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#-‚rf-r.rrrr'a Arr

Div Existenz des Gutachtens, das hier tiin ersten Mal veröfl'enllicht

lind erlömiteif wiid, war bis auf die jiingste Zeit ilerm deutschen

itecht shistoti kein, wie es schei mit, vollständig entgangen Ich sdljsL

verdanke ihre Kerimilimiss einer gclegcritiicheii IJeniei'kung von Adalheit

Ilorawitz Nacitrlem Eivier durch seine Monographie über Ciaumli is

Cantiunciil;i i die Aiifnieiksarnkeit wieder auf diesen, auch für die

Bechisgusihichmte der Fteiclislande so interessanten Reclitsgelehrteu

hingeiermkt hatte, tlieillo Homawitz Uns s(imiemi reichen hiandiohirifthclien

iiiiiiIumigeim 130clm eine Ikilme weiterer Hriefe 2 Caiitiiitwulas mit.

seihen (kiiImzeitig mimachte er aul einige noch unedruckle Gutachten des-

Wzer J ii misten aufnierk sa mii, von denen eines 5(1101) durch

seinen Gegensianil ein besonderes Interesse in Anspruch nehmen

inussti, das Gutal liii über den Fmtedensl rudi Franz von Sick imigens

wegen seinem 1'ehile gegen den KuiI'ömsten von Trier, von ([ein schon

Iii rawitz erkhiirle, dass es wohl cdi it werden sollte.

Seit .Jaliien mit Forscliimmigcn Ui er die Geschichte des röm. ileulits

in den flilIs]ammiimI heselniltial, mahim ich mir diese Mahnung zu

Herzen, zumal ich nicht üuiil, dass ein Anderer Neigung zu der I 1uhlication

verspürte :'. Diese erstAlien aber Litil so dringlicher, als das.

('mt;idilemm selbst dein Heisse eines IInmanimi entgangen war mmd diesem

letzte Biograph des tapferim Ritters mir weder die den Sickingenscheir

F'ehileii zu (rumide iiigemmdeii leclitsveiliöltmiissi belmiemligend darzulegen,

1

Claude Cimaimsonnette, juriconsu1te Messin et ses lettres inöclites.

Bruxelles 1879

Briefe des Claudius Cantinucula und IJlrih Zasius von 1521-33.

Wien 1871

3

v. Stintzinig macht in seiner Erörterung über Cantiuncula tomAkM0

der deutschen 1eclitsvissenschaft 1 ., 244 f.), in der er die von Bivier übersehene

Austeilung desselben als Rehrens ext raurd am Kammergericht

heibringt, jenes Gutachten gar iuicht eirnimal namhafl obschon er die Puhhication

VOlL hiorawitz anführt,

Docurnent


Ilutil der in ihnen zu tretenden l;ige Geinriung titil Absicht volle

Gerechtigkeit widerfahren zu hissen ihieti. 1)ass die Volksstiiiiinc in

Sickiiigen den Vollzieher der Ucreuhtigkeit sah, ist ja bekannt genug;

dass aber ein Jurist VII der Ihblitng und Stellung eines Catilinticula

dii (;ruiil zu jener F'ihde in dir itidigitatitin iekiiigeiis über Woitliruch

ititil Juslizverweigeruiig erblirkle, .liingc, die gerade Männer von

hohem Simtit unerträglich finden »1, das musste doch zu einer siiIgflilligeren

l'mdlung aufl'ordiin. Freilich dient dein Ilistimiker doppelt

•/.Ul F;lltSChUldgUng, was selbst dein hiem , eitiselzeitulemt Juitisteut zu

(tite kommen muss, duss es ti3iitliuii mmiii alt einer Heilte der riotiiigs(emi

\'uumuiheituti fehlt iialueii wir ulocht, liii 11111' das wit'liligsle

ll'vLjiLultcl q1, itilut uiituai eile heluieuligetuie J)amslclluuuig (lii' Geschichte

des Heichiskamitnnreriehts, uuit wenigsten für uli& Zeit VII

wo das (kmiciit endlich in der Reichsstadt Speier scimieti stinuligeri

Sitz IiIIIII.

Die Iliundsulitift, weh-Itt' unser Gulacliliui enthält, gehört zu dcii

Sikutzin di \Vienem Hollujldiothk IIIUI tiiigt die Nuumwr 897.

l)u Gutachten selbst steht. fol. 6 h__ 18 a • Die tm'u'llictie Vermittlung

der hoilut'n Franz Hiulmunn 1111(1 Ilurawitz verschaIrte umuir

eine sorgfältige, Abschrift der äusserst felihilta Ren Handschrift. Diese

ist nicht uias Original des Gutachtens, sondern selbst nur eilte Alisehimi lt.

nach dein wir schwer lesbaren Manuiseii 1 t Cantiunulas, angefertigt von

einen) Schmieili, der gar nicht wusste was er suliliel). Zwau hat

eine zw:ite El:und niaiiclies cort'iiirt, alter gleichfalls olitt' alles Verstiiiidniss,

ja bisweilen scheint die richtige Lesart erst durch sie

verdorben ZU 'uiti. Unter dieser Abschrift steht deullich der Naimiu'

des \eilussei-s; Canliuncula juriseon, und zwar hat der Schreiber di.'

Unt'i'cltri!t, wie es scheitit, eitligcrIiuiusscIi der des Originals nahgebildet.

hie IIu.mslelliing des hier mmutgihliu'ilteii '1'exles war nicht ]eidil

eilte Menge von \Vuiituut mussten mciii dein Zttsanituiu'uiliaimge eriahlwii

werden. Bei einer Heilte besonders fraglicher teilen hat Prt'ssuur

1-Jtuiiunti sich in stets gleicher Liebenswürdigkeit dor Muulie hitlerzogen,

persönlich eine sorgfältige Naclivetgleichtung anzuustilhii, uiiiu

mit, so mehrere erwünschte Aufsehil ü SSC 711 gu heu . Ii isl uCsonu etc VIIduikt'

ich i]iiji auch die obige niilmeue Uhiaiaktemislik derIlaiidsuhrill

liii Allgemeinen alter konnte diese Veigleiuhuriug nur die Geitauigkeil

der mir /.11 (huoIe stehenden Copie l)estäligeu.

Das U utachiteui piu"ift Reclitsanspmimchie der Kinder Sickingens, und

zwar von zweierlei Art einmal Forderungen gegen den Kaiser aus

Vgl. das Outacliteti p. 23

Dcii gallien Inhalt der Handschrift s. Tabulac cothiu-uumii semiptoruni

hibi. Palat.. Vimmuloh. V, 317 st. und dazu Ilorawitz a. a. 0. 5. 7 f.


- vu

1)ailelicn und andern Scliuklvertiällnissen, iiiiil damiti Ei geil tliunisansprüche

auf I(hmei'e väterliche Biirgiii, welche gewisse 1'ürsteii in

Besitz geitomnnwml liatleit. Diese _\nspiüclie \Viliefl bedingt durch die

Eittscheidumig der Vomliage, 4.)11 die Reichsacht, in die Sirkingen gefallen

war, rei1itsgüLli ge\vesemi, unI iii wie fein dieselbe die natürlichen

Gislite der Kinder hieseitigi. 1 intiiincula war 1)111' Zill' gtiht(httliClii?Ii

Aeusserung Über diese HeihIsIragen v,manlasst ; die dciii sIreit, zu

inmiI,' lieemid'ui Thi;itsaclmen waren it11 Allgemeinen notmischi. Der

Virlasser, der das selbst hieivi ' ihi ''ht 7 , skizzirt sie denn atmchm nur

ganz summarisch s . Für unser des CiihtiIitens abel ist.

eine emiuueri l)arleguiuig iler \emIi5ltiiisse uuei)Ssslicli. Silion dem

\erlasser selbst geht sliiIer, hei der jecltltirtiett Beurlinilung der

Sickingimt viigewoitencn Handlun gen, auf die VerliSilitisse miSlier ein.

J;i die allererste Etage, die er aufwnft, ist die, 01, Sickingert diruli

Ansagemt der l'ihile ühetltaiipt eilt Vetbierliett liegangen, oh er miiilit

vielleicht geselzliche gesetzliche und elirinhiatle Gründe tür die Kriegsemkl3iung

gehabt habe als erkeiiiihaieii Grund sihieimii sich allein eine Justiz-

Verweigerung von Seiten ilis KurtüNteit von Trier zu er, 4 i11CH ". Eine

;iitdete Frage sei, ob Siekimigen die Absicht gehabt habe, den Kur-

Fürsten zu lödlen, wofür iiauhi ilem Gutachten gar keimt Beweis vorliegt

ii . Besonders lebhaft liebt der Verfasser die, bezüglich des l'ehilewesens

in ganz bestehende [)eulsclilaiid Praxis hervor l:i.

Wir vollends, die itülit Zeitgenossen SitLingemis sind, müssen

die der Fehde zu Grunde liegenden und in dem Gutachten im Allrenennen

als bekannt vorausgesetzten 'Iliatsaihien erst suiglaltig lost-

>tollen, uni sie mit dciii ltcclilsgeleluhcn würdigen uu.l dessen Setilüsse

unritioliten zu küminen.

1i)as ge\valltli3tigiL 'I'meiliemi der no'hi im Amilbiig des

16. .lahimtiiindeits ist oft genug geschtilileit worden, aber weil seltener

wiid der zu Giuinle lieiitde hereihitigte hervorgehoben. 'iiiih Und ilorb

befand sieh der A'Icl in nahezu ebemiso uiileidlicliet Lagt wie die Jliuueimi.

Amit emiigsten Sviiipathie genoss die neue Amt. der Ibtlits1ihlege, insheond

eme das Ka ituneigerichmt ‚ obgleicht das Gol legiu ni der Assessoremt

p. 2u inilii ik lure iriteriogato. Die Ansfülititrig p. 6-26.

7 p. 5 oben. Eo facinore nox invulgato itaquc notorio, itt inficiari

iiCitiO potest.

8 Die spocies facti p. 3-5.

P. Ii.

1 p. 23, vgl. ii 7, 8 sq, ii;.

11 p. 21, 22.

12 p. 25 sq


- V] 11 -

zur Hälfte « aut' (las Gei'iiigst aus der 1 lrsi'haf geboren» sein

501110. Die Vorl)induhlg des gelehtien Ilfld des ritlerliehen Flel101its fülirle,

da man sich tdclif vorstand, nur zu gegenseitigen Anstliuhuiititgen.

Noch in den vierziger Jahren hatten die adeligen 1 hsitzii, tieli (114

KaflhlIlt!l j(lIt(I' selbst, viel von dn Ducioren zu leiden , zu tal veuii

sie des lafeinischeit unkundig waten. [uhr diesen 1 itishinden

«ui)iteii db adeligen lleisitwi sich au den Sit/ungln niigIiulisl. Votbeizuniachen

Die geteltit ort Beisitzer aber wi tideut ‚ we n n ii Ii als

geSCltt(kt, so (loch nicht selten, wie es in einem Visitationsberichie

sclioiteitd heisst, «soiisl, in ihrem Wesen etwas nlaIlgllltalt l)Oftiti(lefl)>.

\o(Il selilininier stand es mit dem lIiil!po.rsoutaI. Bei (1(1'

Iteit der Richter., si) sagt Melanchihinit. «dringen in die Gei'iulitssiIIeii

'ti p Ihdeshtt Ilabulisteti als Sitiliwalter ein, (Ije aus eilieult Piozess dcii

andern lteilelieii, ilii'e Klienten scltiiitleii,. Und die utiwissetiden Dichtet

/11111 SIs_dl tuatlien » Am schlimmsten stand es viellciclit mit diii

otai''n Die Notariatsordnitng \1aximitians vom 'lahr 1519 sagt ganz

iiirliiht, (lass «der ofFenen Notajien oder deren, die 5juli iii .'ol


- IN -

« in Schwalben con.sohdirt.en sieh die Vei'iindtingeii der' ReiL'llsnIl

erschaf't. ii der dem Sili rine des Bundes; ;UI eh in Fi in ken hatte

man ähnliche Bestrebii 1491; zuweilen ve isa mniel ten sich die sechs

Ortv dol . sc'hwiihiisclieti Ililterschiat't, z. 13. 1511 und 'ISIS, hauptsächlich

in ihre Streitsachvii den fürstlichen FIot'ger'iehten zi 1 ciii i'iii'ki'n

Am Rhein blieb Alles tumultuarisch 1.» \trf dei' Reirhsvci'sariiwlutig

zu Mai ii z im Jahr 1517, iii 1' dor besonders lebhaft geklagt ward über

d ie 11e4 tJrizulängl Einrichtungen, lt 'ii kei 1. welche Frieden und Recht

vei'hüi.ieii sollten, ward auch eitle Reform des Ihlterstarides ins Auge

gelhssl. ; ja der Kaiser witlIte den Rittern ein neues Hecht selzeir,

dieweil1 sie sich d es langen Verzugs irrt itet'ht gegen Ku iii i'stei

und andere 1'ürslen beklagten. Aber das neue Ritterrecht, 'las

ihnen vorgelegt w;ti'il, hietral' nur die 1(eclrlsliände1 unter ihnen

selbst, während iltcIi, wie sie unter Sich selbst. « mit endlichen

Austiigcii uittl lhs'liten gelitig's;itfl eNehiCIlt war'efl, es ltiei'l'irt' einer

best mdciii [lech 1 sori Ii] u ii g nicht 1 ed iii 'lt e. ii' ge g en Uehiei'gi'i l'li

Mächtigerer 'verlangte tue Ritter'su'lia['t 11 älfe von dci' Reielisgesetzgehuitg

11 , alter uintsonst. Die l'üi'slcn Italien sieh iii der .Kantinitei'-

gen'it'liIsoi'tlnuitg' vonl.R)5 das Prinzip gesichert, dass Sie zuerst v

i lire ii e ig eire ä litt? ii verklagt werileii wussten; die an sk'Ir

dann niöglicite Ap1tellatinn an das Kaiitntierg'erit.'hI, war' illusorisch,

weil voll den im i"ür'slenlliuw titsässigeit otai'eu und Sai'Iiwaltei'ir

keiner gegen den Fürsten aufzutreten wagte. Maximilian selbst gestand

olhit, tier Arme von Adel vermöge viltwollvi . gar' kein Recht zu erlangen,

oder es sei «schart' und s j titzig, dass es Ihm nichts fruchte i.

Mii ilem Tode Maximilians war alle llofl 'iiuii' antI' eine gereelitei'o

Beltaiiilliiirg iii',' flutet' geschwunden. Die dem neuen König Karl aufen'ie»e

Wahlverschreibung sicherte die Privilegiert der Kurfürsten und

daneben auch die anderer erei' iii ist 1 ic her' 11 cii' hsstä nd e,Auf dem ersten

Beii'h«iag desjungen Kaiser's begegnen wir nochmals dinti Versuch, die

auseinaitder'g'ehienileit All-Schallullgolt über die Rechtspflege zwisdiern

l'öi«tl'iu'lien und nii'litfiii'stliclient Personen zu vereinigen. l'ri'at'eui und

etii'hit' onii Adel i'iiehteri eine Snttplication ein, die Bestimmun g von

'1 4)5 durch eine welliger beschwerliche zu ersetzen. Man gedachte an die

Stelle des 'Vei't';tlirens vor den l'i'it'st.lichen Rät heu ein Aiistr'agsver'tahireii

zu setzen, zu welchenii tl ic Beisitzer von dcii Parteien gestellt werden

sollten. Ein Ausschluss sollte diese Frage lm't'athen aber die Sache

13 Ranke, fleufu«'lte Geschielitt' im Zeitalter der Reformation Jit 136.

11 Ulmann, Franz von Sickiitgeni. Leipzig 1872, S. 236 ff, Seine Auffassung.

als ob der Bitter eine Sac he vertheidigt hätte, welche das Licht

st'httait« (S. 239, ist mir uiVenstiLnnl1it]n. Die Behauptung eitler gewissen

coi'porativen Autonomie war doch wohl berechtigt.

15 Ranke 1, 134.


kiiri nicht aus der Stellt. im (egerrlireil verständigte uran sich irrurrer

'veniger i'.

Kein Zweit'I, dass Iriet das eindringende rom. Recht die tegeusätze

vollends iinvct-inlriilran tnracirte. Die Entstehung des Regrills

des t gemeinen Hechts » schuf ein neues, alle Glieder des lteielrs

zusaiirrnreiifassendes rechtliche-, Band. L)ein Privilegien wand dannil

der Krieg erklärt ; aber 11111 die Privilegien tier inrinder Starken wurden

J)ewälligt, nicht die der Fürsten. In allen zweifelhalten und als

zweifelhaft angeseliciren Välle,r trat das gemeine Hecht an die Stellt

des Stanrdn'sn-eclrts. Auch denn Adel ward 'las gemeinte Betlit aulgentitlrigl.

Es war )licht nur die Lust des Nivelliroins, welche die

ilonianisten hier vorgehen hiess auch Missgunst gegen ileii bevorrechteten

Stand kant hinzu. M;ithtc dieser Für sein, altes Ilerlrt ilas

Ileikonrinentgeltend, so spottete der Bttnnrrnrisl. iitiet das so

striltiert ItetIrt. » Den Rittern) erschien der Weg des Austrags als

der einzig riet 1 ige.

Diesem austrägliclrenn Recht, das er aus cigener Praxis wohl

kannte, Nvar atich au1s entschiedenste zugetlrarr. \Vo dies

Mittel, eilten Streit zu schlichtoll, versagte, da fehlte esnieist all euren

Jlinlü, da griff er zu den \V;utli'n, turin Für Andere als für sich selbst.

Sickirigein hat nicht nur in der Geschichte der Itefornnratiorn,

sornderin auch in der der deutschen Itechrtspflege eine Stelle zu bearrspruchen,

allerdin gs in ;nniierer- Weise, wie. sein Standes- und Zeitgenos

se S'warzenlierg. lr läi(le, der rheinische und der Fränkisclrt-

Ritter, waren mit den Besten ihrer Zeitgenossen einig in den Ucirer-

Zeugung von dci- Nothiwerrdigkeit einer 'Iustizr-eforitr ; heide waren

auch Ihälig bei der A rihairnung diesen flet>rni ‚ unser Sickintgenn

durch seine praktische Kritik dci- Urtlreilssprüche der- deutschen,

Gerichte, welche seinem Schutz empfohlene Personen gegen die

« Gen-erl rt igkei t» veiletiterr

Awht Si(kinrgens Biograph lässt ‚ \Vie das nie lii anders sein

kann-, die Tendenz der von denn Bittet urrteiiton,rrnirncnr Fehden in's

Auge. Er flirtet sie in dciii Wunsch, die Mittel zu gewinnen, nun

eilte seinem Ehrgeiz zusingentile Rolle spielen zu könnten ‚ nicht,

weinigsterrs in erster Linie lri(-lnt, in dci- gene, litenr Theilnrahin,re für

die \'ergew;r Itiglen ; ja, ei statuin-t in dieser IIinriclnt einen geraden

Gegensatz zu Ulrich Voll iluttenn : vellnn es nach 1luttiu gegangen

wäre, hätte sein nnät-hrlirer Freund wehrt neun öltet, gleichsam irin

Dienst ritter höhernnGerechtigkeit, nut denn StInwert. (lreinsclrlagenl

müssen. Aber diese Autlässung entspr-itlrt nicht ganz rterr Zeugnrissenr

der Geschichte nOt1 wird Sickinugens Charakter niiclrt genecht.

IG

Ulm anti S. 240 f.


-

Wenn lIuttt'ir mit ilii Itecitis w i s sen .sc ha lt>einer Zeit aul'

'irtechtetLl FwsSe stitiii, dage gen it'k1flOfl sidi 1k,', so viel wir' wissen,

jedes tJiiIieils eirthii'lt., so war das ruti' scirgeirdiss, da er

Cegensatz zu seirreiri Freun(ie kein Gr.'lelirter war. U m so eritschiederier

stand er jur Kampl' gegen die .larrialrge Rechtspflege

und die dem Volksgeist entl'i'erndr'teri lichter; nicht als ob er etwa gegen

die \Voh Itlialen einer geoi'd rrrteri lh'rhl spllege ungerecht gewesen

wir'e ‚ wie Ulrmmii sellsairier weise. vo ll Hutten 5a14l ‚ sondern

weil die sog. geordnete 1 tcclitspilege sei l)t d je organisit'Ie Unordnung

und \Vihlkfir war . .\‚irrl'rseils aIit'i' war Sickingen n j('!lt der phantastische

hin Quixote, dci' 1 dt rs aus Begeisterung für sein Ideal der

(erechuigkeil drein geschlagen hätte ; vielmehr trat er iinwei' nur

'dr lnrier rf, die sonsI kein Fierlit zu linden vei'rnut'hlen und

durch ihn zu Hecht ztr kommen hofften.

Was Sickiirgeir zu Fr'tnlen veranlasste, war in der Tirat in r'tsft't'

Linie «gerechte Theilnalirire für die Vergewaltigten». Uhrnann selbst

r'rrnstatirl glegenlIicli dass es keine vr'i'cinizelte 'l'hatsiu'he in dein

Leben Si c k ing eris war, wenn er ii mi seine liii Vei'blgteri Ui 1 ei genrifitzige

'I'heiliialinie zuwandte (5. h11). hoch auch dieser tesirhtspunkt

rior hiosserr 'i'iicilrralirrte ist irirlit drr richti g e ; vielmehr iraheir wir

es hier mit dii' Iehung viner wirklichen Pflicht zu thun, die ii'

Ritter sich au ›.a terlegt il und hei' sich zu entziehen er für ehrlos

erachtete. Die älteste Fehde, von der wir erfahren, ist irrt Interesse

eines seiner Diener irtitcr'riirtiiirreir, der eine I'iirderung ou 33 Gulden

gegen den C tale ii Hein Iran 1 von Zweibrücken hatte, aber ni cht z ii

seinienir flechte kaum 1. Die Melzer Fehde erfolgte zur Züchti der

1.i'ung

Stadt ‚ weil sie einen MeU('lrelrnon'd an seinem Vetter Philipp

Schnlucliterer arrgr'stiltef hatte 1S. Die Fehde gegen die Jjomrririikanr.r,

welche zu ieurlrliurs Nachtheil, er'iaiig'Ieni Hecht zum i'nrilz,

den Prozess in dii' 1inge zogen, erfaigte, weil Heuetilin seinen Eltern

Oftmals gefällige Dienste 'izeigt und iitrr selbst in seiner Jugend zu

sittlichei' Tugend uirlerwi'srnn hatte 19. Die Fehde gegen die Stadt

h"r''mmi k l'urt min r terna liiii er mit Rücksicht auf sei neu d asehhs 1 wohnenden

T t'hl eruna nn ‚ vor dessen Haus man einer) Saustall errichtet hatte '20

irr riet' l"elrdc gegen Vor'nis 'nrillicht war es Sii'kirigeurs direkte

tilinann S. 2O.

8 t'lnrairn S. 94 f

10 1 T] 1111 flfl 5. 9 und 109.

‚2« Flrnaiin 5. 125. Worin die Komik.' liegt, dass ein Artikel des

Friedensvertrags die sofortige Niederreissung des Stalles vor'sc.hrieb, ist

inrir nicht fasslich. Wie Ulnmarin soirst selbst hervorhebt, ist hier nicht der

Masstab der Poesie, sondern der der praktischen Interessen zu Grunde zu

legen. Vgl, für diesen Fall neu Code civil Art. 674.


1

Va.al1eiiplIielit, welche ihn für den Bischof Uil(l seine Beamten einreden

liess, wie w i r des Ni tiern tlarl egcn Wcr(l en -

Scholl fliese Beispiele eii gen, tim ai (lt I)ei ti erBeit tue i Iii tig rk r

l'eltiiegegen 'I'i-jei vtrisiclr tiger zi ma(Iidn - 1-lot handelte es sirl 1 Uffl die

Zml 1 tigLi tig cii es lUi iskI) ‚ (1cr 711 nörhst hei der Kaiserwahl eine von

tleulsc}jen Standpunkt( , aus höchst verächtliche Rolle gesrielt halle, der

lenter- Luther vei'lite, den eitillicit Sickirigen dcr,Jttstizverwt•igerung iteschuld

igte. Vegen selbst ei-fa lt rence Krönkun gen hat Siekitigeit an r weitisteii

Fehde geführt -in l-'alI wie tii:-i seinem Vater , ( 11 . 1 . die Stadt Köln

in li-and zustecken beabsichtigte,weil ihm der J)oli'h, dcii er statutenwidrig

hit Gürtelgetragen, contistirt worden, ist hei l'r;ttiz iiiteiliiir-t.

Jciit Wunder, dass hei 11vIll baldhegrüntleletit Ruf und den

1 ück 1 ichiett Eitttgcn des tapfern Bit leis sich ii ueb Fremde im seineni

Heistaiid bewarben. Als Z. 13. dci' Erfurter haus von Gotha inchihjeht

ohne geiiclitlithes Veitaliteur aus tier Stadt und einem Uttikreis yeti

drei Meilen verbannt worden war util au!' seine Klage auch hei dcii

siit'liclieti Hei-zügen keine 1-hilfe löntl, da wandte er sich lemuütliig

an Sickiitg:ti, dem- denn auch für ihn eintrat. Ein Anti 'ii -, deriiiil

den Städten Danzig' und E!hiir 2 in Piozrs stand, richtete gleichfalls

alt Sitkingen ciii drin gendes lhilfsgesurli. Selbst ein Grat' von Lei-

1iiieti, dem- sia l liii vei-gewaltigt hielt, wandte „:ichan unsern Itititi,

Dass Sickiitgen, je nicht' sein Fürwort an Bedeutung gewann,

11111 5(1

Weniger ötigsilieh bei tiert ihn ummtrhm-iingeiideim Klieuuteim die

Güte ihrer h"oi'd'riingui g(pu-rutI habe, \vie Ilmann snt, linde ich

imidit. In uiiaiihmeur Fällen, woSickimigrut für Anrlt'u' aiilttat, liess

ei sich wohl die Aumspi'h'iclie derselben cehiem'i'im. Gewiss war diese

Abtretung der iv iii di' flegel nur eine scheinbare ; aber

daraus toigt imirImis gi -'ui die ritterliche Art der St:huligiwöliu-ti,': die

Cession war Ilig, recht ich er ford e i'l jr . ii c od er tlo c ii di e z we c

in äs s i gsl e \i-f, uni eine \ 7 ei-trtunig4efugnuiss zu r-rI;tigeut. Dieselbe

Bedeutung hat es ohne Zweikl, wenn Sickingrui dcii zu

Schützenden in ,eine Dienste nahm utitt dann l(ui' (leim Dienr-i' ultiat.

So hielt er es z. B. in der \Vormser Fehde.

Ward nun seinem Amispi-tmchie nicht genügt, so ward tier Rat ii

der Stadt, w'e]r:lrer der Sehmuklumer angehörte, zum- Erzwingung riet

selinililigeim Leistung angehalten. o gesrhah es z. .1.]., als ciii 1Jerositar

Sickingeims aus Kmeuznaclt einige hinter-legte Sachen heimlich alt zwei

Frankfurter Juden versetzt hatte. hier verlangte Siekiumgen oiii Rath,

iItss ileisethje die herausgabe der Güter an ihn vem-uuriltle 21 . Ehen str

verh i hie er in der Ti-it rei' Fell( je uni 1 somist - \Ve ii n in-lt 1 Stadt

21

Von Kaufmannsgütern

m erbeut efeu nsgiiterm i huf man 4 ige itt! ic lt nicht reden

es handelt sieh vmelmne]mr 11111 eine Art Pfiiidtiiig aus eitler vermeintlichen

solidarischen Haft.


- xlii -

keine Hit re schaffte, so wandte Sirkir.ierr sieh an die Landesfürsten,

so z B in der Sach e des Erfurter Bürgers;

eben so in der Trierer

Fehde, ilre sieh schliesslich den Kurlrnsterr wandte.

Die lelide war für Sickirigerr nur das isserste Mittel, MIs

gütliche Vorstellungen miii Vei'gleiclrsaierbietungen versiigten Auch

das besi :iti gen eine Reihe voll Einer mag hier genügen.

Als ([er Erfut'ter Bürger in Siekinigens Klientel aufgenommen war,

ersuchte der Ri 11er den F'ürstcn, jenem zu Verhör und zu Billigkeit

züi verhelfen, und die Ver'hi;rnd lung kam in der That in Gang. Noch

rireliitiais freilich sah Sickingen sich veranlasst, sein Fürwort einzulegen.

Bei' Schutz, den er Schwörlicin der Justiz gegenüber zu 'I'heil

veiden liess, war nicht allein der (101' aggressiven Fehde, sondern auch

(11.1' Ilfr blossen l)etrsive. So nahm er naili den Unruhen irr Worms

eine Reihe von Flüchtigen, (110 zrr dein Bischof, seinem Lehnsherrn,

öi naher standen, auf seiner ksten Eberribinig auf: so

bot er Luther irir Laufe des Winters 152() wiederholt eine Zuflucht

auf derselben Iturg an, und erklärte denn kaiserlichen Beichtvater,

wo 1 n 1 her gute Sachen spräche, wolle er ihn vertheidi-en gegen

alle Vel t ‚ und 1oc k ‚ Kinde— und Leben daran sei zeim so nah iii er

der Casp;rr Ar1uila, den seit Eitr für Luther in's Geföngrriss

gehoOLht tratte, nach seiner Flucht ans der Haft mit

\Vijh und Kind hei sich auf.

Seine ganze Vergangenheit wies Sickingen auf errInge und sachgenriasse

ltclraielliing (hei' flei'lilshrönndel. \Var er doch selbst Aintmault

; für s ' ire streitsclilir'lrtende amtliche Thätigkeil in Kreuznach

halten wir noch (hie Belege irr mehreren, durch ihn mit einem Kollegen,

Meiniliar't vtinr koppenrsteirr ‚ vi(r'genonrnienien 'l'hreidunigen aus (1011

Jahren 1505 - 1510 32, die in grellern Conrtiast ,1ellen zu der stratrechtlichen

Tlröligkeit, die Hutton einige Jahre später mi Dienste

des Erzitischrols von Mainz in Erfurt und Halle ühite23.

iich ausseranrI lili erscheint Sickingert als Tlmeiilungsinrann so

gab Z. B. ‚Johann Herr von Reifflr'sc]reid all Wilhelm Graf von Renneher-

miii unset . 111 Sickinigen die Vollmacht, don Zwist zwischen ihm

und ilom Erzbischof voll gütlich 21 Noch irr einer 15'l

Dienstag nach denn heil.-rlrei-Körmig Tag vor Melchior von Itüdeshneinn

ausgestelltem Urkunde ist von der erfolgreichen gütlichen Unterhandlung

lies ehnmenmfosteri, sondern, lieben hI;ruptnrianmnnes und Freunde—

Franz von Sickimgenr die Bode .

2 Müneli. Franz voll II S. Ii) ff.

23 Straus, Ulrich voll 5. 73 t.

21 Münch a. a. 0. 111. S. 4.

miiti(-)i lii, 1 7.


- Nl\' -

Auch wo er, selbst Partei war, seheti wir Sickingen Theiilungen

'(]ineIi nen. So liahen wir Z. B. noch einen Vertrag ZWjSLhCfl

Herrn Hans J-loIl'wa it von K i reh hei in, i liter, und voll

wirkingei, des SA Wes 1 ml ten burg hat her, durch Herrn St efli

von Veiiningen, Ritter, und andere bei hc'icliugt ii. d Jacohl

Fassen wir das Resultat zusammen, so finden wir, dass Sickineii

die Fehde nicht Bedfiitniss ist; (lass, wo er sieh zur Fehde entsie

in erkennbarer \Veie nicht wegen eines « Triebes nach

Machterweiterung», Sfirideifl \ittiuiPhr in (1(3fl GeCülil unteinotiiriien

wird, dass eine Hit ler1flicht zu erbitten sei. In erkennbarer Weise

sind es zunächst iiielit eigennutzige Interessen, welche er verficht,

vielmehr ist es ein Dienst, den er Geiiossen, den er dciii Sctiutzliern,

den er Dienern und Klienten erweist, Dass er diesen Dienst nicht

mit materieller Einbusse verrichtete, sondern sich, den Anwalt der

Partei, schlit ««liii glei1i lii II« sei tart los hielt, ist richtig, aber durchaus

menschlich und ii at.ü ii ich.

Prüfen wir d ii'se Cliarak terist 1k an der et'slen grösseren FeIn 1

die auch für (Ije Jicurtheilung der Trierer Voll Interesse ist.


1. hic Woriuser Fehde.

In Wornis, dci « Mutter der Jleichstage und dem wenigIeii

zeitweiligen Sitz des Kaniinergoric]ils, (raten all die Gegeiisitze,

welche das Tt'ii'li zeiklülieten, in engem Raum uni so lietiger auf.

Nic1idcin die Stadt seit dem 14. Jalithiiinlei't ihre Selbständigkeit

nicht hatte behaupten kennen, war sie fast ganz dein Bischof preisgegeben,

der selbst utlit viel mclii war als ein Vasall des Pfalzgrafen.

Seit 1493 hatte die Stadt skli deiiii auch in ilt?ii Schutz des

Pfalzgraf'ii liegelien. Zwar erk hirte Friedrich Tu, sie im Jahre 1488

für eine Iteiclisstadt. und cassirte alle Verträge, welche sie dem

Reich zuwider mii dem Bischof abgeschlossen hatte. Wirklich nahm die

Stadt die Besetzung (1cm' Aemter mehrmals allein vor, so dass der

Klerus in ii Protest aliszog. Ahei' schon 1 O1 kam der Bischof mit

dciii wieder PfaI'zi'a feii in die Stadt und vollzog die Beselzung nach

alteni 1 lerkommnen ‚ Iii 1 folgenden .); I hr brach der Streit von

Neuem aus.

Als dann nach dem i'o(lI' des Bisthiof, 150:3, llcichard von

III j.ipu ‚ der zur Partei des Pla lzgra fen gel iio'te, gewdil 1 worden, fiel

derselbe in doni 1,filzlaiti'isclieii Krieg gleichfalls iii die kaiserliche

Acht, ummil die Stadt erhielt alle Hilieitrechte, welche dem' Bischof

bisher besessen hatte. J)emmi;ichi wurde die. Verfassung der Siadt

mannigfach geiiiidctI nie! das Sta lt gern 11 t mit ei nein gelehrten

Juristen, 1)i'. italtliasar Mevel, besetzt dieser ward auf' Lebenszeit

als Schultheiss angestellt. Vergehens suchte der Bischof Wieder

in den Besitz der alten flechte zu gelangen. Erst 1509 karii ein Cornprniniss

zu Stande, zimbdge dessen man auf die Bachtiing von 138

z. ii i k ging.


— XVI

Der Bischof selbst war mit dciii Abkoniini'ii nicht zufrieden, ja

nahm eine schon von seinem Vorgingoi erhobene Besit'i.stirungskIage

aiif aber der Kaiser iiiliihirle das Verl'aliren. Das dann ad perpo-

Iiiaiii rei nleinori;nii heint Kaminerg'erieht erwirkte Zeun'ejhfir ward

iltlF('li

div Stadt verliiiidei't. So wandte der Bisilut sk'li endlich im

.laliii' ld() an die I'iclisstäijde, ihni zu scineni Rechte zu verhelfen.

« liii weide »‚ schloss ci' seine Darstellung der Vorginge von

1510, «ich weide iii alle Wege unhullig 'wider Recht von oili±nhai'I

ichei' G eie&'htigkeit verdrungen, 1101 ge lii eben, zu u leid igeii Kosten

und Verderben biac'ht ‚ und mag kein gel)fllii'lich Gerechtigkeit

erlangen, das doch billig alle fiirstlic'he Heizen erbarmen und zu

Mit leiden bewegen sollte.

Wirklich bewogen die Fürsten den Kaiser zu einem Eandat an

das Kammei'gerilit (l. April 15'10).deiii Bischof wegen einiger Punkte

gegen die « \Viilcrp:ii'tei » uiivei'zfiglicl i Hecht ergehen zu lassen.

Allein viel- Tage darauf (). Mai) erliess der Kaisei' ein anderes

Mandat, worin ei' den kais. Kainmerprocuratot' l'fu' die Widerpai'tci

ei'kliirte und jedes Vot'gelieii gegen die Stadt untersagte. « Wir

haben», so heisst. es in diesem Mandat, in Kraft unser 1111(1 iles

Hei i'lis Acht. und 01 ieracli 1, darin derselbe Bischt ii in den i vei'a iigeiicn

baiei'ischen Krieg um sein L'ngeliorsani und Vei'aulitung

gefallen ist, dieselben \Vag, Zoll und ander Gerechti gkeit als

cii't ileni ehrsamen... llürgeruieislei' und plath der Stadt \Vornis

giidiglich zugestellt, ihnen auch ernstlich gi' boten, sieh leilialh in

keine Antwort noch Recbtk'i'l igurig zu begeben. Demnach eiiijif'hileii

wir Euch ernstlich und wollen, (lass Ihr auf des liiscliots zu Woi'nis

Klag in Rechten wider (Ilegenannten Bürgermeister undRath zu

\Vornrs nicht pi'ocedirl, urtheilt noch handelt und ibiii allein uni ili'

berü h rt e', Seil 1 Spruch und Forderung gegen unsern Fiskal als die

\\ulei'pai'lei Hecht ergehen lasst, 'vii' sich gel)üliit . Es sollte also

nur untersucht weiden, ob der Kaiser das Recht gehabt habe,

wilIl'cil(l der Acht (lein Bischof jene Einkfiiit'te zu nehmen. Auf dem

Beiehistag zu Köln (151) kam die Sache wieder zur Sprache, deni

Kammergericht ward abei'iiiat»auf'geo'eben, dein Bischof « Iöiilerlichst

und uinverzögliiIist zu Recht. zu vei'li'ltn rind sii'li durc-li kein

Mandat, Befehl nIet' sonst ichts irren zu lassen. » Es blieb indes,

bei eiern blossen Befehl, u id das hamrnci'gui'icht, überzeugt, (lass

dciii Kaiser nicht mit einer schnelleii .lLiStiZ geilietit sei, liess dip

Sache liegen 1,

Sickingeiis Stellung zu die.-SeinStreit zwischen Stadt und ilischol

war durch die ( esclik'hte seines Geschthis'lits ririil seine eigene

1

Arnold, Vci'fassungsgschi'1 ise (1f'r dciii lir'ii h'rci,.ti1 II. -p15 ff.


- XVII -

\Te I . anreflheit bestimmt. Die J3ur Sickingeit war kurpfälzisches

Lehen. Wie (id' Vater unseres Franz, Schwieker, plilzis&'her Amtmann

iii Ehernhiirg und Kreuznach gewesen, so war auch Franz

Anitnianii in Nreiiziincli IItIJ Beckelui, Bald trat sein ältester, niu'li

dem Grossvater bcnanntei' Sohn gleii'l falls iii pt'ülziselie Dienste.

Aucl t zu deIn I)iSCIIüli ithic i 5 itt in \\o]'i IS bestanden directe

Beziehungen. War doch ein Leinhard von Sickingeit l445-148

sellist. Bischof von Worms gewesen 2 Und als im falwv 11181-)--111.83

die Stadt Virins nut dem Nachfolger dieses Bischofs, Johann III.,

dem früheren kiirptälzisclien Kanzler, über die Form der lliildiguiiig

im Streite lag, wählte der Bist'Imf neben einent Geistlichen herrn

Eitel von Sickingeii als Si'hiiedst'ichitei', wiilit'eiid tue Stadt (heil Altantineistei'

Peter Schott von Strassl>ui'g und den Altl>ürgcimeisler

Arnold Holzhausen von I'rankt'uil erkor 3. Unser Ritter aber war

ein l.elinsniaiiii des Bischofs lieinliard, dci' so bitterlich über Vii'-

gewaltiguiig klagte.

1_la dci' Bischof 51,1 l)St aus der Stadt ausgeschlossen war, so tungute

uhcr Offizial als sdiIl Vertreter L . Dieser aber 113114' mit der Stadt

über die flechitspflege die hcl'tigsten Kämpfe auszuls'titeii, Was

besonders streitig war, k'üiirien wir eutnehiin'u aus der Spütei'Ii

Pfalzgi'afeni'achtuiuig von Iilh), weiche in 67 Artikeln die Raths- und

Gei ich tsvei'fassu n g neu best im iii e . ]hernach g'i üirten alle geistlichen

Sat'hen, wie 'Lehnt- und Ehestreitigkeiten, vor die geistlichen

Gerichte. Güter der Büi'gi'i', auf (teilen geistlicher Zins ruhte, halten

ihn' F'oi'iiiii vor dein weltlichen Gei'icht. Unter ciiiaiiilcr durften die

(ii'islli:hteit liegende Gitter vor geistlichem oder vor weit lirhciii Gericht

verkaufen und auflassen. l)ci Geistlo'hieu unigeweihites Gesinde war

iii persönlilien Civilkiagen der geistlichen, in allen dinglit'lieu 1.1(1(1

peinlichen Klagen itt,i' weltlichen Gerichtsbarkeit UtltcI'wo]'ten. Die

Juden eiiitliiti hatten in peinlichen Sachen ihren Gerichtsstand vol.

deni Ballt, in hiii'gei'hictien vor dem Stadtgei'ilit, aus Zinswucher vor

dem geist (14,richt.

