Jahresbericht 2013 - WWF Schweiz

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Jahresbericht 2013 - WWF Schweiz

Jahresbericht 2013

WWF Schweiz


Inhalt

WWF-Arbeit 2013

Fokusregionen 4

Biodiversität 6

Fussabdruck 12

Partnerschaften

Nachlässe, Stiftungen und Institutionen 18

Firmen 20

Partner 23

Finanzen

Zahlen 24

Der WWF

Organigramm WWF Schweiz 26

Geschäftsleitung/Stiftungsrat 27

Zertifizierungen 27

Titelseite: © Martin Harvey / WWF-Canon


Editorial

Rubrik

Editorial

von Thomas

Vellacott

Der CEO des WWF Schweiz

blickt auf das Geschäftsjahr 2013

zurück.

Wenn ich auf unsere Arbeit zurückblicke, bin ich dankbar – all den Freiwilligen,

Mitarbeitenden und Partnern, die gemeinsam viel für die Natur erreicht haben. In der

Schweizer Landwirtschafts- oder Raumplanungspolitik zum Beispiel bewegt sich viel,

und in der Energiepolitik noch mehr. Klimaschutz, Energieeffizienz, Atomausstieg:

Vieles von dem, was noch vor wenigen Jahren als utopische Forderung abgetan wurde,

ist mehrheitsfähig geworden.

Auch wenn wir vieles bewegen, bin ich gleichzeitig ungeduldig, weil wir unsere Ziele

nicht schnell genug erreichen. Wenn wir die Energiewende als Chance für unser Land

nutzen wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen. Und zwar so, dass wir Tempo

zulegen. Im Kampf gegen den Klimawandel läuft uns die Zeit davon. Der Atomausstieg

ist zwar beschlossen, lässt aber weiter auf sich warten. Und in der Wirtschaft ist zwar ein

Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit spürbar, doch es gibt noch viel zu viele Bremser.

Unsere Partner zeigen, dass Nachhaltigkeit auch für die Wirtschaft eine Chance ist. Wie

gut sie auf Kurs sind, können Sie über wwf.ch/wirtschaft einsehen.

Gar nicht auf Kurs sind wir im Kampf gegen die Wilderei. Der illegale Handel mit geschützten

Arten ist ein Milliardengeschäft und für viele Tiere und Pflanzen existenzbedrohend

geworden. Die Wildhüter stehen den mit modernsten Waffen ausgerüsteten

Wilderern oft machtlos gegenüber und müssen ihr Leben aufs Spiel setzen. Diese Menschen

leisten Enormes, und der WWF unterstützt sie, wo er kann. Ausdauer lohnt sich, das

zeigen die Erfolge in China und Thailand, nachzulesen auf Seite 8 dieses Jahresberichtes.

Trotz Rückschlägen – gemeinsam haben wir viel für die Umwelt erreicht: manchmal mit

Konfrontation, manchmal mit Kooperation. Die grosse Kunst ist es, beides im richtigen

Moment einzusetzen. Und sich immer wieder zu fragen, welche anderen Hebel es gibt,

die wir noch nicht in Bewegung gesetzt haben. Denn nur wenn wir den Mut haben, Neues

auszuprobieren und bewährte Methoden im grösseren Massstab einzusetzen, kommen

wir dem Ziel des WWF näher – einer Zukunft, in der Mensch und Natur in Harmonie

miteinander leben. Danke, dass Sie uns weiterhin dabei unterstützen.

Thomas Vellacott, Geschäftsleiter WWF Schweiz

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 3


Fokusregionen

Darauf konzentriert sich der WWF Schweiz

Der WWF Schweiz kann nicht überall aktiv werden.

Deshalb hat er auf der ganzen Welt einzelne Regionen

ausgewählt, in denen der Handlungsbedarf besonders

gross ist. In diesen acht Gebieten ist die Artenvielfalt

besonders stark bedroht.

Mehr zu unseren Projekten lesen Sie auf wwf.ch/projekte.

Über unsere Erfolge – auch auf nationaler Ebene – berichten

wir auf wwf.ch/leistungsausweis.

1 Amazonas

Die Schatzkammer unter den Tropenwäldern: Im

Amazonas-Regenwald entdecken Forscher im Schnitt

alle drei Tage eine neue Art. Allmählich erkennt die

Menschheit auch, welche Bedeutung dieser Wald für das

Weltklima hat.

2 Atlantikwald

Der Atlantikwald war einst ein grünes Band entlang der

brasilianischen Küste. Er reichte bis ins Landesinnere

von Paraguay und Argentinien. Heute sind grosse

Flächen gerodet, um darauf Soja anzubauen.

1

2

3 Alpen

Die Alpen sind das am meisten genutzte Gebirge der

Welt. Um diesen Lebensraum zu schützen, arbeiten

die Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich und

Italien im WWF-Alpenprogramm zusammen.

4 Ostafrika

Ostafrika besitzt grosse Ressourcen. Doch von einer

nachhaltigen Nutzung von Fischen, Holz, Öl, Gas und

metallischen Rohstoffen ist die Region weit entfernt.

Der WWF setzt sich für eine legale, verantwortungsvolle

und sozialverträgliche Nutzung ein.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 4


Fokusregionen

5 Kaukasus

Der Kaukasus ist eine Region der ökologischen Rekorde:

Über 100 verschiedene Landschaften und mehr als 7800

Arten gibt es hier. Viele Pflanzen und Tiere sind aber

bedroht, darunter der Kaukasische Leopard und die

Streifenhyäne.

6 Madagaskar

Die Wälder auf der Insel Madagaskar werden massiv

übernutzt. Das bedroht die rund 4000 Baum- und über

100 Vogelarten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.

3

5

7

4

6

8

7 Mekong

8 Korallendreieck

Grosse Staudamm-Projekte entlang des Mekong könnten

schon bald die gesamte Flussökologie stören.

Riesenwelse und Flussdelfine sind in Gefahr – und der

lebenswichtige Reisanbau für Millionen von Menschen.

Das Korallendreieck in Südostasien ist sechs Millionen

Quadratkilometer gross und beherbergt einen riesigen

Artenreichtum. Vom Schutz dieser Unterwasserwelt

profitieren auch die 120 Millionen Menschen, deren

Lebensgrundlage direkt davon abhängt.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 5


Biodiversität

Auf der Erde leben unzählige Tier- und Pflanzenarten,

die alle voneinander abhängig sind. Auf diese

Vielfalt angewiesen ist auch der Mensch, für den ein

funktionierendes Ökosystem überlebenswichtig ist.

Jede verschwundene oder ausgerottete Art ist ein

grosser Verlust. Die Weltnaturschutzunion IUCN

schätzt, dass der durch Artenschwund entstandene

Schaden bald mehrere Billionen Dollar betragen

könnte. Für uns ist dieser Schaden nicht mit Geld

aufzuwiegen. Wir wollen ihn verhindern.


