Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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bei einem geringen Vorrate richtigere Beobachtungen

machen als aus 2000 Stücken - das ist 5. und die Seinen.

Noch einmal muss ich, wie schon oheii, fingen, wenn die

Sache umgekehrt stünde, wie würde (lanhl wohl S.'s Urteil

lauten? Auf p. 3 meint er, diplomatische Untersueliungen

seien „mühselig und zeitrauben(1" sonderbar,

diese Mühsal habe ich seit acht Jahren auf mich geladen

Und das Verliiingnis will, dass gerade S.'s Schüler Arbeiten

ohne so1he fertig bringen.

Doch kehren wir zur Vorgeschichte der „bella diplomatica"

zurück. Wiiltrend die Rezenseuteii schwiegen

und nach K.'s Tliemaveriinderuug 1). vorgeschickt wurde,

hielt S. selber sich im Hintergrunde. Das änderte sieh

erst durch zwei meiner neuesten Aufsätze, einen über

das Ottoniaiium in den Forsch., einen über die Herstellung

von Urkuudenfacsimile in Sybels Ilistor. Zeitschr.

Erstere hat Waitz, letztere hat S ybel vor dem Drucke

durchgelesen und beide fanden nichts verletzendes darin,

andere Leute versicherten mich, ihnen sei es ebenso ergangen.

Nicht so 5., bei ihm muss endlich ein lange

verhaltener Groll alle Dämme (lurclrissen haben, denn

jetzt trat er persönlich in die Schranken.

Suchen wir uns die Veranlassung des offenen Bruches

näher vorzuführen: r ber (las Ottonianum wagte ich zu

einem anderen wissenschaftlichen Ergebnisse als S. zu

kommen und ihn auf einige Fehler aufmerksam zu

machen; seine Mon. Graph. wagte ich als Musterleistung

anzuzweifeln. Hütte ich gesagt, mit den Mon.

Graph. Theodor Sickels ist eine neue Morgenröte der

Urkundenlehre hereingebrochen, hätte ich direkt die Unwahrheit

gesagt, so würde S. dies gerne vernommen

haben und sein Angriff wäre voraussichtlich nicht erfolgt.

Das hält ihn aber nicht ab, von einem „Akt

der Notwehr" (p. 50) zu sprechen.

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