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Technische Mindestanforderungen - ENRW Energieversorgung ...

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Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)

im Verteilnetz Strom der ENRW

ENRW Energieversorgung Rotteil GmbH & Co. KG

In der Au 5

78628 Rottweil

Stand: August 2012


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt


Inhaltsverzeichnis:

ENRW

2012 / 8

2 von 8

1. Geltungsbereich......................................................................................................................3

2. Vorgaben zu den verschiedenen Erzeugungsarten....................................................................3

2.1. Photovoltaikanlagen................................................................................................................3

2.2. Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK) größer 100 kW ................................................................4

2.3. Wind-, Biogas, Wasserkraft- sowie Deponie- und Klärgas-Anlagen größer 100 kW .....................4

3. Technisches Konzept ..............................................................................................................4

3.1. Erzeugungsanlagen, 0 – 30 kW Einspeiseleistung.....................................................................4

3.2. Erzeugungsanlagen, 30 – 100 kW Einspeiseleistung.................................................................4

3.3. Erzeugungsanlagen, größer 100 kW Einspeiseleistung .............................................................4

3.4. In Sonderfällen kann auch Fernwirktechnik zum Einsatz kommen. .............................................5

4. Technische Umsetzung der Anforderungen nach § 6 EEG.........................................................5

4.1. Grundsätze.............................................................................................................................5

4.2. Einbauort................................................................................................................................5

4.3. Einbau und Inbetriebnahme.....................................................................................................6

4.4. Reduzierung der Einspeiseleistung ..........................................................................................6

4.5. Beschaltungen der Einspeisemanagementsysteme (EMS) ........................................................6

4.6. Erzeugungsanlagen, 30 – 100 kW Einspeiseleistung.................................................................7

4.7. Erzeugungsanlagen, größer 100 kW Einspeiseleistung .............................................................8


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt

ENRW

2012 / 8

3 von 8

1. Geltungsbereich

Das Einspeisemanagement ist nach den gesetzlichen Regelungen des Erneuerbaren-Energien-

Gesetzes (EEG) vom 25. Oktober 2008, geändert durch Artikel 6 des Gesetzes vom 21. Juli 2011,

zuletzt geändert durch Artikel 2 Absatz 69 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011, für alle

Erzeugungsanlagen mit einer installierten elektrischen Wirkleistung von mehr als 100 kW und für alle

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) einzurichten.

Diese Anlagen müssen zur Vermeidung von Netzüberlastungen mit technischen Einrichtungen zur

ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung ausgestattet sein, um sich am Einspeisemanagement

des Netzbetreibers zu beteiligen. Die ferngesteuerte Reduzierung ist auf Anforderung

durch den Netzbetreiber sicherzustellen. Zuvor wird bei Anlagen größer 100 kW die Ist-Einspeisung

erfasst.

PV-Anlagen mit einer Erzeugungsleistung bis 30 kW können sich wahlweise zur Vermeidung von

Netzüberlastungen am Einspeisemanagement beteiligen oder Ihre Einspeiseleistung dauerhaft auf

70 % der Erzeugungsleistung beschränken.

Besteht die Verpflichtung zur Installation einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten

Reduzierung der Einspeiseleistung, sind die entstehenden Kosten vom Anlagenbetreiber zu tragen.

Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, besteht gemäß § 17 Abs. 1 EEG kein Anspruch auf

Vergütung.

Der für einen bestimmten Anlagenstandort (Ortschaft und Ortsteil) und eine bestimmte Erzeugungsart

parametrierte FRE darf nicht in einer anderen Anlage eingesetzt werden.

2. Vorgaben zu den verschiedenen Erzeugungsarten

2.1. Photovoltaikanlagen

Neu errichtete PV-Anlagen müssen ab dem 01.01.2012 zur Netzstützung beitragen. Dabei wird die

Anlagenleistung in drei Leistungsgruppen unterschieden.

