Teil 1 - Hundeschule-Kohne

hundeschulekohne

Teil 1 - Hundeschule-Kohne

Teil 1


Diese Broschüre wurde von mir kostenlos herausgegeben, um den jungen aber auch den geübten

Hundeführern Leitfaden zu sein und Hilfestellung für eine korrekte Fährtenarbeit zu geben.

Herausgeber und Redaktion: Bernhard Kohne

In den Mühlmatten 14

79288 Gottenheim

Tel.: 07665 – 6377

Zwingeranlage

Tel.: 0761 – 47 11 44

Die Verwertung der Texte, Bilder und Zeichnungen, auch auszugsweise, ist ohne Zustimmung

des Herausgebers urheberrechtswidrig und strafbar.

Dies gilt such für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und für die Verarbeitung mit

elektronischen Satzverarbeitungssystemen.

Allen, die durch ihre Mitarbeit die Herausgabe dieser Broschüre ermöglichten, sage ich

herzlichen Dank.

Danken möchte ich Herrn Andreas Lemke für die Zeichnungen und Herrn Gerhard Kieferle für

seine guten Ratschläge.


Die Fährtenarbeit

Herausgegeben von Bernhard Kohne

Die Fährtenarbeit A 4 Die Anlage einer Schleppe B 15

Die zehn wichtigsten Punkte

für den Fährtenbeginn A 6 Der Mußbringer B 16

Die Fährtenmuster für

SchH I - SchH III

A 7 –

A 17 Die Schußruhe B 16

Die Fährtenhundprüfung (FH) A 18 Die Riemenarbeit B 17

Das Apportieren leicht gemacht B 4 Die Schweißarbeit B 18

Das Bringen auf der

Führerfährte B 11 Die Schweißgewinnung B 19

Die Vorteile der Führerfährte B 13

Die Anlage der

künstlichen Schweißfährte B 20

Das Bringen von Wild

auf der Führerfährte B 14

Die Einstellung des Hundes von der

Rehdecke auf das verendete Stück B 21

Arko vom Haardtberg

127162, 32326

zR 21/85 sg/sg HD-frei

VJP 68 HZP 163

VGP 1./311 Vbr, Btr, Sw-11/

Afra vom Butterland

127162, 32326

zR 118/84 sg/sg

VJP 66 HD-frei

HZP 172 VGP 1./306 Btr, Sw-III/


Die Fährtenarbeit

Wie bringe ich meinem Hund das Fährten bei?

Es gibt viele Möglichkeiten, die zum Erfolg führen. Eine davon, und zwar wie ich mit meinen Hunden

arbeite, möchte ich hier darlegen. Jeder Hund, der eine weniger, der andere mehr, ist dem Menschen

im Riechen millionenfach überlegen. Diese Erkenntnis wird leider von vielen Hundeführern nicht

beachtet. Sie bieten ihren Hunden nicht die Möglichkeit, die überragenden Feinheiten ihrer Nase

einzusetzen. Die Bereitschaft des Hundes zur Nasenarbeit ist in großem Maße vorhanden, mangelt

aber oft an Möglichkeiten, die ihnen ihr Führer bietet. Denn daß ein Hund nicht suchen oder

aufspüren kann, liegt meistens an der fehlerhaften Ausbildung durch seinen Führer. Nasenarbeit ist

für Hund und Führer Schwerstarbeit. Die Erfahrungen die ein Hund bei der Fährtenarbeit macht,

seien es nun positive oder negative, speichert er in seinem Gedächtnis. Darum ist die korrekte

Einwirkung des Hundeführers auf den Hund während der Arbeit von größter Wichtigkeit. Denn der

Hundeführer muß in der Lage sein, seinem Hund zu vermitteln, daß er nur das tun darf, was er

wirklich soll. Leider hapert es oft an dem Unvermögen des Hundeführers, dies dem Hund zu

vermitteln.

Wann beginnen wir mit der Fährtenarbeit?

