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eise ligurien

Etwa nach Camogli, nur zehn Seemeilen

von „Bonnies“ Heimathafen Genua entfernt.

Pittoreske alte Fassaden in hellen Gelb- und

Rottönen recken sich bis zu sieben Stockwerke

hoch in den Himmel. Die wenigen

Liegeplätze für Besucheryachten entlang der

Außenmole sind zu Beginn der Saison frei,

„Bonnie“ kann sogar längsseits liegen. Früh

am Morgen treffen sich die Einheimischen

in der Hafenbar zum typisch italienischen

Frühstück: Im Stehen schlürft man einen

schnellen Espresso, dazu gibt es Cornettos,

mit Marmelade oder Vanillecreme gefüllligurien

reise

Magische Momente

Alte Seebäder und mondäne Ferienorte, das ist die Riveria di Levante. Highlight an

diesem östlichen Teil der Ligurischen Küste ist aber die Cinque Terre. Ein Törnbericht

Könnte „Bonnie“ nicht nur segeln,

sondern auch sprechen, sie hätte

viel zu erzählen. Von den hübschen

Küstenorten ihrer Heimat, mit den bunten

Häusern und winzigen Häfen. Von den wilden

Gebirgszügen, die steil ins Meer stürzen.

Von Menschen, die in den Hängen auf künstlich

angelegten Terrassen Weinreben anbauen.

Von Walen und Delphinen, mit denen

sie sich das dunkelblaue Meer teilt. Und vielleicht

würde sie auch mal schmunzeln, etwa

über das alte Fischerdorf, in dem statt Fisch

nur noch Haute Couture verkauft wird.

„Bonnies“ Heimat ist die Küste Liguriens.

Eine Gegend, in der die Sommer heiß und

windarm und die Häfen meist rappelvoll

sind. Weil Yachten groß wie Fähren jeden

Winkel zuparken. Trotz der Hitze schieben

sich Heerscharen von Touristen durch verstopfte

Gassen oder pilgern auf überfüllten

Wanderwegen.

Könnte „Bonnie“ sprechen, sie würde

wohl jedem raten: „Kommt in der Nebensaison.

Dann ist es angenehm warm und dazu

ruhig und erholsam. Dann bringe ich

euch zu den schönsten Orten des Reviers.“

Segelyacht vor Manarola, einem der berühmten fünf

Dörfer, die wie Schwalbennester in den Felsen kleben

foto: m. amme

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ligurien reise

Vernazza, der einzige

Cinque-Terre-Ort, der

mit größeren Schiffen

angelaufen werden kann

und hoch aufragenden Hänge für die Landwirtschaft

terrassiert und mit Steinmäuerchen

befestigt. Ergänzt um den Fischfang,

konnten die Bewohner auf diese Weise viele

Jahrhunderte lang ein autarkes Leben abseits

der Weltgeschehnisse führen.

Erst mit der Eisenbahntrasse und dem

späteren Ausbau der Straße drangen mehr

und mehr Fremde in die entlegene Gegend

vor. Ab etwa 1970 inspirierte die Cinque Terre

dann Künstler und Intellektuelle, ihnen

folgte eine Tourismuslawine. Die Auszeichnung

zum Unesco-Weltkulturerbe 1997 und

die Erklärung zum Nationalparkgebiet zwei

Jahre später tat ein Übriges. Heute ist der

vermutlich schönste Küstenwanderweg Italiens,

der die fünf Dörfer miteinander verbindet,

ein Trekking-Highway.

Für Segler ist ein Besuch der Fünf-Dörfer-Küste

ebenso empfehlenswert wie profotos:

m. amme

te Hörnchen. Und in Sichtweite landen die

Fischer mit ihrem Fang an.

Kein anderes Revier im westlichen Mittelmeer

ist von Deutschland aus so nah und

gut zu erreichen wie Ligurien. Von München

aus sind es 700 Kilometer bis Genua, Stützpunkt

des italienischen Vercharterers Sailor’s

Center Genova. Von hier aus erstreckt sich

Richtung Westen die Riviera di Ponente mit

Orten wie San Remo und Bordighera, dahinter

die französische Côte d’Azur.

