Albvereinsblatt_2011-03.pdf

Ermsgaufamilie

achten, aber die intensive Besichtigung der Stadt steht

heute nicht an. Aber ein Eis muss drin sein, und so stehen

ein paar Esel vor der Eisdiele Schlange. Ein erlebnisreicher

und unvergesslicher Großohrentag geht zu Ende, und

der Ringzug bringt die müden Wanderer umweltfreundlich

wieder nach Hause. Fazit: Tierisch cool, so eine Eseltour,

die man unbedingt wiederholen sollte. Ralf Kille

Uli Hempel

11

Auf der letzten Etappe vor dem Sauhag

Gaurundwanderung im Esslinger Gau

»Ich bin die Heimat durchzogen und ich habe sie reicher

gefunden, als ich zu hoffen gewagt hatte.« Nicht besser als

mit diesem Zitat von Theodor Fontane kann man das beschreiben,

was die vielen Teilnehmer der Gaurundwanderung

in den 12 Jahren erlebten. Es war eine tolle Idee des

damaligen Vorsitzenden der OG Wolfschlugen, Roland

Klöckler, des heutigen Präsident des Schwäbischen Albver -

eins, Dr. med. Hans-Ulrich Rauchfuß, sowie des rührigen

Fachwartes für Brauchtum, Jürgen Gruß, in einer Rundwan -

derung alle 19 Ortsgruppen zu besuchen. Am Sonntag, den

25. April 1999, startete das im gesamten Gebiet des Albvereins

einmalige Unternehmen. Dabei erarbeitete das Organisationsteam

der jeweiligen Ortsgruppen einen besonders

schönen Streckenabschnitt, der nicht nur über bezeich -

nete Wanderwege führte. Durchschnittlich nahmen 300

Wanderer aus allen Ortsgruppen des Esslinger Gaues an

den 12 Etappen mit einer Länge von insgesamt ca. 230 km

teil. Kaum einer der vielen Teilnehmer erahnte im Voraus,

wie viel es im Altkreis Esslingen es zu entdecken gab. Herrlich

blühende Landschaften, interessante Gebäude, uralte

Kirchen, Museen, Denkmäler und Türme. Naturdenkmäler,

wie die Sieben Linden bei Hochdorf, die versteckt liegenden

Mariengrotten bei Wernau und Plochingen, der »Vulkan«

und das Schlössle in Scharnhausen, der Schlösslesplatz

im Schurwald, den einst das Jagdschloss des Herzogs

Eberhard von Württemberg zierte, die vielen Brunnen im

Hainbachtal – die Liste der Sehenswürdigkeiten ließe sich

beliebig erweitern. Erinnerungen an Altvordere sind das

Salzmann-Camerer-Denkmal in der Nähe der Katharinenlinde,

der Sprandebrunnen zwischen Schanbach und Baltmannsweiler

und der Bührlenbrunnen in Altbach.

Der Gauvorsitzende des Esslinger Gaues Uli Hempel, freute

sich, dass in allen Orten die Oberbürgermeister und Bürgermeister

die Wandergruppe begrüßten, bzw. verabschiedeten.

So spendierte OB Herbert Rösch beim »internationalen«

Empfang im Klosterhof Nellingen allen ein

Ostfildener Schnäpsle. In Denkendorf begrüßten der Spielmannszug

der Freiwilligen Feuerwehr und Bürgermeister

Peter Jahn die Teilnehmer. In Esslingen nahm sich Oberbürgermeister

Dr. Jürgen Zieger die Zeit, eine an diesem

Tage besonders große Gruppe mit Präsident Dr. Rauchfuß

am Marktplatz zu verabschieden. In Plochingen ließ es sich

Bürgermeister Eugen Beck nicht nehmen, die Wanderer im

historischen alten Rathaus mit Hansenwein zu begrüßen.

Bürgermeister Hans Weil führte stolz durch das restaurierte

Köngener Schloss.

