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TIMSS 2007: Erste Ergebnisse - Bifie

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3.5 Hausübungen in

3.5 Hausübungen in Mathematik und Sachunterricht Birgit Suchan Kontextfaktoren und Leistung Dieser Abschnitt diskutiert Unterschiede hinsichtlich Häufigkeit und Dauer der erteilten Hausübungen in den teilnehmenden EU-Ländern und analysiert, ob ein Zusammenhang mit den Kompetenzen der Schüler/innen besteht. Während Österreich in Mathematik zu jenen Ländern zählt, in denen relativ viele und lange Hausübungen gegeben werden, verhält es sich in den Naturwissenschaften genau umgekehrt. Die Korrelationen zwischen der Vergabe von Hausübungen und den Schülerleistungen ergeben kein kohärentes Bild: EU- und österreichweit weisen die Lehrerangaben zur Hausübung keinen Zusammenhang mit der Leistung auf. Bei den Schülerangaben zeigen sich nur in Naturwissenschaft nennenswerte Korrelationen. ITA L S 18 35 35 29 62 19 ITA L S 30 15 34 35 35 48 36 36 DEU L S* 14 19 79 76 7 5 LET L S 13 56 43 40 44 AUT L S 11 16 73 76 16 8 SLO L S 11 13 35 66 87 21 DNK L S 5 23 61 52 35 25 HUN L S 6 33 59 61 39 SLO L S 19 87 79 10 GBR (E) L* S 10 16 88 83 SWE L S 5 20 77 34 34 52 60 SVK L S 16 24 82 73 GBR (E) L* S 18 31 80 52 66 52 LIT L S 8 21 77 35 57 LIT L S 29 79 68 19 NLD L* S 10 89 9 91 GBR (S) L** S 11 30 87 67 CZE L S 16 96 83 CZE L S 17 8 65 82 28 SWE L S 9 19 90 80 HUN L S 21 93 75 6 4 GBR (S) L** S 4 10 95 89 LET L S 34 91 65 9 DEU L S* 13 4 30 87 66 NLD L S 10 97 89 8 DNK L S 13 98 85 SVK L S 10 68 79 32 11 AUT L S 14 99 84 % 0 20 40 60 80 100 % % 0 20 40 60 80 100 % Abbildung 3.5 A: Index Mathematikhausübung Abbildung 3.5 B: Index Naturwissenschaftshausübung Index zur Hausübung: hoch: häufig und lange Hausübungen mittel niedrig: selten und kurze Hausübungen * ... Missinganteil liegt zwischen 15 und 30 % ** ... Missinganteil größer als 30 %, aber kleiner als 50 % Vergleichsländer absteigend nach den Lehrerangaben in der Kategorie hoch gereiht. Werte unter 4 % nicht eingetragen.