Schon ab dem dritten Lebensmonat können wir mit der Fährtenarbeit beginnen. Die Fährtenarbeit

bereitet schon dem jungen Hund große Freude, weil wir mit der Reizwelle Futter beginnen. Das setzt

aber voraus, daß der Hund mit einem Hungergefühl zur Fährtenarbeit geht. Ein vollgefressener Hund

wird nicht konzentriert arbeiten. Kommt der Hund mit einem Hungergefühl zur Fährtenarbeit, dann

wird er sehr schnell lernen, wofür die Nase da ist. Wenn wir mit einem jungen Hund anfangen,

suchen wir uns ein Gelände, das möglichst unbegangen ist. Es sollte auch frei von sonstigen Ablenkungen

sein. Zum Beispiel freilaufende Rinder, Schafe, belebte Straße usw., damit der Hund sich

voll auf die bevorstehende Arbeit konzentrieren kann. Das Fährten wird dadurch bei dem jungen

Hund wesentlich erleichtert. Beim Legen der ersten Fährte binden wir den Hund an und lassen ihn

zuschauen.

Der Fährtengeruch entsteht aus dem hinterlassenen Geruchskomplex des Menschen, des verletzten

Bodens und den Gerüchen der beschädigten Bodenbewachsung. Wir kennen in der Fährtenarbeit

noch drei weitere Begriffe: Es sind die fährtenfesten, fährtensicheren und fährtenreinen Hunde.

Fährtenfest, ist der Hund, der gelernt hat, der Fährte frei zu folgen, aber auf Verleitungen überwechselt.

Fährtensicher, ist der Hund, der auch bei Verleitungen auf der Ansatzfährte bleibt, bis zu einer Zeitdifferenz

von 5 Minuten zur Verleitung.

Fährtenrein hingegen ist der Hund, der auch bei der Zeitgleichheitverleitung auf der Ansatzfährte

bleibt und diese sicher ausarbeitet.


Schleppfährte!!

Im Abgang verstecken wir 2-3 kleine

Fleischbrocken, am Fährtenende den

Gegenstand, worauf wir den Fleischbrocken

legen. Dies machen wir nur die ersten paar

Male. Für Hunde die sich am Anfang schwer

tun, legen wir zusätzlich zu der Schleppfährte

einige kleine Fleischbrocken. Beim Legen der

Fährte gehen wir am Fährtenende auf der

gleichen Spur bis zum Abgang zurück. Wir

beginnen die ersten drei Fährten mit ca. 20 m

Länge.

Beim Legen der Fährte sollte der Wind immer im Rücken sein. Die Fährtenlängen werden nur 10 m

weise vergrößert. Bevor wir die Winkelarbeit beginnen, muß der Hund mindestens eine Fährtenlänge

von 500 m suchen. Er muß die Gerade auf Wiesengelände, Acker und Wechselgelände suchen.

Dann erst beginnen wir mit der Winkelarbeit.

Der Bogen wird mit Nackenwind gegangen und endet mit Seitenwind. Es werden immer im Wechsel

rechte und linke Bögen gelegt.


Die zehn wichtigsten Punkte für den Fährtenbeginn!

Was ist alles zu beachten?

Die Ausführung

1. Ganz wichtig ist die Windrichtung.

2. Wir legen die Fährten mit dem Wind im Rücken.

3. Für den Anfängerhund sollten die Fährten immer frühmorgens im Tau, oder am Abend

wenn das Gras schon wieder angezogen hat, gelegt werden.

4. Also nicht um die Mittagszeit, wenn die Sonne scheint und es womöglich sehr warm ist.

5. Der Hund ist am Anfang, wenn wir die Fährte legen, immer dabei. Er wird angebunden

und darf zusehen, was wir da machen.

6. Bevor wir die Fährte legen, darf er an dem Futter riechen, das er dann später suchen soll.

7. Wir machen einen trichterförmigen Abgang und eine gerade Spur von etwa 20 m, auf der

wir wieder zum Abgang zurückkehren.