1 n'lieii

\lit Aiisnahiini, VIII) ht)jiii'ien- iiiid Eiijiii."sai'heti dui'lte in hüi'-

gei'lichien Streitigkeiten nur appeltirt werileit, wenn das Streitoli,ject

den W'ei'thi von 50 Gulden erreichte. Appeltationssachien mussten,

wenn (id' A [Id laut n i chit du' Vei'weisu ug ii ii das hain niergei'i cl it

forderte, vor das bischöfliche Gericht gebracht werden

Auch das Kautinnergerichtt grill in die Geschicke der Stadt

wesentlich mit ein.

2 Ariiold a. a. 0. S. 450.

Arnold e 5, 4lO f.

Vgl. Arnold S. 458,

Arnold S. 495 if.


(ictolier

- -Uli -

Auf dem RIlullstag zu Cosinitz 107 eiiiigle man sich, das ganz

in der Luft schwellende Kaitiineueiicht nach den \Vormser Beschlüsseii

auf sechs Jahre lietzustellen und seine Besetzung fester zu

regeln. Zu Bigeiishurg ward dann auf Grundlage der kanonischrömischen

Dort iiii eine neue Kammergeiich t sori In ung au tgeiirhtut.

Der Reichsahsehiied zu Costnitz hatte in §. 24 bestimmt, dass das

Na mi tiergeticht das erste Jahr zu 1 egensburg geha t en das folgende

Jahr aber oh m, alle Verzögerun g unil Süuniiiiss gegen Worms vorrücken

und allila die bestimmte übrige Zeit ausli;iltemi solle, « sofern

der Bischof, Plalihicit. und (lic Stadt daselbst mit. einander vertragen

uru1 vereinigt weideni. Aber die Vereinigung kam nochimmer uticht

7tI Stande.

Der liciclisabschied zu Küln ‚ gegeben am 8 1512,

lasijinnite in . 21, dass dii limung und Späut halber, die zwischen

dem Bischof von \Vornis und der Stadt bestehen, « wir jetzt etliche

Kouuimi«sarieii ‚ so seilld, verordnen, Iriezwisehen und

des uiüi-listen iinsers lti.ichstags gütlich zu handeln, oh sie die Pau'-

leien vertragen ». möchten Als dann isl:t ilei' fl&'iclistag und zuIr'iehi

das lamnniereu'ichit /im \Vornis gehalten vciili.n sillte, bra(11 zu Anfang

des .Jilires in ticl, Stadt ein \ViIdi Aufstand aus, der ohne Zweifel

voiIieueit't war vii hischölhirlien Rechts gelehrten geleitet ward.

l)ass der Bisilef seIlit dahinter steckt.', kann um so welliger einem

Zweifel uuitiilicgii, als er aus seinem Vorhaben schon in dciii

Schreiben von 15 10 kein Hehl geniachit hatte. « Wo ahernials »‚ so

heisst es zum Sililns, o diese E. G. giiiiilig ]"iirhiitt und Frlerung

bei kais. Majestüt hit Statt und Vortrag erlangen, so geh ich E. G.

in (her \Vahmmhieil zu ei'keiinen, dass mir und iiieinem Stift solches

]ünger zu erleiden fit möglich, sondern Pflicht 01 .111 Notht 1 urff

mich zwingen werden, Recht und Gerechtigkeit an

O r ten Leim miii d Enden z ii suchen, da ic Ii traue Ii n d hoffe

dieselbe zu hekoin iii en

Eine ganz gen iigfügige Veranlassung zu einer Missst iiiimung bildete

dcii Ausgang der svsteuiiatiscli betriebenen Agitation, bei ilei' halbgelehrte,

insbesondere ciii Fimrspi'erhi il:mumn ;m.Iier auch Advokaten und

Itüthe, lesgleiihien ein Notar des liischiöllii'Iien ll_l's als die leitenden

Persomui'ii hervortraten. Es v.mrin namentlich Dr. Ludwig Sachs

.Joliaiin I)ief'nbacJi, 1itntiiuI l>eidr Hüchte umol Mmgislei' Itailluasam

lulür, der Notar. (..)himie 7\veihI Ihirch 111(5' Mioiier bestimmt, verlangte

(las vulk, dass muiaii gl ür Stadt Ailvi:ikaten, Ditren, Giiiehitsschneiher

und andere Geleliuti urlauben, lass ferner keine gelehrte

Himthis 1ierson mdii im Uallm sein oder vor ilaili oder Cerichit im Hecht

etwas reden solle. Abgesehen war es wohl vor allem auf den ieclutsgelehrten

SchiiilIhiiss und den Stadkclireiler ( lantz.


- XIX -

rlI.Ot7(IOIIi (1cr Kainmerrioliter und die Beisitzer des Kammergerichts

(lic Aufiiiliiei zur crnuiift zu bliIigCii suchten, ging die

Bewegu iig vorm. Ii Der fist:n lilie Kam iiieiirocli rotor ward dur1(11

c h

Drohun gen zum Schwei gen gebracht., ja zur Flucht gitililliigl. Die

siei.i'eic1ie Partei entsetzte Bftigeiineistei, Scliultlieiss, ScIiölIeii und

Geiicht.

Als dann der Laiidvog mit Dr. Ludwig Sachs eine Unterredung

pflog, Landgrat, meinte ute dieser. solle der uni gemach vor,--ehen; es

wäre schon ciii Buudschuh vorhanden und wurde vielleicht noch ciii

grösserem kommen denn er wilinle. Sobald der alle Itatim wiedem

ei ugcsetzl worden war, brach in) l'olgentlemi bil liC EM-1, den h2. Febrimar,

ein neuer Aufstand aus, in dem der Kammerrichiter Valentin

von Sundhmauseu ‚ Iioctor der Rechte vuiii Pöbel igegtiffeim

gesihilageti und gestochen ward, so ie dass er iiiil grossem' Eil und

Notli davon entwichen und in ciii haus enimonmien

Im Mi iz SVSI'II von dein 1 and vogt strenges Getickt, gehalten

ieml einig' der Rädelsführer am L April am Leben oder Leib

gestraft wurden, wo ci 1 eine ii za uI anderer, die Cii 111 oh ien Ware ii,

in die Acht. erklärt. Unter dcii Gcäclilcten bekinden sich natnentliiFi

Ludwig Sa clis, J oho itit Dielb,n hac Ii und Hall hasam' Schlör. Der Kai sei•,

der die Strafen bestätigt hatte, überwies in einer Urkunde vorn

10. .1 uni das col di st i dc Vermögci i der Geiich 1 eIer i dem 1 iii igerineistei'

rinil Hallt zu \Voirns « zu Eigötzliclikeit merkliches Schadens, so sie

in Rechtferti g un g und Straf des Lehels, mich davor in der Irrun- und

Empörumig gelitten )).

Es ergirigert demnmnuli acht Contisralions- und Zustehlungsl)li(le

»6

Mehrere der aus \Vornis (. cli )l reneri und daim G eäch toten I'aio 1 ei

bei Sitkingcn auf der Ebeimihuig eine Zulhirlit einzelne italim der

Ritter förnihic.h in seinen Dienst, vor alleit den biscliöllichin Notar

Srlilöi. Mit dessen 1"hiicht aber hatte es eine eigoritliütrilnlie Rewiiri(ltfliss

Alhtdinrs war der Notar i.ui Zeit ilot' Unmulon in \Vom'nus

gewesen, hatte dann aber Eule Februar im Auftrag eines 1.ichöf-

11(11011 Herrir eille Reise an den kaiserlichen lief gemacht, uni zwar

auf Hatim einiger Lolirisunairiteri des namentlich Bischofs, auch Siekingens

Aiim Ii. April kehrte er von dieser Sendung zurück, uni nun

seine inzwischen erfolgte Aechtung und die Contiscation seines

mogens zu erfahren. Da seine iiiehmiLäelon Versuche, diese Massregeln

rückgängig zu machen, erfolglos ])lieben, so suchte er Hülfe hei

Siik i irgen, (leni tapferen Vasallen sei utis Herrn. Sickirigen hatte die

6 Vgl. das Schreiben der Stadt vom 27. flecembei 1518 bei Mciuicli

a um. 0. lT. 86.


- xx -

'eLterzeugung, (las Aclitileki'et. sei hinter dein Bücken des Kaisers

und durch LTelieri'uinpelung desselben erwirkt. Der \Vorrnser Stadtschrei

hei' Glatt tz hatte intime Beziehungen zu der kaiserliche])

Kanzlei.

Wohl in Voraussicht der kommenden Ereignisse hatte Siekingen

sieh Volt Seltlor gewisse l"oi'dei'uttgen desselben gegen 'ornisei'

Bin'get' übertragen lassen. Di e Zeit. der Uebertragung war später

streitig wiilti'etiil die Stadt lieltauptete, die Cession sei erst nach

der A clii set'klä tu ug ei't'olgt ‚ hi'liau ph te Sicki ngen das ( egent hei 1.

Diese letztere A ngabe ist gewiss die t'itIitige. In der t'nigehung des

1.lischot's, in der- itian den \iiFst;ind aut'tnei'ksarn vertdgte, - und

zu ihr gehörte Sii'kingeit, - konnten die Folgen desselben nicht

ülteiselttt werden. Insbesondere titussien die rcehtsgeleltt'ten ruillte

die Aechtun g der AnstiI'ler ins Auge fassen, Rielh duell später', Wo

SLckingen seinen Anschlag au!' Trier plante, den, elhe Si'lilör auch

ween dci' aus dci' Recl]tol'dnun2 sich ei'giliendeni pet'itniät'en Folgen

von tleni Vi iihialii'tt ah.

Siekingl'lt t'orderle itun im Jitleresse seines neuen Diener. ', ike

jrli srii' ganzen Vermögens liei'auhf sah, eini ge der Weintser

Schuldner zur' Zahlung all('. Der ttaripkäeltlirltste derse]beti war Nicolaits

Kituhlielt, der von Sehlür früher ciii Kapital von iO Gulden

erli;ilteri hatte, wofür er einejäln'lirlw Gülte von 7 Gulden (nt-

1 c n ni iisst e. Knolit( 'cli stellte das Darlehen nicht in :\ hret le,

lehnte aber die Hiikzaltlitng ah, ohne Zweifel w'egen der Aechtung

iles Gläuhie't's ‚ in Folge deren die F'oiderutigeri alt die Staill

üliei'gegangen waten, So wandte sieh nun Sickitigen zunächst an

Schultheiss und Sniiöfl'eri 7, und als dieser Schritt keinen Erfolg

hatte,Allerheiligen tl ' an Büi'get'ineistei' und Ilahhi mit dem gütlich

Eifoi'let'n, Ititt tun! Itegelirs, dcii Kiuohloclt, 'leuii sein l)iener Si'ltlöi'

viii' läteet'eu Zeit o ;iitt' sendet \ 'eu'ti'aiiert und Glauben zu seinem

niei'kl j elion Nutzen intleu'tluallt ltuialei'i Grildett geliehen, zu weisen,

ZU VCL'it uügeo und ZU teilt 1» iI ‚ (1 leSe ii n läugl)are Seit uh 1 sonder lii ngern

Aufenthalt zu bezahlen, oder aber litt in dci' Stadt langem' iiit zu

dulden, ilatitit, wie es wüt'ttinht heisst, Ich solch Bezahlung von ihm

liekoutintien Itlag und deshalb vermieden Wili'i'iuiig bleibe, wie ich

triichi Silnhtes dci' Billigkeit nach zu Euch versehe ».

Das Gesuch setzte die Stadt uni so mehr in "et'legeniteil. als

sie Über die eingezogenen Güter 1 eiei ls vert'ü gi hafte, insbesondere

auch zu Gunsten des Leoii}iaiil von l)üi'ckhieiiti, ltüu,e Kais. Majestät

Anitinanit zu 1Ioilul'lileti. Dass die Sache eilligeriti;issen das Licht

So gut aus dem tolgeitden Schreiben an dcii Btlt'gcrmeistor und

Rath lii'rvoi' S.lüru'li a. ;1 0 . III,


- XXI -

scheute, zeigt die Drohung, welche Dürrhlieini spüler, als er wegen

der ihm iibeiwieseneii Guter ins Gcdriiige gerieth, der Stadt gegenüber

aussprach « wo Ihr diesen Handel uf mich trinkemm wollten,

würde ich verursacht, mich meiner Nothdwlt halben auch zu entschuldigen

und zu ciötineu, was ihr deshalb mit mir gehandelt, less

ich doch viel lieber eiithiesti.'im und Euer darum verschonen wollte »8

Sickingeii gegenim 1 mer suchte die Stadt ladureh ei nzu cii ken

dass sie ihn auf den Beclitsweg verwies, ja damimit gemeine Stadt.

deshalb ohne Forderung blieb und weiler Sickingen noch l)üickheim

sich ii it zu beklagen liütteio', war Knollocht bereit und Willens,

«die sieben Gulden erschienen Gülten hinter kais. M. Katimi-imergeiiclit

zu legen, jeden seiner Gerechtigkeit seiuetlialb unverliindeit zu

gewalten» 9.

Da aber die Stadt Gewaltschritte fürchtete, so ersuchte sie das

Iteichiskanmimmergeiiclit um Schutz um.! II mille. und dieses erliess in

Erwügung, «dass es umilmillig und des Bihms gemeinen Constilutionen,

sowie dem Landt'rieden ganz zimwiler wiire, dass Jemand mit, eigener

Gewalt, ohne ihaht, tliätlichc Gewalt üben solle», ein Inhibitotialniaimdat

bei Pön der Acht, das dein Bittei auf Ehernburg inslnuiit

wurde. Der Kamumeibole. bescheinigte «das hat er gutwilliglich augefliiflItiiPii

als sich geziemt.» Olmime sich an dieses M;mmmmlal zu kehren,

linderte Siikiimgeii von der Stadt iii einem weitern Silmmeibeii Genugthuumig,

w-itlrigeimüills vüiik mir gedruimgen, seiner Herren Freunde

und Gesellen ilaih zu liehen, wie er von Stadt und den Bümgern

10

Bezahlung bekommen möchte Und alicimimals wandte sieh die

Stadt an das Kanimergerichit, (las a111 27. Februar ein zweites Maudat

erliess, worin es dem Ritter drei Rechtstage setzle und iliiui aufgab,

der Stadt Worms mit Gütern oder Bürgschaft Sicherheit zu gewüliten,

dass er sie nicht, dem Landfrieden zuwider, angreifen und beschädigen

werde ii.

Nun ward ciii Schiedsgericht in Vorschlag gebiacht ‚ womit.

Sickingeit sieh plincipiell einvertanden erklärte. Da aber über die

Wald der Schiedsrichter eine Einigung nichterzi elt wemileim konnte,

so bestand Siekingen darauf, « die Stadt solle ihre Rürger zur

Zahlung nölheim und zwingen. » Die Stadt jedoch, deren Darstellung

wir hier folgen, liess sieh ilumeli die Ititten der bedrängten lhiiger

bestimmen, sie vielimmehr zu seltirnteu denn oliii das iiiüsslcii sie

8 Mümh II. 78.

0 Münch II, Di.

10 Munch a. a. 0.

11 Wigand: \Vetzlai'sche Beiträge 1, 243 Nach den Akten des ileichskammneigeiiclits.


XXII -

lii OlCI 1 Ui id lii 11(1 e ei A 1.i ii, das sie na cli Gestalt iii' Sa 1 heu

z u zweifacher 1 tei.a] ii ((ltg gedrungen werden fl töcliteii (las Sie (10(11

nut lierlit, zu thun nil selinlilig wären. » Zugleich gilugeit Bürger

und Stadt, bei in Kamt)] e]'gelich t viii. Zui uiichst stellte Ki iohlo(;I)

die DilDuiiiations-Klage an. -\ iii 28. Februar 1511 12 erliess das Kantinergerirlit

an Sickingeti die \iifboderiijig, siin ItecliI und seine

Forderung lIai'znthun oder e\vien StiIlSCIi\'4igens .1_lt

gewiiiligen. Sicktttgeti miii, sich nicht. für verpflichtet, h_vi Auf,-

l'orderu n g züi en 1 5P cciie fl, ilull so 1 ihcli die S;t c he Ii

llürgeriiieister und hallt der Siatil. dagegen erwirkten ein

Mandat, wodurch auf ihr ilewutliiglwhi Ansuclieii UlkS weiter notlnlüitti

Hit und Matulate wider denselben Sickingeiu bei schweren Penen

und des HeIcits\i!ut ernstlich geliote ward, «sich aller gewaltsait

thätliciteu liatuclltitugen und VotlIelltIteuls gegen die Stadt und der

Bürger Teil, Hai; utuil Giili.r zu (nhlualten, wich (1111(11 Andere in

kein Weise zu loschiiilin,

sondern, wo er, Franziskus, Spruch

oder Forderung zu ileni Imgeweisler und Rath, den Bürgern ohi'

gemeiner Stadt zu 1 tal cii geilil( hie, diesel heu ‚ wie sich Ordentlich,;

1 lech ten gehuu lilI', VülZil 11011 tUtet) und ted 1 ich Ursacit dagegen vorzuhiittgen,

\ValUliu (las niL Sein sii!lt


Nun versuchte Sickitugen dumh an die Zititie giti;lutefe SrlireiI;,j

diese zu bestimmen, in scittLiil Sinne auf den Baili einzuwirke

Die Briefi' aber fielen dein Ilaih iii die Hunde, und dieser SiIIi sie

als einen Verstirli :.tti, Sedition 111111 uItihr zu inacine, Abermals

\aiidte sich i3ilrgertiueisteu ((lili Il_illt LIII (las Kanll11etLriticlil « um

Hilf d o s Rechten » mit Cilafion inh d;tnilaten. Es erging denn auch

ei tu scltil rfercs Mandat, worin wegen a n ihe Zti nite getielut eton

Scluteilnns kaiserti;luro Majestiit 1111(1 (I(s Reichs Acht und sonst alle

andere Pl ii der a lug ezc(getu en U; institut ion und k a iseil iciten Satzungen

alli.cilioht wurden 1111(1 der Pittor votel;(den ward, «auf, lli(mhjclI

Zeit itiud Tag zu erscheinen »‚ also auf den schon in knut ersten

Mandat liestimnten 'Ii.iuijitu ‚ den. 5. Miliz Ausserdem ward

Sickingeu bei einer Sluale Volt l Mark lütluigs Gold hekhlen, innerhalb

9 lagoni nach Verkündigung, des Mandats hei dciii Kantruergericht«genugsam,

Cautior, und Vetsiclueunutg nil Gütern oder 13ütgsihuft

pi itt tluuuu», dass ei tuichis gegeui die Stadt oder denen Itrutger unternehme

und ;mdi keinen Andern anstilte odit' i tnt erstüf,e ia. Ati 5. März

fou derte Sickinen sei ucuseits dieregierenden herren der Stadt tiochi-

1 Vuigand 1, 243.

13

Müuich a. a. 0 II, 17.

14

Die Darstellung Sickingeuus bei Müncht 11. 27 f., die der Stadt (laseIbst

S 17.

15 Nach dem Auschreibu vorn 24. April bei M]iuuc]u 11. S. 17


- NNIII -

mais auf, seinen Diener Selitüt, der sich vor K;t i se r uni lii eiss

1 n (1 e ii zu 11c:ht erbiete., zu seinelil

gelangen zu

Veriniigen

lassen,

widi'igentalk er 41einselhcll nicht. seine hülle ver\veigern künne I.

Die Versuhiedenhlcit der Aiisc.liauungen liegt zu Tage. Siekingeii

hatte zu dciii « i t z t in W o r in s a sitzen'.lciu Kainmergeriht kein

Vertrauen. Das veiliehlte ei denn auch dem Giirht selbst keineswegs,

viel mehr erklärte er (leimt KamitLerrichtel, dass das Gericht,,

so lange es in \Vornis seinen Sitz habe, ihm nicht. gefalle. Ja er

soll geradezu begehrt haben,

solch KamniergeiicItl an eilt

Stadt, so der Ehrbarkeit geneigter, zu verrücken »‚ ein Begelircn,

worin die Stadt ihrerseits die Absicht erblickte, den bösen Anschlag

zu Aufruhr und Zwietracht Uni so besser zu erreichen. Wenn sieh

Iingegen Siekingen nut dcii Kaiser und die l(eiuhsstä nIe berief', so

ward ihm dieser Weg, wie es scheint, votzitgIleh durch

1 die Beiiiühiungen

des Stadtschreibers verlegt. So sollte die Stadt deitii auch

büssen.

Am 2. März nain i Sic.kingen, unterstützt von dcii aus \Vorins

Geflüchteten, auf einen' \Vorniser Scliiff den lt heilt hinal' ijetördeile

\Vaaren in Beschtag und die auf dein Schiff heti iiilicheit

Bürger gfange_n, um sie auf (Im l:hieruiliurg alführen zu lassen.

Während dieser Vorgang am Motgen über--sandle S:lilör (1011

stattfand,

Nachiiiiit lag in eignen, Namen en einen Fehtlebriel

17 A in ). März,

einem Sonntag, erklärte dann auch Sie ki

Igen voti der El ic ii ibu rg

1

die Fehde durch Cii) S«hiciben 1 , das;i 1)1 lälgenden Tage in \Vornis

anlangte. Es wai' derselbe Tag, an dciii Sickitigen, wie er selbst in

dieseiii Fehidehrief hervorhob ‚ vorn Kaniniergericht in die Acht

erklärt weiden sollte.

Scliläi's Fehdel riet machte geltei ii, dass Bütgermeistei und BaIh

ihn hei kais. Majestät und Si-. .Majesliit verordneten ConhiIisSaliefl

erschieiier Zeit mit unhegründteui,unwahr

gern Vorbringen, als

l iaft

oh er Fäkundigung der Uftührer, durch betuchte kais. ComiuiisSalicll

hievoi zu \Voruis beschehen, gelloheit und iherolialhen sich der Stadt

Woiriis geverlich culäussert kälte, wiewot solchs die Unwahrheit,

und vo Not, offeutlicli zu Tagen das \Videispiel mit tretlenlichen zu

beweisen, rück tick veuk lagt, und dann durch ihr und (er Ihren

ungest i ines Anhalten ciii vern icinte Acht, sein ui verl iüit oder

-cii iiL, wider ihn erlan g[, fener in Schein derselben sei ii Hab

und Güter durch die Ihren vcisclilisseii lassen, die Seinen us

1(3 Ulmann S. 38 Anm. 2.

17 Wigand 1, 246 f.

IS 'Wigand 1, 245 f-, auch in dem Ausschreiben der Stadt Worms bei

Müneh II, 20.


- z\iv

seine,' IIaiiswohnun' g'ti'iel.ien, iiaclittgerid solch sein hab und Gut

genOnuiieil, zei'zisseli, zerstreut iiiid anderen zu thun in ihrei' Stadt

gestattet., auch sonst in andere Wege ihn nierklic!, \eiletzt und

beschwert, dieselben Guter auf sein öl)et'llössig Ilechtserhieten ni

w iedergestellt, ii oc Ii v'rnI ei ii te Acht, der sie 1 shri ngei' und Ui'sädiei'

seien, abischaflt hätten, und solclis alles wider Recht, Erher- und

Jiilligkii, tudi des heil. Ieii'lis uf richte

Ordnung von ihnen und

den Ihren lii I'gi nom nien und geschehen sei.

Sickingeiis }'ehidihriet' aber erkldrte : Nachdem ich vieltih1j

schriftlich das mvii verbrieft uni! bekanntlich Schult in Euch, mir

die vers'l,affen von Euer,, Böiger,,, als der liii' zur I3il1ikeit mächtig,

zu bezahlen erfordert hab und in ii' aber Über solichs und alles rn vi

überflüssig ciba,' und recht Erbieten von Euch und ilet, Euern das

itil hat mögen wiilerthl,,'c,,, sonile,'n bi,' untier niiltwiltighii'li verhalten,

darzu meinet, Boten, so ich deshalb tijit eihars Inhalts olt'i'ii oll helemten

Wells meiner NoIhid uitt nach an alte Eine Z ün t't gescl, ich

aber solche Schritten ihni durch die Eueren ge.walligthl i ent,iomnien,

Ihr auch unverursuelit durch Euer oiit)egI'ündt\,,1)I . j . bei kais.

Majestiit Kaiiiniei'gericl i t erlangt, mich iluic!istkoiiinienij Montags in

Acht ii., erkennen, Ihm .0

uni! ;iiiclei'e,' Euerer vichhiltigen unei'li;,iei,

lLir,ilel halben will ich Eiie,', lhii'gem,iieiste i undJbilli, aligesagter

Feind seil,, dazu gan z er Gemeinde, alldieweil die Euch, iü!icl, ungerecht,

11 iii ii'! cii - Iteg-i eier, ihrer und der alten ehrbaren St adt \Vo,-,i,s

zu ()chei-it diitilin und leuten,

\Vuhi'enil Sick-inieu seiii « ei.zi_'Ji itigehoi'eii Insiegel» tuhhi'iickte,

bediente S&:lili' sich des Si c icinCerschjer, Siegels, weit ei' eigens Insiegels

diese,' Zeit Mangel hatte,

An den von Sicki ngen gept'Lin lek'n Wem war auch ein St rassburgei'

hetheiligt ‚ und da deshalb der . Hall, von Strassburg hei

Sickingeit Klage ei-lieb, erfolgte ani II. Mai nicht nur oiite IIölljch

I'ntsl:hUI(l igung, sondei'ii auch Leistung von Scluulenei'safz durch

Zahlung von .i G UliletL

Itizwiselien ala lt L A pci l vom Kaiser die Acht gegen

Sickin cii Und sei in' An hänger ausgesprochen vordei i heise! 1 ie,

folgte am 24. Api'it vin Ausscl,,'eibei, der Stadt Woi'iiisan die Kurfülsfüli

und l"iii5tcii. In diesem hjesem von echt Iiiittelatte,'tji-hien Hechtsgedanken

beherrschtem Aiisschiri'ibei i \vii -it Balthiiai• Schilöi', des

liisi-hil1 icilpil 1-hi.i(is zu \\'Oi'iiis geschwoi'nei' Niitarius, Oder aus vm

(lanurnter

als iinte,' ileli Autriih p'e,'n dem'

\'oi'dei'ste,, Einem'

«nach hie'/.eicliiji't, allerhand Erkundung unter

den Uel)elLhite,n und dci' geseliwiuiheii, geiidu'hichiei, Seihitiiri und

III

Politiehe Korrepoiideiiz der Stadt Strassburg, 1 S. 3.


- xxv -.

Factinii durch kaiserlicher Ma ,jesttt Landvogt und andern Konintissahen,

und der dazu critnen lacse niaiestutis, Verletzung kaiserlicher

Majestät. Hoheit ‚ bLangen und de.ranach der Verwaltung seinem'

Habe und Güter eiwiikt erfunden, öllonthic.hi ausgerufen und angezeigt,

auch flüchtig worden, und darum von kaisrlklier Majestät in

des heiligen Reichs Acht und .iieiaclit erkannt und erklärt, s

Diesen Menschen nun, so liüi'en wir, hat Franz von Sickingen

« aus eigenem vorgesetzten, iinvei'ursachten Unwillen »‚ damit ei'

einen Schein eine!' lordeiuiig oder Ansprach an uns, seinen fürge -

noinen a rgl ist igemt Anschlag dci' \ mm frii 1 ire ciii ngen mi töcitt ‚ s als seinen

Diener angenommen, und « kaisemiirliei Majestät und dci' ausgangen

ALht zuwider unterstanden zu vertlicidingen. Zu den llelfershel['eiit

Sickingens gehörten «Viel l&'ijenigen, die veinials (101' hösCn COnS](iration,

Sedilion, Empörun g uni .ullauI halben, durch sie in unser

Stadt begangen ‚ von bais. Majestät IliRld eitles 'Iheils gestraft,

eines Titeits der Stadt \Vorrns verwiesen, eiius Thmeils meineidig und

ehrlos entlaufen und darum von Kaiser). Majestät in des Reichs Acht.

erkannt und erklärt seien, die 1'ranzishus noch in seinem Haus

zu Kbcm'nhinig und türschiuht.»

enthält

Das Alles giiicime zu merklicher Schmach, Verachtung und

tJehertühmung Ttöiti. Kais. \l;i ,jestät und des heiligen Reichs ufgeiicliten

Ordnungen, Landfrieden, gukliii Ituli, lteti'miiaticni und des heiligen

1leitle Gericht 1111(1 gemein Rocht, utel auch ZU sonderlich('.[- \ei

aclit.0 ug unser gm Herren, ädigstender vier Kurfürsten, i"re i hei ton und

sonderlich unsers gnädigsteit Heitim Ptdtzgrafen Ludwig Kurfürsten,

durch dess l'ürsteimtiinin, Landschaft und Gebiet er die Gefangenoit

bei hellem lichten Tag geführt, (less Lehmmsuiann, Diener und Pflichtverwandter

er doch ist. »

Null die Schtihilerumig dir leni Kammergericht zittIi4ten

Schwach. Sick i migemi habe das Begohimen gestellt, (las ka iriinorgeiichii

au eine andere Stadt zu verrücken ; o wo das nit hasclräii und

dann ihnen, des Kamniergcriciits Verwandten, ilatitbor Etwas von

seinen 11r1, er nit aller mächtig und cinstheils auch nit kennet,

Etwas widerführe, wöllt er sich dess entschuldigt uni freigestellt

haben 20). Sickiimgen selbst l)()hl)llljItetO, er haue dem Kaiimniergemicht «nut

uiigeschtichrlssgeschmiieben und beriet seim auf sein eigenes Schreiben

ihm] mit' €1 je Antwort, welche ei' von kais . Ma ,jr.'stä 1 Kaii nieigoiicht

eriiptangen I . Billig, so fährt (las Aiissm hiie j lami hut, hätte Sickingemt

vor Augen haben sollen «die sclivere Stiat' der Hecht von denen,

so kaisem'l. Majestät Hoheit verletzen und Aufruhr itit Volk witt

20 Münch a. a. 0. II, S. 20 f.

21 Mümicli II, 3. 30.


- XXVI -

Städten zu machen iiitcr'stehen, und sich (lesliall) mit nichten

urrtrstainlen hauen, slith eischrökenhich, grausam, giftige Zwietracht,

Seilition und Empörung zwi5(III'fl uns und unser Gemeinde

zu erwecken, verursachen und zu nraclrt'n ». Schon an einer liii hercir

Stelle ist neben der k;iiseil. Majestät und des Reichs Acht ruf alle

«die andern P ö ii der (iii ileir Mandaten) a ii gez g e ne n C o n -

si i t u t ion und Jr a i .s ei]. Satz u ngeur hingewiesen. (ieuileiult

ist ohne Zweifel die herüclitig te lex \icadia, auf die in dciii letzten

Actitsdeki'ct deutlich lrinigewieseii ist und die wir auch in unserm

Gutachten eingehend

lii spr si ren i finden.

«Darum», so schliesst das ‚rrssrlrn'eiben, »ist an F:riei ktrifürst]klrr

und fürstliche Gnaden u. s. w. unser unrtertliönrig dienstlich Freundhei

Ritt, den vorgenannten 1'i'a117iskuru mit. seineir 1IeIlrii urril

Helfershelfern als Verbrechern (gegen?) kaiseri . Majestät und Iles

heiligen Reichs Landtrioden, auch gelir einer Rechten und Irr

Ehrha rkeit V e r s c h m ii Ii e r ‚ ii iirdei't in Fue i kuiförst(iclner i und

fürstlichen Gnaden u. s. w. Landschaften und Gebieten zu enthalten

rtocli lörzuschuhien ‚ solider, wo die bekommen werden niöclrteir,

die anzunehmen, zu s ha kn und dernir assen gegen ih nen zu f ii iren,

damit Andern, der gleichen zu unterstehen, absclruwig gennachrt und

man dergleichen fürder im lni'iligen Reich überhoben bleiben möge.»

Am 4. Mai erging ein Cithreil des Kamnmcrgeiielnts in Sachen

iles Bürgermr.'isters und l(aths der Stadt \Vornit einer- und Sichingeris

anderseits Die Stadt hatte nicht nun' den von Sickirrgemi bewiesenen

Ungehorsam gegen die Mandate des Kamnnergeiiclrts angeklagt

sondern zugleich angezeigt, dass Sickingenr sowie !haltliasar' Schlör,

den jener, als einen öfhnit Ii il ren uni verkündeten A echt er und Verl dger

der Stadt hei sich geh;r lt cmi rund offen har rar da zur angereizt habe, ihnen

in offenen l.hiiekn Fehde zugeschrieben und Worr 115er Bürger und

Bürgerinnen, die in einem pf;ihzgiätiseh vergekiteteri Schrifl aut

dein Rlrcinstrorn gefahren, eigengewahtiglichi überfallen, Einen ei'-

schcssen, etliche verwundet., beraubt und in grosser Anzahl gen

Eberhur'gge führt, auch, uni das Ihrige geschatzt, wie das nunmehr

nlurch das ganze römische Reich deutscher Nation bekannt. geworden

sei. Hierdurch sei er als Brecher des in des Reiches

Acht und die angedrohte Geldstrafe vertal len. Der Ka ist mnenprocurator-

Fiseal trat dein Antrage der Stadt hei und am i.Mai erkannte das

Kamuniergericht auf (hie Acht. Das Citheil, das als ciii sehr' sililemuniges

gelten konnte, lautet 22

« Nachdein von Sickingen wider kaiserlich

Gebot, an ihn ausgarigen, darin ihm hei kaiserh Majestät und des

22 Wigand 1. 247 f ohne Datum. Es ist ohne Zweifel identisch mit

dem von Ulmann S. 40 Anm. 4 angeführt«n Aehfdekie vom 4. Mai.


- xx .11 -

Reichs Acht, gegen den geiiielleii Bürgei'tiieister, Uatli und gemeiner

Stadt Vornis mit flial ich und gewalliger Handlung nichts

liirzuneli,iien, geboten woiiliii, mit Schriften an die Zünfte geiiiellei

Stadt, dadurch ei- dies elbemi nn ei Rath i häfllig oder ungeliomsa

ui zu wachen unterstanden, fre ventlichi get ian ‚ deha hen er

ilimals mit kaiserl. Ladun g all diesem kaiseri. Kuiiuiemgericht,

um zu sehen und zu hören, sich darum in gemelte Acht gefallen zu

sein erklären, lü Igel lt9schel i ‚ aber als ungeliorsa tu ausblieben und Hit

eiscli i enen ‚ SU

nder danach gedachtemBit i' erineister, 1 tat Ii und Geineinde

ein 011en \elide zugeschrieben, und tlavui iiiit gewaltigem

Angriff, l3eiaubimng, lhinw'gsrhleiftmn und chatzung ei wo viel ihrer

13 iger und in a1111er II ial Ii cli \Vi g &' geg ii i lilie gehandelt, wie dann

solches Alles kiiiidlirli 11111.1 offenbar' so ist aut beinelt uiigeliursairi

Ausbleiben, bes(lhelmlhell[ Rufen und alle flaiitlluing zu Recht erkannt,

dass der gemel 1 e Fiai ii isrus von Sickingeim uni obbellIelt sein eberhihrung

und freventlich gewaltige und thatliclie Iiamidliingen in kaiserl.

Majestät. und des Reiches Acht gebillen, erkbiit und eikeiint werden

soll, den wir amli hiemitit. dieser Urtheil darein eikLimen, s 1irecheit und

denunc iii n ‚ auch darauf den gedachten Bü rgernieister und list Ii not Iiilörftig

Kxecutor. und Process iii gewon]icli Form erkennen.s

«Nachdem Framiciscus voll auf und tmmii sein Ungehorsani

und Verachtung eines kaiserlichen ausgegangen Mandats seine multiwillige

Velide, Bürgermeistern, Rath und Geitieiii dieser Stadt \Vortiis

zugeschrieben, und ander schi kundlichi umnil offenbar gewaltig Angriff,

Bescluidigung und H;ind hing auf Eiklagen und Erfolgen geiiielter

Uiirgeuiiieistcm mmd Rath durch das k.iiserl. Kauunitrgericht in

kaiseul. Majestiit und des Reichs Acht mit Unheil und Recht erklärt

und gespruc}ieii ist, darum aiislat 1 haiseul . Majestät so ilemmuneimen

und Vert(ündi'n Wir ltiiselhemi liamliseuuS Voll Sickitigen iii solch

kaiserl. Majestät niil dos Reidis Acht, sei zeit i liii aus de in

1'ried cli in dcii Lii frie ii cmi, und erlauben sein Leib, Hab

und Gut (teil von Wouins und allermäniglichen. »

Die Stadt. iiiaclite viuklicli Anstalten, dieses Uitheil zu ihren

Gunsten zur Ausführung zu bringen. Vor dem Licentiaten Iiitmzliover

erschienen nämlich llürgemniister und etliche des l{aths und nahmen,

wie das darüber aufgenommene Protokoll 23 besagt, «in Kraft des LTr_

theils und des Reichs Constitutionen an alles und jedes, was der von

Sickingcti im heiligen Reich bett, es sei liegemnts oder fahiretids,

was das Naroen hat, nichts ausgenOmlflCti, in was hlatitlen das sei

und sonderlich, was hemcltcr Frait(äisc.us hat in Kraft ei niger Verschmefl)umig

und Pfand oder in ander Weg, auf dci Pfalz und sunst,

3 Wigand 1, '249 f.


- XXVIII -

VO (1 da s hat -der haben mag. Item, seine 1 lot, die ei hat zu

Ileiipetilieint all Beigstrass, in der Stadt .\lize, ;uit dciii Gaue

iii Krei ilzentiach ‚ zu 1 a mh)sta(l t, zu Solieiii, zu Metishei ii. Iteni

nehmen die Von Wurms auch an alle und jede Veisehrcihung,

Hi rgschaften und 0hlitioiien, daizu der von Sickingen ihre Börger.

nächst geluigen, gedrungen hat, mit allen und jeden Rechten und

iitzungeim und derselben Bürgschaft, Gautiou und Vergewissung,

wie Hink l je oliljgj lt seien. len 1 fein alle u rot cdl iche Dörfe r, Geinei iisrhati

oder Theilutig. hein alle seine Schlösser und I3urg. Itent

Ebetbuig, die Burg mit Steinen, Buigtall oder Tall und das altes

uni jedes mit ihren Zu- und litgetmötungen, und wollten die belii

lt ii cii voll ihr Gern Üt in s1,1ben Ii iem ii decla ritt haben,

mit Bitt &lariinm, sie darin in Kiatt jetzt etgangener Urteil und aller

ander Coiistiltjm pti des 1tei111s imninilliicn, ilmime Iiimniision 1111(1

Atileilhmief, atic.11 sminst all ander notdümttig und gebürlich Mandat

iii ii e nii t zi itei 1 en ‚ auch alle Und jede Ver1) länd ii ng, A 1 ei matic ii und

Zustellung, die ihr Widertheil, Fianrisrus voll vor und

in seiner Acht gelhamm lief, wem das geschelin wöm', Und in \VCss

Hand das kommen WäL, als l'üigeimottiinen iii tmaudemmm zu i'ct'rnmireii,

eassircmi md annullireu, und ob es-N ot wär, gegen den Inhabern

Ladun g, Uhr zu Seimen und zu hören, dieselben alienationes und yetiilitiotmes

zu cassimen, und sunst auch geltümlicim Mandat, uni die eiltzunehmen,

in der tier besten Form erkennen und deu ilickgemnelten Volt

Woi'nis gedeihen zu lassen.)

Das Protokoll ward mit dem Vermerk versehen 1). Judex deliberahit.

