Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Vergleichung zur Voraussetzung hat, von der S. noch

weit entfernt steht. Ich bin selber nur zu sehr in Versuchung

gewesen, in den Acta auch nach Schreibern zu

sondern, habe aber dann entschlossen inne gehalten,

wo die Linie des absolut Sicheren und Beweisbaren aufhört.

Gerade solche Enthaltsamkeit gilt bisweilen als

Zeichen der Reife.

Und wohl bemerkt, bisher prüften wir nur da, wo

S. sich in günstigster Lage befand. Nun aber rührt

ein sehr grosser Teil der Dipl. nicht von ihm selber her,

sondern wurde von ganz verschiedenen Leuten bearbeitet,

teilweise von Leuten, denen schlechterdings noch nicht

die genügende Er1ilirnng zur Seite stehen konnte, um

über die schwierigsten Fragen ‚ wie gleiche Schreiber

und Tinte zu urteilen. Es wurde dann von einigen wichtigeren

Stücken der Urkuntlen Pause genommen und

nach denen bestimmt. Bekanntlich gehört zum guten

Pausen eine ausgesucht sichere Hand und grosse Übung

und andererseits stehen sich die Schriften teilweise so

nahe, dass nicht einmal unmittelbare Vergleichung der

Originale unter einander genügt, geschweige die nach

mehr oder weniger gut ausgeführten kleinen gepausten

Stücken. Trotz alledem heisst es schlank weg, geschrieben

von dem und dem. Wie weit dürfen wir da solchen

auf ungenügender Vorarbeit beruhenden Angaben trauen?

wie weit können die Herausgeber selber ihnen trauen,

wenn sie sich ehrlich fragen?

Und nun gar, wo es sich innerhalb der Urkunden

bisweileu um verschiedene Schreiber handelt, zu deren

Erkenntnis selbst ein jahrelang geschultes Auge nicht

genügt. Was ich hier sage, mag in das rechte Liebt

treten, wenn ich wieder zu S. zurückkehre und auf

einige seiner Angaben über verschiedene Schreiber einzelner

Stücke eingehe.

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