8. Es ist ratsam mit der Schleppfährte zu beginnen.

9. Im Abgang und auf der Schleppfährte legen wir für Hunde, die sich am Anfang schwer tun,

zusätzlich kleine Futter- bzw. Fleischbrocken.

10. Wir legen dem Hund drei kurze Fährten von etwa 20 m, die wir im Abstand von 10 Minuten

suchen lassen. Der Hund wird an einer kurzen Leine an den Abgang herangeführt.

Für die Markierung des Fährtenabganges nehmen wir eine Fährtentafel. Etwa 10 m vor dem

Hund, wird der Abgang markiert. Dieser wird rechts neben der Fährtentafel trichterförmig ca. 1/2

qm groß ausgetreten. In kurzen Schritten gehen wir etwa 20 m in Windrichtung geradeaus. Am

Ende der Spur liegt auf einem Gegenstand der Fleischbrocken. Auch im Abgang werden zwei

oder drei kleine Fleischbrocken versteckt. So legen wir drei Fährten nebeneinander. Der Abstand

zu jeder Fährte sollte mindestens 50 m betragen.

Wenn der Hund die erste Spur abgesucht hat, bekommt er ca. 10 Minuten Pause. Dann suchen

wir die zweite Spur. Nach weiteren 10 Minuten die dritte Spur.

Macht der Hund dreimal positive Erfahrungen beim Suchen, dann verknüpft er diese auch. Es ist

sehr wichtig, darauf zu achten, daß wir jedes Mal, wenn wir Fährten gehen, die Spur immer nur

geringfügig verlängern, damit der Hund nach dreimaliger Suche nicht überbeansprucht wird.

Wir führen also den Hund immer mit der kurzen Leine zum Abgang. Der Hundeführer gibt

während des Suchens öfters das Hörzeichen „Such" und achtet darauf, daß der Hund ruhig,

langsam und mit tiefer Nase sucht. Hat der Hund den Gegenstand gefunden und den

Leckerbissen gefressen, so


wird er tüchtig gelobt. So verknüpft er die erste Fährte mit einem positiven Erlebnis. Sollte

er aber auf Leckerbissen nicht ansprechen, so können wir auch sein Lieblingsspielzeug,

einen Ball oder dergleichen verwenden. Die ersten Lernfährten sollten für den Hund nicht

zu schwierig gemacht werden. Wir müssen ganz besonders auf die Bodenbeschaffenheit

achten. Zu harter, ausgetrockneter Boden, starke Sonnenstrahlung oder starker Wind

sollen auf jeden Fall vermieden werden. Es ist sehr wichtig, daß wir am Anfang eine

kerzengerade Spur gehen. Sollte der Hund beim Suchen, die für uns gerade Sichtspur

verlassen, so können wir sofort korrekt auf ihn einwirken und ihn daran hindern. Der Hund

soll die Schleppspur auch bei Seitenwind nicht verlassen.

Diese Anfangsfährten werden nun auf eine Länge von 500-600 m in gerader Richtung

erweitert. Sucht der Hund in jedem Gelände und auf jeder Bodenart einen Schenkel in

dieser Länge, so beginnen wir schrittweise mit der Einarbeitung des Winkels. Beim Legen

der geraden Spur von etwa 50 m bauen wir jetzt einen größeren Bogen ein. Es ist ratsam

diese Spur als Schleppfährte zu legen. Wir belohnen unseren Hund unmittelbar hinter dem

Bogen mit dem Gegenstand und Leckerbissen. Der Bogen wird mit Nackenwind gegangen

und endet mit Seitenwind. Wir legen jetzt immer im Wechsel rechte und linke Bögen, damit

der Hund sich nicht eine bestimmte Seite angewöhnt. Arbeitet der Hund den Bogen korrekt

aus, bauen wir ihn stufenweise zu einem spitzen Winkel ab. Jetzt fügen wir den zweiten

Schenkel an. Dieser wird ca. 50-100 m weit gelegt, bis wir wieder Gegenstand und

Leckerbissen ablegen. Sind wir mit unserem Hund bis zum zweiten Schenkel gekommen,

so nehmen wir jetzt zwei Gegenstände. Sucht der Hund bis zum zweiten Schenkel, so wird

der zweite Winkel eingebaut. Der erste Gegenstand liegt nun nach dem ersten Bogen in

dessen Mitte zum zweiten Winkel. Der zweite Gegenstand wird am Anfang kurz nach dem

Winkel gelegt. Die Entfernung vom zweiten Winkel bis zum Fährtenende wird dann nach

und nach verlängert.