Oh mmcli etwas in der i4tihtlichen Sache geschehen, ist

unbekannt; die Akten enthalten keine weitere Yeitügung_

I)asarn 't. April ergangetme Ausschreiben der Stadt hatte die

gewünsi:hte Wirkung Ritt 15. Mai erging in der kaiserl. und des

heil. liciihs Stadt. Anm,sburg gegen Sickingen ein zweites kaiserliches

Achmtsniammilat, titel zwar in timigewöhiilicli scliarhr Form 24

Dasselbe

gmig ganz auf die Gedanken des \Votmnser Ausschreihens ein, uni

in otivirfe die verscliäittemi Stiatön milL leni Flinweis daraul, dass

Siekingen « Uns in unser kaiserl . Hoheit angegtihlerm, indem (lass

er unserm kaiseri. Kammerrichter und Beis i tzern ciii vem'mumessene

drohhich' Schmitt, absageweise, dafür die wohl zu achten ist, Zugeschickt,

darin unter andermn angezeigt, als 0.1) Sie wiser kaiserl.

Kamimmiiergericht, das doch vormmtals durch Uns und des Reichs Kurfürsten,

Fürsten und Stö mide aus sondern 1 Ursachen ewe liehen gegen

\Vorins gelegt und geordnet ist, all Ende verrücken und

also ausserhalb unser und gedachtur Stände Befehl oder Willen,

24 Müuch II, 32-35,


- XXIX -

seines Gefallens ‚ damit handeln sollte ». ( leichzeitig stellte das

Achtsnianila 1 fest, dass «di e 1 a rtei ei ‚ Boteit oder ii oder Peisonen

so ihrer Nothd urft Sachen und ( esel iä ft l ialiani ‚ dassel 1) Kammengerieht

besuchen müssen, lieitieii freien Zu- ndei- Abgang (laizul haben

oder gebrauchen mögen, sondern darunter beraubt, ihnen Brief, Geld

und anderes getiolnitien, Wft' (killt] kurz versdiiener Zeit liesehelten

ist ». Demnach m-ai' eingefiollen, was Siuhingen vorhergesagt : dass

dciii Kaininergericht in «von Wormssein Helfern, der er nit aller

niöclitig und eiristiteils auch nit kennet, etwas viltofi lire ».

Weil also Sie kingen, so heisst es weiter, «iinsei' seibs kaisei'licli

Person beleidigt und verletzt und dadurch die Pene und Str;if des

Lasters, zu Latein clinien lese inajestalis genannt, ei-wirkt und nil

allein sich selber, SO tu [ein auti i nac Ii Sag weiland unser \ortih ren

am Heidi, Römischer Kaiser 1111(1 Könige löblicher Gedächtniss Cnnstitution

und Ordnungen seine E ilen und derselben Erli4nserl)en

in alisleigendei Linien derselben Penen uni Strafen ilteilhaflig

gemacht hat ‚ werden er und diese Erben « hin für in ewig Zeit allei

und jeglielut Ehren, Adels u. s W., dazu auch aller und jede hab und

Gütei. .‚ so er, F'raniiseus, in seiner Gewaltsam hat und besitzt odei

k n lt i ei Zeit dul .c11 Erbfall oder in ander Weise iii erk turnen ouler

etlau igel] \V ütde, otler so ei vor dieser sei her ungel ui il ich ieii Velole

ituil llandluiug den Lihinheireut ausgeschrieben gehabt oder verkauft

oder soiist in aiiibiei Gestalt zu seilolil \ortliiil hiiuigebcii, veiöndei't

oder veräussert 1 rätte, davon oder da ra ii idcl i Is au sgeli no wiei i die

dann alle sament]ichi und sonderlii.li Wir als unser und des beil.

Reichs confiscirt und heiingelbllen Güter uns ewiglili zugeeignet, audi

von unsern wegen zu unsern ilauitleut und Gewalt anzunehmen und

ei nzuziclien befehlen s.

Wie Sickiii.riii, so wurden auch seine Erlen von aller (ieellschalt

und Ueiitein«uhi;ift. des Adels ausesoretert, er selbst in die

Subaal . de) . uIIlveluenitii!eIt [titel und elirlo«eii Menschen giilt, uiuul

Seine Sölint, sel er die viel oder wenig halte», in Kiatt ihheruhiter

Iaiserh. (iiuistiluliun uuuid iTterhite allci äteilicliei, tnölterlicliei', anheirli(lIel

‚ anütulirhier und anderer ziufalleiider Erluschiaft, iniili was

ihiteit att., I'estauuueritin odei auidereui letzleui Willen odei sonst zustehen

uiiödite, ganz entäussert und tuuiföluig geuivaclut, also dass sie

in ewiger AlinutIl und I)üuftigkeit verstrickt uiiul bihaft, ihr Leben

beschwerliclu und der Tod kurzweilig und ergötzlieli SChi soll.

So ward also das berüchtigtste Gesetz du,i ltyzauitinisclwui Kaiserzeit,

die Lex Qut isquis der Kaiser \ icadiuus ujit 1 lloriorius vom Jahi'

397 in zum Thieil wü i*tlich ter Uebertragung auf unsern Ritter und

seine Familie angewandt. Eine Ausfuutigung dieses Mandats wuuule

dem kaisirI. Stattluuiter, Regent uni lbilli im obern Elsass zugesandt


- xxx -

und befohlen, da ssel 1 te a 1 leti 1 tal ben in der Lai td v g ei a nselilagen und

verkiinbn zu lassen. hie mit, der Auslülnung Säumigen waren in

dem \ilttdekret selbst mit der k:tisei'l. und des iteiehis sluweier

IJnivad und Straf Ijediht mutti dazu einer l'en von tausend Mark

It higes Goldes, die ein Jeder, so oft er frevem ut [i1! 1 1 icwiler 1 hüte,

ii die ka iseri Kammer uualdässljd i zu bezahlen verfallen sein sollte.

V011 eitler Anslfdirung des Acluldekrets,das übrigens Sickitigeu

als nichtig aiiguiff, witi tl'()tLdCln jun l:iusie keine Heule. Landvogt und

Hall! von Ututerelsass th;uteiu nun alles Mögliche, um aus Srlilettstait,

Colmitar util andern Orten den Wortnsern rasulte Hiille zuzulilliren.

Sickingeut seinerseits erliess am 19. Miii eitlen wahrliafligen

Bericht auf das ungugrii uudt Ausschreiben derer von \Voriits, geticittet

an die Ku mlft rst en ‚ l'ü iteii, Prä 1 al cii, G ra bn, frei tu Herrn,‚ itier,

Iittumrtiüssigen, Amtleute, Biit'gu'rmtueistet, Scluiiltlteisse, Richter, Ihfutlte,

Biirgi'i und Gemeinden, Seine gnädigen Herren mmd gute

imemtitule 2• In rliesem lienicimt cotistatitt nuisem Ritleu, dass der Fiiscluuut

zu \Vornis, sein giuüdigem Herr von wegen seiner lürstliclien Gnaden

und ihres Stifts auf, Ihegeht rum. kaiseul. M;ijestül in trellenlichem Hallt

vieler seiner Gnaden, Prälaten, Ritter, Nneelutc itimil Leherimnann, unter

(teilen er daituals amlu eiltet' gewesen, beschlossen lial:e, eine Botseltafl

zu ihrer kaiseil. Majestät zu schinken, und da numt seine füistliulie

Gn;ol in soleluen Sanhen vor Andern Meister Ballbasar Suhiliur gebraucht

llithuu, so sei dieser abgelettigt. 'euulideutu ei auf St. Matiluis Tag

(4. Febru tat) zu \V umm us a i zeii t teri ‚ 1 malte er den Kaiser nach dein

Sonntag (kuli zu Wels liii Laut! LIII (her Ens auugetruuffen, seine

\Verhumug gi?than und Ahuahied etopfatigen und sei iliunmi l)iuumterstags

vor dein Palmtag (9. März) zu -,einem gmiüdigen Herrn wieder kommen

und habe Relation gelluau

Da ihm, Sclikum, ituimm bericht worden, dass ihm die Zeit seines

\ usseins alle seine Habe, so er zu \Voiins in seiner Hauiswuultit iin

gehabt, autgezeolumuet ‚ verschossen iumtd wo er zmmgecn gewesst, vielleicht

als andere alIch eutleihit wäre, alles von 1 rsaclucmi wegen, als ob

er der \Vturunsisehmen Aufmuihm iudt Ursarlier, thilhiatt und derenhaih

von der Ilaiid lurug kaiseri . Maje1üt Laiidvogts zu Higenau, so er in

tIer Fastet:, anno 1511 zu Worms gehabt, flüchtig worulemi sein stdl,

habe er in Anseheum dieei' Handlun g mml des \Viderwillens, so die

'tun Wonnus gegen ihn, stiiiei getreuen, themmm filt getltatueiu Dienst

halber getragen, unul weil er helunden, dass er in solchen Verdacht

(1111 .C.11 die von \Vornis gesetzt, g loch seinetimalbeit mtnverschtult, kaiseri.

Majestät alslaulut olut eiuui Verziehen scliiittlicht ersticht, seine Ui)-

schuld ulaizuthuuum, uni Verhör eheten. Darauf lt:die der Kaiser an

9

Münchm II 22-21.


- N)XI -

den Landvogt in Unterelsass geschrieben ; was Inhalts, sei gedachtem

Baltlirisar verborgen, und auch den Landrogtieitdtiglicli, scliiifllich

und nifindlich, durch viele der Piilalen und Ritterselialt ersucht

um Verhör und Verantwortung, cIchs doch alles 1 lallhasarn durch

seine Missgürider ufgehalten und verschoben sei.

Darfi her habe nun Baltliasar sich gegen ihn, Sirkinen, hocli]ich

beklagt und gebeten, ihm gegen und virler die von \Vuinis als den

rechten reizenden Uisacher zu Verhör und Vcuantwortnng zu erlichten

mit dem Erbieten, aus allen StiIiCU IläIi(lelli, bürgerlich Oder

peinlich, vor röm. kaiserl. Majestät, ihrer Majestäl hIol'rath, Kainniergeruht,

Kurfürsten, Fürsten und Ständen (Ics Reichs jedem zu Hecht

zu stein, und zwar so, dass man den Nachrichten, Züchti ger oder

Henker, wie der dann bei jedem genannt werde, ihm an die Seite

stellen möge, und wo sich erfinde, dass er anders als einen,

Biedermann gebührt, geliandell, .liue alle Gnade dainnuin Hecht c,mpfange.

Auf dieses Erbieten und weil er, Sickirigen, seine Treue und

Ehrb arkeit erkannt, (Ii er i ei en sein er 1-leeren u niL Freu n de g ei ren i-

lieb,willig und unverdrossen gedient, auch Sehlörs Unsihuld, der

beziegeneur Flucht, gewusst habe er sich desselben angenommenund

iii in zugesagt so weit si cli sein Vermögen Leib s und Guts erst recke,

ihni zu Verhör ii ird Au 1 voit zn 1 verhelfen wider die von \Voi'ms.

«i)aiaitt' mir dann», so fährt Sickitigens Bericht fort, «13altliasan ellich

seiner Nahrung übergeben und zugestellt, ohne alle Vonvorl und

Verd ing. iiit in Schein desArgen, wie die vorn Worms mit. Unwahr-

Ireit anzeigen, welche übergebene Nahrung, Schiulilen und Gülte ich

auch alsbald an solch Sthnulilleute zu Worms tiiuil anderswo, geistlich

und \veltlicll, gefordert, mir die hinlür zu entrichten. Das alles längs

voll

or Usbringung einer von \Vorins heruniiten Acht besuhehuen

I)ie von Worms hätten nun aber allerlei erdichtete 1.)inge, «mit

7 u legun g anderer mehr uu iwali uI ia II igt r, ungehörti 'i, vera cl II i c her

Si lii ii ä hwi nt e, die ich kai sen . Maj stdl zur wiih r gerd lt habell soll

ohn Scham an kaiser -1 . 1101 gesc Ii ri 1 en 1 Kind dann. iii rein Stadt -

schreiber ebendahiinabgefertigt, der dann, orucititt oder -berufen,

onveihört, unbekannt 1J;iltliasars und meins Erailuts uI ungestümAn-

LI

halten, zurück kaiserl Majestät., 011 Wissen, oder iriswenigst irf onwahrlich

Beruht ‚ ein vermeinte Aelut wider Balthasar ausgebraeht, wie

solches in Ansehung des Achtbriels oder Handlung klärlich erscheint,

dann in solehuer Acht wird genuue.ldt, dass gedachter

Halt hiasar Siör, mein Dienen, vorn des k niserl. Landvii

g 1 5 gehablür Handlun g Cl ci t ig worden ›ei, und danii

haben die von \Vorn IS

il in) das Sein gewalt ighicl u gemmm inen und

A mi ren zu neh u iren gestattet s


- XXXII -

NadIdem alle Bein Übungen ‚ Selilör 711 Hecht zu verhelfen,

Um s onst geweseit, habe dieser ihn seliliessl jult um einen Reuterd ('list

augesllcht und gebeten, dass Sickimtgen ihm, als er ein Feind worden,

zu 'Willen sei. lAiso hat uns Gott, der Gereclitigki : it zu Steuer, ein

gliiklichlel! \ngri1l' verlulten uf (leni Bhtein .Mit[ nwaltrheit, aus

\id 111111 Hass, siliriehen (110 von Worms olirt allen Gi'iiitd, «dass

ich Ui ! V t lW;41!11 1l!CjII0I' FIII0fl (14101' etwas andeN e tlanmt einem fromminten

VIIIl der ltitlei'schai( gehikint, gehandelt hab ».

« Auch (lass ich demit Kariirtierg'tmidit etwas ohnsdiicklielis goschieben

haben soll, legen sie mir aheinials als eidicltlliclt zu, wie

sich (las aus meinen St'Iii'iflji und I llit Antwort voll kamitmergericht

h läilichi dartliuim mag.

« Aus (leni allein erscheint offlatliai' itnil klärlich, dass mimeht Gemüt

niL zu einigem' Aufruhr oder llaiidliahiiitg uiteiiiharei liamidlumig, noch

rötim. Kaiser, unsern alleigi;i.iittt 110111! 0(101' sonst •linamols eiliigS

Stautlis des heil. IhitIts zuwider Aulmuht und Eitipömumig, EiutÜl1r111!g

eilligeim Uehels zu erwecken, noch die Stadt Woritis VOn Kais. Majestät

(1(101' 110111 heil. lteitli zu \Vt'flI101) steht, wir das doch die von

in ihrem Ausscli0jJ1 0, und andere 0)011w Missgomtdei inh zu Nachtheil

ei utzuhultlen unlersteluen, sen -fein alleinig den armen verdrückten zu

feim rvei ('!)».

ickummgen hegnügte sich jedoch uielit mit einer ZuIÜ(kwl'isung ilei

gegemt Hm und SOiflefl Klienien erholeuwui Aitschitldkungen, sondern

ging selbst zum Angriff gegen die Veutretr (101' Stadi Über. Ilti'e

ganze l);umlegutuig, 50 1101) der Eilior gleich ii! Iit.'ginmt St_JHOS Berichts

hervor , s011e nur dazu Ilionen, ihre lang vielÜillig, olueh!llrire, go-

\Vaiisame, :irgtliätig-e Ilatmdel mit solchen ilii'eti bei)]Ü!i!tei! Schriften

zu l)('schÜIlI .. Iu s . An einer späteimt Stelle sagt er bestimnitei', dass sie

(1 wut er (‚;cit (es, seiner heiligen Kirchen noch Klöster, geistlicher Und

Welililor, imuit o1ieli!l,IaIi'iu, lurchLlrini-emmd p !n l 'Üu'neliitmeui und \eikleiinnig

göttlicher Dienst viel Zeit hier itit verschont haben, diiZII

Selen von (111' Ititieisclialt, faSt Illeifleil flächist gesiprten

Ve twa mi dt 011 iittil besten 011 1' i'C Lt 11(11'!! ihre Gele( lmtigkeiten, Freiheiten,

Nulzungeuu, 1 Ill-koltluneul und GehiÜulcl]e, au(l, gew;iltiglich,

mmneisucht, uneuliltut oi.ht -erlangt oinitIts Rechtens, eiitetZeii

unten hmeimnsehen iii!! neIuuiiii ‚ vekltes seiten heslömudigen l'Iie(lI'n

luden mag, wie wohl sie doch des Friedens sich in ilimeitt i\USsulIieil)en

711 suchen iiittl geneigt schi l)eIÜhiiii011 ».

So Schwebe (14110 auch eine \ nzalil Prozesse : «wie sie dann

ielen Geistlichen und Weltlichen, imi (hei solist, acht, zeliend, fünfiehend,

zamuzigsL, zwei nuel zvaitzigst. und mehr Jahr teil Emilsetzun'

und Verhaltung (15 iliremi durch sclmt'iitlitli hozwiuihiu'li Pro-

7055 1) (II itlhn;iltemt


- \\NIt1 -

So null dem also, so schliesst Sickingens walii'lial'tiger Bericht,

((und der irielirei'lheil Euer kui'l'ürstlichen, fürstlichen Guadei, Gnaden,

Würden und Gunst 1 1v1, Wahrheit uiigezweifelt wissin, sieht meine

uiiteit hätmig, Iioc'hdicnstlichi, fleissig und gütlich l litt, denen von

\Voi'ius keinen Glauben zu gehen, noch sich wider mich zu einigen

Utignäden, 'Vidervihlen und Ungunst bewegen lassen, sonde r n

in ein e II a 11 (11 u mi g und Ii e im eh nie n g e g e n die von W o ins

für notlidi'inglich, von ihnen geursachit gmnidiglicliund

günstlich er kenne n und e mii c SS e n ‚ mir desshalh gnädigste, gididige,

günstige Herren, gut Freunde und Gönner sein und bleiben. Das

will ich ii nlert 1 täniglielt, dii nsl 1 ich, treund l ich und, wie ich soll, ungespa rt

Leibs und Veruiögeiis, allzeit zu verdienen willig erfunden WeI'1k91 -

lot Sommer 15V5 war die Stadt \Vornls leliglicii auf sich selbst

angewiesen. Während Sickingens zahlreiche Freunde die Sache in

eilte ittliehe lkiliii zu lenken suchten, rietit derWoi'nisei' Stadtsclireih'i'

eifrig ah, Sickitigen zu giitlichein Vei'Iiür kommen zu

lassen. Siekingen selbst, dci' dem l'i'ankl'uim'tem' Rath schon am

8. l uii i erklärt hatte, tlass ei' in diesei' Sache nichts anderes suche

ii cnn ii « ijillieh Ehrbarkeit» und kein Freund der Empörun g sei,

schneit den 15. Niiveinbei' demselben Rath, (lass einer der \\uiIttscr

Vem't i'iebemiemi, Hans Hettel 1 temgel', von den Hin i leni päpstlich er ii' 1 lei1ig

keit in Heun ein IJi'theil erlangt habe, welches anerkenne,tla's Ihm

Utini^chtt und Gewall g eschehen sei ; das müsse auch für die andern

Vertriebenen gelten. Ulniann sieht darin ein u'eelml hübsches Beispiel

der Mill eI, welche angewandt worden seien, um \Vom'uti ins

Unrecht zu setzen, War demiti nicht dci' Papst für die Melitlicit des

deutschen Volks die Itüchste Autorität' namentlich wo es sich um

ei ne A bgu'enztm n g (1 er Iii ich lic hen uni t sta ;illi ha t Ii eui Gerec lii same ndelte?

Und Witt' C5 ein vem'wei'tliclies Mittel, die.se Auloritäl. anzurufen und

11111) gar für Sickiutgeit, dci' ;tls Anwalt der htiseliöll. Partei da stand ?

.a<detn im Früliliig des folgenden Jahres sowohl \\'orms ab,

(lic W 'titis unterst ützendett Städte durch Wegnahme von KaufeIll

pfi ndlich, gezüclmt igt worden, behau pteten die von

Rechtsgelelirten berathenen Städte ‚ dass die pfalzgiäfliclie Oltrigkeit

wegen Unterlassung dci' exac.tissinia diligentia den flecltlen

nach zum Ersatz veu'1flichtet sei, Uffl SO mclii', da schon levissima

culpa die Erstattungspfliclit begründe und man obendrein für das

Geleit Geld itelime . Ungetäht' uni dieselbe Zeit sah sich dem' grösste

deutsche lechitsgelehtt'te (liesei' Zeit, tJhiitIi Zasiu.s, vet'auilasst die Leine

von dci' culpa einem' Ilevisi,tn zu uimtei'weifeti

2'3 Ulmanim S. 68 Anm. 4.

Stintzing Zasins S. 137 ff.


)XXTV -

Der Sommer des Jahres'13lO brachte Worms einige Erleichterung,

da Sickingens Aiirmerksamkeit (Iu1'tIl den Krieg, \velchen er

in Gemeinschaft mit (leni Herrn von (ierolzeck gegen den Herzog

von Lothringen führte, abgelenkt. wurde. Am Ende des Jahres schien

die Sache wieder eine günstige Wendung zu nehmen. Freunde

Sick ingens hatten darauf hingearbeitet, den Zwist zwischen \Vorms

und Seblör durch kaiserliche Kommissare entscheiden zu lassen.

Sickingen selbst schrieb den 1 1. November an den kaiserlichen Rath

Hennei', der mi Gegensatz zu Nicolaus Ziegler dem Adel günstig war, er

wünsche nochmalige Critem'sucliung und Ernennung von Konminissarien

er bestand also cinümrlm auf seiner früheren Forderung. Aber seine

Gegner erwirkten aol 0. Iiezemuher ein neues Mandat gegen ihn, in

Folge dessen die Verhandlungen sich zerschlugen.

Am 3. l"ebruar 1,-)17 tlreille der Faiser dem Rath der Stadt

Stadt Strassburg mit, il;iss er die Elei'rihurg belagern wollt'. Sickimigeim

seinerseits erliess Dienstag nach Pauli Bekehrung ein Ausschreiben

in alle liuielisstände, worin er die Gerechtigkeit seiner Sache vertrat.

Trotz ii 1 1cr I'riia le 05] je] e k ör inc er seine Feliti e nicht einflac h in i 1 eger m

und I)althasar umrrestilujrt zu Recht stellen. Seine Hittereirre erlaube

nicht, denselben so auf die Fleischharmk zu liefern.

Inzwischen hatte der Kaiser am 23. April an Strassburg geschrieben,

lass, 'Ja die auf den 12. März ar tbefhhlene II ül feleistung

für Worms iiit'lmt zur Ausführun g gektmnmcn sei, der HaLlt numn sein

Truppeneontingent am '13. .1 uni in \Vorms haben oder aber das

Geld dafür erlegen solle. Son Frankfurt aus war hereits eine ins'tructiomt

ergangen, welche die Kurfürsten von Phirlz, Mainz tirol

Brandenburg anwies, ickingeni (las kais. Geleit zuzuschreiben und

d emisel heu ‚ seinem mi ich riacherr Begehr ren gemäss, seiner Handlung

halber zu verhüten. Anii 20. Juni erschien Sickingen vor dcii Kurfürsten.

Nachdem sein Vi'm'langen nach Oeffentlichkeit dci Vem'-

handlung abgeschlagen weiden, Überreichte er in denn zwci'I'age

stattfindenden Verl mär eine 1 )enksclim'i II, in welche' cm die

\Vorinsej' Streitigkeiten nach ihren Ursachen und Folgen damlegle

und von allem den Vorwurf ziir'ück wies, als 01) sein Thn in zur

Schmach und Verachtung des Kaisers gewesen. Auch haue er

während der beiden. ersten Jahre seiner Fehde nur (1er) \Vornisermr

Schaden zugefügt, erst spät er Mich 1 'ur, welche (teil \\onni iseim 1

H iii fe geleistet, wofenir sie kein Geleit gehabt. Dein Trutz und

Poch» iler wider ihn angehenden Städte gegenüber habe er sich

zur \Vchir setzen müssen. Er wünsche wieder einen gnähigeri Kaiser

zu erlangen ‚ aber mich, lass Kaiei und Stünde sich dieser Sache

emmtschlügcmr damimi hm[li er vorn den \Vitrimrsei'mi schon die Uihhigkeit zu

erlangen.


- N\X\ -

Man einigte sich, dass die \Vailn ruhen sollten, während die

Kurfürsten an den Kaiser Bericht erstatteten. Der Kaiser zeigte sich

befriedigt Sehen den 17. Juli enthob ei' von Au gsburg aus Siekiiigen

nd ist seinen helfern, A1ä ngcrn und Verwandten der Ach l, Oberacht

und aller anderen Püiien, die für ungültig und unwirksam

ci'h hirt wurden bei einer Strafe von 50 Mark Goldes. Ani folgenden

Tage stellte er eine Instruc.tion zu weiterer Verhandlun g aus. Zwischen

Sickingen und Worms sei i'instweiliger Bestand zu errichten, iibi'igens

die Absolution sehr geheim zu halten. Bei' SIiasshiurg'ei'

Böcklin vo ll töcklinsau lici'iilitete den 17. August von Worms

au (teil Hallt seiner Stadt ‚ der \TOrn.vi. Sta ' Itsc'hreiber befände

sieh am ka seil ielieii Hole. \Vas dei'seh 1 ic schreibe ‚ weide ihm

iii 1 gelhicil 1 . Die \Vormser lät 1 Cii ihm 1 l'orileruiigeii Sickingeus

sclii'itllitli übergehen, die er hiermit übersende. In einem eiligelegleii

Zettel wird hinzugefügt « Nach düm Schreilieii ilieet' Misyeti

hat mein heim' Kamnierrichler nach iiiii , geschickt und mir

gesagt, lass ciii Anstand sig zwischen röm. kais. Majestät und

Nai'Ii einem weitei'ii Bericht viun :31 August hatte dci

kaiiimneriichitei' in der Nacht wieder nacht ihm geschickt und ihm

gesagt, dass die Stände des ILeidis auf dcii 24. August sich auf

1 loteim burg zu erheben würden.

\\oi'ms war uiilerlegemm, Sim:king'en Sieger. Im Frühjahr '1518

langt.' ein Schreiben aus dem kais. Holla--er an, worin dier Ritter

iuifgnt'oi'dei't ward, persönlich zu erscheinen. Nach dem Ostertag

iii t er an den Hof. Der kaiserliche 1 tat lt Ziegler, dcii Sickingeii

miiclit. .iliiie Grund für das 11;iuilit seiner Gegner hielt, s;iiidte ihm

zumit Willkomm ein l"Fisscliemi Wein, tttiil ciIUJt Stell imielit' zu senden,

laus dür Trank umLluiIlt'.

\mn andern Morgen fand die Audienz statt, dci' nur mioch der

geheime Rath von Renner beiwohnte. Sickiiigen trug seine Eni -

schi ulthigi.ing' vor und dci Kai cm 'k lärtc.11es für ein blosses Misser

volle dciii Ritter wieder ciii gnädiger Kaiser sein.

Jkiiiicm' habe Befehl, über das Weitere zu verhandeln.

Sdi]ür, der die \Vcnduuig dci' Dinge in der Nähe seines

Ihm'iiii beobachten konnte, hatte sich schon amit 27. Juli 1517 an

Dieirich Spät gewandt, uni iluruli denselben zur Bestitulion und

zum Austrag zu gelangen. 1)iesellmcn wolle er, wie auch sein Junker

111l11) werde, geheimim halten. Im .Januar 1518 wandten siell dann die

geärliteten \Vormsei' als des fruiimmnen Jwikci's von Sickingen Diener,

Anhiünger und Verwandte all Stadt \Vormims mit dein Begeht',

« dass Ilui' ummaul'züglicli liii kaiserl . Majestät darob syl ‚ wie

Ilii' ums zu Naclitlmeil die Acht wider Vornm und Rechten ausbracht

habt, verschailt, dass wir der Sachen gegen Euch zu Verhiöi' kommen


- XXXVI -

und jedem, svas billig, widerfahre». Sickingen voiiiümlich aber trat

für seine Klienten aurs entscliieilenstc ein. Den II August schrieb

er an Peter Seher, d'i' auf dem Beiclishig xii Augsburg den zahlreichen

\Vorinser Gesandten entgegen zu wirkeii suchte tinil ertheilte

ihm die Weisung, die Itestitution der Vertriebenen vor dem rechtlichen

Austrag zu erwirken.

Am 22 . September kam ein Friede zwischen Sickingeii und

seinen Feinden zu Stande, als'i' die Wormser Angelegenheit willdamit

noch keineswegs erledigt.

Schlör konnte Sonntags nach Gaili (16. Oktober) dein kaiser!.

Landvogt mittheilen, dass röm. kaiser!. Majeshit ihn auf Seine Eiitschuld

igung gi tädig] ich von der \ cl it a 1 isol viert uni 1 in seine Halt

und Güter wieder restituirt halte. Bür,-erilleister und Ekatli der

Stadt \Vornts erklärten freilich dein L:i ndvogt. noch (teil 25. Oktober,

1111(1 walusclieinhichi nicht mit. Unrecht, dass sie von Schilörs Ahtsohiition

und Restitution gar nichts wüssten, ihnen dieselbe auch nil ve)--

künt sei.

Sonntag nach Elisabeth (19. November) schrieb Sickingen all

kaiser! Ia t h Ziegler rNachd em liii ri iir jüngst gesci in ebeti und

begehrt haben, dass ich getreulicheu Eleiss türweiithen und üurdern

wolle,damit die Mittel, durch röm. kaiseni. Majestät verordnete

Korn iii issanien zwischen ulern bocliwii rd igen F ii rsten ‚ fit einen gnädigen

Herrn, ileni Bischof, seinem Kapitel und der Stadt \Voinis in zwischen

ihnen schwebenden Irrungen vorgeschlagen, durch geinellen meinen

giiäiligen Herrn und seiner Gnaden Kapitel, angenommen würden,

das hab ich mit getreuem Fleiss kaiser! Majestät zu i iii teil hän igent

Gefallen uiil Euch zu freundlichem \Villciigcthaii, und wiewohl

unter denselben Mitteln etlicli (11_in Still ahhtrüclihich, altem.E-icrkommcii

und Geroclitigkei ten entgegen, so hat doch i mein giiiid igerHerr

der Sachen zu gut (leiD viel umgangen und fallen lassc,i An

deinsel}iin Tag schrieb auch der Ifiseliof all uni ihni

treuiiulhichiert Dank zu sagen für seinen (tt icuen Fleiss in unser 111

unsers Stifts Sachen hei kaiser!. Majestät und sunst .>)

Mit dein Tode des Kaisers Maximilian ward die Sachla ge für

\Vorrns nochii iigünst 1 ger indem der Pti lzgraf als Reich isverwesser

an des Kaisers Stelle trat, verlor die Stadt und gewann der Bischof

einen Schiutzheiin. Aiii 17. Juni 119 ward die Pfdzgrateiiiatlu1ung

vollzogen, welche die Rat.his- und Gericlilsveilässuiig in \Vornis neu

ordnete und bestimmte, dass neben 12 Pat iiiiern und 15 Handwerkern

wieder 6 Bitter gewählt, werden sollten. Äiii S Juni 1520 ward eiid-

1 ich der neue König gewählt, nachdem die in Augsburg versammelten

Hä(hic Maxintihiajis die intcrhandhiungcii in I)eiitsehiland gephiogen. In

Mainz hatten um dieselbe '/.cit kaiserl. Kommissare ein Abkommen


- XXXVII -

wegen Selilörs getroffen, nmilirh dahin, dass ihm für alle Forderung

uni Ans1iiuch, so er seiner habe und Güter halber, die ihm in

\\orms VCI'Iliöge der Acht gc'flomloen worden, ZWölflLIIfl(lelL Gulden

aus Gnaden und UflL Friedleheiis willen gegeben und gezahlt werden

sollten. Die Zahlung erfolgte durch dieselben Kommissare, denen

Schlör Quittung er( heilte.

Al dann Karl V ain 22. Oktober zur Krönung in Aachen einzog,

war auch Sickingen beschieden. In Köln, wohin er den Kaiser begleitete,

streckte der Bitter dow Ileri'ii Zweier Welten '20000 rhein.

Gulden ohne Zinsen und 1i iti'1da iid vor. Ani . Oktober ward zu

Brüssel seine ltestaliuiig als königlicher Jtai1i,Ninmerling und Hau1ik

mann Schon iisge1rtigt. iiaili seiner Aussöhnun g mit dem Kaiser

Maximilian hatte er eine Denk iii ünze schlageit Ias',en not der Cmschritt

: i..alleiu Gott die Ehr > lieb den geniein'ii Nutzen, iiescliirni

(liC Geii'hitigkt'it » ; in seiner neuen Eigensi:hal't liess er Münzen mit

derselben Umschrift p'geii

\rlClClL Respekt konnten Sickingen die Ordnun gen des Reichs,

die Mandate des Kam miiergerirl t s, die kaierl . Acht ein tlössei i

Behian1itcten die hintfömsten, dass sie in Kraft ihrem' Freiheiten

dem Kammergericht nicht min terwurlen seien, so handelte Sickingen,

tilmne von dem Kaiiriiicrgerichit Notiz zu nehmen, ganz wie er es für

recht hielt.


11. Die Fehle gegen Trier.

Zeitte uns (lie \Vornisci' F'lide Sickinge.ii als eifrigenAnwalt

eines lliseliofs, in dein er seinen Lehnslierrn verehrte, den er in

seinen alt herkömmlichen Giiechtsanwn heeinträehl igt. sa Ii, so Iindeii

wir iliti siler als einen ebenso heftigen Gegner eines Bischofs, nund

ZW111 1 des iiiiititigen kuiföistliiIicii Erzbischofs von Trier. luzwjsclieii

ist mit (leni Ritter eine glosse Wandlung voigegaiigen : der gläubige

Sohn der alten Kuelie ward ciii eifriger Anhänger der neuen, auf das

Wort Gottes gegründeten Lehre, Flut tcii war es, dci' Alln die Verhält.-

nisn' des Reichs in anderni Lichte erscheinen liess. I)urli Hutten ward

er auch veranlasst, liii Ikuchlin gegen die Ihliiiinil-amiei einzulieteii, uritl

so bildete diese Fehde das Vorspiel zu der gewaltigen Unternehmung

gegen Trier. Da der Konflikt R(,uchlins mit dcii IJornitmikanein als

ei ii t vpischcs 1 eis i ei der geistlichen Rechtspflege ml iesei' Jahre, betrachtet

werden kann und Siekingmmm hier Gelegeimlieit hatte, «'las

antichristliche Gesetz der Pfaffen» zit studieren, so darf an die letzten

Stadien des Prozesses erinnert weiden. Ich folge dabei der voi'trehl'-

liehen Darstellung von Strauss, dem in Böcking ein genauer Kenner

des Rechts zur Seite stand 1•

Nachdem die Kölner einen kaisemlicli,ii liefelil an alle lleidmsangel

tätigen erwirkt hatten, tteui ‚ wona cli der Aug-em is piegel fl ei i Im lii

wo liman ihn finde, contiseirt werden sollte, sah sieht auch Ileuchuin

jeder Biieksiehmt m'imthummden und ciktärtm «wer schim'eibt, eier sagt,

dass ich in meinem lbtthisclmlag, die .iiitl'nhücher hetielbmtt, alls

Jb,fihh kaiseilicimer Majestät gemacht ‚ halte gehandelt anders

1 Stm'aus : Ulrich von Hut.t.cn ge«ammelft 'älirit'fen VII) 5. 147 ff.


- xxxIx -

denn ein christenlicher ‚ frommer ‚ ehrbar Biedermann derseib

lügt als ein unglauhliaftiger, leiclitkrtiger, ehrloser Itösi'wiilit ; des

erbetit ich mich zu Ehren und Itecht füi'zukoiiirneii. ii Im Juni

1513 fand er Gelegenheit, seine Verl heidigung dein Kaiser zu überreichen

und ein Mandat auszuwirken, das beiden Thei len Schweigen

auferlegte. Aber schon einen Monat spiUer hatten seine Feinde denselben

Kaiser dahin gebracht, dass er einen Befehl au die rheinischen

Eizhustliöte wie auch an den Ketzciineistei erliess, die lleuchlinsc.he

Schutzschrift, wo sie sich Ihiide, wegzunehmen und zu unterdrücken.

Am 9. September 1513 forderte der Ketzermeister llorlislraten

Iteuchtlin auf, am 'l., also schon am sechsten Tage nach der Vorladung,

in Mainz vor seinem itichterstulil zu erscheinen .Auf den Protest

des von Reurhl in geSt' hickteii Procurat.ors wurde der Termin erstreckt,

und so erschien den 9. Oktober Retichhin in Begleitung eines

1)octor tlieologiae und juris und eines adeligen tibervogts, die Herzog

Ulrich zu seinem Ileistande verordnet hatte. Als am 43. Oktohei altE

dciii 11iclut1)1atz, wo schon der Scheiterhaufen aufgerichtet war, das

Unheil verlesen wer(leIt sollte, welches den Augenspiegel zum Feuer

verdammte, da kam ein Bote aus Aschafleithung mit dem erzhischöfhichen

Befehl, kraft dessen das Inquiisitiunsgenicht aufgehoben und

Ileuchlins Appellation au den Papst genehmigt wurde.

Der Papst übertrug die Sache dein Bischof von Speier, der

seinerseits zwei seiner Domherren mit der Entscheidung beauttragte

‚ die iltuelilitis Augenspiegel schützten‚ Hochistiaten Stillschweigen

und Kostentisatz voul 111 rheinischen Guldeni autor legten

und bei Strafe (Ii s 1 lannes geholt n ‚ sichi binnen dri issig lagen mit

ileurtilin zu vergleichen. Da nun 1Ioclislraten seinersoi Is an den Papsd.

apiiellirte, fand sich auch Jicuchlin veranlasst, die Akten nach Rom zu

stittleut. Jetzt Übertrug der Papst die Sachte dein Kardinal Giiiniumi und

datiut einer Comunission von 18 Pi'daten, vor der sich dio Verhandlun

lungen ii ntet immer neuen \Vi im kelzii gen der Möt il i spa itei Jahre

lang hinzogen. Endlich am 2. Juni ISiti fand die öffentliche Schlusssitzung

statt, in welcher das tJrtheil gefällt werden sollte. Der Vorsitzende

und die Beisitzer stimmten alle für den Augeuuspiegil, l)iS

auf den niagist er sacni tu tat ii, den l)omin i kauen Prietias. Der Papst,

der den mäclitigeut Pi'edigeiordeii fürchtete, erliess ein mandatuirt de

supeisedendo, ii. im. die Sache wurde nicht entschieden, sondern nieder-

geschlagen.

Hutton war \völurend seines zweitei i Aufenthaltes in Italien dein

Gange des Prozesses titit lebhaftem Theilutahime gefolgt. Unter dem

letzten Juli 1516 schrieb er aus Bologna an Nicolaus Genliel, die

Rettung sei nahe Hoehstrat enhaue mit. den ungeheuern Summen,

die er verschwendet, nichts ausgerichtet. Einen Monat sjünter gaben


- NI, -

ihm seine Freunde aus Rom itrintei' noch gute Hoffnun g ; aber ei'

fürchtete auf., Neue den Einfluss des Sophist enguliks, da er die

Geldgier und Besl.ei:'Iilichkeit der römischen 1-Jöflinge kannte,

1519 im August war Hutten in Stiitigai't hei Iteucitlitt und

erschien (1cm guten Alten, der iriehr moralischen als physischen Mull)

hatte, in dem hevorstehneirden Niiege als liehen'. Als das feindliche

Heer sich der Stadt näherte, setzte llutten es ittit Sickingens Vermit t-

lung bei den Aiit'ülii'et'n durch, (lass im Fall einer gewaltsamen Erolterung

der Stadt Reuclilins haus durch öffentlichen Aiisi'uf mi

Ileet' sicher gestellt werde. Späteriiig Sickingen sell)st mit. Hutlerr

zu Reuclnlin, bezeu gte ihin seine Ehrfurcht und versprach ihm iii

Bezug auf seinen alten tr pitliaiidel alle Hülfe. D ie aufgelaufenen

Prnzesskosien schlug lIcu'liliii sclten 1515 auf nicht' als 400 Goldgulden

an.

