Int. ADAC Westfalen-Pokal-Rennen - Kern Motorsport

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Int. ADAC Westfalen-Pokal-Rennen - Kern Motorsport

Motorsport: 1. und 2. Lauf der Formel Renault in Oschersleben

„Fürs erste Rennen war’s gigantisch gut!“

Kern Motorsport-Team startet mit einem Fahrer in höherer Klasse

In der Formel König hatte das Kern Motorsport-Team sich in den letzten Jahren einen

Namen gemacht, in der neuen Klasse, der Formel Renault, soll das erst noch so

werden. Mit nur einem Fahrer startete der Oberboihinger Rennstall am Wochenende

im Motopark Oschersleben zum aller ersten Rennen in der höheren Klasse. Bruno

Fechner belegte bei den beiden Läufen Rang sieben und 13. Teamchef Thorsten Kern

ist mit dem Ergebnis unter den gegebenen Umständen zufrieden.

Die Formel König ist tot, es lebe die Formel Renault. Ganz so krass möchte es der Teamchef

nicht sehen, aber: „Da sich VW aus der Formel König zurückgezogen hat, vegetiert sie mehr

recht als schlecht vor sich hin.“ Allerdings ist das nicht der einzige Grund für den Neuanfang

in einer höheren Klasse. „ Wie heißt es so schön: Wenn es am schönsten ist, soll man

aufhören“, so Kern. „Unser Erfolg vom vergangenen Jahr war nicht zu toppen.“

Außerdem hat es Thorsten Kern gewurmt, dass er ständig seine Spitzenfahrer an eben diese

Formel verloren hat. „Wir haben die jungen Piloten aufgebaut und dann konnten wir ihnen

nichts passendes mehr bieten.“ Sie verließen das Oberboihinger Team und fuhren fortan in

der Formel Renault. Damit ist nun Schluss: „Jetzt fahren wir selbst.“ Und das nicht nur

national, sondern auch international „Wir starten bei den zwei Rennen der Eurocup Formel

Renault, die in Deutschland stattfinden.“ Top-Fahrer, wie Alonso oder Raikkönen, haben in

dieser Klasse ihr Handwerk gelernt.

Die Konkurrenz ist bereits in der nationalen Formel Renault groß. „Viele Teams haben

jahrelange Erfahrung.“ Auch die Fahrer sind keine Grünschnäbel. „Bruno gehört zu den

jüngsten.“ Nach nur einen Jahr Rennerfahrung galt es beim Testen dem Youngster den

nötigen Schliff zu geben. Allerdings lief es nicht ganz wie geplant. Der Schnee bis ins

Frühjahr hinein verzögerte alles.

Erst im März durfte Bruno Fechner die Grenzen seines neuen 200 PS starken Boliden

ausprobieren. „Es ging ganz gut“, so der Teamchef. „Die Tests haben uns positiv gestimmt.“

Einziges Manko: „Viele Test fuhren wir im Trockenen.“ Genau das wurde dem Kern

Motorsport-Team dann am letzten Wochenende zum Verhängnis. „Es hat fast nur geregnet –

von Mittwoch bis Sonntag.“ Fechners Regenerfahrung aus der Formel König brachte ihm mit

dem PS-stärkeren Auto und der Differentialsperre nichts.

Das freie Training am Donnerstag war nicht sehr erfolgreich. „Wir hatten Probleme mit der

Benzinversorgung und dann hatte Bruno auch noch einen Abflug“, berichtet Thorsten Kern.

„Statt der geplanten 70 bis 90 Testrunden fuhr Bruno gerade mal 25!“ Das reicht weder aus

um dem jungen Fahrer die notwendige Sicherheit auf dem ostdeutschen Kurs zu bringen

noch um die dringend benötigten Daten zu erhalten. Denn zwar hat man ein komplettes

Renault-Team übernommen, samt Equipement, Fahrzeug und den benötigten Daten, aber

die Zahlen taugen für die seit diesem Jahr mit 20 PS mehr ausgestatteten Autos nichts mehr.

Am Freitag standen die beiden Zeittrainings auf dem Plan. In den ersten zwanzig Minuten

ging es um die Reihenfolge für das Rennen am Samstag, die zweiten zwanzig Minuten

bestimmten die Startaufstellung für den Sonntag. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt goss es

wie aus Kübeln. „Die Autos haben etwa 14 Millimeter Bodenfreiheit“, erzählt der Chef. „Aber

es hat so geregnet, dass die Autos regelrecht auf den Wassermassen geschwommen sind."

Am Ende hatte Fechner immerhin noch Rang 15 und Rang 12 herausgefahren.


Am Samstag startete Fechner dann zum aller ersten Mal seine Pferde beim Kampf um

Punkte. Bis zum Start hatte der Himmel tatsächlich einmal seine Schleusen so lange

geschlossen, dass die Ideallinie trocken war. Bruno Fechner startete mit Slicks und machte

das einzig richtige: Er folgte der Ideallinie wie Odysseus dem roten Faden. „Bruno fuhr ein

cleveres, nicht unbedingt ein schnelles Rennen“, so Kern nicht ohne Stolz. „Der siebte Platz

ist für das erste Rennen gigantisch gut.“

Am Sonntag beim zweiten Rennen des Wochenendes waren die 3667 Meter wieder nass.

Es erschien nur klug auf Regenreifen zu setzen – wie die gesamten ersten vier Startreihen

auch. Lediglich weiter hinten gingen einige Teams auf Slicks ins Rennen. „Sie wurden am

Ende belohnt“, so Thorsten Kern leicht verdrießlich. „Bruno fuhr in der vierten Runde bis auf

Platz sechs vor, dann bauten die Reifen ab und die Slick-Fahrer überholten einer nach dem

anderen.“ Als echter Optimist sieht Kern im 13. Platz seines Schützlings jedoch noch etwas

Gutes: „Vor uns sind nur zwei schnellere, die ebenfalls auf Regenreifen unterwegs waren.“

Nach dem ersten Rennwochenende wird Bruno Fechner auf Platz acht im

Gesamtklassement geführt. „Wir haben unser Ziel erreicht“, versichert Kern. „Wir wollten

irgendwo unter den ersten Zehn sein.“ Da die Wetterkapriolen nicht gerade dazu beitrugen,

einen echten Überblick über den Stand von Fahrer und Team zu bekommen, sind die Jungs

aus Oberboihingen auf Samstag gespannt, wenn es in Hockenheim mit der internationalen

Konkurrenz im Eurocup zur Sache geht. Der nächste nationale Vergleich steht am 21. bis 23.

Mai in Assen auf dem Programm.

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