Es ist am Anfang ratsam auf der gelegten Spur wieder zurück zu gehen. Das schafft für

den Hund einen intensiveren Fährtengeruch. Jetzt sind wir mit unserem Hund so weit, eine

SchH-I-Fährte zu suchen. Sie sollte mindestens 300-400 Schritte lang sein. Zwei

Gegenstände, in der Mitte nach dem ersten Winkel und am Ende der Fährte sollte der

zweite Gegenstand liegen. Es ist aber erlaubt, den ersten Gegenstand in der Mitte des

ersten Schenkels zu legen und den zweiten Gegenstand am Schluß. Auf jeden Fall sollten

wir nach jeder Fährte das Gelände wechseln. Zum Üben sollte nach Möglichkeit

Wechselgelände genommen werden. Die Fährtenlänge sollte auf 800-1000 m erweitert

werden.

Sucht der Hund eine einwandfrei Schleppfährte, gehen wir zur Tupffährte über. Diese

legen wir in der gleichen Form, wie die Schleppfährte. Die Liegezeiten der Fährte

vergrößern wir jetzt auf eine halbe bis eine Stunde, vom Legen bis zum Suchen. Beim

Fährtenlegen, etwa 20 Minuten später, lassen wir unseren Hund ausgiebig auslaufen,

damit er sich richtig entleeren kann.

Danach legen wir dem Hund das Suchgeschirr an. Wir nehmen eine etwa 2 m lange

Leine, die wir am Suchgeschirr befestigen. Am Abgang der Fährte achten wir darauf, daß

der Hund ruhig und mit tiefer Nase diesen absucht und dann dem Fährtenverlauf folgt.

Besonders muß man am Abgang darauf achten, daß der Hund nicht stürmt, stöbert, faselt

usw. Hier wird mit dem Hörzeichen „Pfui" oder „Laß das" eingewirkt. Wir erziehen

unseren Hund konsequent dazu, ruhig und mit tiefer Nase die Fährte auszuarbeiten. Zeigt

der Hund eine gute Arbeit, so bestätigen wir das mit den lobenden Worten „Brav Spur".

Das gibt ihm sehr viel Selbstvertrauen und Sicherheit. Nach der Schlepp- und Tupffährte,

lernt der Hund die Führerfährte zu suchen, was nach diesem Aufbau nicht mehr schwer

ist. Je schwerer (gewichtsmäßig) der Fährtenleger ist, um so intensiver ist die

Bodenverletzung. Durch die Bodenverletzung entsteht eine sogenannte Duftschwelle, die

je nach Bewachsung des Bodens sowie durch klimatische Einflüsse stärker oder

schwächer ausdünstet und so in eine Fährtenbahn übergeht. Die Fährtenspur ist für den

Hund nach links und rechts sowie in der Höhe begrenzt und unterliegt Schwankungen

durch die Windverhältnisse. Jeder Winkel bedeutet für den Hund ein Fährtenabriß.

Deshalb ist es bei dem Legen der Fährte sehr wichtig, daß wir kurz vor dem Winkel die

Schritte kürzer nehmen und somit die Duftschwelle für den Hund intensiver gestalten. Es

ist sehr wichtig für den Hund, daß er am Fährtenabriß (Winkel) keine schlechten

Erfahrungen macht und nicht zu kreisen beginnt. Der Hundeführer sollte beim Suchen


des Winkels ca. 1 m hinter dem Hund sein und darauf achten, daß er ruhig und sicher

den Winkel ausarbeitet. Sollten wir in dieser Lernphase ungeduldig werden und durch

Zwang einwirken, erreichen wir genau das Gegenteil.