Für einen Kurztrip oder einen entspannten

Wochentörn bietet sich auch der Osten

an, die Riviera di Levante. Dort reiht sich auf

den 50 Seemeilen bis zum Golf von La Spezia

ein Highlight ans andere: das erwähnte

Camogli, der Nobelort Portofino, berühmte

Seebäder wie Rapallo und Sestri Levante.

Und nicht zu vergessen die Cinque Terre, ein

Küstenabschnitt mit fünf am Felsen klebenden

Fischerdörfern.

„Dieser Törn ist nichts für Meilenfresser“,

warnt Cesare Ricchetti, Mitinhaber der Charterfirma.

Die Klosterbucht San Fruttuoso

liegt nur vier Seemeilen von Camogli entfernt,

„ist aber magnifico“, wie Cesare meint,

einfach wunderbar. In der weit nach Süden

offenen Bucht erhebt sich hinter dem Strand

ein über 1000 Jahre altes Benediktinerkloster,

Pilgerstätte für Tagestouristen. Nur die

wenigsten von ihnen machen sich die Mühe,

die von der Außenwelt abgeschlossene

Bucht über den wunderschönen Wanderweg

mit seinen grandiosen Ausblicken zu erreichen.

Die meisten lassen sich von Portofino

oder Rapallo aus für 10,50 Euro mit dem Ausflugsdampfer

hierher schippern.

„So darf man hier nicht festmachen“, ruft

der Kapitän eines der Ausflugsboote zur

„Bonnie“ herüber, die in der Klosterbucht

als einzige Yacht mit Buganker und Heckleine

zum Felsen vertäut wurde. „Man muss

eine Muring nehmen, ankern ist verboten!“

Als hätte sie es gewusst, wippt „Bonnie“

in den kleinen Wellen der manövrierenden

Fähre mit dem Bug zustimmend auf und ab.

Die Bucht ist Teil eines weiträumigen Naturschutzgebietes,

das in die Zonen A, B und C

aufgeteilt ist. Für jede gelten eigene Befahrensregeln.

Ein weiteres Schutzgebiet liegt

vor der Cinque-Terre-Küste. Die strikten Fahrverbotsgebiete

der Zone A sind zum Glück

nur klein, in den Zonen B und C darf zumindest

gesegelt werden.

Auf dem Weg zum vermeintlichen Höhepunkt

der Reise, den Cinque Terre, kann

„Bonnie“ Segel setzen und 24 Seemeilen

über tiefe See gleiten. Bis nach Monterosso al

Mare. Immer entlang der mal steil, mal flach

ins Meer abfallenden Ausläufer des Apennin-Gebirges.

Dem verdankt die Region auch

ihr besonderes Klima. Abgeschottet von den

großen Ebenen dahinter ist es wärmer, der

Wind mit meist drei bis vier Windstärken

moderat. An Steuerbord ziehen üppig grüne

Landschaften aus wilder Macchia, Pinien,

Oliven und Wein vorüber.

„Die Cinque Terre ist vielleicht das Beste,

was die Riviera di Levante zu bieten hat. Nur

15 Kilometer lang, aber von großer Anziehungskraft“,

so steht es im Reiseführer. Kleine,

verschachtelte und dem Meer zugewandte

Dörfer, die in den schroffen Felsen kleben.

Mühevoll wurden die dahinterliegenden

Ehrwürdige Palazzi,

die in allen Pastelltönen

schimmern,

drängen sich um

Piazzen, auf denen

das Leben pulsiert

Camogli (l.), nur zehn Seemeilen von Genua entfernt.

Im vollgepackten Hafen gibt es einige Plätze für Gastlieger.

Portovenere (r. und o.) ist ebenfalls postkartenschön.

In den engen Gassen Bars und Souvenirshops,

dazu romantische Sonnenuntergangsstimmung

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blematisch. Entgegen der Angaben des Revierführers

finden sich in Monterosso al Mare

keine Hafenliegeplätze. Im westlichen der

beiden winzigen Häfen ist es zu flach, der

östliche ist für Ausflugsboote reserviert. Dafür

gibt es jetzt ein halbes Dutzend Muringbojen.

Doch Seegang und Schwell setzen der

Crew an der exponierten Küste zu, „Bonnie“

rollt, ächzt und stöhnt in den Wellen, bis der

Skipper aufgibt und weiterfährt.