Am Freitag nach St. Jakolislag erliess Sickingen eine Et'foi'der'ung

und Verkündi gung an Pm'ovinzial, Prioren und Coriveite des Prediger-

Ordens den tsehet' Nation, uni s onderlich an den 13i'udei' ‚t in kuh lI)t'hstrafen,

von wegen des hodigelel riten ii tu! welt 1 erfih nt 1 eti Herrn Johann

liciu'hlin ‚ heider Rechte Doctot's. Da ei', Franz, als Liebliaher Vati

Hecht mi l l Billigkeit, in Bei 'abt fei'mnei', (lass Reuelilin seinen Eltern

ol't urals gefällige [)ieiiste erzeigt, auch, so viel all ilutin gewesen, sich

1 >elleissigt halte, ihn, Franz, in seiner Ju gend zu sittlicher Tugend

zu untei'weiseru, ob solchem ilii'em Ffu'nelntnnen nicht unliillig Missfallen

trage, so stehe alt Bruder Hoc'listr'alen und dessen Ordensobere

sein Begehr, gen teldetett i)ortor I >teti(:-liliii fortan u'uhig zu

lassen, auf dcii Grund des spt'u'u'i«'liemi lir-theils ilinn Genug'thuung zu

gebeti und insbesondere (lie ihm' n au feil eg teii Pi'ozesskosteut i in Retrage

von III t'tullcir an uni zu einti'iu'liten, und zwni' hin nett Monatsfrist

nach ielucu'amntwoi'tung dit'i' lti'jefes,

itah.l tianlidean der in s''inen Miitelti ganz erschöpfte Ileuut-Inlin

von 1 >i u'k hei mcc ein Du'lcl von :10 ( erhalten oh u Ilen hatte,

fing dem' l''elulclrieh' an 'zu wirken. Iurn Weihnachten kann dcl' Dominikanci'pi'ovincial

zum dem Bittet' nach Landstuhl und auf sein

Bedeuten machten sich bald darauf zwei Abgesandte des Ordens zu

Reuc'hlin auf den Weg, Diese[- war klug genug, sie an Sickingen als

seinen Beschützer zurückzuweisen. Erst versuchten sie allerhand

Winkelzüge und ven'lauigten 1"i'isleii, aber Sickiurgeii zeigte ihnen tilkii

Einst.. Uni die Unterhandlung mit dieseni zu erleichtern, vcr;nurlassteri

sie nun IIou-luslu'ateni, si'iinu' Aemter als Pn'iui' und luquisitt'

nieder zu legen, itind Finte ‚Mai i0 halte Ileuclnlin die ihunen

in Speier aul'en'legteur Pn'ozesslusteun in gutem Cold in Händen

Ei ebei'd it's erl i essen die t)on ruin 1 kaunem' ei lt Schreibün an den Papt.,

in welclieunu unter ehrenvoll'i- Eiwälunuiu Reucitlins 11111 Litizhichit'


- xIj -

Ilinlegung rios Handels auf ewige Zeiten gebeten war. Aber als öchte

Pfaffen 11.-11t1 , 11 sie das mit dem stillen \'orhetialt gethan, es uitinittellar

darauf als erzwungen zu widerruün In diesem Sinne

schickten sie dein Schreiben eilig andere nach. Am i. Juni

15'20 erfolgte ein pi1)stlic.lIes Breve, (las die s 1(eiersche Sentenz

förmlich kassirte, Ileucitlins Buch verdammte und den Verfasser in die

ge'ammten Prozesskosten voi'urtheilte. lloehsl raten, in seine nur zum

Schein verlorenen Stellen alsbald wieder eingesetzt, und seine wür-

Brüder schlugen (las Biere in Köln mit J uliel an.

Sickingen musste sich noeh einmal in denhandel legen. Er liess

sich (lIii'Cl1 Hutten ein Schreiben an den Kaiser aufsetzen, auch die

Ki mifü rsten von Mainz und Sachsen uni ihre Verwendung in der Sache

bittemm ReucIthitt selbst lud er auf die Ehermibut'g ein. Aber der

schwach gewoi'dene Gelehrte L i tte. ZU Aii(ing desselben Jahres

einen Lehrstuhl des Griechischen und hlehriiis'iien an der Universitöt

IngtIstailt angenommen, um mi Frühling 151 sein altes Hauswesen

in Stuttgart wieder aufzusuchen und im t)lgen(leim Winter nach

Tüliingemi üherzusiedeln. Am 30- Juni 152 stach dci' liocliverihiente,

vielgeiirgerle alte Mann an der Gelbsucht. Wie es mit 1er Beitreibung

der Kosteii des langjiilmr'igen Prozesses, die ihm schliesslich auferlegt

wom den, gehalten ward, erfahren wir nicht

Im Januar 1 war Hutlen hei Sickingen auf Landstuhl und suchte

ihn ebenso für Luther, wie kurz vorher für fleuchlin zu stimmen.

Sickingi'n hatte es damals besonders auf Ferdinand abgesehen. ihtitt widmete

Iluticit die Schrift aus den Zeiten llenu'ichms IV, zu dessen Gunsten

und wider Gregor VII. verfasst, die er das Jahr rot her in der Bibliothek

ZU Fulda gefunden hatte. Sie Karl sehist zu widmen, davon hielt dem

Umstand ah, dass dieser noch in Spanien war; abei auch an ihn

wandte sich Hutten in der Zueignung. «Einen grössern Dienst könne

beiden jungen Fürsten Niemand erweisen, als wer sie nicht bingei

Knechte sein lasse. Knechte der römischen Bischöfe aber seien alle

diejenigen deutschen Kaiser gewesen, weiche sich die Demütlmigung

hei der Krönung, die Eingriffe in die Regierung, die Plünderung

Deutschlands, wie sie seit langem herkömiiilicli geworden, habe gefallen

lassen. hie beiden erlauchten Ui'iider sollten dein Erpressung'sund

Bevoi'tlieiluugssystem,

welches die Päpste iii Deutschland in Anwendung

bringen, ein Ende machen, ihr Regiment 1111111it eröffnen,

dass sie dcci Deutschen die I't'eihii'it wiedergöhen und jenen ihr Rauben,

Plündern umiti Trügen legen.

in laut' des Juni, als man in Reimt die Verdammungshulle gegen

Lulhiem zu Stande brachte, schrieb dieser sein Rudi : amt den (Jurist-


lichen Adel deutscher Nation. Anfangs August erschien (liC welthistorische

Schrift, in welcherdargelegt ward, dass die Geistlichen das

Wort. Gottes und das Sakrament sollten handeln, - das sei ihr Werkund

Amt, - und dass sie der Obrigkeit unterworfen sein müssten. Der

Papst solle bestehen, natürlich nicht als Oberherr des Kaiserthums,

noch als Inhaber aller geistlichen Gewalt. Zunächst in Deutschland

solle man einen Primas haben mit seinem ei genen Gericht und seinen

ZD

Kanzleien der Gnade und Gerechtigkeit, vor welchen die Appellationen

von dcii deutschen Bischöten zu bringen seien.

Vom September an finden wir 1-Tutten auf der Ehernhurg. Ehen

schickte Sickitigen sich an, zur Ilegrüssuiig des aus Spalliell angekominenen

Königs Karl abzureisen, sTag itiel Nacht», tief Mittel)

(leni den Rhein liinaufzielieriileit Kaiser zu, vTa g und Nacht will ich

1 )ir dienen ohne Lohn niaiirheii stolzen helden will ich Dir nutweckeii

; Du sollst der Hauptmann sein, Anfänger und Vollender

es fehlt allein an Deinem Gebot.»

Am 28. Januar 1521 hatte Karl den Reichstag zu \Vorins

eröffnet. Auf Andrän gen der Stände des Reichs wu Luther unter

Zusicherung freien Geleits lierufett . Im April fiat er die Reise au.

Inzwischen war auf der Ehu'rnhiir ein seltsamer Gast eingetroffen,

(hei' liii iziskaiiei' G lii pit in, des Kaisers llp i cht Igel, der Sic k iligen anlag,

ei' möge Luther veranlassen, unterwegs Jei ilitii einzukehren. In der

Thal sandte Sic k ii ei i scilieti Gast Martin Ilucer mit ett ichei 1 Reitern

nach Oppenheim, uni dein durchreisenden Luther die Einladung

auszurichten. Aber dieser antwortete, wenn der kaiseilitlic Deich-

1i-er etwas mit iluti zu thun habe, so könne das iii Wotins geschehen.

Am 10. A1it'it de„ sihitieb päpstliche Nuntius aus Worms

« Eben erfuhr ich durch verschiieilene Boten und den Lärm des

];,',[enden Volkes, il ass der grosse 1-Iäresiaic Ii sei lieri Einzug hie

Ich siliich-te einen meiner Diener, der mir im'iclitetc, lass ci bis

zum Tltor der Stadt von vielleicht hundert Iteitern‚ i(IL glaube

Sickingeiisclicn, begleitet wurde. » i)crsclbe Aleandcr nicitite, (lass

Sickingeri jetzt allein ii, Deutsihlanul König sei. « Die Prälaten zittern

imth lassen sich verschliiigeni wie die kaitinicheit.

Aiii 17. konitlut der Nuntius die Just ruiliott fesistullun für die

Leitung des Verhörs. Der Kaiser befahl ganz nacht seinem \\unscl ic.

Aleame her bestimmte dc die Fiagei i, welche der (Mli z ial von Trier in

des Kaisers Namen an Luther richten stille. Dci Otlizial, der in

(1 em sei heu 1-laust' mit A 1 ea ci der wohnt e, Wand an \Va ritt, hatte 1 ut hei

aiigekündit, dass, wenn er jeden Widerruf' ablehne, das Reich schon

wissen weide, wie es mit eitlem Ketzer zu vert'alireii habe Ami . Mai

schrieb ii UI ten, das Vergeben, als sei Luther berufen weit Icii, 11111


- Xliii -

sich zu vcraiitworteii, sei eine Lü ge gewesen ; man habe ihm

keine Verantwortung gestattet. Und nun behaupteten einige Juristen,

der 1aisei sei nicht verpflichtet, ihm (las freie Geleit zu halten, ja

er sei verpilielitet, es nicht. zu Italien. Die gottlosen Bischöfe möchten

das Beispiel ihrer Vorgiingei a ul dem Constan zer Concil nachahmen.

Aber, so fögte er wolilgemuih hinzu, «wir haben Franz auf unserer

Seite, nicht allein günstig, sondern voll von Eifer. lr fiat Luther, so

zu sagen, ganz in sich gesogen.

Rom siegt c.Ain 25. Mai ward von Aleander ein kais. Edict

erlangt, das Luther in der Form verdammte, wie es die Kurie immer

gcfoideit hatte. Das ganz römische ldict, das « mit einhelligem

Rath der Kurfürsten und Stände » und zwar schon am 8. Mai erlassen

zu sein In bau p1 etc, war nicht dcii versammelleil `S tänden, sonderti

den zufälfig heim Kaiser anwesenden Kurfürsten und Fürsten nicht

vorgelegt, sondern lediglich vorgelesen worden. Der Kaiser hatte

dein Papst den grüssten Dienst gele i stet ei' hatte riemselhen, so viel

an ihm war, das in seiner Tiefe erre gte deutsche Volk unterworfen 2

Am U . Mai hatte der Xais'r \Vorrns verlassen.Ini 9. Juni

erhielt, er, in Mainz die Nachiiclit ‚ dass der Graf von Nassau einen

festen Platz Roberts voll Mark genommen habe und der voll

den Franzosen Iiifangs ‚tut so glänzenden Erfolgen geführte Krieg in

Navatra sich bereits gegen sie gewendet habe. Mit Sickingeii hatte

er dann eine mehrstündige Bespri'chiing über Aufstellung eines

grossell heers.

Der Ritter sas» im Wildbad, als ihn am 4. Juli eine kaiserliche

Botschaft zu d 4 .,1 \Vafleii iii'! auf eigenen Kredit sollte er als B efehls

. Sic.kii igen dci das Anerbieten annahm,

-haber ciii kleines Heer sammeln

schickte chile 1 ehu ts Kla ist liii lug seiner recht.licliu n A nsprüche eilten vertrauten

Diener nach lhüsel, dciii der Kaiser liii seinem Fürstlichen

\Vort die Erstattung der aufgewandten Kosten zuskherle. Unter der

für Siikingen ausgeferligten l3estallung schrieb er eigenliäiid ig

« 1'raiiziskus, Iliut darin Euer Bestes. Wir werden Euch gute Treue

halten und es anerkennen. »

Anfangs August fänd im Luxeiiiburgisclien die Vereinigung der

Truppentheile statt. Ende August musste sich Sedan ergehen.

Siikingen, der an dein Erfolg rühnilichen Antlieif hatte, wollte den

Krieg mit gesainiot ei Macht auf französischein Boden ausfechten.

Aber der Graf von Nassau widersprach. Die Lage Sickimigens, der aus

der kaiserlichenii Kasse keine Zahl uiigeii erhielt, alle] i oh ne gemi ügendu

eigelle Mittel war, erschien uni so bedenklicher, als Semiten iinil

Krankheiten ausbrauhen und die Truppen (teil Sturm

2 Bauingarteu Geschichte Kai!» V. Erstei Hand S. 4ä4 ff. ii. 493 ff.


- XLIV

auf Meziircs verweigerten. Hatten sie doch nicht einmal ihren

vollständigen Sold erhalleii. liii Octoher \var wieder der Sold li1

den September rückständig-. Dazu wusste man Misstrauen zwisclieii

die beiden kaiserlichen Feldherren zu säen. Am französischen Hofe

erzählte man sich hohnlachend, dass sie sogar die Schwerter aul

einander gezückt hätten.

Der Kaiser berief das Heer ab und beschied Sickingen zu sich

mit dciii Befehl, sein Volk zu beurlauben .Ahcr die Entlassung hatte

ihre Schwierigkeiten : Sickingen konnte nur einen 'l'heit ahlöhnen,

die Andern mussten Sich mit einem Zahlung-sversprechen hegtiügeiis.

In Brüssel angelangt, ntusste der flitter sich lange Zeit, gedulden,

während über ihn und seine iinthige, ja veriäthierisclie Kriegsfüh

tung die hoshaftest.en Erzäli Iii ugen die Runde machten, teu, Am 15.

November schrieber an den Rath voll (( Mir ist es nit

ein kli'i ne Beschwerde, (lass ich Ucli uf die onverdiente erzeugte

Fieuiidschaft in Lihung der zeheutuseiid Gulden, wie ich verschrieben

‚ nil halt us Verhinderun g onvorsehener Zutätl Rezahlung-

thunmögen,... liege itzund allhie zu Brüssel, gnädiger

füruleil icher Bezahlung von kais. Majestät wartend uiid hoffend, bitt

di'slctlheui Verzügs der Bezahlung kein Missfallcns zu dragen 4 s. Im

kais. Kalanet ward berechnet, dass man l"tauz mein' als -100,01)0

Gulden schuldig sei. Nach langem Harren musste Sickingen sich mit

eitlem Abschied begnügen, dci ihm Zahlung seiner geprüften Forderung

im Betrag von 70,500 Goldgultk'ui in verschiedenen Raten

zusagte, dazu 150 Zentner Kupfei für Geschütze, die im Dienst des

Kaisers verijaucht. w'oiilen Am 1. und 5. Deceinhei' wurden diese

Aliivacliung-eii zu Papier gebracht. Am '17. entschuldigte sich

Siukiugen wieder bei (teilt Rath von Strassburg, dass er die geliehenen

10,000 Gulden noch nicht zurückgezahlt haue, der Kaiser habe

ihn noch nicht befriedigt. Er sei mit ihm jetzt über Ansetzung voll

neuen Zielen üliereingekorn Doch glaube men. er, dass die Zahlung

dci' ersten Rate, die auf piiriticafic (2. Februar) angesetzt sei, sich

bis in die Fasten vei'zielien werde.

Werfen wir jetzt wieder einen Blick aol das Heidi.

Auf dem Reichsta g war (las vollständig in Verfall gerathene

Kammergericht wieder erneuert worden. Da itian bei 3000 alte

uncileuligte Prozesse zählte, so dachte man An tangs daran, so viel

AsseSsoren zu ernennen, (lass man sie in zwei Senate abtiteileit

könne, von denen (1er eine sich nur Illit den alten Sachen zu Iteschäftigen

habe. Man halte ferner den Plan, den Prozessgang nach

3 \Valtz Die Fleisheimer Chronik, 5. 70.

- Politische Korrespondenz Nr. 90.


- XL\' -

dem Muster der Rota Romana oder des fiaiizäsischen Parlaments zu

verbessern . Allein es zeigte sich bald, wie wenig sich thun lassen

weile. « Ich habe noch keine„ I)octoi gesellen», schrieb der Frankfurter

Gesandte nach 1-laus, « der eine gute Art der Verbesserung

angigelien hätte. Man sagt nur: Personen uiid Audienzen sollen

Vermehrt, die Venen eiii ngert, Cavil lat ionen a}gescl nil ton werden

das hätte auch ein Bauer rathen können.» « Man sitzt täglich», sagt.

er ein ander Mal, «über der Reformation des Kaniriieigeiiclils. aber

das ist wie ciii wildes r flie. Jedermann kennt seine Stärke ; Niemand

weiss, wie man es angreifen soll ; der Eine räth dahin, der

And ere dorthin.»

Atii Eule kamen die Stände, von denen auch hier die Vorschläge

ausgingen, zu der Ueherzeuguing, dass sich nichtsTall ,licheres auflinden

lasse als die alte Ordnung des Jahres 1405, mit den Verhessciungcn,

die sie s1iäl erfahren, und einigen neuen Zusätzen.

hie Tliuiptveränderuuug war, dass utiaui dciii Kaiser, wie bei dein Regiment

‚ so auch hei dem (ierirlit ‚ zwei neue Beisitzer vergönnte. Uehrigens

tanil die Besetzung auf die zuletzt in Costuitz beliebte Weise

stall : Illan hielt auch hier die sechs Kreise fest. Die drei geistlichen

Kurfüi'sttu uni1 die drei ersten Kreise sollten gelehrte, die drei

weltlichen Nut Und ttü die. rsten drei letzten Kreise rittermässige Beisitzes

senden. Karl V versprach als Kaiser zwei gelehrte, von Seiten

seiner Eridateic zwei -itlermässige Assessuren. Mit, den Ständen zugleich

hatte er dann die Ernennung des Kammerrichters uni der zwei

Beisitzer aus den Grafen und iTeiren zu vollziehen. Die Kosten des

Gerichts, das an deuuiseil.eii Ort wie (las ständische Regiment gehalten

und der Aufsieht desselben unterworhm sein sollte, wurden

auf 1:1,41 U Gulden angeschlagen 0.

Als Statthalter war des Kaisers Bruder dem Regiment vorgesetzt.

Der Lauudtriede Karls V ward nicht heser gehalten als die

früheren. Ein paar kaiserliche Rällie, die von dem fluichstage zu

Woiuuis, wo sie ihn hatten beschliessen helfen, nach Augsburg

reisten, Gregor Lainparter und der Schatzmeister Johann. Lucas,

wurden überfallen und gefangen genommen Per Sitz der Regieruuig

und des Gerichts ‚ in ge\vissem Sinn in diese)„ Augenblick

die Hauptstadt des 1 teichs, Nürnberg, war auf allen Seiten von

wilder Fehde umgeben .

im Herbst schritt man zur Eirichtung der ständischen Regiertuugsforni.

Die alten Akten des lleicliskammcrgenichts, viele Zentner

5 Ranke 1, 318 f.

' Ranke II. 71.


- XLVI

schwer, gegen vierthaibtausend ältere, noch nicht erledigte Prozesse

und eine grosse Anzahl neuer Klagen, auf die iosli keine Ladung

erkannt war, wurden nach Nü rnheig geschallt. liii Laufe des November

kam man so weit, dass zuerst das Reichsregiment, dann

auch das Kanirnergericht eröffnet weiden konnte 7.

Aber noch konnte man bei keinem ITrtheil, keinem Beschluss

auf seini' Ausführung zihiIen. So ward jetzt besonders aii( eine Execiitionsoidriung

gedacht zur 1'ürsehiiing und Erklärung des Landfriedens

nach den im Jahr 1512 gemachten Vorschlägen. Der Entwuil ging

zurlJestitigung au den Kaiser, der durch seine vorläufi ge Einwilligung

schon gebunden war.

\urh die Befestigung des Gciiclits, das wegen der Art dir , Ile-

.soldung seiner Mitglieder nur ein prekires Dasein hatte, ward in's

Auge gefasst und zwar durch eine Reform des Steuer\vesens. Die

St ölte erklärten sich dagre,- -en lieller bereit, zwei Beisitzer des Kamuuien

geiichts zu besolden. Jun I)ezeniher schrieb der llathi von

Strassburg an seinen Gesandten, ei habe abermals ein Mandat erhalten,

worin er zur itezahuuuuig des Strassburger Antlucils an (Id

Unterhaltung des Regiments und Kammergerichts aufgefoudert werde.

Aber das Geld dafür habe er schon in der Herbst- und Fasten -

hiesse anno 21 und 22 zu Frankfurt und Nürnberg erlegt, und die

jetzt geforderten Beitröge seien erst in der kommenden Herbst- und

Fasteuniesse lillig.

Das Regiment seinerseits hatte unter den Einwirkun gen (1Cr

kaiserlichen 1-lofiöthe zu leiden, die noch immer keins ihrer lukrativen

Reihile tö 1 [eui lasacti wollten und nach wie vor der Bestechlichkeit

angeklagt wurden. Es kamen ,zehr sonderbare ])ing-e vor. Unten

anderem hatte dür Bischof von Würzburg einen mit kaiserlichem

Geleit versehenen Mann niederwertön lassen und hielt iliii getautgen.

Billiger Weise nahuii sich das Iieginient des Ueln »rwdligteu an \Vie

sehr erstaunte man aber, als ein Erlass des Kaisers einlief, worin

er erklirte, er habe jenes Geleit unbedachtsam gegeben; mithin

könne der Bischof, eiui wahres kaiserliches Geleit nicht gebrochen

hallen. In Gemeinschaft

Gerneiuischalt mit dein 1 teginneu II verwandten sieh die

Stiiuide für dcii Bischof von Hildesheim, der Sich über die Acht Ijeklagte,

die gegen ihn und seine Freunde ergangen war, ohne das

Sie citirt und verhört worden. Aber der Kaiser wollte nicht leiden,

lass man ihm «in seine Geschiötte» greife uni wies die Verwendung

kurz ab. Am 14. Mai gedenkt Planitz eines Mannes, der nach langer

(Jetangeuschuaft eine kaiserliche Ahsidutiwi ausbringt, « Ist verinutlilich,

weil das fleginient die Sacim zu sich fordert und die

Ranke II. 27.


Sach den Hoftäthen nicht gestatten wollte, hierin zu handeln, dass

sie die Absolution gefördert, damit das Regiment auch nichts daran

hatten sollt.

\Vii \vissen, wie sehr grade die Ritterschaft über den damaligen

äfterithiclteit Zustand rnissvergnigt war, vor .\ [[(>in über das K:irnnicrgeruht,

das nur den Schwachen zu finden wisse, aber den Mächtigeir

in Ruhe lasse.

Im l'iü blitigv ereinigte sich nun der olierilieiiiisclu Adel zu

Landau darüber, seine Lelinssaclron nur vor 1 ‚elinrichtei' und

Mannen, wie vor Alters liergeliracht, seine Streitigkeiten mit. andern

Ständen nur vor unparteiischen, mit ritterinässigen Leuten hesi.rtzteii

Gerichten entscheiden zu lassen und einem Jeden, dciii dies versagt

werde, zu Hülfe zu koninien. Zu ihrem Haupt nianu wählte die

freie Reiclisrittei'schaft, die dieses brüderliche Verein- und Verständiriss

zu Beobachtung guter Polizei und Handhabung des Laudfriedens

unter sich au [cmli tcte, ii cii cdl cii, elirenl'esten 1'ianciscus von Sick i llgefl,

der neben andern voll Ih gi i nent. für die Stelle eines obersten

1 laU 1d.ii ra uliles gogell (IIC Türkeil iii AUSSiIht genommen \VOI(lill

l;irri Schritt lIuilt.euis an die lhirlrsstädte, unigeüihr vorn Mai,

ist ein Manifest. dci Gesinnungen, die man in der Umgehung

Sickingens hegte. Nie sind die Fürsten heftiger der Gewaitthiktigkeit

uni! Uiireclitliihkeit ingek lagt worden.

Auf iler ElcIiIlluig war es, wo rum dieselbe Zeit zuerst der

evangelische Gottesdienst cingefuhrt ward. Viiii April hiis November

lebte hierOeiolarnpiulius, rIet den Burggottesdieiist reformii'te.

Evauigeliuio oder Epistet in ihr.'r Ii.'sse wurden ilenutst.Ii verlesen und

Siukingeiis rfii'iei' verliciratheten sich.

Im Sommer traf die Reihe, hei dem Regiment persönlich anwesend

zu sein, (teil Kiiilurstin Friedrich. Die Stellung iles Hegiuiients

zu der religiösen Iliwegung änilerle sich nun, wo es zu voller

Selhststäuidigkeit gelangte wesentlich 1 Die Behörde , welche die kaiserlichte

Gewalt nahm repiäscuitirte, den vom Kaiset- geächteteii Luther

in Schutz und näherte sich seinen Tendenzen.

So lagen die Verhtiflhiiisse, als Sickingenr uni herbst die neue

Fehlte ankündigte. Was ihn zuletzt zu diesem Vorgehen trieb, war

sein fiIi' die linanziellen und mnrilitiirisclieii Zustände (les

Reichs. «Ich fürchte den Kaiser nichts, so erklärte 1'ua117 l im Parleuiient

zu Paris, «.denn seine Kassen sind leer. Ich dagegen habe

Geld mi Ueberfluss, kann auch die Kirchemigiiter nach nleiuleli Absichten

Verwenden

Wie es mit den kaiserlichen Finanzen uin(l den kaiserlichen

Truppen stand ‚ wusste Niemand besser als Sickingen. Durch

die Unternehmung, gegen den en'zbisehötlichen Kurfürsten gedachte


- XLVIII -

er Geld und Truppen für (1011 Kaiser zu gewinnen. Mit grösster

Offenheit erklärte er das später dciii Boten iios Reichsregiments

« \VoiIe man ihm folgen, so wolle er helfen machen, wann die K. M.

in (liese Lande komme, da s s K. M. ni eh r L e u t iiii cl G eId s

ii ii d e s »

Voll patiiotiscltei, Zorns sah er die vom Klerus zusalnineligehiacliten

uni in uucleutsch,ciii Interesse verwandtei, Reicli iIüIrleI.

Nicht umsonst. hatte er die Enthüllungen Huitens über das Treiben

des römischen 1-lofs vernommen,

Es scheint kaiiiii einem /w'cil'eI zu unterliegen, dass Franz dem

Ruhnie eines Zisica naehislrohte, de r die (ütci' der Pfaflm theils den

Ei'bc'n (leier, die sie gestiftet„ tlieils dem aligcineiiien Besten zui'ü.ikgestellt.

Schon ging denn auch das Gerücht, Sickingen habe sieh

'orgenuiiiiiIen die Pfattn und Eis chöfri zur Ordnung 211 1)iiilgeu.

Uebc'r das Ve,'huilhi,18s Zinn Kaiser war Siekiiigeii schon Iäiigst

mit sich im Klaren. beulselilaiiil brauche jeizt eineit sthiaiki,, kriegerischen,

nicht einen trägen Pfafletikaisei'. Es gäbe Fälle, wo Uiigehoisain

gegen (teil Kaiser der beste Gehorsam sei.

Am wenigsten konnte das päpstliche Recht iiii Vege stehen.

hatte doch schon Lot hei' die päpstlichen Gesttzhiicliei veilirannt. Und

wenn 1-luhien erklärte, dass das ganzepäpstliche Recht als eine

Sammlun g von Iteirsel,- und liahisüchtigen Meiischensalzungen von

allen christlichen Fürsten nud \ölkeri, verbrannt und abgeschafft

werden sollte, so hatte Franz nicht., dagegen, ja ei war damit einverstanden,

(lass alle lateinischen Rechtsbücher an einem Tage verbrannt

würden.

Bald erschien es ihi,i als Pflicht, die Unterthanen des Reichs,

SO viel er vermöchte, von 'leni antic]mristhichen Gesetz der Püfieim zu

he frcieu Es liege kein Grundnil vor, auch wide, Papst und 1 tiseliof'

zu ki'iegen, da sie ja selbst das Schwert gebrain'liten. Kein (leUlSChIeJ

Biscliot' seijetzt ein Prediger, dagegen viele 1 reIfliche Jäger und

Krieger, vor denen Niema iidesErl güter Wenn sicher si ien . die

Priesterschaft auch, ferner auf Ermahnungen nichts gel)eli werde, so

müsse man Gewalt gegen sie gebrauchen.

Es trafen rnaiimiigfachie Gründe zusammen, um grade gegen dcii

Bischof von Trier vorzugehen, dci iu ich immer dcii Titel eines Erzkanzlers

von Arelate führte. Wut' dieser Kurfürst es doch glich

gewesen, der III) li,ieiesse F','anz 1 sich lange gegen die Wahl des

Kaisers Karl ei'khiiit hatte, der von dciii französischen Könige ecKionen

unbillig empfangen und wider die königl. Majestät (,ingenhimnten»,

Notizenblatt. Beilage 211111 Archiv für Kunde österreichischer Ge.

schichtsquellen. Zweiter Jahrgang (1852) S. 41.


- XLIX -

dessen Offizial (Ije \erbrcnming der Bücher Luthers in Trier sii

gründlich besorgt hatte, dass nicht eines Übrig, geblieben war, und

Luther selbst in Worms ganz nach dcii ltefehden des päpstlichen

Nuirtiris ilirluirirt und lmlr:uidelt, hatte. Die Handhabe aber für

seinen Angriff gewahrten gcwisse privatrechtliche Ansprüche, die er

gegen Trier erwurl)en

Nicht Zufall ist es, dass Sickingen den Kurfürsten vor allem auf

dem Gebiet seiner französischen Beziehungen zu fassen suchte.

Der Mainzer Peter Scheffet hatte gewisse Ansprüche gegen

französische Unterthanen erworben, für (hie er bei Ludwig Xii keinen

Schutz hatte finden können. Schieflers Söhne wandten sich nach des

Vaters 'l'od an den König Franz, aber wieder umsonst. Da erliess

Kaiser Maximilian am 1 Februar 1516 zu Gunsten der Scheffer

einen Repressalienbrief, worin er dcii Kurfürsten, Fürsten und

IJrrterthianeii des Reichs bei einer Stiate voll'zwanzig Mark löthigeri

Goldes befahl, auf Anrufen der Schelflrsc1ieii Anwälte alle Untertirairen

Franz 1 und deren auf lteiclis jjoiien betroffene Habe in Besitz

zu nehmen und, falls innerhalb sechs Wochen ein Abkommen nicht

zu Stande komme, die Güter an die Kläger ausuan1voiteii.

Sickingen und sein Freund l-Iilchien von Lorch, einer der Stein-

Kallenfels'schen Canerl.en und spöterer kaiser!. hauptmann, ohne

Zweifel um einen Ritterdienst ersucht, liessen sich die Forderung

der Scheffer übertragen, und als nun Kaufleute aus Mailand, (lasin

Besitz genommen hatte, Trier'sthes Gebiet durchzogen,

wurden ihnen auf Grund des kaiser!. Reprcssalienliriefes

Waren in bedeutendem Werlije abgenommen 11 . Aber der Erzbischof

von Trier verhirii iert e (hic Fortsclraffung der Waren, indem er, wie es

scheint, die entsprechenden Betilrtc an die Stadl. Trier ergehen liess.

Nach dein Mandat hatte sowohl der Erzbischof als die Stadt

die angedrohte Kin verwirkl, die nun Sickingen und Lorrhr für sich

in Anspruch nahmen. Sickingeir, durch unteres genügend besehiöftigt.

überliess die Verfolgung (liese! Angelegenheit zunächst seinem

Kameraden. Wie Nvir aus dem späteren F'elndebricf entnehmen, verlangte

dieser von dein Magistrat den Stadt Trier zunächst K. sieniund

Schadensersatz wegen Verzug und Wiigeiung Mit Zustellung

der französisch Güter in Kraft kaiseri. Majestät, hochhöhilichst Gediiuhtniiss

‚ Repressalien von wegen der Schöffer Gebrüder Ztr Mainz,

desgleichen die verwirkte, 1 'CTI in l)eflielt htepressalien bestirninit».

Als sein Gesuch hier abgeschlagen ward, wandte er sich an den

Kurfürsten, natürlich gleichfalls vergeblich.

' Die beiden bei Ulmann 5. 90 und S. 281 f. besprochenen Vorgänge

incl ohne Zweifel so. wie oben r1aresfe11t, zu inmbiniren.


- L -

Es kam eine zweite Sache hinzu. Ein fl lt 1er, Gerhard Bürner,

war mit eiru'ni Amtmann des Kurfürsten ü'indlich zusammengestossen

und verband sich nun mit Johann ilikh'n von Lorch und

Heinrich

von i'ha rr ii . Dieselben nahmen im Mli rz 1 5! zwei wohlhauende

Trierer Unter't hanen gefangen, von denen der eine Schultheiss

von Sennlieiiri (hei 1 ier'nkastel), der andere Vater des Weihbischofs von

Trier war', und führten sie auf die Burg Thann ab, wo sie, wie unser

Gutachten eizilult °‚ in Fesseln gelegt wurden. \ Is Scli;itzting ward

eine summe von 5000 Gulden verlangl ‚ und da die FI;i ft. sich Monate

lang hinzog, noch 10 Gulden für Atzung. In ihrer Noth wandten

sich die Gefangenen all in geri, der ‚jedoch nach dem Gutachten 11

keine Lust halte, sii'h mit der' Satire zu befassen. Ende Juli aber war

Sickingen in Thann und versprach den Gefangenen, sich für sie hei dem

W(ihi)IselIof VOfl Trier zu ver'wendi'n, ein Versprechen, an das jene

ihn am 3. August lun'h seinen Sohn ciiwcit'.kart erinnern liessen.

In diesem ilrrenr Schreiben erklärten sie zugleich, dass, wenn Franz

selbst sich für sie ver'ldi rgen wolle, sie mit all ihrem Ver'rnügen

das ihnen nicht für 1000 Gulden teil sei, und zugleich mit ihrer

Person gerichtlich vet'lraftet sein und ihm für allen Schaden nirfkninirien

wollten, Ihren wiederholt[ vicder'holten , » lnngelr(len Bitten, für sie

einzutreten, gab Sickingen endlich nach. Die hisher'igen Gefangenen

wurden nach Ilohenhinr'g geleitet., wo Sickingens iUteter Sohn lebte,

und hier ward ein doppelter Vertrag 'geschlossen. Wiin'ennl Sicki nrgen

für die mit. den Trierern ven'oinl )a r'le1 oslca ufssu m nie als SeI listsclnrl,lnei'

eintrat, verpflichteten die Trierer sich eidlich ‚ diese

S ii ni nie in Monatsfrist auf dor El ier'n burg zu erlegen oder sich

hei Si('kirigen wieder zur haft zu stellen, In einer darüber am

8. August ausgestellten Urkunde entsagten sie jeden' Eiirr'cde und

erklärten, sich selbst durch einen von der Obrigkeit aus eigenenr

A ii 1 r'ieh gegebenen Befehl nichtt ihrer Verbund crithoben 1 ich keilen zu

betrachten. Ahei- rradi hause zri n-ückgekc'lnr't hatten sie nichts eiliger'es

‚iii tun, als sich 'von dem Erzbischof ihres li(les entbinden

zr.r lassen und die Sache an (las Reiclrsr'eginierit in Nüi'nberg

zu bringen. Sickingenr ward vorgeladen, um die Gründe zu vornehmen,

veha lii die Kläger sich an ihr Versprechen nicht gebunden ulen n

erachteten. Wie vit' In 'ren, stellten sie (las Versprechen als ein er -

zwungenes dar.

Dass die 'I'iiei'er die Sache wenigstens zunlichrst vor das iteichrsregiment

und nicht vor das hiimnner'gc'i'icht hi-aulileni, das kann einem

Zweite nicht unterliegen. 1 )icse Tlratsache wird l'estgestelttsowoid

' p. 4 in (1110 fei']-i orrcre &'t rar'ccris molestia gravitei' lu'essi,

in ' run ihn renitoiit('rn rflhilis taruloni prerihirs exora.i'nnt


durch Selilürs Bedenken 12, als durch ein Schreiben des Eizl>isrhofs

von 'frier an Sickingen vom 11. Juni 15 1212 13 , als endlich durch

Ganliunculas G ulachten 14

Die Trierer stützten sich ulme Zweihl auf die ()tdniuig des

Itegiinenls, wie sie auf dem Reichstag zu Worms mi Jahre 1521 aufgerichtet

worden war. Nach derselben (l) sollte «unser Regiment... volle

Gewalt, Macitt und lkMil haben ‚ des heil. Reichs Sachen, Recht,

Fr- j e d ‚ und ihrer beiden Vollziehung- und Handhabung und was an

dem Frieden, ],echten, ihrer Handhabung... hanget oder dazu dienstlich

oder erscliiesslicli sein mag, anÜ-cffind und die von des 1 teichs

UiitcitIi:inen an sie langen oder entstehen werden» 15

Aber seht fraglich erschien, oh diese höchst unbestimmte Anweisung

dein Itegilitent eine richterliche (Impotenz in Privatsachen

verleihe. Als zu Anfan g des Jahres 1524 dasselbe Regiment befahl,

tue dein .Frowin von Ilutten entrissenen Besitzungen ziiiückziigebenl8,

da liessen die ilarob entrüsteten Fürsten, der Erzbischof Von Trier

voran, durch (teil 1)octor Venningeii erklären, das Regiment habe

eigeninächtig und limit Umgehung des KamnmTlergcrichts das Ur-

Iheil gefällt. Nirgends finde man in der Itciclisordnimng, dass am

Regiment sollten rechtlich Händel geübt und Ut-theil gesprochen

weiden, sondern dasselbe gehöre an das Kainmeigei-icht» 17•

Sickingen denn liess auch seinen Rechtsbeistand, denfrültein

hischöll . Notar Scitlör, sich gutachtlich äussern 1, und dass dies Gui-

;icliten gleichlahls dahin ging, (las eingeschlagene Verfahren sei unstatthaft,

dürfen wir annehmen. Jedenfalls hielt sich Sieki itgen nicht für

verpflichtet, der Ladung Folge zu leisten, sondern hielt (5 für

genügend, dern fleginiemit den Sachverhalt, so wie er ihn aulfasste,

12 -als Ihr durch seine (J3orners) Gefangene an das kaiseri. Regiment

zu Nürnberg citirtworden.-, Günther, Codex diplom. Hheiio-Moschl. V, 203.

13 Und geben Dir . . zu vernehmen, dass wir bericht worden sein,

wie gemelte Schultheissen solichen Sachen und Forderung halb, davon

Du schreibst, von(? vor) der röm. K. M,, unsers allergniidigsten Herrn,

Regiment zu Nürnberg mit Dir iii Rechtfertigung ste1ien. Mönch III, S. 21.

11 p. 4. sed et ipsum Siciniutn coramn conci]io Nnrenbergemisi in ins

vocari curarunt.

15 Neue Sammlung Il. 173

16 Ulmanns Annahme S. 306, Regiment und K ii in m e r g e r i cli t

hätten die Sache gemeinsam in der Hand gehabt, ist unitüthig. Das Reichsregiment

hatte eine selbständige, mit der Handhabung des Friedens zusammenhängende

Jarisdiction. Vgl. die Ilegimuentsordnung § 31.

17 Janssen, Geschichte des deutschen Volkes. 11 6, S. 318 1.

18 Günther a. a. 0. «Was ich Euch dir beiden halber und zu ihrer

Ablehnung . . angezeigt hamt


- Li!

riiilzutliejlen 19•

Seitdem vernahm ei, wie unser Gutachten ausdrücklich

fe..tstelIt ‚ in dieser Sache Von Seiten desRegimenis überhaupt nichts

mehr.

Wahrscheinlich wurden die Trierer später veranlasst, sich an das

Kainhiergericht zu weiiden ; wenigstens erkLirte einerseits der Erzbischof

von Trier noch am 2. Noverniter 1322, seine l)dnleu Schultheissen

würden zu Nürnberg voraussichtlich Recht behalten °‚ so dass

also die Sache noch anhängig sein musste, und anderseits versicherten

die tevo1luiäcliligtet i der drei Kriegsfürsten bei den Verhandlungen

mit den \ hgesandten des Erzherzogs Ferdinand in IIeileliwig, dass

siCh die Gescliatzten an's Kainmergeriehl gewendet hittteii

1)onnerstags iiacli Exauli (17. Mai) schrieb Sickirigen an den Kurfürsten

von Trier wegen seiner 2n s l)lüche an die durch ihn frei gewordenen

Trierer uni Ahjsclujfft.n der betreffenden Scltri fktücke einzusenden

und den Sachverhalt darzulegen. Die hicilit Tiereihätten,

wie der Kurfürst wohl wisse, ihn, Sickingen, undankbar

und unwahiliat'tig ‚ wider ihren gegeheneit Uiief, Gelöhniss unil

Eid hei vielen der Ehrbarkeit verungliinp1. ein T3egclireit gehe

nun dahin, dass, dieweil die Schuldner des Kurt'üisten \crWandte

und II inh rsasseii ‚ der Kurfürst auch zu aller Billigkeit mächtig sei,

M it litten zu verfügen, er sie dahin weise, imterrihle und anhalte,

ihn, Sickincn, ohuit einiges länger Aulhialteut zu bezahlen, zufrieden zu

stellen uni schadlos zu halten.

