Albvereinsblatt_2011-03.pdf

Ermsgaufamilie

Hans Georg Zimmermann

ges geradeaus weiter. Stadtwanderweg deshalb, weil der

Weg die Ortsteile Geislingen, Erlaheim und Binsdorf auf

unproblematische und sehenswerte und interessante Weise

miteinander verbindet. Der Weg ist durch rote Schilder

mit weißer Beschriftung sehr gut bis Binsdorf ausgeschildert

und bietet schöne Aussichten und eine abwechslungsreiche

Landschaft im Bereich des Albvorlandes im

Zollernalbkreis. Als kultureller Höhepunkt liegt das Wallfahrtskirchlein

Loreto zwischen Erlaheim und Binsdorf direkt

am Weg. Die Hälfte der Wegstrecke verläuft im Wald,

so dass er auch im Sommer angenehm zu begehen ist. Bis

auf ein kurzes Stück ist der Weg befestigt. Als Nordic-Walking-Strecke

ist er sehr anspruchsvoll, da zwei Täler im Bereich

der oberen Keuperschicht durchquert werden müssen.

Die Beschilderung endet in Binsdorf, und entweder

geht man denselben Weg zurück oder es besteht auch die

Möglichkeit mit dem ÖPNV nach Geislingen zurückkommen.

(Achtung: Am Wochenende fahren nur Kleinbusse!)

Wanderkarte: Top. Karte 1:35.000 Blatt 24, Albstadt – Balin -

gen. Höhenunterschiede: 160 m. Anfahrt: Geislingen an der

L 415 (zwischen Balingen und Rosenfeld). Ausgangspunkt:

Ortsende Geislingen Richtung Rosenfeld, Industriegebiet

Weiherle. Einkehrmöglichkeiten in Binsdorf und Geislingen

vorhanden, Rastplatz vor und auf Loreto. Bernhard Bosch

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Die Pfauenbergsteige in Esslingen

Können Sie sich vorstellen, mit einem schwer beladenen

Holzgestell auf dem Rücken oder einem Korb voller Obst

oder Eier auf dem Kopf einen Kilometer langen Marsch anzutreten

und dabei einen Buckel mit einer Steigung von

stellenweise über 20 Prozent in Kauf zu nehmen? Und das

vielleicht sogar mehrmals am Tag, bergauf, bergab? Für viele

Obst- und Weinbauern, vor allem deren Frauen, aber

auch für Händler, die außerhalb des Stadtzentrums wohnten,

gehörte diese mühsame Prozedur über Jahrhunderte

hinweg zum Alltag. So auch in Esslingen, wo die Wege zum

Markt teilweise steil und beschwerlich waren.

Wenn Sie ein wenig auf den geschichtsträchtigen Spuren

der ehemaligen Reichsstadt wandeln wollen und einen kurzen,

aber steilen Anstieg nicht scheuen, dann bietet Ihnen

die Pfauenbergsteige in Esslingen einen guten Eindruck

von der früheren Arbeits- und Lebensweise der Menschen

inmitten einer gewachsenen Kulturlandschaft.

Die Pfauenbergsteige ist noch heute ein gut erhaltener Teil

des historischen Verbindungswegs vom Esslinger Stadtzentrum

zum Jägerhaus, der dann weiter in die Schurwald -

orte führt. Früher war der Weg eine Art Hauptverkehrsader,

allerdings ohne Auto und Fuhrwerk. In jedem Fall war es

ein wichtiger Transportweg für Obst, Wein und andere Produkte.

Wer mit dem Auto nach Esslingen kommt, sollte am besten

einen der Parkplätze (Achtung: Parkticket!) am Ebershaldenfriedhof

(Urbanstraße) nehmen. Die Landenberger

Straße führt Richtung stadtauswärts den Hang hoch; in die

andere Richtung kommt man ins Stadtzentrum und zum

Marktplatz. Richtung Pfauenbergsteige geht es zuerst die

wenig befahrene, aber steile Straße hoch bis zum Hölderlinweg.

Dort gehen Sie kurz links bis zur verkehrsreichen

Mülberger Straße, diese dann rechts hoch bis zur Kreuzung

(Hirschlandkopf). Sie überqueren diese und gehen Richtung

Kennenburg (geradeaus). Hier beginnt die Kennenburger

Straße, welche zunächst abwärts führt. Weiter geht

es bis zur Gabelung Kennenburger Straße – Esslinger Straße.

Genau hier (etwas unscheinbar neben einem großen

Gebäude) führt die historische Pfauenbergsteige links hoch.

Die alte, gepflasterte Steige verbindet den Esslinger Ortsteil

Kennenburg mit dem oberhalb gelegenen Liebersbronn.

Der Weg ist viele Jahrhunderte alt, bestimmt frühmittelal-

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