Beim Ausarbeiten des Winkels in der Lernphase ist es ganz wichtig, daß der Fährtenleger auch

genau weiß, wo der Winkel liegt, damit wir korrekt auf den Hund einwirken können. Ein gezielter

Zwang darf in der Fährtenarbeit nur dann angewandt werden, wenn der Hund gelernt und

verknüpft hat, was wir von ihm verlangen, aber aus irgendeinem Grund nicht mehr arbeiten will.

Sucht er wieder, so dürfen wir das Loben auf keinen Fall vergessen. Normalerweise lernen wir

dem Hund das Fährten in einem Gelände mit wenig Nebengerüchen. Das ist für den Hund

einfacher und er begreift es dann auch schneller.


Unbeherrschte und rohe Menschen, die nur ihre Selbstbestätigung suchen, sollten die

Finger von der Ausbildung lassen.

Die SchH-II-Fährte

Im Gegensatz zu SchH-I-Fährte, die eine Führerfährte ist, ist die SchH-II-Fährte eine

Fremdfährte. Sie ist ungefähr 400-500 Schritte lang, mindestens 30 Minuten alt, mit zwei

Gegenständen. Es sollten Gebrauchsgegenstände sein. Wichtig ist, daß diese vom Fährtenleger

sehr gute Witterung aufgenommen haben, damit der Hund sie auch korrekt verweisen kann.

Die Fährte enthält zwei rechte Winkel. Gesucht wird an einer 10 m langen Führerleine oder frei.

Beide Arten sind erlaubt.

Die Abgangsstelle der Fährte muß gut gekennzeichnet sein.

Eine Fährtentafel wird links von der Abgangsstelle in den Boden gesteckt. Der Fährtenleger

verweilt einige Zeit an der Abgangsstelle um dem Hund eine gute Witterung zu ermöglichen.

Wichtig für das Legen der Fährte ist ein guter Fährtenleger. Für einen Fährtenleger ist eine gute

Orientierung erforderlich. Er muß immer genau wissen, wo er gegangen ist und wo die Winkel

liegen, sonst ist eine genaue Kontrolle des Hundes unmöglich.

Der Hundeführer fordert den Hund durch das Hörzeichen „Such" auf, ohne Führerhilfen die

Fremdfährte selbstständig auszuarbeiten. Nur bei einer konzentrierten Zusammenarbeit des

Fährtenlegers mit dem Hundeführer ist eine gute Fährtenarbeit möglich. Es ist sehr wichtig, daß

wir darauf achten, daß der Hund immer mit straffer Leine sucht, so stellt man eine gute

Verbindung vom Hund zum Hundeführer her. Außerdem stellt der Hundeführer bei strammer

Leine sofort fest, wenn der Hund nicht mehr auf der Spur ist, denn er wird unsicher. In diesem

Moment braucht der Hundeführer nur stehen zu bleiben. Der Hund wird sich dann sehr schnell

selbständig korrigieren und auf der Spur weitersuchen. Bei einer Unsicherheit des Hundes kann

er sich logischerweise durch unser sofortiges Stehenbleiben nicht weit von der Spur entfernen.

Somit ist es für ihn auch relativ leicht, die Spur wieder zu finden.

Sobald der Hund den Gegenstand gefunden hat, muß er diesen ohne Einwirkung des

Hundeführers sofort aufnehmen oder überzeugend verweisen. Er kann stehenbleiben beim

Aufnehmen, sich setzen oder auch zum Hundeführer zurückkommen. Jegliches Weitergehen

oder Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Er kann das Verweisen im Sitzen, Liegen oder Stehen

zeigen. Der Hundeführer zeigt durch Hochheben des Gegenstandes, daß der Hund gefunden

hat.

Bei der Fährtenarbeit werden immer wieder Probleme auftauchen. Suchen wir die Fehler aber

immer erst bei uns selbst, denn der Hund kann nicht denken.


