TraffixPlus 4/2013 - Lvb

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TraffixPlus 4/2013 - Lvb

04 / 2013

LVB-Kundenmagazin

Mehrgenerationenhaus

Stadtlaboratorium

Mobilitätsstationen

Unter einem Dach

plus

1

Traffix LVB-Kundenmagazin


Unterwegs mit

den Linien 15 und 16

Die meisten Leipziger haben ihre

„Stammlinie“, mit der sie fast täglich

fahren. Warum aber nicht einmal

spontan entdecken, was man links und

rechts der anderen Linien so erfahren

und erleben kann?

Genau dazu wollen wir Sie in den Traffixplus-Ausgaben

im kommenden Jahr einladen.

In der ersten Ausgabe des neuen

Jahres werden wir mit der Linie 11 unterwegs

sein, denn die beliebte KARLI rückt

durch die bereits vielfach diskutierten

Baumaßnahmen im Jahre 2014 verstärkt

in das Licht der Öffentlichkeit – mehr

dazu erfahren Sie auf der Seite 25.

Vorab schon einmal unsere Bitte an Sie:

Schreiben Sie uns, was Ihnen entlang

dieser Linie besonders gefällt und was

Sie auch Ihren Freunden und Gästen der

Stadt gern zeigen würden. Wir gehen

dann für Sie auf Tour ...

Diesmal haben wir uns für die Linien

15 und 16 entschieden. Aus aktuellem

Anlass machen wir zum Beispiel eine

Stippvisite im Leipziger Hauptbahnhof,

der in den kommenden Tagen sein

„Markenzeichen“ als Kopfbahnhof verliert.

Dafür gibt es wiederum viel Neues

vor und hinter dem Portikus des Bayerischen

Bahnhofes zu entdecken. Und

auch Grünau ist durchaus eine Reise

wert.

Außerdem gibt es viele Tipps, wie man

die bevorstehenden Feiertage einmal

zu einem Museumsbesuch nutzen kann.

Die Linie 15 hält direkt am GRASSI.

AB0-Kunden haben bei unseren „Spritztouren“

natürlich einen großen Vorteil:

Sie können bedenkenlos ein- und

umsteigen und je nach Lust und Laune

die Stadt erkunden. Vielleicht macht

der eine oder andere Beitrag auch Sie

neugierig, die Stadt mit der Bahn neu

zu entdecken. Übrigens: Der öffentliche

Nahverkehr wird mit dem City-Tunnel

noch attraktiver.

Elke Rath

Unser Netz macht L

Hauptbahnho

Ariowitsch-Haus, Seite 24

Spielplatz Schönauer Park, Seite 14

Portikus, Seit

Stadtbahnbau Lützner Straße, Seiten 4 u. 12

Mit Straßenbahnen und

Bussen der LVB ans Ziel –

wir zeigen Ihnen den Weg.

LVB–Servicetelefon:

0341 / 19 449

Eingang Robert-Koch-Park, Seite 14

plus

2

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

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Aus dem Inhalt

Im Blickpunkt

Unter einem Dach 4

eipzig lebendiger

f, Seite 28

Neue Messe, Seite 15

LVB aktuell

Drei Leipziger Service Champions 2013 4

Freistaat fördert Stadtbahnausbau 4

Mobilitätsstationen für Leipzig 7

Jeder fünfte Weg mit Bus & Bahn 7

Verknüpfungspunkte zur S-Bahn gestaltet 12

Großer Handlungsbedarf am Gleisnetz 12

Neuer Fahrgastbeirat gewählt 16

Weihnachtsmann tourt im Adventsexpress 16

Veränderte Öffnungszeiten Service-Stellen 16

Busflotte verjüngt sich weiter 20

FiF – mehr als „nur“ Fahrer! 20

Mobilitätszentrum wird modernisiert 22

Tag der offenen Baustelle in Heiterblick 25

Umbau der KARLI beginnt 25

Linie 10 ergänzt Nachtverkehr 28

Beteiligungsverfahren zum Herzzentrum 28

Unter einem Dach

Unter Leipzigs Dächern lebt sich's gut 5

Quicklebendiges Stadtlaboratorium 6

Besser: Neubau statt Abriss 8

Ein Hauch von Bullerbü in Stötteritz 9

Alles eine Frage der Organisation 10

Jung und Alt unter einem Dach 11

Herzlich willkommen im Leben! 18

Heute residieren Senioren im Messepalast 18

LVB, SW Leipzig und KWL unter einem Dach 22

GRASSI-Museum, Seite 27

Tipps zum Schauen und Lesen

Studentenromantik gestern und heute 10

Theater-Plauderei und Veranstaltungstipps 26

Grassi-Trümpfe auf Leipzigs Museumsinsel 27

e 13

Unterwegs in Leipzig

Hinterm Portikus gehts weiter 13

Leipziger Sonntagsausflüge (38) 14

Alte Messe in neuem Gewand 17

100 Jahre „Marienbrunner Geist“ 19

Adieu, Kopfbahnhof! 23

Suchbild 29

Historisches

Leipziger Strecken- und Liniennetz 15

Visitenkarte Ulrich von Hutten 16

Das besondere Denkmal 21

Wechselvolle Geschichte: Ariowitsch-Haus 24

Im Dialog

Leserbriefe und Gewinnauflösung 30

plus

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Marienbrunn, Seite 19

3


für das vorliegende Heft haben wir ein

Leitthema gewählt, das synonym für

scheinbar ganz unterschiedliche Sachverhalte

steht, die bei genauerer Betrachtung

aber durchaus Gemeinsamkeiten

aufweisen. „Unter einem Dach“ drückt

gemeinschaftliches Zusammenleben

aus, wenn zum Beispiel Jung und Alt im

gleichen Haus wohnen, wenn Menschen

in ihrer Nachbarschaft ein gutes Miteinander

pflegen oder wenn sich öffentliche

Einrichtungen unter gleicher Adresse

präsentieren.

Letzteres gilt zum Beispiel auch für die

beiden gemeinsamen Kundenservice-

Unter einem Dach

Center von LVB, KWL und SW Leipzig in

der Margrafenstraße und in der Katharinenstraße,

deren Angebote wir Ihnen auf

Seite 22 vorstellen.

Ebenso vereinen Gemeinschaftliches die

von Stadt und LVB geplanten Mobilitätsstationen,

die dafür sorgen sollen, dass es

künftig einfacher wird, aus Straßenbahn

oder Bus auszusteigen und auf ein Leihfahrrad

auf- bzw. in ein Carsharing-Auto

oder auch in ein Taxi umzusteigen. Auf

Seite 7 erfahren Sie Genaueres über den

weiteren Fortgang dieses Projektes, das

später einmal 20 solcher Mobilitätsstationen

in der ganzen Stadt umfassen soll.

Und schließlich sind auch unsere Bus- und

Straßenbahnlinien gewissermaßen unter

einem Dach – dem der LVB – vereint.

Unser Netz und unsere Busse und Bahnen

erschließen Leipzig, bieten Bürgern und

Gästen bewährte und manchmal auch

überraschend neue Wege und Perspektiven.

Damit sind die LVB sozusagen

bewegte Stadt. Das wollen wir beginnend

in dieser Ausgabe noch deutlicher machen,

indem wir Ihnen Sehens- und Wissenswertes

entlang der einzelnen Linien zeigen

wollen. Eine Grafik auf den Seiten 2 und

3 soll dies veranschaulichen und Sie auf

die Beiträge neugierig machen.

„Unter einem Dach“ steht auch als Leitgedanke

für mehrere Beiträge dieser Ausgabe,

die das Zusammenleben bestimmter

Menschengruppen beschreiben. Zum Beispiel

in einem „Mehrgenerationenhaus“ –

ein Titel, der von der Stadtverwaltung für

Einrichtungen verliehen wird, unter deren

Dach sich viele Generationen treffen. Das

Ariowitzschhaus im Waldstraßenviertel

gehört dazu (Seite 24).

Oder der Jugend- und Altenhilfeverein

in Paunsdorf, der von einer Wohnungsbaugenossenschaft

gegründet wurde,

die sich mit ihren Wohnungen in Paunsdorf,

Grünau und in anderen Leipziger

Stadtgebieten für ein gutes Miteinander

einsetzt und ein vielfältiges Vereinsleben

organisiert (Seite 11).

Wir hoffen, dass auch in dieser Ausgabe

wieder für jedermann etwas Interessantes

dabei ist und wünschen Ihnen viel Spaß

beim Lesen.

Ulf Middelberg,

Sprecher der Geschäftsführung

Drei Leipziger Service Champions 2013

LVB auf Platz eins im Branchenvergleich ÖPNV

Ende Oktober veröffentlichte die Tageszeitung

„Die Welt“ mit den „Service

Champions 2013“ Deutschlands größtes

Service-Ranking, das sie gemeinsam

mit der Goethe-Universität Frankfurt/

Main durch die Beratungsgesellschaft

ServiceValue GmbH erstellt und dabei

1 519 Unternehmen aus 182 Branchen

vergleicht. Dabei wurden auch drei Unternehmen

aus Leipzig prämiert.

Die LVB wurden nicht nur mit einer

Bronzemedaille im Vergleich aller Unternehmen

bedacht, sondern zugleich

auch als Sieger im Branchenvergleich

ÖPNV-Betriebe ermittelt (siehe Tabelle).

Dazu Ulf Middelberg, Sprecher der LVB-

Geschäftsführung: „Wir freuen uns sehr

über eine solch renommierte Anerkennung

unserer täglichen Arbeit. Wir wissen

aber auch, dass wir noch besser werden

können und müssen. Daher sind diese Titel

Ehre und Ansporn zugleich.“

Auch beim Leipziger Zoo löste die Nachricht

Freude aus, der in seiner Branche

den Spitzenplatz und im Gesamt-Ranking

den Status eines GOLD-Medaillen-Ranges

erhielt.

Den Titel in der Kategorie „Kleinere Flughäfen“

konnte sich der Leipzig/Halle Airport

vor Hannover und Dortmund sichern.

Er ist der zweitgrößte Frachtflughafen in

Deutschland.

Die gesamte Studie ist unter http://servicevalue.de

nachzulesen. Ch. H.

Die fünf besten Service Champions ÖPNV 2013

RANG ANBIETER WERT

309 Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) 63,3 %

320 Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) 63,1 %

367 Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) 62,2 %

694 üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe 57,2 %

699 Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 57,1 %

Freistaat Sachsen fördert

Stadtbahnausbau in Leipzig

Sachsens Wirtschaftsminister Sven

Morlok überreichte am 18. Oktober einen

Fördermittelbescheid in Höhe von 3,3

Millionen Euro an die LVB. Damit kann

der Ausbau der Stadtbahnlinie 15 zu einer

modernen Stadtbahntrasse im Bereich der

Lützner Straße zwischen Henrietten- und

Saarländer Straße fortgeführt werden.

„Mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes

und der damit verbesserten Attraktivität

des ÖPNV verbinde ich die Hoffnung,

dass noch mehr Menschen die öffentlichen

Verkehrsmittel in Leipzig nutzen werden“,

so der sächsische Wirtschaftsminister bei

der Übergabe.

Außerdem überreichte Sven Morlok zwei

weitere Bescheide. Mit 2,7 Millionen

Euro unterstützt der Freistaat auch den

Stadtbahnausbau in der Wurzner Straße,

weitere 365 000 Euro übergab er für neue

elektronische Verkaufssysteme.

Ulf Middelberg, Sprecher der LVB-

Geschäftsführung: „Die Vollendung der

Stadtbahnlinie 15 in der Lützner Straße

ist ein wichtiger Schritt für Leipzig und für

die LVB als Mobilitätsdienstleister. Hier

und in weiteren Projekten unterstützt uns

der Freistaat darin, den öffentlichen Personennahverkehr

in der Messestadt voran

zu bringen. Vielen Dank dafür.“ M. B.

plus

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Unter dem Dach ...

... der Oper Leipzig sind versammelt:

Oper und Ballett am Augustusplatz,

Musikalische Komödie in Lindenau,

die Theaterwerkstätten in der Dessauer

Straße.

... der Deutschen Nationalbibliothek,

die 2012 ihr 100-jähriges Bestehen

feierte, befinden sich das Deutsche

Buch- und Schriftmuseum, das Deutsche

Musikarchiv, die Sammlung

Exil-Literatur 1933 bis 1945 und die

Anne-Frank-Shoah-Bibliothek.

Unter Leipzigs Dächern lebt sich's gut

Es lebt sich gut in Leipzig. Punkt. Jede

kommunale Bürgerumfrage bestätigt das

urbane Wohlgefühl der Einwohnerinnen

und Einwohner der Messestadt. Aber,

wie wohnen sie eigentlich, die Leipziger?

Es ist gerade 24 Jahre her, als im unversehens

kritisch auftretenden DDR-

Fernsehen eine bohrende Frage drastisch

bebildert wurde: „Ist Leipzig noch zu

retten?“ Kein Zuschauer zweifelte an der

Berechtigung der suggestiven Botschaft.

Wie würde das Publikum wohl heute einem

Publizisten begegnen, der auf die

Idee käme, noch einmal die berühmt gewordene

Frage aufzuwerfen?

Leipzig glänzt als wachsende Stadt

Nach einem Vierteljahrhundert ist die

Stadt reifer, moderner, komfortabler und

bunter geworden. Sie hat in nur reichlich

zwei Jahrzehnten eine Achterbahnfahrt

ihrer Einwohnerzahl erleben müssen

und verliert längst kein Wort mehr darüber,

wie weit sie zwischenzeitlich von einer

halben Million Einwohnern – dieser

magischen Größe der Metropolenwerdung

– entfernt war. Heutzutage zählt

Wunderschöne Hausfassade in der Arndtstraße im Süden von Leipzig.

plus

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nur noch die optimistische Botschaft der

eindrucksvoll und nachhaltig nach oben

durchbrochenen Eine-halbe-Million-Einwohner-Schallmauer.

Nicht geringzuschätzen daran ist, dass

die zahlreichen Neu- oder Wiederleipziger

ein atemberaubend breites Spektrum

in Sachen Wohnqualität haben. Sie

finden in Leipzig einfach alles von „vier

Euro kalt“ bis zur eleganten Stadtwohnung,

die keine Wünsche offen lässt, freilich

auch ihren Preis auf einer allmählich

nach oben offenen Skala hat. Die Spanne

der Leipziger Wohnungsmieten lag Anfang

2013 zwischen 4,20 Euro für einfache

Ausstattung und 8,00 Euro pro Quadratmeter

für ordentliche Ausstattung in

guten Lagen, ermittelten die Makler der

Firma Aengevelt.

Aus dem Leerstand nach dem zwischenzeitlichen

Einwohnerverlust ließ sich die

neuerliche Nachfrage lange Zeit gut bedienen.

Doch dieser Faktor verliert zunehmend

an Einfluss. Neubau ist wieder

gefragt und damit wohl auch eine Verdichtung

an vielen Standorten.

Lesen Sie dazu auch Seite 6

... im Schauspielhaus, Bosestraße 1:

Große Bühne, Hinterbühne, Baustelle

unten Ecke Bosestraße/Dittrichring,

Diskothek im 4. Stock, außerhalb die

Residenz in Halle 18 auf dem Spinnereigelände.

... der Spinnerei arbeiten rund 100

Künstler, ein Dutzend Galerien, das

gemeinnützige Kunstzentrum Halle

14, Fahrradmanufaktur, Goldschmiede,

Keramikwerkstatt, Filmklub, Porzellanmanufaktur,

Künstlerbedarfshandel,

Modedesigner, Architekten,

Drucker, gastronomische Einrichtungen.

... des Gondwanalandes im Leipziger

Zoo können Sie drei Kontinente

entdecken: Afrika, Asien und Südamerika.

Auf einer überdachten Fläche,

größer als zwei Fußballfelder,

leben etwa 90 exotische Tierarten

und rund 500 verschiedene Baumund

Pflanzenarten. Folgen Sie den

Dschungelpfaden, erklettern Sie den

Baumwipfelpfad, und lassen Sie sich

treiben bei einer Bootsfahrt auf dem

Urwaldfluss Gamanil.

... vom Haus Steinstraße 18 werden

junge wie ältere Leipziger kreativ.

Nicht umsonst wurde die Einrichtung

für Kultur, Bildung und Kontakte im

Jahr 2007 zum offiziellen Mehrgenerationenhaus

ernannt. Der Titel, der

bundesweit vergeben wird, würdigt

das Engagement, Jung und Alt miteinander

ins Gespräch zu bringen.

So gibt es zum Beispiel auch gemeinsame

Theaterprojekte, bei denen alle

Altersgruppen auf der Bühne stehen.

Gut haben sich auch die Seniorenberater

bewährt, die junge Leute bei

Konflikten, sei es nun in der Schule

oder im Elternhaus, beraten.

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Quicklebendiges Stadtlaboratorium

Leipzig punktet mit attraktivem Wohnungsmarkt

Leipzig ergriff seit 1990 alle sich bietenden

Chancen, ein quicklebendiges

Stadtlaboratorium zu sein, und jeder,

der sich aus der Ferne nur auf die medialen

Abbilder verließ, hat viel verpasst.

Niemand kann innerhalb von nur einem

Vierteljahrhundert eine Großstadt

bis auf ihr Fundament abtragen und

anschließend nach neuen Grundsätzen

wieder komplett aufbauen. Woher sollte

so abenteuerlich viel notwendiges

Kapital denn kommen? Ohne die – zumindest

partielle – Weiternutzung des

Vorhandenen klappt keine Umgestaltung.

Deshalb finden sich im Leipziger

Stadtbild weiterhin die gründlich aufgewerteten

Plattenbauten neben kleinen,

bislang nicht modernisierten Beständen,

die allerdings den Markt für weniger Betuchte

dringend nach unten abrunden.

Manche Sachzeugen der sattsam bekannten

„Wohnungsbauserie 70“ sind heute

äußerlich in ein derart gefälliges Kleid

gehüllt und im Inneren mit so viel zeitgemäßem

Komfort aufgemöbelt, dass

der ursprüngliche Betonkern nur dem

Kenner noch einen Herkunftsnachweis

liefert. Solche Wohnungen verströmen

positive Bindungskräfte, nähren das Heimatgefühl

im Kleinen und werden in aller

Regel von ihren langjährigen Mietern

gern behalten – die Großsiedlungen und

Mietwohnungshochburgen Grünau und

Paunsdorf liefern Anschauungsunterricht

in XXL. Stimmt das Umfeld, lässt

es sich in der modernisierten „Platte“

gut leben – Hauptsache, die Häuser haben

einen Aufzug bekommen, weisen die

Statistiker im Neuen Rathaus nach, die

zusammen mit Wissenschaftlern aus dem

Helmholtz-Institut für Umweltforschung

seit mittlerweile dreißig Jahren eine

Langzeitstudie für Grünau fortschreiben

und auswerten.

Keine Frage, nicht alle Wohnungen, die

1990 noch die Bestandslisten füllten,

ließen sich halten. Eine Sonderrolle kam

dabei dem Erbe aus der Gründerzeit zu.

Wendeten die Bestände im Wortsinn ihre

hübsche Fassade einer wichtigen Straße

zu wie im Waldstraßenviertel oder in

der August-Bebel-Straße, verbündeten

sich architektonische Qualität mit den

einmalig günstigen steuerlichen Fördermöglichkeiten

der 1990er Jahre zu einer

unschlagbaren Allianz. Davon profitieren

heutzutage das Stadtbild und die Mieter

in den komfortabel ausgerüsteten und

meist zentrumsnahen Beständen.

Wohnen am Stadthafen – Blick von der Schreberbrücke.