© age fotostock / Alamy


Biodiversität

Kampf gegen

illegalen Handel

Im Kampf gegen den illegalen Handel

mit Tierprodukten kämpft der WWF

für höhere Strafen und schärfere

Gesetze. Angst vor grossen Tieren hat

er dabei nicht: Die Aktion richtet sich

vor allem an führende Politiker.

120 000

Dollar

Der illegale Handel mit Tier- und Pflanzenarten ist ein einträgliches Geschäft: Nach dem

Drogenhandel, der Geldfälscherei und dem Menschenhandel stellt er die viertgrösste

illegale Branche dar. Rund 19 Milliarden Dollar wird pro Jahr mit dem Handel von

Produkten verdient. Mit dem Geld finanzieren Rebellen, Milizen und Terroristen

ihre blutigen Aktionen und destabilisieren so Regierungen und ganze Gesellschaften.

Besonders Afrika ist ein Herd solcher Konflikte. Oft verfügen die Wilderer über weltweite

Netzwerke und werden von korrupten Beamten gedeckt.

«Kill the Trade», eine WWF-Kampagne gegen den illegalen Handel mit Arten, richtet

sich deshalb gezielt an die höchsten Staatsvertreter in Afrika und Asien. Teil davon ist

eine Petition, die der thailändischen Ministerpräsidentin zugestellt wurde und ein Verbot

des Elfenbeinhandels forderte. Dieser Geschäftszweig ist in Thailand nach wie vor legal

und dient als Drehscheibe für gewildertes Elfenbein aus Afrika. 1,6 Millionen Menschen

unterzeichneten das Anliegen.

Die Petition hatte Erfolg: «Nachdem die Premierministerin an einer Konferenz des

Washingtoner Artenschutzabkommens dem Druck nachgeben musste, ist jetzt die

Ausarbeitung einer neuen, thailändischen Gesetzgebung im Gange. Sie soll dem illegalen

Handel unter dem Deckmantel des nationalen Handels einen Riegel schieben», sagt

Artenschutzexpertin Doris Calegari.

So viel können zwei

Stosszähne eines

Elefantenbullen auf dem

Schwarzmarkt bringen.

Der WWF wurde auch in China und Vietnam aktiv, zwei wichtigen Zielländern im illegalen

Wildtierhandel. Nachdem er Regierungsvertreter aufgefordert hatte, konsequenter gegen

Verstösse vorzugehen und diese härter zu bestrafen, wurden mehrere zehntausend

Märkte und Geschäfte durchkämmt. Tausende illegale Produkte wurden beschlagnahmt

und mehrere hundert Täter bestraft. Derzeit bildet China Spürhunde aus, die an Zöllen

zum Einsatz kommen sollen.

Einen weiteren Erfolg erzielte der WWF an der UN-Konferenz für Verbrechensverhütung

und Strafrechtspflege. Die Mitgliedsstaaten beschlossen, den illegalen Handel als

ernsthaftes Verbrechen einzustufen und die Strafen stark zu erhöhen. In Südafrika wurde

danach ein Nashornschmuggler zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 8


Biodiversität

508 Millionen

Franken

Einsatz für umweltgerechtere Landwirtschaft

Auch im eigenen Land war der WWF im Jahr 2013 erfolgreich. Zusammen mit

Konsumenten, Wirtschaftsvertretern, anderen Umweltorganisationen und einzelnen

Bauern-Gruppierungen machte sich der WWF dafür stark, die Subventionen für das

Halten von Tieren aus der Agrarpolitik 2014–2017 zu streichen. Diese sogenannten

«Tierbeiträge» führten bislang dazu, dass Schweizer Bauern möglichst viel Vieh hielten.

Zum Füttern von Vieh muss aber häufig Soja aus gerodeten Regenwaldgebieten importiert

werden. Das Klima wiederum leidet unter dem Gärgas-Ausstoss der Kühe.

Umweltschädlichen

Fehlanreiz abgeschafft:

In der Schweizer Landwirtschaft

gibt es künftig

keine Tierbeiträge mehr.

Die Bauern-Lobby wollte auf die jährlich 508 Millionen Franken jedoch nicht verzichten

und mobilisierte entsprechend – allerdings ohne Erfolg. Das Parlament strich die

Beiträge aus dem Gesetz. Die Höhe der Subventionen richtet sich künftig stark nach der

gemeinwirtschaftlichen Leistung, die ein Bauer erbringt.

Neues Leben in der Linth-Ebene

Der WWF gibt sich nicht so schnell zufrieden: Mit dem Hochwasserschutzprojekt

«Linth 2000» entstanden entlang der Linth zwar zwei neue Aufweitungen, die mehr

Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten. Doch dem WWF Schwyz reichten diese

Verbesserungen nicht. Er beschloss, die gesamte Breite der Linthebene ökologisch

aufzuwerten und Altläufe der Linth wiederzubeleben. Zusammen mit dem Verein Pro

Tuggen gründete er dazu die Stiftung «Lebensraum Linthgebiet».

Das erste Projekt «Heuli» im schwyzerischen Tuggen ist bereits umgesetzt. Ein komplett

verlandeter Altlauf der Linth wurde ausgebaggert, füllte sich mit Grundwasser

und bildet heute eine 10 000 Quadratmeter grosse Wasserfläche. Zusätzlich wurden

Hecken gepflanzt, Trockensteinmauern gebaut, Ast- und Steinhaufen aufgeschichtet,

invasive Pflanzen ausgerissen und mehrere Wildbienenhäuser installiert. Das Gebiet

hat sich innert kürzester Zeit mit Leben gefüllt. Im «Heuli» wurden bereits Feldhasen

gesichtet, und die Zahl der Libellenarten stieg von 11 auf 23 an. In den kommenden

Jahren sollen vier weitere, ähnliche Projekte realisiert werden.

Dank der Renaturierung

eines alten Linth-Armes

hat der seltene Feldhase

wieder einen Lebensraum.

© Andy ROUSE / NATUREPL.COM

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 9


Biodiversität

Hilfe für den

Grossen Panda

Wer dem Grossen Panda helfen

will, muss vor allem den übernutzten

chinesischen Wald schützen.

Dies gelingt mit energieeffizienten

Holzöfen, die mit der Hälfte des

Feuerholzes auskommen.

Das Mamize-Reservat in der Provinz Sichuan ist fast so gross wie die Schweiz – viel Platz

für die nur noch acht Grossen Pandas, die in diesem Gebiet leben. Damit sich der Bestand

erholen kann, muss der Lebensraum des Pandas dringend geschützt werden. Dies ist nur

zusammen mit der Bevölkerung möglich.