Die SchH-III-Fährte

Die SchH-III-Fährte hat wie die SchH-II-Fährte eine Fremdfährte. Sie sollte ca. 800-1000

Schritte lang sein, und drei Gegenstände haben und mindestens 50 Minuten liegen bevor

sie gesucht wird. Die Fährte sollte immer in verschiedene Formen gelegt werden. Die

Winkel und die Gegenstände dürfen nicht immer in der gleichen Form und in der gleichen

Entfernung liegen. Die Abgangsstelle muß durch die Fährtentafel gut gekennzeichnet sein.

Es ist sehr wichtig, daß die Gebrauchsgegenstände vom Fährtenleger genügend Witterung

aufgenommen haben, damit der Hund sie auch korrekt verweisen kann.

Der Fährtenleger legt den ersten Gegenstand nach etwa 100 Schritten, den zweiten

Gegenstand in der Mitte des zweiten Schenkels ab, ohne die Gangart zu unterbrechen.

Der dritte Gegenstand wird am Schluß der Fährte abgelegt.

Der Hundeführer kann die Fährte frei oder an der 10 m langen Fährtenleine ausarbeiten.

Beide Arten sind erlaubt.

Es ist sehr wichtig, daß wir einen guten Fährtenleger haben, mit einer guten Orientierung.

Er muß immer genau wissen, wo er gegangen ist und wo die Winkel liegen, sonst ist eine

genaue Kontrolle des Hundes unmöglich.

Der Hundeführer fordert den Hund durch das Hörzeichen „Such" auf, ohne Führerhilfen die

Fremdfährten selbständig auszuarbeiten. Der Hund muß ruhig und mit tiefer Nase

Witterung nehmen und so die Fährtenspur bis zum Ende verfolgen. Die Gegenstände

müssen bei der SchH III ohne Einwirkung des Hundeführers sofort aufgenommen oder

überzeugend verwiesen werden.

Es sollte bei der Fährtenarbeit mit straffer Leine geführt werden. So stellt man eine gute

Verbindung vom Hund zum Hundeführer her. Die Schrittlänge beim Legen der Fährte sollte

nicht so groß sein, sonst wird die Fährte für viele Hunde zu schwer, denn zu große Schritte

stellen für den Hund immer einen Fährtenabriß dar und er muß die Spur immer wieder neu

suchen. Wir sollten darum bei den Übungsfährten sehr genau darauf achten. Der Hund

wird es uns durch seinen Erfolg danken. Gute Bodenverhältnisse bestehen auf Wiesen,

Äckern, Waldwegen und sonstigen Böden, die wenig begangen werden. Hinzu kommt, daß

die zertretenen Pflanzen ihren eigenen Geruch stärker ausströmen lassen. Die Hunde

haben bei derart günstigen Bodenverhältnissen ein relativ leichtes Arbeiten. Schlimm wird

es dagegen schon bei festem Untergrund (Pflastersteine, Teerstraße, Betonplatten) sowie

starkem Verkehr, belebten Plätzen und Straßen, die sich sehr ungünstig auf die

Fährtenarbeit auswirken. Durch die geringe Bodenverletzung ist der Mischgeruch meist

wenig vorhanden. Die schlechten Bodenverhältnisse schließen aber einen

Fährtenhundeinsatz nicht ganz aus. Nur sollte die Fährte bei solchen Verhältnissen nicht

so lange liegen.

Genauso ungünstig können schlechte Witterungsbedingungen sein. Sehr starker Regen

kann eine geruchlich gelegte Spur völlig vernichten. Die am Boden haftenden Duftstoffe

werden total weggeschwemmt. Zu große Hitze, Sturm und starker Schneefall wirken sich

ungünstig auf die Fährte aus.

Günstige Bedingungen dagegen sind feuchte Witterung, Sprühregen, Windstille, Tau und

hohe Luftfeuchtigkeit.