Foto: Klaus Harttig

Schlechter erging es der weniger spektakulären

„zweiten Reihe“ der Häuser

aus der Gründerzeit, die im Schatten der

öffentlichen Aufmerksamkeit dahindämmerten

und häufig in aller Stille langsam

eingingen, um letztlich unbemerkt

zu verschwinden. Aber selbst in diesem

Marktsegment regen sich unter der anziehenden

Nachfrage in der wachsenden

Stadt mittlerweile die Investoren. Damit

gerät so manches Haus, auf das vor zehn

Jahren bis zum erwarteten langsamen

Dahinscheiden kaum jemand noch einen

roten Heller gegeben hätte, plötzlich

wieder in den Kreis der ernsthaften Sanierungskandidaten.

Wiederum gut so für

das Stadtbild und die neuen Bewohner

gleichermaßen. Und wenn es Selbstnutzer

sind, die aktiv werden, schlägt auch

der Eigentümeraspekt Wurzeln. Im Sinne

einer auflebenden Bürgerlichkeit kann

das eigentlich allen nur recht sein.

Frühzeitig erstreckte sich die Stadtbaupolitik

nicht zuletzt auf den Neubau,

nur nicht mehr in „Wohnscheiben“ zugeschnitten,

sondern den individuellen

Bedürfnissen angepasst. Die Idee der

Stadthäuser war geboren. Idealerweise

stehen sie selten einzeln, sind funktional

durchdacht und auf Familienbedürfnisse

getrimmt. Mit architektonischem Pomp

drängen sie sich dem Betrachter nicht

auf, sie sollen ja bezahlbar bleiben.

Wohin zieht es betuchte Leipziger?

Ans Wasser. Und weil Leipzig erstaunlich

viele, längst wieder saubere Fließgewässer

zu bieten hat, werden geeignete

Grundstücke in solch privilegierten Lagen

längst knapp. Nur ein, zwei Straßen

weiter besteht noch manche Chance, die

eine oder andere Lücke mit einem Architektenhaus

zu füllen, was auch kräftig

genutzt wird.

Ja, in Leipzig lebt und fährt es sich gut –

mit den LVB! Helge-Heinz Heinker

Leipzig punktet nicht nur mit einem attraktiven Wohnungsmarkt, sondern auch durch den öffentlichen

Nahverkehr. Busse und Bahnen der LVB verbinden Wohnen, Arbeiten sowie Freizeitvergnügen.

Ohne Stress quer durch die Stadt, zum Beispiel mit der Linie 15 durch die Prager Straße.

plus

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Mobilitätsstationen für Leipzig

Im Gespräch mit Projektleiter Christoph Hansel

Herr Hansel, Sie leiten das Projekt „Mobilitätsstationen

für Leipzig“, das die LVB

gemeinsam mit der Stadt ins Leben gerufen

haben. Können Sie einmal kurz die Hintergründe

für dieses Vorhaben beschreiben?

Mobilitätsstationen sollen künftig in Leipzig

dafür sorgen, dass es einfacher wird,

aus Straßenbahn oder Bus auszusteigen

und auf ein Leihfahrrad auf- beziehungsweise

in ein Carsharing-Auto oder ein Taxi

umzusteigen. Als integrierter Mobilitätsdienstleister

verstehen sich die LVB nicht

nur als Anbieter für Fahrten von A nach

B. Mit der Stadt und weiteren Partnern

wollen wir alternative Angebote schaffen,

die den Bedürfnissen der Menschen

gerecht werden. Mobilitätsstationen sind

die bauliche Umsetzung der Idee, als

LVB Mobilitätslösungen im Paket für die

Menschen in Leipzig zu bündeln.

Gibt es eigentlich in anderen Städten schon

Erfahrungen mit Mobilitätsstationen, oder

sind wir hier in Leipzig die Vorreiter?

Anregung für die Errichtung von Mobilitätsstationen

erhielt die Stadt Leipzig

aus dem Projekt „koopstadt“, in dem die

Städte Bremen, Leipzig und Nürnberg

seit 2007 zu unterschiedlichen Fragen

der Stadtentwicklung zusammenarbeiten.

Bremen hat mittlerweile zehn Jahre

Erfahrungen damit gesammelt. Danach

spart jeder neue Carsharing-Stellplatz

elf Stellplätze für private PKW ein. Wir

haben das Konzept an unsere lokalen

Gegebenheiten angepasst.

Die LVB haben einen Förderantrag zur

Umsetzung dieser Idee gestellt. Wie ist es

denn um den bestellt?

Wir haben diese Mobilitätsstationen

zusammen mit der Idee einer so genannten

Mobilitätsplattform beim Sächsischen

Ministerium für Wirtschaft und Arbeit zur

Förderung durch das EFRE-Programm

(Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)

eingereicht und Ende Oktober

den Fördermittelbescheid bekommen. Die

Mobilitätsstationen und die Mobilitätsplattform

werden zu 70 Prozent gefördert.

Wie muss man sich denn die Mobilitätsplattform

vorstellen?

Die Mobilitätsplattform ist eine IT-gestützte

Zusammenführung verschiedener

Verkehrsangebote mit dem Ziel, dem

Kunden ein Ticket aus einer Hand anzubieten

und ihm bestmögliche Mobilität

unter Beachtung verschiedener Verkehrsmittel

zu ermöglichen.

Schrittweise

sollen 20 solcher

Stationen

entstehen. Wo

eigentlich?

Mobilitätsstationen

verknüpfen

den öffentlichen

Personennahverkehr

mit mindestens

zwei weiteren

Verkehrsanbietern.

Sie

sollten deshalb

vor allem in

der Nähe stark

frequentierter

Straßenbahn- und Bushaltestellen liegen

und Platz für mindestens zwei Carsharing-

Autos bieten. Wichtig sind Buchungsmöglichkeiten

vor Ort. Auch eine Erweiterung

des Angebots durch eine Ladestation für

Elektroautos sollte möglich sein. Gekennzeichnet

werden die Stationen durch

einheitlich gestaltete Stelen mit Informations-

und Serviceangeboten (siehe Foto).

Wann geht es los?

Wir haben Mitte des Jahres begonnen und

wollen alle Mobilitätsstationen bis Mitte

nächsten Jahres realisieren. Die Mobilitätsplattform

wollen wir bis Ende nächsten

Jahres im Wesentlichen fertig haben.

Interview: Frank Dietze

Jeder fünfte Weg mit Bus & Bahn

Die LVB führen alle zwei Jahre eine bevölkerungsrepräsentative

Befragung unter

Leipzigern durch, um Erkenntnisse zum

Mobilitätsverhalten zu gewinnen.

Das Institut Omnitrend interviewte im

vergangenen Jahr 2 000 Leipziger und 500

Einwohner des regionalen Bediengebiets.

Die Ergebnisse zeigen einen positiven

Trend hinsichtlich der Nutzung öffentlicher

Verkehrsmittel in der Stadt Leipzig.

Fast drei Viertel der Leipziger fahren an

mindestens einem Tag im Monat Bus oder

Bahn. 2010 lag dieser Anteil noch bei

unter 60 Prozent. Durchschnittlich hat

der Leipziger 2,7 Wege am Tag. Rund ein

Fünftel aller Wege werden mit öffentlichen

Verkehrsmitteln zurückgelegt – Tendenz

leicht steigend (Grafik).

Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs

(MIV) ist in den vergangenen

Jahren etwas gesunken. 38 Prozent aller

Wege entfallen 2012 weiterhin auf den

MIV als Fahrer oder als Mitfahrer. Zwar

verfügen rund zwei Drittel der Leipziger

über ein Auto, doch nur 15 Prozent dieser

Gruppe sind komplette ÖPNV-Verweigerer.

Häufigster Grund, warum sich

Leipziger gegen den ÖPNV entscheiden,

ist die fehlende Flexibilität, die aus der

Abhängigkeit von Fahrplan und Streckennetz

resultiert. Auch der Preis stellt

ein großes Hemmnis dar, allerdings wird

der Grund „zu teuer“ weniger häufig als

2010 genannt. Für zwei Drittel der ÖPNV-

Bevölkerungsrepräsentative Befragung von März 2012 bis Februar 2013.

Fahrten stand dem Fahrgast auch ein

anderes Verkehrsmittel zur Verfügung. Er

hat sich also bewusst aktiv für den ÖPNV

entschieden, hauptsächlich aus Gründen

der Bequemlichkeit und Schnelligkeit.

Neun von zehn Leipzigern sind mit dem

ÖPNV in Leipzig zufrieden und würden

die LVB weiterempfehlen.

Katrin Schubert

plus

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Stadterneuerung, Städtebauförderung preiswertes,

selbstbestimmtes Wohnen – wie geht

Leipzig damit um? Traffixplus-Autor Holger

Staniok im Gespräch mit Karsten Gerkens,

Leiter des Amtes für Stadterneuerung und

Wohnungsbauförderung (ASW).

Kunstprojekt „Bülowlinde“

im Leipziger

Osten.

Hier soll bald wieder

ein Baum mit einer

Bank stehen.

Links: Karsten Gerkens

Besser: Neubau statt Abriss

Neue Wege für selbstbestimmtes und preiswertes Wohnen

Welche Schwerpunkte setzen Sie für die Arbeit

des ASW in den kommenden Jahren?

In der Stadterneuerung können wir – für

alle sichtbar – seit 1990 stolze Erfolge

verbuchen. Jetzt fahren wir unser großes

Szenario der Sanierungsgebiete zurück

und konzentrieren uns stärker auf die

Bereiche, in denen wir sozial die größten

Probleme haben.

Woran denken Sie?

Na zum Beispiel an eine Quartiersschule

für den Leipziger Osten, an die weitere

Unterstützung kleinerer Unternehmen,

an Arbeitsläden in Grünau und im Leipziger

Osten, an stadträumliche Entwicklungen

in Grünau, aber auch an den

Ausbau der Magistralen wie Georg-Schumann-

und Georg-Schwarz-Straße. So

werden zum Beispiel bis 2014 die Plätze

entlang der Georg-Schumann-Straße

ausgebaut. Im Zusammenhang mit den

Verkehrsbaumaßnahmen ab 2015 wird

sich das Bild dort weiter verändern.

Auch in der Georg-Schwarz-Straße wird

sich diesbezüglich einiges tun.

Weitere interessante Vorhaben gibt es im

Leipziger Osten. So kann der Parkbogen

Ost eine pfiffige, intelligente Lösung sein,

um Stadtquartiere durch einen Grünzug

auf alten Bahngleisen zu verbinden. Das

kann für unterschiedlichste Akteure interessant

werden, etwa für Kleingärtner

zur Direktvermarktung, für CityFarmer,

Gründer- und Gewerbehöfe, individuelle

Wohnprojekte, Kunst und vieles mehr.

Nicht minder spannend wird es im Leipziger

Westen, wo wir die Gestaltung rund

um den Bürgerbahnhof Plagwitz als eine

neue Form von Grünflächenentwicklung

zum Abschluss bringen werden.

Für Grünau arbeiten wir an einer Strategie,

die ausloten soll, welche Chancen

Grünau in der neuen Marktlage hat – die

Stadt wächst wieder.

Welchen Part hat die Wohnungsbauförderung

im ASW?

Erstens unterstützen wir die Wohneigentumsbildung.

Rund 500 Familien haben

bislang über die Errichtung moderner

Stadthäuser ihr eigenes Heim in der Stadt

geschaffen. Da geht noch mehr. Am Lindenauer

Hafen sind etwa 20 Stadthäuser

mit garantierten Grundstücksfestpreisen

und 20 Etagenwohnungen vorgesehen.

Zweitens fördern wir unterschiedlichste

Formen der Mietermodernisierung: Ein-

Haus-Genossenschaften, AusBauHäuser,

Hausprojekte. Sie öffnen eine Möglichkeit

zu preiswertem, selbstbestimmtem

Wohnen im unteren Preissegment.

Drittens möchten wir mehr belegungsgebundenen

Wohnraum schaffen. Wir prüfen

Möglichkeiten, in Altbauquartieren

Lücken zu schließen, hier alters- und behindertengerecht

zu bauen.

Unser Problem: Wir haben noch keine

nötige Wohnungsbauförderung. Im Freistaat

ist es schwer, die Notwendigkeit

von Neubau statt Abriss durchzusetzen.

Gibt es andere Finanzierungsideen?

Ja. Viel versprechend erscheint das Konzept

eines kommunalen (revolvierenden)

Stadtentwicklungsfonds, der sich aus

privaten, städtischen und EU-Geldern

speisen könnte. Eine Idee dahinter, vereinfacht

formuliert: Geförderte Stadtentwicklungsmaßnahmen

steigern den

Bodenwert im Umfeld. Ein Teil dieser

Wertsteigerung sollte abgeschöpft werden,

um weitere Projekte zu finanzieren.

Bislang wurde Förderung im Wesentlichen

als Zuschuss ausgereicht, jetzt ist

die Zeit reif für einen Fonds. Das wird

nicht alles lösen, aber man könnte sicher

ein Drittel der anstehenden Projekte auf

diese Weise finanzieren. Das beträfe in

erster Linie Baumaßnahmen.

Was muss sich Leipzig leisten?

Vor allem muss sich die Stadt die mobilisierende

Struktur leisten, die seit Jahren

erfolgreich in Stadtteilen arbeitet. Quartiersmanagement

und Quartiersläden

werden allzu oft unterschätzt. Dabei ist

bemerkenswert, was an Werten einzig

und allein dadurch geschaffen wird, dass

Akteure vor Ort zusammengebracht, beraten

und begleitet werden. Wir sind die

Organisatoren und ebnen den Boden, auf

dem dann private Investitionen erfolgen,

und begleiten diese im Rahmen unserer

Stadtentwicklungspläne.

Wie soll Stadterneuerung künftig gefördert

werden?

In der neuen Förderperiode wollen wir

den Europäischen Sozialfonds ESF stärker

nutzen. Arbeitsläden, Händlerinitiativen,

Bildungsprojekte und ökonomische

Maßnahmen richten sich direkt an Personen.

Herkömmliche Städtebauförderung,

die sich überwiegend auf bauliche Vorhaben

ausrichtet, ist da nicht so gut.

Können Sie Summen nennen?

Noch nicht. Im kommenden Frühjahr

können wir hoffentlich abschätzen, welche

EU-Förderprogramme mit welchen

Inhalten es geben und über welche Summen

zu reden sein wird. Dann müssen

wir in der Stadt um notwendige Eigenmittel

verhandeln; in den Haushaltsplanentwürfen

sind zurzeit keine wirklichen

Summen für mögliche Programme vorgesehen.

Zu klären ist: In welcher Größenordnung

nimmt die Stadt trotz klammer

Kassen Geld für benachteiligte Stadtteile

in die Hand? Man muss sehen, dass hier

in Jahren entstandene Strukturen arbeiten,

die nicht einfach abbrechen dürfen.

Sonst wird es am Ende noch teurer ...

Amt für Stadterneuerung und

Wohnungsbauförderung Prager

Straße 118 - 136

Haltestelle: Technisches Rathaus

Bahn: 12, 15 Bus: 70, 74

plus

8 Traffix LVB-Kundenmagazin


Wenn sie wüssten, dass in ihrem

Haus täglich Kinder lachen, hätten

sich die ehemaligen Bewohner dieses besonderen

Hauses sicherlich gefreut. Doch

dafür stand das Altenheim in Stötteritz

zu lange leer.

Vor acht Jahren fanden sich hier jedoch

junge Familien zusammen, um aus dem

maroden Fünfstöcker gemeinsam ein Objekt

des Zusammenlebens zu schaffen.

Heute leben hier zehn Wohnparteien mit

18 Kindern vom Baby bis zum Teenager.

Sie nutzen großzügige Eigentumswohnungen

als privaten Rückzugsort und

genießen gleichzeitig die Vorteile einer

funktionierenden Hausgemeinschaft.

Verwirklicht wurde der Bau über das

Selbstnutzerprojekt der Stadt Leipzig,

mit dem Menschen Eigentum in der Stadt

verwirklichen können.

Auch Ina und Frieder Nollau sind über

dieses Projekt im April 2005 zu ihrem

Meister im Klettern: der große Bruder Jakob.

Zehn Familien haben

sich aus diesem ehemaligen

Altenheim ein

modernes Wohnhaus

geschaffen. Darunter

auch Familie Nollau mit

ihren Kindern.

Ein Hauch von Bullerbü in Stötteritz

Leipziger Familien verwirklichen sich ihren Traum vom Eigentum

Traumhaus gekommen. „Wir wollten

eigentlich ein eigenes Haus – haben

uns vom Bauernhof bis zum Stadthaus

alles angesehen. Doch kurz vor dem

Kauf sagte uns unser Bauchgefühl, dass

es nicht das Richtige sei“, erinnert sich

Ina Nollau. Das ehemalige Stötteritzer

Altenheim begeisterte sie dagegen sofort.

Innerhalb einer Woche stand der

Entschluss fest, hier Eigentum zu erwerben.

„Wir konnten die Wohnung genau

nach unseren Bedürfnissen gestalten“,

erklärt die Juristin. Ein 7 000 Quadratmeter

großer verwilderter Garten und

die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel

sowie die Nähe von Schule,

Kita und Einkaufsmöglichkeiten machten

den Eltern von inzwischen drei Kindern

die Entscheidung leicht. Bereut haben

die Nollaus ihren Schritt nie – auch

wenn der einjährige Umbau des Hauses

nicht immer ganz einfach war. Denn jede

Maßnahme an Haus oder Grundstück

musste mit neun weiteren Eigentümern

beschlossen werden. Viele Kompromisse

Der jüngste Sproß der Familie ist ein großer

Fan vom Hauskater Findus.

waren dafür nötig. Im Gegenzug wurden

aber auch alle Kosten durch zehn geteilt.

Das Projekt stand unter einem guten

Stern: Die Kinder wachsen zwischen Johannisbeerbüschen

und Kletterbäumen

fast wie in den Bullerbü-Büchern von

Astrid Lindgren auf. Unter den Eltern

haben sich Freundschaften entwickelt.

„Gelassenheit ist wichtig – und dass man

sich finanziell nicht überschätzt“, rät Ina

Nollau allen, die ein ähnliches Projekt

planen. Text/Fotos: Swenia Teichmann

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(ParkPlatz norma)

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9


Studenten feiern viel, fahren Fahrrad,

leben in WGs und schlafen bis in die

Puppen. Das besagen zumindest halbwahre

Klischees. Aber wie verhält es sich

wirklich? Wie muss man sich den Alltag

in einer Wohngemeinschaft vorstellen?

Sherlock Holmes und Doktor Watson sind

ein literarischer Beleg für das Teilen einer

Wohnung aus Kostengründen. Zwar erwuchs

aus dieser Zweck-WG eine Freundschaft,

aber heutzutage ziehen auch Senioren

zusammen, um weniger allein zu sein

und das Heim zu meiden. Sogar Berufspendler

reduzieren die Fahrerei aufs Wochenende

und suchen sich ein Zimmer mit

Gemeinschaft.

Alles eine Frage der Organisation

Kurze Soziologie des gemeinsamen Wohnens

Charlyn und Marcus bilden seit zwei Jahren

eine Zweier-WG im Wohnheim Mainzer

Straße. „Am Anfang war es schon ein

bisschen schwierig, weil zwei Welten aufeinander

geprallt sind“, blickt sie zurück.

Und wenn man sich täglich sieht, wird es

nicht leichter. Sich aus dem Weg zu gehen,

ist angesichts der minimalistischen Wohn-

Flur-Küche ein unmögliches Unterfangen.