Am Mittwoch nach Plingsten, den 11. Juni, antwortete der

Ku rfürst von Pfalzol aus in Ic Igendem Sch «Lieber reiben besondei'.

Wir habeut ein Schrift von Dir au uns -,iusga ccii, deren Ijattunt

steht Donnerstag nach Eaudi, empfangen.., ist uns saiuut etlichen

ziugeschuick cii Copien alles Inhalts verlesen, und geben Dir dariff zu

vernehmen, (lass Wir beticht worden sein, wie genuelten Schultheissen

soliclter Sachen und Forderung halb, davon du ScluIeil)PSt, von der

Römischen Kaiserl. Ma.jeshil ‚ un sers allergn3digslemu Herrn, Regiment

zu Nüinhuig mit J)it in Ikchitürtiguiig stehen, da dann uns ueb

Jemand Anders nit gebühren will, inhiangend Rechten ichs zu

attelnl)tiren Oder aiuzuhialten uni zu weisen laut deinei' Begehre,

darus Du sei l)s.t almunehtuen 1111(1 zu ermessen hast, dass wir d'

selhigen deiner Begcln'e in all solcltciii nil willcahi'en können. Waruti

aber tfeiselhcn 1 echit ergangen isi, was uns alsdann darin zu thun

‚ \'gl. das C+ntachten p 4 : tatus non en sese obitoxinm, ut huic -

ocationi andis esstf. non Veflit quidem, sed conc.ilio Nnrenbergen.si rein

gestam, ut etat, per sched,tin signilicavit,

20

Ulmann S. 316,

21

Ulmauun S. 283 Anm. 2.

rüh II!. 21 f. im Text in d pi chieihweisp etwas mod enisirt.


- LIII -

gebühren wünle, wollen Wir uns der Gebühr und dermassen halten,

(lass wir iless von niemand« Erbars Verweise oder lTngli inpt hören.

Das wollten wir Dir uf dein Schreiben nicht. verhallen

Sickingen liess sich nicht abschrecken, dein Kurfürsten wiederholte

Vorstellungen zu machen, aber ohne Erfolg, 1)einnach sagte er deinselben

den 25. August (auf Mitwo(h nach Baitliolomäus Ta g) den

Krieg an, während Hilclien von Lorch den 29. August dem Magistrat

von Trier gleichfalls Fehde ankündigte, und zwar wegen Vorenthaltung

seines Anliteils an den französischen Gütern, in Kialt

der vom Kaiser, hochtlöljlic.hst Gedüchtniss, gestatteten fleprossahien und

wegen Nielitbezahuting der von der Stadt wegen Eingriffs- in das

Repressalienreelit verwirkten Pön. «Deshalb und us ander beweghei

Wachen», so heisst es in dem Fehilebrief, «will ich F;iiei,

Bürgermeister, Rath, Euer ganzer Gemeiiid, Hintersassen uni! Vorwandten

abgesagter Feind sein 23

Sickingens Fehdehiiet aber t.hat dem hocltwüi'digst. Fürsten und

Herrn, Herrn II icharden Erzbischof zu Trier, des heiligen röi ni«cl i

Reichs in Gallien und durch das Königieiclt Aielalc Eizkanzler und

Kurfürst u. s. w. zu wissen, dass er mit Rücksicht auf die Leid

treulosen und meineidigen Hintcrs;i««en und Verwandten desselben

sich gegen die hochwürden, alle ihre Diener und Zugewandte seiner

Ehr halb sich verwahre in Kraft dieses Briefs für sich, seine Diener,

Heller, Hclürslielfer und all &liejenien, so er auf dero kurfürstliche

Hochwürden [nteitlia 1 teil und Verwani Iteu Schaden bringe, wie sich

das fügen, schicken und begehen ittüchit.

Derselbe Fehdehrief constatirte Sickingens vielfältiges untertliäniges

Erfordern, auch genugsant 1ieclitserbieten, ohne (lass wir den

letzten Punkt iiälwr darlegen können-

Der Rath dci Stadi Strassburg, der die Anwerbung von Truppen

in seiner Nähe nicht tat t c itiori ren können und siel i uni Aufklärung

an Sickingen wandte, erhielt von demselben ani 31. August

folgende Antwort « 1)as Schreiben, darin Ihr die Bewerbung zu

Ross und zu }'uss iirnh Euch anzeigen, hab ich cnipüingen und

gelesen ; uhu Euch darauf zu verneinen, dass mir solche Bewerbung,

welch weder Euch noch gemeiner Statt odei den Euern zuwider,

wohl hewisst ; dann sie mir zugehn wiird ...ich schreib Euch auch

bi Glauben zu, dass dies Gewerb iuichit wider kaiser! M. noch dein

Erbland gebraucht wurd, sei-eiern denen dienstlich, und so der Allmächtig,

als ich ihine gänzlich vertrau, mir in dem Gnad wich Sieg

verleiht, soll es sonder Zweifel Euch 111111 geineinor Statt zu gutem

reichen, darin Ihr titicht dann alles meines Vermögens zu euern Besten

23 Mönch 14 196 und 197.


1,1v -

Willi,- und 1 ier>'it liaI)eu soI t ‚ in lt gar d ien sl.lichei' freundlicher Bitt.,

des Kriegsvolks Versamm l ung und Uciterzug nil zu ]lindern, sonden>

so viel möglich zu fürdciii und Eui::h dein entgegen von nieinants

bewegen lassen, als ich mich inz[ieli des zu Euch vertröst :» 21•

Amt dieser Stelle erscheint es zwcckmissig, einen Blick flut' die

Jiciclisord innigen zu werfen, gegen welche Sickingen so keck vorging.

Zwar bestimmte die Kammergerichtsordnung in Art. XXVIII, (((lass

Niemand liinföliio in die Acht erkannt, erklärt, noch film' ein Aechtei'

gehalten würde, er sei denn zu vor dazu rechtlich citirt» 25, „ 1 1 )e r 1 IPZ

lieb der Vrieilhi'ecjter bestimmte die Landfriedensordnung vorn 211. Mai

'ii in Art. ii «die sollen mit dj>' Timat zusammt andern Pönen

in unser und des heil. Reichs Acht gefallen sein.» Bezüglich gewisser

verniö'ensi'ec.lil licher Fokemm aber wurden weitere Bedingungen

aufgestellt, itlmlicli eine «vorgeliemte Malion oder Ffmiheiscliung,

fernem eine 1)eclaration und Erkhirung hinsichtlich des nun männiglicit

gestatteten Occupationsreclmls. Diese Citation und Erklärung aber

staud sowohl dem Kamniergei'ic.lmt als dciii Beichsmcginieiil zu. Der

schlecht 1e(ligirle Artikel 11 dc« Laiidfriedens führt nün>liclm nach dcii

oben amigefülirten Worten «Acht gefallen sein» cd: «auch alleimüitmiiglieli

und einem jeden gegen denselben Thiäte>n 11>1(1 Friedhi'ecliern,

sobald sie an unserm kaiseul. Kammcrgei'iclml odem' durch

unsern Statthalter und Regiment Mit vorgeheni 1er Ci tat mii oder Fürlieisrhung,

also in die gemeldete Acht gefallen zu sein, deciarirt, und

erklürt verden ‚ ihr Leib und Gut erlaubt sein und 1l eniand s ii araii

freveln oder verhandelnn soll oder mag, da rzu alle Vem'«cl imei huiig

Pflicht oder i3ünilmi jss, ihnen zustellend und darauf sie Forderung

(>dci' Zuspruch haben möchten, gegen denjenigen, die ihn vemhaft

wären, ab uii>l toi lt, auch die Lehen, so viel (10!' Ueberfalirer dem'

gel na irlil ‚ >bit> Lehen hein> veiüd lemi sein. . . »

l)as unklare Veihälliiiss zwischen dem Regiment uni Gericht hezügliuli

der Landfriedenssachen kehrt dann im Artikel X nochmals wieder.

Jjersell)e handelt in zwei Pamagm'apheii «von des Regimemits Machd wider

die Fi'iedbn'cclier.» «X 1 . Itero Als wir auch in (leni gedachten unserni

Land frieden unsünn K ii iii nem'ri>'liter MacItt gegeben haben, von iinsem'l -

wegen, wo der l'm'iei II mccl ter Satlien lili. 1 c]>erzug oder sonst dorn tassen

gestalt sein wiii'd, das« der ‚jäln'liclren Versairinilumig, so dernials 'erordnet

gewesen ist, aus Notli>limi't't niilmt zu erwarten wöre, uns und

die Kurfürsten, 1"' 1 r«len und deS ltciclis l'öi'ilerl ich an ein

4 l'ohit. Koi'rcspomnlcnz Ni'. 95.

2 X. Sammlung II 189.


- I,\ -

gelegen Malstalt zu beschreiben und al durch 'ei' das verordnet Regiment,

allhier aufgericht, die jährliche Versammlung abgestellt ist,

selz,eii ‚ ordnen und W011011 Wir, dass SO1(:hCs IlilitUlO all liflS(U'fl

Statthalter und 1 egi ment bracht und gelangt weid ii soll, in aller

Massen, wie vor in die Versaniiiilung gcsi:helien Sein solt. Die \Ve1'dCll

nlsdatin sich nach Gestalt der Sachen, wie sich lIad'lk .\iiswcisung und

Ordnung, allliie aufgericht, gebührt, darin not]i,lfii't'l ig wohl wissen

zu halten,

« 2. 1)ocli mag und soll nicht lesto minder iinsci' Kamtiiei'richtei'

und 1(ainmet'gei'iclit allzeit auf Anriifcn iler lieselihligten ratet' Bekriegten

oder auch von Aiiilswegen wider die. UelwrüI,rro und l'iiedhierher,

wie Itecht, proce(liren.)

Nachdem dann Art.. NIX noch lH:')tin1mt : «Und sollen diese

Gebot‚ den Ja nd t'i'ieden und lessel heu Vn heti'ctl'ei ul ‚ gemeinen

unsern und des Reichs 1 hauen.. nicht abbrechen,» redet der letzte

Artikel voll «Handhabung Friedens, Rechts und dieser Ordnung». In

demselben wird festgestellt, dass dci' Kaiser sich iiiit kniLiii'stm,

F'Ü ist en und SIiiiiden des 1 eiclis yen 'iii igt und venp Ii icht habe, Ich

Lan 1 lrie(l CII mit Einst zu hai idlial cii, und das Versprechen gelcislel

gegen jeden Friedensbrecher, Niemand ausgenomm en, einander getreuliche

II ulf, Rath und Beistand zu thun und einander nicht zu

verlassen 24.

Die atii -10. F'eiu'uai' 15,2,2 zu Nürnberg ad mandatuni donlini

lmj)eratoris in consilio 1 mIeniali aufgesteillte Erklärung des Landfriedens

27, welche behuüs Ihuiidhabung desselben die K ieiseiiilhoilung

benutzte, iiiid zwar so, dass die vier Kurfürsten alt Rhein einen

Kreis llit(ICtCii, traf überaus scharfe tiiitl dabei sein' dehn]are Bestiiiuiumrgen,

die späten aul's rücksichtsloseste gegen Sickingen ausgenützt

Art. VIII lnstjiiunt l'üi' (1011 Fall, v( so Jemand wider Recht, den

Landfrieden und aiidei'e Heiclisoi' 11111 n 'ii an Leib oder Gü tei'n Vergewaltiget

i Irr b'sehädiget würde", da Recht Und die Plinlit der

Nach (-de, uni dün, Beschädigten und Vergewaltigten Leib, Hab

und Güter i'etteii zu helfen. Nach Art, _\ 111 soll eine jede Obrigkeit

des 1l4's'hähigel's Leib und Gut ‚'iiiiiehiiien und verwahren, und deni

Regiment ol'i' Na in mc t'ger'ich t da vii .\ wachen. irzeige Ja nach

AM. XV kötitieii aticit rlie lh'schihlig-trii sr'lhit der Aet'Iitei' hab und

Güter einnehiiien und dieselben nutzen iiiii gebrauchen, bis Aliso-

In tion von der Alt erlangt ist So div Sachen eiid liii so gross und

lästig wären, dass einer oder mclii' Kreise die Execulion zu tliuii

26 N. Sammlung II. 115 if.

27 Neue Sammlung Il, 5. 2-241..


- LVI -

nicht vermochten, alsdann soll Art. XXIII, «',lchs an die sechs

Kurfürsten, dazu die zwölf geistliche und veltliclie Fürsten oder, wo

feiner Nutli, an ein genteine Reichsversammlung langen und berathsulilagt

werden, wasin dein allein gehandelt und fürgenommen

werden soll.»

Sickingeii WUsste genau, was er autsSpiet setzte. er Schlör

in seine Absichten ei nweihle, eröffnete dersell )C ihiii «etlich be -

weg lich Ursachen»‚ derenhalij er den Zug « beschwert ich uHu sorglich

aciutete, ohne damit Sickinjen wankend zu machen. So sah skI,

Schlör veranlasst, eine Bedenken nochmals schriftlich zusammenzufassen.

Un, «Wiewohl als der verständig selbst zu bewegen wisst,

was in dem zu thun mler zu lassen sei, jedoch mag ich fit underlasse,,,

mein Guictbeciü,,kri noch einest und ferner anzuzeigen, dienstli.hs

Fleiss bittend, s i.)liel l s von mir Eueuun Diener treuer Meinung zu

vernehnien, denn sollt Euch desfitlls irlits unfall'gs zuistehn, wäre es

mir getreulich leid.»

ScIilör heut nun hervor, das', die Kais. Majestät, dero 11a11),

Kaininerer und Hauptmann Si,kingon sei, jüngst zu Worms den Landfielen

erneuet, KnrU) rslen, fürsten und andern Ständen dcii zu

handhaben befulul,'ui, darum dei,s,l hin zu verbreche n, heschwerhich

1111(1

fahiIiclu, sonder dieser Zeit, «denui k. Majestät sich in weiik

Twen gen Spanien erheht «‚ dass feiner «auch der Stift. Trier an

juni selbst mächtig und mit andern Fürsten als Köln, Ptrlz und

Hessen, der Sickingen insonderheit ungewogen, in Vereinigung sein

soll.»

Was uns besonders interessirt, ist uler auf die drohende Acht

und Vernlrgensconfiscatio, ) hezügliehne Passus. «Wo Ihr aber endlichs

Willens, TAer zu überziehen, volI ichs doch dieser Zeit aus nachlulgeuiden

Wachen anstehen lassen. flöm. Kais. M. ist Euch in

LX" (iihlen geliehici,cs Gelds und aussUindigür B,sold,in o . . . schuldiir.

So haut Ihr die Neuburg vor ein Pfandschilling, ii ml wird der Zug

vollführt, der gerade doch wie er widte, wertlent ihr iii die Acht

erklärt und stehn alsdann oherzahillen Schulden und Pfandsehihhings

Gonfiseatz und 1 nneniuing in Sorgen

«Wullent lieber Junker »‚ so schliesst das Schreiben, « hill, ich,

dies mein einfältig, loch lrewneinc'nd Schreiben aus gutem Gemüt

beschehen von inir Eurem Diener verstehen und ufnehmen und die

Sache Eures Fürhabens nach ihrer Sciiwei'igkeit utuui auch (les Gegentlieils

Cestalt, wohl ermessen, denn iih, achts von hohen Nöthen

sein 28»

Siekingen hatte den \Viiifel schon geworfen.

8 Gimther V,


- LVII -

Die Erregung über dcii unerhörten Vorgang war ungeheuer.

Nach allen Seiten flogen Mandate u inhei. A iii Richards Anrufen

erliess das Reichsregiment zu Nürnberg den 1 September drei Mandate

eins an Sichingen, ein zweites an die Stiiiile, dem Erzbischof

von Trier zuzuziehen, das drille an den Kurl'iisten voll Das

erste 29 lautet

« Wir Karl u. s. \V. entbieten unserm IIn(l des PLeichs liehen

Franzen voll unser Gnad und alles Gilt. Lieber Getreuer.

Unser kaiserlich Regiment im heiligen Reich hat glaublich angelangt,

wie Du ein merklich Geweihe zu floss und zu Fuss ufbrachi und damit

in Willen haben sollest, den eljiwüidigen Ileichart, Erzbischof zu Trier,

unsern liehen Neffen und KurFürsten und seiner Lieb Stift zu Überziehen

und zu heschfuligen, welches dann, wo dein also, gestracks wider

unsern und heiligen Reichs Landfrieden würe, und uns also in unserm

Abwesen Empörung und Krieg zu erwecken, von der (.) billig (!) zu

verdriesslichen und ungnädigen Missfallen reichte. Wiewohl (? Dieweil)

aber nach vermöge gemeiner Recht, guhlener Bulle, auch aller unser

und des fleiLlis Ordnungen und Laridfi'ieden Niemands gegen den

Andern uiierft ' lgk Rechten mit eigen gewaltiger Th;iF iehts vornehmeii,

handeln tiolt beschüdigen, sondern ein jeder, deu gegen den Andern

Anspruch und Forderung zu haben gedächte, dieselben laut unser und

des Reichs Ordnung fürnelimen und sich gelifilirlitlis und ordentlich„

Flechten begnügen lassen, so gebieten wir i)ii von E. K. Macht hei Peii

lgeinelter Recht, Bull und des Landfrieden, und besonder auch

hei unser und des Reichs Acht und darzu bei einer Pen zweitausend

Mark 1 . itigs Golds unab]ässlich zu bezahlen, hiemit ernstlich

(Lud vollen, dass Du solch dein Fürnehmen und Gewerb von Stunil

an abstellest, gegen berührten unsern Nefbn von Trier, seiner Lieb Still,

ijuterilianen und Zugehörigen, noch Jemands andern, Unserm und des

Reichs Verwandten in Ungüteii und mi(, der That nichts übest noch

handelst, weder selbs noch durch Andere, in gar kein Wege, als lieb

dir sei ohgemelt. Pen und Acht, auch ander Sliaf und uiiser grosse

lJngnol zu vermeiden ; dann wo Du zu obgenannten von Trier, seiner

Lieb Stift und Verwandten oder Jemands andern im heiligen llehh

Spruch uni Forderung zu haben und die Recht zu suchen gediichtesi,

so soll l)ir (lurell berndt unser Regiiiieiit dasselbig und warzu Du

Fug hast, der Gebühr unverzüglich verholfen werden. Dm-nach wissee

dich Zu richten

Das gleichzeitige Mandat an den Kurfürsten von Mainz 30 theilt

29 Maia]i III, 22 zum Theil unverständlich.

0 Müticit II, 203. Der Entwurf: Notizenblatt Il, S. 37 f. Danach der

Münch'sche Text oben verhes sm-t.


den Inhalt des an Sickingen erlassenen Mandates mit und fahrt

dann fort

« Damit . . diesem freveln Eürnelnneii dester gevissei begegnet

werde, so begehren wir an H. L. sondets ernst befellleI[d und wollen,

(lass Ihr E. L. Untetihanen und Verwandten, 01) der zu floss oder

zu 1'uss bei dein von Sickingen oder soliihieni Gewerli wären, alsbald

bei Pen Verlierung Leibs und G uk abfordert, auch von Sturul an

Euch und den Euern zum Stärkisten rüstet., und auf des genannten

unsers Neffen von Trier Ersuchen und Erfordern mit der Zahl zu

floss und zu Fuss, so er benennen, und an (las Ort er damit anzeigen

wird, unveilengt und stracks zuziehet, als Euers besten Verinögi'ns

helfet und reitet, damit der berührt von Trier und die Seinen vor

Gewalt beschirmt, der Landfried gehandhabt und andere Weitciung,

SO daraus erstelin ntöchf, verhüt werde, wie Ihr (hann (las in sohieliell

Fällen nach Verniög unser und des lkit:hs Ordnung und LanIfriedeu,

Euern ZLtacefl 1111(1 Bewilligen nach iinil suiist zinn höchsten

VCIhilliclil uiitl selittlilig seid, und sundeilicli in Betrachtung, dass

E. L. und andern Slöiidwi der gleichen hilf künitiglich auch not werden

mö(lIt. Daran tituet E. L. unser ernstlich MeiIiUng.»

Am :t. September ritt ein Hole des liegimeiits aus Nürnberg

ah, um Sickingen das Mandat zu überbringen. Von dein Kurfürsten

in Mainz eher insgeheim unterstützt als verhindert, langte der

Ritter, nachdem er St. Wendel genommen, am 7. September vor

Trier an.

Den folgenden Tag zog Siekingen unter Trommel- und Trompetenschall

den Marsberg herunter, und forderte den Erzbischof

durch zwei Heiter zur leherg;ibe auf. Der ahweisenden Antwort

des rniithigeii Kirchenfürsten folgte die Jieschiessutig der

Stadt. Ms Preis des Abzugs lorderle Sickingeu '200000 Goldgulden.

Abgesandte des Kurtinsten von Köln suchten vergeblich zu vermitteln

Ani 9. September kam der hole des 1 b'ginients iiii Lager hei Sickiiigen

an und fibergah ihm in 1 egenwart einer Reihe von Hauptleuten,

Grafen und Herren und anderen von der Ritterschaft und etlichen

Kriegsleuten, auch Sickingens beiden öltern Söhnen, das Mani.lat.

Die Antwort, welche dür 11 i(Her (leni boteti eitheitte, lautet nach

dessen amtl ic.l teni ‚ an tisch hen Tage au lesctzten BeritI i t°, folgender

)flllSSCtI : sIeht soll m ein t-111 gndigen Herrn Herzog Friedrich Püdzrafen

als llöin. Kais. Majestöl Stalllciltei und andern meinen gnLidigen

und günstigen Herrn des ltocl il öl d ichen 1 h ganienz sagen, ituss iiia ii

gemach thue, dann er sei auch Iöiii Kais, Majestät Diener als wohl, als

mein gnäiliger 1-herzog Friedrich und \ nder des flegainenz, und er

31

Notizenl,latt II, 40 f.


-- L1X -

wo 1 wider diekaiserliche Maj eslät. nichs handeln ‚ sunder der

Bischof von Trier hab der Kronen viel empfangen wider die K. M.

und hat gesagt, er hab ilem flic hoi' von 'I'iiei die Seinen ausgelii'ugt,

und selbschuld darfiir worden, dart'ü 1' niclis anders begehrt zu

geben dann böse stolze Wort, (hirumi) ei' mit samt seinen lIelI'erui

geursaclit sei worden, gedacliteii Bicbof von Trier ii inh das und von

wegen der Kronen, die er empfangen hab, zu strafen, und gesagt,

er wall ein besser Recht machen, dann das kaiserliche Begament

bisher gethan habe.

«Da hab ich zu L"iaiiz von Sickingen gesagt, er soll iuuii' sciniftlich

Antwort geben; das wall ich meinen ... Herrn des Regamenz mit

alle in Fleiss überantworten ; hat ei' gesagt hei, idi solls mündlich

also anzeigen, dann er riulut nwhs mit Iti'iefeii da aus; man findt

wohl Ki'iegsleut, aber fit viel Schreiber, uni:1 ich soll sagen, voll

man Fi'ied haben, so soll iean ein gut Bec.ht machen

m 10. September erliess (las Regiment. ein ander Mandat 3

an etlic.h Fürst ufl(l Ständ, sich gegen Franzeuis Füi'nehinien zu

rüsten und die ihren, oh sie bei solchem Gewei'b wären, abzufordern.

« l)wit henuel 1 unser Uegiinent sydlier bericht, wie derselh

von Sickingen mit. Ileeris Kia lt in herfihiteiT! Still Trier vor

etlichen Flecken liege und zu Eroberung und Ilescliädigting herühi'ts

Stifts hcl'tlk.hu arbeitet, sollic, derhalben zu vermuten, er, Franz,

unsern Mandaten kein Gehorsam beweisen, sondern sein fürgefasste

Meinung zu vollbringen unteistehn werde, uni 1 ili tun solch Fürnehmen

und Handlung heiüln'tem unserm Land ft'i&olcn ‚ gen ei neu

Rechten, guhleitei' Bull und andern ileichsordnumigeu si rau'ks zuwider

und zu besorgen ist, wo solchem Vorhal ten und i luatiiclien Flandlungen

nit zeitlich und stattlich begegnet, es weide zu utierklicher

Weiterung und zuvorderst dcii grossen Ständen und Gewalten, auch

genieinenl Reich zu ii nwiedei'lwinglichen Schaden reichen, darum und

(lanuit berüln't 1"i'evel Und tbat lili Fürnehmen destmer gewehrt

werde, so begehren wir, dass 1)u deinen Unteithuan und Verwandten,

ob dci' zu Ross oder zu l'uss bei dem von Sickitugeti oder solchem

Geweih wäre, ;dshakl bei Pen \ei'liei'uiig Leibs und Guts aldi,i'deu'st

auch alsbald Dich mit dcii Deinen zum slü rüstest i'ksten utuil 1 iei'eitest

‚ damit, oh sich die Sau Ii weiter einreissen und ferner HAI' Noth

wiui'ule, auf weitet' Ermahnung mit Macht oder zum Tluei 1, wie das

die Gelegenheit und Not hidurü. citorulert, zuzuziehen, alles lueslen \'eiitiögens

hehlt und retten bereit und geschickt sciest und durch Dich

in solchem nit gesäumt noch verhindert und ander Weiterung

verhiöt und berüt'ter Landfried gehandhabt werde. . . Wir begehren

32 Notizenblatt. 11. 41 f


- LX

auch, Du vollest hieb förderlich 011(1 unverzüglich her gen Norinberg

lügen und keinswegs aussejihleihen, damit uliberöjier und anderer

ehelialter Sachen halber auf fürgenornineiiein Reichstag }ierathschlagt,

gehandelt und beschlossen weiden mag. »

Am 14. September Ilul) Sickuigen die Belagerung auf. Noch

am '18. September erging ein Befhl des Reginiculs an etliche

Reichsstände, (fern Erzbischof von Sluiid an zum stärksten zu Hill

zuziehen.

In diesen Tagen ing eine giossc Umwandlung der deutschen Geschicke

vor sich. Iki Kuifürst von der Pfalz, der alte Gönner Sickingens

so gut wie der Landgraf von Hessen, sein erbitterter Gegner unil der

K,irl'üist von Repräsentanten Trier, der gefährdeten ffl r'.l lielicti Gewalt,

erlan g ten die Oberhand über (hie ein puite 1 ii et'sclia tt und

ihren Anführer. Schon Ende September verbanden sie sich zu einem

gemeinsamen energisclicii Angriff gegen Sickingen, uni «die böse

Wurzel auszui'olfen ». Am 27. September sah der ibUh der Stadt Stiassi)urg

sich veranlasst, deIn Kurfürsten von Trier auf sein Sehreiben

vom 7. Antwort zu eilheilen. Ihui thäte der dein Kurfürsten iinil dessen

Uiilerl haiieu zugefügte Schaden leid, «und wiren ganz willig gewesen,

E. K. G. mit deren Boten Antwort zuzuscliit'kcn, das aber us Mangel

des ruerer Theils unserer Ratsfiü ui, so der Zi 1 zum Theil zu Frankbit

und sonst in andern iren usländigen Geschäften abwesig gesin,

nil besehen flogen ; haben aber dieselbigen uf datum ernstlich beschriben,

die auch erschienen ; und geben E. K. G. iindei'tänighicli zu

erkennen, xvii gemeine Slänct des heiligeit H. Reichs E. K. G. zuziehen

weiden, dass wir uns dermoss halten wollen, als die sich biztiat'

gegen dem heil gen K. Rudi aller 1 tilhirheit und unverwislich erzeigt

und hjewiscii haben und sonderlich wohl liden mochten, dass der

Lanrifril bizhat gehandhabt worden und fuder gehandhabt werd. »

Der Kurfürst möge diese Antwort und deren Verzug nicht in Uugnaiten

vernierken 33.

Eist am 9. September übergab der Bote des fleichsregimeiits

seinen am 1.). 9. aufgesetzten DorhIl lt. Am folgenden Tage übernahm

der Erzherzog Ferdinand die kaiserliche Sfatthialterschafl. Am 10. Oktober

verkündete deiselhit zu Nöiiihcig unter freiem Hiiiiriiel die

Acht gegen Sickingen und streute die Stücke der am Schluss dor

Verlesung Urkunde zei'tissenen in die Winde. Das gedruckte Achtmandat

war schon vom 8. Oktober (lalilt 3»• Sickingen war geächtet,

ohne vorher citirt Oder gehört wordeii zu sein.

»» Polit. Coricspondenz Nr. 101.

34 Notizeuhlatt II, 3. 41.

35 Uhinann, S. 306 Anm. 4.


- LXI -

Diese Unterlassung der Ladung war vielleicht gar nicht ein

Versehen, sondern absichtlich und mit Bedacht. geschehen. Wenigstens

liess sich für dies \'ei'üihren geltend machen, was hei dci'

Heidelberger Konferenz die B.üllie der Fürsten wirklich gellend

machten : «dass Franzen einielt Citalion ziizuscliiikeu niL von Noten

gewest, dieweil Franz durch sein geübt mutwillig Handlung mit der

That. in die Acht gefallen ;» denn «wiewol der Landfriede vergang'es

Reichstags mit einem Zusatze gebessert, dass, obschon die

That offenbar wär, so -1I II dennoch derseih erst (jhrl., gchöi't und

erklärt weiden, so ist diiii im selbigen dci F'i'ied bruch usgenominen.

Solidis hätten kaisril M. Statthalter und die voni Regiment ohn

Zwifel auch nil kleinerwogeri 3G .» Dagegen betrachtete Sickingen

sich durch die Achterklärung für beschwert und war der Ansieht,

es sei gegen ihm widerdcii Latolfijeden gehandelt.

Die drei Fürsten verfolgten nun aber nicht Sickingen selbst,

sondern wandten sich zunächst wider seine \ci'bündele. Der Kurfürst

voll dem sie votwaifen, einer Anzahl Sickingerscher Heiter

dcii Ueheigaug Über den lfliein nicht verwehrt zu haben, musste

seinen Frieden mit 25 000 (uldcii erkaufen. Die Burg Hartmuths

von Kronherg musste sich ani '10. Oktober ergeben. Dann ging

der Zug gegen 1'rowiii von Hul ton, «weil er siiii des Aufruhr's theilh;iflig

gemacht und ei'klüiteAochter hei sich autenomnien ». Seine

Burg Salmünstet' ward erobert. Die Güter Ili]rhiens von Lorch

wurden eingezogen. Am '19. Oktober stellte Trier dem Pfalzgrafen

und vermulhlirh auch Philipp voll die lhrnilichie Vollmacht aus,

gegen Siekingen uiiii seine Anhänger zu handeln, wie sieh nach

dein Landfrieden gebü Inc. Im November verliessen Bucer und Oeco-

Ianlpa(lius die Burgen Siikingens. Während Bucer nach Winterthur

ging, begaben sich Muten und Oecolarnpadius, wie auch (hei' vertiicbene

Hart muth von Kroiiberg, nach Basel.

Am 19. November ward in Nürnberg der Reichstag eröffnet, der

zweite in diesem Jahr. Als aiil 5. November in Schweinl'ui't eine

Anzahl Edelleute in Beratliiitiggelrelcii waren, sah sich das Reichsregiment

veranlasst, mitzul heilen, dass Sickingen durch seinen Friedensbruch

und daduielt, diss er in Wort und Schritt habe vei'nchinen

lassen, er handle mit kaiserlicher Majestät Wissen und Wollen, das

ci'imen laesae maiestalisbegangen und in die Iieichsacht gefallen

sei, und sie aufzut'oidern, Sickingen keine 11 ülb' zu leisten, widrigen-

1ills sie sich der Achtlhieilliafl.ig inachlen. Aber au demselben Tage

schrieb auch Hans von (her Planilz : jetzt würde man Sickingen nicht

313 Münch III, 3. Im Text sind dci' Kürze wegen die Sätze umgestellt.


-

in die Acht erklären ‚ « man hätte ihn denn citiit aber geschehen

ist geschehen

Sickingen selbst. iiistele S ich zur Gegenwehr. [m Knechte zu

werben, sandte er seine Hauptleute nachSti'asslnirg und Metz. im

Elsass, Sundgai und eisgau WarbetI för ihn die Grafen voll

stenberg und Zollerii .Atn 20. September hat Pfalzgraf Friedrich im

Namen seines k ii rfü rsi 1 iclien Bruders die fleiclisiänthi flin ciii Mandat

an alle SIä dc des 1 kiclis, i hin zuzuziehen, wen ii er von 5 icki iigeii

angegriffen werde, nicht minder um ein a iiders an die Grafen von

Fürstenher und Zollern, sich mit Sickingen nicht weiter einzulassen.

Am 24. November wurden die Stände alierinals angewiesen, Sickingen

keine Unteist.ii1ziiig zu Theil werden zu lassen, die bei ihm befi ndliehen

Cnteilhaneii alizufordern, alle Pässe und Ucheigünge zu

besetzen. Aber zwölf Canerbenschlösser, so erfuhr man in Nürnberg,

hatten Sickingeit ihre Thore geöffnet, tun Ilesatzungen auf

zunehmen, im J)ecembet ‚ am DonTleistag nach Conceptionis

Mariae, richtete d Erzbischof i von Trier einen Bescliwerdebrief

;m die BaLlirleister unil Gemeinen zu Kallenlels. «Wir werden

berichtet ‚ $o wie ui Ansuchen unser wider Franzen iiri igeil von

Sickingen, (1cr Seinen, auch Johann Hilchells von Lorch und anderer,

(hiC wider II. K. M. uteiichten Land frieden und des heil. iteichs

Ordnung.....ucli wider alle Ehrbarkeit rind Billigkeit, und dazu aber

(her Ii. K. M. dcioliallj ausgarigen Mandat diesen vergangen Sommer

uns und die unsern nut. Hecieskiaft Überzogen, belagert und mit

Nalini, Ilaub und lrand, Zerstörung und Verwüstung Kirchen und

Khster grösslicli beschädigt haben, liii uf, neehst gehalten rüwen (cuern?)

eineincn Tag deuselhen das Haus zum Stein-Kahlejilels geöffnet

haben sollcnt ‚ uns und die Unsern daraus und darin zu bekriegen

und zu beschädigen.....darzu in Anmerkung Euer Voiiiltern Brief

und Siegel unserm Vorfahren Erzbischof' Baldew yn lohl jeher GedäcirtfliSS

gegeben, zu Euch als frommen Itittern und Knechten gar nit vorsehen

hatten. I)iunit nun ihr eigentlich Wissens haben mögent, wess

sich Euer Voiältein vor sich und alle ihre Erben, Gemeiner zum Steinkallenfels

gegen unserm Voifahiiui oIgmelt, alle seine Naclikomen

und unsern Stift Trier ver schrieben, welches sie denn bei schweren

Pneii stets und fest zu halten gelobt und gesch oren, haben wir

us gnibhiger 1111(1

günstiger Meinung nit un(lerlasserl wollen, Euch des-

SCiliCti

niese auscuttirte Kopie zuzuschicken, gutlichbegehrend, als

wir uns des günzhcli rind der Bifliclikeit nach auch ungew eigeit zu

Enili versehen, ihr wollt Euch stich Fumorcr \orälteiu gegebenen

13iict'en und Siegcl gegeri uiis und umtsc!ein Stift halten, und oh liii,

wie ohgeuire.lt, Euer Haus ge?u nils geätitiet, wie sich dccli nit

gebührt ‚... snliclis iii« Kratt jelzt gedachter Eiter- Veioiiuei-


- I.xiii -

Innig tiiiil des kais. Landfriedens abstellen, (larnit ' oh hierüber anders

von Ei id -(,handelt, wir mit unseri i Verwandten nicht verursacht

werden, uns mit Euer Voi'iiltcrn Briefe und Siegel und sunsten des

kais. 1 an(lfl'idens zu halfen. HernE' Euer schrifIlich Antwort hei diesem

unsc.rin Boten, uns darnach zu rieb Ion, begehrend». Dies Schreiben

sollte, wie die Aufschrift sagt, Baumeister und Gemeinen zu Kallen-

Ichs oder smn ihrem Abwesen den, so ihre lieliamisting oder Wohnung

dase)bt haben», übergehen werden 37.

\Völu'end sich die Feindseligkeiten (iCH ganzen Winter hindurch

t


- LXIV -

und 01) er zu Verhör verstatlet werdensolle oder nicht. In diesem

aus elf \lönncin gebildeten Ausschuss waren zwei Personen vorn

Reginteirt zwei vorn Kamioergericlil ‚ die übrigen von den Stünden,

unter den letzterii der Mainzische Kanzler. Als die Kornmission am

3. Dezember ihr Gutachten erstattete, ward verlangt, dass Sickingens

Schreiben vorgelegt werde, um heurlheileii zu können, in wie fein

der Ritter sich der Reichsordnung geinöss zu Güte und Recht

erboten habe. Aber Statthalter uni! Regiment liessen durch Dr.

Lanip:irter erwidern, (las SclIieil)cn enthalte mehrere Punkte, die

so gestellt seien, dass daraus mehr Widerwillen als Frieden hervorgeheii

würde. Schliesslich ward vereinbart, dass am 9. Dezember

in Heidelbeig eine Besprechung mit den Fürsten stattfinden und,

falls man hier zum Ziele gelange, einer von dem' Botschaft zu

Sickingeu reiten solle, um sich auch mit ihm zu verständigen.

In Aussieht gemmonimuen war ciii Walh'nstillsland und Verhör vor

Statthalter und Regiment. Ein Ausschuss zur Prüfung der Schriften

und Instruktionen und zur Bestimmung der Botschafter ward eingesetzt,

al)er von den in Betracht gezogenen wollte keiner den Auf

hag annehmen. Später liessen sieh Graf Ulrich von HcI!eustein und

Freiherr Friedrich von Hevdeck dazu bestimmen. An Sickingen

sandte Erzherzog Feidinand mit Wissen der Stände besondere Boten,

die mit ihm nach Heidelberg kommen sollten. Wein dieser Auftrag gegeben

ward, eitaliten wir imicht. Sickingen erklärte sich schriftlich

zu gütlicher Handlung bereit unter der Bedingung, (lass die Edelleute,

denen um seinetwillen ihr Gut genommen,restituirt würden.

Auf einen \Vafrenstillstand einzugehen, lehnte er ab.

Die Fürsten suchten inzwischen Sickingen alle Ilülfsquellen

zu nehmen. Am 10. Dezember sandte der Kurfürst Von der Pümlz

einen eigenen Rechenmeiste,- nach Frankfurt, uni etliches Silber,

(las Sick ingen hei in d ii nzn n ister stehen lud, als verfallenes

Gut abzuforderiu 3$, und den folgenden Tag verlangte der Kurfürst von

Trier sogar die Herausgabe der 60000 Gimlrlen, welche der Kaiser

noch Sickim-igen schulde, oder wenigstens ihre Auszahlung an den

Fisch. So entnelmnmen wir aus (Ion Antwortschreiben des Pegimenis

an den Kurfürsten vorn lt. C)ktobei'. Trotz einiger gegen den

Antrag des Kurfürsten erhobenen Bedenken heisst es zum Schluss

«Doch wollen wir deni l"iscal neben Euer Lieb und Kurfürstlichen

Gnaden Anwalt, was sich in solchen Sachen gebührt zu handeln,

auch befehlen und gest;mh Leim 3 » Am 10. Oktober ei-folgte dann die

längst beschlossene Achlerklämung.

S Ulmann, S. 337 Anm. 2.