Im und um das Reservat lebt die ethnische Gruppe der Yi, ein Volk mit eigener Kultur.

Gekocht und geheizt wird bei den Yi mit Holz, das sie in den Wäldern sammeln. Pro Jahr

sind es rund 30 Tonnen pro Haushalt.

30 Tonnen

Zusammen mit den Dorfbewohnern, den lokalen Behörden und den Angestellten des

Naturreservats startete der WWF im Oktober 2010 ein Projekt für energieeffiziente

Holzöfen. Mittlerweile sind 1600 Öfen in Betrieb. Die Öfen schonen nicht nur den

Wald, sondern auch das Klima. Pro Jahr werden schätzungsweise 16 000 Tonnen CO 2

eingespart.

Und auch die Bewohner profitieren. «Weil sie nur noch halb so viel Holz sammeln müssen,

gewinnen sie viel Zeit», erklärt WWF-Expertin Bella Roscher. «Auch die Luftqualität

in den Häusern hat sich massiv verbessert, weil nun ein Kamin den Rauch auffängt und

nach draussen leitet.»

Bei den traditionellen Öfen waren Frauen und Kinder, die sich üblicherweise häufig in

der Küche aufhalten, direkt dem Rauch ausgesetzt. Laut der Global Alliance for Clean

Cook Stoves sterben jedes Jahr vier Millionen Menschen wegen der verschmutzten Luft

im eigenen Zuhause.

Das Sammeln von

Feuerholz belastet die

Wälder, wo noch

Grosse Pandas leben.

Das Holzofen-Projekt im Süden Chinas wurde nach den Gold-Standard-Kriterien

zertifiziert. Es trägt also das strengste und unabhängige Label für Klimaschutzprojekte.

Unterstützt wird das Projekt von Coop.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 10


Biodiversität

62,9

Prozent

Verdichten statt zersiedeln

Der WWF will verhindern, dass ein unförmiger Siedlungsbrei die Schweiz prägt und

Landschaften zubetoniert werden. Deshalb war die Freude gross, als die Schweizerinnen

und Schweizer dem revidierten Raumplanungsgesetz mit einer Mehrheit von stolzen

62,9 Prozent zustimmten. Der WWF hatte sich sowohl im Abstimmungskampf als auch

im Parlament stark für ein Ja engagiert.

Eine deutliche Mehrheit

sagte Ja zum neuen Raumplanungsgesetz.

Wenn Land neu eingezont wird, müssen Landbesitzer künftig einen Teil ihres Gewinnes

der Allgemeinheit abliefern. Zudem werden bereits bestehende, zu gross geratene Bauzonen

verkleinert. Der WWF wird nun ein Augenmerk auf die Überarbeitung der kantonalen

Richtpläne legen und intervenieren, sofern dies aus ökologischer Sicht notwendig ist.

Weltrekord in Bolivien

Bolivien hat einen Weltrekord geschafft: Die Regierung hat im Feuchtgebiet Llanos de

Moxos eine Fläche von 6,9 Millionen Hektaren unter Schutz gestellt. Diese Fläche ist mehr

als eineinhalb Mal so gross wie die Schweiz. Für die Ramsar-Konvention zum Schutz der

Feuchtgebiete, die der WWF vor 42 Jahren mitlancierte, ist dies ein grosser Erfolg. Mit

131 Säugetier-, mehr als 560 Vogel- und 625 Fischarten gehört dieses weltweit grösste

Feuchtschutzgebiet zu den artenreichsten Ökosystemen überhaupt.

Einige der Arten, die in dieser Ebene leben, etwa der Riesenotter oder der bolivianische

Flussdelfin, sind gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Dieses Überschwemmungsgebiet

ist zudem ein wichtiger Zufluss des Amazonas, der auch das Weltklima

beeinflusst. Umso wichtiger ist das neue Schutzgebiet.

© Morales / prisma

Im grössten Feuchtschutzgebiet

der Welt zu Hause:

Riesenotter

im Llanos de Moxos.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 11


Wie gros

Fuss

Fussabdruck

Wie viel Dinge brauchen wir, um glücklich zu sein?

Die Navajo-Indianer begnügten sich im Schnitt mit 236

Gegenständen. Schweizerinnen und Schweizer besitzen

rund 10 000. Das hat Folgen für die Umwelt: Würden

alle auf der Erde so leben wie wir, wären langfristig die

Ressourcen von 2,8 Planeten nötig. Studien zeigen, dass

wir mit dem Anhäufen von Gegenständen ohnehin auf

dem Holzweg sind: Langfristige Zufriedenheit hängt

nicht von materiellen Dingen ab, sondern davon, wie

verantwortungsvoll wir leben. Wer seinen ökologischen

Fussabdruck berechnet, macht bereits einen Schritt in

die richtige Richtung.


s ist Ihr

abdruck?

Finden Sie es heraus!

wwf.ch/footprint


Fussabdruck

Mit gutem

Appetit voran

Essen kann die Umwelt belasten:

Die Ernährung macht 28 Prozent

unseres ökologischen Fussabdrucks

aus. Der WWF macht sich dafür

stark, dass Umweltschutz auch auf

dem Teller stattfindet.

Am stärksten ins Gewicht fallen tierische Produkte: Sie machen fast die Hälfte der

ernährungsbedingten Umweltbelastung aus. Wer gelegentlich das Fleisch weglässt, kann

seinen Fussabdruck deshalb markant verkleinern. Nur noch drei statt sieben Mal Fleisch

pro Woche bewirken eine Reduktion des Ernährungs-Fussabdrucks um 20 Prozent.

Um zu zeigen, dass vegetarisch essen keineswegs «verzichten» bedeutet, hat der WWF

seine Datenbank für fleischlose Rezepte erweitert. Auf der Website und in der App sind

aktuell 30 Gerichte pro Jahreszeit zu finden.

20 Prozent

Aktiv wurde der WWF auch bei der Verpflegung ausser Haus, die seit Jahren kontinuierlich

ansteigt. Mit der Personalgastronomie-Anbieterin SV Group hat der WWF eine

Partnerin gefunden, die sich ebenfalls für die Umwelt einsetzt. Die SV Group verzichtet

in ihren Personalrestaurants und Mensen künftig wenn immer möglich auf mit dem

Flugzeug transportierte Waren, bietet weniger Fleisch an und verzichtet möglichst auf

Produkte aus Gewächshäusern, die mit fossiler Energie geheizt wurden. Die SV Group

reduziert zudem Lebensmittelabfälle.

Für den WWF ist dies ein besonders wichtiges Thema, denn die Schweizerinnen und

Schweizer werfen pro Tag im Schnitt 320 Gramm Lebensmittel in den Abfall – eine riesige

Verschwendung. Als der WWF diese Tatsache zusammen mit dem Verein Foodwaste

publik machte, stiess sie in der Bevölkerung und in der Lebensmittelbranche auf grosses

Interesse. Inzwischen hat auch der Bund das Thema in Workshops und Anhörungen

aufgenommen.