• Bei Anlagen bis einschließlich 30 kW kann zwischen zwei Einspeisemanagementvarianten gewählt

werden. Entweder wird bei der Erzeugung die Modulleistung der PV-Anlage, durch eine

entsprechende Auslegung der Wechselrichter, auf 70 % der Anschlussleistung beschränkt oder die

Anlage verfügt über eine technische Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der

Einspeiseleistung durch die ENRW (Funkrundsteuerempfänger EEG-EMS).

• Anlagen größer 30 kW bis 100 kW verfügen über eine technische Einrichtung, mit der eine

ferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung durch die ENRW erfolgen kann.

(Zählerfernauslesemodem mit Relaiskontakt)

• Anlagen größer 100 kW verfügen über eine technische Einrichtung, mit der eine ferngesteuerte

Reduzierung der Einspeiseleistung durch die ENRW erfolgen kann. Des Weiteren wird eine

Messeinrichtung zur Ist-Wertabfrage der Einspeiseleistung gefordert. Derzeit wird für die Auslesung

eine registrierende Lastgangmessung (RLM) verwendet. Der Impuls-Ausgang des Zählers wird in

einem speziellem Fernauslesemodem (Skalar) erfasst und in ¼ Stundenwerten online an die

Netzleitwarte der ENRW übertragen.

Aufgrund der Vorgaben aus § 6 Abs. 3 EEG 2012 kann sich bei der Installation einer weiteren PV-

Anlage auf demselben Grundstück ergeben, dass sich die Leistung der Einstufung aller bzw. eines Teils

der bereits installierten PV-Anlagen soweit erhöht, dass für diese Anlagen das Einspeisemanagement für

Anlagen größer 100 kW mit Abrufung der Ist-Einspeisung ebenfalls zu realisieren ist.

Bei einer Nachrüstpflicht von PV-Anlagen durch die Errichtung einer weiteren Anlage, ist der Betreiber der

zuletzt errichteten Anlage zur Erstattung der Kosten für die Ausstattung mit den technischen

Einrichtungen verpflichtet.

Zur Bestimmung der relevanten Leistung bei PV-Anlagen sind die jeweils geltenden gesetzlichen

Bestimmungen des EEG heranzuziehen.


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt

ENRW

2012 / 8

4 von 8

2.2. Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK) größer 100 kW

Neuanlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit einer installierten Leistung größer 100 kW

müssen sich ab dem 01.01.2012 am Einspeisemanagement beteiligen. Diese Anlagen müssen über

eine technische Einrichtung verfügen, mit der eine ferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung

durch die ENRW erfolgen kann. Des Weiteren wird eine Messeinrichtung zur Ist-Auslesung der

Einspeiseleistung gefordert. Derzeit wird für die Auslesung eine registrierende Lastgangmessung (RLM)

verwendet. Der Impuls-Ausgang des Zählers wird in einem speziellem Fernauslesemodem (Skalar)

erfasst und in ¼ Stundenwerten online an die Netzleitwarte der ENRW übertragen.

2.3. Wind-, Biogas, Wasserkraft- sowie Deponie- und Klärgas-Anlagen größer 100 kW

Diese Anlagen müssen über eine technische Einrichtung verfügen, mit der eine ferngesteuerte

Reduzierung der Einspeiseleistung durch die ENRW erfolgen kann. Des Weiteren wird eine

Messeinrichtung zur Ist-Wertabfrage der Einspeiseleistung gefordert. Derzeit wird für die Auslesung

eine registrierende Lastgangmessung (RLM) verwendet. Der Impuls-Ausgang des Zählers wird in

einem speziellem Fernauslesemodem (Skalar) erfasst und in ¼ Stundenwerten online an die

Netzleitwarte der ENRW übertragen.

3. Technisches Konzept

Im Netz der ENRW wird derzeit ein dreistufiges technisches Konzept angewandt:

3.1. Erzeugungsanlagen, 0 – 30 kW Einspeiseleistung

Das Einspeisemanagement diese Gruppe der Erzeugungsanlagen wird über Funkrundsteuerempfänger

im Netzgebiet der ENRW realisiert.

Die Ansteuerung erfolgt in nur einer Stufe. (0% oder 100% Einspeisung)

Die Erzeugungsanlagen werden nach Ortschaften und Ortsteilen zusammengefasst.