Nein, einen förmlichen Plan für die Hausarbeit

haben die beiden Studenten nicht

aufgestellt. „Wir arrangieren uns, und sprechen

uns immer gut ab“, erläutert Marcus.

Der 21-jährige Ilsenburger kocht zum Beispiel

gern, sie wäscht ab. Den Einkauf erledigen

sie gemeinsam. Staubsaugen, Bad,

Müll – so schwer muss das nicht sein.

Leipzig schmückt sich recht zurückhaltend

mit dem Prädikat Studentenstadt, obschon

etwa 39 000 Studenten an den sechs Hochschulen

eingeschrieben sind. „Eine schöne

Stadt mit vielen Angeboten und dennoch

Charlyn und Marcus haben sich für ein WG-Leben in der Mainzer Straße entschieden.

überschaubar“, schwärmen die beiden.

Und das citynahe Wohnheim Mainzer

Straße könne zwischen zwei Straßenbahnstrecken

gar nicht perfekter liegen.

Chaos-WGs drücken die „Lebenserwartung“

von Wohngemeinschaften im Schnitt

unter ein Jahr. Charlyn und Marcus hatten

es etwas leichter und wollen bis Studienende

zusammen wohnen: Sie kannten

sich schon vorher, da die angehende Psychologin

ebenfalls aus dem Harz stammt.

Obendrein studierte bereits ihr Bruder in

der Messestadt. Außerdem hatten sie das

Glück, zu zweit in ihrem Wunsch-Wohnheim

zu landen. Über 5 000 Zimmer vermietet

das Studentenwerk, „unschlagbar

günstiger Festpreis inklusive Internet“.

„Ich möchte nicht alleine wohnen“, unterstreicht

Marcus, „da würde ich mir abends

auf den Keks gehen.“ Er empfindet es als

Bereicherung, gelernt zu haben, Rücksicht

zu nehmen und sich abzustimmen.

„Es geht eben nicht nur so wie ich lustig

bin“, weiß der Student der Wirtschaftswissenschaften.

Auch seine Mitbewohnerin

würde eine WG dem Alleinsein unbedingt

vorziehen.

Natürlich haben sich WGs seit den 1960er

Jahren vor allem unter Studenten enorm

vermehrt. Aber die Gemeinschaft und das

Zusammenleben unabhängiger Menschen

in einer Wohnung wollen gelernt sein. Bei

Charlyn und Marcus stehen die Zimmertüren

oft offen. Nichtsdestotrotz schätzen

und respektieren sie ihre Privatsphäre.

Um das Miteinander über ihre WG hinaus

aktiv zu stärken, engagieren sich beide als

Wohnheimsprecher und organisieren eine

Handvoll Veranstaltungen pro Semester.

Wenn im Studienalltag jeder nur seinen

Stundenplan abspult und sich Musik ins

Ohr stöpselt, kennen sich Nachbarn allzu

oft kaum. Demnächst stehen Glühwein

trinken und Plätzchen backen auf dem

Programm, um neue Gesichter kennen zu

lernen und geselligen Müßiggang zu zelebrieren.

Aber bei Charlyn und Marcus klingeln

die Wecker beizeiten – so viel zu den

Vorurteilen.

Frank Willberg

Über „Studentisches

Leben in Leipzig“ informiert

eine Ausstellung

der Kustodie der

Universität Leipzig in

der Galerie im Neuen

Augusteum. Sie zeigt

Ausschnitte studentischen

Lebens von der

Gründung der Universität

im Jahr 1409 bis

heute. So sind beispielsweise

„Depositionsinstrumente“

zu sehen,

die Bestandteil eines

kuriosen studentischen

Aufnahmerituals waren.

Den Initiationsritus

Studentenromantik gestern und heute

der „Deposition“ (lat. depositio cornuum,

Ablegen der Hörner) musste jeder

angehende Studierende durchlaufen,

bevor er sich einschreiben durfte. Dabei

wurde der als tierhaftes Wesen Verkleidete

mit überdimensionalen Utensilien wie

Kamm, Schere und Rasierpinsel frisiert

und gehobelt, und ihm wurden die „Hörner

abgeschlagen“. Durch diesen Akt der

„Zivilisierung“, bei dem es teilweise sehr

roh zuging, fanden die Neuen Aufnahme

in die akademische Gemeinschaft.

Untergebracht waren die Studenten im

15. Jahrhundert in Bursen (Studentenheim)

mit Wohn-, Schlaf- und Unter-

richtsräumen. Ab fünf Uhr in der Früh

fanden Vorlesungen, Repetitionen und

Disputationen statt. Ausgestellt ist auch

eine Disputationsuhr (Foto), welche

dazu diente, die Redezeit zu bemessen.

Bis zum 31. Januar 2014 ist die Schau

geöffnet: Dienstag bis Freitag 11 bis 18

Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr, Samstag von

11 bis 14 Uhr. Bitte die Weihnachtspause

vom 21. Dezember bis zum 5. Januar

2014 beachten. Text/Foto: stars

Haltestelle: Augustusplatz

Bahn: 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16

plus

10 Traffix LVB-Kundenmagazin


Johannes Izdebski hat Jahrzehnte bei den LVB

gearbeitet. Im Ruhestand fühlt er sich im Jugend-

und Altenhilfeverein wohl. Noch lieber

als Karten spielt der 86-Jährige allerdings Musik.

Als DJ sorgt er oftmals für gute Laune.

Auf dem Titelbild: Christine Walther, Timo

Hentschel und Claudia Förtsch. Hund Svenio

steht stellvertretend für alle Kleintiere, die im

Verein liebevoll betreut werden, wenn die Besitzer

mal auf Reisen gehen oder erkrankt sind.

Vereinsvorsitzende Bettina Striegan und Seniorenbeauftragter

Heiko Immisch sind ein

eingespieltes Team. Seit über zehn Jahren engagieren

sich beide generationsübergreifend

für kleine wie große Paunsdorfer.

Mit 90 auf Facebook posten, mit 86

als DJ den Verein rocken, mit 80 als

Model den Laufsteg erobern ...

Aktiv und fit sind die Seniorinnen und

Senioren, die sich im Jugend- und Altenhilfeverein

e. V. regelmäßig treffen.

„Und ich dachte, das ist eine Pflegeeinrichtung“,

meinte eine junge Praktikantin

jüngst überrascht zu Claudia Förtsch,

Objektleiterin in der Paunsdorfer Goldsternstraße

9. Sie staunte nicht nur über

die in warmen Farben gehaltenen Vereinsräume,

sondern auch über den monatlichen

Veranstaltungskalender, der so

manch jüngeren Besucher in Atem hält.

Die Karate-Kids trainieren dienstags ab 16 Uhr.

Vorträge – zum Beispiel mit dem Seniorenberater

der LVB, Modenschauen,

Tanzvergnügen, Busfahrten, Wanderungen

und vieles mehr stehen auf dem Programm.

„Wir servieren nichts auf dem

,goldenen Tablett‘, im Gegenteil, unsere

Vereinsmitglieder bringen sich selbst aktiv

mit ein“, meint Claudia Förtsch. Dazu

gehöre auch Johannes Izdebski, der oftmals

als DJ für gute Unterhaltung sorge.

Gerade diese Vielseitigkeit habe sie an

der Arbeit gereizt, schwärmt die studierte

Ergotherapeutin, die den beliebten-

Treffpunkt für Jung und Alt leitet.

Über 2 300 Gäste besuchen monatlich

den Verein. Hier serviert Christine Wal-

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

Zur Traffixplus-Titelgeschichte:

Jung und Alt unter einem Dach

ther im täglich geöffneten Café gern ein

Schälchen „Heeßen“, hier gibt es einen

Sportraum, einen Billardtisch, zwei

Computerarbeitsplätze, an denen Timo

Hentschel gern sein Wissen vermittelt,

und viel Freiraum für Veranstaltungen.

Nur in den Ferien geht es manchmal etwas

turbulenter zu. Da nutzen die jüngeren

Paunsdorfer das abwechslungsreiche

Ferienprogramm – Basteln, Tischtennis,

Dart ... Jung und Alt begegnen sich

freundlich, kommen miteinander ins Gespräch.

„Da schließe ich mich nicht aus“,

gesteht Claudia Förtsch. „Unser Vorstand

hat die nötigen Lebenserfahrungen, und

gemeinsam setzen wir die Ideen um.

Nur so gelingt es, dass hier Kontakte geknüpft

und Freundschaften gepflegt werden

können. Keiner fühlt sich allein.“

„Genau das wollten wir mit der Gründung

des Jugend- und Altenhilfevereins

erreichen“, freut sich der Seniorenbeauftragte

der WBG Kontakt e. G., Heiko

Immisch. Mit über 15 000 Wohnungen ist

Kontakt die größte Wohnungsbaugenossenschaft

in Leipzig. 4 500 Wohnungen

gibt es allein in Paunsdorf. „Zunächst

war nur Wohnen angesagt. Wir wollten

aber mehr als nur eine ,Schlafstadt‘ sein

und gründeten den Verein, der sich verstärkt

um die sozialen Belange der Mieter

kümmert“, erzählt Heiko Immisch.

„Sozusagen sind wir ein Vorreiter der Seniorenbüros,

die gegenwärtig in der Stadt

Leipzig entstehen.“

„Außerdem macht es so älteren Menschen

viel mehr Freude, ihren Lebensabend

in den eigenen vier Wänden statt

im Altersheim zu verbringen“, ergänzt

Vereinsvorsitzende Bettina Striegan. Über

7 000 Genossenschafter hätten bereits die

Siebzig überschritten und seien dankbar,

dass ihnen der Jugend- und Altenhilfeverein

sowohl Geselligkeit als auch Hilfe

in den Alltag bringe. Die Vereinsangebote

reduzieren sich nämlich nicht nur

auf kulturelle und sportliche Betätigung,

sondern es werden auch ganz praktische

Alltagshilfen angeboten: Begleitung bei

Behörden- und Arztbesuchen, Hilfe bei

Haushaltsführung und eine 24-Stunden-

Rufbereitschaft für all jene, die plötzlich

in eine Notlage geraten sind. „Wir sind

rund um die Uhr für unsere Mitglieder

erreichbar“, betonen Vereins-Chefin und

Seniorenbeauftragter übereinstimmend.

Mittlerweile gibt es auch in Grünau An

der Kotsche 49 Vereinsräume für Jung und

Alt. „Während Paunsdorf mit großzügig

eingerichteten Vereinsräumen punktet,

gibt es in Grünau eine große Wiese, die

vor allem im Sommer zum Feiern einlädt“,

meint Bettina Striegan. Zu den traditionellen

Mieter- und Kinderfesten fahren

kleine wie große Paunsdorfer dann

eben nach Grünau. Mit der Straßenbahn

kein Problem. Wie beliebt die Veranstaltungen

sind, machen die Besucherzahlen

deutlich. Mehr als 55 000 Leipziger

besuchen jährlich die großen Veranstaltungen

der Wohungsbaugenossenschaft.

„Das zeigt die Verbundenheit mit unserem

Verein und der Kontakt. Und es

macht uns stolz“, meint Heiko Immisch.

Elke Rath

Jugend- und Altenhilfeverein

Goldsternstraße 9, Paunsdorf

Haltestelle: Am Vorwerk

Bahn: 7, 8

An der Kotsche 49, Grünau

Haltestelle: Zschampertaue

Bahn: 1

11


Verknüpfungspunkte zur S-Bahn gestaltet

Besserer Umstieg am Bayrischen Platz und am S-Bahnhof Connewitz

In Vorbereitung auf die Eröffnung des

City-Tunnels und den Start des Mitteldeutschen

S-Bahn-Netzes am 15. Dezember

haben die LVB im Sommer und

Herbst dieses Jahres zwei Haltestellen

als Verknüpfungspunkte zwischen Straßenbahn,

Bus und S-Bahn umgebaut.

Die neue Haltestelle „Bayerischer Bahnhof“ der Linien 2 und 16 erlaubt

einen optimalen Umstieg zur S-Bahn-Station Bayrischer Platz.

Zum Einen wurde die Position der Haltestellen

am Bayrischen Platz verändert,

um den Umstieg zwischen Straßenbahn

und S-Bahn für die Fahrgäste künftig optimal

zu gestalten. Mit der Eröffnung des

City-Tunnels am 15. Dezember werden

die neu gebauten Haltestellen mit dem

ebenfalls neuen Namen

„Bayerischer

Bahnhof“ bedient.

Die jetzige Haltestelle

Bayrischer

Platz in der Windmühlenstraße

wurde

für die Straßenbahnlinien

2 und

16 an veränderter

Stelle in der Straße

des 18. Oktober

als behindertengerechte

Inselhaltestelle

neu gebaut

und liegt dann direkt

an der neuen

S-Bahn-Station des

City-Tunnels. Für

die Straßenbahnli-

nie 9 haben die LVB eine behindertengerechte

Haltestelle Bayrischer Platz in

der Arthur-Hoffmann-Straße zwischen

Windmühlenstraße und Riemannstraße

geschaffen. Da sich der Abstand zwischen

den Haltestellen Bayrischer Platz

und Roßplatz dabei verlängert, ist dazwischen

die neue Haltestelle Härtelstraße

gebaut worden. So wird zudem auch

der Bereich um den Wilhelm-Leuschner-

Platz besser erschlossen.

Ein völlig neues Gesicht bekam die Haltestelle

S-Bf. Connewitz/Klemmstraße. Sie

wurde von den LVB bis Ende November

zum Verknüpfungspunkt zwischen Straßenbahn,

Bus und S-Bahn um- und ausgebaut.

Der Umstieg auf die öffentlichen

Verkehrsmittel ist dadurch einfacher und

bequemer. Neben einer Buswendestelle

mit Ankunfts- und Abfahrtshaltestelle für

die Buslinie 79 entstanden in der Mitte

Anwohnerparkplätze, ein Überholgleis

für die Straßenbahn und ein neues Endstellen-

und Technikgebäude. Außerdem

wurden die Freiflächen neu gestaltet.

Antje Heisig

Großer Handlungsbedarf am Gleisnetz

Interview mit Ronald Juhrs, LVB-Geschäftsführer Technik/Betrieb

Herr Juhrs, die LVB haben in diesem

Jahr umfangreich in ihr Gleisnetz

investiert, was den Fahrgästen,

aber auch dem Fahrpersonal viel

Verständnis abverlangt hat, zumal ja

zeitweilig an mehreren ortsnahen Stellen

zur gleichen Zeit gebaut wurde. Warum?

Wir haben erheblichen Handlungsbedarf,

was die Erneuerung und Instandhaltung

unserer Gleisanlagen betrifft, und konnten

in diesem Jahr wichtige Projekte

gleichzeitig beginnen. Dazu zählen die

lange geplante Stadtbahntrasse Wurzner

Straße, die Bornaische Straße und

der Abschnitt in der Lützner Straße zwischen

Plautstraße und Henriettenstraße

– wichtige Großvorhaben, die ein bis

zwei Jahre dauern werden.

Außerdem haben wir viele Instandhaltungen

durchgeführt, um die Substanz

der Gleisanlagen für die Zukunft des

Netzes zu erhalten, so zum Beispiel am

Johannisplatz, am Wilhelm-Leuschner-

Platz und im Bereich des Hauptbahnhofes,

ebenso an wichtigen Knotenpunkten

wie dem Westplatz und Felsenkeller.

Warum ist denn ein solch großer Investitionsstau

entstanden?

Wir haben das zweitgrößte Straßenbahnnetz

in Deutschland. Die Belastungen für

unser Netz wachsen, unsere Fahrgastzahlen

nehmen zu, wir fahren mit unseren

Straßenbahnen im dichten Takt. Aber

auch die Belastungen durch Kraftfahrzeuge

im Straßennetz nehmen immer

mehr zu. Insofern haben wir einfach erhöhten

Aufwand, unsere Anlagen fit zu

halten. Dafür werden wir auch 2014 alles

in unseren Kräften Stehende tun.

Zu diesen Baustellen gehörte auch die

Haltestelle am Augustusplatz. Nach deren

Fertigstellung fragten einige besorgte

Bürger, warum sie nicht gleich wie alle

anderen innerstädtischen Haltestellen

barrierefrei umgebaut wurde.

Wir haben der Stadt die Erneuerung

der Gleiskurve Augustusplatz vor etwa

anderthalb Jahren angezeigt und damit

auch eine Prüfung über den vollständigen

behindertengerechten Ausbau

hinterfragt. Dies hat planerisch zur Un-

tersuchung verschiedener Gestaltungsvarianten

geführt. Die Prüfungsvorschläge

kamen vor allem aus den Fraktionen des

Stadtrates. Eine Untersuchung des Verkehrs-

und Tiefbauamtes hat letztendlich

Lösungsvarianten für einen behindertengerechten

Ausbau aufgezeigt, die planerisch

aber noch nicht so weit sind, dass sie

unverzüglich umgesetzt werden können.

Zudem liegt der Kostenaufwand für den

Umbau im sechsstelligen Bereich. Um

aber den Bahnbetrieb am Augustusplatz

weiterhin ordnungsgemäß zu sichern,

mussten wir im September die Gleiskurven

am Augustusplatz wechseln.

Wir werden jetzt mit der Stadt gemeinsam

die Grundidee zur künftigen Gestaltung

weiter planen und können das erst

umsetzen, wenn diese Gesamtneugestaltung

des Platzes entsprechend finanziell

eingeordnet werden kann.

Gibt es dafür schon terminliche Vorstellungen?

Unsere eingebaute Gleiskurve hat eine

Lebensdauer zwischen acht und zehn

Jahren. In diesem zeitlichen Bereich werden

wir dann auch die Veränderungen am

Augustusplatz in der erforderlichen Qualität

umsetzen können.

Interview: Frank Dietze

plus

12 Traffix LVB-Kundenmagazin


Hinterm Portikus gehts weiter

Ab Dezember rollt ein Teil des Nahverkehrs

durch den City-Tunnel.

Doch was geschieht hinter dem Portikus

des Bayerischen Bahnhofs?

Eine Freifläche von fast 40 Hektar Größe

bietet der pulsierenden Stadt Raum

zu wachsen. Traffixplus hat im Stadtplanungsamt

nachgefragt, wie der Stand der

Planungen und Entwicklungen ist.

„Die Entwürfe der im städtebaulichen

Wettbewerb siegreichen Büros Wessendorf

Architektur sowie Atelier Loidl sind

weiterhin aktuell, an einigen Stellen fortgeschrieben“,

so Abteilungsleiter Reinhard

Wölpert. Der Flächennutzungsplan

befinde sich in der zweiten öffentlichen

Auslegung. Als nächstes könnten die Bebauungspläne

aufgestellt werden. Auch

weitere Wettbewerbe sind zum Beispiel

für die östliche Freifläche vor dem Portikus

denkbar.

„Die Deutsche Bahn hat die interessante

und lukrative Freifläche soeben an die

Leipziger Stadtbau AG verkauft, da sie

diese nicht selbst zu entwickeln beabsichtigte“,

erläutert Stadtplaner Wölpert. Sie

müsse das Gebiet zwischen Südvorstadt

und Zentrum-Südost nun noch entwidmen,

das heißt als Bahnfläche aufgeben.

Derweil kann der neue Eigentümer und

Investor an den Stand der positiven, wenn

auch langwierigen Verhandlungen zwischen

Bahn und Stadt anknüpfen. Denn

es bestünde weitestgehend Einigkeit, betonen

Wölpert und Projektverantwortlicher

Christoph Hümmeler einmütig.