Mehr Gemüse, weniger

Fleisch: So lässt sich

unser Ernährungs-

Fussabdruck senken.

Erfreulich ist für den WWF, dass die Schweizerinnen und Schweizer immer häufiger zu

Bio-Produkten greifen. Der Absatz im Jahr 2012 ist um über fünf Prozent angestiegen.

Zugelegt hat auch der Anteil von Fischen und Meeresfrüchten aus umweltgerechterer

Produktion. Bei wild gefangenen Fischen stieg das Angebot mit dem MSC-Label um 500

Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Bei Zuchtfischen gelangten 2012 zudem die ersten ASCzertifizierten

Produkte in die Schweizer Ladenregale. Mit ASC sollen die Umwelt- und

Sozialstandards bei der Zucht von Fischen und Meeresfrüchten erhöht werden. Einen

wichtigen Beitrag zu diesen Erfolgen leisteten Coop und Migros, die sich in Partnerschaften

mit dem WWF verpflichteten, ein umweltgerecht produziertes Angebot zu fördern.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 14


Fussabdruck

Anleitung zu mehr Umweltbewusstsein

37

Teilnehmende

Kleine und mittlere Gemeinden in der Schweiz haben mittlerweile verschiedentlich mit

den Themen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu tun: Sie müssen sich bei der

Erhaltung der Artenvielfalt auskennen, bei der Energieeffizienz, der Raumplanung und

müssen gleichzeitig den Dialog mit der Bevölkerung führen. Oft fehlt den Verantwortlichen

aber das notwendige Wissen.

Der erste WWF-Kurs

«Nachhaltige Gemeinde»

war gut besucht.

Das Bildungszentrum WWF hat deshalb den modular aufgebauten Kurs «Nachhaltige

Gemeinde» ins Leben gerufen. Er richtet sich an Behördenvertreter, Politiker und

Personen, die mit Gemeinden zusammenarbeiten. Das Angebot stiess auf offene Ohren:

37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten den ersten Kurs. Der zweite ist bereits in

Planung.

Ein Klick in Richtung Zufriedenheit

Materielle Dinge machen nicht glücklich. Wie Studien zeigen, sind es vielmehr soziale

Kontakte, sinnstiftendes Engagement und bewusste Entscheidungen, die dem Menschen

langfristig ein gutes Gefühl geben. Die richtige Entscheidung trafen im vergangenen

Jahr deshalb jene 90 000 Menschen, die mit dem Footprint-Rechner ihren ökologischen

Fussabdruck ausrechneten. Neben einer Standortbestimmung in Sachen Umweltschutz

erhielten sie auf wwf.ch praktische Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil.

Rund 100 000 Smartphone-Benutzer luden sich zudem den WWF-Ratgeber als App

herunter. Seit 2013 hat die Anwendung noch mehr Funktionen: Neben Ratgebern zu

Ernährung und Haushalt bietet sie neu auch Vegi-Rezepte, den Footprint-Rechner und

Umwelttipps für den Alltag. Dank einer Zusammenarbeit mit Swisscom ist die App

kostenlos.

Guter Rat ist für

einmal kostenlos:

Die WWF-App bietet

gratis Umwelt- und

Einkaufstipps für

den Alltag.

QR-Code scannen

und WWF-Ratgeber-App

kostenlos installieren.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 15


Fussabdruck

Runder Tisch für

den Regenwald

Viele Rohstoffe – wie etwa Palmöl

– müssen verantwortungsvoller

produziert werden. Deshalb setzt sich

der WWF mit Interessensvertretern

an einen Tisch.

Der WWF sucht das Gespräch: Er redet mit Produzenten, Verarbeitern, Rohstoffhändlern,

Konsumgüterherstellern, Banken, Investoren und NGOs und setzt sich für eine

umweltverträglichere Produktion von Rohstoffen ein.

Einer dieser Runden Tische ist jener für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Sein Ziel: Die

Zerstörung von artenreichen Tropenwäldern begrenzen. Im Frühling 2013 überarbeitete

der RSPO erstmals seine Richtlinien. In diesen Review-Prozess brachte der WWF seine

Forderungen ein.

Mit dem Ergebnis ist der WWF allerdings noch nicht zufrieden. Überarbeitet wurden vor

allem die sozialen Standards – was wichtig und gut ist. Doch bei den Umweltaspekten

gehen die neuen Richtlinien nicht so weit, wie es der WWF gefordert hatte. Ein Grund

dafür ist die starke Stimme der Produzenten. Sie beklagen, dass bisher nur die Hälfte des

zertifizierten Palmöls Abnehmer findet. Vor diesem Hintergrund ist es schwer, strengere

Kriterien durchzusetzen.

Dennoch zeigt der Einsatz für strengere Produktionsvorschriften Wirkung: Nachdem der

WWF die Hersteller dazu aufgefordert hatte, mehr zu tun als die Richtlinien vorschreiben,

entschlossen sich einige Unternehmen zum Handeln. Beispielsweise der Palmölhersteller

New Britain Palm Oil, der jetzt auch zertifiziertes Stearin für Kosmetika und Pflegemittel

herstellt, welches bisher nicht verfügbar war. Dank des Engagements einzelner Firmen

konnte der Anteil an zertifiziertem Palmöl in den vier Jahren, in denen es auf dem globalen

Markt ist, auf 14 Prozent gesteigert werden.

Nicht nur beim Palmöl redet der WWF mit. Auch bei Baumwolle, Soja und Zucker setzt er

sich für eine kontinuierliche Verbesserung der Standards ein. Erfreulich ist beispielsweise,

dass der Runde Tisch für die Soja-Produktion beschloss, das Pestizid Carbofuran ab 2017

zu verbieten. Auch der Einsatz des Herbizids Paraquat ist ab dann verboten, sofern es

eine wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Alternative gibt. Neu wurde eine Gruppe

beauftragt, Methoden auszuarbeiten, welche die negativen Auswirkungen von Agro-

Chemikalien vermindern.

Für die Palmölproduktion

werden

grosse Flächen

Tropenwälder gerodet.

© naturepl.com / Tim Laman /

WWF-Canon

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 16


Fussabdruck

Neue Ära für das Pandamobil

Das Pandamobil ist das älteste ununterbrochen laufende Projekt des WWF Schweiz: Seit

35 Jahren fährt der umgebaute Verkaufsbus – ein Geschenk der Migros – quer durch die

Schweiz und vermittelt Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren auf spielerische Weise einen

Zugang zur Natur. Über 325 000 Kinder besuchten bisher eine der 18 Ausstellungen.

