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Festschrift 25 Jahre (2008) - Grüner Kreis

Festschrift 25 Jahre (2008) - Grüner Kreis

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| grünerkreisInternational Die internationalen Kontakte des „Grünen Kreises“ Der „Grüne Kreis“ sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit auch in der Vernetzung und Öffnung, im Austausch, in der Forschung und Förderung der abstinenzorientierten Suchthilfe im Rahmen seiner nationalen und internationalen Kontakte. So trägt der Verein mit seiner offenen Einstellung und Tätigkeit zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung einer professionellen Suchthilfe mit hohem Qualitätsanspruch bei. Sich international zu vernetzen, bedeutet nicht nur Erfahrungsaustausch über das unterschiedliche Verständnis von Suchthilfe, sondern ebenso Auseinandersetzung mit den kulturellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Gegebenheiten der einzelnen Länder, wie auch mit der Bedeutung von sozialem Gleichgewicht. Diese Erkenntnisse fließen immer wieder in die tägliche Arbeit mit ein und bereichern sie, wie sie auch die Werte und das Handeln beeinflussen. Die Mitgliedschaft des „Grünen Kreises“ in internationalen Organisationen, sowie die Teilnahme der MitarbeiterInnen an internationalen Kongressen sind wichtige Erfahrungen, die neue Perspektiven in der Suchtarbeit öffnen. Die Zusammenarbeit auf europäischer sowie internationaler Ebene bewirkt ein „voneinander Lernen“ und führt zu einem gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Wahrgenommen zu werden als qualifizierte Einrichtung vor dem Hintergrund der verschiedenen Konzeptionen, Strukturen und institutionellen Zusammenhänge im Rahmen der stationären Suchthilfe ist eine wesentliche Voraussetzung, Diskussionsforen für den gemeinsamen wissenschaftlichen und methodischen Austausch zu schaffen. Neben den fachlichen Ergebnissen bilden auch die Entwicklung und Erprobung gemeinsamer Kooperationsformen eine wichtige Basis für die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Dies waren und sind die Grundelemente des „Grünen Kreises“ im Engagement für eine europäische und internationale Zusammenarbeit. So hat der „Grüne Kreis“ in seinem europäischen Engagement schon sehr früh Seminare zu den Themen Mütter und Kinder durchgeführt. Zum Beispiel 1997 wurde im Seminarhotel Binder die Thematik der „vergessenen Kinder“ sehr ausführlich behandelt, einesteils mit Referaten, darunter auch von Verena Schäfer, die immer mit klaren Forderungen für das Wohl der Kinder plädierte, andernteils auch mit praktischen Beispielen für Kindertherapie, wie damals die für viele Mitarbeitenden neue Therapieform der Kinesiologie. In einem weiteren Seminar im Jahr 2000 widmete sich wiederum Verena Schäfer speziell der Reintegration von Müttern, Eltern und deren Kindern, ein Thema, welches unter ganz anderen Aspekten anzugehen ist als die Reintegration der allein stehenden Männer. Kurz, der „Grüne Kreis“ hat sich immer wieder speziell für die Schwächsten im Umfeld der Süchtigen eingesetzt, für die Kinder der abhängigen Eltern. Die europaweite Vernetzung, die der „Grüne Kreis“ zu dieser Thematik anstrebte und auch ermöglichte, bleibt in bester Erinnerung. Aber auch in einem ganz anderen Gebiet war der „Grüne Kreis“ maßgeblich beteiligt, nämlich bei der Gründung des „Soccer without Drugs- Cup“, des „Fußball ohne Drogen- Cups“. Die „Grüner Kreis“ Mannschaft brachte den 2. Platz beim „Fußball ohne Drogen-Cup“ 2007 nach Hause. So hat der „Grüne Kreis“ 1999 den FODC in Wien mit der Beteiligung vieler therapeutischer Gemeinschaften aus ganz Europa durchgeführt und wird auch im Jubiläumsjahr 2008 wieder als Veranstalter auftreten. Der Cup dient nicht nur gemäss dem Leitpapier als Modell zum Erfahrungsaustausch unter den TeilnehmerInnen, sondern auch zum Transport gesundheitsbezogener Botschaften. Fußball hat für viele Menschen einen hohen, emotionalen Stellenwert und hilft so, selbstschädigendes Verhalten wie Sucht zu verhindern oder aus diesem auszusteigen. Fußball fördert auch das Gemeinschaftsgefühl, steht für Spaß am Spiel und bietet eine positive Identifikationsmöglichkeit. Aus diesem Grund ist die Teilnahme an diesem Cup eine wichtige präventive Botschaft und auch ein wichtiger Beitrag in der europäischen stationären Suchthilfe. Dafür dass aber Erfahrungsaustausch sowie Kooperationsformen zum Tragen kommen, bedarf es messbarer Strukturen und finanzieller Absicherung. So ist seit längerer Zeit zu beobachten, dass in den verschiedensten europäischen Ländern die Finanzierung durch die öffentliche Hand in der abstinenzorientierten Suchthilfe rückläufig ist. Trotz dieser schwierigen finanziellen Situation ist es auffallend, wie viele Ressourcen in der stationären Suchthilfe vorhanden sind, aber auch immer noch zu einem großen Teil brach liegen. Aus diesem Grund hat der „Grüne Kreis“ mit KollegInnen aus anderen Ländern den EAC European Addiction Care – Europäisches Suchthilfenetzwerk gegründet. Dieser Verein hat sich speziell die Förderung der Aus- und Fortbildung von MitarbeiterInnen in neuen Suchthilfenetzwerken zum Ziel gesetzt. Durch die Teilnahme am EFTC, der eingebettet in den WFTC – hier handelt es sich um eine Non-Governmental Organisation in einem Beratungsstatus mit der Wirtschafts- und Sozialabteilung der United Nations – agiert, wird ein Erfahrungsaustausch auf internationaler 52 25 JahreGrüner Kreis