Viel Grün werde es zwischen Kohlen-

und Tarostraße geben, da die Bahn

dies als Ausgleichsmaßnahmen für den

City-Tunnel benötige. Neben dem neuen

Stadtpark soll auf beiden Seiten der

Bahnstrecke je eine Kita entstehen,

westlich außerdem eine Grundschule

sowie östlich eine weitere überregionale

Schule. Entlang der Kohlenstraße würden

Stadtvillen in Baugruppen wachsen,

südlich in der Lößniger Straße Geschosswohnungsbau,

schräg gegenüber am

Rand der Tarostraße Stadthäuser. Die ruinösen

Gebäude an diesen Stellen seien

zu beräumen, so Hümmeler.

Hinter der Media City sei eine gewerbliche

Bebauung angedacht. Nicht zu vergessen

der Radschnellweg ins Neuseenland.

Offen bliebe lediglich der Lokschuppen

jenseits der Semmelweisbrücke, da er

unter Denkmalschutz stünde. Und langfristig

befinde sich der Klub „Distillery“

mit den „auf ihn zu wachsenden Wohnungen“

im Konflikt. Der Druck des Immobilienmarktes

hat seit der Fertigstellung der

Semmelweisbrücke ohnehin bereits eine

beachtliche Entwicklung herbeigeführt.

„Der Stadtbereich ist praktisch nicht wieder

zu erkennen“, findet Hümmeler.

Sobald sich der Rahmenvertrag mit der

Stadtbau AG seiner Unterschriftsreife

nähere, könnte die gesamte Vision

schrittweise schnell Realität werden.

Der Investor, der derzeit das Lindenauer

Brunnenviertel entwickelt und auch die

Markthalle auf dem Wilhelm-Leuschner-

Platz errichten möchte, wolle die Pläne

schon aus Eigeninteresse zügig umsetzen.

„Die Stadt legt nur Wert darauf, dass alles

was passiert, in Absprache passiert“, betont

Wölpert. Auf jeden Fall wird es schön,

schwärmen die zwei Stadtplaner.

Frank Willberg

Endspurt: Arbeiten am Eingang des City-Tunnels.

Haltestelle: Bayerischer Bahnhof

Straße 18. Oktober Bahn: 2, 16

Arthur-Hoffmann-Straße

Bahn: 9

Blick von der Semmelweisbrücke in Richtung City.

S-Bahn-Haltestelle mit Blick auf MDR.

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

13


Eingang in die Robert-Koch-Klinik

Spielplatz im Schönauer Park

Schönau – von frühen Besiedlern einst

„die schöne Aue“ genannt – ist diesmal

Ausgangspunkt des Sonntagsausflugs.

Der Ortsteil im Westen Leipzigs

hat sich über die Zeiten hinweg trotz

vielfältiger Baumaßnahmen seine landschaftlichen

Reize bewahrt. Vor allem

der Schönauer Park, in den wir von der

Straßenbahnhaltestelle in der Lützner

Straße eintreten, darf als Kleinod unter

den Leipziger Gärten gelten.

Schönauer Lachen, die mit dem Hafenbau

des Elster-Saale-Kanals 1938 bis

1943 entstanden. Eine Treppenanlage

führt vom Park zu dem tiefer liegenden

Gelände.

Vom ehemaligen Schönauer Ortskern ist

heute nur noch die in ihrem Ursprung

gotische Kirche in der Garskestraße erhalten.

Seit der Restaurierung 1993 zeigt

sie sich wieder in voller Schönheit; sehenswert

im Innern der Kirche sind vor

Parkschloss Grünau

Leipziger Sonntagsausflüge (38)

Vom Schönauer Park zu den Meyerschen Häusern in Kleinzschocher

Dampfpfluges 1888; Rudolph Sack engagierte

sich auch im 1874 von Karl Heine

gegründeten Elster-Saale-Kanal-Verein.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges zog

in die Sacksche Villa zunächst ein Tuberkuloseheim

ein, aus dem später die Ro-

Die 14 Hektar umfassende Anlage mit

wertvollem, artenreichem Baumbestand

ging aus dem früheren Gutspark hervor.

Das 1787 vom damaligen Eigentümer,

dem Leipziger Kaufmann Caspar

Dietrich Reinhard Schmidt, erbaute barocke

Herrenhaus wurde 1979 bei der

Errichtung des Neubaugebietes Grünau

abgerissen. Der 1890 in englischem Stil

angelegte Gutspark erfuhr 2002 eine

Neugestaltung; seitdem erinnert am historischen

Eingang des Parks eine 52 Meter

lange und vier Meter hohe Pergola an

das ehemalige Gutshaus.

Mit dem Schönauer Park verbunden sind

auch die unter Naturschutz stehenden

allem die Renaissancekanzel sowie der

Altar von 1624.

Nach dem Parkrundgang kehren wir zur

Lützner Straße zurück und wandern auf

der gegenüberliegenden Parkallee, einer

vierreihigen Lindenallee, zum Robert-

Koch-Park. An der Schönauer Straße

überqueren wir die Brücke über die S-

Bahn-Trasse und erreichen kurze Zeit

später einen der Eingänge des umzäunten

Parks. 1911/12 ließ sich auf diesem

Areal Paul Sack (1863- 1923), Sohn des

Landmaschinenfabrikanten Rudolph

Sack (1824- 1900), eine Villa als Sommersitz

sowie mehrere Landhäuser für

höhere Angestellte seiner Firma errichten.

Zu dieser Zeit beschäftigte die Rudolph

Sack AG in Plagwitz rund 2 000

Mitarbeiter und errang für ihre landwirtschaftlichen

Maschinen auf Weltausstellungen

Preise. Bekannt wurde die

Firma vor allem mit dem Bau des ersten

Beginn der Wanderung: Schönau

Haltestelle: Parkallee

Bahn: 8, 15

Ende der Wanderung:

Kleinzschocher

Haltestelle:

Herrmann-Meyer-Straße

Bahn: 1, 2

bert-Koch-Klinik als Fachkrankenhaus

für Lungenkrankheiten hervorging. Für

die Klinik wurde 2001 bis 2003 auf dem

Gelände ein Neubau errichtet; die ehemalige

Sacksche Villa wird heute meist

als Parkschloss Grünau bezeichnet. Seit

1982 ist der Park mit seinen Teichen und

Brücken öffentlich zugänglich. Ein Café

in einem der Landhäuser lädt zur Rast.

Wir verlassen den Robert-Koch-Park an

der Nikolai-Rumjanzew-Straße, überqueren

die Ratzelstraße und lernen in der

Herrmann-Meyer-Straße ein bemerkenswertes

städtebauliches Ensemble kennen:

die Meyerschen Häuser in Kleinzschocher,

die größte und anspruchsvollste

Wohnanlage ihrer Art in Leipzig. 1907 bis

1917 entstanden auf einer Fläche von

circa 15 Hektar 92 Häuser mit fast 1 000

Wohnungen, umgeben von zwei großen

Parkanlagen. Im Volksmund erhielt der

Wohnkomplex, in der vorwiegend Arbeiterfamilien

zu günstigen Konditionen

wohnten, die Bezeichnung „Meyersdorf“.

Die im Ersten Weltkrieg unterbrochenen

Bauarbeiten wurden 1926 bis 1929 fortgeführt

und in den Jahren 1935 bis 1937

abgeschlossen. Lesen Sie dazu bitte auch

den Beitrag „Das besondere Denkmal“,

Seite 21. Text/Fotos: Dagmar Schäfer

plus

14 Traffix LVB-Kundenmagazin


Nach Stadtumbau präsentieren sich auf der Linie 15 Fahrzeuge, Strecke

und städtisches Umfeld in modernem Gewand.

Umweltfreundlich durch Leipzig – unsere Straßenbahn bietet Elektromobilität

seit 117 Jahren.

Fotos: Jens Karkusche

Das Leipziger Strecken- und Liniennetz

Teil 10 (Schluss): 1990 - 2013 – Der Weg zum „NEUEN NETZ“

Nach der Wende standen die LVB plötzlich

vor ungeahnten Herausforderungen.

Die sprunghaft steigende Motorisierung

führte zu einer massenhaften Abwanderung

der Fahrgäste; auch der Zusammenbruch

der Industrie und damit der Verlust

Tausender Arbeitsplätze taten ein Übriges.

In den folgenden Jahren wurde daher

das Strecken- und Liniennetz schrittweise

den neuen Erfordernissen angepasst.

So versuchte man zunächst, durch Tausch

von Endstellen möglichst gleichmäßig

ausgelastete Linienverläufe zu schaffen.

Zum Teil mehrfach verändert wurden die

Linienführungen der 1, 2, 5, 8, 15, 17,

20, 21, 24 und 27; die Linien 10, 12 und

13 entfielen zeitweise ganz, neu entstand

die Liniennummer 3.

Trotzdem wurden auch Netzerweiterungen

realisiert, jedoch nicht mehr vorrangig

in Wohn- sondern zum Beispiel in Gewerbegebiete

(P.C.) oder zum neuen Messestandort.

Im ersten „neuen“ Jahrzehnt kam

es zu folgenden Streckenneubauten:

29. Mai 1994 (Linie 6)

Verlängerung Paunsdorf-N. – Sommerfeld

29. Mai 1995 (Linie 3)

Verbindung Torgauer Str. – Paunsdorf-N.

16. März 1996 (Linie 16)

Verlängerung Wiederitzsch – Neue Messe

13. April 1996

Schleife Wilhelm-Leuschner-Platz Süd

1. August 1999 (erst ohne Linien, heute 16)

Verbindung Philipp-Rosenthal-Straße –

Richard-Lehmann-Straße

19. August 2000 (erst Linie 2, heute 16)

Fortsetzung Richard-Lehmann-Straße –

Arno-Nitzsche-Straße

Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus

wurden auch Strecken aufgegeben:

29. August 1997 (Linie 2)

Zweinaundorfer Str. – Anger-Crottendorf

8. Oktober 1999 (Linie 24)

Harkortstraße – Dufourstraße – August-

Bebel-Straße – Kurt-Eisner-Straße

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

Durch Einführung eines Nachtbusnetzes

endete am 30. August 1998 der durchgehende

Nachtverkehr der Straßenbahn. Ein

Jahr später kam auch das Ende der 50er

Linien, die besondere Verbindungen im

Spät- und Wochenendverkehr geboten hatten;

höchste Liniennummer war die 58.

Begleitet von einer umfangreichen Informationskampagne

startete mit dem

Fahrplanwechsel am 27. Mai 2001 das

„NEUE NETZ“. Es stellte die größte

Linienreform seit der Vereinigung von

GLSt und LESt dar. Unverändert blieben

lediglich die „Stadtbahnlinien“ 11,

15 und 16. Verschiedene Strecken, zum

Beispiel über die Hans-Driesch- und

Rathenaustraße verloren ihren Linienverkehr

(Linie 27), während die Wiedebachstraße

wieder regelmäßigen Linienverkehr

erhielt (Linie 10).

Die Liniennetzreform brachte den Abschied

von den Liniennummern 17, 20,

21, 22, 24, 27 und 28, die größtenteils

seit den Zwanzigerjahren des vorigen

Jahrhunderts das Leipziger Straßenbild

mitbestimmten. Die schon aus LESt-Zeiten

stammenden Ziffern 5 und 6 wurden

für eine eventuell spätere Umzeichnung

der 15 und 16 freigehalten. Auf der anderen

Seite tauchten Liniennummern

wieder auf, die seit den 1970er Jahren

nicht mehr aktuell waren, wie zum Beispiel

die 7, 9, 14 und 18.

Aber selbst das neue Netz blieb nicht

von Änderungen verschont. Am 31. Dezember

2005 verkehrte die Linie 18 zum

letzten Mal. Linie 14 wurde ab Fahrplanwechsel

2008 auf die Relation Hauptbahnhof

(West) – Plagwitz verkürzt und

verkehrt seit Dezember 2011 ab Westplatz

im Uhrzeigersinn um den Ring.

Ein Auf und Ab erlebte auch die Linie

13, die von 2003 bis 2006 verschwand

und mit Einführung des neues Busnetzes

am 10. Oktober 2010 endgültig eingestellt

wurde. Seitdem teilt sich Linie 3

die Streckenabschnitte nach Taucha und

Sommerfeld (als 3E).

Infolge von Umbauarbeiten des Gleisnetzes

waren schon die Betriebsstrecken Roscherstraße

(1995) und Wiederitzscher

Straße – Möckernsche Straße (2000) entbehrlich

geworden. Mit dem zweigleisigen

Ausbau der Kuhturmstraße folgte 2001

auch die Stilllegung der Strecke durch

die Dreilindenstraße. Der ehemals von

der Linie 22 bediente und noch für Umleitungen

vorgehaltene Streckenabschnitt

in der Hermann-Liebmann-Straße wurde

2003 endgültig stillgelegt; zwei Jahre

später folgten Friedhofsweg und Richard-

Lehmann-Straße (bis Zwickauer Straße).

Das Strecken- und Liniennetz wurde im

Laufe der Geschichte immer wieder neuen

Erfordernissen angepasst. Insofern endet

die Geschichte nicht mit dem Schluss

dieser Artikelserie, sondern wird kontinuierlich

weiter fortgeschrieben.

Rolf-Roland Scholze, AG „Historische

Nahverkehrsmittel Leipzig“ e. V.,

Peter Schäfer

Die Straßenbahnlinien

im „NEUEN NETZ“ 2001

1 Lausen – Mockau

2 Lausen – Naunhofer Str.

3 Knautkleeberg – Taucha

4 Gohlis, Landsberger Str. – Stötteritz

7 Böhlitz-Ehrenberg – Sommerfeld

8 Miltitz – Sommerfeld

9 Thekla – Markkleeberg-West

10 Wahren – Lößnig

11 Schkeuditz – Markkleeberg-Ost

12 Gohlis-Nord – Johannisplatz – (Prager/Riebeckstr.)

13 Grünau-Nord – Hauptbahnhof, Westseite

14 Plagwitz – Eutritzsch, Krankenhaus

15 Miltitz – Meusdorf

16 Messegelände – Lößnig

18 Taucha - Sommerfeld

15


Neuer Fahrgastbeirat gewählt

Vielen Dank für das Interesse an der Beiratswahl und Ihr Vertrauen

Bis zum 15. Oktober waren Sie, liebe

Kundinnen und Kunden, aufgerufen,

sich für den Fahrgastbeirat der Leipziger

Verkehrsbetriebe zu bewerben. Über 110

Bewerbungen gingen dazu bei den LVB

ein. Vielen Dank für das große Interesse an

einer ehrenamtlichen und konstruktiven

Mitarbeit.

Ende Oktober tagte die Wahlkommission,

die satzungsgemäß die Wahl der Mitglieder

und der Ersatzmitglieder vollzog. Das

Gremium besteht aus den amtierenden

Sprechern des Fahrgastbeirates, Vertretern

der Institutionen (Behindertenverband

und StudentInnenrat) sowie aus zwei

Mitarbeitern der Unternehmenskommunikation

der LVB. Alle Bewerbungen

wurden nach Alter, Stadtteil und Landkreis

vorsortiert, um bei der Besetzung

des Beirates eine Vielfalt an Vertretern zu

gewährleisten.

Die neuen Mitglieder wurden bereits über

die Wahl informiert. Auch die Ersatzmitglieder,

die beim Ausscheiden eines Mitglieds

automatisch nachrücken, wurden

aufgefordert, die Wahl zu akzeptieren.

Ende November (nach Redaktionsschluss)

fand die letzte Sitzung des alten

Fahrgastbeirates mit den neu gewählten

Mitgliedern statt. Im Januar folgt dann die

erste reguläre Sitzung der neuen Interessenvertretung

für Fahrgäste.

Foto: Frank Dietze

(v. l. n. r.) Rolf Sonderhaus (Behindertenverband),

Christiane Mertens (FGB-Sprecherin),

Mehmet Dogan (StuRa) sowie Katrin

Naumann und Marc Backhaus (LVB) zogen

Mitglieder und Ersatzmitglieder.

Wir informieren Sie hier regelmäßig über

die weitere Arbeit des Beirates. Weitere

Informationen unter: www.lvb.de/fgb

Marc Backhaus

Veränderte Öffnungszeiten

der LVB-Servicestellen

In der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel

haben die LVB-Servicestellen

veränderte Öffnungszeiten:

• Verkaufsoffene Sonntage, 8. und 22.

Dezember: Mobilitätszentrum (nur am

22.12.) und Service-Center von 13 bis

18 Uhr.

• 24. Dezember: Mobilitätszentrum,

Kioske am Hbf., Service-Center von

8 bis 12 Uhr.

• 25./26. Dezember und 1. Januar: Alle

Servicestellen sind geschlossen.

• 31. Dezember: Mobilitätszentrum,

Kioske am Hbf., Service-Center von

8 bis 16 Uhr.

Weihnachtsmann tourt im Adventsexpress

Alle Jahre wieder kann man den Weihnachtsmann

an den vier Adventssamstagen

am Innenstadtring antreffen. So auch in

diesem Jahr, wenn er mit dem Adventsexpress

am 30. November, 7., 14. und 21.

Dezember wieder auf seinen Rundkurs

geht. Dabei hält er für die kleinen Fahrgäste

viele Überraschungen bereit.

Die festlich geschmückte Niederflurstraßenbahn

ist an diesen Tagen von 13 bis 18

Uhr unterwegs und startet am Hauptbahnhofsvorplatz.

Zugestiegen werden kann an

den Haltestellen entlang des Innenstadtringes,

gefahren wird im Uhrzeigersinn. Die

Mitfahrt ist kostenlos.

Antje Heisig

Foto: Gunnar Sattler

Visitenkarte

Ulrich von

Hutten kommt

am 21. April

1488 auf der

bei Schlüchtern

in Hessen

gelegenen Burg

Steckelberg zur

Welt.

Nach Aufenthalt

im Benediktinerkloster

Fulda studiert

er ab 1505 Griechisch und Latein unter

anderem in Köln, Frankfurt/Oder und

1508/09 in Leipzig. 1511 stellt er in

Wittenberg ein Lehrbuch für Dichter

fertig. Nach dem Jurastudium 1511/13

in Italien steht er vier Monate bei Kaiser

Maximilian I. (siehe „Traffixplus“ 1/2013,

Seite 12) im Sold. Danach, unterstützt von

Markgraf Albrecht von Brandenburg (Erzbischof

von Magdeburg und etwas später

dazu Kurfürst-Erzbischof von Mainz), hält

sich Hutten 1515/17 nochmals zu Studien

des Rechts in Italien auf und ist im Dienste

Albrechts bis Mitte 1519 tätig. 1517 erhält

er in Augsburg von Kaiser Maximilian I.

die Krone eines Dichters und den Titel

eines kaiserlichen Orators (lateinisch für

Wortemacher).

Ab 1520 wird er wegen kritischer Schriften

wider den Papst und dessen römischen

Machtapparats von der Inquisition verfolgt

und findet letztlich Schutz bei Huldrych

Zwingli (Züricher Reformator) am Zürchersee.

Ulrich von Hutten, Verfasser von

vor allem in politischer

Hinsicht

kritischen Schriften,

stirbt dort

am 29. August

1523.

Die Huttenstraße

in Leipzig-Großzschocher

trägt

seit 1928 seinen

Namen.

Svend Weise

Ulrich von Hutten

1488 - 1523 Repro

Quellen:

www.uvh-online.de

www.uni-mannheim.de

www.zh.ref.ch

Großes Fremdwörterbuch, VEB Bibliographisches

Institut Leipzig, 1984

www.leipzig-lexikon.de

www.deutsche-biographie.de/sfz36174.html

plus

16 Traffix LVB-Kundenmagazin


Um ein Haar hätte es einen weiteren

Weltrekord in Leipzig gegeben: Seit

Oktober ziert ein riesiges Graffito die

Südwand des Verwaltungsgebäudes. Das

bunte Bild erstreckt sich über 550 Quadratmeter.