Am Steuer sass seit 1978 Michel Terrettaz – alias «Monsieur Pandamobil» –, der schon

Tausende von Kindern dazu motivierte, umweltbewusst zu leben. Nun geht Terrettaz in

Pension, und für das Pandamobil beginnt eine neue Ära. Es wird künftig mit Ausstellungen

für Kinder schon ab dem Kindergartenalter auf Reisen gehen.

© Elma Okic / WWF-Canon

«Monsieur Pandamobil»

geht in Pension: Michel

Terrettaz vermittelte über

325 000 Kindern einen

Zugang zur Natur.

Initiative gegen die Stromverschwendung

Die positive Nachricht zuerst: Nach konstantem Anstieg über viele Jahre steigt der

Stromverbrauch in der Schweiz momentan nicht weiter an. Doch rund 40 Prozent

des verbrauchten Stromes werden verschwendet. Ein Grossteil davon könnten wir

einsparen, wenn wir die Energie effizienter und überlegter nutzen würden.

Weil der sauberste Strom immer noch der ist, der nicht produziert werden muss,

lancierte der WWF zusammen mit anderen Akteuren die Stromeffizienz-Initiative.

Sie verlangt, dass der Verbrauch auf dem Niveau von 2011 stabilisiert wird. Im

Gesetz soll verankert werden, dass Bund und Kantone die dazu nötigen Massnahmen

treffen müssen.

Innerhalb von nur sieben Monaten konnten für die Initiative 128 000 Unterschriften

gesammelt werden. Mitgeholfen haben viele WWF-Freiwillige, Mitglieder und die

eigenen Mitarbeitenden.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 17


Partnerschaften

Nachlässe,

Stiftungen und

Institutionen

Im Jahr 2013 unterstützten uns

Stiftungen und Private, die den

WWF in ihrem letzten Willen

berücksichtigten, mit insgesamt

10 Millionen Franken.

Nachlässe

Legate und Erbschaften sind für den WWF von grosser Bedeutung. Im Geschäftsjahr

2013 bedachten ihn 29 Menschen in ihrem Testament. Manche Personen kontaktieren

den WWF schon zu Lebzeiten, weil sie ihn als Erben oder Vermächtnisnehmer einsetzen

möchten. In anderen Fällen erfährt der WWF erst im Nachhinein von der Hinterlassenschaft.

Wer den WWF in seinem Testament oder Erbvertrag berücksichtigen will, dem steht eine

Fachperson für Erbschaftsfragen professionell und diskret zur Verfügung. Der WWF ist

von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. Der Wert einer Erbschaft oder eines

Vermächtnisses fliesst somit vollständig in den Natur- und Umweltschutz.

Neben Legaten sind dem WWF auch von Stiftungen und öffentlichen Institutionen

substanzielle Mittel zugeflossen. Folgende möchten wir dankend hervorheben:

Stiftungen

Für die Herausforderungen der Zukunft braucht es kompetente Umweltwissenschafter

und -wissenschafterinnen. Arbeitsplätze im Umweltbereich sind jedoch nach wie vor

dünn gesät. Im Jahr 2013 erhielten dank der Margarethe und Rudolf Gsell-Stiftung

erneut 25 naturwissenschaftliche Hochschulabgänger die Möglichkeit, beim WWF erste

Erfahrungen im Umweltbereich zu sammeln.

Den Lachs ins Rampenlicht

heben, damit sein

Rückweg in die Schweiz

möglich wird.

Die Ernst Göhner Stiftung half dem WWF dabei, dem Lachs den Weg zurück in die

Schweiz weiter zu ebnen. Fachliche Begleitung und viel Öffentlichkeitsarbeit konnten

dem Thema im Jahr 2013 grosses Gewicht geben. Damit ist der WWF seinem Ziel, einem

«Lachs Comeback», einen bedeutenden Schritt nähergekommen.

Die Stammbach-Stiftung unterstützte den WWF bei wichtigen Revitalisierungs- und

Vernetzungsprojekten, zum Beispiel bei der «Chuetränki» am Rhein im zürcherischen

Andelfingen. Dort bietet nun ein neues Kiesufer der stark bedrohten «Nase» ideale

Laichbedingungen. Dieses Projekt kommt nicht nur dem Karpfenfisch selber zugute,

sondern auch anderen Flussbewohnern.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 18


Partnerschaften

Die gemeinnützige Stiftung Symphasis unterstützte im letzten Jahr je ein Waldschutzprojekt

in Südamerika und in Madagaskar. Dank des Fonds Protection des forêts

tropicales startete ein neues Projekt im nördlichen Hochland Madagaskars. Das Interesse

der lokalen Bevölkerung, ihren Wald zu schützen und damit die eigene Lebensgrundlage

zu erhalten, ist gross und befruchtet die Zusammenarbeit.

Meeresschildkröten-

Produkte finden

immer noch Abnehmer:

Der WWF bekämpft den

illegalen Handel.

Die Erlenmeyer-Stiftung unterstützte im letzten Jahr zwei Projekte. Das erste wird in

Kambodscha realisiert. Dort soll der Tiger seinen einstigen Lebensraum zurückerhalten,

indem er durch den Schutz eines grossen Waldgebietes wieder genügend Beutetiere findet.

Im zweiten Projekt setzt sich der WWF für den Schutz der bedrohten Meeresschildkröten

auf Fidschi und in Ost-Borneo ein.

Energiewende Ja – aber nicht mit Hilfe von Hunderten neuen Wasserkraftwerken, die

nur minimalen energetischen Nutzen bringen. Der WWF will verhindern, dass die letzten

noch naturnahen Gewässerabschnitte zerstört werden. Bei seinem Einsatz für eine

nachhaltige Nutzung der Wasserkraft kann er auf die Hilfe der MAVA-Stiftung zählen.

Öffentliche Institutionen

Im Norden Madagaskars ermöglichen Republik und Kanton Genf und der Lotteriefonds

des Kantons Zürich mit anderen Gönnern, die Lebensgrundlage der Dorfgemeinschaften

im Projektgebiet durch eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft

zu stärken. Im trockenen Südwesten stellt der WWF in Zusammenarbeit mit Partnern

solarbetriebene Entsalzungsanlagen auf, damit die lokale Bevölkerung Zugang zum

dringend benötigten Trinkwasser erhält. Dieses Projekt wurde dank der Stadt Zürich

und des Lotteriefonds des Kantons Zürich umgesetzt.

All unseren Förderern sei an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement gedankt.

© Markus Bolliger / WWF Switzerland

Nicht jedes geplante

Wasserkraftwerk ist

sinnvoll für eine nachhaltige

Nutzung der

Wasserkraft.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 19


Partnerschaften

WWF und

Wirtschaft

Ohne die Wirtschaft geht es nicht:

Unternehmen haben eine Schlüsselrolle

im Umgang mit Ressourcen und

beim Klimaschutz. Dass die Wirtschaft

vom Umweltschutz ebenfalls

profitiert, zeigen folgende Beispiele.

