeug stellt noch<br />
keine Herausforderung dar, doch sobald sie bei<br />
diesen steigenden Temperaturen aussteigen<br />
muss, wird der Alltag im Aussendienst zur Last.<br />
Vor allem bei den vielen Terminen, die sie heute<br />
in ihrem Kalender geplant hat.<br />
Sandra K. denkt an ihre Kollegen im Innendienst<br />
und wünscht sich an einem Tag wie heute<br />
ein Alternative.<br />
Ihr Kollege Peter M. hat seinen Tag anders organisiert.<br />
Er sitzt schon vor dem PC und wählt die<br />
Nummer der Arztpraxis Dr. Werner. Am Telefon<br />
meldet sich die Helferin Frau Schmidt, die er<br />
von zahlreichen Besuchen in der Praxis kennt.<br />
Sie hat den virtuellen Termin im Kalender notiert<br />
und bittet ihn, einen Moment zu warten,<br />
da der Arzt noch einen Patienten behandelt.<br />
Nach kurzer Zeit meldet sich Dr. Werner und sie<br />
starten die Einwahl zur virtuellen Plattform. Das<br />
geht schnell und in 2 Minuten sieht Dr. Werner<br />
auf dem Bildschirm Peter M. und die neuen Informationen<br />
zu einer aktuellen Studie.<br />
Für den Arzt ist diese innovative Form der Betreuung<br />
sehr angenehm, er kennt das gut.<br />
Als im letzten Jahr seine Tochter in den USA<br />
studierte, kommunizierten die beiden oft über<br />
Skype, so dass dieses Medium für ihn zur Normalität<br />
geworden ist.<br />
Im aktuellen Remote Detailing erfährt Dr. Walter<br />
nun, welche Details der Studie für seine<br />
Patienen wichtig sind. Peter M erklärt ihm auf<br />
der Bildschirmpräsentation die Daten - wie in<br />
einem persönlichen Besuch in der Praxis. Angenehm<br />
ist für Dr. Walter auch, dass er seinen<br />
Pharmaberater live auf dem PC sehen kann,<br />
das ist ihm wichtig. Am Ende fragt er nach Blutdruckpässen<br />
für seine Patienen. Peter M. hält<br />
ein Exemplar in die Kamera: „Sehen Sie Herr Dr<br />
Walter, das sind die neuen Blutdruckpässe, sie<br />
sind etwas kleiner und übersichtlicher gestaltet,<br />
ich werde sie gleich zu Ihnen in die Praxis<br />
schicken lassen. Die Studiendaten sende ich<br />
Ihnen im Anschluss an unser Gespräch per E-<br />
Mail zu.“<br />
Nach dem Gespräch freut sich Peter M, dass er<br />
heute nicht in die Praxis von Dr. Walter fahren<br />
musste - die 200 Kilometer und der zu erwartende<br />
Ferienstau auf den Strassen hätten deut-<br />
42 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
DIE ECKDATEN DES GEHIRNS:<br />
Mit seinen ca. 1500 Gramm. macht ein normales zwar nur rund 2% des Körpergewichtes aus, aber es verbraucht mehr<br />
als 20% der gesamten Energie eines Menschen. Es verfügt über mehr als 100 Mrd. Gehirnzellen, die untereinander<br />
etwa 70 bis 100 Trillionen Verknüpfungen eingehen.<br />
Und die Länge aller Nervenbahnen des Gehirns eines erwachsenen Menschen beträgt rund 5,8 Millionen Kilometer,<br />
das entspricht etwa dem 145-fachen des Erdumfangs.<br />
Diese Rahmenbedingungen sind es, die für alles, was Menschen denken, fühlen oder tun, zuständig und verantwortlich<br />
sind. Und genau dieses Wunderwerk der Evolution entscheidet auch darüber, welche Informationen aufgenommen<br />
werden und welche nicht.<br />
lich mehr Zeit in Anspruch genommen. Das erzielte Ergebnis ist identisch.<br />
Schon wählt er die nächste Telefonnummer…<br />
Was ist Remote Detailing?<br />
Remote Detailing ist ein 1:1 Außendienst-Besuch auf virtueller Basis - über<br />
