Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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Theodor von Sickel und die Monumenta Germaniae diplomata

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So sicher scheint mir dies nicht zu sein: Schon an und

für sich muss es befremden, dass man in der kaiserlichen

Kanzlei, worin man notenkundig war, ohne ersichtlichen

Grund wirkliche Noten neben bedeutungslose Schnörkel

gesetzt haben sollte, doch immerhin kann es bei unkundigeren

Schreibern vorgekommen seh und ist vorgekommen;

sie pflegten dann aber nur Schwünge zu

setzen, die jeder leicht als blosse Verzierungen erkannte

(z. R Heinrich, 19, 28) hie und da weiter zu gehen, wie

vielleicht (K. 28, 0. 126), oft den Raum für die Noten

einfach frei zu lassen. Wichtiger ist folgende Erwägung:

In 22 uiid 29 haben wir Noten von bestimmtem Gepräge

Vor uns. Unter den Ottonen kommen in der gleichen

Zeile neben sicher gedeuteten solche vor, die meines

Wissens noch nicht zuverlässig erklärt sind, unter ihnen

eines, z. B. das zweite von 30, 33, 44, welches stark

an das zweite von Konrad 29 erinnert. Dies dürfte zur

Erklärung genügen, dass die Sache noch ihres Abschlusses

harrt, und die Annahme etwas für sich haben, dass

5. wieder einmal zu weit ging, dass er die Noten

welche er nicht zu entziffern vermochte, mit der ihm

eigenen apodiktischen Sicherheit .‚ ohne alles Vcrständnis

über Bord warf. Es wäre sehr wünschenswert, dass

von unabhängiger, kundiger Seite, die Frage untersucht

würde. Dipl. p. 37 sagt S.: „Simon bleibt der

Gewohnheit treu, so oft er unterfertigt, auen die Note

für seinen Namen in das Hekognitionszeiehieu einzutragen".

So weit ich sehe, sind ausnahmelos alle Zeichen der jeweiligen

Rekognition von gleicher Hand gemnaht, nirgends

ist die Namennote für sich gezeichnet. Oder verstehe ich

S. wieder falsch? Wenn es der Fall, so mag der Leser

entscheiden, ob mein,, unklarer Kopf', oder Sickels klassisches

Deutsch daran schuldig. Auch Sickels Ausdruck,

es handle sich um Noten, die nicht tironisch seien (ohne

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