Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Gehen wir zu Heinrich I. über. Nr. 14 und 19

sollen gleicher hand angehären; die von 14 erweist

sich aber sicherer. Die Buchstaben der ersten Zeile sind

breiter in 14, die d dort hüben und drüben ganz verschieden.

Ebensolche Unterschiede zeigt die Minuskel.

In 19 sind die Unterlän gen durchweg stärker gebogen,

die f bald mit Haken bald mit Schleife, letztere das gewöhnlichere,

wogegen die von 14 stets nur Hakn führen

und kürzere Oberlänge aufweisen etc.

Noch viel verwickelter werden die Dinge mit den

zahlreichen Urkunden Ottos 1., wo die Grenze des

Sicheren bisweilen vollständig aufhört. Ich habe meine

Beweise dafür in Händen ‚ sehe mich aber nicht veranlasst,

sie schon hier mitzuteilen; S. wird es hoffentlich

nicht daran fehlen lassen, dass auch sie gegen ihn

zeugen müssen. Für diesmal genügt es, die Bedenklichkeit

des Sickelschen Vorgehens überhaupt zu kennzeichnen.

Je mehr wir uns in den Gegenstand vertiefen, desto

augenfälliger tritt die gleiche Erscheinung zu Tage, die

wir schon oben bei der Textedition beobachteten: S.

ist nicht gründlich genug auf das Äussere der Urkunden

eingegangen; bei intensiverer Arbeit wird man da

weiter kommen und je weiter man gedeiht, desto unsicherer

wird oft der Boden werden. Gerade Sickels apodiktische

Sicherheit spricht gegen ihn, - ich frage es

jeden, der sich eingehend mit Schriften beschäftigt hat.

S. wirft mir (p. 7) mein Messen bis auf den Millimeter

vor, er weis, dass ich über kleinlicher und unnützer Arbeit

die Vergleichung der Urkunden untereinander nach

ihren wesentlichen Merkmalen versäumt habe. Es fragt

sich sehr, ob ich bei meinen Millimetern nicht auf

festerem Boden stehe, als S. bei all' seinen apodiktischen

Sätzen, ob eine Angabe wie Bleisiegel Nr. 10, Monogramm

Nr. 5e, Rota Nr. 7d nicht die Intensität einer

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