Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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sehe". Hätte S. die Urkunden gesehen, so würde er

sieh vor solchen Aussprüchen gehütet haben: die Urkunden

„zweien" geradezu in Allem, was Formulierung,

mehr noch, was das Äussere betrifft: hier bleibt eigentlich

nur als einzige Gleichartigkeit, dass sie beide auf

Pergament und beide mit Tinte geschrieben sind. Die

eine zeigt Luceheser Schrift, ist auf schmalem, unten

sieh erbreiterndem nicht päpstlichen Pergamente geschrieben,

welches nicht umgeschlagen und nicht pitimhiert

wurde; die andere zeigt alte Kurialschri lt auf römischeni

Pergamente von gewöhnlicher Bullenform, unten

umgeschlagen und plumbiert. Jenes ist ein bischöflich

Lucoheser, dies ein rein päpstliches Diplom und die sollen

nun nach S. in derselben Gruppe zusammengeworfen

werden. Ohne dass er es ahnte, hat er hier dargethan,

wie richtig, wie einzig durchführbar die Einteilung nach

äusseren Merkmalen ist. Im Inhalte geht so vieles durcheinander

und ineinander über, dass sich nur einzelne

Gruppen ausscheiden lassen, was ich schon vor Jahren

in meinen „Urkunden der päpstlichen Kanzlei" eingehend

gethan habe.

Noch deutlicher tritt das obige bei den Konstitutionsbullen

hervor. Da findet S. (p. 13), dass es nahe gelegen

hätte, „von bischöflichen Konstitutionen zu reden",

wobei er leider übersieht, dass es eine spezifisch päpstliche

Urkunde ist, von bisehöflichi gar nicht geredet

werden kann. Jenes passt aber nicht zur zweiten Urkunde

und (p. 14) „erwägen wir schliesslich, dass diese

Urkunden auch formell nichts mit einander gemein haben,

als höchstens die nicht einmal in allen begegnende Subskription

des Papstes, so können sie doch nur von einem

unklaren Kopfe zu einer (ruppe vereinigt werden".

Würde ich S. mit. gleicher Münze dienen wollen, so

würde er etwas von ignoranten oder dergl. zu hören

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