Telefon und PC-Bildschirm.<br />
Der Terminus ist zusammengesetzt aus den Begriffen Remote: englisch<br />
für Fernbedienung und E-Detailing: Eine internetgestützte Form des E-<br />
Learnings bzw. der Produktschulung, die von Pharmaunternehmen im Direktmarketing<br />
und zum Customer-Relationship-Management eingesetzt<br />
wird und die klassische Beratung durch den Pharmaberater ergänzt.<br />
Es gibt mittlerweile eine Sammlung von Bezeichnungen wie u.a. Tele-Detailing,<br />
Web-Detailing, Web-Calls, Remote-Calls, Video-Detailing, Video-<br />
Calls oder Videotelefonie.<br />
Ich habe mich in meinem Beratungs- und Trainingskonzept für den Begriff<br />
Remote Detailing entschieden.<br />
Wie funktioniert Remote Detailing?<br />
Der Arzt oder Apotheker erhält eine E-Mail mit einem Link zu einem virtuellen<br />
Meeting-Room. Über diesen Link loggt er sich ein und sieht sowohl<br />
seinen Gesprächspartner/in live per Webcam als auch die Präparatematerialien<br />
und -informationen, die als Grundlage der Besprechung dienen.<br />
Der Nutzen von Remote Detailing.<br />
Für den Kunden - in diesem Fall der Arzt oder Apotheker - bedeutet das<br />
deutlich höhere Zeitflexibilität:<br />
Mit Remote-Detailing hat der Arzt oder Apotheker die Gelegenheit, sich<br />
zu flexibleren Zeiten mit den Außendienstmitarbeitern auszutauschen.<br />
Besuche vor und nach den Sprechstunden sind ebenfalls möglich.<br />
Weiterhin ist der Umweltschutz ein entscheidender Pluspunkt, da der<br />
Pharmareferent die Jahreskilomterleistung mit seinem Fahrzeug merklich<br />
reduziert. Autofahren verursacht viel CO2, deshalb wird damit auch aktiv<br />
etwas für den Klimaschutz getan.<br />
Darüberhinaus sind neue Formen der digitalisierten Darstellung möglich,<br />
von animierten Grafiken bis zu Videos können die Produktionformationen<br />
innovativ und spannend aufbereitet werden.<br />
Diese abwechslungsreichen und anschaulichen Darstellungen bieten<br />
dem Betrachter eine<br />
„gehirngerechte Verpackung“ der Informationen, denn das Gehörte wird<br />
immer in Bilder umgesetzt, um es zu verstehen und darüber sprechen zu<br />
können.<br />
Zahlreiche Studien haben gezeigt, daß eine Botschaft, die kurz, knapp<br />
und leicht verständlich dargestellt ist, einen bleibenderen Eindruck hinterlässt.<br />
Schon Goethe wußte: „Was kann die Wahrheit dafür, dass sie so einfach<br />
ist“<br />
Der Arzt benötigt nur Telefon, PC und einen Internetanschluss. Ob der<br />
Arzt seine Webcam auch einschaltet, bleibt ihm überlassen.<br />
So ist eine langfristige Betreuung des Arztes mit Hilfe von Telefon- und<br />
Videokonferenz-Technologie - ergänzend zum traditionellen Sales-Call -<br />
möglich.<br />
Für die Pharmaindustrie bedeuten die virtuellen Besuche der Pharamreferenten<br />
neben einer deutlichen Kosteneinsparung auch zusätzliche Kontaktmöglichkeiten<br />
in Verbindung mit einer hohen Qualität der Kontakte.<br />
Meßbar ist ein deutlicher Anstieg des „Share of Voice“, einer Kennzahl aus<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 43
dem Marketing, die den Anteil an Kontakten<br />
bezeichnet, den man in einer definierten Nische,<br />
auf einem Markt oder bei einem Publikum<br />
erreicht.<br />
Eine positiver Nebeneffekt des Remote Detailing:<br />
Die Wertschätzung des persönlichen Kontaktes<br />
steigt deutlich.<br />