Vernazza, keine zwei Seemeilen entfernt,

ist somit das einzige der fünf Küstendörfer,

dessen kleiner Hafen auch Platz für drei, vier

Besucheryachten bietet. Das Ankermanöver

im engen Hafenbecken zwischen zahlreichen















Santa Margherita Ligure Nicht ganz so extravagant wie Portofino,

nicht ganz so groß und rummelig wie Rapallo. Das 10 000-

Einwohner-Städtchen war lange Zeit Urlaubsort betuchter Nordeuropäer.

In den edlen Hotels

aus der Belle Époque steigen

heute aber längst nicht mehr

nur die Schönen und Reichen

ab. Restaurierte Palazzi säumen

die zwei Einbuchtungen des

Ortes, dazu ein Sandstrand

und die große Piazza Martiri della

Libertá. An der Außenmole

diverse Gastliegeplätze. In der

weitläufigen Hafenbucht ist zudem

viel Platz zum Ankern.












Portofino, Treffpunkt des Jetsets

Entlang der Küste reiht sich ein

sehenswerter Ort an den anderen

– kein Revier für Meilenmacher

San Fruttuoso Selbst in der Nebensaison

strömen massenhaft Tagestouristen

in die Klosterbucht.

Hat die letzte Fähre abgelegt,

bleibt eine ruhige, von steilen Hängen

gesäumtes Ankeridyll zurück.

Am Kiesstrand zwei Restaurants,

dahinter das für Besucher offene

Kloster. Und unter Wasser eine

vier Meter große Christusstatue.

Ende Juli findet immer eine Bootsprozession

statt. Tipp: die zweistündige

Wanderung nach Portofino.














Sestri Levante



Der lebhafte Ferienort

hat die ver­



mutlich schönste

Badebucht des


Reviers, die Baia


del Silenzio: feinsandig,

kreisrund,





flach auslaufend,

abgeschirmt durch

alte, mehrstöckige Adelspaläste. Die Bade- und Hafenbucht auf

der Nordwestseite der Landzunge ist mit ihren endlosen Sonnenschirmreihen

weniger attraktiv. Der Großteil der Hafenpier

wird von einer stattlichen Fischereiflotte in Anspruch genommen.

Auch wenn laut Handbuch Ankern in der Bucht ab Mai verboten

ist, versichert Stützpunktleiter Ricchetti: „Bis morgens um 8.30

Uhr kann auch in den Sommermonaten geankert werden.“

Vernazza Einziger Cinque-

Terre-Ort, in dem man festmachen

kann. Bei starken

Winden und Seegang aus

südlichen und westlichen

Richtungen sollte man davon

aber absehen. Vor dem Hafen

ein großes, teils kostenpflichtiges

Muringfeld. Im Hafen

wenig Manövrierraum, eingeschränkt

durch ein Muringfeld

für Fischerboote. Insbesondere

an der Außenseite der

Mole auf die Steinschüttung

Muringbojen und Fischerbooten kostet allerdings

Nerven. Belohnt wird die Mühe mit

einem Blick aus der ersten Reihe auf die in

warmen Pastelltönen strahlenden Häuser.

Im Halbrund umstehen sie den Hafen. Davor

ein winziger Sandstrand und eine kleine

Piazza mit Cafés und Restaurants.

Was „Bonnie“ wohl sagen würde? Sie

würde wahrscheinlich zufrieden seufzen

und vorschlagen, ewig hier zu bleiben. Auch

weil das Dorf idealer Ausgangspunkt für

Ausflüge nach Corniglia, Manarola und Riomaggiore

ist, entweder mit festem Schuhwerk

über die Wanderwege oder per Bahn.

Doch gibt es auch starke Argumente für

achten, besser mit dem Bug zur Pier festmachen. Leider zieht

tagsüber ein unaufhaltsamer Besucherstrom die Hafenmole auf

und ab. Vernazza ist idealer Ausgangspunkt, um zu Fuß oder mit

dem Zug die anderen Dörfer des Küstenabschnitts zu erkunden.



















foto: m. amme; karten: n. campe




























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Von Genua aus Kurs Südost: über Rapallo zur berühmten Cinque Terre bis La Spezia

Isola Palmeria Genau gegenüber von

Portovenere, am Eingang zum Golf von La

Spezia, liegt diese kleine, knapp eine Seemeile

lange und breite Insel. In der Bucht

Terrizzo im Norden gibt es neben den Muschelzuchtanlagen

Ankerplätze, falls im

Sommer der Hafen von Portovenere bereits

voll belegt ist. Schön einsam ist die Bucht

im Osten der Insel gelegen, die Cala Emilia.