Das Ausarbeiten von Eigenfährten dient hauptsächlich zur Selbstkontrolle über den

Leistungsstand des Hundes. Da der Hundeführer den Verlauf der Fährte genau kennt,

hundertprozentig genau weiß wo die Gegenstände liegen, wo die Verleitungen die Fährte

kreuzen, kann der Hundeführer das Verhalten des Hundes beim Suchen leichter beachten.

Aus diesem Grund gehören Eigenfährten zum ständigen Ausbildungsprogramm des

Hundes.


Erst später geht man zu Fremdfährten über. Grundsätzlich sollte beim Üben von

Fremdfährten der Fährtenleger beim Suchen dabei sein, damit der Hundeführer immer

korrekt auf seinen Hund einwirken kann. Die Länge, Form und das Alter der Fährte sind

dem Leistungsstand des Hundes anzupassen.


Die Fährtenhundprüfung (FH)

Sie ist die Meisterprüfung des Hundes und die Krönung in der Fährtenarbeit. Ist der Hund

von der SchH I bis zur SchH III richtig aufgebaut worden, so dürfte die FH unserem Hund

keine Probleme bereiten.

Die FH ist eine Fremdfährte, sollte mindestens 1000-1400 Schritt lang und nicht vor 3 Std.

gesucht werden. Sie enthält sechs Winkel und vier Gegenstände, die mit sehr guter

Witterung des Fährtenlegers versehen sein müssen. Sie muß mindestens dreimal von

einer frischen Fremdfährte an geräumig auseinanderliegenden Punkten geschnitten

werden. Zur FH-Prüfung können auch Hunde zugelassen werden, die nur eine bestandene

Prüfung für verkehrssichere Begleithunde nachweisen können. Die FH darf frei, oder an

einer 10 m langen Fährtenleine gesucht werden.

Jeder Mensch der sich im Gelände fortbewegt, erzeugt eine Reihe von Gerüchen. Die

menschliche Fährte setzt sich aus verschiedenartigen Gerüchen zusammen. Jeder

Fußabdruck der ins Erdreich eingedrückt wird setzt Erdschichten frei, die gewöhnlich

feuchter sind, als die unverletzte Erdoberfläche. Dadurch ergibt sich eine stärkere

Verdunstung an den Stellen, wo die Fußtritte das Erdreich verletzt haben. Die Hundenase

stellt den stärkeren Erdgeruch sofort fest und wird diesem folgen.

Je nach dem Ausbildungsstand des Hundes richtet sich die Wartezeit bis zum Ansetzen

der Fährte. Mindestens 30 Minuten sollte auf jeden Fall gewartet werden. Eine Stunde zu

warten ist das Normale. Wenn wir zwei oder drei Stunden am Tag warten, entspricht das

fast dem Schwierigkeitsgrad von etwa vier bis sechs Stunden in der Nacht. Jeder

Hundeführer, der mit seinem Hund eine FHFährte sucht, sollte nicht zu wenig Vertrauen in

die Hundenase setzen. Da der Hund uns auf diesem Gebiet so unendlich überlegen ist, gilt

es im besonderen Maße, seine Fähigkeiten zu erkennen.

Viele Fehler in der Fährtenarbeit entstehen sehr oft durch das falsche Verhalten der

Hundeführer. Es gibt aber manchmal einfach Momente, wo der Hund nicht mehr weiter

suchen kann. Das ist zu akzeptieren und darf nicht voreilig dem Hund als Versagen

angelastet werden. Bei gleichartigen Fährten, die sich kreuzen, ist es nicht immer leicht für

den Hund, die Ansatzfährte bis zum Ende auszuarbeiten. In der Praxis kommt das sehr

selten vor.

Schon wenige Minuten Abstand genügen, daß der Hund aufmerksam wird und auf die

Ansatzfährte zurückfindet. So einen Hund nennt man Fährtensicher. Beim Üben mit

Verleitungsfährten sollten diese mindestens 10 Min. liegen. So können wir sicher sein, vom

Hund nichts Unmögliches zu verlangen. Fährtensicherheit sollte unser anzustrebendes und

erreichbares Ziel sein. Auch beim Legen der Gegenstände hat man auf verschiedene

Punkte zu achten. Wir sollten bei dem Winkel mindestens einen Sicherheitsabstand von 20

m einhalten, weil bei schräg einfallendem Wind der Hund zu früh den Gegenstand

wahrnimmt und die Spur verläßt.

