Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Wohl jeder Unparteiische wurde solchen Akt der

Notwehr in einer einfach sachlichen und wissenschaftlichen

Widerlegung sehen, anders aber S. Er ging folgendermassen

zu Werke. Er schrieb eine Entgegnung

für Sybels Zeitschrift, über deren sachlichen Gehalt und

Berechtigung man sich dort ein Urteil bilden mag (1885

Heft 2), er wandte sich unter der hand brieflich an die verschiedensten

Leute, wie ich hörte, an Bresslau, Dümmier,

Waitz, Wattenbac.Ii u. a. und klagte mich an, ohne dass

ich mich verteidigen konnte; er schrieb ebenso an Gelehrte

des Auslandes, ja er ging so weit, sich an meine

nächsten Freunde zu machen - Leute, die er persönlich

gar nicht kennt - um sie mir mit allen ihm zu Gebote

stehenden Mitteln zu entfremden. Ohne auf die Ehrenhaftigkeit

solch' eines Verfahrens einzugehen, bemerke

ich nur, dass er mich erst zu isolieren und dann in

seiner Schrift „behla diplomatica ohne Ende?" mit Keulenschlugen

über mich herzufallen suchte. Das Isolieren

ist ihm, wie er selber weiss, nur teilweise gelungen,

er hatte das Unglück, auf Leute von Überzeugungstreue

zu stossen, seine Keulenschläge fallen auf einen eisernen

Schild und hinter dem Schilde blinkt ein Schwert. So

lange er mich nicht mir selbst entfremdet, so lange ist

die Schlacht für ihn nicht gewonnen, und ich fürchte

fast, dass er da sehr, sehr lange warten muss.

Die Absicht, mich zu isolieren, tritt mit einer

Nacktheit in seiner Schrift hervor, die nichts zu wünschen

übrig lässt. Er gebärdet sich, als sei ja alle Welt

über mich als Dilettanten (p. 50) und enfant terrible

einig, als komme es nur darauf an, dies einmal offen

auszusprechen und „weiteren Kreisen in verständlicher

Weise" klar zu machen (p. 50). Über die Weise kann

man verschiedener Ansicht sein, ich will nur zeigen, wie er

Leite zu gewinnen suchte, die etwa zu gewinnen waren.

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