Türkises Wasser lädt dort zum Baden ein,

die Felsen zum Schnorcheln. Und am Ende

des kleinen Strandes aus grobem Kiesel

führt ein schmaler Pfad den steilen Hang

hinauf und mündet in einen Küstenwanderweg.

Von dort oben hat man einen herrlichen

Ausblick über die beiden benachbarten

Eilande del Tino und del Tinetto.











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Auf der Insel Palmeria (l.) gibt

es eine der wenigen sicheren

Ankerbuchten. Leuchttürme

sind rar, mancherorts dienen

wie in Portovenere (u. l.)

Kirchen als Landmarken. Auf

dem Markt in Monterosso al

Mare (u. r.) werden regionale

Erzeugnisse angeboten

Liegeplätze sind knapp. Wer Liguriens

Hafenstädte unter Segeln erkunden

will, sollte die Nebensaison wählen

Törn-Infos

Das Revier Die Riviera di

Levante erstreckt sich über

etwa 60 Seemeilen von Genua

bis La Spezia. An der

zerklüfteten Küste gibt es

viele alte Fischerdörfer, die

sich in Seebäder oder mondäne

Ferienorte verwandelt

haben. Dazwischen viele

Naturschutzgebiete.

Charter Sailor’s Center

Genova hat sechs Yachten

(Bavaria und Jeanneau ??)

von ?? bis ?? Fuß in Genua

stationiert. Die Bavaria 44

„Bonnie“ (Bj. 2002) kostet

in der Vorsaison ???? Euro,

in der Hauptsaison ????

Euro, zzgl. Endreinigung (??

Euro), Außenborder (???)

und Bettzeug (?? Euro/Person).

Buchbar über KH+P

Yachtcharter, Stuttgart,

0711/62 82 82, www.khpyachtcharter.de.

Navigation & Seemannschaft

Entlang der Küste

eine leichte Nordströmung,

sofern Nordwind diese nicht

zum Erliegen bringt. Kaum

Tidenhub. Fast alle Häfen

sind befeuert, es gibt einige

Leuchttürme. Die Betonnung

beschränkt sich auf

gelbe Sperrgebietstonnen

rund um die Schutzgebiete.

Abgesehen von der angespannten

Liegeplatzsituation

im Sommer stellt das

Revier keine große Herausforderung

dar.

Häfen & Ankerplätze Entlang

der Küste gibt es ein

dichtes Netz an Häfen, darunter

einige große Marinas.

Die Liegegebühren sind

hoch, für eine 44-Fuß-Yacht

werden in der Saison mitunter

bis zu 100 Euro fällig.

In den kleinen, städtischen

Häfen oft günstiger. Ankerplätze

sind rar. Bei starken

Süd- und Westwinden reduzieren

sich die möglichen

Anlandestellen nochmals.

Wind & Wetter An der Ligurischen

Küste herrscht

ein besonders mildes Mikroklima.

Kalte Nordwinde wehen

häufig einfach über die

küstennahen Warmluftinseln

hinweg. Der Wind weht in

der Saison meist leicht,

aus unterschiedlichen Richtungen.

Am häufigsten

Nordwest- und Westwind,

nur selten über 3 bis 4 Beaufort.

In der Nebensaison öfters

auch mal Starkwind.

Am gefährlichsten ist dann

der Libeccio

aus

Südwest.

Literatur

& Seekarten

Rod Heikell:

„Küstenhandbuch

Italien“,

49,90 Euro, Edition Maritim.

„Hafenhandbuch Mittelmeer,

Teil II“, 41 Euro, Nautik-Verlag.

„Pagine Azzurre“,

italienisches Standardwerk

aller italienischen Häfen, erscheint

jährlich neu, 49 Euro.