Bei Geländekanten sollten wir auch mindestens 20 m vorher den Winkel legen. In Mulden

und Vertiefungen sollten keine Gegenstände abgelegt werden. Kurz vor Fährtenbeginn

legen wir dem Hund das Fährtengeschirr an. Das bedeutet für ihn, jetzt beginnt die Arbeit.

Ich lege meine Hunde dann einige Meter vor dem Abgang ab, damit sie sich noch mal ganz

auf die bevorstehende Arbeit konzentrieren können. Die Zehnmeterleine wird ausgeworfen.

Beim Üben fassen wir die Fährtenleine etwa 2 m hinter dem Hund an und gehen zum

Abgang, aber nicht immer von der gleichen Seite.

Vor allem nicht auf der Spur des Fährtenlegers. Geht der Hund am Ansatzpunkt auf der

Fährte weg, bleiben wir stehen und lassen die Leine bis zu ihrem Ende auslaufen. Wir

achten darauf, daß kein Ruck erfolgt, der den Hund stören würde.


Jeglicher Zwang am Abgang ist zu vermeiden. Der Hund erhält lediglich das Hörzeichen

„SuchSpur". Wir selber sollten entspannt und nicht nervös sein. Auch der FH-Hund sollte

an ein geringes Duftfeld am Abgang gewöhnt werden. Es genügt schon wenn der

Fährtenleger nur 2-3 Min. neben der Fährtentafel verweilt und dann die Fährte legt.

Voraussetzung hierfür ist ein guter Kontakt zwischen dem Hund und seinem Führer. Ist

dieser nicht vorhanden, sind alle unsere Bemühungen sinnlos. Ohne Vertrauensbasis bei

der Fährtenarbeit sind keine erfreulichen oder auch nur einigermaßen erfolgreiche

Resultate möglich. Bei allen Gegenständen, von denen wir bei den Übungsfährten genau

wissen sollten wo sie liegen, müssen wir darauf achten, daß sie vom Hund nicht

überlaufen werden. Er hat genau vor dem Gegenstand zu verweisen oder aufzunehmen.

Vor jedem Winkel, dessen Verlauf wir genau kennen sollten, befinden wir uns etwa 2 m

hinter dem Hund. So können wir ein Überlaufen und Kreisen am Winkel verhindern. Auf

den geraden Schenkeln lassen wir die 10-m-Leine wieder ganz auslaufen.

Hat der Hund den letzten Gegenstand aufgenommen, wird er überschwenglich gelobt.

Gleichzeitig befreien wir ihn vom Suchgeschirr. Danach beginnen wir sofort mit dem

Beutespiel. Das kann ein Ball oder die Beißwurst sein der er nachjagen darf. Das

Beutespiel am Schluß der Fährte befreit den Hund von allen Belastungen, der er auf der

Fährte ausgesetzt war. Der Hund ist, wie der Mensch, Leistungsschwankungen

unterworfen. Nicht immer können wir ein Versagen auf der Fährte erklären. Aber es

können viele Gründe sein. Zum Beispiel, der Hund ist krank oder die Bodenbeschaffenheit

zu schlecht, das Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind so ungünstig

liegen, daß für ihn ein Aufspüren der Fährte unmöglich ist.

In einem solchen Fall brechen wir das Training eines sonst sicheren Fährtenhundes ab.

Der kranke Mensch ist auch nicht imstande, seine sonst gewohnte Leistung zu erbringen.

Das müssen wir akzeptieren. Die Fährtenarbeit steckt voller Überraschungen.


Bei fortgeschrittener Fährtensicherheit werden die Fährten, langsam steigend, auf bis zu 2

– 3 km verlängert und haben ein Alter von etwa 3 Stunden.

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