Und dass es keinen Weltrekord

brachte, liegt nur daran, dass man so etwas

vorher anmelden muss, so Torsten

Schroeter, Marketingverantwortlicher

der WEP-Projektentwicklungs-GmbH,

die im Auftrag Leipzigs das Gelände der

Alten Messe betreut und vermarktet.

Von den insgesamt 50

Hektar wurde bislang die

reichliche Hälfte verkauft

oder langfristig vermietet,

weitgehend verpachtet ist

der Rest.

Im vergangenen Jahr

gelang ein erheblicher

Sprung: Das Möbelhaus

„Porta“ hat einen großen

Teil der Messehallen eins

bis sechs abgerissen und

mit einem der größten

Fachmärkte der Branche

weit und breit neu bebaut.

Der denkmalgeschützte

Eingang zur Halle zwei

blieb dabei erhalten. Auf

33 000 Quadratmetern und vier Etagen

kümmern sich jetzt 250 Mitarbeiter um

Kunden aus der gesamten Großregion.

22 neue Arbeitsplätze entstanden außerdem

bei Möbel-BOSS – meist kamen sie

aus der Arbeitslosigkeit und wurden für

die neuen Aufgaben gründlich geschult.

Auf einem ganz anderen Terrain bewegt

sich das Fraunhofer Institut, bei dem im

Mai mit dem zweiten Erweiterungsbau

begonnen wurde. Zusammen mit dem

Max Planck Institut, der BioCity und der

inzwischen auf die andere Seite der Zwickauer

Straße gezogenen Haema blüht

und gedeiht der gesamte Bio-Sektor, für

den im Leipziger Südosten viel Raum reserviert

worden war. Zellforschung wird

vor allem bei Fraunhofer betrieben. Und

alle Einrichtungen gemeinsam tüfteln

neue Therapien und Medikamente aus.

Für viele Leipziger spielte in diesem Jahr

natürlich auch eine große Rolle, dass die

Geschichte des gesamten Geländes vor

hundert Jahren mit der Internationalen

Baufach-Ausstellung begann. Noch heute

existiert aus jener Zeit die „Betonhalle“.

Der Bau sollte die Leistungsfähigkeit der

damals jungen Stahlbetonbautechnik demonstrieren.

Der Baukörper ist 120 Meter

lang und wird von einer Kuppel mit

30 Meter Durchmesser beherrscht. In nur

sechs Monaten wurden 24 000 Tonnen

Beton und 400 Tonnen Stahl verbaut.

Auch der in den 1920er Jahren errichtete

sowjetische Pavillon mit dem roten Stern

auf der Spitze spielt eine Rolle – weil der

Alte Messe in neuem Gewand

Bau denkmalgeschützt ist. Pläne gibt es

dafür einige. Am Ende fehlt es aber allen

Interessenten noch am nötigen Geld, daraus

etwas zu machen.

Fast geschlossen ist dagegen die „Automeile“.

Nahezu alle großen Marken

haben am Südrand des Geländes ihre

Niederlassungen. Die Flächen sind so

gut wie ausgebucht. Vielleicht findet sich

noch Platz für einige kleine Werkstätten.

Zunehmend gibt es auch Ereignisse rund

um das historische Gelände. So soll gegen

Jahresende ein Dokumentarfilm in

die Kinos kommen, in dem der Wandel

des Geländes nachvollzogen wird. Und

im kommenden Mai wird das Radrennen

„Neuseen Classics“ von der Alten Messe

aus gestartet. Damit bleibt das Alte ganz

neu und mittendrin. Thomas Biskupek

Beliebt bei Groß und Klein: Hallen-Fußball

Auf dem alten Messegelände haben sich Einrichtungen

für Handel, Sport und Forschung

angesiedelt. Die Linie 15 hält vorm Tor.

Haltestelle: Alte Messe

Bahn: 15

Bus:

Vereint: Modernes und Traditionelles

Weltweit bekannt: das Fraunhofer Institut

plus

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17


Herzlich willkommen im Leben!

Jüngste Leipziger fahren ein Jahr gratis mit der Bimmel

Zur festen Institution in Leipzig ist das

Familieninfobüro geworden. Mehr als

zweihundert Besucher zählt es jede

Woche, viele Familien holen die Baby-

Begrüßungsbox ab, doch auch der Rat

der Mitarbeiterinnen des Infobüros ist

gefragt.

„Die Idee zu einer zentralen Anlaufstelle

für Familien in Leipzig stammt

bereits aus dem Jahr 2007“, erzählt die

Leiterin Cornelia Pauschek. Es fehlte

ein zentraler Ort, wo alle Informationen

zusammenlaufen. So entstand das Familieninfobüro,

leicht zu finden direkt in

der Eingangshalle des Stadthauses. Hier

gibt es Broschüren und Materialien, aber

auch persönliche Informationen.

Ein Familienbriefkasten ist für Anregungen

oder Beschwerden da. Das Familieninfobüro

greift auch Ideen von Bürgerinnen

und Bürgern auf.

Auch Familie Hascher holte ihre Begrüßungsbox

ab. Töchterchen Charlotte

Elisabeth ist erst wenige Wochen alt.

Neben Babybadetuch, Badeente und

Badethermometer, einem Nachtlicht, der

Zeitschrift „Schlingel“, einem Sparkassen-Gutschein

und verschiedenem Infomaterial

enthält die Box eine Jahreskarte

der LVB, die zur kostenlosen Fahrt eines

Erwachsenen mit Baby berechtigt.

Dass es die Begrüßungsbox gibt, erfahren

die Eltern im Standesamt, wenn sie

die Geburtsurkunde abholen. Aber be-

rechtigt ist jede Leipziger Familie, auch

wenn das Kind zum Beispiel in Borna

oder Delitzsch geboren wurde. Als kleines

Extra können sich die Eltern aus einer

Kiste Baby-Söckchen aussuchen, die

70 Leipziger Seniorinnen extra für die

jüngsten Leipziger stricken.

Welche Fragen bewegen die Leipziger

am meisten? Cornelia Pauschek: „Zum

einen gibt es die werdenden Eltern, die

Informationen zum Elterngeld oder zu

einem Kita-Platz brauchen.“ Generell

sehen sich die Mitarbeiterinnen des Infobüros

in einer Lotsenfunktion, das heißt,

sie beraten nicht selbst zu den Themen,

sondern vermitteln den Kontakt zu Ansprechpartnern.

Die können innerhalb

der Leipziger Stadtverwaltung sitzen,

aber auch in Vereinen. Gerade bei jungen

Familien mit dem ersten Kind fehlt

(noch) das Netzwerk, beim zweiten Kind

wissen die meisten schon, welche Tagesmutter

die richtige für sie ist und welche

Sportvereine sich in der Nähe befinden.

Im Familieninfobüro sind aber auch die

verschiedensten Anträge erhältlich, die

ausgefüllt hier wieder abgegeben werden

können. Außerdem gibt es einen gemütlichen

Wickel- und Stillraum.

Cornelia Pauschek: „Oft kommen auch

Familien, denen es nicht gut geht.“ Bei

einer Scheidung der Eltern leiden die

Kinder, auch hier gibt es Bedarf, das richtige

Hilfsangebot zu finden. Relativ häufig

Anne Hascher und Thomas Siebeneichner sind

mit Töchterchen Charlotte Elisabeth ins Familieninfobüro

gekommen, um sich die Baby-

Begrüßungsbox abzuholen.

kommen zugezogene Familien, die neu in

der Stadt sind. Sie erhalten im Familieninfobüro

die nötigen Informationen, um

sich schnell in Leipzig zurecht zu finden.

Speziell für sie organisieren die Mitarbeiterinnen

um Cornelia Pauschek – neben

zwei Kolleginnen in Bürgerarbeit engagieren

sich auch acht Ehrenamtliche –

jeden Herbst eine Infoveranstaltung, die

gut angenommen wird. Das gilt auch für

die viermal jährlich stattfindende Veranstaltung

mit Themen speziell für werdende

Familien.

Text/Fotos: Heidrun Böger

Haltestelle: Thomaskirchhof

Bahn: 9

Im ehemaligen Messepalast residieren heute Senioren

Dachterrasse im Maternus Seniorencenter Dresdner Hof lädt zu einem Blick auf die City ein

Wie wird es wohl sein, einmal die eigenen

vier Wände gegen ein Zimmer in

einem Seniorencenter zu tauschen? Diese

Frage beschäftigt wohl jeden, der auf

pflegerische Hilfe angewiesen ist.

Eine Antwort darauf gibt vielleicht

eine Fotoausstellung, die noch bis zum

31. Dezember 2013 im Maternus Seniorencenter

Dresdner Hof zu besichtigen

ist. Unter dem Titel „Gemeinsam allein“,

dokumentierte der Leipziger Fotograf

Martin Neuhof sowohl fröhliche, überschäumende,

als auch stille, nachdenkliche

Momente. Und so ist es auch. Im

Dresdner Hof ist niemand allein. Und

wer es doch einmal sein möchte, zieht

sich einfach in sein Zimmer zurück.

Großzügige Einzelzimmer mit Küchenzeile

und in der 4. Etage mit Balkon

laden zum Wohlfühlen ein. Bibliothek,

Restaurant, Friseur, Fußpflege,

Physiotherapie, Arztsprechzeiten sind

hier unter einem Dach vereint. Apropos

Dach. Von der herrlichen Dachterrasse

unseres Restaurants in der

6. Etage hat man einen großartigen Blick

über Leipzigs Innenstadt mit den historischen

Fassaden und Dächern. Der

Dresdner Hof selbst steht als ehemaliger

Messepalast gleich mittendrin. Breite

Gänge, gemütliche Ecken zum Plauschen

und sieben Tage die Woche Angebote der

sozialen Betreuung machen das barrierefreie,

rollstuhlgerechte Leben schön

und abwechslungsreich. Von Bingo bis

Kegeln, über Andacht und große Feste.

Immer ist was los. Ins Schwärmen geraten

die Bewohner des Dresdner Hofes,

wenn sie an die großen Tagesausflüge

in die Lichtensteiner Miniaturwelt, den

Schlosspark Machern oder den Leipziger

Zoo zurückdenken. Wer gern die Umgebung

erkundet, ist hier genau richtig.

In der Weihnachtszeit ist der berühmte

Leipziger Weihnachtsmarkt in wenigen

Minuten zu erreichen, Gewandhaus

und Oper befinden sich in unmittelbarer

Nachbarschaft. Zur großen Freude

kulturbegeisterter Senioren und ihrer

Gäste. Auch der leibliche Genuss kommt

nicht zu kurz. Das freundliche, Licht

durchflutete Restaurant lädt ein zum

Essen und Kaffee trinken. Für weit gereiste

Besucher stehen Gästezimmer zur

Übernachtung bereit und bieten damit

die Möglichkeit, auch mehrere Tage mit

ihren lieben Angehörigen verbringen zu

können.

PR

Haltestelle:

Wilhelm-Leuschner-Platz

Bahn: 2, 8, 9, 10, 11, 14

plus

18 Traffix LVB-Kundenmagazin


Etwas Spezielles hatte es schon immer,

das lauschige Viertel zwischen Zwickauer

Straße und Südfriedhof, in dem

vor gut einem Jahrhundert die ersten

Bewohner Einzug hielten. Damals lag

die „Gartenvorstadt Marienbrunn“ noch

umgeben von freiem Felde, heute ist sie

mittendrin im Leipziger Stadtgebiet und

immer noch besonders. Das liegt nicht

nur an den für unsere autofixierte Zeit

großteils fast unanständig engen Straßen.

Es ist der „gute Geist“, der dieses Wohnquartier

von Anfang an auszeichnet:

bürgerschaftliches Engagement, Gemeinschaftsgefühl

und Nachbarschaftshilfe.

Grundsteinlegung für den neuen Kindergarten in Marienbrunn.

Foto: R. Börner

Foto: WBG Kontakt

Der„Marienbrunner Geist“ lebt – seit 100 Jahren

Historische Gartenstadt wird durch neuen Kindergarten weiter belebt

Marienbrunn gestern und heute

Bewusst wollte man nach 1900 mit der in

Deutschland einsetzenden Gartenstadtbewegung

einen Gegensatz zu den Bausünden

der Gründerzeit – hier Villenviertel

für Wohlhabende, da Mietskasernen für

die weniger Bemittelten – schaffen. Wohnungsbau

für unterschiedliche Geldbeutel

stand im Vordergrund. In Leipzig wurde

dafür 1911 die Gartenvorstadt Leipzig-

Marienbrunn GmbH ins Leben gerufen.

Sie ließ im Zusammenhang mit der Internationalen

Baufachausstellung (IBA)

1913 die ersten Bauten der Gartenvorstadt

Marienbrunn um den Arminiushof

als Modellsiedlung errichten.

Charakteristisch sind die Reihenhäuser

inmitten großzügig angelegter Grünflächen,

offener Vor- und geräumiger Hausgärten.

Trotz einheitlicher Grundstruktur

bieten sie im Detail eine augenfällig abwechslungsreiche

Vielfalt.

Nach Abschluss der IBA begann für die

genau 439 „Urmarienbrunner“ der Alltag.

Den bestimmte ein ganz besonderes

Zusammengehörigkeitsgefühl – eben der

bereits erwähnte „Marienbrunner Geist“.

„Zäune sind hier nicht nötig“, betont

Gerd Voigt, seit 1969 Marienbrunner.

Vor 1989 griff aber auch in dieser Idylle

der Verfall um sich, die historische

Gaststätte, liebevoll „Mary“ genannt,

überstand das nicht. Da gab es viel zu

tun für den Verein der Freunde von Marienbrunn,

der sich seit Gründung 1992

für die anhaltende Belebung des Marienbrunner

Gemeinschaftsgeistes einsetzt.

„Die Gartenstadt ist ein Flächendenkmal

und soll ihr Gesicht bewahren. Schon vor

der Wende wurde begonnen, einzelne

Häuser zu verkaufen. Es gab aber keine

Gestaltungssatzung“, berichtet der

Mitgründer und langjährige Vorsitzende

Gerd Voigt. „Die zu entwickeln, war unsere

erste Aufgabe.“

Historisches bleibt erhalten

Die Arbeit des rührigen Vereins, der kontinuierlich

um die hundert Mitglieder

zählt, genießt auch über Marienbrunn hinaus

Anerkennung. Als zum Beispiel in

der Wendezeit historische Laternen und

Pflastersteine „in den Westen verkauft“

wurden, sollte trotz Denkmalschutz auch

das Marienbrunner Gehwegpflaster aus

Rochlitzer Porphyr durch schnöde Betonplatten

ersetzt werden, erzählt Voigt.

Also fertigte Geophysiker und Uniprofessor

Robert Lauterbach, 1995 verstorbener

Marienbrunner, eine Expertise,

die die vorgeschobene Behauptung, die

„alten Steine“ seien sowieso brüchig,

gründlich widerlegte. „Er schrieb, dass

diese Steine uns noch dreimal überleben

würden, bei den Betonplatten wäre

es eher umgekehrt.“ Folge: Die Platten

wurden wieder abgeholt und die alten

Steine wieder verlegt, „jetzt sogar regelmäßiger

und noch schöner als vorher.“

Mit der Übernahme der Gartenvorstadt

Marienbrunn GmbH hat die WBG Kontakt

begonnen, die Bereiche, die den

Gesamteindruck des Flächendenkmals

beeinträchtigen, umzugestalten.

Lebendig und jung

Marienbrunn ist nicht nur ein traditionsreicher,

sondern auch ein sehr lebendiger

und junger Stadtteil.

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit wurde

am 12. Dezember 2012 mit der Errichtung

einer Kindertagesstätte für 81 Kinder

begonnen. Die Skepsis einiger Anwohner

ist gewichen, vielleicht auch deshalb, weil

sich das Gebäude harmonisch in die umliegende

Bebauung einfügt.

Natürlich pflegen die Marienbrunner

auch gemeinsame Freizeitbeschäftigungen,

früher vermutlich noch mehr als

heute. Man weiß von den jährlichen Maienfesten

bis 1935, von Laienspiel- und

Sportgruppen, einem Männerchor, einem

Frauenchor, einer Volksinstrumentengruppe.

Und gefeiert wurde – „egal wie

trübe die Zeiten auch waren“ – gemeinsam

auf dem Arminiushof, und das auch

heute noch – nach dem Frühjahrsputz,

beim Advents-Glühweintrinken oder

zum großen Jubiläumssommerfest alle

fünf Jahre, gerade erst zum 100-Jährigen

am 31. August 2013, wo es „trotz regnerischer

Zwischenspiele rappelvoll bis

zum Abschluss mit Feuerwerk“ war.

Text/Fotos: Holger Staniok

www.gartenvorstadt-leipzig-marienbrunn.de

Haltestelle:

Triftweg

Bahn: 16

plus

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19


Busflotte verjüngt sich weiter

LVB erhalten im Dezember 15 weitere Solaris-Gelenkbusse

Ende November erfolgte im Herstellerwerk

bei Poznan (Polen) die technische

Abnahme der letzten 15 Solaris-Gelenkbusse

der aktuellen Bestellung. Mit deren

Auslieferung wurde die planmäßige

Erneuerung der LVB-Busflotte gemäß

Fahrzeugkonzept fortgeführt.

Die Übergabe des 45. Fahrzeuges dieser

Lieferserie und zugleich 111. Solaris-

Busses an die LVB ist im Dezember

2013 geplant. Die 15 neuen Gelenkbusse

werden, wie ihre 30 bisher in Dienst

gestellten Geschwister, vorwiegend auf

den Linien 70, 72 und 73 zum Einsatz

kommen.

Mit dieser Beschaffung können alle noch

vorhandenen Gelenkbusse des Typs

FiF – mehr als „nur“ Fahrer!

„Fachkraft im Fahrbetrieb“ – seit zehn Jahren im LVB-Ausbildungsprofil

Die Leipziger Verkehrsbetriebe zählen

schon seit vielen Jahren zu den größten

Ausbildungsunternehmen in unserer

Foto: Friedemann Schulz

Christopher Szymula hat in diesem Jahr seine

Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb erfolgreich

beendet und ist nun vornehmlich als

Straßenbahnfahrer unterwegs. „Momentan

bin ich im ganzen Netz zu Hause, habe also

keine Stammlinie, was mir sehr gut gefällt.

Neben der Verwirklichung eines Kindheitstraumes

hat mir die Ausbildung die Möglichkeit

gegeben, ein großstädtisches Verkehrsunternehmen

in seiner Ganzheit zu verstehen

und so in meinen beiden Tätigkeiten – als Straßenbahnfahrer

und als Datenversorger des

RBL (Rechnergestütztes Betriebsleitsystem)

– stets den Blick über den Tellerrand hinaus

bewahren zu können.“

Region. Derzeit erwerben insgesamt rund

100 junge Menschen bei den LAB Leipziger

Aus- und Weiterbildungsbetrieben

GmbH – dem dafür zuständigen LVB-

Tochterunternehmen – in elf verschiedenen

Berufen eine kaufmännische oder

handwerkliche Ausbildung.

Seit nunmehr zehn Jahren zählt die

„Fachkraft im Fahrbetrieb“ zu den Ausbildungsangeboten

der LVB. Anfangs noch

beschränkt auf den Straßenbahnbetrieb,

mittlerweile aber auf den Omnibusbetrieb

erweitert. Übrigens hat die scheinbar

etwas seltsam klingende Berufsbezeichnung

durchaus einen plausiblen Hintergrund.