Grenzen von Remote Detailing<br />
Sicher wird diese Kommunikationsform eine<br />
zusätzliche Möglichkeit sein, ein persönliches<br />
Gespräch mit dem Kunden zu führen. Der ständige<br />
Fortschritt in der medialen Welt und die<br />
wachsende Vernetzung wird dazu beitragen,<br />
dass immer mehr Unternehmen aus allen Bereichen<br />
ihre Vertriebsmitarbeiter mit dem notwendigen<br />
Know-How austatten.<br />
gerne offline gehen.<br />
Nicht wenige Ärzte haben den persönlichen<br />
Besuch des Pharmareferenten als eine willkommene<br />
Unterbrechung der alltäglichen Routine<br />
erlebt.<br />
„Ich möchte weiterhin vom Aussendienst persönlich<br />
besucht werden“ ist eine Aussage, die<br />
dann getroffen wird.<br />
Eine weiterere Äusserung lautet: „Ich habe bewusst<br />
kein Internet in meiner Praxis, da mir die<br />
Sicherheit meiner Daten sehr wichtig ist.“<br />
Nicht erst seit dem NSA Skandal müssen Angehörige<br />
bestimmter Berufsgruppen, wie zum<br />
Beispiel Ärzte, besonders absichern, dass ihre<br />
Informationen nicht in falsche Hände geraten.<br />
Ziel einer erfolgreichen Remote Detailing Implementierung<br />
ist es auch nicht, sofort alle Gespräche<br />
online zu führen. Die haptische Komponente<br />
und das Erfassen der nonverbalen<br />
Signale des Kunden sind im online Gespräch<br />
nicht möglich. Hier ist eine sensible Aufteilung<br />
und Einschätzung der Kunden zu empfehlen<br />
- Stichwort Zielgruppenmanagement. Besonders<br />
bewährt hat sich Remote Detailing bei<br />
Kunden, die sehr häufig kontaktiert werden<br />
müssen. Zielgruppen, die sonst weniger besucht<br />
werden und Präparate, die nicht mehr<br />
aktiv besprochen werden, sind weitere Hnadlungsfelder.<br />
Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.<br />
Die Einführung von Remote Detailing<br />
im Unternehmen.<br />
Doch bei aller Begeisterung für Remote Detailing<br />
habe ich in über 2 Jahren Praxiserfahrung<br />
festgestellt, dass es nicht für alle Kunden und<br />
Mitarbeiter in den Unternehmen ein geeignetes<br />
Tool darstellt.<br />
Die ständig wachsenden Anforderungen innerhalb<br />
einer Arztpraxis, Gesundheitseinrichtung<br />
oder eines Krankenhauses, die permanente<br />
Informationsflut über das Internet und E-Mails<br />
am laufenden Band lassen die Betroffenen auch<br />
Auch auf der Seite der Pharmaunternehmen<br />
gibt es Mitarbeiter, die eine ausgeprägte Abneigung<br />
gegen diese Form der Kommunikation<br />
entwickeln - die ihre Begeisterung im persönlichen<br />
Gespräch entfalten, am Bildschirm jedoch<br />
in Erstarrung verfallen und das Medium dann<br />
kompeltt ablehnen. Hier ist die Empathie der<br />
Führungskraft und professionelles Remote Detailing<br />
Coaching und Training erforderlich, um<br />
bei diesen Mitarbeitern die schrittweise Erarbeitung<br />
und Akzeptanz aufbauen zu können.<br />
Ein wichtiger Aspekt zur erfolgreichen Implementierung<br />
dieser innovativen Kundenbetreuung<br />
ist das Thema Kommunikation innerhalb<br />
des Unternehmens.<br />
Schulung, Training und Coaching der Mitarbeiter<br />
und Führungskräfte, die dieses Tool nutzen<br />
ist unverzichtbar.<br />
Die Einführung von Remote Detailing ist ein<br />
klassisches Change Management Projekt. Aus<br />
meiner Erfahrung, ist diese Wertstellung vie-<br />
44 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
