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TIMSS 2007: Erste Ergebnisse - Bifie

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3.6 Einstellungsbezogene

3.6 Einstellungsbezogene Merkmale der Schüler/innen zu Mathematik und Naturwissenschaft Christina Wallner-Paschon Freude an Mathematik Leistungsmittelwerte 18 16 66 EU-Schnitt 501 520 19 17 64 Mädchen 501 516 19 15 66 Buben 502 525 22 16 62 Österreich 492 513 25 19 56 Mädchen 488 505 19 14 67 Buben 496 520 % 0 20 40 60 80 100 % Freude an Naturwissenschaft 15 14 71 EU-Schnitt 514 531 14 14 72 Mädchen 514 527 17 14 69 Buben 514 534 12 13 75 Österreich 510 530 11 13 76 Mädchen 497 523 13 14 74 Buben 519 537 % 0 20 40 60 80 100 % Abb. 3.6 A: Freude an Mathematik und Naturwissenschaft im EU-Schnitt und für Österreich Selbstkonzept in Mathematik 9 26 65 EU-Schnitt 460 536 11 29 60 Mädchen 461 535 8 23 69 Buben 459 538 8 22 70 Österreich 445 524 11 24 64 Mädchen 445 518 5 19 76 Buben 447 529 % 0 20 40 60 80 100 % Selbstkonzept in Naturwissenschaft 8 25 67 EU-Schnitt 485 541 8 25 67 Mädchen 481 537 8 25 67 Buben 488 543 5 16 79 Österreich 477 539 5 16 78 Mädchen 460 533 5 16 80 Buben 494 544 % 0 20 40 60 80 100 % gering mittel hoch Kontextfaktoren und Leistung Die Entwicklung einer positiven Einstellung gegenüber Mathematik und Naturwissenschaft ist neben dem Erwerb von Kompetenz ein wichtiges Ziel des Unterrichts. Sie ist deshalb in vielen Ländern sogar im Lehrplan als Ziel verankert. Bei TIMSS werden zwei Einstellungsmerkmale erhoben und in diesem Kapitel für Österreich im EU-Vergleich dargestellt. Es handelt sich dabei um die Freude an Mathematik und Naturwissenschaft sowie um das Vertrauen der Schüler/innen in ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten. Etwa zwei Drittel der österreichischen Schüler/innen berichten über große Freude an diesen Inhalten. Weiters zeichnen sich die Schüler/innen in Österreich durch ein deutlich höheres Vertrauen in ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten aus als dies im EU-Schnitt der Fall ist. 400 450 500 550 600 Leistungsmittelwerte 400 450 500 550 600 Abb. 3.6 B: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in Mathematik und Naturwissenschaft im EU-Schnitt und für Österreich