Denn der oder die

Auszubildende erlernt keineswegs

allein das Führen

eines Fahrzeuges. Dazu

Ausbildungsleiterin Dr.

Nadin Riedl: „Die dreijährige

Ausbildung beinhaltet

neben der Fahrausbildung

auch solche Themen wie

zum Beispiel Marketing

und Vertrieb, Qualitätsmanagement,

Kundenservice,

Recht, Verkehrssicherheit

und Verkehrswirtschaft.

Ein ,FiF‘ ist also durchaus

mehr als ,nur‘ Fahrer und

deshalb einerseits vielseitig

einsetzbar, anderseits

hat er so auch mannigfaltige

berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.“

Foto: Andreas Böttcher

Abnahme des 2. Lieferloses vor dem Solaris-Werk

in der Nähe von Poznan im Sommer dieses Jahres.

Mercedes MB O 530 G – die so genannten

Silberpfeile – ersetzt werden. Diese

Omnibusse waren in den Jahren 1999 und

2000 in einem besonderen Design von

Leipzig und Hannover beschafft worden,

sind also inzwischen 13 bis 14 Jahre alt.

Die neuen Busse haben gegenüber ihren

Vorgängern einen deutlich geringeren

Dieselverbrauch und erfüllen den derzeit

höchsten Umweltstandard EEV.

Mit der Verjüngung der Gelenkbusflotte

erreicht das langfristige LVB-Fahrzeugkonzept

Bus einen weiteren Meilenstein.

Beginnend mit der Erneuerung aller

Solo-Busse in den Jahren 2006 bis 2009,

der Indienststellung einer der größten

Hybridbusflotten im Jahre 2011 mit

13 Gelenk- und fünf Solo-Bussen konnten

nun alle nicht mehr den heutigen

Umweltanforderungen entsprechenden

Gelenkbusse ersetzt werden.

Das Durchschnittsalter der LVB-Stadtbusflotte

wird damit Ende 2013 bei etwa vier

Jahren liegen, der Anteil von Bussen mit

grüner Plakette steigt auf circa 90 Prozent.

Die Ablösung der letzten Busse ohne

grüne Plakette wird gemäß städtischer Vorgabe

bis spätestens 2016 erfolgen.

Andreas Böttcher,

LVB-Geschäftsbereich Fahrzeuge

Jedes Jahr werden bei den LVB/LAB

zwölf junge Menschen zu „Fachkräften

im Fahrbetrieb“ (Straßenbahn oder Bus)

ausgebildet, auch beim Ausbildungsstart

2014 wird das so sein. Bewerbungen sind

natürlich noch möglich. Technisches Verständnis,

hohe Leistungsbereitschaft und

Teamfähigkeit gehören zu den beruflichen

Voraussetzungen und natürlich eine abgeschlossene

Schulausbildung (Hauptschule,

Realschule oder Gymnasium).

Übrigens wird nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss

eine Beschäftigungsübernahme

von mindestens zwölf Monaten

garantiert.

Ansprechpartnerin: Anja Krebs (E-Mail:

ausbildung@lvb.de; Telefon: 0341/492

1863). Bewerbungen bitte über www.labbildung.de.

Frank Dietze

Foto: LVB-Archiv

Am 25. August 2003 begannen die ersten fünf Jugendlichen bei

den LVB/LAB ihre Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb.

plus

20 Traffix LVB-Kundenmagazin


Das besondere Denkmal: Der Gedenkstein

für Herrmann Julius Meyer

(1826- 1909), der 1909 in der Hofer

Straße „von den dankbaren Bewohnern

der Kolonie Reudnitz“ aufgestellt wurde,

würdigt den bedeutenden Leipziger

Verleger als verdienstvollen Stifter, als

„hochherzigen Gründer der Stiftung für

Erbauung billiger Wohnungen“, wie es

auf der Bronzeplatte des Steines im Innenhof

der von 1903 bis 1908 erbauten

Wohnanlage heißt.

Herrmann Meyer, Sohn des Gründers des

Bibliographischen Institutes Joseph Meyer,

übernahm den Verlag des Vaters 1856

und siedelte 1874 von Hildburghausen

in die Buchhandelsmetropole Leipzig

über. In seinem Verlag erschienen unter

anderem das „Große Conversations-

Lexicon“, eine Bibliothek der deutschen

Nationalliteratur, „Brehms Thierleben“

sowie Konrad Dudens „Vollständiges

orthographisches Wörterbuch der deutschen

Sprache“. Als Meyer 1884 in den

Ruhestand ging, begann er, als Stifter aktiv

zu werden. Er gründete 1888 einen

Verein zur Erbauung preiswerter Wohnungen,

wandelte ihn 1900 in eine Stiftung

um und brachte ein Grundkapital

von zwei Millionen Mark ein. Mit dem

befreundeten Architekten und Bauunternehmer

Max Pommer (1847- 1915) ent-

Herrmann-Julius-Meyer-Gedenkstein im Innenhof der Kolonie Reudnitz

Das besondere Denkmal

Gedenkstein für Herrmann Julius Meyer

wickelte er Arbeiterwohnhäuser, die sich

durch die parkähnliche Anlage von den

bisherigen Mietskasernen unterschieden.

Ab dem Jahr 1889 entstanden vier,

heute denkmalgeschützte Wohnanlagen

in Leipzig: in Lindenau (1888 - 1898),

Reudnitz (1903 - 1908), in Eutritzsch

(1899 - 1901) und in Kleinzschocher

(1907 - 1914; 1926 - 1937). Den Leipzigern

sind sie als „Meyersche Häuser“

bekannt. Sie umfassen insgesamt

2 700 Wohnungen, darüber hinaus gab es

Kindergärten, Spielplätze, Ladenlokale,

Bibliotheken und Volksküchen.

Charakteristisch für alle Anlagen sind

ausgedehnte Freiflächen zur Erholung

und Begegnung der Bewohner. Eine geplante

fünfte Wohnkolonie in Probstheida

wurde nicht mehr gebaut.

Ebenfalls vom Architekten Max Pommer

ließ sich Herrmann Meyer in den Jahren

1884/85 eine Villa im Stil der Hochrenaissance

in der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße

115 am Elsterflutbecken errichten.

Text/Foto: Dagmar Schäfer

Haltestelle: S-Bahnhof Stötteritz

Bahn: 4

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www.swl.de

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

21


LVB-Service-Center Peters-/Markgrafenstraße LVB-Mobilitätszentrum am Willy-Brandt-Platz

LVB, SW Leipzig und KWL unter einem Dach

Fachkundige Beratung in der Stadt: Energie- und Umweltzentrum und LVB-Service-Center

Auf herkömmliche Werbesprüche sollte

man nicht klopfen, aber kürzer kann

man es eigentlich nicht sagen: Hier werden

Sie beraten! Vor einem Jahr öffnete

in der Katharinenstraße 17 das Energieund

Umweltzentrum der Stadtwerke

Leipzig. Städtische Unternehmen unter

einem Dach: die Stadtwerke Leipzig (SW

Leipzig), die Kommunalen Wasserwerke

Leipzig (KWL) und die LVB.

Alle Fragen zu den Themen Energie, Wasser

und Umwelt können Sie hier an die

Fachfrau bzw. den -mann bringen. Wer

beispielsweise um- oder einzieht, kann

hier seine An- und Abmeldung tätigen,

entsprechende Formulare für Zählerstände

gibt es zum Downloaden oder

als Online-Formular gleich mit. Wichtig

auch die Beratung zum Energiesparen.

„Stromfressern“ im Haushalt kommt

man durch Energiemessgeräte auf die

Spur. Diese gibt es praktischerweise

gleich zum Ausleihen, gratis auch die

Spartipps. Und die LVB sind mit einem

Ticketautomaten vertreten.

Wer mehr zu den Produkten der Leipziger

Verkehrsbetriebe wissen möchte,

wird im LVB-Service-Center in der

Peters-/Ecke Markgrafenstraße fündig.

Sachkundig werden alle Fragen zu ABO-

Wir modernisieren für Sie das

Mobilitätszentrum am Hauptbahnhof

Noch vor der offiziellen Eröffnung des

City-Tunnels und der Inbetriebnahme

des neuen S-Bahn-Netzes modernisieren

die LVB vom 23. November bis 13. Dezember

das Mobilitätszentrum am Willy-

Brandt-Platz. Deswegen ist das Zentrum

in dieser Zeit geschlossen. Selbstverständlich

können Sie sich in unserem

Service-Center am Wilhelm-Leuschner-

Platz beim Kauf Ihrer Fahrkarte beraten

lassen. Das LVB-Angebot sowie das komplette

Verkaufssortiment inklusive alles

rund um Ihren Abo-Vertrag können Sie

auch an unseren Kiosken auf den Gleisen

1 und 4 an der Zentralhaltestelle Haupt-

Foto: LVB-Archiv

bahnhof erhalten. Folgende Produkte bieten

wir Ihnen in den Kiosken, aber auch

im Service-Center an: Tickets des MDV

inklusive Länderticket, Tickets für den

Connex, Stadtrundfahrten, Messetickets,

Tickets für die Icefighters und Zootickets

sowie die Ausstellung der BabyCard.

Unsere Kioske haben für Sie von Montag

bis Freitag von 6 bis 20 Uhr sowie

am Samstag von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

Darüber hinaus hat das Service-Center,

zentral gelegen an der Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz

im Merkur-Haus

(Markgrafenstraße/Peterstraße), auch am

verkaufsoffenen Sonntag, den 8. Dezember

von 13 bis 18 Uhr für Sie geöffnet.

Bitte beachten Sie, dass in der Phase der

Modernisierung des Mobilitätszentrums

nur eingeschränkt Informationsmaterial

ausgegeben werden kann.

Die Ausgabe der neuen Fahrplanbücher

findet ausschließlich im LVB-Service-

Center in der Markgrafenstraße/Peterstraße

statt.

Übrigens: Wir laden Sie herzlich ein, am

14. Dezember das neue Mobilitätszentrum

mit uns zu eröffnen. Hier erhalten

Sie alle MDV-Tickets zur Nutzung der

LVB und des neuen S-Bahn-Netzes.

Marc Backhaus

Energie- und Umweltzentrum Katharinenstraße

Verträgen oder Schülermobilcards beantwortet.

Und wer möchte, kann gleich die

Formulare dazu ausfüllen. Natürlich finden

Sie hier auch aktuelle Informationen

über Linienpläne oder Baumaßnahmen.

Seit zwei Jahren präsentieren sich hier

die LVB gemeinsam mit den Stadtwerken

Leipzig und zwei Mobilitätspartnern:

nextbike und Deutsche Bahn. era

Haltestelle: Wilhelm-Leuschner-Platz

Bahn: 2, 8, 9, 10, 11, 14

Haltestelle: Hauptbahnhof

Bahn: 1, 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14

15, 16 Bus: 72, 73, 89

Zweiter deutscher

KURZFILMTAG am 21. Dezember

Am 21. Dezember 2013 – dem kürzesten

Tag des Jahres – findet der

zweite bundesweite KURZFILMTAG

statt. Der kürzeste Tag ist der passende

und perfekte Anlass, um den

kurzen Film in all seiner Kreativität,

Vielfalt und Experimentierfreude zu

feiern.

Auch im Fahrgastfernsehen der Leipziger

Verkehrsbetriebe werden an diesem

Tag Kurzfilme zu sehen sein. Wer

an diesem Tag mit den Bussen und

Straßenbahnen der LVB unterwegs

ist, kann Kino live erleben. Vergessen

Sie aber das Aussteigen nicht!

Weitere Infos zum KURZFILMTAG

mit einer bundesweiten Veranstaltungsübersicht

gibt es unter:

www.kurzfilmtag.com

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22 Traffix LVB-Kundenmagazin


So haben es Generationen von Schulkindern

gelernt: Der Leipziger Hauptbahnhof

ist der größte Kopfbahnhof

Europas!

Hier wird das Prinzip des Kopfbahnhofs

furios ausgelebt, und zwar seit

einhundert Jahren. Von 1909 bis

1915 arbeiteten sich die Bauarbeiter

mit neuen Materialien wie Stahlbeton

und modernen Verfahren wie

Stahlskelett der Längsbahnsteighallen

von West nach Ost voran. Als sich

längs der Blücherstraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße)

bereits die

Hallen der preußischen Seite anstelle

des früheren Thüringer Bahnhofs in

die Höhe schwangen, stand im Osten

des Baufeldes noch der Dresdner

Bahnhof, der alsbald den neuen Hallen

der sächsischen Seite des neuen

Hauptbahnhofs weichen musste.

Dieser Bauablauf bringt es mit sich,

dass der Leipziger Hauptbahnhof

zurzeit gerade in einer Kaskade diverser

hundertster Jahrestage seiner

Entstehungsgeschichte steckt.

Adieu, Kopfbahnhof!

Am 1. Mai 1912 kam auf der preußischen

Seite der erste Zug an, im Jahr

1913 begann der Abriss des alten Dresdner

Bahnhofs, ab 1. Oktober 1915 fädeltennsich

alle sächsischen Züge auf der

östlichen Seite in die Riesenstation ein,

und am 4. Dezember 1915 wurde nach

jahrelanger Bauzeit der Schlussstein

in der Osthalle gesetzt. Heißt unterm

Strich: Leipzig Hauptbahnhof – 98 Jahre

Kopfbahnhof.

Und just so kurz vor dem kommenden

runden Jubiläum steht der immer wieder

umgebaute und abgewandelte Hauptbahnhof

vor dem größten Einschnitt

seiner Funktionsgeschichte, denn am

14. Dezember 2013 – 99 Jahre nach

dem ursprünglich geplanten und 98 Jahre

nach dem tatsächlichen Eröffnungstermin

– hört der Riese im Leipziger

Stadtbild auf, ein reiner Kopfbahnhof

zu sein. Mit der Eröffnungsfeier des

City-Tunnels und der Inbetriebnahme

zum Start des Jahresfahrplans einen

Tag später am 15. Dezember wandelt

sich der Hauptbahnhof zum kombinierten

Kopf- und Durchgangsbahnhof. Eigentlich

hatten die Verkehrsplaner ja

immer schon eine unterirdische Gleistrasse

unter dem Hauptbahnhof vorgesehen.

Als vor einhundert Jahren sowieso

gebaggert und betoniert wurde, sollte

in einem Zug gleich eine U-Bahn in den

Hauptbahnhof und damit in den Leipziger

Stadtverkehr integriert werden. Der

begonnene Bau blieb ein Torso.

Hundert Jahre nach dem ersten Anlauf

für eine Gleistrasse unter der Stadt wird

nun das bedeutende Verkehrsvorhaben

abgeschlossen. Nunmehr erfüllt allerdings

keine U-Bahn die große Aufgabe,

die Innenstadt direkt auf dem kürzesten

Schienenweg zu erschließen, sondern ein

ganzes Bündel von radialen S-Bahn-Linien.

Sie münden von Norden trichterförmig

in die Tunnelstrecke ein und fächern

sich im Süden wieder in verschiedene

Richtungen auf. Dank Normalspur ist –

anders als beim Leipziger U-Bahn-Projekt

vor einem Jahrhundert – die unmittelbare

Verknüpfung mit dem regionalen

und überregionalen Eisenbahnnetz gegeben.

Natürlich gehören auch die Umsteigemöglichkeiten

von den S-Bahnen

zu verschiedenen Linien der LVB zum

neuen Nahverkehrsangebot – am Messebahnhof,

am neuen Haltepunkt Leipzig

Nord, auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs,

am Wilhelm-Leuschner-Platz, am

Bayerischen Bahnhof, an der Semmelweisbrücke

und weiter an den meisten

Haltepunkten in Richtung Markkleeberg

beziehungsweise Borsdorf. Das relativ

kurze Tunnelstück im Herzen von Leipzig

war die entscheidende Voraussetzung,

um im weiten Umkreis eine mitteldeutsche

S-Bahn einrichten zu können.

Nie in der tausendjährigen Leipziger

Stadtgeschichte erreichten Normalspurbahnen

die pulsierende Innenstadt. Diese

neue Qualität des Nahverkehrs wird nun

ab dem 15. Dezember 2013 erlebbar.

Helge-Heinz Heinker

Haltestelle: Hauptbahnhof

Bahn: 1, 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14,

15, 16 Bus: 72, 73, 89

„Schönes altes Leipzig“

Unter diesem Motto zeigt der historische

Kalender für 2014 dreizehn Motive

des Leipziger Fotografen Johannes

Mühler. Die Schwarz-Weiß-Fotografien

stammen aus den Jahren zwischen

1905 und 1930 – zu sehen sind unter

anderem der Hauptbahnhof um

1915, der Augustusplatz

von

1913, die Nikolaistraße

um

1910 und das

Völkerschlachtdenkmal

1913.

Der Jahresbegleiter

der Leipzig

Tourismus

und Marketing

(LTM) GmbH

erscheint für

2014 zum dreizehnten

Mal.

Die LTM GmbH

hat die Fotografien

zusammen mit dem Stadtgeschichtlichen

Museum ausgewählt. Dabei

konnte aus einem Fundus von mehr

als 820 Werken geschöpft

werden.

Für die Traffixplus-Leser

stellt die LTM GmbH fünf historische Kalender

für 2014 zur Verfügung. Verlost werden

sie noch vor dem Weihnachtsfest am:

Dienstag, 17. Dezember, 10 Uhr:

LVB-Servicetelefon: 0341/19 449

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23


Buch-TIPPS

Das Ariowitsch-Haus erinnert an eine aufgerollte Thorarolle.

Wechselvolle Geschichte: Ariowitsch-Haus

Vom Altersheim zum Mehrgenerationenhaus

Das Ariowitsch-Haus in der heutigen

Hinrichsenstraße 14 (früher Auenstraße)

hat eine wechselvolle Geschichte hinter

sich, aber eine glückliche Zukunft vor

sich, so meinen die Vertreter der Israelischen

Religionsgemeinde Leipzigs ebenso

wie Politiker. Jüdische Mitbürger sorgten

vor über 80 Jahren dafür, hier eine

Heimstatt für ihre betagten Glaubensgefährten

zu schaffen.

Aus Mitteln einer betuchten Leipziger

Familie, den Inhabern der Firma Julius

Ariowitsch, wurden Grundstück und Pläne

bereitgestellt, schließlich eine Stiftung

gegründet und 1931 ein Altersheim eingeweiht.

Auch Oberbürgermeister Carl

Goerdeler kam zur Eröffnung.

Durch die Ausrottungspolitik der Nationalsozialisten

gegenüber den Juden

wurden erst immer mehr Menschen in

das Haus gepfercht, die dann in Lager

und den baldigen Tod geschickt wurden.

Schließlich richtete die Gestapo eine

Zweigstelle in der Auenstraße 14 ein.

Nach dem Krieg gab es kaum noch Juden

in Leipzig. Und den aus dem Westen

wie dem Osten kommenden Besatzern

schien es erst einmal richtig, die bisherige

Gestapozentrale als eigene Dienststelle

zu nutzen. Aber die verbliebene jüdische

Religionsgemeinschaft erhielt bald

wieder das Recht auf das Haus. Mangels

anderer Möglichkeiten wurde dann dort

aber ein städtisches Altersheim betrieben.

Erst der Zustrom jüdischer Mitbürger

aus der ehemaligen Sowjetunion nach

1990 gab neuen Überlegungen Raum,

die schließlich in dem Plan gipfelten, ein

Haus der Begegnung zu schaffen. 2009

wurde es im gegenwärtigen Zustand eröffnet.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Israelischen

Religionsgemeide zu Leipzig, Küf

Kaufmann, verweist auf die Gedenktafel

im Haus und meint: „Die Vergangenheit

ist in der Vergangenheit verblieben, und

die Türen des Ariowitsch-Hauses sind

nun für alle jene geöffnet, die bereit sind,

alles dafür zu tun, dass diese Vergangenheit

sich weder in der Gegenwart noch in

der Zukunft jemals wiederholt.“

Offene Thorarolle

Das Gebäude, das an eine aufgerollte

Thorarolle erinnert, ist für alle geöffnet.