3.2. Erzeugungsanlagen, 30 – 100 kW Einspeiseleistung

Das Einspeisemanagement diese Gruppe der Erzeugungsanlagen wird über die

Zählerfernauslesemodems im Netzgebiet der ENRW realisiert. Alle eingebauten Modems haben

Relaiskontakte über die die Absteuerung erfolgt. Die Kommunikation der Modems mit der Zentrale

erfolgt entweder über eine analoge Telefonleitung des Anlagenbetreibers oder über ein GSM-Modem.

Die Ansteuerung erfolgt in nur einer Stufe. (0% oder 100% Einspeisung)

Die Erzeugungsanlagen können einzeln angesprochen werden, somit kann eine feinstufige

Absteuerung im Netzgebiet realisiert werden.

3.3. Erzeugungsanlagen, größer 100 kW Einspeiseleistung

Das Einspeisemanagement diese Gruppe der Erzeugungsanlagen wird über spezielle

Zählerfernauslesemodems (Skalar GPRS) im Netzgebiet der ENRW realisiert. Mit diesen Geräten

können drei unterschiedliche Aufgaben erledigt werden.

• Die klassische Zählerfernauslesung 1-mal täglich Lastgangdaten und monatlich die

Zählerstandsdaten abrufen.

• Über die vier Ausgangsrelais wird die stufenweise Abregelung der Einspeiseleistung

realisiert.

• Für die Ist-Wertabfrage werden ein oder mehrere Zählwerteingänge verwendet. Das Gerät

übermittelt ¼ Stundenwerte automatisch an die Netzleitstelle.

Die Ansteuerung erfolgt in vier Stufen. (0% / 30% / 60% / 100% Einspeisung)


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt

ENRW

2012 / 8

5 von 8


Die Erzeugungsanlagen können einzeln angesprochen werden, somit kann eine feinstufige

Absteuerung im Netzgebiet realisiert werden.

3.4. In Sonderfällen kann auch Fernwirktechnik zum Einsatz kommen.

Anlagen mit einer Einspeiseleistung von mehr als 1.500 kW, oder bei Anlagen bei denen mit

Netzintegrationsproblemen gerechnet werden kann, kommt Fernwirktechnik zum Einsatz. In diesen

Fällen wird mit dem Anlagenbetreiber im Zuge der Netzverträglichkeitsprüfung eine gesonderte

Vereinbarung getroffen.

Die ENRW behält sich vor, das technische Konzept zur Umsetzung der ferngesteuerten

Reduzierung der Einspeiseleistung von Erzeugungsanlagen gemäß § 6 EEG anzupassen.

4. Technische Umsetzung der Anforderungen nach § 6 EEG

4.1. Grundsätze

Die ENRW stellt das Signal zur Reduzierung der Einspeiseleistung der Erzeugungsanlage bei

Netzüberlastung wie folgt bereit:

• Erzeugungsanlagen, 0 – 30 kW Einspeiseleistung

Hierzu wird am Funkrundsteuerempfänger der potentialfreie Wechslerkontakt angesteuert.

Dieser Relaiskontakt stellen die Leistungsstufen 100 % (volle Einspeisung) und 0 % (keine

Einspeisung) dar.

• Erzeugungsanlagen, 30 – 100 kW Einspeiseleistung

Hierzu wird am Zählerfernauslesemodem der potentialfreie Wechslerkontakt angesteuert.

Dieser Relaiskontakt stellen die Leistungsstufen 100 % (volle Einspeisung) und 0 % (keine

Einspeisung) dar.

• Erzeugungsanlagen, größer 100 kW Einspeiseleistung

Hierzu werden am Einspeisemanagementsystem Skalar vier potenzialfreie Wechslerkontakte

angesteuert. Diese vier Relais stellen die Leistungsstufen 100 % (volle Einspeisung), 60 %,

30 % und 0 % (keine Einspeisung) dar.

Bei verschiedenen Erzeugungsarten sind grundsätzlich separate Einspeisemanagementsysteme

notwendig.