Die Wirtschaft hat einen grossen Einfluss auf die Umwelt. Damit die Zerstörung gestoppt

werden kann, müssen Unternehmen ihren Teil der Verantwortung für den Klimawandel

wahrnehmen und nachhaltiger mit Ressourcen umgehen. Hier kommt der WWF ins

Spiel: Er übt nicht nur Druck aus und verhandelt an Runden Tischen über ökologische

Rahmenbedingungen, sondern baut mit Firmen auch langjährige Partnerschaften auf.

Der WWF macht Druck

Wie verantwortungsbewusst Unternehmen mit Energie umgehen, spielt für die Energiewende

eine zentrale Rolle. Rund 60 Prozent des Schweizer Stroms wird von der

Wirtschaft verbraucht. Der WWF befragte deshalb die 50 nach Umsatz und Arbeitsplätzen

grössten Schweizer Unternehmen nach ihrem Stromkonzept, also ob sie Energie

effizient nutzen und erneuerbarer Strom beziehen. Die Ergebnisse publizierte er in

einem öffentlichen Rating, wobei er die Unternehmen in «Vorreiter», «Verfolger»,

«Nachzügler» und «Intransparente» einteilte. Das erfreuliche Resultat: Engagements

mit dem WWF zeigen Wirkung. Alle WWF-Partnerfirmen klassierten sich in der Kategorie

der «Vorreiter». Bedenklich hingegen ist: Mehr als die Hälfte der angefragten Firmen

konnten oder wollten keine Angaben zu ihrem Stromverbrauch machen.

Der WWF sitzt am Runden Tisch

Der WWF engagiert sich für umweltgerechte Standards. Damit sind nicht nur wertvolle

Labels wie die Bioknospe gemeint, sondern auch Mindeststandards bei umweltbelastenden

Agrarrohstoffen wie Palmöl, Soja und Baumwolle. Diese Mindeststandards sollen

bessere soziale und ökologische Bedingungen bei der Produktion schaffen. Entwickelt

werden sie von allen Akteuren gemeinsam an einem Runden Tisch. Neben Produzenten,

Händlern und anderen NGOs ist dabei auch der WWF ein wichtiger Verhandlungspartner.

Der WWF setzt auf starke Partnerschaften

Der WWF arbeitet auf individueller Ebene mit Unternehmen zusammen. Ziel ist es,

durch anspruchsvolle gemeinsame Umweltziele möglichst viel für die Natur zu erreichen.

Im Jahr 2013 konnte er insgesamt 4,8 Millionen Franken aus Partnerschaftsverträgen

mit Unternehmen gewinnen. Dies entspricht 9,7 Prozent der Gesamteinnahmen. Für

dieses Geld erhalten die Firmen das Fachwissen des WWF, und sie profitieren von der

Popularität des Pandas.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 20


Partnerschaften

Das Engagement des WWF Schweiz hört nicht an der Schweizer

Grenze auf. Zusammen mit der Wirtschaft hat er sich bis zum

Jahr 2020 folgende Ziele gesetzt:

• Weitere Fischereien und Aquakulturen für die MSC- und Bio-Zertifizierung gewinnen.

Die zertifizierte Produktmenge soll auf 140 000 Tonnen erhöht werden, was der doppelten

Menge des heutigen Schweizer Konsums entspricht.

• Eine Fläche von 2,4 Millionen Hektaren Wald nach dem FSC-Standard zertifizieren.

Dies entspricht der doppelten Waldfläche der Schweiz.

• Mit weltweit tätigen Unternehmen die Treibhausgas-Emissionen um rund 50 Millionen

Tonnen reduzieren. Diese Menge entspricht dem jährlichen Ausstoss der Schweiz.

Einige Erfolge aus der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft:

• Die Unternehmen des Global Forest and Trade Network Switzerland erwirtschafteten

2012 mit FSC-Holz und -Papierprodukten einen Jahresumsatz von 383 Millionen

Franken – das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

• Zwischen 2005 und 2012 haben die Schweizer Partner der WWF Climate Savers ihre

betrieblichen Treibhausgasemissionen um rund 21 Prozent gesenkt, während ihr

Umsatz gleichzeitig um 19 Prozent gestiegen ist.

• Die verkaufte Menge an MSC-zertifiziertem Fisch ist in der Schweiz im Jahr 2013

um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Heute landen in der Schweiz

dank den Partnern der WWF Seafood Group pro Jahr über 9000 Tonnen nachhaltig

gefangene Fische auf den Tellern.

Im Geschäftsjahr 2013 konnte der WWF drei neue Firmen für

Partnerschaften gewinnen. Auch bei diesen Kooperationen stehen

die gemeinsamen Umweltziele im Vordergrund:

• Bosch Hausgeräte stellt Haushaltsgeräte wie Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen

und Trockner her. Gegenüber dem WWF hat sich Bosch verpflichtet, bis 2015 ganze

75 Prozent des Umsatzes mit energieeffizienten Geräten zu erreichen. Vom Verkaufspreis

jedes Geräts, das den Anforderungen von Topten.ch entspricht, erhält der WWF

zudem 50 Franken.

• Held AG hat sich auf ökologische Wasch- und Reinigungsmittel spezialisiert – und

setzt künftig auf das Panda-Logo. Die Vereinbarung mit dem WWF enthält Ziele

zur Abfallreduktion (kein Restabfall ab 2017) und auch zum CO 2-Austoss. Held AG

verpflichtet sich zudem, die Kunden davon zu überzeugen, bei tiefen Temperaturen zu

waschen.

• Die SV Group ist die Marktführerin in der Schweizer Personalgastronomie. Im

gemeinsamen Klimaschutzprogramm «One Two We» verpflichtet sie sich, bis Ende

2015 eine Reduktion des CO 2-Ausstosses um 10 Prozent zu erzielen. Erreichen wird

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 21


Partnerschaften

dies die SV Group vor allem, indem sie fast ganz auf Flugwaren verzichtet, saisonale

Gemüse und Früchte serviert und den Anteil an fleischlosen Angeboten erhöht. Das

gemeinsame Programm «One Two We» wurde mit dem nationalen «Zürich Klimapreis

2013» ausgezeichnet.

Mit zahlreichen Partnerfirmen konnte die Partnerschaft erneuert

oder ausgebaut werden:

• Migros und Zürcher Kantonalbank haben im Rahmen ihrer strategischen

Partnerschaft mit dem WWF die Unterstützung für regionale Kinder- und Jugend-

Umweltbildungsprogramme ausgebaut und verlängert.

• Die Partnerschaft mit Coop konnte um drei weitere Jahre bis 2015 verlängert werden.

