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In den beiden afrikanischen Ländern hatten fast 8000 nicht infizierte Männer an den Untersuchungen teilgenommen. Die Studien waren initiiert worden, nachdem Forscher beobachtet hatten, dass in Gebieten, in denen männliche Babies üblicherweise beschnitten werden, die HIV-Infektionsrate auffällig niedrig ist. Dies gilt besonders für muslimisch geprägte Länder Afrikas. EINDEUTIGE DATENLAGE Die Studien sollten ursprünglich bis Mitte 2007 laufen. Doch bereits Anfang Dezember war die Datenlage eindeutig: In Uganda waren 2784 Männer untersucht worden – die Hälfte davon beschnitten. Während sich in dieser Gruppe nur 22 Teilnehmer bislang mit dem Virus infizierten, waren es unter den unbeschnittenen 43. Und von den 4996 Kenianern wurde das HIV bei 22 beschnittenen Männern nachgewiesen, aber bei 47 unbeschnittenen Studienteilnehmern. Angesichts dieser Ergebnisse wurde allen bislang nicht operierten Männern in der Kontrollgruppe angeboten, sich ebenfalls beschneiden zu lassen. „Die Ergebnisse sind aufregend“, kommentierte Daniel Halperin, HIV-Experte des Harvard Center for Population and Development der New York Times. „Ich habe keine Zweifel, dass Millionen afrikanische Männer sich beschneiden lassen werden, wenn diese Daten bekannt werden.“ Und dies, so Halperin, werde viele Leben retten. Bereits im letzten Jahr hatten französische Wissenschaftler eine Studie in Südafrika abgebrochen, nachdem sich gezeigt hatte, dass das Risiko einer HIV-Übertragung bei Männern nach einer solchen Operation um 60 Prozent niedriger war, als ohne den Eingriff. Erstmals vermutet wurde der Effekt bereits in den 80er Jahren. NIH: ZUSÄTZLICHE STRATEGIE Elias Zerhouni, Direktor des amerikanischen National Institute of Health, erklärte laut NYT, Beschneidungen bei Männern – so sie in angemessener Weise vorgenommen werden – könnten demnach eine zusätzliche Strategie zur HIV-Vorbeugung sein. Auch Anthony Fauci vom NIAID setzt große Hoffnung in die Praxis: Die Beschneidung könne nicht nur das persönliche Infektionsrisiko senken, „sondern hoffentlich auch die Ausbreitung von Aids in der Gesellschaft“, erklärte Fauci der Nachrichtenagentur AP. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte an, dass sie nun spezielle Empfehlungen aussprechen werde, um die Praxis der Beschneidung zu unterstützen. „KEIN VOLLSTÄNDIGER SCHUTZ VOR HIV“ Zwar zeigten die Daten, dass die Beschneidung „das Risiko der Infektion bei Männern reduziert, doch die UN-Behörden betonen, dass sie keinen vollständigen Schutz vor HIV bietet“. Deshalb sei es notwendig, die Männer zugleich weiter aufzuklären, damit sie „kein falsches Gefühl der Sicherheit entwickeln“. Sonst bestünde die Gefahr, dass die schützenden Effekte durch riskante Verhaltensweisen aufgehoben würden. Die WHO und UNAIDS (Koordinierungsprogramm der Vereinten Nationen mit dem Ziel, die HIV / AIDS-Pandemie zu bekämpfen / Anm. d. Verf.) wollen deshalb Richtlinien entwickeln, die unter anderem auch ethische und klinische Aspekte der Beschneidung berücksichtigen. Dies ist unter anderem deshalb notwendig, weil in Afrika nach Beschneidungen noch immer viele Jungen an Infektionen sterben. SCHUTZ FÜR DIE PARTNERINNEN NOCH UNKLAR Unklar ist weiterhin, ob eine Beschneidung von bereits infizierten Männern auch ihren Partnerinnen einen gewissen Schutz vor einer Infektion bieten kann. Hinweise darauf gibt es. Derzeit findet in Uganda eine Studie der Johns Hopkins University in Baltimore statt, die die Vermutung überprüfen soll. Auch gilt der Schutz vor einer Verbreitung der Viren nur für Geschlechtsverkehr zwischen Männern und Frauen. Das Risiko einer Ansteckung über Analverkehr oder verunreinigte Spritzen wird davon nicht beeinflusst, erklärte Anthony Fauci vom NIAID der New York Times. Beschneidungen schützen vermutlich deshalb vor Infektionen, weil sich in der Unterseite der Penis-Vorhaut, die entfernt wird, besonders viele Langerhanssche Zellen befinden – Zellen des Immunsystems, die besonders anfällig für das HI- Virus sind.

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