4.2. Einbauort

Das Einspeisemanagementsystem kann im Zählerschrank der Abrechnungsmessung eingebaut und

angeschlossen werden. Hierfür ist ein Zählerfeld nach DIN 43870-1 mit mindestens 300 mm und

höchstens 450 mm Höhe vorzusehen.

Das Zählerfeld ist mit „ Einspeisemanagementsystem“ zu kennzeichnen.

Vom zentralen Zählerplatz ist eine Steuerleitung zur Erzeugungsanlage vorzusehen.

Bei der Montage sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik einzuhalten.


4.3. Einbau und Inbetriebnahme

Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt

ENRW

2012 / 8

6 von 8

Der Einbau und die Inbetriebnahme der Einspeisemanagementsysteme (EMS) erfolgt durch die ENRW.

Vom Anlagenbetreiber bzw. vom Anlagenerrichter ist eine Steuerleitung vom EMS bis zur

Erzeugungsanlage zu verlegen über die die Absteuerbefehle übermittelt werden. Die Inbetriebnahme

erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Anlagenbetreiber bzw. dem Anlagenerrichter.

Bei der Inbetriebnahme wird das Gesamtsystem einem Test unterzogen, alle Absteuerungsstufen

werden getestet.

4.4. Reduzierung der Einspeiseleistung

Erhält der Anlagenbetreiber über den Funkrundsteuerempfänger ein Signal zur Reduzierung der

Einspeiseleistung, muss die Leistungsreduzierung gemäß der Vorgabe der ENRW innerhalb von

maximal 1 Minute erfolgen.

Dieser Zeitraum bezieht sich immer auf die gesamte Erzeugungsanlage, unabhängig davon, aus wie

vielen Erzeugungseinheiten (z.B. Generatoren oder Wechselrichter) die Anlage besteht.

4.5. Beschaltungen der Einspeisemanagementsysteme (EMS)

• Erzeugungsanlagen, 0 – 30 kW Einspeiseleistung

Funkrundsteuerempfänger

EMS FRE EK593

Relaiskontakt

a b

-K1

Einspeiseleistung

100% 0%

-K1 b a

3 4 5


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt



4.6. Erzeugungsanlagen, 30 – 100 kW Einspeiseleistung

ENRW

2012 / 8

7 von 8

EMS ZFA-Modem

Relaiskontakt

a b

-K5

Einspeiseleistung

100% 0%

5 6 7

-K5 b a


Technische Mindestanforderungen

zur Umsetzung des Einspeisemanagements nach

§ 6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Ausgabe /Stand

Blatt

ENRW

2012 / 8

8 von 8

4.7. Erzeugungsanlagen, größer 100 kW Einspeiseleistung


230 V / AC

L1 N PE

Einspeisemanagement gem. § 6 Abs. 1 EEG

für Anlagen größe 100 kW Einspeiseleistung im Netzgebiet der ENRW

-F1

B16A

-X1

1/2

-X1

3/4

5/6

L N 1 2

ZFA-Modem / EEG-Managementsystem Scalar

GPRS-

-G1 -A1

-P1

Modem

2-Richtungs-

Einspeiseleistung

100-

Lastgangzähler

100 % 60 % 30 % 0 % Ist-Wertabfrage

100-

230V

Lastgangabfrage

S0

230V

AC

UH

QUT1 QUT1 QUT1 QUT1

S0 / NAMUR

AC 24V

DC

CL1

CL0

-AA

-

+

15 16

17 18 19 20 21 22

+ - + - + - + -

23 24 25 26 27 28 29 30

+ -

4 6

+ -

23 24

42

40

A2- A1+ A2- A1+ A2- A1+ A2- A1+

Einspeiseleistung

100 % 60 % 30 %

0 %

-K1

EIN

AUS

AUS

AUS

-K1

-K2

-K3

-K4

-K2

-K3

AUS

AUS

EIN

AUS

AUS

EIN

AUS

AUS

-K4

AUS

AUS

AUS

EIN

Schaltleistung

240V/AC / 6A

12 11 14

12 11 14

12 11 14

12 11 14

100% 60% 30% 0%

Einspeiseleistung

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