Coop ist weiterhin Mitglied der WWF Seafood Group, der WWF Climate Savers und

des Global Forest and Trade Network Switzerland. Zudem kompensiert Coop auch

künftig den CO 2-Ausstoss der Flugtransporte, Geschäftsreisen und coop@home-

Transporte – vor allem über WWF-Projekte nach dem Gold-Standard.

• Fast alle Mitglieder der Seafood Group haben im letzten Geschäftsjahr ihre Partnerschaftsverträge

mit dem WWF erneuert. Dazu gehören Bell, Bianchi, Braschler, Coop,

Dörig & Brandl, Dyhrberg, Frionor, Gourmetro, Marinex, Migros, Ospelt und Stadel.

Sie alle haben sich verpflichtet, den Verkauf von Produkten zu fördern, die mit MSC

und weiteren empfehlenswerten Labels zertifiziert sind.

• Die Schweizerische Post hat ihre Mitgliedschaft bei Climate Savers erneuert. Aktuell

gilt die Vereinbarung, dass die Post bis Ende 2013 ihre jährlichen CO 2-Emissionen um

15 000 Tonnen reduziert.

• Swisscom ist Climate Saver und verpflichtet sich, bis 2015 die Energieeffizienz um

20 Prozent zu steigern und die CO 2-Emissionen um 12 Prozent zu senken. Neu ist

die Swisscom auch Partnerin des WWF-Footprint-Rechners und der WWF-Ratgeber-

App. Damit unterstützt sie den WWF darin, die Bevölkerung für den Umgang mit

Ressourcen zu sensibilisieren und ihr konkrete Tipps für den umweltbewussten Alltag

zu geben.

• Sympany bietet seit vielen Jahren verbilligte Zusatzversicherungen für WWF-

Mitglieder an. Neu unterstützt Sympany die WWF-Alpenprojekte mit 100 Franken

pro Jahr für jedes versicherte WWF-Mitglied. Zudem hat sich die Krankenkasse zur

Einhaltung ökologischer Mindestkriterien verpflichtet.

Alle Partnerschaften im Internet

Seit Juni 2013 sind auf der Website des WWF alle Informationen zu seinen

Firmenpartnerschaften aufgeschaltet.

Welche Ziele wurden vereinbart?

Wie viel Geld erhält der WWF von seinen Firmenpartnern?

Ab Juni 2014 gibt der WWF an dieser Stelle auch Auskunft darüber, wo die Firmen

bei der Erreichung der Ziele stehen. www.wwf.ch/firmen

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 22


Partnerschaften

Unsere Partner

Strategische Partner

Migros-Genossenschafts-Bund

Zürcher Kantonalbank

Partnerschaften

Bell AG Seafood

Bianchi ag

Bosch Hausgeräte ag

Braschler’s Comestibles Import ag

Brüco Swiss ag

Coop Genossenschaft

Cornèrcard (Cornèr Bank AG)

Die Schweizerische Post

Dörig & Brandl ag

Dyhrberg ag

Ernst Schweizer SA,

Sonnenenergie-Systeme

FFF Fresh&Frozen Food AG

(FRIONOR)

Gourmetro Fairfood ag

Held ag

IKEA Schweiz

Kimberly-Clark GmbH

KREAVITA home design ag

Marinex sa

Ospelt food ag

Pro Futura ag

Schweizer Jugendherbergen

Stadel Fischimport ag

SV Group

Swisscom

Sympany

Weitere Informationen zu den Themen und

Zielen jeder Firmenpartnerschaft finden sich

auf www.wwf.ch/firmen.

Stiftungen

Erlenmeyer-Stiftung

Ernst Göhner Stiftung

Stiftung Drittes Millennium

Fonds Protection des forêts tropicales,

Stiftung Symphasis

Margarethe und Rudolf Gsell-Stiftung

Mava Stiftung für Naturschutz

Stammbach-Stiftung

Veronika Crawford Stiftung

Beiträge der öffentlichen Hand

BAFU, Bundesamt für Umwelt

BBT, Bundesamt für Berufsbildung

und Technologie

BFE, Bundesamt für Energie

BLW, Bundesamt für Landwirtschaft

BSV, Bundesamt für

Sozialversicherungen

DEZA, Direktion für Entwicklung und

Zusammenarbeit

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Republik und Kanton Genf

SECO, Staatssekretariat für Wirtschaft

Stadt Zürich

Partnerorganisationen

ADES

Agrarallianz*

Bildungskoalition NGO*

CIPRA Schweiz

éducation21*

Energie-Trialog Schweiz (ETS)*

Forest Stewardship Council

(FSC) Schweiz*

Goût Mieux*

Institut für Wirtschaft und Ökologie,

Universität St. Gallen (IWÖ-HSG)*

Myclimate

Schweizerische Agentur für

Energieeffizienz S.A.F.E.*

Schweizerische Arbeitsgruppe

Gentechnologie SAG*

Soja Netzwerk Schweiz*

Solarspar

South Pole Carbon Asset

Management Ltd.

Stiftung Pro Bartgeier*

Topten International Services

Trunz Water Systems AG

Umweltallianz*

Verein Energieallianz*

Verein für umweltgerechte Energie VUE*

Verein Landschaftsinitiative*

Verein proMONT-BLANC*

Verein Stromeffizienzinitiative*

WWF International*

* Einsitz im Führungsorgan durch

WWF Schweiz

© Chris Martin Bahr / WWF-Canon

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 23


Finanzen

Zahlen und

Finanzen

Der WWF blickt im Geschäftsjahr

2012/13 auf das zweitbeste Ergebnis

in seiner Geschichte zurück: Möglich

machten dies unerwartete Spenden

aus Erbschaften und ausserordentlich

hohe Einzelspenden.

Bilanz

(in CHF 1000) 30.6.2013 30.6.2012

Flüssige Mittel und Wertschriften 37 705 37 896

Forderungen und Zusagen 4 969 1 859

Vorräte 222 216

Aktive Rechnungsabgrenzung 723 777

Total Umlaufvermögen 43 619 40 748

Finanzanlagen 382 0

Immaterielle Anlagen 27 71

Sachanlagen 14 959 14 760

Total Anlagevermögen 15 368 14 831

Total Aktiven 58 987 55 579

Kurzfristiges Fremdkapital 9 004 10 441

Langfristiges Fremdkapital 106 211

Zweckgebundene Fonds 4 541 5 867

Organisationskapital 45 336 39 060

Total Passiven 58 987 55 579

Ertrag

(in CHF 1000, 2012/13)