„Wir wollen die Grenze zwischen uns

und der nichtjüdischen Welt wegwischen

Man schaut oft auf uns wie auf Exoten.

Aber Exoten wollen wir nicht sein. Wir

sind nur eine weitere Farbe im bunten

Bild Leipzigs.“

Da fallen einem gleich mehrere andere

Vorbehalte gegen die Buntheit der

Stadt ein, die sich derzeit artikulieren.

„Das Ariowitsch-Haus ist ein Ort der

Begegnung, ein Ort sich kennen zu lernen

– Menschen, Vielfalt und Kultur des

anderen zu erleben“, so Martin Maslaton,

Vorsitzender des Kultur- und Begegnungszentrums

Ariowitsch-Haus e. V.

Und er zitiert das jüdische Sprichwort als

Motto des Hauses: „Berge können sich

nicht nähern, aber Menschen können

aufeinander zugehen.“ Wie, das verrät

das Programm mit Literatur, Tanz, Liedern

oder Vorträgen. Das Ergebnis ist nie

fertig, es verändert sich mit seinen Teilnehmern.

Thomas Biskupek

Haltestelle: Leibnizstraße

Bahn: 3, 4, 7, 15

Die Leipziger Straßenbahngeschichte

reicht bis ins Jahr 1872 zurück, als

die Pferde-Eisenbahn ihre ersten drei

Linienverbindungen eröffnete. 1896

wurden die Pferde durch elektrische

Triebwagen

ersetzt. Fortan

konkurrierten

zwei, dann

sogar drei privat

betriebene

Straßenbahngesellschaften

miteinander,

die sich 1916

vereinigten

und 1919 in

kommunalen

Besitz

überführt wurden, seit 1938 unter

dem Namen der „Leipziger Verkehrsbetriebe“.

In seinem neuen Buch

rekonstruiert Andreas Martin die

wechselvolle Geschichte der Leipziger

Straßenbahnen anhand von zahlreichen

historischen Ansichtskarten,

darunter vielen äußerst seltenen, und

nimmt den Leser mit auf eine Rundfahrt

durch alle Stadtteile von Wahren

bis Paunsdorf und von Eutritzsch

bis Markkleeberg.

ISBN 978-3-942473-71-2

Straßenbahnen, Busse und Eisenbahnen

gehören

zum Alltagsle-

ben in

Leipzig.

Sie spiegeln

sich

deshalb

a u c h

in dem

großen

Bildband

„Leipziger Impressionen.

Fotografien 1946 - 1989“ von Roger

und Renate Rössing wider. „Es ist

kein Bildband zum Hinschauen und

Weglegen. Erst mit dem Durchstöbern

der Bilder eröffnen sich feine

Details. Ein gelungens Buch“, befindet

die Ostthüringer Zeitung.

ISBN 978-3-942473-54-5

Informationen unter: www.lehmstedt.de

Traffixplus verlost

beide Bücher. Wann:

Dienstag, 14. Januar

2014, 10 Uhr:

LVB-Servicetelefon: 0341/19 449

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24 Traffix LVB-Kundenmagazin


Tag der offenen Baustelle in Heiterblick

Seit dem Richtfest für das Technische

Zentrum in Heiterblick im April 2013

sind die Ausbauarbeiten vor Ort weit

vorangeschritten. Mit dem geplanten Umund

Neubau des Betriebshofes in Dölitz

konkretisiert sich zudem das langfristige

Standortkonzept der LVB für einen

leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr.

Mit den Betriebshöfen Angerbrücke

und Dölitz bildet das Technische

Zentrum als Herzstück ein funktionelles

Dreieck, das den Anforderungen des

gesamten Fahrzeugparks an moderne und

leistungsfähige Straßenbahn-Betriebshöfe

entspricht. Als elementarer Zukunftsbaustein

in der langfristigen Strategie der LVB

steht das Technische Zentrum Heiterblick

unter folgendem Leitmotiv:

Qualität steigern – Nachhaltig gestalten

– Effizient wirtschaften.

Der Umbau der KARLI beginnt

In den kommenden beiden Jahren wird

die Karl-Liebknecht-Straße – die KARLI

– wie zuvor schon andere Magistralen

unserer Stadt grundhaft modernisiert.

Von Januar 2014 bis November 2015

wird die KARLI vom Martin-Luther-Ring

bis zur Körnerstraße von Hauswand zu

Hauswand neu gebaut.

Unter dem Motto „Bauen für Leipzig“

wollen die drei Bauherren, Stadt Leipzig,

Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

und KWL – Kommunale Wasserwerke

Leipzig GmbH, die Straßen- und Gleisanlagen

und die unterirdischen Trink- und

Abwasserleitungen ersetzen beziehungsweise

umfassend reparieren, und zwar

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

Damit Sie sich von der Funktionalität,

dem hohen Nutzwert und dem auf

dauerhafte, jahrzehntelange Nutzung

ausgelegten Konzept der Zweckbauten

überzeugen können, laden die LVB alle

Kundinnen und Kunden ganz herzlich

ein, sich am Tag der offenen Baustelle ein

Bild vor Ort zu machen. Dazu bieten wir

am 17. Januar 2014 ab 13 Uhr Führungen

an. Bitte melden Sie sich telefonisch

unter 0341/19449 an. Die Plätze für die

stündlichen Führungen bis 18 Uhr sind

begrenzt. Weitere Informationen unter:

www.technisches-zentrum-heiterblick.de.

Internetseite zum

Umbau des Bahnhofes Dölitz

Der 2016 vollständig modernisierte und

funktional erweiterte Betriebshof Dölitz

wird einen entscheidenden Beitrag zum

phasenweise, um die Einschränkungen

für die Anlieger so gering wie möglich

zu halten. Bauvorbereitungen begannen

bereits am 4. November dieses Jahres.

Interimsgleis für ganze Bauphase

Vom 6. Januar bis 18. Februar 2014

errichten die LVB auf der landwärtigen

Seite ein Interimsgleis. So kann die Straßenbahn

während der gesamten Bauphase

mit wenigen Ausnahmen alle Haltestellen

weiter bedienen.

In aufeinanderfolgenden Teilabschnitten

wird zunächst die stadtwärtige Seite

der KARLI und des Peterssteinwegs von

Grund auf erneuert, wobei zwischen

Dimitroff- und Härtelstraße und teilweise

Hier erhalten Sie Antwort auf Ihre Fragen

Foto: Frank Dietze

An der Ecke Karl-Liebknecht-/Paul-Gruner-Straße

wird ein KARLI-Info-Punkt

errichtet, wo Sie Informationsmaterialien

finden können und Ihre Fragen beantwortet

werden.

Ansprechpartner vor Ort ist Michael

Biedermann (Foto). Zu seinen Aufgaben

zählen die Kontaktpflege zu Anwohnern

und Gewerbetreibenden im Baustellenbereich,

die Abstimmung operativer Zuwegungen

und eventuelle Freihaltungen von

Flächen während der Baudurchführung.

Er steht Ihnen für Hinweise auch unter

der Rufnummer 0173/376 97 15 zur

Verfügung.

Schriftliche Fragen zu Bauphasen, Fertigstellung

und Einschränkungen können Sie

gern an KARLI@leipzig.de senden.

Frank Dietze

Grafik:Friedemann Schulz

Öffentlichen Personennahverkehr in Leipzig

leisten – für eine gesicherte, effektivere

Nord-Süd-Achse der Stadtbahn und im

technischen und logistischen Zusammenspiel

mit dem Betriebshof Angerbrücke

und dem Technischen Zentrum Heiterblick.

Diese Trias der Betriebshöfe (Grafik) ist

Teil des langfristigen und nachhaltigen

Werkstatt- und Liegenschaftskonzeptes der

Leipziger Verkehrsbetriebe.

Über den Umbau des Betriebshofes, die

Planung und die Ziele des Bauvorhabens

können Sie sich unter www.strassenbahnhof-doelitz.de

informieren.

Marc Backhaus

auch zwischen Körner- und Shakespearestraße

zunächst nur das Gleisbett und die

Trinkwasserleitungen erneuert werden,

Fahrbahn und Gehwege folgen hier erst

2015.

Die Kommunalen Wasserwerke erneuern

nicht nur Trinkwasserleitungen, sondern

sanieren auch die Abwasserkanäle. Die

Arbeiten erfolgen direkt im bestehenden

Kanal und sind daher oberirdisch nicht

immer zu sehen. Die Abwasser-Hausanschlüsse

werden in offener Bauweise

gewechselt.

Auch die Verweilflächen der Magistrale

werden, beginnend am Münzplatz, erneuert

und neu gestaltet. Hier entsteht auch

eine neue barrierefreie Haltestelle, die

das bequeme Erreichen der Szenemeile

ermöglicht.

F. D./M.B.

KARLI bleibt

bunt – unter

diesem Motto

informiert

umfangreich

ein Flyer über

die bevorstehenden

Baumaßnahmen in der Karl-Liebknecht-

Straße und die damit besonders für

Anwohner, Anlieger und Lieferanten

verbundenen Einschränkungen. Er

beschreibt die Bauphasen und die dabei

notwendigen Umleitungen, gibt Tipps

für Benutzer der Straßenbahn, für Fußgänger

und Autofahrer.

Der Flyer ist in den LVB-Servicestellen

und in vielen Einrichtungen entlang der

KARLI erhältlich.

Internet: www.leipzig.de/KARLI

25


Theater-Plauderei

Leipzigs Theatergemeinde darf sich

freuen. Mit dem neuen Intendanten

Enrico Lübbe kehren die viel geliebten

Klassiker zurück. Schauspieler

dürfen wieder richtig sprechen, noch

dazu des Dichters Worte. Das Publikum

strömt ins Schauspielhaus. In

den ersten drei Wochen waren ein

Dutzend Vorstellungen ausverkauft.

Und das Publikum ist jung bis sehr

jung, von wegen nur „Graukappen“

würden kommen. Und: Nicht nur

Premieren laufen gut, ebenso Folgevorstellungen.

Wie es aussieht, wird

sich Lessings „Emilia Galotti“ zum

Publikumsmagneten entwickeln,

dank Lübbe, der das Drama so behutsam,

so eindringlich, so berührend inszeniert

hat. Es überzeugt sogar Theaterneulinge.

Diese „Emilia Galotti“

geht den Zuschauern so nahe, dass

es noch Sekunden ganz still ist am

Schluss, ehe der Applaus losbricht.

Auch die Oper Leipzig füllt sich

wieder, seit Intendant und Generalmusikdirektor

Professor Ulf Schirmer

am Ruder ist. Wagner hat dort

richtig eingeschlagen, so sehr, dass

selbst Schirmer sich überrascht zeigte.

Im „Liebesverbot“, das Wagner

als 23-Jähriger schuf, tobt sich der

Komponist musikalisch förmlich

aus in seinem jugendlichen Überschwange.

„Das ist eine Oper, bei

der man lachen darf“, sagte Schirmer

gut gelaunt zur Saisoneröffnung

bei „Oper für alle“. Oper für alle ist

durchaus wörtlich zu nehmen. Speziell

an ein jugendliches Publikum

richtet sich in der MuKo das Ballett

„Romeo und Julia“ zur Musik von

Sergej Prokofjew. Begleitend dazu

realisiert die Oper ihr erstes eigenständiges

Seniorenprojekt. 20 Spielfreudige

erarbeiten eigene Szenen

zum Thema „Liebe ist viel mehr“.

Das Ergebnis wird zur Premiere am

31. Januar, 18.30 Uhr, im Venussaal

präsentiert.

Marianne

Arena Leipzig

Haltestelle: Waldplatz

Bahn: 4, 7, 8, 15

Strohsack-Passage

Haltestelle: Augustusplatz

Bahn: 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16

Altes Rathaus

Haltestelle: Markt

Bus: 89

Arena Leipzig: HOLIDAY ON ICE

Mehr als 325 Millionen Zuschauer hat

HOLIDAY ON ICE in den vergangenen

70 Jahren rund um den Globus begrüßt

und ist damit die meistbesuchte Eisshow

der Welt. Aus der kleinen Hotelshow, die

1943 in Amerika geboren wurde, ist im

Laufe der Jahre ein großes und international

äußerst erfolgreiches Showkonzept

geworden. Erstklassiger Eiskunstlauf, gepaart

mit aufwändigen Kostümen, spektakulärer

Akrobatik, mitreißender Musik

und modernsten Licht- und Soundeffekten

machen aus HOLIDAY ON ICE hochwertigste

Unterhaltung.

In ihrer langen Geschichte hat die Show

nichts von ihrem Glanz verloren. Immer

originell, frisch und professionell passt

sich HOLIDAY ON ICE dem Wandel der

Zeit an, erfindet sich dabei stetig neu und

Strohsack-Passage: Modellbahnen

Altes Rathaus: „Moderne Zeiten“

Die Dauerausstellung „Moderne Zeiten“

im Stadtgeschichtlichen Museum

Altes Rathaus ist komplett. Der Bereich

Musikstadt ist einer der anziehendsten

geworden. Dort sind sie alle versammelt,

die Komponisten und Dirigenten, die

Leipzig zur Musikstadt machten: Bach,

Mendelssohn Bartholdy, die Schumanns,

Liszt, Nikisch, Grieg und natürlich Wagner.

Sogar zwei „Reliquien“ von Richard

Wagner können in Augenschein genommen

werden: Ein Taktstocksplitter sowie

eine echte Haarlocke von ihm.

„Moderne Zeiten“ präsentiert weiterhin

Leipzig als Buch-, Sport- und Messestadt.

Alle Informationen wurden übrigens

auch medial in einem Online-Katalog

aufbereitet. In Zusammenarbeit mit der

erobert mit außergewöhnlichen Produktionen

sowie der Einbindung prominenter

Künstler die Herzen der ganzen Welt.

HOLIDAY ON ICE präsentiert vom 19.

bis zum 26. Dezember in der Arena eine

brandneue und spektakuläre Show. PM

www.holidayonice.de

Traffixplus verlost 2 x 2 Freikarten.

Wann, das erfahren Sie auf Seite 29.

Sie rollen im Advent wieder durch idyllische

Landschaften – die kleinen Lokomotiven

des Modellbahnvereins „Friedrich

List“ Leipzig e. V. Seit 51 Jahren

begeistern die rund 90 Mitglieder kleine

wie große Modelleisenbahnfreunde.

Einst im Messehaus am Markt beheimatet,

gab es in den vergangenen Jahrzehnten

zahlreiche Umzüge. „Gar nicht

so einfach, da viele unserer 18 Anlagen

eine ziemlich große Fläche – bis zu 20

Meter Länge – einnehmen“, erzählt Andreas

Focke. Glücklicherweise steht auch

in diesem Jahr die Strohsack-Passage zur

Verfügung. Hier können die Besucher

vom 29. November bis zum 22. Dezember

täglich von 10 bis 19 Uhr die meist

nach Original-Vorlagen entstandenen

Anlagen bestaunen und mit den ehrenamtlichen

Mitgliedern ins Gespräch

kommen. Auf unserem Foto richten Andreas

Focke (links) und Stephan Dinger

die Borsdorfer Anlage, die den Sechzigerjahren

nachempfunden ist. „Damit

waren wir kürzlich in Berlin. Rund

10 000 Besucher konnten wir begrüßen.

Für uns sind die Ausstellungen enorm

wichtig. Sie sichern, dass wir als Verein

existieren und weiter an neuen Anlagen

bauen können“, erklärt Andreas Focke.

www.mev-friedrich-list.org era

Deutschen Zentralbücherei für Blinde

entstand zudem ein Ausstellungsführer

für blinde und sehbehinderte Besucher.

Text/Foto: stars

www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

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26 Traffix LVB-Kundenmagazin


In Leipzig ist ein einzigartiges Architekturensemble

voller musealer Schätze zu

bewundern. Im so genannten Grassikomplex

am Johannisplatz – Leipzigs Museumsinsel

– sind drei Museen beheimatet:

das Grassi Museum für Angewandte Kunst,

das Grassi Museum für Völkerkunde und

das Museum für Musikinstrumente.

Grassi Museum für Angewandte Kunst

Im Jahre 1874 als zweites Kunstgewerbemuseum

Deutschlands eröffnet, gehört

das heutige Grassi Museum für Angewandte

Kunst in Leipzig zu den ältesten

Einrichtungen seiner Art in Europa. Das

städtische Museum präsentiert sich mit

den Bereichen Antike bis Historismus,

Asiatische Kunst, Jugendstil bis Gegenwart.

„Zum ersten Mal seit über 70 Jahren

können Reichtum und Vielfalt der

Foto: Grassi Museum

Die von Josef Albers entworfenen Treppenhausfenster wurden detailgetreu rekonstruiert.

Grassi-Trümpfe auf Leipzigs Museumsinsel

Reise durch die Welt und 3 000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte

großen Leipziger Bürgersammlung wieder

erlebt und entdeckt werden“, sagt

Direktorin Dr. Eva Maria Hoyer. Die Besucher

allein des ersten Teils erwarte in 30

Räumen eine Zeitreise durch 2 500 Jahre

Kunst- und Kulturgeschichte. Zu den Höhepunkten

zählen eine begehbare Vitrine

mit italienischen Majoliken der Renaissance

sowie der Römische Saal aus dem

Schloss Eythra bei Leipzig. „Selten sind

gemalte Tapeten des 18. Jahrhunderts so

vollständig erhalten geblieben wie die aus

dem Ort Eythra, der der Braunkohle zum

Opfer fiel.“ Die Bildtapeten basieren auf

Blättern von Piranesis Folge „Vedute di

Roma“. Die Sammlungen verfügen insgesamt

über rund 90 000 Objekte. Der

Bereich Asiatische Kunst ist den Kostbarkeiten

aus China, Japan und Persien gewidmet.

Zu den Glanzstücken zählt ein

zwölfteiliger Schnitzlack-Stellschirm aus

dem 17. Jahrhundert. Direktorin Dr. Eva

Maria Hoyer ist glücklich. Der vollendete

Rundgang sei wirklich voller Pracht. Auf

Direktorin Dr. Eva Maria Hoyer

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

etwa 1 200 Quadratmeter Fläche vereint

der Abschnitt Jugendstil bis Gegenwart

rund 1 500 Objekte. Der ganze Stolz des

Museums ist die Art-Déco-Pfeilerhalle.

Nach der Rekonstruktion der 1927 erbauten

und im Zweiten Weltkrieg zerstörten

Pfeilerhalle präsentiert sich die prachtvolle

Innenarchitektur wieder in voller

Schönheit. „Jetzt stimmt es wieder“, so

Eva Maria Hoyer. „Mit dem Herzstück

des Museumskomplexes ist einer der

schönsten Art-Déco-Räume europaweit

wiedererstanden.“ Der Umbau erfolgte

entsprechend der ursprünglichen Fassung

von 1927/1929. Zudem sind die von Josef

Albers 1926 für das Grassi Museum entworfenen

18 großen Treppenhausfenster

detailgetreu rekonstruiert worden.

