Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Eine Hauptstütze fand ich in Italien, deshalb sollte sie

gebrochen werden. In spöttischem Tone moquiert S.

sich p. 5 !!her Gelehrte Italiens, die ihrer Anerkennung

meiner Leistungen öffentlich Ausdruck verliehen,

unter ihnen Leute, wie de Rossi und Cipolla. S, meint,

er könne nicht früh genug warnen, meine Arbeiten

gereichten der deutschen Wissenschaft nicht sonderlieb

zur Ehre. In „gewissen deutschen Kreisen" werde

mir weniger Beifall gespendet (allerdin gs, genau besehen,

eine sonderbare Vcrklausuliciung: „in gewissen

deutschen Kreisen). Neben solchen Winken mit dem

Zaunpfahle glaubt er darauf hinweisen zu müssen,

dass es Not thue, meine „aiigeb]iehen Funde" nachzuprüfen;

wenn ein Gelehrter Silditaliens über Echtheit

und Uncehtheit einiger Urkunden anderer Ansicht

ist, als ich, dann folgert er nicht daraus, dass ich von

der Sache vielleicht etwas mehr verstehe, als mein Recensent,

sondern, dass sich also doch auch bereits in

Italien das richtige Urteil Bahn zu hreeheii" scheine.

Wenn Cipolla, Sickels persönlicher Freund, ein Mann,

den ich nie gesehen habe, der als einer der ersten und

ruhigsten Kenner deutscher Geschichtslitteratnr bekannt

ist, wenn Cipolla eine äusserst eingebende Untersuchung

von Acta II anstellt und zu dem Ergebnisse kommt:

„Es wäre wünschenswert gewesen, dass dieser Teil der

alten Urkundenlehre seinen Begründer in Italien gefunden

hätte. Aber, wie dem auch sei, jeder wird ohne

Neid sich freuen, dass von Deutschland die Belehrung

kommt. Die Wahrheit ist eine einzige und die Wissenschaft

kennt keine Verschiedenheit der Nationen. « Wenn

Cipolla zu solchem Ergebnisse kommt, dann siebt 5. darin

nichts, als dass C. zahlreiche Schwächen und Fehler

aufdeckte." Er ist überzeugt, bei Fortsetzung seiner

Studien werde C. sicher anders urteilen. Ob S. nicht

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