39 Notizntilatf II, S 52.


- LXV -

Am II. Decemher ertheilte der Eizhisc.iiof eine Instruction zu

einer Verhandlung mit der Erzherzogin Maigaretha, Regentin in den

niederburgundischen Landen, in der es heisst : «Zum dritten so habe

unserm gnöligen He irti von Trier gI auijlicl i angelangt ‚ d ass die

römische kaiseri. Majestöl Franzen schuldig sin stille gclulwn Geldes

XX" und usstelundes Soldes XI'' rheinisch Gulden in ( olite. Dwiele

litt leisel bug Franz tut A ii«u riten unsers gnödigen Herrn von Trier -

als Friedbrücher in kaiseri . Majestöt und des heiligen R je] is Acht

öllinitlielu cuklött und denunriiret, so ist derselbig Franz und das

Spie Jedermann und sojitlerlich sitten K F. G. als von

ihm heschödigten erlaubt, darzu so syen auch alle Vii'-

schiitiuiige, Pflicht und Butidni.sse, Franzen zustehende und daruf

er l'ortleiuiug ('(1er Anspruch haben mocitt, gegen deuijeuueui ihm verhalt

wöien, abc und tui:li. Und ist alluuui mich des Erzbischofs von

Trier dienstlich fründlith güllitIt uuii lissig Bitt und B,-ehr,.,.

dass Franzen von Sickingen als lt. K. M. Aechter und erklärten 1iiedbrecher

so 1 c Ii g e tu w c n und u s s t ö iid i g GelL, wie dann

zu Strafe Franzen sich billig gehülitei., ii i t g e ii e 1) e 11, sondern Iii

eine solielis dciii Euzbisc.hofe als von Franzen beschädigten

... gehandi'eicht, oder aber von ihrer

K. M. F'isca 1 Wegen con fisc i ut und behalten .. werd

Die am 5. und 6. Januar 153 zu Heidelberg gepilogeneti Verhandlungen

blieben eifolgios. Auf den 5. Februar verabredeten die

Fürsten eilte persönliche Zusammenkunft in Frankfurt.

Ehe wir die weitere Entwicklung der Din ge verfolgen, weiten

wir einen Blick au! die Beziehungen Sickingens zu Strassburg.

Nachdem der Rath der Stadt, wie wir gesehen, am 7. September

dem Kurfürsten von Trier endlich Antwort ertheilt hatte, dankte

dieser am 7. Oktober mit Ite.» für das gutwillige Erbieten, Aber

auch Sickingeu seinerseits schrieb am 0 .7. Oktober an den Rath,

uni ihm die Ilcfeluduuig voll durch die drei Fürsten mitzutiteihn.

Wiewcil nun solchs, als sie selbst melden, einig uml) dass

ei mir atihötigig gewesen sein solle, heschehen ... und ihr mir null

dickernuals Lieb und Dienst bewiesen, iless ich uiuidt gegen Euch

bedank und höchst Fleiss verdienen will, möchten Euer und meine

Miss-finder 1111(1 Widerwärtigen durch geschwind Praktik auch dermissen

gegen Euch oder den Euern nachtheiligs gedenken und unterstehen.

Wiewohl Ihr nun vor Euch selbst zu solchem vor andern

fürträchti g, bedacht,, geschickt und gerüst seit, hab ich's doch Euch

als mciii liehen herren und Fiönriett umiangezeigt nil wollen

lassen, des Wissens und sich ibst hass tiarn;t ' h zu richten Italien.

° Gürdhtr, Codex rlip]om V, 214 f.


- LXVI -

Dann snn(le,' Zweifel, wo man icht zu der Gegenwehr etwas gerüst

ist, hat es ihrenhalhen nit gnS Sorg oder Not. So erbiet ich

mich, wo etwas Gewalls gegen 1,"ticli oder den Euern vorgenommen

werden wollt, mein Vermögen treulich und nachbarlich zu Euch zu

setzen. » Schon drei Tage darauf 1 heilte uleu' Doctor iiscalis Caspat

Marl aus Nürnberg dem Rath mit, dass die Stadt des Einverstäiidnisses

mit Sickingen verdächtigt, sei und demnach vor das Regi -

ment cit.irt werde solle, «laut des Lainlfrieilens zu piii'gieren. » Zu,'

Ergänzung der Landt'riedensordnung war ein Verfahren angeordnet,

wonach Verdächtige behufs Ablehnung des Verdachtes heim Kammergericht

zur Leistung des lleiniguiigseides angehalten werden ritirften.

Die meisten Fürsten, so berichtete der der Stadt wohlgesinnte i)octor,

«gelicn wider Franzen und sein FIeU'ei' solchen si.'tiai'liu Bericht von

Euch, wo Herr Bernhart (nämlich Wnrmser, der Strassburger Abgeordnete

zum Reichstag) nit hie gewesen wäre, (lass viel schärfer

gegen Euer Strengheit und W. türgeitonunen worden, dass dann von

E. G. zu vernclinwri schmählich und veiachtlich gewesen wäre, Wes

ich auch in solchem l'hiin von Eurer wegen in geheim gehandelt,

weidet liii' mit der Zeit vernehmen. » Der Erzljischot' von Trier

wart' der SI adt vor, dass sie Sickin'cn zu Seinem Zuge Geht

und Pulver gegeben habe, rnithtiuu «tjnvei'ijjer,t uii(l zuwider dem

kaisech. Landfrieden und des heiligen 1tichu' Ordnungen», eine Anklage,

welche der Rath in einem Schreiben vom Anfang November

zurückwies. «Und fügen E. K. C.», so lautete die Antwort, «mit der

Wohirlicit untertäniglii:h zu vernemen, dass wider K. G wir Sickingen

zu sim Ueberzug weder Geld noch Pulver nil I'i'gesetzl nich geluhen,

'ollten oui'h ciii solchs gar ungern t Itun, wollen aber E. K. G

oucli nit bergen, wir hauen \'erscliinen 21. ‚lohirs bestimteni Fraiizen

von Sicki ngen, als er in K. M. unsers ah lei'nädigsten Herrn Heerzügen

und Geschäften als ihrer M. Ilouptniann gesiul, ui sin huithicli«

Ansuchen ein Soinina, nämlich 10000 Gulden gehuhien, die ei uns

dann wieder mit Dank gelufert und bezahlt hat. I'olt4ends dies 2 ,2. Johrs

uf Zinstag nacht \Tincula Petri (5. August) hat Franz uns ein Geschi'i Il.

unter sinent Insiegel durch Schwii'ker'n, sinen Sohn, der persönlich

in unscl'luu Bat erschienen, Überantworten und vermög derselbi gen Gcschritt,

ouch sins monullichuen l"ürti'ags liitlicluen ansinnen lossen, (lass

wir ihm, Franz, zu Rettung siner Treu und sine« { loubens, doniit

er düni Ku'iegsvolk siner Zusag unil ihrer Gelegenheit nach desto

fü r leilic hie!' ihr usstehinde Bezahlung verschaffen i noch ‚ ein Soinina

Gelds, iuäml ich adt 1 tusend Gulden, iii ‚'strecken und 1 ihen wollten

Auf solch gütlich Ansuchen, ouch iii Bedacht, (lass ei'. Franz, noch

etlicheni I t'iegsvol k ‚ das er, wie ohstal, in K. Ni. 1 eschuiifI gehabt,

ihr Besoldung scluiitdi gesin, Iuill)i?n W'ii' ihtirt I," hu''hrt Soni,na


- lxvii -

geluhen und der Zi 1 von keiner Bewerbung oder Rüstung gewusst

oder gehört sagen. Sodann des Pulvers halb, haben wir Franzen

weder 1 üresetzl oder gclul um. Er list uns ouch desshalb nil gebeten

noch ersucht ist aber wahr, dass uns der woblgeloreti Ileti' Willielrrt

Giot zu Fürstenher- nachbarlicher und frundliciter Wise anzeigen

lossen, er hab sin Schlösser und Städt an Pulver entblösst,

not BitI, ihm 20 Zentner zu Kouf gehen. Da wir dann ilitit als unseren

lieben lIerrn und guten Nachbarn den halben Theil des begehrten

Pulvers, nämlich ein Zentner uni) l'2 Gulden auf ein Ziel zu bezahlen,

'erkouft und des Orts Franzen nie bedacht noch uf ihn ufgenommen

oder veikouft worden

Der Triersche Kanzler hatte inzwischen ein Mandat des Reichsregirnents

gegen Strassburg augebiaclit, das aber auf Verniitlelung

des Pfiulzg-ral'en tisch einer unterredung Wuinisers mit Kaspar Marl

zurückgezogen wart.

Der Kurfürst von der Pfalz beschwerte sich seinerseits, dass Strassburg

Sickirigen gestattet habe, in ihrent Gebiet Werbungen vorzutiehineu.

Auch diesen Vorwurf wies der lLtfli am 1. Decembei in

einem an die Slnde zu Nürnberg gerichteten Schreiben zurück,

1 udent er zugleich die Massregeln darlegte, welche ei gegen derartige

\Verbungen getroffen. Am 46. Deceniher schrieb dann der llath von

Trier, er werde benachrichti gt, dass um Strassburg heraut Werbungen

von Kriegsvolk statt Ibtilen, wisse aber nicht, auf wen der

Anschlag gelten solle. Er bitte daher, wenn die ihm zugekommene

Nachrichtbegründet sei, in Anlit1aclit der t'rüliemn Belagerung Triers

durch Sickingen, um nähe iAufschlüssc.

Unzweifelhaft bestand die alte VciluiiIiing der Stailt mit Sickingen

fort. Ani 14. Deceniher meldete (her Stadtschreiber Peter Butz ilent

Abgeordneten in Nürnberg «Ich hab den überselticklen Brief -011

el

Eberburg liii mogen bi eiin vorgebenen Boten abfertigen, sonder hab

eim zweit dick Pfennig geben, der ihn (lohin tragen soll. Was für

Antwort begegnet., will ich Euch fit verhalten» Der Gedanke liegt

sehr nahe, dass \Vurmser, der auf des Erzherzo gs Ferdinand \Vui seht

länger iii Nürnberg blieb, als dein fla Lii seiner Stadt liob war,

den Auftrag erhalten habe, auf Sick ingin versöhnlich ci nzu vi rken

\Vurinsr hatte von Strassburg aus den Ritter Reitilil Spender

als Berather zugesandt erhalten ‚ der auf nächste Weihnachten

zum Assessor am Regiment bestimmt war. «Es ist »‚ so fobit Butz

fort, «bi uns ganz still, wiewohl die Fürsten in Rüstung. Gott füg's

zum besten. » Am 3. Deceijilier ertheilte Sickingert dem Philipp

Stumpf von Schweiiilterg eilte Insiruel ion für den Ealh von Strassburg

wegen des tioch rückständi gen Darlehens. Er, Sickingen, so lautet.

dieselbe, könne die 501(4) Gillen ‚ wIchte er dem nath schulde,


LXVIII -

augenblicklich behn besten Willen nicht bezahlen, (lii er von drei

Fürsten üherzogen zu werden mrchte, und der Kaiser seimle Schuld

voll 00000 Gulden an ihn noch nicht entrichtet habe. Indess habe

er für jene 8000 (imIileii gute Gethugene und Anderes und liofh

daher, die Schuhl in Kurzem mit haarerji Geld abzutriigen. Der Rath

möge daher Geduldtragen. Damit delselhe aluer aiit jeden lau, «wie

es joch und) nuch emgeli »‚ eine Sicherheit in Jlöinlemi halle, übersende

ei' ihm zwei Schuldbriefe des Kaisers, heidi jeder auf 20 000 Gulden

laute, dci' Rat Ii ii möge einen davonii a usw'ü lileri Au «sei ml cm aber erbiete

ei' sich, die Rückzahlung des Geldes so sein' wie niöghich zu

bcschiieuiiigcn. Wenn dür Rath die Neuburg annehmen wolle, So

hmolhe er dafür die Einwilligung Erzherzog Ferdinands als des Kaisers

Stattlialtei' zu erlangen und sich über dcii liest nach \l>zug der 8()(K)

Gu Ideti mit dciii Rath zu verslündigeii 41,

Die Fürsten hatten gewütischt, gegen den geüelitcien Sickingeii

mit der Hülle des Reichs unterstützt zu weiden ; aber weder bei

dem 1kg mccl noch bei den Stüiid cii konnten temi sie das eire ehen, vieliiiehi

war noch zu Anfang l"elouar id die Rede davon, Siekingen

zu ü 1 liebem Verhör kommen zu lassen, \iu 7. Februar konnte

Fm'owin von 1-lulteri aus Nürnberg an Siekingen berichten, die mit

grossenl Fleiss bei den Shinden gegen ihn nachgesuchte Julie sei

noch nicht bewilligt.

Am 1. Januar der h'm'aumkfurtei' Abgeordnete, dem' Bischof'

von \Vürzhui'g haue go. helen, von Nürnberg ahriteim zu dürlell, da

die iiieistcmi seiner Amtleute ihm auf geschrieben, 11111 seines Ei'-

ach itens Fi'a uzeu zuzuziehien ; der Bischof befürchte einen Lehci'th II

Sickingens. An demselben Tage ward die Werbun g der Iütlie dii'

diii Fürsten am fleirlisreginient und Reichstag vorgetragen ‚ aber

ohne EiRIg, und Tags mtai'aul' das ewit mtciikwüi'hige Gutachten,

welches die Vollziehung des gegen 1 nt tier crga 1 ig 'ii cii Edicts ahlelm mml e,

den S 'Ständen Übergeben. Was mmci von arl K V cm.'wam'tet hatte,

dass er sich an die Spitze dci' nationalen Bewegung stellen werde,

das that das Regiment nun wirklich. Die am 8. Februar dciii

päpstlichen Nuntius ei'theilte Antwort ging am 6. März als kaisei'l

Emliel ans.

Nun erschien es wichtig, dass Sicklitgen sich gegen die Angi'ith

Jehau1)tele, die sich gegen ihn vurlei'eiteteii An die Erhaltung des

Bitter>, der so oft den Laiul tm'icdeii gm.'lo'orlieii, kiiöpl'te sich jetzt,

nachdem er geächtet war, ein Interesse dür Rcichsoi'dnuiig. Sickingeii

selbst war unbesorgt. Er zweifelte nicht, sich in der Feste Landstuhl

41

Die auf Strassburg bezüglichen Aktenstücke: Polit. Corresponk!ilz

Nr. 102-112.


- i.xlx -

wenigstens ein Vierteljahr halten zu können ; seinen \crbiindeten

werde Zeit bleiben, ihn zu entsetzen.

Der Kuit'fli'st von der Pfalz hatte den 15. Januar den Rath

der Stadt Strassburg aurge.1irdert, einen seiner Bürger, der, wie ei'

mit etlichen Kriegsknechten Kickingeii zugezogen sei, oder

andere etwa hei Sickin!en anwesende Strassburg-er tjiitei'tham'ii sofort

zurückzurufen und gr'geii die Güter derselben so zu verfahren, dass

man daraus des Halbes Misstdleii spüren könne ; auch andern Hauptleuten,

deren etliche in Strassburg liegen sollten, nicht zu gestalten,

Knechte anzuwerben. Ani 15. Mätz bat er nun, seinem Hauptmann

haus von Biuclisal Werbung 11 .11 Gebiet der Stadt zu erlauben und

auch sonst, demsehl)CU zur Vollendung seines 13e1elils allen niügliehen

\'oi'sihub ZU thun. Den folgenden Tag 1 heilte Sick ingen der Stadt

mit, er wolle den am 2. März in Speiei' versammelten Stiidtebotschaflen

seiner «Handlung und Sachen Bericht IU)d Anzeig thrune 12,

im April drohte Iler Erzbischof von Trier den Sti'asshurgr und

Augsburger Gesellschaften für die Niederlande, gegen sie nau'li den

Bestimmungen des Landt'iiedcns verfahren zu wollen, \vejln sie sich

mit Sickingen als einem Aechtcr in Gcldgcschül'te eilllieS,-e1143, Aber

Sti'assburg besass das Privileg, den in der Reichsacht heliutllielicii

Schutz zu gewähren, ein Privileg, das noch im Jahre 1 521 mit den

andern glücklich wieder bestätigt worden war 4.

12 Polit. Correspondenz Nr. 113, 115 u. llü.

43 Ulmann, S. 339.

44 Den 25, Januar titeilfen der Altstettuneister Hans Bock und der Alt,

amineister Conrad von I)umtzenheim von Worin« aus dein mit. dass

sie die Verehrungen nach Befehl des Raths vertheilt und von den Enschenkten

die besten Zusagen hinsichtlich ihrer Geneigtheit., für das Wohl

der Stadt zu wirken, erhalten. Mit Nicolaus Ziegler sind sie betreffs Cnnfirmation

dci' Sladtfreiheiten dahin übereingekommen, dass jede Frihit

besnnde.r mit. cmi «andern Brief und Siegel ausgestellt werden Soll. soll. Ziegler

bitte in Betreff seiner Untertlianen zu Bari' um die Begünstigung, dass

der Rath ihnen nicht gestatte, nach Strassburg zu ziehen und (Torf das

Bürgerrecht zu erwerben, wähimend sie ihre Uüter nach wie vor zu Ba.rr

hauehim. Am 29. Januar sind die Strassburger Abgeordneten zwar guter

Hoffnung, die Confirmnuifion der Freiheiten zu erlangen, biIt.e,m aber, bei

Gelegenheit . ein Fuder Wein per Schiff herabzusenden dann als uns beduimkon

will, so werden wir sie bedürfen.> Am 11 Februar bestätigen sie

den Empfang von drei Fass Weiui uni tltcilen mit, dass etliche der Freiheiten

schon in dci' Kanzlei Vilhingors ansgesclti'icbe.n «neu. Die welche das

Consei'vstoi'iunm (die Anweisung an das llufgcrielit zu Uot.twil. die Stadt

Strassburg bei ihren riivilcgicn zu schützen) u miii a ach die A e c te

z u cii t Ii alt e n ‚ betreffen, sind dem Schreiber Villingeis übergeben

Ziegler zeigt guten Willen. Am M. Februar heisst es: 1)ie nächsten ge-


- LXX -

Am 30. April begann die Beschiessung von Landstuhl. Sickingen

hatte nur seinen jöngsti'n Sohn Franz Konrad hei sich ‚ da

Seliwicker seinen Posten in Steirikallenfels behauptete und der mittlere

in (kfangenscliaft lag. Bald schickte er Franz Konrad in Begleitung

SchUb's mit den wichtigsten Papieren fort. Ani 7. Mai

meilen zwo Frihifen sind noch nil usgesc]n'iehe.n ; dann wir sind beide bi

dem Schi'iber gesit!, der sagt, will gar usgeschrieben, so wel er verhelfen,

dass ganz bald underzeichne.t und gefertiget wercient.....Der Geschriften

sind vi]. wir hoffen, oh Gott will, je, wir wellerit... die Fiibiten in Kurzem

usbringen und vertruwcnt dem Ziegler alles Gutcn. 1athen letzterm. die

VOn ihm bestellten Fische im Werthe von 25 Gulden zu sclirnkeii, das

Geld werde gut angewandt sein. Am 1. März lautet die Melilnng : Die Freiheit,en

sind alle ausgeschrieben und auf Dato von Erzbischof voll unterzeichnet

hoffen, dass auch der Kaiser sie bald unterzeichnet und danach

versiegelt. Am 0. Kirz Tnel(lcn die Strassburger, der Grosshofmeister des

Kaisers lasse den Rath angehen, die kaiserliche Tafel zu dem am 12. stattfindenden

Ilanket gegen Bezahlung mit Fischen zu versorgen und fügen

hinzu Die Freiheiten sind vo l l M. und sunsf auch verze.jcht werden.

oh Gott will, bald versiegelt werden. In einem Zettel melden sie die

Ankunft von Fischen : Haben wir gethon Herrn Nielatis Ziegler vorab

inhalt euers Sclirihens ; und danoch dein 200 Selnirling und

200 Nunogen und jedem 10 Forellen. Dein der am 0. auf Beschleunigl.ulg

in Ausfertigung der Freiheiten gedrängt hatte, konnte am 10. berichtet

werden, dass -all Freiheiten nur noch das roth Wachs fehle.

Man habe. in der Kanzlei die Vidimus der Freiheiten oder beglaubigte Ahschriften

davon begehrt. Am 13. März vildhüh sind die Confirmationen der

Stadtfreiheiten in den lläinlen der Gesandten. Ziegler hat Wort gehalten.

Fragen an, ob man ihm meluer Verehrung thun wolle., da man ihm

zum Oeftern zugesagt habe, man wolle es um ihn freundlich verdienen,

Villingers Schreiber hat die 14 Urkiindcn geschrieben. Etwas müssen noch

(Im Knechte erhalten, welche die flesandteii bei dem Ziegler und

sonst stetig gefördert. haben ; denn € man het uns etwan fargelassen, so

gross Herren haben müssen warten, die vor uns do sint gesin. Bitten.

nachdem sie die Contirination der Freiheiten ausgebracht‚ um Ablösung

durch andere Gesandte. Am 10. Mäiz theilen sie mit, dass sie die noch

im Besitz des Fischers befindlichen 1200 Selmling an den Pfalzgrafeu, den

Bischof voll all Doctor Caspar Mait, Niculaus Ziegler und

Jacob Spiegel verschenkt, da es ihnen unpassend erschienen ist, dass der

Fischer dieselben in \Vornis verkaufe. Am 21. März bitten sie uni Antwort

auf ihre frühere Anfrage, ob sie Zieglern noch eine Verehrung thun sollen,

und am 24, erklären sie, dem Befehl des Itatlis gemäss mit der Schenk

gegen Herrn Niclaus Ziegler thun zu wollen. Inzwischen war ihnen wieder

Wein zugesandt worden.

Diesen Einblick in das Treiben der kaiserlichen Kanzlei und die nur

auf die Bestätigung ihrer Freiheiten gerichtete Politik der Stadt Strassburg

gewährt. die Polit. Correspondenz Nr. 1i3-73,


-- LXXI

Mittag, war der lt ii teu tislt, Deutschland, \Vi( dür rüflhisClie Klerus

jubelte, von dem .\ Iterkaisei' befreit. heut Kurfürsten von Trier,

[er an seinem Sterbelager gestanilen ‚ sandte Papst hai i'iii n einen

Glückwunsch. Das deutsche Volk aber hielt treu an seinem

Sickingen fest.

Der « Dialogus der Iie(le und Cespriich ‚ so H'amicisuus V011

Sickingen vor des Iliinniels Pfeilen mit Sant Peter itiiil deiut Bitter

Sant ' J i)G4eII gelialteii, ZUVOr Und elicdanii er il worden»,

Lässt den Bitter sich bei SanL Peter annielden mit1 den Worten

«Ich hin i"t'anziscus von Sickin'eti, ein verorlueter Vollzieher der

Gerechtigkeit. » Und os Sant •Jörg ( jan11 spitei' bemerkt: ranz, mir

ist urlgez('igl deiner Begehr ellichs aUsstän(ligS Soli.ls und anders, so

du feitleist, das will ich veineltinen und dir feiner darauf Bescheid

gehen», erklärt Franz: «Ich hab nu ethich Jahr mit Vollziehung der

Gerechtigkeit auf gut Vertrauen dient, wiewohl ohn hesliniinten

Sold, und wa ich daizu tauglich, auch Gottes Will gewesst, so wollt

ich gern noch länger das Best gelhon lathen. »

Jörg «Wer hat dich darzu bestellt oder dir solichs auszurichten

!iekihilcii? »

Franz : Mir ist ein gcscliriftlicher Befehl zukommen, durch ciii

armen Matiti iiheraittwott, uitter anderitt inhalteiid : was ich ihm

oder einem andein leicli (1cm ullerweiiigsten meinen! Nehemichristen

brüderliche Lieb erzeig, das wöll Gott ihm selbst geschehen ihm

zuiecluten und auch Mit Belohnung veigleichen ; das hab ich zu

Ilemzeit genommen und ihm zu der Gerechtigkeit verholfen, lürter

auch andern mclii, -,va die an mich gelangt seind. »

Jörg: « \Vie haslu ihm zu der Gerechtigkeit verholfen

Franz: «Ich hab die, von denen die Armen aus Prarlil ‚ 1 loffurt,

Neid, Eigennutz und mit dem Bann gewalt.igt seind, gütlich

ersucht, (lic Armen mudut zu unterdrücken. So das geschehen, hin

ich wol zut'riei leu gewesen. Hat. es aber nit Sein wählen, hab ich sie

mit. Ileereskratt überzogen, so viel ge[hon und gehandelt, dass (leni

Armen gleich, widemhihren ist.»

Jürg. «Sol iuhs ist tdt dein, soiid d' Künig, Fürsten und andern

weltlichen Oherkeit und Gewalt befohlen worden; denselben steht zu

das Schwert zu brauchen der Gerechtigkeit.»

Franz: «Sie haben und's zeschalfen. »

Da riuii die Rede auf die Fürsten und l'u'ilaten kommt, sagt

Franz: « .so ein Armer tutit cim Fäusten oder geistlichen gewaltigen

llermn zu handeln hat, dem' Willi Voll itmuim gewaltig veiJ;igt odet'

das seil! genoiuluuieui, ei' i'ut' und schrei tuuit Recht. viel Jahr, und

wann es ilini ganz wohl geht, dass er zu Verlmür koiuinit, so erbet"

man ihm das Recht. So soll er ilirrmachi umtih daS Seilt vom den-


- J,XXLI -

selben Fiirslen, seines Widersachers und Gegentheils Suppenfressern

und Ja-Herren ein Austrag des llcchtcii .tnnelinien ...»

.Jörg «Was thut dann das leginient dazu, das vorn Kaiser und

l ten 5 hi ritten geord od und bes lzt ist?»

Franz: «Die siin(l jetzt zu Esslingen, so viel da Und; die leben

in Frieden, essen zu Morgen grünen Irubei uni trinken süssen Wein,

Naihrinitlag niacht nein ein Ausschuss...Etlieh Herren und sonden'licli

die Liltesten und gi'scl iick testen, und was mit der Feiler ii nigel ii, (Iie

verdeir verordnet mit Mandaten ... Die ander Partei sitzt über die

Suppijeation der Armen und schicken dieselben an das Kamniergericht,

auf dass sie dest minder beschwert seind. . . »

«Was ist (las J(annmergerieht ? »

Franz «Es ist ein solch Ding: wer von dem Untergericht als

dcii F1iur erledigd ist, der kommt erst in die 11e11 gar mit einander.

J)emi ich mein wahrlich, dass kein Seel in der Hell von den rJ, II

hailei geplagt niög werden, dann wann ein Armer dem Prochrator,

Advokaten und iletniselben rostigen Haufen zu Theil wird; dann da

seinil so viel Action, Exception, Replict, Duplief, Triplict, Quadri-

1)1 itt, Dii ation, I)diOIi ij)(i iiiales, fdiI 0 in IIOVIS, piefiixis und ord 1 narii s,

also dass kein F:ntledigurig ist es muss Blut. und Fleisch alles erzehrt

werden. Kommt unter Hunderten Einen zum Enduitheil, so

muss er die Execulion und Vollstrcckunen hei der von Ochsenstein

K ücirejirneister suchen. Der was so gewaltig, so er Einem ein Supp

schuf, so warf man ihn die Stiegen ah. Aus sohirliem Mangel dem

Gerechtigkeit folgt wa eins armen Manns Vermögen niL ist, diesem

langen und unaustrüglichen Pracht auszinwarten, (lass er ihm fürnimmt,

ein Fehde 'tei:

Die Sickingen.sc.heir Iturgen wurden enohet und grossentheils

niedergebrannt; Neuenburg zuerst, dann die Canerbenschlösser

Dnaclnenfels, Ilohenliurg und Lülzelhurg ; Thann geschont, weil der

Bischof von Speien als Lehnisherm F:iispitmcli erhob, Am 2. Mai

trafen die Fürsten vor der Eljernhui'g zusammen.

Aitr 2. Jul versuchte Ferdinand zu Gunsten derSickingenschen

Kinder zu initeiveniren. Er liess f ür seine Ljthi eine Instriictjon

behufs Verhandlung mit dem Pfalzgrafen entwerfen, in der es heisst:

«A nmfo rigl cli seiner lieb ii nser Lieb uni 1 sondern F'neu iid schaft. zu

sagen uni naclnnials seiner Lieb zu erzilmlen nachdem Franizisrus von

Sickingen (ILII-Ull Silncknng oder Verhidnigniss des Allmächtigen die

Schuld Seiller Natur bezahlt rind Gut t die Strafe, so er an seinem

45 Münch II. S. 21 K.


-- Lxxiii -

Leib, Leben und Gut j üigst[ich erlitten, vielleicht von seiner Vorwirkung

wegen über ihn ergehn lassen, nu weiden wir witer bericht,

(lass gemell.ci Pta]zgraf und siner Lieb niitverwandten Kriegsfürsten

an des Franzeii Tod und dem zugefügteii Schaden, der ihm und

seinen Söhnen di irr h die dry Fürsten mit. Eroberun g etlicher Srhlöse r

begegnet, nil eisö lt igt, sonder Hans von Sickingen auch der 1 rver

Fürsten Gefangener ist und fanghichen gehalten würde, auch ihr

Lieb in emsiger IJehting stehen sollen, das Schloss Eheibuig und

die übrigen der Jungen von Sickingen Güter auch zu erobern nml

einzunehmen. Nu bedenken wir genannten Franzen voll

getreu, nutzlich und aufrichtig Dienst, die er K. NI. und dem haus

Oesterreich oltinalen getlian, die auch dem Haus Oesterreich wol

erschossen sin, auch in Ansehung, dass Franz sine Sün und Kinder

uns befohlen, deshalhien wir zu den Jungen voll mit

Gnaden bewegt seien . und dieweil dann der Alt von Slikiiigen

für sich selbs und ohne ZviüI wenig mit Rat, Willen und Wissen

siner Süne gehandelt, also dass sie an ihres Vatlern handlung

wen Schuld tragen, ... und sie unschiubhiglich verderht und vertrieben

weiden, dess gedachter unsw Ohei in in sinein fürstlichen

erheben Gemüt bass den Notdurft nach zu bedenken was, demnach soll

unser Gesandter an sin Lieb mit Fleissbegehren und Irtindhich 1)iften,

dass sein Lieb für sich sehlis solch lieft ig Fürnehmen nu fürbasi'r

ahislehn, auch sieh gegen (teil genanten Jungen voll fürstlich

und mit Gnaden halte und hiewise, und sich an ihres Valfein begangen

Strafe, die unsers Achtens genugsam, bewegen lasse, und

di andern zwen ihr Lieb mitvorwandt Kriegslürslen zu derglichen

Giitigkeil bewegen und errnögen, also dass gegen die Jungen von

Sickingen nichts wyter thithiches geübt, soiiderii die Gietigkeit, Gnad

und Sanitmithigkeit., die hy so treflnhichen adeligen Fürsten alzeit

statt haben scheu, bei ihren Liehen alt dryen hierin aus oberzülten

Ursachen und uns zu scinjthi »rnj fründliehien Gefallen augenscltinticli

gesehin werde. Des wollen wir fins zu seiner Lieb um - ,den andern

zweien Fürsten fründlichi und ungezwifelt versehen und in dergleichen

Fall wicileitimh dienstlich leschuutden.» 46 Aber die humane Absicht

Feidinands ward in der wideiwirt ig'slen Weise vereitelt.

Mit Sii:kiiigins Tod war ein grosser Umschwung aller Verhältnisse

eingeleitet. Schrieb der Freibur- '-,or Professor Zasiuis mit äusserstei

Kühle an seinen Fieuiiil Ainei}aeli nach Avignon ((dass Franz von

Sicki iigen, vor dem die Welt zitterte, durch einen merkwürdigen

Ilombardenschuss getödtet worden ist, wirst Du erfahren haben», so

hicscti Luthers Anhänger den Muth sinken, während die Papisten

46 Mitnch II, S. 274 ff.


- i.xx1v -

auljubelteu. «Ich kann Dir nicht sagen», schrieb Bucer am 9. Juni

an Zwingli, «wie sehr durch den Fall dieses einzigen Mannes die

papistiselicit Ungetitüme wieder ihre Hörner erheben

Zunächst musste das Regiment, dein ein Schwarzenherg angehörte,

weichen. Es hatte den Frevel begangen, Frowin von HuUen in den

Besitz seiner Göter wieder einsetzen 'zu wollen. Dann ward das

Kamniergericht einer Reinigung untei'zogen. Während Zasius, der

den scheidenden Erasmus an einem Fasttage mit eineni Huhn

hewii'tliet hatte, zwar zur Ilechenschal't gezogen, aber deshalb alisotvirt

ward, weil Erasmus seit lange durch den Papst von den ['asIengeboten

dispensirl sei 17, ward Dr. Kreril tier, Assessor für den fränkischen

Kreis, seines Amtes entlassen, weil er an eutern l'asttage

Fleisch gegessen, ohne Ihicksiehit darauf, dass er noch einen Rückstand

von mehr als 1000 Gulden zu foi'derti hatte 4,

Für Sie ki ugens Ki nIet 1 raten der Bischof von Speien' Um 1 1 lerzog

Ihm, von Siiiitnern als Fürsprecher auf. Die Fürsten waren zu einem

Abkommen bereit, wenn die Eberiuburg mit Waffen und Pulver übergeben

werde ; dann sollten die Kinder die fahrende Habe behalten

Als dieser \'orschilag abgelehnt wordent, ward Schloss das liesi'hiosseti

und nach der Kapitulation die ganze kostbare Beute getheilt. Nur

die Gewänder und Kleinodien wurden den Frauen gelassen. Am

5. Juni unterwarfen sich auch Baumeister und Gemeinen voiu Steinkai

leni fels.

-Noch im Lager Vor Ebernburg ward die Theilung der Schlüssen'

vorgenommen : der Land graf erhielt alles auf der rechten, der Pfalzgraf

und der Erzbischof alles auf der linken Seite des Rheins. Zur

Behauptung dieser Eroberungen schlossen sie. einen Schutz- lind

Trutzbuid . Unter dei' Autsielit, des Pfalzgrafen ward die Ebernbui'g

geschilei II.

Selbst gegen i ie Frauen der Sickingenschen Familie gingen die

Fürsten mit unglaublicher Härte vor. Sickingeit selbst. halt(-, in

.--einem Schreiben an die deutscheu Städte 153 vor Sonntag Lätame

vorgestellt, (lass jene selbst zwei edlen Frauen, Barbara voll

seiner vei'wit Iweteut Schwester und Adam von ilonsteins

Wittwc, ihr S&'luloss Merxheim eingenommen, geplündert und (las

daran liegende Dorf, welches beiden Witwen zustehe, vei'brannl

die Innert daselbst aus riet' \ViI (wen Pflicht gedrungen, alles wider

fm'äuhi,'h Freiheit, des heiligen Reichs Ordnung und aufgerichteten

Landfrieden ‚ auch ii na ligs '1 ion ‚ (hass die henne! leni \Vi t Lwe n liii

seiner F'ehd gar nichts zu thun oder zu s'lmalknm hatten. Ehen so

47 Stiutzinmg Zasius. 5. 94.j

48 liamike 11, 5. 95.


LXXV -

grausam verhihr lilaIl nach seinem seilietit 'lotte toll. zwei Schwestern

Srliweikarts und dessen Ehefrau. Sickingen halte seinen TLclitern

Margarelha und 011ilie und der Schwiegertochter die Neuenburg

angewiesen Als die Burg genommen war, wurden die Frauen

«spüttlirir weggewiesen.» Und als Margarettra s rter ihren Gatten

von Glee durch den Tod verlor, entzog der Erzbischof der \VilLwe

die 200 Gulden ‚jilirlicIier Zinsen, die sie auf seinem Stift. hallt.

Nicht glim ph ictrer wurden die weiblichen Angehörigen der

Sickingenschen Bundesgenossen behandelt. Aul dein Tag zu llcidelberg

war auch Simon von Kicirrhcrg, Ijitmlteir zu Mainz, von wegen

seines Vaters und als Vormund seiner Brtider.,kinder erschienen iii iii

niaclrhe geltend, dass Anna Hartmanns undVeronika Philipp von

Kronhergs Tochter etliche Güter, Zins und Gelhil, die ihnen zu

Kronlieig und im Amt Epslein v tu ihrer viteiIiclieir Erbschaft

zu st inticri ‚ nicht minder Klara von 1-Id iii st;i dl, Johann von Eroni mrgs

Willwe, ihr Wlileni samt etlich andern liegenden und fahrendem

Gütern

genoll in ren worden 41.).

Johann Ililchens Töchterlein aber liess sich spritcr zu Lorch verjiehnien,

sein Vater hab ihr alle sein Güfer Güter durch ein Donation

erst lich vor Scirultireiss und Gericht ztr Lorch und darnach vor der

ganzen Landschaft des Ririganes übergeben» und erbot sich demnach

gegen alle, «so der Güter halb Forderung an sie zu haben

vermeinten, zu Ilecht für lt K. Ma ,I estät , ihrer Majestüt Statthalter

und Regiment., auch Kanirnergerirlit im lteiih und für ihren

gnädigsten herrn und Landesfürsten 0.»

Selbst der treue Scirlör ward in's feindliche Lager hinübergezogen.

\\rj sich aus einer 1'Iirl)ltte der Grafen Fü rstenherg für ihn

er'gield war er durch die Ungnade des Püitzgrafen von seinen Kindern

getrennt und ihm das Seine entzogen. Schliesslich ward er gegen das

Versprechen, den Erben und A ngehörigeii Sich 1 ngens nicht feiner

dienen zu wollen, in plilziselie Dienste genonunen. Ei' seinerseits

bedang, sich aus, nicht gegen Sickingen.s Kinder und Verwandte verwendet

zu werden.

Sickingens Nachkonnrnenschaft. war Ökonomisch vernichtet. Die

ganze Zukunft des Geschlechts ruhte auf Scliweikar't, der sich seiner

verantwortlichen Stellung wohnt bewusst war.

Sclilöi' halte in seinen) vor dür Tr'ierisehnen ['ehrte eingereiililein

Gutachtern vorgeschlagen, 1 lotteinlnirg und Nannsluhl Suliwickeinr zu

na rtünit lt! ii?.

50 \lnnoli 11 21.


- LXXVI -

übergeben, «also dass derseib sich des Kriegs irrit ijichte komurerte,

Sondern der Pfalz Diener bleibe.» Aber nun hatte Schwieker an dein

Kriege aufs lebhafteste theilgenomrnen, nachdem er das Dienstverhätitriss

zur Pfalz aulgeküitdiut Zunächst . fluid er in Hechingen eine

Zuflucht. Seine Versuche, Viln Elsass aus den Widerstand fortzusetzen,

wurden vereitelt. Strasshui, dessen Hülfe der sterla'nde Franz so

bitter vermisst halte, üheir ihm geneigt und gestattete ihm freien

Verkehr in der Stadt, während er die Lnterlhanen des Kurfürsten

von der 1 >lalz helüst igi ‚ worüber letzterer sich im Juni 1 '23 hei

dem Rath beschwerte.

Ausser Schweikart war auch Hans bei der Be]agci'ung von

Trier gewesen, ja er hatte das eroberte St. Wendel verl Ireidigt und

Später dcii Ymwuch geniacirt, die pfälzische Veste Lützelsteiti einzunehmen,

um schliesslich der Pfalz (.Mangeuer 'ZU werden.

Der jüngste Sohn Franz Konrad endlich, dir unter Sdilörs Begleitung

die wichtigsten Papiere aus Landstuhl gerettet hatte, fand

bei dein Erzbischof von Besauron Aufnahme. Die drei Schwestern

waren hei Angehörigen verl hellt .Alle diese Kinder halten, wie (liC

Flei'slieinicr Chronik sagt, «weder l-Jellcr noch Pfeirnig. »

Scirwicker und Hans wurden von den drei feinilliclien Fürsten

im scharfen Gegensatz zu Ferdinand nicht als im ganzen unschuldige

Kinder, sondern selbst als Fricdlu'echei' betrachtet. Auch der Erzbischof

von Mainz musste, als er 1.322Siurrit ag nach GaIli zu Frankfurt

die abgenöthigle Verschreibung ausstellte, sie als «des billigen

Reichs Friedbrerlrer» bezeichnen, denen er keine Hülle zu 'J'lreil

werden lassen wolln 51 Ja dci' Pfalzgraf trug kein Bedenken, in

einem in den Erzherzog gerichteten Schreiben vom 0. Juni 154

Schiweikart neben arrilern des Iteiihs Aevlrter' zu nennen .

A her auch der F,r'zhiscbuf von Trior tuch nicht zurück. Schon

den 30. Juni ertheilte er einem Bevollmächtigten enic Instruktion,

wegen der Sirkirigenschen Fehde heim Kaiser einen Schmatlensarispr'rreh

von 3M000 Gulden anzumelden, desgleichen niitzutheilen, dass er

« durch die Guad des gütigen allriüii:'htiren Gottes Frairzeir selbs

pii'sönhiili und sein Flöusei' Netistulrl, llonirlrui'g und Eher'irburg mit

Gewalt ei'iil.iei't, die zu uns und dciii Kurfüi'sterit.hurn Trier gebracht...

alles zu Gehorsam kaiseil. Ma ,jestiit. . . . » Anr 10. Juni richtete er'

selbst irr lateinischer Sprache eure Vorstellung an den Kaiser, in

welcher er' den erhob, Von' allein aus den 40000 Gulden

entschädigt zu werden, wi 'lclie Franz von Sic ki imgenr zu ['Ordern

51 a. a. 0. S. 60.