Italienischer Sportbootkartensatz

„Liguria“, 99,50

Euro, oder Seekarten 7018

und 7019 von Shom, je

24,50 Euro. Landreiseführer

mit Wanderwegbeschreibungen:

Becht/

Talaron: „Ligurien“, 19,90

Euro, Michael Müller Verlag.

eine Weiterreise: Da wäre zum Beispiel Portovenere,

geschützt und idyllisch gelegen an

der Durchfahrt zwischen dem Festland und

der Insel Palmaria, dem Eingangstor zum

Golf von La Spezia. Die Hafenbucht mit ihren

hohen, schmalen und bunten Häusern

ist ebenfalls postkartenschön. In der Einkaufsgasse

drängen sich Souvenirläden, Osterien

und kleine Spezialitätengeschäfte. In

der „La Bottega del Pesto“ werden üppige

Basilikumbüsche mit Olivenöl und Parmesankäse

zu frischem, grünem Pesto verarbeitet.

Auch Lerici verleitet zum Weitersegeln.

Über dem beliebten Ferienort mit

seiner riesigen, mit Muringfeldern übersäten

Hafenbucht thront ein wuchtiges Castello.

Die Riviera di Levante trumpft mit vielen geschichtsträchtigen

Hafenörtchen auf.

Angesichts der raren Liegemöglichkeiten

drängt sich die Frage nach Ankerplätzen auf.

Im Handbuch sind kaum welche beschrieben.

Hin und wieder jedoch entdeckt man

zwischen wuchtigen Felsnischen oder entlang

offener Buchten vereinzelte Ankerlieger.

Zum Beispiel in der Cala Emilia an der Nordostseite

der Insel Palmaria unweit von Portovenere.

Diese Bucht lässt sich auch gut ohne

Detailplan ansteuern. Türkises Wasser,

felsige Ufer, ein Kieselstrand, dazu Ruhe und

Stille – die Cala Emilia ist eine erholsame Abwechslung

zu all den auch in der Vorsaison

schon lebendigen Hafenstädtchen. Außerdem

ist sie einer der ganz wenigen Ankerplätze

an der Riviera di Levante, die selbst

vor Westwinden schützen.

Rückreise. Der Leuchtturm der Isola del

Tino, das blaue Wasser der Grotta Azzura

und die hoch über der Zufahrt zu Portovenere

an den Klippen klebende Kirche San

Pietro ziehen an Steuerbord vorbei. Im milden

Licht der durch blasse Wolken gefilterten

Sonne kommen die fünf leuchtenden

Dörfer der Cinque Terre in Sicht, sehnsüchtig

bleibt der Blick an Vernazza hängen. Genau

hier schläft der Wind ein, und „Bonnie“

bleibt, wie ein bockiger Esel, einfach stehen.

Sie will wohl bleiben. Doch einmal mehr

lohnt die Weiterreise: Sestri Levante ist ein

fotos: m. amme

lebhafter Ferienort mit zwei Buchten. Malerisch

stehen alte Palazzi um die sichelförmige

Bucht des Schweigens, den feinsandigen

Strand teilen sich die Badegäste mit in buntgestreifte

Planen gehüllten Fischerbooten.

Ankern ist allerdings verboten, das Schiff

muss an der großen, von Berufsfischern genutzten

Hafenmole in der Bucht gegenüber

vertäut werden.

Voraus liegen weitere wohlklingende

Ziele: In Rapallo waren früher die Mächtigen

und Schönen zu Gast. Heute zieht die Prominenz

das nur wenige Meilen entfernte

Portofino vor. Und auch Genua selbst ist sehenswert.

Hauptstadt Liguriens, Geburtsort

von Christoph Kolumbus.

Die Metropole ist das genaue Gegenteil

der ruhigen Küstendörfer: Die Liegeplätze

befinden sich im Zentrum, es ist laut, das

Hafenwasser grau, die Luft schwer. Doch Genuas

Altstadt ist eine der größten Europas.

Im alten Hafen lockt das modernste europäische

Meerwasseraquarium. Und im überdimensionalen

Panoramaaufzug Bigo hat man

einen atemberaubenden Blick über die Altstadt

und die in der Ferne liegende Riviera.

Auch die Prachtstraße Via Garibaldi ist

einen Besuch wert. Und der Leuchtturm „La

Lanterna“, das Wahrzeichen der Stadt. „Aber

Genua, das ist wieder eine andere Geschichte“,

würde „Bonnie“ sagen. Wenn sie sprechen

könnte.

Michael Amme

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