Grassi Museum für Völkerkunde

Das Grassi Museum für Völkerkunde,

gegründet 1869, blickt auf mehr als 130

Jahre Geschichte zurück. Von Leipziger

Bürgern gegründet, ist es eine der führenden

und größten Einrichtungen ihrer Art

in Deutschland. Herzstück der Sammlungen

sind die über 45 000 afrikanischen

Objekte. Ausgestellt sind aber nur knapp

4 000 Stücke, darunter der Bronzekopf

aus dem vorkolonialen Königreich Benin

(heute Nigeria). Die Kopfplastik ist

Teil der 53 Stücke umfassenden Benin-

Sammlung. „Das ist ein absolutes Glanzstück

des Hauses“, sagt Dr. Birgit Scheps-

Bretschneider. Der Leipziger Verleger und

Forschungsreisende Hans Meyer habe die

Stücke ab dem Jahre 1898 in London ersteigert.

Später kamen sie als Leihgabe

an das Museum und wurden 1929 von

der Witwe Meyers zu einer Dauerleihgabe

erklärt. 2000 gelang es dem Freistaat

Sachsen, die Leihgabe für das Museum

vollständig zu erwerben.

Als Einrichtung der Staatlichen Ethnographischen

Sammlungen Sachsen gehört

das Völkerkundemuseum mit seinen rund

220 000 Objekten zu den wichtigsten

Kultureinrichtungen bundesweit. Es bietet

eine Reise von Südostasien, „Mongolen

und Tibeter“ über den Orient bis nach Afrika,

Amerika und Australien/Ozeanien.

Museum für Musikinstrumente

Deutschlands größte und reichste Musikinstrumentensammlung

befindet sich in

Leipzig. Die mehr als 5 000 Instrumente

aus fünf Jahrhunderten gehören zur

Sammlung des Museums für Musikinstrumente

der Universität. Das absolute

Highlight ist der älteste original erhaltene

Hammerflügel der Welt von Bartolomeo

Cristofori von 1726. Der Hofinstrumentenbauer

der Medici Bartolomeo

Cristofori (1655 - 1732) ist der Erfinder

der Hammermechanik. Weltweit existieren

nur noch zehn Tasteninstrumente

von Cristofori, sechs davon besitzt das

Leipziger Museum.

Noch bis Ende Januar ist eine Sonderschau

zu sehen, die zeigt, mit welch ungewöhnlichen

Musikinstrumenten Richard

Wagner in seinen Werken arbeitete.

Ausgestellt sind Instrumente, deren Bau

Wagner selbst angeregt hatte. Zu den

Exponaten gehören auch die originalen

Pauken von 1876 aus dem Festspielhaus

Bayreuth, die Wagner in Leipzig bauen

ließ. Zu seinen Sonderwünschen gehörten

Ambosse, Kuhglocken, Hängebecken,

Donnermaschine, Gralsglockenklavier.

Text/Foto: Marianne H.-Stars

GRASSI Museum

Haltestelle: Johannisplatz

Bahn: 4, 7, 12, 15

27


Linie 10 ergänzt Nachtverkehr

Mitteldeutsches S-Bahn-Netz kommt zum Fahrplanwechsel

Der diesjährige Fahrplanwechsel am

15. Dezember ist maßgeblich geprägt

durch die Einführung des Mitteldeutschen

S-Bahn-Netzes. Damit fährt erstmals

seit 2,5 Jahren wieder eine S-Bahn nach

Grünau, und auch auf der im November

2012 wegen Bauarbeiten gesperrten Strecke

von Markkleeberg in den Leipziger

Osten fahren wieder Züge. Demzufolge

enden die vom Zweckverband für den

Nahverkehrsraum Leipzig finanzierten

Ersatzmaßnahmen der LVB. Das heißt

konkret:

Die Linie 80E fährt nicht mehr bis Lausen,

sondern beginnt und endet in Wahren.

Die Linie 70 fährt nicht mehr bis Markkleeberg,

sondern beginnt beziehungsweise

endet wieder in Connewitz.

Der Grünolino (Linie 66) fährt wieder wie

vor Einstellung der Grünauer S-Bahn im

Stundentakt.

Ansonsten beschränken sich die Veränderungen

bei den Leipziger Verkehrsbetrieben

weitgehend auf das Verschieben von

Abfahrtszeiten, um die Fahrpläne besser

auf die S-Bahn abzustimmen. Die notwendigen

Anpassungen bei Linienführungen

und Taktzeiten wurden ja bereits mit der

Netzreform im Oktober 2010 vollzogen.

Größere Änderungen gibt es lediglich auf

der Straßenbahnlinie 14.

Linie 14 im Viertelstundentakt

zum Plagwitzer Bahnhof

Nach den umfangreichen Maßnahmen zur

Komfortverbesserung auf der Linie 14

vor zwei Jahren mit Einführung der

Linienführung um das Stadtzentrum soll

das Angebot in diesem Jahr nochmals

verbessert werden. So planen die LVB, den

Takt montags bis samstags von 20 auf 15

Minuten zu verdichten. Damit wird der

erfreulichen Nachfrageentwicklung auf

der Linie 14 Rechnung getragen, die heute

60 Prozent mehr Fahrgäste befördert als

noch 2011. Außerdem ermöglicht der

15-Minuten-Takt, am Bahnhof Plagwitz

günstige Anschlüsse zur S-Bahnlinie S1

von und nach Grünau herzustellen.

Nachtverkehr

Aufgrund des gestiegenen Fahrgastaufkommens

im Nachtverkehr – vor allem

in den südlichen Stadtteilen – werden ab

dem Fahrplanwechsel zum ersten Mal seit

über 15 Jahren wieder Straßenbahnen im

Nachtverkehr eingesetzt. Die Linie 10

pendelt am Wochenende zwischen Hauptbahnhof

und Lößnig und nimmt dabei an

den Anschlüssen um 1:11 Uhr, 2:22 Uhr

und 3:33 Uhr am Hauptbahnhof teil.

Damit kann auch die Kneipenmeile

KARLI während der im Januar 2014

beginnenden Umbauarbeiten weiter

bedient werden, während der Nachtbus

N9 Umleitung fährt.

Regionalverkehr

Bei den LVB verbleiben ab 2014 nur noch

die Regionalbuslinien 108, 130, 131, 143,

161, 172, 173, 175 und 176. Mit dem

Betrieb der übrigen Regionalbuslinien

wird der Landkreis Leipzig künftig nicht

mehr die LVB, sondern die Personen-

verkehrsgesellschaft Muldental mbH

(PVM) direkt betrauen. Die Linien 173,

175 und 176 werden an die künftigen

S-Bahn-Zeiten an den Bahnhöfen Taucha

und Borsdorf angepasst. Die Linie 108

verkehrt nur noch zwischen Probstheida

und Großstädteln, der Abschnitt Großstädteln

– Böhlen entfällt. Ferner werden

die Nachtfahrten der Linie N10 nach

Zwenkau in die künftige Linie 100 der

PVM integriert, die in Markkleeberg an

die S-Bahn angeschlossen wird und nicht

mehr bis Leipzig Hauptbahnhof fährt. Die

Linie N10 entfällt somit im Stadtgebiet

Leipzig.

Ekkehard Westphal

Information zur Tarifregelung

im City-Tunnel

Alle Fahrscheine des Mitteldeutschen

Verkehrsverbundes (MDV) gelten auch

im City-Tunnel. Das bedeutet, mit einer

Fahrkarte der Zone 110 (Stadtgebiet

Leipzig) kann man auch den City-Tunnel

nutzen.

Neu ist eine Regelung für das Kurzstreckenticket.

Für Fahrten innerhalb

der unterirdischen Haltepunkte im

City-Tunnel gilt die Kurzstreckenfahrkarte

für alle vier Haltestellen, das heißt

zwischen den Tunnelendpunkten Leipzig

Hbf. (tief) und Leipzig Bayerischer

Bahnhof. Bisher gilt die Kurzstrecke bei

der S-Bahn grundsätzlich zwischen zwei

benachbarten Haltestellen.

Mit den Produkten des LVB-Haustarifs

kann man wie bisher die Bahn und auch

den City-Tunnel nicht nutzen. Dies sind

zum Beispiel SchülerCard, SchülerMobilCard

sowie LVB-Semesterticket.

Ralf Winkler

Beteiligungsverfahren zum Herzzentrum gestartet

Am 17. Oktober fand die Informationsveranstaltung

zu den möglichen Trassierungsvarianten

einer Straßenbahn zum

Herzzentrum statt. Interessierte Bürger

belegten die Aula bis auf den letzten

Stehplatz. Bereits lange vor dem offiziellen

Beginn waren die Informationstafeln

dicht umlagert. Mitarbeiter der Stadtverwaltung

und der LVB erläuterten die

einzelnen Varianten und beantworteten

die gestellten Fragen. Die Eröffnungsworte

zu Beginn des Diskussionsforums sprach

die Beigeordnete und Bürgermeisterin

für Stadtentwicklung und Bau, Dorothee

Dubrau, und machte hierbei deutlich,

dass heute die Weichen für die zukünftige

Erschließung des Klinikstandortes gestellt

werden. Durch die Entwicklung des Wohngebietes

Probstheida muss kurzfristig

entschieden werden, ob eine neue Trasse

mit Anbindung an die Prager Straße in

den städtischen Planungen berücksichtigt

werden soll. Der Geschäftsführer des

Herzzentrums, Martin Jonas, erläuterte

die bereits begonnene Entwicklung zum

Cardio Leipzig Innovationszentrum mit

mehr als 6 000 Mitarbeitern und wies auf

die Notwendigkeit einer leistungsfähigen

Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel

hin.

In der anschließenden Publikumsdiskussion,

die teilweise sehr emotional, aber

dennoch sachlich geführt wurde, kamen

sowohl die Anwohner mit ihren Bedenken

zu den unterschiedlichen Varianten

als auch Mitarbeiter und Besucher des

Herzzentrums zu Wort, die die Nachteile

der heutigen Verkehrsanbindung aufzählten.

Abschließend wies Bürgermeisterin

Dorothee Dubrau darauf hin, dass eine

derartig frühzeitige Bürgerbeteiligung

in Leipzig zum ersten Mal erfolgte. Die

eingegangenen Hinweise und Kritiken

wurden im Rahmen der Bürgerwerkstatt

am 16. November (nach Redaktionsschluss)

weiter bearbeitet. Gerd Muske

Foto: Marc Backhaus

plus

28 Traffix LVB-Kundenmagazin


Suchbild

Liebe Leser, Ihre Stadtkenntnisse sind

wieder gefragt! Wie immer hat Traffixplus-Fotograf

Holger Ahrens fünf Objekte

auf unserem Stadtbild verändert.

Erkennen Sie, was auf diesem Foto falsch

ist? Und unsere Zusatzfrage lautet: Wie

heißt die abgebildete Haltestelle?

Zu gewinnen gibt es diesmal 2 x 2 Freikarten

für HOLIDAY ON ICE. Sie müssen

jedoch schnell reagieren, denn die

Veranstaltungen finden bereits vom 19.

bis zum 26. Dezember statt. Einsendeschluss

ist der 13. Dezember 2013. Schicken

Sie wie immer Ihre Lösung an:

edition k, Arndtstraße 72, 04275 Leipzig.

E-Mail: edition-k-1@gmx.de

Beim vergangenen Suchbild haben viele

Leser erraten, dass unser Foto auf dem

Richard-Wagner-Platz entstanden ist.

Wer an der Haltestelle Goerdelerring

aussteigt, kann bequem zu Fuß

in die Innenstadt gelangen.

Im Original wurden verändert: die Anzeigentafel,

der Erker am Fürstenhof,

die Uhr an der Reformationskirche, die

Litfaßsäule und der Schriftzug an den

Brühlschen Höfen. Aus allen richtigen

Einsendungen ermittelten wir als Gewinner:

U. Schneidewind und Ingrid Fisch.

Herzlichen Glückwunsch!

Helfen lassen!

Im neuen Video-Chat der LWB ganz leicht die neue Wohnung finden: lwb.de/chat

Leipziger Wohnungs- und

Baugesellschaft mbH

Prager Straße 21, 04103 Leipzig

www.lwb.de, 0341 - 99 20

Zum Video-Chat

geht’s hier lang:

lwb.de/chat

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

29


Im Dialog

Traffixplus-Redaktion

edition-k-1@gmx.de

Traffixplus@lvb.de

zum „Suchbild“, Traffixplus 2/2013

Dankeschön

Für den Gewinn der Freikarte für den

Leipziger Zoo möchte ich mich ganz

herzlich bei Ihnen bedanken, ich habe

mich sehr darüber gefreut. Wir werden in

nächster Zeit unserem schönen Zoo mal

wieder einen Besuch abstatten.

Doris Buchholz-Messall, 04159 Leipzig

zu „Leipzig 1813“, Traffixplus 3/2013

Fit fürs Panometer

Die Informationen zur Völkerschlacht

waren super. Habe sie ausgeschnitten,

mein Gast kann sich so auf unseren Besuch

im Panometer gut vorbereiten.

Renate Kluge, 04317 Leipzig

zu „Im Fotoalbum entdeckt“, 3/2013

Fahrschein gezogen

Anbei sende ich Ihnen einen Fahrschein

aus dem Jahre 1961. Ich war damals bei

den LVB als Busschaffnerin tätig und

habe mir diesen speziellen Schein – siehe

Nummernfolge – aus Spaß selbst gekauft.

Vielleicht interessieren sich die

LVB-Historiker dafür. Ich bitte um Weiterleitung.

Monika Weißflog-Pfennig, 04277 Leipzig

Antwort der

Redakion:

Danke, wir

leiten diesen

Fahrschein

gern an unsere

Historiker

weiter.

Dankeschön an Busfahrer

Ich möchte ein Dankeschön an einen

Busfahrer aussprechen. Er ist super

freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit,

und er hat immer ein Späßchen auf den

Lippen. Solche Fahrer wünscht man sich

mehr. Setzen Sie das Dankeschön in die

Traffixplus, damit es jeder lesen kann.

Gute Fahrt an den Busfahrer der Linie

80, 18.30 Mockau/Post nach Portitz Am

langen Teich.

Ingeburg Siemhs, 04349 Leipzig

Diese historische

Postkarte aus dem

Jahr 1911 schickte

uns Lothar Idziak

aus Berlin. Mit

Interesse hat er

die Beiträge über

die Völkerschlacht

gelesen und in seinen

alten Unterlagen

diese Karte aus dem

Verlag Franz Martin

entdeckt.

Vielen Dank!

Hier kann jeder gewinnen!

Ende August beging das LVB-Nachtbusnetz

sein 15-jähriges Bestehen,

und die Nightliner erfreuen sich

wachsender Beliebtheit.

Mittlerweile ist das Fahrgastaufkommen

im Nachtverkehr so angestiegen,

dass mit dem Fahrplanwechsel am

15. Dezember erstmals auch wieder

eine Straßenbahn nachts verkehren

wird.

Unsere Preisfrage lautet diesmal:

Welche Straßenbahnlinie pendelt

nachts am Wochenende zwischen

Hauptbahnhof und Lößnig?

Es sind wieder drei Monatskarten zu

gewinnen. Wir möchten ausdrücklich

darauf hinweisen, dass unsere

Preisfrage – im Unterschied zu den

ABO-Gewinnspielen – offen für alle

Traffixplus-Leser ist, der Gewinn einer

Monatskarte aber nicht mit einer

ABO-Rate verrechnet werden kann.

Schicken Sie Ihre Einsendungen an die

Redaktion Traffixplus, Postfach 100 910

in 04009 Leipzig.

Einsendeschluss ist der 31. Januar 2014.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auflösung der Preisfrage 03/2013

In der vorigen Ausgabe wollten wir

von Ihnen wissen, wie viele Fahrgäste

die LVB im Jahre 2012 befördert haben.

Die richtige Antwort lautete:

139 Millionen

Aus den richtigen Einsendungen ermittelten

wir folgende drei Gewinner

je einer Monatskarte:

Peter Raetzer aus Leutzsch, Janet

Neuke aus Grünau und Oleg Kulikovs

aus dem Zentrum-West.

Herzlichen Glückwunsch!

Liebe Leser, achten Sie

auf dieses Zeichen:

Sie können gewinnen!

In dieser Traffixplus-

Ausgabe drei Mal.

plus

Traffix

Impressum

Herausgeber:

Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

Unternehmenskommunikation:

Christoph Hansel (V. i. S. d. P.)

Georgiring 3, 04103 Leipzig

Internet: www.lvb.de · E-Mail: info@lvb.de

Servicetelefon: (0341) 19 449

LVB-Fahrgastbeirat:

E-Mail: Fahrgastbeirat@lvb.de

Gesamtredaktion · Layout: Elke Rath

Verlag- und PR-Agentur edition k

Arndtstraße 72, 04275 Leipzig,

Telefon: 3 01 18 75

E-Mail: edition-k-1@gmx.de

Fotos (wenn nicht anders benannt): Holger Ahrens

Redaktion LVB: Frank Dietze

traffixplus@lvb.de

Bildbearbeitung: Torsten Jurisch

Druck: Möller Druck und Verlag GmbH

Anzeigen: Verlag- und PR-Agentur edition k

Traffixplus erscheint viermal jährlich mit einer Auflage von

70 000 Exemplaren. Kein Teil dieses Magazins darf ohne

Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet

werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge entsprechen

nicht unbedingt der Meinung der Redaktion. Diese

behält sich sinngemäße Kürzungen von Leserbriefen vor.

Erscheinungstermin: 4/2013: 29. November

Erscheinungstermin: 1/2014: 28. Februar

Anzeigenschluss: 1/2014: 11. Februar

Sie können Traffixplus auch im Internet nachlesen unter: www.lvb.de/publikationen

plus

30 Traffix LVB-Kundenmagazin


Lößnig

Waldstraße

Karl-Heine-Kanal

Dresdner Straße

Alt-Lößnig

Dächer dicht!

Können Sie sich noch an das „Dächer-dicht-

Programm“ aus den Achtzigerjahren erinnern?

Damals waren viele Dächer nur „Flickwerk“.

Heute sind fast alle Dächer in Leipzig neu gedeckt,

da schaut man gern wieder nach oben.

Und auch auf weitere Details, die nach einer

Rekonstruktion oder Sanierung plötzlich wieder

zum Vorschein kommen. Neben Gründerzeithäusern

entstehen schmucke Eigenheime, farbenfrohe

Stadthäuser, ja selbst der eine oder andere

„Plattenbau“ erstrahlt heute in neuem Glanz.

Leipzig bietet eben für fast alle ein bezahlbares

Dach überm Kopf.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich unsere

Stadt wie kaum eine andere in den neuen

Bundesländern verändert. Und noch immer wird

gebaut. Es macht Spaß und auch ein bisschen

stolz, Leipzig täglich aufs Neue zu entdecken. Vor

allem mit der „Bimmel“, da hat man den Blick

frei bis zum Dach ...

era

Karl-Heine-Straße

plus

Traffix LVB-Kundenmagazin

31

Arthur-Hoffmann-Straße

Ostplatz


Lernen

Sie uns

kennen

Eine Bewohnerin in ihrem großen Einzelzimmer

Großzügig Wohnen –

die Stadt genießen

im Seniorencentrum Dresdner Hof

Maternus Seniorencentrum Dresdner Hof

Neumarkt 27 · 04109 Leipzig

T: 0341 . 2274 - 100 · www.maternus-senioren.de

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• Betreuung durch eine ausgebildete Pflegefachkraft mit Zusatzqualifikation „Palliativ Care“

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Wir sind für Sie 24 Stunden unter der Service-Nummer 03 41 . 39 49 59 - 0 erreichbar.

Maternus Seniorencentrum Dresdner Hof · Neumarkt 27 · 04109 Leipzig

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32 Traffix LVB-Kundenmagazin

Telefon: 03 41 . 2274 - 100 · www.maternus-senioren.de

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