52 Mönch II, 236,

Notizenblatt II, 115.


- LXXVII -

hatte '4. Ungefähr um dieselbe Zeit schrieb Schweikart von Sickingen

an den Rath dci Stadt Strassburg. Er wisse wohl, dass der Rath

seiiieni Vater Franz 8000 Gulden vorgestreckt habe, die noch nicht

bezahlt seien. Der flatli möge in Anhelraclit der Lage, in tue er

und seine Brüder durch des Vaters Tod gekoiiiiii CII seien, noch mit

der Bezahlung Geduld hal)ell. Sie vollietm allen möglichen Fleiss

ankehren, ihren Verpflichtungen nachzukommen 5•

War so der Etzhisclmof nicht gesonnen, von seinem starreim Haltung

auch nur das Geringste aurzugeben, so schonle auch Srimveikarf.

seine Unten lianen nicht. Franz halte einige Trietische Unter-

1 hauen zu St Wendel uttil anderswo Ii iet leigevurt n ‚ dann aber

gegen das Versprechen, sieh unter gewissen Bedingungen wieder

hei ihm oder seinen Erben zu steilen, losgegehert, >MM],

hatten sie zugesagt, eine bestitiini ie Schatzung zu zahlen. AI sie

ahet' weder zahlten noch sich stellten, mahnte Scimweikatt sie,

ihren Verbindiiclmheit.en nachzukommen, und da das nicht hai r. liess

er thea Wortbruch nicht ungeahndet. Als später den Eizhisrhor

\'ergleichsvorsclmhige gemacht wurden, wies er thesehiteim ab, weil

Schweikart «seiner Amtsleut einen angegriffen und ihm sein haus,

in dein er seine Wohnungng gehalt, in Grund ah tgehiianiit» habe.

Der Bischof von Speier arbeitete unausgesetzt an einem Ausgleich.

Die Flersheiiner Chronik erzählt «Der Bischof liess nit nach,

erlanget zuletzt, dass ilimii gegennet ward, ein götliehen Tag fürzunehrncti

der ward gen Basel gesetzt, von allen Tlieilen besucht und

sonderlich treflenthiclm von wegen der Freundschalt deren von Siekitigemm

Alter die Kriegs-Kurfirsten und Fürsten wollten tikiits thun. Zuletzt

ward fürgesclilagen, dass denen von Sich ingett 4000

Gulden vor alle Forderung werden und dass Trier

und Speier, Erzbischof und Bischof, Franz Konrad

mit Pfründen versehen sollten, damit er auch ein

Auskommens heU. Dieser Fürsclilag hetridil. die ireundschiaft.

dem von Sickingen hoc.»

«Indem starb Scliwickertt sein Ilausijau zu Bast!! und ward ciii

ander Tag gen Speier angesetzt. 1.1011 liessen die Chur- ittid

Kriegsfiirslen, desgleichen deren von Sickingen Freundschaft ganz

tieffnthich Jiesucheit. )) Aber obgleich man sieht Ins an den8. Tag

besprach, musste man schliesslich unverliagen abscheiden.

155 den 47. Februar ertthreui wii, dass ilaitinann von hronberg

und andere Freunde Schweikarts limit Etzlierzog 1'eI'tliIiItm(l der

kaiserlichen Schuld halb in Unterhandlung standen 5v;.

4 Günther a. a. 0., 8. 217 f. Anmerkung zu Nr. 86,

Polit. Curresponihnz Ni. 119.

\'1. uiitn TTE rantiuncnl:ts (bitachfeu.


LXX\ III

Als der Bauernkrieg ausbrach ‚ zog Schweikart Ulrich von

\Viii'lember zu ‚ währind ‚ wie unsere Ghionik erzählt, Hans

cgesucht Ward von etlichen Ilaukit (]ei- Bauern, dass er 'ihr

woll weiden - Sie wüssten, dass seinem Vatter und ihm Umrecht,

gesciielieii wäre; sie wolltet» ihm zu allem dem Seinen hoheit

und grösser macheii, denn er je gewesen wäre. Aber Hans enlsclilug

sich ihrer iiiitl ritt stracks dciii Bund zu.»

Am 11. November mahnten Schweikart und Hans den Markgrafen

Albrecht uni Zalilutig gewisser Rückstände: «Dann E. F. G.

wo] wissent ist, wie und welcher mass uns grosse beschwerliche

Zufall zu [landet) gestanden sein mit Verlierun,r unsers lieben Vahters

seligen Leibs und Guts, auch mciii, Flausen, Gcfängnuss und grosse

Schulden. Sulichs allesunangesehen haben wirr in ltedcnkiing der

Beschwerung, so E. F. C.. auc lt zugestanden, auf ohigerne]t.e Bezahl-

11111g nil trengen, sondern uns lieber damit leiden wollen, bis E. F. G.

Sach zu Besserung gericht. So uu!i der allmächtig Gott. E. F. G. zu

glücklichem christlichen Stand geholfen, darinnen Gott der allmächtig

E. F. G. mit Gaden erhalten wolle, so ist an E. F. G. i.itiser untertitänig

bitten, E. F. G. wollen aiigesehicn unser hochobliegende

Notlidurft uns solche tausend Guliletignädighichi und aufs fürderhielist

entrichten und dieselben geh Nürnberg oder Augsburg erlegeit». ..»

In denis.lben Jahre ward, durch Vermittlung des Königs Ferdinand

ein Abkommen wegen Neuenburg dahin gctroffeii ‚ dass die Sickingen

dafür an Haupisumina und T11teressL 26C0) Gulden erhielten.

Nachdem im Ibigenden Jahre der Erzbischof die Stellung in der

opposition, die er bisher behauptet, aufgegeben und vom Kaiser und

seinem Bruder eine Pension von (OtHJ Gulden angenolnitlen hatte, kam

die Sickingensuhe Angelegenheit auf , dciii Reichstag zu Speier nochmaIs

zur Spi-aehic. «Köitigt. Majestät eigner Person hielt auf das

gnädigst und mit höchstem Ernst umb ciii Vertrag mit den Sickitigeit

bei den Ubui-- und Kriegsfürsten emsighieh au itiiui begehrt, (hie

Sach ihr zuergehen, » aber obschon der König sein Begehren mehrmals

wiederholte, schlugen die Fürsten, die sich Antbugs eine Redetikzeil

auigehelen, zuletzt dasselbe ganz ah. Während dann der

Kuit'fürt sich 158 zu den bei der Einherung von Ehernh)urg gewonnenen

Kanonen eine gewaltige neue, len «Vogel Greift» giessen liess

und läil dci- König sieh gegen die r1ü1.Ieri rüstete und neben

Johann Ililchen von Lorch auch Halls von Sickingen zum Hauptmanit

bestellte »», wiederholten -ich die Vergleiclisverhiaiidtuiien auf

dciii Reichstag, aber i nhtuier uinsont

Manch ii, 8. 128,

Bunke II, 8 247 f

Vgl Polit. (ou'respondcuuz Ni-.


- LXXIX

Auch der Tod des Erzbischofs fleinliart verbesserte zunächst die

Aussii'lilen nicht. l)er am 27. M :irz 15:11 züi seineni Nachfolger

gewählte l'i'ülii.i'e Dein i' ii ist, Jolia nii von \VCgOII mii iseti ‚ (( 1)11)01 sich

,viel, aber (las ward keine endliche Antwort.» Wie fleinha ii, erklärt

heilte, es stünde niL allein an ihm ‚ so schob auch Johann die Sach

auf die andern Fürsten. -1539 trat insofern eine Wendung zum

Bessern ein, «als des Landgrafen von liessen Gemüt gemildert» ward.

ibisdllie zeigte sich zu einen! Vertrag mit Hartmann von Kronberg

geneigt, «das dann ein guter Anfang».

Hei diesem Auglciclisversuch war auch Bucer betliciligt, der

sich den 28. Mai veranlasst sah, in den Landgrafen ein Dankschreiben

zu richten, worauf er aber Mittwoch nach St .-Johannis folgende

abweisende A nlwoit erhielt. «Die Siekinger und Euer uns derowegcn

gelhiane Danksagungen betreffend, ist. solche l)aiiksagung gegen uns

ohn Not., dann wir alwege des mitten Gemüts gewesen nut noch,

mehr Gnade denn Stiengheit zu gebi'auclien, wann wir sehen, dass

es angewendt und niL weiter Besorgurig' vo nöten wär. Wir sind

auch gegen den Sickingern noch des Gemüts, wie wir Eech gosuhtiehen,

Ui!(l dass (liesehl! Sacli itzo zu Worms iiit ist exequirt,

das ist unser Schult nil ‚ sondern des eilenden Ufbruehs daselbst..

'Wir besorgen aber, (lass die Sirkiuigen noch nit geringen

Mutti und Stolz in jittien haben. .» Nach demselben Brief halte

Hans von Sickitigen gegen 13u(-er die itede getlian : « es sei itzo

die Zeit nicht, gegen die Fürsten zit handeln»; iii est, so argumenlirte

nun der Landgral': Landgraf: Willen

« es fehlet amsondern au

dein '\ermögell Und Gelegenheit . » Die Stimmung liess also auf

beiden Seiten noch immer viel zu wünschen übrig. Al im .lalir 1540

König Ferdinand mit [en beiden Kurfü rs teii von Trier imd 1' falz in Hagenau

zuisamnieii traf, da wat d abermals um Vertra g aiigchal ten, «aber

dieweil der Laiuilgraf nil da, ward dies UI' iliii geschoben. » Nachdem aber

in demselben Jahr ein neuer Erzbischof zu Trier erwählt worden,

ward unter diesem «je länger je mehr lhifhnung (k>-. rags

gewonnen. » So konnte endlich auf dem Reichstage zu Speier 1542

an eine ilofinitive Beilegung des Streites gedacht werden. Durch

eine Reihe von Verträgen vom 21. April, tif Jacolmi apostoli erhielten

die Sickingensclien Söhne «alle ihre aberoberten Häuser wieder zugestellt«.

1544 den 30. März gewährten die Gebrüder von

Sicki ngen dem Kurfürsten von Trier die (_)effliurig auf ihren Schlössern

Ebcrttburg, Naiistuhl und hlolmenhuig liii \Vasgaii wil auf Sonntag

Cantate dem Ptblzgmafen die Eröffnung auf Landstuhl, wogegen die

Kurfürsten von Trier und Püulz den Gehiüderu gestatteten, unhe-

« Münchi TU. S. 100 f.


LXXX -

schadet der Erhöftnung Veränderungen auf ihren Schlössern vorunchmeii

Cl

Siekiiigeiis Genosse Frowin von 1 tut co ‚ der lrieiisclie FIofiticister,

halte gegen den Laiidgrakui heim lienlisi'eginient eine Klage

auf flestitul ion seiner Güter anhängig gemacht, die er den \Viiitei

13 aul in Nürnberg- selbst mit allein Nachdruck betrieb. Ani

9..1 uni watil denn auch, nachdem die Meinungen der angesehensten

Mitglieder des haninicigci'ichts vernommen worden waren, der Entscheid

gcl'iillt, der Laiidgraf habe den Besitz zu restituimen, vorbehaltlich

des Pelitoriunis . Aber dieses Urtheil erregte die ganze

\Vu Ui der drei verhütlIdeten, F'ii ist 'n und ward nun als Sturmhock

gege ii das verhasste Regiment mcmii gel raucl ii. 1 )a die Fürsten dem Ui Lhei 1

nachzukommen sich weigerten so tiug ilutten auf Verhängung

der Acht gegen sie an ; ciii neuer Bürgerkrieg stand in Aussicht,

da Verriiittlungsversuihc keinen Ei'hdg halten. Das Regiment, so eiklärte

1424 dcii 1. Februar in ihrem Namen Dr_ Venningen 63‚ sei

gegen Sickimigemis revolutionäre Umtriebe nicht ernstlich genug aufgetreten

und habe dessen Anhänger in Schutz genommen. Auch Frowin

von Ilutten sei in der Acht. Und zu dessen Gunsten haue das Reginmerit

cigeiiniächtig, mit Umgehung des kiuninei'gerichts, ein Unheil gefällt CI

1 Die Urkunden bei Münch II, S. 280 ff.

So ist ohne Zweifel das von Ulniann. S. 396 nicht recht verstandene

Unheil aufzufassen.

Es ist doch der Kanzler des Kurfürsten von dci Pfalz, Dr. Florenz

von Veiiningen?

I in der Instruktion, welche der kaiserliche Gesandte J. Hannart am

26. April für M. (iilles mi den Kaiser entwarf, heisst. es: Lestlites personnes

du regiment ont acquiz grand odio et liayue de messieurs de Treves et

palatin eleeteurs et tlii lantgrave dc Hessen a cause dune se.nteiice Irr

eulx reiidue coutne icenlx pnirices, et cii faveur de Frevin van Hutten, leqiiel

lesdits trois princes preteiiikntavnir este des adherens de Francisque

de Si'kinghen, et a cete oceasion inConin ic ban imperial Et a cc moieu

iceulx princes lui ont plins ses bicns et chastcaux. Et lesdits du regiment

par lennilite sentence ont cleelaire ledit Flutten debuoir estre restituc ii

sesthits biens. Et rar cc que iceulx pniuices ne veullent obeyr a ceste sentence,

ledit Hutteil 1)ouii'suyt, quils soicnt (leclairez au bail de leinpire

ensuvuant h's ordonnauiccs et slat.uz diccUuy et lordre dudit regnent.

Et si cc han se docluroit rontre lesdits pninces, grosses guei'res sen esmonveroleut.

Et i>our appaiser cc differend Ion a tache de vouloir appoinf.er

les parties mais on ny a sc.eu parvenir, et y a apparence quc grosse

diseention et enure de fall sen ensieuia eire iceiles parties - Lanz, Correspondenz

des Kaisers Karl V. Erster Band S. 122.


111. Cantiunculas Gutachten.

Die Verhältnisse heim Tode Sickingens sind dargelegt seine

Kinder, Töchter wie Söhne, waren tliatsüchlieh enterbt. Wie es

mit ihrem Erb r e c h t e stand, diese Frage war inüssig, so lange

die Fürsten sich der Ordnung des Reichs nicht fügten und die

Macht besassen ‚ sich in ihreni Besitz zu Iithaupteii .Aher sie

nahmen ien wirklich fö r sich auc Ii ein förmliches 1 cclii an den eroberten

Gutem in Anspruch. Dass dieser Standpiiiikl wicht von allen anerkannt

ward, kauii eben so wenig in Retiarlut Allerdings hatte man

auf dem Reichsiage des .Jahres 1 24 sogau au einem Strafuit heil

gegen die drei Fürs len gearl.uei tet ‚ aber nur zu bald musste der

Gedanke an einen sohluen Schritt autegeben werden.

Sickingen war zwar als Au'eluier leklariil ‚ aber keineswegs durch

richterlichen Spruch wegen eines Verbrechens verurtheilt ‚ insbesondere

nicht wegen eines solchen, las selbst min Nach 1 beil der Kinder

die Vermögenseinziehung 1 egi öndet e Nuit aber best lit teut Sicki ngens

Kinder, Wie d ieser selbst auch, die Gülti gkeit der gegen ihn verlibiigten

Acht. Wiesen sie -wirklich die Ungültigkeit des Achisdekrels iiach, so

waren die auf (-;rund der Acht gegen Sirkingens Vermögen -Miauen

Schritte überhaupt rückgängig zu machen. Auch eine förmliche

Zurücknahme des Achtsdek ets war nichts unerhörtes.

Aufrecht erhalhuu liessen sich die gegen Sickingemis Verinögemm

getroffenen Massnaluitieuu, wemuiu den eihiecht hclueii Ansprüchen der

Kinder gegenüber Sickimigen eines Verbrechens bezichtigt werden

konnte, das aueli Über seinen Tod hinaus noch rechtliche Folgen nach

sich zog. Ein solches Verbrechen war das i\lajestütsverbreclien, (las denn

auch der l:rzbischot von Trier als Kurfürst Sickingeim Zinn Vorwurf


LXXXII -

niautili. Nach dem ii isclien Hecht konnte hier selbst imilI mich dent

Tode des Tlciiters ein iJitticil im'fch.remc. Fliem la,- es den Ethemt oh, dcii

(leni Eihl;cc• niachten VoiviiiI zu cntkrif'ten ‚ iimncccentiam

iOOittli, iii clii' toiifisiiticiit c[ei lilishatt alczuwemuleii.

Noch bestand ('iii untorschied in g Ig . 1 , 1Cr Kinder in den

lüi'Iiii und zmit Kaiser. Da der lisc'it chicic il90 Antrage iles Rumtitistin

viii 'liter ictit der l"ouclernng sickiii-vils itemi Kaisem

licucils ifast war, so eiuicb soli der einzimsticlat2i'tIule \\re g von selbst

j_C4CI1 diesen F'isc'at \viii' ociugciciic. 11111 fins der Golteicittit;tc.hung

der eieilctecc F'ocdeiumcnr i'u1tg4eiiLeslCllti 7.11 Li'eitigeii

Hiuideiniss

111111 diiiiiit die Oanz' Fiie zimt 1)ciIci l 1t' 1Ie1 lumtslceiiltimcg zu lcIin2iuc.

In dieeit /ucsiucmcieichcn2 tuiser ehöcI

das nicht, mcmii

dli' FcijiIc »uumceiii dcii Kaiser ilhimahl in den \'oileccuucl stellt

SilOdell) i hill ii Cii geradezu als 1 la itei bezeichnet 1 Ionci

(lass unter dein \iisiliuck t n w atom u'saris iti.r l'jseai zu vcisliheim

sei, kamin doch wc)lil ki-iiii ,iii Zwoikl cimcteclieomi Wir lcalii:n noch

(1000 Aiisiti aus einem leidor umcd;clirten Deucttsclmritt, \vciriim icttinns

Söl i ne ihre A fl5 i ii cli gce mc (heu Kai sc'i • da ik' 011 Nach der galt/CO

ltaltuni, welche .König Finclimcand iii dür Sickingeccsctwn Au.elegenhceit

iintiahnc, sieht Zu crinuitIceit, clasicii ililsellt Punkte auch dii' Aumegun

ftcc clii' .\hifassuticg des Gutailcteics züi scmelci'ui ist, das ilamimi gar

nicht imioliiii koicntu', auch dii' Ansprüche gegen die llesilii'i iler

Bitigemm mit ins Auge zu fassen.

Mit dieser Veuunutlmung stincuimutt auch iiiteie siinstigeic Nachrichten

\'oitalc(lig imleieimi

Wir liuuoii, dass iii Iii .laicueim 12u uimiil 1598 Verhandlungen

wegicc Kler kaisemluIcict Schuld statilancicic.

In einor zu

Scitweikails S(lmti_IldI7ul an die Stadt Stcasslcuc ccic 17. ti'lcmiiar 1

heisst es: «gielc auch Euch il;tcimt' in eiki'nmccic, il;mss 1110111 \itlei

l-lautciiaicmi \d)ii und ;iccil i'm1 ii itio j uce II ice ii uimicl lmctiuucl iii

hl:imidlcccc.i null Fcztii'uic>t lmdiuc:cumd cimuser cusstiiucilige ci Schuld halb

stehen, kitt auch cul( llulls Vehtems Tl;cmtciiaitmc '/ukcuiilt ? \ucltumcit)

alle 1120

wartend guter Hoffnung, im weich ItLil' Ciu)0 gIuä(hi(' hcilhige

.\ic1voml hiingicm,.. ]iitte darum, llcu cohlit techuiIil tm:mgemi.'. \luim

dir \Vc1 mcciii VC 11 ,1 . ii 111 - I)ctiu'lic Scheint I':ride 138 eliii'

\'cmsliiucchiuuiui er-licht vocileuc zü i si,c_ \icc Oktober t_

iahres

hat Sihcwihaut hei dciii ILIth hc'I Stadt Strassburg iiiichirimals cccii

(;echcuhch, uiiit ileiit hliuiiuITii.i'ti : Ich hin clii lIoiliiuiig, die Boten

sollen sich hald zum ;cciihi'in sciciekiui Iiuicu Schnitd halben hei kai'

Majustat » m . Dies Mal \\lii' also iici' ih ihttc' Hofschaft an den Kaiser

ins \imo ic'hisst, chii 1mkchg ohc;ilit -iii Imabi_iu cclmeinl \\lcii2stelcs i'd

1 lciIc ltuirti ccc trcss i crtic at,citichcivAA 37:1,


- LNXXIII -

das aiig'elilirlo Ausstandsgesuch ilas letzte, von dein wir Kcn,itnjss

haben -

Die Schwieri gkeiten, welche auf Seite des Kaisers zu überwinden

varcii tn'riiliteit gewiss weniger in einer .iersön]icIien Abneigung

gegen einen gilllirlteit Ausgleich, als vielmehr in der eigentliüiiilichen

letliing des t"isi;ils, Freilich war der vom Erzbischof gestellte Antrag,

ibut die Suittin' zuzuweisen, recht lirh vollständig haltlos-, nach den

Heielisgesi'tzeii konnte die Sdiuld des Kaisers mir als erloschen

bei rad ii cl werden Der K irfürst aber hatte auchi ein Interesse daran,

dass der K'iisei' hei dieser Konsequenz stehen hlieli und nicht freiwillig

zahle, weit das Geld in Schweikarta Hand leicht direet gegen

ihn, den Kurl'üi'sten verwandt werden konnte.

War also schon hiei' eineclivierig'keit zu besiegen , so hielten

die Fürsten, welche im Besitz der Sickineiischen Burgen waren,

erst recht au der S'häi't'e des Rechts fest waren sie doch schon

mit Hücksidil an 17 ihre persönliche F,hi'e und ganze Stellung genöiliigt,

keinen Finger breit nachzu geben. Der von ihnen eilige rionr mene

Reulitssta ird pit ikl. wa id noch in spä lei'en .1 i hit-ei i ‚ als die eri'egtci i

Leidenschaften sieht beruhigt hatten, in altert Jioc'urileilteil principiell

festgelialteii. In den 1542 und 1544 mit, den Gebrüder Sickingeii

in id den Herren von Tha ii n geschlossenen \'ergieicl isve t't rägen 1 reisst

es iitiereiusliiirniend, dass die Fürsten uni insbesondere der Erzbischof

voll Trier die Güter der andern Partei sk'li zu Handel)

golirarlit, t)eSessi'i i und genossen Italien « i dt Hecht, vermöge der

röm. kaiseri. Majestät und des heiligen Reichs Landfrieden, in der

Nacheile, iure helli und des gesclrrielienen Rechts. 2

Sollte dollInach ühei'haupt ein Schi'ilt im Interesse der Sirkingeiischien

Erben getlian werden, so konnte die Aiilabe nur die sein,

die für die strenge ALrtl':issiiig shi't.'t'11en(teri und wirklich geltend

gemachten Gründe vollständig darinlegei'i, ihnen dann aber Pben so

sorg[iiltig die für eine iiiilii'e :\ul1assirn sprechenden Ai'giinieiite

ge genüberzustellen und diese als eine iiti.Ii nach dem Recht wohl

ZU begründende zu erweisen. t.nii diese Aulgats' gi'iff Uantiunrula,

dein sie armvei'ti'aut wor'deii war, mit grosseiii Geschick an, uni dann

freifirli mitten in der Arbeit. abziilu'eciieii. Die hier atiflaurhenden

weitern Fragen fassen wir zweckmflssigei' Weise erst ins Auge, iradiilent

wir (teil Inhalt des Gutachtens selbst iiäliei' keimen haben.

«In J)eutschhmnd. so beginnt die Species fineti, «gilt der Satz,

dass Niemand nil (teil öflenil ii' Imen Frieden sl ör-en oder Sic Er selbst Bert it

sprechen, einen! Andern Gewalt anthun darf, Diese Beslimiiinriig

gehört dciii ötTent liehen Recht all. Wer dagegen angeht, wird des

2 Müiwh II, S. 281, 292,


- LXXXI\ -

Fti pdeni iruch . schWdig MAI irl ‚ nachdem er vorgela di ii worden; und

zufolge dieser Ikitiiin wirft des Schuldigen Leih, Leben und Gut

niiiiuiglicli li1eieel)4'l1 denn er wird eines jeden lieeht: I'iir verlustig

und t IW i'dig ciaclilet

« t'in Deutscher Im II i' wegon einer 11e1sön tu-heu klage deii Kurfü

rsten rst.en vii i Trier Fehde angesagt, ohne, wie es Üblich ist, vorher

einen Abgeordneten zu senden * Vielmehr e i i-11 eines gewöhnlichen1

Itoten heiljinl, und bald darauf zwei 'Männer aus Trier gelaitgeit

geitoiimnmen uiii 1115 1 e1i iliss ewoiFen. Durch ihre schweren

Fessel im 11 nil hie Hält arg heil uück 1 ‚ wandten sie sich heiii e an Franz

von Skuin, der sie lange Zeit abwies, sich endlich aber durch

ilti'e vieulerlioltiui Bitten bestimmen liess, Für die l.oskauFsiiitnme,

'titel wel(Iie die Gctniiiv,i mii ihrem [eIiwiItigcr 19115 gt\ViJlilli

\\aien, Iitr.i' 1.11 werden, 'olsi ric ihrerseits das Versprechen galten,

die fetgesetzte Summe all Si,kiiigeuu zu zahleii, sobald sie frei in ihre

lleii,iai zuuiutkgekiliit seien. Da Sithing'ett Miileiil iii j t ihnen ciiiplaimil

uni ihrer Glauben siIieumhti', C1b4 . 1 . m111111 ei iliHt Preis

als Ihuige und zahlte auch die Sunuitic ans. J Iic lmideii GeLaiieneii

abc,, Notwer in Ficilnit ‚'eseizi, lösten ihr Weil nicht uhr nicht

ein, sondern liessen Sickingeut sogar au das Niirnle',gtr fleginient

vii Ihrielut Iadeui, uuut dil- Gründe ilarlegu'n zu hören,

weshalb sie an ilti ihm gegeltt'nes Voit nicht gebunden Seich,

ha Sitkingen seinen erdetillicheu lichter hatte, vor den ei hätte

4e.Iadcii werden ki ' ui,ieii, Ilielt er sieh nicht liii ve.iptlnIitet, der

ltduii.4 vor cuic :in,h,'re StiLle F'l' zu leisten, erscliiu'n demnach

nicht, heilte alter dciii NüruiIaiei ltei,iieiut den Siihiverhalt

schriftlich mit. Si'iIiIe,ii haiti ihm von ulieseun Ik'giiiieuit wide,' eilt

Selireibtit itueli ein Mandat zu,.

« Da 11110 Sickingin ci,,sal,_ dam seine Stlt,uhuuier .ush1üclitc

suchten iuiiul ihr g*4 elIuhle Wort nicht iiichteii ‚ 1mal. er ihn

Kurfürsten v- in Trier vi,sIi'rhiolt iii mAerwürligell Schreiben

dafür Sorge zu tiai i 'ii, lass seine iiiii'i las iliuiu, Sii-hingt'ii, schuliIiic

ti:ld erstatteten und sitli iliiii gegenüber uiithit als Itetiöger

er\vieselu. Icr Fu;türst. von Iiiei gab olldlich die \uutwurI, diii

Sache schwebe als IecIitsslueit vor ihnNüiuil,ir..ar Itirhtiin Sickingiii

utöge zusehen, dass ei dort t'iiu gütistigi luthieil erwirkt ilaitut werd,'

er uiiuu3rsuits dwür soigen. tun wcine Itürger ileit, Frthuil nachküiiien.

« Sickirmgeit wau init thiestin [ithieil nicht ziihietlen, hies,hitos

vielmehr ! (tei l k uiitii isbn Volt Trier selbst \vce9 i \euu iacliIisigungdci'

‚Justiz mit Fehule zu i,hierzjeheui. Jb:uiitiaulu lies er ihn,, wie es

in Deutschland ülilielt ist, Veltile ansagen. tinil kurz darauf überzog

er die Trierei mit eiticit, gwaitigeuu Haufen kiieger, so

101110 tttitim j tt rOt. iii li I i ra eiitpihuuti repO$lliis& viiltriitlui.


LXXXV

dass sie seit vielen Jahrhunderten ehe luilieli(s Missgeschick idclil

erduldet haben.

« 1)a dies ljitteiiiehnieti ball alIcnieiii Iee'h;intit utiil so ije_totisolt

war. 'lass Nieivatid es in Abt-Cdu stellen kann 1 . s ' eikliiiti (las Nürnberger

Regimvul Franz von Sie k inge' ii des Friede ii« liluells schuldig,

ohne ihn vorgeladen oclei' vernommen zu haben, vielmehr olitte

\Veite'res, eiteil gewöh 1k ei neue jeden 1)eu sei ton ei je Itelugteiss, gegeI

Sickitegeies Person und sein \'llö'en etizitgehert. Nae1i&ieite IkiS /‚11

.,einer l' e'iiiilieiss .nIaii,'t '.c'g Si(kiiieie sich in seine festeste

Burg zurück: vii dein Kurfürsten \Oii Trice und andern Verbündeten

schwer belagert, ward er durchein (;es(Iftess hing 'slie'ckt. Nach

.seinen) Tod iceacitle der KtinFürs die ItInI'g dem ]toileit gleich ; eine

andere gkichtalls Sickingeie geliöcige gewann er dicHt V'i'hcrgabe

eilte dritte eroberten jene attilette eleittseiieii Fürsten.

Jeet' Kaiser, dci' von Sickirigeri zehn Talente als l)eerk'lien ei'-

hallen witt hei >einem lütstltilieee \Vort gelobt hatte, die Sutieroc

ohne Ei urede und \Viderspruch an l'iaitz von Sick liegen oder dessen

Erben zuiückziizalil'ii, stillt dii , Exite'eiz dieser Scinilil in Abrede,

teielit tiiitielei tlii' einer eiieliiii niet 1 ;iueiii Voll \ctWen(lUIigoti in

seinen Gescliö ilen und in l'olge.\uft Tag's. Nun aber iit;te'hen liii'

Söhne des E"i'a uz viele Sich i ngeii lia(l 1 elCs Vieh is 'lud die 1 ta ileheistend

die andere Schuld heute Kekei gellend. Der Kaiser stellt die

Schuld in Abrede, weil der \'alei für einen FriedhreCher erklärt sei

und elantil seine lorderuteg geittzlieli eiiege'liüsst habe.

Die Söhne nehitien feiner Burgen iii Anpnucli, die nach ihres

Vaters

'l'od und sonst eill'renommen und enolient worden. Dic Besitzer

der Bingen niaclieii gleichtahls den Friedensbruch gellend. Die Söhne

aber stellen i,ot', dass sie, elete einen oder andern ausgenonilnen,

das ljnternclnien des 'Vaters wi'eb'r veranlasst noch unterstützt hätten.

Ucherdies sei eins Vergehen durch des \'alers Tod getilgt.» So die

Species (mli e. 3-5.

Die Forderun gen gegeil elet, Kaiser, welche das Gutachten voranstellt,

grün(lete'n sich zunächst auf el:es Darlehen, welches Sikingen,

wie wir trül nec gesel ten ‚ dciii 1 cii gek tönten Kaiser gegei ecu hatte,

eniel das noch iteilteot' nicht aieg'eltngeii war. h'in zweiter Posten leezo

sieh a111 I'eitsiett isans erüclie 1 all 1 Maassga Ice elei ke Bestallung

1 seil leIten

votei 25. (I)klohei Nach ‚ derselben war VJ .a117 von Siekingen,

vont 1. Mürz elesselleen J:ilines itt gc'rei littet, i.ieieöi_iist nut' tönt' ‚lahi'e

4 Auch das (intacieteie gebraucht bezeichnender Weise das Präsens.

Die in, französiscliei Sprache abgefasste Darlchnsurkunde '(lonije u

Cologne le XV. ioal de Noveinbre lau XV.C. vinigt und die sich etieschuiessendete

weitern Urkunden (neue Obligation vorn :4. April 1 )22. Au sstandsgesuch

vom 13. Seple'mheu u. s. w.) bei Miinch II 108 ft


LXXXVI -

in den kaiserlirlitt Dienst genommen und zwar mit einem Pensions-,

flath- und L) jetisl g 1(1 jährlich rliel (1 'eila ii send CO ren teii Gulden,‚ jeder

gerechnet zu zwanzig SInleri nach der illtaler tlütr,.e. Auch dieses

1)iensleId war groilllIeils i'ückstündig. Ein d'ittt.r Pisten bezog

suli auf Veiwenduigeu, die Sickingoii im Dienst unI Auftrag des

Kaises geniaclit halte. Nach jener BestaUngo ilälfilLt-Il sollte Sicktige

zwanzig Kürass.'r, jeden zu Viel I4istil Pt'ei'den und vierzig Ein-

Spülilige halten, der Kaiser ahet' ihm für jeden küiasser monatlich

tu Gulden, für Jeden Ein sitännei n'ionilljIi 7 t_LIldeii und '10 Stüttei

zahlen. Wir hüten en(11i(11 von Ersatzaispi'i't.lien für mi kaiserlichen

Dienst vti'biauclle GesciiiUze. '/.w-at halte Sickiiigen deshalb eine

A itw i s fl n 1r auf Kipt'e' aus ihn Magazinen zu Breisath erhalten, aber

gehieüil war 1.S bis zu seinen Tode nicht.

Zu dcii Papieren, \Velrlte Sickiiigei's jüngste Sohn aus der

Ehelnbu i'g gerettet 1 a 1 te. gehörten wihl auch die betreffenden Doc ti -

menle . Jener uiiditirleti Denkschrift, welche die Söhne hei einer

gleichfalls iiichit le'i.€ihneleii Stellt' titlgCieit'lI( Italien uiiil tue noch auszugsweise

erhalten i[7, waten .\h-cl'iflcu jener l_)oiiineite beigefügt.

Die drei Purgen aber, welche SlckiiLg'els Söhne Viil(lirirten,

Waleli Laii(lStIillh, hlottiitiuig und Hei'lhLLrg.

Allo diese Ansprüche \vai'Cii nach Ansilit der Sickiigeii'sehen

Gegner, insbe sondere des Ti'ie'ei hiiIüisteii ‚ verwirkt durch den

Friedensbruch des Vaters. litt null Im rechtliche Lage lestznslellei,

wirft Cautiuncula • 4i fünf irtgeit auf Erstens lcd Sickingen durch

seine Kriegserklärung—.' und Kriegsführungg gegen den Kurfürsten

Von Trier ein \eihi'echeii begangen? Zweiteiis. wie ist dies Verbrechen,

lills ein solches vorliegt, zu qualilirireit und welche Strafe

zieht es nach sich? Drittens ist gegen Sickingen die Strafe des

kaiseilielien Biiiies toiiiigeiecht verkündet voilen ? Vierten s, hat

teinnach Siekingen sein Vermögen mii. der \\iikung verloren, dass

seinen Söhnen gar kein Reell irehr darauf zusteht ? Fünftens : können

die Kinde', wetitt iliit'ii eilt Recht auf dat, vületlirhe Vermögen -erblieben

it, dasselbe im \Vege der Cessiti auf eilen Andern übertragen'!

Cantilicult ist ticht dazu gelangt, alle diese Fragen nach ihrem

lii' uitI \'Vi'lcr zu erledigen; vielmehr ist nur im erste und ein

grosser Theil der zweite ltm'li;ndell S.

Eine Kopie der Bestallung vom 23. Oktober 1.519 hei Müiicli 11,

106-108.

Münch 11, 105-108.

8

Die Disposition des Gutachtens ist folgend

l'iimuni duhium p 6--9

rationes dabitandi p, li-7.

rationes decidenchi 1 7-


LXXXVII

Hoi der F'rae ‚ 'di Sickingeit uliiiiIi des iini' IkItidiiiig kut'-

l,i'Iiti ein Verl,ret'lieii lie'augeii li;ihe. lellt er zuiii'ltI die tu'

Sickingen ötisli'tn dann die für ihn un g ünstigen ‚\iuitit'nle zualnnten.

Zuiiieli't, so führt er ans, hat es den Anscheiii. il ah

itkiiigcn 's,'l/iiis'ie 1(11(1 (‚l11'dItllaltd Gründu li'ö' seine Krieg s-

eiklaiting unit Ki'iegstiiliruuig gehabt habe. l"öi' ihn 1nclitn drei

Arg(tulieutle. ztiuiicli't, ‚t;1ss er tititi vflustell die Fehde nicht eher auesa'

t haute, quain ld1)etitis iii) (0 hoc ( 4l 1ittita iustitia

(15 11 1, 11 1 )51(15 Sitiiiii I(l)itOI(s elailt. 1_)sltallt sei IeIluiii

hoc ii'le cl iinhiclutn 0 g estuln. .\uc1i daitit sei eilic F'ch(Le diii'

gere'lulc ‚ \VCll1l ciii 4 iiclitslii'i es veihisiuutie ‚ iI;i Voll seilieli

veinide lni'erlil '1.11 strah'ti 0(1(9 das Voll ihnen uuuiechliii

jssig (cnoIlilli,iit' ziiiinkziigelsn. In voIIwg(li(1tlI ‚hihle abei liege

klar zu TIg'e, liii dil iet il 'lt. ii.'ghieiiht'iit ltIi5d iii tutitia ipi advei'-

5115 ilIt» thuos iiii1terlieuida, (111(1 (lid hteltii Tuiejei selle-t litten

unehrenhaft ehcii 1111, 1 ‚ ilii' geehelles Wort so srhiuiiii 1(11111 ZU bierlicut

So \\eliig', Elli -St (5 dann, uil 1'" i'it.'htli', (11(55 Franz VOlt Siclniig'eii

die luskaulsuintite ili(hI lt;itti zutüt'hvi'ihugert ‚löi'fen 0(1(9' die

\ndiivti sie itiHit hittin zurückzuzahlen lIl';l(u'llen, lass vieluiiehir tungekelirl

ikigi'ii '''ii hicehtswegeti hiiitic getiölhiigl weidei, können,

die Suiuiiiie ziouukzuitehineti uiiil hic Losgekauften iliteiseits, volle

111111 .lalii'e 11(111 1ll' kuiellitt' '/tt (hitildil. \\(UJI Sie die loskauktitume

ZU CiStLIlteil säumten. 1 tCiIIl wer ('IIIdII Atidetit loskniitt, iihil ein

Weih (119' M(lI5)lthll- tiiid (1)9' Clti'istCtlli(d)d ktt(lliill olail Jedeiniatin

ciuieiti Andern dcii K i'it ans1teli, uni seht Eigeiitliutn wieder zu

t'ilaitg'eti. 111s kein anderes ditti'1 öli'i Joleihl, »

Aber Ii'ol,letn», so fiilii't tE;ts (.uilao'lttai 4il, « liegt die \\alttlieit

otci ;iii,Iei'n Seite, udtolich, dass der klie i4' wettet' ein gerechter,

noch ülierltituhit ein Krieg \V1lI', hIlentliche tiitil t'lleitbare

lo,,vtll,: tlenui Fi'i'' vi'1 nillil im I'ori \ ;lItii , Sondern litt ihl'ei'illiclien

Interesse gel 'i •i hit, \veiiut •l,'ii'li nuluntei' flei i'esSllIi('ll n,let' 'jeltitelii'

1 1 fiiutiluing'iui (1I' schi t.i'il1i.Ll'ii (i'uttitleii gestl1tlel vei'd(,'ut ‚.ttic

lEal't,lliis, ilet' tli'igleitlio'it Pliltduuien 1sveileii fiti' erl;ttild Iduht, hält

doch daran fest, 'las kein nilr's Mitte!, unl Hecht zu erlangen, iihiiig'

Sein dürfe, uiiit (11155 die. I'l';induiig' (1111(11 (911(11 höheren 1ichitt.'r in

Wrnihic1ut' Weise na,'li fordine iusto) deki'ctirt sei.

SoiI iud dei'g'leiclien lLiimIntigen reiFte 1 ivalt;tctc und uitrtchitinassige

lIauuihltirtgeui, 'welche div Siraleuc verpönen

Sccorndiuutu (lUhluin ij. 9-26

rationes ilutbitundu p. 10-197

lationes decidendi p. 19-26


- LXNXVIII

In unsern> Falle a 1 er habe der Kurfürst art das N ii rnherger Regiinent

vor Gericht cilirt, irrer habe die Ibtugniss zu Repressalien oder

zu Pfändungen erwirkt werden können. «Da Franz keins von beiden

gethan hat, so ist klar, dass er nicht allein keinen gerechten Krieg

geführt, sondern auch nicht einmal Repressalien, vielmehr blosse

Gewalt geübt hat.>)

«Auch das zweite Argument ist hinfälli g . Der Kurfürst von Trier

kann in Uebung der Justiz und der Pflicht, die Schuldner zur

Zahlung der Loskaufs«urnme anzuhalten ‚ nicht särrinig genannt

werden, da ja die Sache bereits heini Nürnberger Regiment anhängig

war, und der Kurfürst sich hier gehorsam beweisen und das Dekret

des Regiments abwarten musste.