TIMSS 2007: Erste Ergebnisse 51 Dieser Beitrag widmet sich der Freude der Schüler/innen am mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernen. Die Freude am Lernen beeinflusst laut Caroll (1963) die Zeit, die Schüler/innen bereit sind, aktiv und aufmerksam zu lernen, weshalb ein Zusammenhang mit der Schülerleistung angenommen werden kann. Auch das Selbstkonzept der Schüler/innen in Mathematik und Naturwissenschaft und damit die subjektive Einschätzung ihrer Fähigkeiten in den beiden Bereichen werden analysiert. Dabei steht der Vergleich dieser Merkmale zwischen den österreichischen 9-/10-Jährigen und jenen der teilnehmenden EU-Länder im Mittelpunkt. Es wird untersucht, wie die Motivation der Kinder ist und ob ein Zusammenhang dieser Schülermerkmale mit der Leistung besteht. Freude der Schüler/innen an Mathematik und Naturwissenschaft Lesehinweis: Der Index Freude an Mathematik (M) und Sachunterricht (S, international = Naturwissenschaft) mit den Kategorien „gering“, „mittel“, „hoch“ basiert auf folgenden drei Aussagen im Schülerfragebogen: (1) Ich lerne gern M/S. (2) M/S ist langweilig. (3) Ich mag M/S. Der Index Selbstkonzept in M/S mit den Kategorien „gering“, „mittel“, „hoch“ basiert auf folgenden vier Aussagen: (1) Normalerweise bin ich gut in M/S. (2) M/S fällt mir schwerer als vielen Mitschülern von mir. (3) Ich bin einfach nicht gut in M/S. (4) Ich lerne schnell in M/S. Details zur Indexbildung finden sich in Olson, Martin & Mullis (2008). In Abbildung 3.6 A sind die Schüleranteile in den drei Kategorien (gering, mittel, hoch) zur Freude an Mathematik sowie an Naturwissenschaft für Österreich und den EU- Schnitt durch Balken dargestellt. Mehr als 62 % der österreichischen Viertklässler/innen berichten über viel Freude an Mathematik. Etwa jede/jeder fünfte österreichische Schüler/in (über 20 %) verspürt jedoch wenig Freude daran. Damit ist in Österreich die Freude der Kinder etwas geringer als im EU-Schnitt. Klare Unterschiede zeigen sich im Geschlechtervergleich. Während sich im EU-Schnitt die Mädchen und Buben in ihrer Freude an Mathematik nicht unterscheiden, erleben österreichische Mädchen deutlich weniger Freude an diesem Gegenstand als Buben. Im rechten Teil der Abbildung 3.6 A sind für die drei Schülergruppen mit hoher, mittlerer und geringer Freude an Mathematik die jeweiligen Leistungsmittelwerte eingezeichnet. Dabei zeigt sich über alle Vergleichsgruppen hinweg, dass mehr Freude am Fach mit höherer Mathematikkompetenz einhergeht. Dieser Zusammenhang gilt in etwa gleichem Ausmaß für Naturwissenschaft. Im Vergleich zu Mathematik gibt es deutlich mehr Grundschüler/innen, die Freude an Naturwissenschaft haben. Dies gilt sowohl für Österreich als auch für den EU- Schnitt. Besonders viele litauische und deutsche Schüler/ innen zeigen eine positive Einstellung zur Naturwissenschaft (jeweils 81 %). In England und Dänemark ist der Anteil dieser Schüler/innen mit 59 % vergleichsweise gering. Selbstkonzept in Mathematik und Naturwissenschaft Wie die Schüler/innen ihre eigenen Fähigkeiten in Mathematik und Naturwissenschaft einschätzen, und inwieweit diese subjektive Einschätzung mit der tatsächlichen Kompetenz zusammenhängt, wird in Abbildung 3.6 B dargestellt. Sowohl auf EU-Ebene als auch in Österreich schätzen die meisten 9-/10-Jährigen ihre Fähigkeiten in Mathematik und Naturwissenschaft als hoch oder zumindest mittel ein. Mehr als zwei Drittel (70 %) der österreichischen Grundschulkinder weisen ein hohes mathematisches Selbstkonzept auf. Österreich liegt somit an zweiter Stelle hinter Schweden mit 77 % Schüler/innen mit positivem Selbstkonzept. Deutliche Unterschiede zeigen sich erneut im Geschlechtervergleich. In Österreich haben mehr Buben ein hohes Selbstkonzept im Bereich Mathematik und doppelt so viele Mädchen als Buben schätzen ihre Fähigkeiten als gering ein. Im EU-Schnitt ist ein ähnliches Bild erkennbar, wobei die Unterschiede zwischen Mädchen und Buben schwächer ausfallen. Hinsichtlich der Fähigkeitseinschätzung in Naturwissenschaft unterscheiden sich die Mädchen und Buben hingegen nicht, das gilt sowohl für Österreich als auch für den EU-Schnitt. In Österreich gibt es deutlich mehr Schüler/ innen, die ihre Fähigkeiten als hoch einschätzen. In allen dargestellten Gruppen unterscheiden sich die Schüler/innen mit hohem, mittlerem und geringem Selbstkonzept signifikant voneinander. Einzige Ausnahme sind österreichische Schüler/innen mit geringem und mittlerem Selbstkonzept, die sich nicht in ihrer naturwissenschaftlichen Leistung unterscheiden, was vor allem bei den Buben zutrifft. Die Schüler/innen scheinen demnach ein realistisches Selbstkonzept zu besitzen. Interessanterweise funktioniert der Realitätsbezug bei guten und durchschnittlich guten Schüler/innen recht genau – bei den Risikoschülerinnen und -schülern (Kompetenzlevel unter 1) in Mathematik und in Naturwissenschaft finden sich jedoch großteils realitätsferne Selbstkonzepte: In Österreich schätzen 30 % dieser Schüler/innen ihre mathematischen Fähigkeiten als hoch ein, in Naturwissenschaft sind es 45 %. Vergleichbare Werte sind mit 32 % und 39 % auch im EU-Schnitt festzustellen.

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