len Unternehmen nicht wirklich bewusst. Nich<br />
selten werden im „stillen Kämmerlein“ die Vorbereitungen<br />
getroffen und in einer Blitzaktion<br />
erfolgt auch schon die Einführung - ohne wertvolles<br />
Wissen der Pharmareferenten oder/und<br />
Kunden zu integrieren und die nötige Sensibilität<br />
zu gewährleisten.<br />
Hier gilt es, die Betroffenen zu Beteiligten zu<br />
machen.<br />
„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die auch die<br />
Mobilisierung und das Commitment sicherzu<br />
stellen. Glaubwürdiges Commitment zum<br />
Veränderungsprozess durch die obere Führungsriege<br />
geschlossen und spürbar zu demonstrieren.<br />
Mitarbeiter (bzw. Multiplikatoren)<br />
einbinden und am Veränderungsprozess aktiv<br />
beteiligen. Handlungsmotivation der Mitarbeiter<br />
stärken. Identifikation mit dem Veränderungsprozess<br />
bzw. dem Unternehmen fördern.“<br />
(vgl Capgemini Consulting.Change Management<br />
Studie 2010).<br />
Ein gezieltes und praxisnahes Coaching und<br />
Training - abgestimmt auf die individuellen<br />
Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter<br />
- ist ein weiterer Erfolgsparameter für<br />
den langfristigen Einsatz von Remote Detailing.<br />
Im Focus stehen hier die Organisation und erfolgreiche<br />
Durchführung der online Gespräche,<br />
sowie das Überwinden von Widerständen.<br />
Daher sind Selbstmanagement und –motivation,<br />
sowie Zeitmanagement - abgestimmt<br />
auf den Praxisalltag im Pharmaaussendienst<br />
- ebenso in das Training und Coaching zu integrieren,<br />
wie optimale Kamerapräsenz und<br />
kundenorientiertes Präsentieren von E-Foldern.<br />
Begeisterte Kunden und Mitabeiter sind der<br />
Lohn einer professionellen und gut vorbereiteteten<br />
Einführung und Umsetzung von Remote<br />
Detailing im Unternehmen.<br />
Sicher weiß keiner, was die Zukunft bringen<br />
wird und welche Formen der erfolgreichen<br />
Kunden-Kommunikation sich in den nächsten<br />
Jahren durchsetzen werden. Doch abwarten<br />
und nichts tun ist gerade in Zeiten turbulenter<br />
Veränderungen sicher kein probates Mittel.<br />
***<br />
Petra Sinn<br />
Petra Sinn<br />
Petra Sinn ist Wirtschaftspsychologin B.A. und war viele Jahre erfolgreich als Führungskraft in der Pharmaindustrie tätig.<br />
Seit 2009 ist sie als selbstständige Beraterin, Trainerin und Business-Coach u.a. mit dem Schwerpunkt Remote-Detailing für die Pharmaindustrie und<br />
KMU‘s tätig.<br />
Das von ihr entwickelte Trainingskonzept SMART MED begeistert Ärzte, sowie Pharmaunternehmen.<br />
Petra Sinn<br />
www.petrasinn.de<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 45
46 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
DIE DESIGN AGENTUR FÜR<br />
TRAINER · SPEAKER · COACHES<br />
www.p5media.de<br />
(Werbeanzeige)<br />
<strong>August</strong> <strong>2013</strong> | <strong>ZT</strong> 47
„Alle Erziehung ist nur Handreichung<br />
zur Selbsterziehung.“<br />
Eduard Spranger<br />
www.20minuten-erziehung.de<br />
48 <strong>ZT</strong> | <strong>August</strong> <strong>2013</strong>
impressum<br />
Zukunft Training<br />
TAM-edition Verlag in Zusammenarbeit mit der TAM-Trainer Akademie<br />
München<br />
Als Mitherausgeber treten die Autoren der namentlich gekennzeichneten redaktionellen<br />
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