TIMSS 2007: Erste Ergebnisse 49 Über Sinn und Zweck von Hausübungen wird seit Jahrzehnten national und international kontrovers diskutiert (Lipowsky et al., 2004). Einerseits werden Hausaufgaben als wichtig für den Lernprozess in der Schule und damit als wesentlich für die Leistung erachtet. Andererseits bedeuten Hausübungen eine Belastung der Schüler/innen, weshalb ihre Wirkung auf den Lernprozess kritisch hinterfragt wird (Hascher & Bischof, 2000). Auf jeden Fall sind Hausübungen nicht nur in Österreich nach wie vor Bestandteil des schulischen Alltags. Bei TIMSS wurden Schüler/innen und Lehrkräfte zur Häufigkeit und Dauer der Hausübungen in Mathematik und Naturwissenschaft (in Österreich: Sachunterricht) befragt. Die Angaben werden jeweils zu einem Index zusammengefasst. Auf Schülerebene bedeutet die Kategorie hoch, dass zumindest 3- bis 4-mal pro Woche eine Hausübung mit einem Arbeitsaufwand von mehr als 30 Minuten aufgegeben wird. Eine niedrige Ausprägung liegt vor, wenn Schüler/innen höchstens 2-mal pro Woche eine Hausübung machen müssen, die in weniger als 30 Minuten erledigt werden kann. Die mittlere Kategorie umfasst alle weiteren Antwortkombinationen zwischen diesen beiden Extremen. Analog dazu erfolgt die Indexbildung auf Lehrerebene: Ein hoher Index bedeutet, dass in mindestens der Hälfte der Stunden Aufgaben gegeben werden, deren Arbeitsaufwand auf über 30 Minuten geschätzt wird. Der niedrige Index umfasst Hausübungen, die weniger als 30 Minuten dauern sollten und in höchstens der Hälfte der Stunden aufgegeben werden. Abbildung 3.5 A und 3.5 B stellen die Häufigkeit und Länge der Mathematik- bzw. Naturwissenschaftshausübungen für alle EU-Länder dar. Hausübungen in Mathematik Die mit Abstand meisten und längsten Aufgaben erhalten nach Angaben der Lehrkräfte italienische Schüler/innen: 35 % werden von Lehrkräften unterrichtet, die mindestens in der Hälfte der Mathematikstunden Hausübungen mit einer Länge von über 30 Minuten aufgeben. In der Slowakischen Republik erhalten hingegen keine Schüler/innen Aufgaben mit diesem Zeitaufwand und dieser Intensität. Zum Vergleich: Die drei führenden Länder zählen zu jenen mit vielen und langen Hausübungen, wobei Taiwan mit 18 % in der Kategorie hoch etwas hinter Singapur (32 %) und Hongkong (26 %) liegt. In Österreich befindet sich der Großteil der Schüler/innen in der mittleren Kategorie (73 %). 11 % erhalten hingegen oft und lange Hausübungen – ein Anteil, der nur in Italien und Deutschland übertroffen wird. Weitere 16 % zählen in Österreich nach Angaben der Lehrkräfte zur niedrigsten Kategorie. Die Antworten der Lehrkräfte unterscheiden sich teilweise stark von den Schülerangaben. In Lettland ist z. B. aus Sicht der Lehrer/innen nur 1 % der höchsten Kategorie zuzuordnen; aus Schülerperspektive sind es 34 %. Diese Differenz lässt darauf schließen, dass der tatsächliche Zeitaufwand der Schüler/innen größer ist, als von den Lehrkräften angenommen wird. In Österreich stimmen Lehrer- und Schülerdaten relativ gut überein. Hausübungen in Naturwissenschaft Österreich weist unter den EU-Ländern die wenigsten und kürzesten Naturwissenschaftshausübungen auf: Basierend auf den Lehrerangaben befinden sich 99 % aller Schüler/ innen in der Kategorie niedrig. Wie bereits bei Mathematik müssen italienische Schüler/innen auch in Naturwissenschaft am meisten und längsten Hausübungen erledigen. Zum Vergleich: Unter den drei führenden Ländern zählt nur Singapur zu jenen mit vielen und langen Hausübungen. In Hongkong und Taiwan werden hingegen 92 % bzw. 83 % der Schüler/innen von Lehrkräften unterrichtet, die selten und kurze Hausübungen aufgeben. Generell zeigt sich, dass vergleichsweise weniger Naturwissenschaftshausübungen aufgegeben werden. Eine mögliche Erklärungen hierfür ist, dass der Schwerpunkt in der Grundschule nicht auf den Naturwissenschaften liegt. Auch im Bereich Naturwissenschaft gibt es Länder, in denen die Lehrerdaten nicht mit jenen der Schüler/innen übereinstimmen. In den meisten dieser Fälle ist der Aufwand aus der Sicht der Schüler/innen größer. Zusammenhang zwischen Hausübung und Leistung Wenn Hausübungen eine Möglichkeit darstellen, das Gelernte zu festigen und auszubauen, sollten Schüler/innen, die häufig Hausübungen bekommen, erwartungsgemäß auch bessere Leistungen erbringen. Die TIMSS-Daten zeigen jedoch ausschließlich für die Daten auf Schülerbene in Naturwissenschaft einen Zusammenhang, und dieser ist negativ (AUT: r = –.24, p < .05, EU-Schnitt: r = –.12, p < .05). Demzufolge gehen häufige und lange Hausübungen mit einer geringen Naturwissenschaftskompetenz einher bzw. seltenere und kürzere mit einer hohen. Zurückzuführen ist dies möglicherweise darauf, dass schwächere Schüler/innen für die Hausübungen mehr Zeit benötigen oder aber die Hausübung gezielt als Möglichkeit für einen individualisierten Unterricht für leistungsschwache Schüler/innen eingesetzt wird. Auf Länderebene zeigen sich keine Zusammenhänge: Länder mit einem hohen Leistungsschnitt sind demzufolge nicht jene, in denen die Schüler/innen oft und lange Hausübungen erhalten.

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