grünerkreisInternational | Ebene und somit eine Vernetzung von Fachleuten aus der ganzen Welt ermöglicht. Im April 2004 wurde der „Grüne Kreis“ als Vollmitglied in den EFTC European Federation of Therapeutic Communities aufgenommen. Die Non-Profit Organisation EFTC bezeichnet sich auch als “European co-operation in the field of drug treatment, prevention and research”. Es handelt sich hier um einen Zusammenschluss von mehr als 40 therapeutischen Gemeinschaften in 25 europäischen Ländern, die, wie der „Grüne Kreis“ auch, Ziele, die der Reduktion der Drogennachfrage oder der Förderung und Verbesserung von Präventions- und Behandlungsangeboten dienen, verfolgen. Nicht nur die erkenntnisorientierte Diskussion verschiedener Arbeitsansätze, sondern auch die Reflexion und Evaluation der eigenen Arbeitsweise dient dazu, eigene Ressourcen zu lokalisieren, zu wecken und zu nutzen. So plant der „Grüne Kreis“ auch in den kommenden Jahren weitere Begegnungen mit anderen europäischen Suchthilfeeinrichtungen mit dem Fokus auf die Integration von benachteiligten Personen. TEXT: LOTHAR SCHÄFER, INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN FOTOS: ARCHIV „GRÜNER KREIS“ Der „Grüne Kreis“ ist Mitbegründer des internationalen „Fußball ohne Drogen-Cup“ („Soccer without Drugs-Cup“), eine Suchtpräventionsaktion, die erstmals 1998 in Berlin stattfand. Sie dient nicht nur als Modell zum Erfahrungsaustausch unter den TeilnehmerInnen, sondern auch zum Transport gesundheitsbezogener Botschaften. Menschen, die bereits ein Suchtproblem überwunden haben oder sich noch in Behandlung befinden, treffen am Fußballfeld aufeinander. Fußball hat für viele Menschen einen hohen emotionalen Stellenwert und hilft so, selbstschädigendes Verhalten wie Sucht zu verhindern oder aus diesem auszusteigen. Näheres finden Sie auf www.tannenhof.de/fussball. Im März 2005 wurde auf Initiative von Dir. Alfred Rohrhofer, Geschäftsführer des „Grünen Kreises“, der Verein „EAC European Addiction Care – Europäisches Suchthilfenetzwerk“ mit Sitz in 1010 Wien, Rudolfsplatz 9, gegründet. Seine Tätigkeit erstreckt der EAC auf das gesamte Gebiet von Europa mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa. Der Verein, der nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, hat zum Ziel, Personen und Organisationen, die sich in der Suchthilfe engagieren, zu unterstützen und mit anderen europäischen Organisationen im Suchthilfebereich zu vernetzen. Dieser Zweck wird durch Beratung, Schulung von Suchtfachkräften, Austausch von Informationen, Erfahrungen und Know how sowie Unterstützung beim Aufbau von Suchthilfenetzwerken erfüllt. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit und der Veranstaltung von Fachkongressen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das Wissen fördern, sowie der wissenschaftlichen Arbeit in Form von Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Suchtkrankheiten. Die Idee zu EAC entstand aus zahlreichen Aktivitäten der drei Einrichtungen „Grüner Kreis“, AWO Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven und JOIN, einem Schweizer Beratungsunternehmen im Sozialbereich, die sich bereits seit Jahren in Süd-, Mittel- und Osteuropa im sozialen Bereich engagieren. Details finden Sie auf www.eac.gruenerkreis.at. Im April 2004 wurde der „Grüne Kreis“ als Vollmitglied in den EFTC aufgenommen. Es handelt sich hier um einen Zusammenschluss von mehr als 40 therapeutischen Gemeinschaften in 25 europäischen Ländern, die, wie der „Grüne Kreis“ auch, Ziele, die der Reduktion der Drogennachfrage oder der Förderung und Verbesserung von Präventions- und Behandlungsangeboten dienen, verfolgen. Beratung und Unterstützung der Arbeit in Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe, Förderung der Aus- und Fortbildung von pädagogischen und therapeutischen Fachkräften und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Durchführung wissenschaftlicher Symposien, der Publikation von Fachinformationen und der Kooperation mit Fachkreisen sind weitere Zwecke des EFTCs, der 1978 gegründet wurde und seinen Sitz in Belgien hat. Die regelmäßig veranstalteten Tagungen und Kongresse ermöglichen den Erfahrungsaustausch und die Diskussion verschiedener Arbeitsansätze, was der Reflexion der eigenen Arbeitssituation dient. Die Teilnahme am EFTC, der eingebettet in den WFTC – hier handelt es sich um eine Non-Governmental Organisation in einem Beratungsstatus mit der Wirtschafts- und Sozialabteilung der United Nations – agiert, ermöglicht einen Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene und somit eine Vernetzung von Fachleuten aus der ganzen Welt. Weitere Informationen finden Sie auf www.eftc-europe.com. 25 JahreGrüner Kreis“ 53

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