Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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ganzen korrekt, aber die Bullen des 12. Jahrli. gehörten

zu den leichtesten Sehriftstiieken des Mittelalters und

die vorausgehende Kurinisdirift bedürfe nur einiger Übung

zum Einlesen. S. scheint nicht zu beachten, dass es

sich für mich als Editor von Papsturkunden gerade um

diese Dinge handelt, wenn er also, der fast krankhaft

nach Fehlern hascht, hier zugesteht, meine Drucke seien

„im ganzen korrekt", so hat er damit allen etwaigen

nachher absprechenden Urteilen den Boden entzogen.

Ob es übrigens nur „einiger Übung" bedarf, um alte

Kuriale sicher und schnell zu lesen, denn beides ist notwendig,

überlasse ich den Kennern zu beurteilen. Meine

mangelhafte Fähigkeit zum Paläographeii wird min trotzdem

nachgewiesen und zwar an zwei Urkunden des

Luceheser Archivs" (richtiger erzbischöflichen Archivs

in Lucca). Befrcmdlicherweise wird dieser Nachweis

mit der Erklärung eingeleitet, S. habe zwar beide Urschriften

nicht gesehen, handle abem' als Kenner. Der

Kenner spricht dann von longobardiseher Kimrsive, während

es sieh um eine weitergebildete eigenartige Lokalschrift

handelt, wesentlich verschieden von der grösserer

Nachbarorte; er weiss genau, was in der Vorlage

gestanden, kann sieh nicht darauf verlassen, dass das

Original eine Namenforin biete, die der Druck bringt etc.

Dann meint er auch wieder, ‚zu helfen ist da ohne

Einsichtnahme des Originals nicht". Das meine ich

auch und das wird jeder meinen; - was sollen dann

aber alle Erörterungen S.'s, die im besten Fall doch

nur auf Wahrscheinlichkeiten beruhen, die richtig sein

können, aber ebensogut falsch. S. stelle sich doch einmal

vor, ich verführe so gegen ihn, was würde er da sagen?

- Der Fall bezieht sich auf zwei Schriftstücke in überaus

starkem Dialektlatein, abgefasst in Formeln, die in der päpstlichen

Kanzlei nicht vorkommen und in eigentümlicher,

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