Doch auch zu Fuß begleiteten uns Bürgermeister und Ortsvorsteher,

wie z. B. BM Martin König, Baltmannsweiler, stv.

BM Joachim Ungethüm, Wernau, und Wolfgang Benignus

aus Altbach. Sportlich kam auf dem Rennrad BM Bernhard

Richter im Schurwald entgegen. Die 19 Ortsgruppen des

Esslinger Gaues organisierten Hocketsen, besonders schön

war die im Garten der OG Wernau. In Berkheim wurde sogar

ein Festzelt aufgestellt, und in Wäldenbronn leerte die

Firma Schlienz die Garagen ihres Betriebshofes. Hier begrüßte

auch der Vizepräsident des Landtags, Wolfgang Drexler,

die Wandergruppe.

Am 18. April 2010 endete das Unternehmen mit der letzten

Etappe von Köngen durch den Sauhag zum Ausgangsort

Wolfschlugen. Zum großen Abschlussfest lud die OG

Wolfschlugen in die Gemeindehalle ein, wo sich Präsident

Dr. Rauchfuß bei allen Beteiligten, besonders aber bei Jürgen

Gruß, bedankte. Erinnerungsurkunden mit den Wappen

aller besuchter Orte gab es für Bürgermeister und Ortsgruppen.

Uli Hempel

Literaturwanderung am Albtrauf

In der süddeutschen Literatur, sei sie schriftdeutsch oder

schwäbisch, findet man viele Texte, welche Eindrücke und

Empfindungen der Schriftsteller bzw. Poeten schildern,

wenn sie von der Alb ins »Ländle« blicken. Für literarisch

interessierte Wanderführer und Wanderer eine wahre Fundgrube,

die beispielhaft zu folgender Wanderung inspirierte:

Beginn am Wanderparkplatz »Heidengraben« vor Erkenbrechtsweiler

oberhalb Beuren. Albvereinsweg Blaues Dreieck

zum Beurener Fels, Bassgeige, Brucker Fels. Dann auf

dem HW 1 zum keltischen Tor am Heidengraben, Erken -

brechts weiler, Marienfels, Wilhelmsfels, Hohenneuffen.

Rückweg über die Schanze und den Radweg nach Erkenbrechtsweiler

zum Ausgangspunkt. 15 km, Gehzeit 4 – 5 Stunden,

geringe Höhenunterschiede, Wanderzeit mit Einkehr

Hohenneuffen und Literaturpausen ca. 6 – 7 Stunden (Teilstrecken

sind möglich). Gutes Schuhwerk, Wanderstöcke,

Notvesper. Karte 19 Reutlingen/Bad Urach 1: 35.000. Geeignet

für Gruppen bis 15 Personen. Vorwanderung ist obligatorisch.

Die Texte ergeben sich für lesehungrige Wanderführer nebenbei:

Der weltbekannte Roman »Lichtenstein« von Wilhelm

Hauff enthält ein Kapitel, in dem der Pfeifer von Hardt

dem Ritter Georg von Sturmfeder vom Beurener Fels aus

das Vorland und die Albberge zeigt. Dies ist eine einzigartige

Liebeserklärung Hauffs an seine Heimat.

Vom Brucker Fels aus sieht man die Teck und auch die Wucherungen

des modernen Siedlungsbaus im Lenninger Tal.

Hier passt der kritische Text »Oh Heimatland« von Thaddäus

Troll. Zurück am Tor des Heidengrabens bietet sich

ein Text aus »Rulaman« von David Friedrich Weinland an.

Im Dorf Erkenbrechtsweiler sind Beiträge über das Leben

im alten oder neuen Dorf angebracht (ich habe Hanno Kluge

und Harald Immig ausgewählt). Die kommenden Felsenausblicke

eignen sich z. B. für Texte von August Lämmle

(Guck naus ins Land). Auf dem Hohenneuffen kann aus

dem »Hutzelmännle« von Eduard Mörike zitiert werden,

denn die »Blaue Mauer«, die der Schustergeselle Seppe

sieht, ist zur Legende geworden.

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