Mitgliedsbeiträge 16 504 33,2%

Spenden aus Aussendungen 8 517 17,1%

Spenden von Grossgönnern und Stiftungen 6 874 13,8%

Legate und Erbschaften 6 740 13,5%

Sponsoring- und Lizenzerträge 4 805 9,7%

Beiträge der öffentlichen Hand 1 632 3,3%

Warenertrag 846 1,7%

Dienstleistungsertrag 2 041 4,1%

CO 2

-Kompensation 1 602 3,2%

Sonstige Erträge 183 0,4%

Total 49 744 100%

Beim WWF Schweiz arbeiten über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 1500

Freiwillige. Sie werden unterstützt von über 250 000 Supportern, wovon 42 000 Kinder

und Jugendliche sind.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 24


Finanzen

Betriebsrechnung

(in CHF 1000, vom 1.7. bis 30.6.) 2012/13 2011/12

Ertrag aus Geldsammeltätigkeit 45 072 38 401

Ertrag aus Lieferung und Leistung 4 672 3 948

Total Ertrag 49 744 42 349

Umweltschutzprojekte 32 576 35 204

Warenhandel 625 576

Kommunikation und Marketing (Fundraising) 8 169 9 033

Administration 4 392 4 629

Total Leistungserbringung 45 762 49 442

Betriebsergebnis 3 982 -7 093

Finanzergebnis 968 786

Übriges Ergebnis 0 11

Ergebnis vor Zuweisung/Entnahme 4 950 -6 296

Ergebnis zweckgebundene Fonds -1 326 -5 309

Ergebnis Organisationskapital 6 276 -987

Ergebnis nach Zuweisung/Entnahme 0 0

Leistungserbringung

(in CHF 1000, 2012/13)

WWF International 3 056 6,7%

Afrika 1 790 3,9%

Asien 2 175 4,8%

Lateinamerika 2 369 5,2%

Schweiz und übriges Europa 5 198 11,4%

Regionalarbeit 3 597 7,9%

Klimaschutz 1 021 2,2%

CO 2

-Reduktion 1 645 3,6%

Nachhaltiger Konsum 2 994 6,5%

Jugend und Umwelt 3 319 7,3%

Umweltbildung 1 648 3,6%

Projekt- und Umweltinformation 3 764 8,2%

Total Umweltschutzprojekte 32 576 71,2%

Warenhandel 625 1,4%

Kommunikation und Marketing (Fundraising) 8 169 17,9%

Administration 4 392 9,6%

Total 45 762 100%

Finanz- und übriges Ergebnis 968

Jahresergebnis 2012/13 4 950

Die Rechnungslegung des WWF Schweiz erfolgt nach den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss

GAAP FER). Der hier dargestellte Finanzüberblick ist ein Zusammenzug der durch die KPMG AG revidierten

Jahresrechnung 2012/13. Die detaillierte Jahresrechnung kann unter www.wwf.ch/jahresbericht eingesehen

werden.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 25


Rubrik Der WWF

Organigramm WWF Schweiz

Stiftungsrat

Präsident: Reto Ringger

Stabstellen CEO

CEO

Thomas Vellacott

Medien

Fredi Lüthin

Departement

Departement

Departement

Departement

Programm

Regionalarbeit*

Marketing

Finanzen & Dienste

Ion Karagounis Catherine Martinson Gian-Reto Raselli Markus Schwingruber

Die Standorte des WWF Schweiz befinden sich in Zürich, Bern, Bellinzona und Lausanne.

* Der WWF Schweiz arbeitet in der Schweiz eng mit 23 kantonalen Sektionen zusammen.

© Tom & Pat Leeson

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 26


Der WWF

Stiftungsrat

Geschäftsleitung

Zertifizierungen

Präsident

Reto Ringger

Unternehmer

Mitglieder

David N. Bresch (seit Mai 2013)

Physiker

Jerònimo Calderòn (seit Januar 2013)

Unternehmer

Josef Estermann

Urbanist

Tina Felber (bis Juni 2013)

Marketing- und Kommunikationsdirektorin

Elena Havlicek

Biologin

Martine Rebetez

Geografin und Klimatologin

Kurt Schmid (seit August 2013)

Social Enterpreneur

Suzanne Wolff

Präsidentin Mirador Foundation

Mandate und Verbindungen der

Mitglieder des Stiftungsrates, welche

für die Tätigkeit des WWF Schweiz

relevant sind, werden unter

wwf.ch/stiftungsrat publiziert.

CEO

Thomas Vellacott

Mitglieder

Ion Karagounis

Leiter Programm

Fredi Lüthin

Leiter Medien

Catherine Martinson

Leiterin Regionalarbeit

Gian-Reto Raselli

Leiter Marketing

Markus Schwingruber

Leiter Finanzen und Dienste

Adressen

WWF Schweiz

Hohlstrasse 110

8010 Zürich

Telefon: 044 297 21 21

service@wwf.ch

WWF Suisse

Avenue Dickens 6

1006 Lausanne

Telefon: 021 966 73 73

service-info@wwf.ch

WWF Svizzera

Piazza Indipendenza 6

6501 Bellinzona

Telefon: 091 820 60 00

servizio@wwf.ch

Bildungszentrum WWF

Bollwerk 35

3011 Bern

Telefon: 031 312 12 62

service@bildungszentrum.wwf.ch

Zewo

Das Zewo-Gütesiegel zeichnet

gemeinnützige Organisationen für den

gewissenhaften Umgang mit den ihnen

anvertrauten Geldern aus. Es bescheinigt

den zweckbestimmten, wirtschaftlichen

und wirkungsvollen Einsatz von

Spenden und steht für transparente

und vertrauenswürdige Organisationen

mit funktionierenden Kontrollstrukturen,

welche Ethik in der Mittelbeschaffung

und Kommunkation wahren.

Swiss NPO-Code

Der Swiss NPO-Code trägt zur effizienten

und wirksamen Erfüllung der Aufgaben

von NPO-Organisationen bei.

Er fördert die Wahrnehmung und Übernahme

von Verantwortung der leitenden

Organe, klare Führungsstrukturen, die

Transparenz durch objektive Informationen

sowie weitere wichtige Aspekte

der Corporate Governance einer Non-

Profit-Organisation. Der WWF Schweiz

weicht in zwei Punkten vom Swiss

NPO-Code ab und legt dies im Web

offen (siehe wwf.ch/zertifizierungen).

Umweltmanagement

Der WWF Schweiz setzt sich umfassend

für den Umweltschutz ein. Das

schliesst seine eigene Tätigkeit mit ein.

Deshalb ist sein Umweltmanagementsystem

ISO-14001:2004-zertifiziert.

Mehr Informationen finden Sie unter

wwf.ch/zertifizierungen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2013 27


Herausgeber und Redaktion: WWF Schweiz, © WWF Schweiz 2013, © 1986 Panda-Symbol und ® «WWF» sind vom WWF eingetragene

Marken, klimaneutral gedruckt auf FSC-Papier, Kom 749/13

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