«Auch (las dritte Argument ist leicht zu beseitigen, da es nicht

wahr ist, dass kein Rechtsntiittel gegen den Kurfürsten mehr übrig

geblieben sei. Franz voll ingen hätte ihn ‚ja bei dem Nürnberger

Regiment wegen Vernachlässigung und Verweigerung der Justiz verklagen

können,

«Es ist also vollständig klar, dass dieser Franz voll

einen triftigen (>'uir>P für seinen Krieg nicht gehabt hat, dass ihm vielmehr

ein schweres Verbrechen zum 'Vorwurf -einacht werden mu«s.

«Die zweite Fragreji,so Fährt Cantiunc.ula ' l'ort, « ist, wie dieses

Verbrechen Sickingens ztr quali(iciren und welches seine Strafe sei.

Zunächst wollen wir hier gar n id rt >'eden von den Privatrechten

1111(1 den Ansprüchen, welche denn verletzter> Privatpersonen, jeder in

>hier Weise zustehen, z. B. aus dort Injurien , Verwundungen,

Todtungen ‚ Beraubungen ‚ I_eher\vält igungen ‚ Verwüstungen der

Aecker, Brandstiftun gen, Plünderung, Gefangenrralrme und der ganzen

Iliade von Unheil, welche die Folge voll ist. Es stellen sich

aber eine Reihe von öIIenl lichen Verbrechen dar, deren aller Franz von

Sickingen schuldig zu Sein scheint. Dahin gehört das

brechen, der E-lochver'ra II>, die Rebellion, der Au t'rr ihr, da« Verbrechen

dc>' vis puh>l ica nach >1cr lex Julia, iii, das Verh>n'eclieri der vis

lri'ata nach der lex ‚Julia, das Verhr'ei'l>crr des Fr'iedr'r>shr'nr>'hs und

zwar sowohl nach >leni ger cmi >ir n als dc;>> «la tuta risc hrtri Ih «'Itt . »

Ehe wir (lic Darlegung 4_arrtiunicul>r« über die Annwrrrdbaj'keit des

Itegrifl's (14« M;r ,je«tiilsver'br'echcrr« heI rachnterr, ist. an die Ge«>'liic)tte

lieses Beg>ilf« zu or'iun>r'rr. Die i'e.>'lrtlit>e Gr'>rndl;rge hör die ltelrar>dlurrg

Per' Maje«tätsver'hr'ecl>er bildete das bekarn>>te Gesetz der Kaiser Arcarlius

undllonoriu«, weilte« >las klerikale Hecht des \liltlalters auf die

hiierar'clrir anwandte und r>nasslos ausilelinte, lkr> Spurerr des c.anor>is'hieri

lh'lrts folgte >1'« Rei'l>«r'er'lrt, in>sbes_rn>lerr' in .\niwentlun

aut' die Kur'Iur'storr, die ohne /‚wei!'ei durch ihre geistlichen Mitglieder

eleitot wurden. Nac lruler>r die K>rr'für'«t>r> «inh schnur irr> 13. Jahr-


— LXXXfX -

hundert a1' die Nachtölgei' des i'öruisclreir Senat> l)ieiL:IiileI hatten",

war die Anwendung der he Quisquis zu ihrem .t'hu1z eine naheliegende

( nsejueiiz. Hatte dui'Ii liorrrt'aziris \'lII. dieses Gesetz auch

auf Attentate gegen die Ku'liriäIe an1e\vair(tt ‚ iriit deren die Kurfürsten

„ich seihst in Parallele stellten. Peter von Andlau stellte

dann die Kui'Iürsteri nieht nur dein riraischeri Seii;it, sondern auch

dem röiriischeii Volke gleich ii

Die ItcieliseseIw des 13. ‚lalii'huiidei'ts helrari.letIen bisweilen

(teil gewöhinlii'lieni l'rietlenslnine!i als cr'iuien Iaesae ruajestatis. In

deni der Kur- und Fürslen iii Betreff des Lanill'i'iedens

vom Jahr 1467 heisst es in 'i. : s Welcher unter welche aber den

oder die A ndei'ri darüber oh ne r'lölgr ordentlich., ii rg Uochts frl in eh nie n

wird mit. Uehen'ziigeir, Beiiiitung, Brand, Fa]rung der l.eut oder mit

Bauhei'ei, der oder die solten gefallen sein irr die Pöne der Ijeheltat,

zu Latein genannl cr'inen laesae majestatis und dazu in die kaiseri.

Echt und Aberecht ». Und in Kaiser' Friedrich, 4 onrstituti''ir eines

5jährigen Lanidtriedens, der in demselhierr Jahr zu Neustadt aufgerichtet

war', heisst es entspi'echeiiil irr 4 : « Oh aber' jemand darwider

und darüber den iniler die Andern olrue Recht iiher'zieheir,

let'eh Ion oder bekriegen würde ‚ der und ii iesel heu ‚ nhii' solches

thiäleri, solten in nie Perre 1er \'t.'r'letzurig unser Ma l esläl , die man zu

Lat„in nennet l:noenain rr'ininiinis lr rnajn'stalis, und dazu in unser'

knisei'I. Acht und .\ler'achte getölli'nr sein ... 12 Wenn diese Bestimmung

nur vor'üben'gehrrnl alle i"n'iorleinshr'ürhie liii' Ia,jestätSvcr-

1)rccherr ei'LIiite, uOI konnh' Ilorb '.pater modi in einzelnen 'llen r'iIrefli

Fr'inslerrsi nr'i'l ne i turehr besondere ha iser'l ' VerNigung Cha ca ktei'

gegeben \Vel'dn'Il. Innl so war es z. I. irr Sin'kingens \\'or'ritser

F'elnrlr' geschehm.

so wenigen' konnte es also Bedenken erregen, den gegen

ei iren ve rüblen Fm'iei leni sla'uc In als Majest atsverinr'ec Iren zr 1

qrnthilh'ii'en Und sO tlrat denn auch schon die goldene Brille Aber

g'&'tii diese Arrscliauunig war eine Hr'u:hioir 'iiigeti'eteni. Abgelehnt

ward sie uarrtenlhicli von c.hwam'zcrrherg wie die von ihnt

vem'frissto H;nnrils'n'gerisis beweist, \Viihu'enrl dieses Gesetzbuch iii

Art. 13 rherjenrigi', e so rönmn. Kaisem' orlet' Korrig Ma,je'.tbl, unser

alli'i'giräligste 11sTpn lästert, \erhunrdriiss oder F:innigtnrr wider dieflanke

1, 34,

Ili Im Anschluss an eine Dekretale Honoi'ius III vom Jahr 1235 erging

die Bestimmung Bonit'az VIII. das e. Flicrs 5 de pocais in VI 5,9 Hiernach

ist wer in hoc sacr'ilegii genus i1'r'e1)se1'it. sicul reus ci'inlliuuis laesae

.

inaiestatis xii behandeln, Vgl Hinschins, Kiu'chciui'cch{ 1. 350.

' Die Stelle bei Ranke in, a. 0,

12 Neue Sammlung 1, 217 ii. 225 t'.


xi: -

selheii Majestät 4leniIui iiiacliel, las, er dainil ‚u Latein .eiiainil

rrimen lese iiiaieslatk gshan hals, ci nach Sage der kaiserl. gesuhrieben

Recht cc, icii 1 Stralo a11 F]iie, Leben und Gut hccdnhit, wird lic''Lhe,

I1 (wni auleitt 1-lerin heineuic IIaui(IlUiig nacht Art. 133, iticht

als eiiuiieiu iie uiizti' .tatis lpawill .t iuucil audi uiichl 11 -lIt \eiiii.cns-

(:øii iisral mi bestia II.

IJLi2eti veitial, -ie iliisci (utaiiuleui der bcit, 1u1ltirst von

Trier in utiselitt Falle die ljcstiiiiiiiiiii 4 der gu!ilencui flotte. 4i, hatte

(antiuuicula ;ihleui Anlass, dcii tegcur Sirkiiigeii eiliolicuceut \ouwuul

des M;jtstitsveilnechuens als dcii vieiilis1eut besotickis 'orgfältig zu

ljehticnthiIo. l)aiuiii teilte ir dcuun alich utorit vor der species l;ccti das

Ltirici1c auF, das er hier als iui:css'ehc'nd hcti:iiIitele. Iitcscs Priiirip

louiciulii1 er so : cc Das Vermögen e1iie v'eii Majcstätsvcuinecheui

Angekiclitt kautut ‚ veuuui.ilcicli e ilutic \Veit.'ues eoiulisciiI ist, 'loch

von dein k;iisii. 1 >iocuivalou uiidul eher mit Be.sc 111ag hcciet \VetdeIu

capi ('1. ;tfc [

iiWUdi), bis der luirii Bichitors[uiUCIL iIe

t%TerJcuecltii s liii schiubhi hcitijuiduc 1111(1 eiIdiiit \\oiihi9i ist.

tuitejsi:hcciulel (_aiutititteuha als zcuuiuhisI Schott die 1 iifkrtt

und die l-kcItlauialuuiii, so ititeustheiciet r von Jccidctu noch Ilie

pubhicalio. Der mclii getucile hi.iscii consh-Iiii-to Salz, hessen tetzteut

Bestandthieil wir hier uuachti ;ihichu bespretiueuu ‚ hautet utatidicit

liona . . . liiil qiso unix esiut couulisiala ‚ ittiut Iwius ... t;tpi cl

appiclieuuuhi, etsi nut tiuh;lieati hsuiItl, uuisi. Unter 1cuuhlic: liii

kuinit uuichts aunleus crstauudeui sein ‚ iIs da ' uuiäuiiuilichu, iuisbesontiere

dciii J3esihdiclitiui gewIltNe (_)ieuiatiouisuecluI, wie es in dcii

lndlriiuleuisorthiiuticiu 1111(1 ulautuicht in dcii .\chiisutiiuuiulaicui ewalut

va uc 1.

lift 1 iuteishteiduutc zwiehieii tOilhiS(lttiOti tutu Btsihulaitahuitic

aber tritt. Z. D. in dciii .\chulsuuiatidat oll liti deutlich hervor, iii dciii

es heist : Ki hie Citer, . . die ct;uiiui alle ... N%' i I . als ....o ii 1 cii

und Iuiiiiiiefa Ihm G ü 1 er 1

11 i i\vjlichi 1 1 g cc i tue t ‚ auch yeti

unser wegen zu unser hlaiidiii und (ewalt icit z u ii e iii e u ii cl

iiti/. u z cli cii hiefcuhleii.» Nicht ulltilhit war sie Suhiki ehiuli, dür

in seuuieiii Guikuhulen von « Conlisraz uni lnuiehtuuin cc reiht.

Die lcciilisealion chor erfolgte uuacht Massgabe des iiiii. Hechts

ipso iuue, mit der \cuuuhcunii des Veihiechens, ii . mit der Titat cc, wie

das in l)eutschutanl sihiohi il ileoi gegen Johannes Pauuuucha euIasseuieui

1 ilhieil aneukaonl v:ol

Wie es nach jiuhuIucjuc'uii eine Stualuerlil

haLte

scnlinliai_gab, ci lieSs auch das wiltliulo Recht f los shiiterui

Mitletahicis in einer Reihe voll HilIoti die Illit all ihnen

Folgen sofort « mii (II . r lhuzcI ii ciiituetvuu, 5) lass es nirhil. cist einer

\eruuulIieiloicc iii flio liaii, sottilituc nut- dor beuluille,


lass die der strafbaren Uaio l tu n entsln 4 hei etc Strak verwirkt und

/n vollstrecken sei. tnsl,csoiideiv' tut' die Strafe des Hochverraths

stellt. (antiiincula p. 12 iiii Aiiwlilussaii das diii. Reiht fest, (1855

dieselbe don MIter treffe : miii iiiutlo posi damoatiotieni. sed ex Uu

t ( 11 1 1 )lli 'e (iillI(tt l'illItiilXj 1

Niclitsdestoweiiigei' vai' hier nach (aiitiutiuu1a oill IJttlieil irtut'-

ilet'licli l niiitlicli fiii' die des Vermögens, nicht etwa

eine dairin;itio, vulll alici' eine deelli'atil) IldIl' pliiluntiltic), also ciii

l_i i'theil, tlii die l'liatsai.lie olei vi.t'loei'liei'isclieii lI;iiiollung ltstelle.

Meer war ei ii olchs rleclaiative 1. ii lic ii atidi bei einem tiototischen

Deliet erfoirlcrl ich ? I)ieser P mi k 1. war Andlig. Kaiser Friedrich

erliess Z. B. im Jahre 1188 zwar im Ioll eitler veriiieiutliohen notorischen

Majestätsbeleidigung eine kaiserliche iieeluralion, alice mit

dem ausdrücklichen Zusatz, ChISS tWs (4 ZU tehert1üss,gkeil » und «ohne

Not» geschehe. Das interessante Lt heil la lautet in dein hei'ehörigeii

Passus himit sie unser Leih, Sof Ilr UULI (iut atigetas!,

unser kaiserliche Majestt Loeleiiligt und mit solcher Titat. so eilenli(.'h

um Tage liegt und keinii kitiet Reweisu ilL noch Reulitlbrtigung

Not ist, die Pen, so itian zu latein nennt criinen lesite ioiaiestatis, an

uns eoni inittirt und begangen und uns tle4dheu lii ii Leih und ( ui

verfallen ein, darein wir sie auch zu 1 idwiflüssigkeil, wiewol das

Gestalt der Such itach und ihrcr iou'li nit Not \ ite.

aus röiiiisi'her kaiser!iclici Maohtvollkomnlenheit eignol Rewegniss

und redhteo \\iseI1 oteelarirt, erkennt und erklärt haben. ' Caiitiuucula

111111 Ie1I1. diese Ilerlaiatioii ganz tflgeuiein ils lrlilei'ioiss iul,

aber rihlil liii die (nnliscation, sondern für die Besi.lilagnahiiie des

\eiiiiöelis und isvai nicht nur in, lingLlng des (iitactiteios, sondern

auch s1iitvt . 24 iioicloiilils. hier hehl, er mit Riicksiulit auf die

Analogie des kawiiislwn ltetlits hervor, dass il I) t eine lata a

ure ip so seiitentia genüge, sondern eine Ii ein i ii j s setitelilia

erfordert wird

Tiit die lral'e der Veriiögenscotilistati.ou schon delL Majestalsverbteclter

selbst, so soliloss $ii4 iiitlit jitinder ilas I':rlorechl seiner

Kinder 8115. Das lyattlittiedie Gesetz 5 lhilct1

das tItl'/Wo'i(I(iltig aus

lotus 49(15 oiiiiiilits 1001) ratio dtliitis, Iilii verl einS, (IULIJUS itaiii

inipelaturi 8 1511 ilat 0 (0 oncedi in US (pal erno elli til ilheretit re1ire su PPt i-

(.'iO, 11,1 lil.Lib)US piiteitJi, lioou et lu.'iedilarii (l'illIiiLIs exelliI;la netuentur)....Hit

pet)CttlO egotites et paupetos. Und das tunotitsulte lic&lit

wieleiliolle (liese liestiiiiiuutig, nicht niltiolet' die goldene Bulle in

ihreni 2L Kapitel. Aber diese lksliiiomungen hatten in Deutschland

keineswegs eine ungehinderte Au fna liii te gefunden. Zu König

Franklin, Die freien I1rieii mol Grafen von Zuninerit. 5. 105 1


X(1I -

luclfs Zeilen erklä p leit die tür k uiliirs[eii 'ille e" /U schwere

Bürde, dass das Kind Uni les Ilochveit'aths 5 \t1f1.., willen sein

Jrbcigeittliuin \rIie1tl sollt. o fiel feii, 13. Jahrhundert las

1teit des Friedlose,, iii die EiEeii, uiil nur (lic Faliliahe ward

onliiit. \Venti hut, spiiter hei dcii t.)l,c,acljts- tiiitl FiledloscrkliilLiIg

. ii iii Uiil'ischied zuisulicti ileiii heveliclieii und unbeweglich(m)

Vermögen lenl nicht mehr gen tarl it. ward, viciniel, i das

gusaiitnite Eigungut verfiel, so ds der König es (Ti r des Heidis

Kammer einziehen, ;dei auch zu Giuiste.n I)iitlei sohil tla,ül)er erl'tit

konnle ii, so war ilk \eiidiui,a' thr B.chts1raxis ohne Zweifel

mit (1111(11 de Bulle vctaiiIas Zu dcii cisl iialili'äglich in

MI. z veiküiiletn Ka1il,l,, dieses liclisgesetiesgeliört l;,s hier in

llet,aclil komnwiide Kaiilel, und zwar an erster stelle.

Wie wir wissen ‚ iI die Bezeich,iuiig und Nuinerirung der

Kapilel Gesetzes des erst sidilei "IVG iiiiii da ist es dciiii usseist

iflieiessai tl, lass zwar einige Jlandscl,ritl'ii unserm Kapitel die t 1eberschrill

gehen De criiiiine lasa taiestatis Irinipuul elerlorut,,,

andere rlage2en keine oder die deiit5hc Italien « Von dcii I.'tisälzigen

weekle, (ler Kui1itrsti'n 1.i1) miii Lobenund tier iltisse und

ihren Naclikti,in,c,t

I)ie 'ciriiiilhut,t liegl italt, la' es ‚nil (ler \iiküiiluiig di

Melzei Zulze zu dcii ii, Nürnberg nlItthtl.l flesfiiiiiiiiingcii ähnlich

riga1ie1i sPI, wie hut dci \etkündniug dci geii Lither in Voiins

erlassenen Pullo, niiuilieli nach (teill S ystem (lor kiiiiitej, [ehe,-

ittinpelung.

[iilei' FinsliI ( i, III vo1lkii die 4eisllI,hehi Kuilüi.stc,i eitic Art.

\I)ii (:Ci(iSl'l()lItiiii 111 -11 lIell I\aisPI liltlen, wie (liC Kaidiiiäk 'mi len

1ap.l, Verstellt sich auch mit den mianilielten Privilegien. Ind ihre,,

Ansprüchen kaut die lereits erwähnte Theorie des PcI, von Andlau,

dessen Lehtinmeiniiuigeii in der Lii›-erlichell k;i,zlid in unserer iniseiel Zell.

eine hesonlei Iäleutmnig "gewonnen zu linIen l,eiiien, tidtlitlisI

weit eiitgegeii

Wenn wir niuiiiiilti zu utm.eirii Gmmtaii,k,i zmiii,kkclireii, St

lasselle p. l() so furt

höite,iu wir die1haIitshcstiiiiiuiiingeii lieziiglicli •i iieI \rloest

scheint Franz voll Sickingen zunächst (teilt Vorwurf des

Majestätsve,J,eclnns tuilit entclai zu kuiimeti. Nach(lent CanhiiiiutuE:,

l:, iii e\vissc \ti 'sjtiüilie dci Juristen (l i m it und M:mmuiami, [licht

iitirnht das Gesetz g Irr Kaiser Amua'l,u unI Iliunomius miilgllmeill li:il

heisst esweiter:

Mit (lie seil gesetiliclti.ii Bestimmungen linien wir also die vei,

Franz von Si,kingei, veiühten Tliafeti zu vergleicheit. Mise,i wir da

‚ Franklin. Das 1eichshofgeiicht II. S. awo ff.


- XCIII -

nicht sagen, (lass er gegell das röiri. Volk und dessen Sicherheit sich

vergangen hat, als er gegen die Siiherheit in Deutschland sich verging?

Wer anders ist denn iii die Rechte und Würde des röm.

Volks eitigetietei als Denisihland allein ? Ohgleiili das «o bekannt

ist, (lass es eiller nicht bedarf, so ist es doch zweckmüssig,

es kurz zu berühren, weil damit ilic I-laiipUtagr', tue un.s

hcschüfligl, erledigt werden kann. » /iiinl \ei'täiidniss ist daran zu

erinnern, dass nacht der Glosse, der anili Ihirtolus folgte, (las Majestats-

Verltl'eclieii nun iii (kI' civit:is ILornairit lleiiiu4'&I] \ver(leiI konnte. «Es

steht, test, 11.Iss das iönii. Volk SPili ganzes Iteich und seine Machtvollhoiiiinienhcit

liniaht eule ex regia amt dcii iöijiisclieii Pntneeps,

iiünilicli auf _\miguslus ül)eItraglli hat. hlirrih diese (ewüIiiuiig seitens

([es \tlk erlanIei Aiiiii&hiiiiiigi ii, die dur riinistIii Pilniehs imaili

seinem bestem Eiinesseii traf, 1iscIiiskrittt,

Verlier ist bekannt, lass das lini. Ihüli ilnt.It \eiliigitng des

a 1iistolisilieii Stulils ;riv(-hen auf die Deutschen übertragen

%Viideii. Das IIIJICh ui's erworbene l.tmemtmagiiiig [(cclii traben

dii. Ileutsc.lieii, vühnii'nl vieler .lalmiliunimilurie, u,ne}iiielert ilird ttinaiisgesetzt

geiilit und kuiiieii :miidirii zuiiui Kaiser riini. ge.vülilt als

einen l)eiitsrineni,

«Wenn also das rüiii. Volk seine ganze Maclmtviillkoimii,reiihreit und

las Reich ;rint' Ai.igiisliis als Monarchen iiherlm'agein hat und das Recht

dieser Morci undl rltie ii iescs Heidi« w ü gezeigt, unI die l)uu 1 «cl in

üluurgegaiigen isi, so müssen \Vii sagen, d ass, gleilliwiC nut tehtL9-

tr;iglllig ulu l > ii'«tiitliuiim, wie der .\1in«tcl sil, alIch divtelitiagnlig

de> Gesetzes erfolgt ist, II nutit 1eliertragiuiig des Ui'iuhi«

uiit die lieut-uhu'ii auch das lIeht dieses IL:ielis ühiitrageii weiden

51'!. Denn da div Würde 111 .s röm. Volkes iniitl iii lielire Autorität

urnitl 1ic(limuIuIlg i1siuus1n] e allg tistalis attuI.oiit;is i;itioillIe venluiiideni

ist mit der Natur des I(eiili, .i uttiss nothwenilig nut dciii Uehv'rgang

des lLeiclis auf \nl r g lichizeitig auch dif . Wind, die

toi'itat. las Iliebt de, Volkes iihergehieii. 1),i ist j;i die

Eigentliümnhicluku'it Ii' /‚usamiiuluengeluiigii Hill ihr iiinlerer Viihuanul.

(li5S, Wer ii das Eine lii«iligt wird, audl das Andere IirtfiUht l)arnisgilit

nuiii klur hervor, dass Franz von Sickingeii in dein Momente,

WO ei' mit sein]ei Ichuhi: dit . Ilor l)ciil scheu beiniln.litigtc,

-- illiul dass or sie li'iuutiüclitigt hat, kann nicht in .\liid gestellt

vejdeii, - - aniht die Siclniliu'it des iöni. Volks lieeiimtiii}itigt und

›ich hat und il:uuiiil iaiIi leni Gutachten

11 jan « Majestäsverbrüchür geworden i ist

wir flie \\il 1er autgetilirtun Gesetze

(:tiiU« opeii, sagt dür Jurist, uii«ihiiiiii iirituiui enit ii. s. w. Kann

111111 .leinmnid in Ahrüdl . stuhlen, dass ii nichtgen« tIeiii iluungirri


-

und nach seinem Haue eine Mn4e vouu Leuten zusauinengl)raeht,

auch Leute zum bewaffneten Aufruhr gegen den S' taat zusammenberufen

worden sind ? dass S II la Ion a 1 lC\Vfl ri en worden, 11 11) eine»

z ii machen? dass T ru ppe nii n i ugesa iii u n cl 1

Aufstand gegell den ›,taat Staat

ein Heer

gebildet und ein wilder 1ri r worden ofi'iliuI ohne Geheiss

d('s iniisiliui Kaisers? Oder \VI'lilI hcli;utuptot wird, er sei nicht

olti p des Kaisers goliluit wordün, so unie 114a11 dcii Uel'Il

1 rvoisou ‚ so möge man die juliserlichon Diplome vurlegeu i

s\as die Ictiuiuunuiuig der Kaiser Ilotiorjus und A'iaditis aiihelriilI,

wie kann Franz voiu Sit.kinp ii nicht ii die Tslt.ung eiuies erlauchten

F'üusten, nauiIielu des von 'I'iieu, tier gewisseunuasu als Ciii

t.Vick tier kaiserlichen Majeshit lcli;trhtet 'verden iiiiiss gilaclit

lialieii, da ei thesen I'iu'sten uiii 'mci so iitIiligen Scham . uni in

einem '0 \Vilde]i l'ui;tuugerillit hat

JWÜnn jenes Gesetz (111' Absicht dus >fraien will,

was »raucht nian div:Zelbe noch da der inrelutliare Krieg

ja, wie )taltsiclutigt und geplant, geliilu1 worden ist Dass also Franz

von Siekint.ui des Majeshitsveuliecliens sIiuldig, ist so klar und

'iiuleuchteni, (lass nur dür es zu ltugueuu im Stande ist, der gleichzeilig

die ganze Gültung des u'uiiishen fltciits beseitigen will.

Aticli die u'eelullicluuu F'dg'ii des Ma I istiitsveuhrecl iens sind unitestreilltau.

Nach dor Besliiniii. der Kaiser Aucalits 1111(1 Honorius

hillt. das ganz \eruögei des \ljesIitsverhu'ecIuers an den l"iscus

und sollten wegen des \eu'lierlteus des Vaters, wie dci' Text lautet,

eigentlich auch die Söhne das Lehen verlieren, wovor ie mii die

Gnade des Kaisers lviuluit, abvl . so ltevaIuut, dass sie vu.dlstiintiig

ehuntiIuig, ehrlos, kurz So getllt sind, l;Is sie in ewiger Aruuuthu

darlen utuil der Tod ihnen a1., Eilö-uing und das Lehen als

Strafe erselietuit . Ilise Folge kann Nieuu;uiu ' I in Aluede stelleii deuuui

St lauten die Wörfi . dos gescluiieieuien hechts in 1cm ;uuui.eliluuteii

lesetz. AUS hilgl. tutu, das, nichl minder die

Forderungen und Ansprüche, velclut' ehemals Franz. Voll Sit1kiligelu

zislznlen, gleilzeitig iHa tIer SPlitts iiiirigeui \'ermögcis

unteugegauiu.euu siuitl 1111(1 zwar hut, Sickingen sollst denn \vit1 L'lpi;n

schreibt, sind autIt tue luilerungs id litt zuuii \eruiiogen ZU urhuuieuu.

\iauu darf auch nicht einwttudtuu, nass die liesluafuuug von Shiuu'u

wegen eines \eigthieuis des \'aIrs, zumal wenn Sie von tleuiistlbeuu

nichts wusteut und uuilut darau tlucil nahmün, durchaus unbillig, ja

jh'uauus hart und beinahe tyrannisch sei leni hier handelt es sich

unk ei' Suiitleu'hesiiuuiuiiuuig, die mit gutem Bedacht getuotlen ist.

/‚uui4iclust ist es nicht Inehr als billig 1111(1 ue:lut, (lass di Söhne

Franz von Sickingeuus ‚ welche an seinem \erbrecheui nut Theil

gelituiilten Italien, dafür auch ihre St'afe eileideuu Aber auch die


- -

;tiideiii Söhne, die (I.irall itithI ltetlieiIil und schuldlos shid, ttiüseti

iii iiiiseriit Falle aus triftigen (iiiieleii I±ilje Stiale eIleitleii. 1)eiiii,

\V4_11lI

Vater 1.11111 Sühn \(llI ll'ahIS\V4!eII So .i' IlI \ViI' IIiI'SI'II14 Person

siiI itiel dasselhe Fleisch, iiit1 \vI'lIlI UlSlgekelltI (li( SilInt, selillil

hei I1r,.oiIott 114(5 \ltel5 III tVI.I'IlI Sinne dio llericii (los \tI(i'IirIlI'lI

Vermögüns. endlich \Vi9111

I'liIIll Ii (ehuilsi,il. (solits italivilatis

II)Ct1 1) gowisso 101111' VIrd hut4Inachl 15 wir ilarl man sich dann

Itaruhir (Vltlidllii, \VeIlli die ltclist liii ttigliihiiii Kaiser IIOI \l(iiiIi1lg

geWeiii siii1l, dass in 11150111 Falle (III- sIinI, mio i:tIIlI) 4105 \atOI

liehen \erii1ieiis, so nwh der Vei1111sselIliIiI ilit. Valeis seien

1.111(1 deshalb die Fk'stimmunggtiofl"ii luaheit, da ' las Ma ,jcsl;dsvoiiiierheii

stili t'ot1ie und hie 111111 itit den) Vater IliligI'ii1ltIel

weideii inüssliit, \Vl)1t'1I1 1)1(111 div kiiis ...litIte Gilade 11411011 (las 1.111(01

besonders srl '1k 1

s bi ii Ii ach Ii 11111' 1 1 si das M 11j es tat s VIII lii Ii 011 111111

d 1' S Ii II 414' 550111 e ii :1 nr Sirki ii t ii 1111(1 vvi uv Ni III 1 1

.\ ii \V etui II 11 14.

Nur aiil Fiij' si Wür 1114(11 aufmerksam .'IIUtIhtt. \\eitit 45 i. l

hii'isst 1141 I'i silvi 111,te't, i' das si,hitI,ai aiit (Ii.' kaisei1il1l

Schuld.

Gegen (11(5, \'l(lii KuiliisIItI VIII Triel 111111 vielleillit ninli yeti

(leni 1i50111 vertieleiic flIlIItSt1.ith1S5IlIl14 w,-iid,I suhi ilauu (aiiliiiii'iila

später i. l. J.iiidet'.I stellt er zwei Iiiteiide (iunds .ṫtze III.

Wie 05 nii1111ich lI;i(-h tilsus iIlIiVihI.( sei, 11151 111111 lege IleisIJieta

11115 a1i4Ila teilte UiU 1)I(i)iOSihl nilicarIl 'el IeSl) O 1 lIhI're, 50 sei

iS iiiilit lililitil(1 iiitl,iliig ‚ (' 111 4'it(/4I11l5 ( lItZ hieianszugroiCen

111111 111(111 ititIt die andern, Ihillitahls in Ilehjailit ktmiiiciuilen

zu eiöitiitt und darauf hiiui elite (lehnitive EiiIS111e111111i14 Zil 1iI1ioi.

41)enIl s ist silier, 'lasS s,itlil dio tridieiuu ( . r p i'tZ0 ein späteres. als

die Sl)iIeiiu ein Irüliete-. (telz erIiiirtlrIi kiiituii. 1 Ausserdetut aber

solle 11101 IMI 111111 WO Ills keitio MalilhillShärtero oder lilihleil

Strate veilihitgit. als der virIieeii,le liii l'lIteiSth10 denn miii soll

nicht ivarhi (1(111 II iiluiit tlei tieni' uilei Milde StIehtel) sondern

\VI(l(l Ci\Vä'eIu, was CIPIII \eliiiI1iuissuiieuu,ssen 'ei 111411 danach las

Vitlieil thun. l)w.ui aber koriiuiul, dass uu;ichi dl:r Altsicht (lts Hi?ltiti)-

euianiis 1111(1 1 4 uiliis in StiaCsaelieui die mildero Auslegung 41I144-

7(iI91 \VI'Idlui 111055. Uehiiliauijil

Inuss jedol tüchtige Maitii

Hilitir Oder \V4I IIu15i ir fleelit eiuieit Sprtuiu zu fällen hat. na(:Il

\l14hilhlkeit sullIllut, sithi Ihi s Lobes \VIltlit4 711 IninlIln, (1115 nach

v. Ulzag gcnoIiiluluI wird aa 1. 31 21 fl. It&' tedil. edicin. PIP Stelle,

die voll der Na t i o lt a Ii t ä t '1er Sr1nvii spiit'ht.

II Wir lesen paiticula. vielleicht las so auch f'uitiuuueula partt).


- Xcvi -

Cicero dem Gaius .\quilius zu Theil geworden ist, diesem hochangesehenen

Manne, ihr die Reelitshestimmung niemals von der Billigkeit

losgelüst hat..

Weitii mir also,-, so fährt das Gutachten fort, « nacli dieser

(tx 17, nach dieser Norm des Guten und Billigen unsere Streitfrage

behandeln, so müssen wir meines Erachtens sagen, dass

Fra ii z v o n S i c k i n g e ii nach Massgahc der vorliegenden 'l'hatsachen

keineswegs des Majestiiisverhrechens, ausser

vielleicht nach ()ein Kapitel der lex Julia. hätte tür st ii u Id ig

erklärt werden können.

« '/unürlist, künijen die für db intgegengoset.zte Meinung angeführten`,teilen

des Uljtiaii und Marei;iii - gemeint sind die 10 und

16 .röitertini 1. 1 u. 1. 1 1). a41 legetii Juliam 111.Iiestatis - il e II

K i n ein Sie k i n g ii s nivin schaden, da sie lilie voll dein ersten

Kapitel der ex Julia reden, itach welclieuii die Majtstütsverhiecher

lii ngericlit et werden sollen, aber tu nie dass irgendwie die Rede davon

ist, dass die SÖII1R der beraubt tujhiclin Eibseliatt werden sollen.

Ja, lleirnogeniaitus sagd ausdrücklicb, das Veintögen her wegen NiaverbleH)ü

Kindern uni falle erst

dann dem l'isciis zu, wenn kein Kind da so.

Au 11 die liest i mii iung der Kaiser Honoiius uinl ‚icatlius kann

Sickirigetis Sitliiteti idelit schaden, iiüinIiili die Bestiitiiiiuiig, wonach

Siekingetis Vointögen (Ictil l'O( Ils tifalleii /.0 sein ‚cliieii, ntit Hintan-

-,einer Süliiie, uieiitii, \Vi( es uleit Atuscliein hatte, duitIt kaiserlirlit

Gnade nur ein Dasein ‚janiiiieivolles gewiiit wird. Deiiii

hiuichtlich dieser Constitutüun giuht es iiiiliifaclie LüsLingeil, \VeIulle

uigeiueii. lass Silin'ii m'ellur III lti( Strafe jenes Gesetzes gelilkit

ist, noch das \eilireiltett, dessen man ihn hier hesehtildigte, begangen

hat, und dass ulemiiaihi gegen Siekirigeiis Siliitt aus jeiieiiI Gesetz

iiirlits hergeleitet weruhiii könne.

«Zutiörlist. steht tu'st, tIiIss die (olistitutioll ijitlit nhhl' oitt' straliechtliclit,

Su'nhielii a11c11 hart und gehässig iintl Ilesilaih

streng iii ihren Suht)aiiken zu Italien ist. Eivögeii wir also sorgfältig

ulic \\oile des Gesetzes uiitl von welclieii Pei«uoieii es re.let. Quisi

1 uis , so sagen die Kaiser, suelestam inietit !tctii.tneiui ik ilece viroluin

ihlustriuini ‚ rjui tonsiliis et consistorio riosito iutteisunt. seiialoruni

ItiIIiL (thualn ct i1t5i p;Irs colporis nosiri sunt) vet tuiusvis hiost't'Ioo,

qut multis Inilifat, ogivelit, ipse tululilltin ut1ioto inaiestatis reus

gladio üii:itui, ii. 5.

7 Die jy z spielt aml iii uiiiciii 0 utauhiten Meht iicht lioi)s VOrn

Julti 1 -530 eine grosse Rolle Föstcmanui. Uiknnd ‚nluiuh zu &r WA IM

des Reichstags zu Autgshuirg. II.


- XCVII -

Also der Wortlaut, tle Gesetzes begreift nur viel' Fälle, in

denen man vom Gesetze getroffen wird, nänilich, wenn Jemand in der

That die Tödtung des Kaisers oder eines ‚jener erlauchten Männer ins

Auge fasst, die zu seineril Haiti oder Cuitsistorium gehören, oder

eines der Senatoren Oder irgend eines andern kaiserlichen Beamten.

In keinem dieser Fälle aber hat sieh Franz von iekingen befunden;

ileriir ei' hat niemals an die Tödtirric des Kaiser's noch irgend eines

andern Mannes, der iliesern zur Seite stc]it ‚ gedacht, oder es ist doch

müht erwii'Seii, (lass er daran gedacht hat. Und es kommt nicht in

Betracht, dass er gegen Trier die Waffen ergriffen hat ; denn auf

einen solchen Fall lindet jene Constil ution keine Anwendung ; sie redet

j;r nur von dci' Verletzung- dci' Person des Kaisers oder solcher, die

seiner Majestät Ilialsöchlich Dienste Ieisteii ‚ bei ihm und irr der

Regel ständig ihm zur Seile sind. Dass es sich so verhalte, sagen die

Worte (hei' Const itutiorr klar, und errlspreehiend hat denn auch

hhartliolomaeus Sociitus ein Gutachten abgegeben i,iid zwar nach Cinus,

vlu' ihm so gelehrt hatte. 15

Wer selbst seine Vaterstadt belager-t oder vei'i'äIh, ist dennoch

nicht Majeslätsver'lwecher', wenigstens nicht nach denn Kapitel, was

von dein handelt, rIet' sich gegen das Reich oder zur Töcltung des

Kaisers \'cl'sch\voi'en hat, und deshalb betrachtet der Text des Gesetzbuchs

(liese Verbrechen als verschieden Dass es so sei, haben denn auch

die beiden Socinus, Vater und Sohlt, in ihren Gutachten dai'get Iran.

s Auch das kann Sickirigens Söhnen nicht entgegengehalten

verden, wenn Jemand behaupten sollte, der Fürst von Trier habe zu

den ersten kaiserlichen Ilätheir gehört und gehöre noch dazu, und

demnach linde die oft erwähnte Gonstitulion Anwendung, da Sickingen

jenem nach dciii Leben getracirtet, ja ihn thatsächhichr angegriffen

habe. Ich antworte nämlich, es sei nicht hewiesen, dass Franz von

Sickingeni ihm nach dem Leben get.r'aclitet, wenngleich er die Stadt

Trier 1)elagert habe; denn das ist ciii 1 liatsächlichrer Umstand, der

IS Die Lehre des Cinus findet sich bei seiner Besprechung der lex

Quisquis in seinem Commerntar zum Codex, vorüber Savigny a. a. 0.,

S. 86 ff.

Ueber die consilia des Barthol. Socinus s. Savigny. Geschichte VI,

353. In der von mir benutzten, von Savigny nicht erwähnten Ausgabe

Lngd. 1551 habe ich das Gutachten nicht get'iuiden. Auf das Majestätsverbrechen

bezieren sich in P. 1 c'nnsil. XXII fol. 41 1. in P. II consil. CCLXXV

(fol. 205 ' in P. IV c.onsil. XXXVII fol. 47, LVII ,fol. 79), und CXXI

(fol. 161 f.

In einem owistimm wird hervorgehoben, quod crimeir oppugnatae

pati'iae generalitei' distingnitur ii crimme laesae maiestatis tanquam

species sepai'ata Il. p. 205, was ich wegen des im Text folgenden Satzes

bemerke.


- xcviii -

bewiesen weilen iiiiiss und nicht iii«utiiet weide,« kann. Abel

setzen mir den Fall, der Beweis wire gelietert, so stelle iili dennoch

in Abrede, (lass Sickin gen wegen dieser Absicht oder :‚iili wegen

dieses Versuchs in die Strare jenes Gesetzes veitallei, sei, und zwar

uus Gründen, zwei einmal, weil die Constitutinn «icht. vei« beliebigen

flütlien ilder Senatoren des Kaisers, sondern von solelteit handelt, die

tliatsijch]i(li und in Wahrheit am kaiserlichen Hofe Il«ätü sind. Hier

kommt auch das Gutachten U11i;iiis im Titel de ininorihus la in Betracht,

(las bisher Niemand züi diese«ti Zwecke vemworilot hat, obgleich (5

klaren Beweis macItt. liii heisst CS miimlieii. dass, wer durch kaiserliche

Verleihung irgend ein üflei,Iliil,es nial bedeutendes Amt hekleidet,

iiitit (lilSelltei) Blijisse und dieselbe tvnmumiiliit habe wie

die, Welche um die Person des Fürsten beschäftigt si iirl . Und dasselbe

1 estirnmt gerade für unsern 1;, II Kaiser liiidi'itli Iii It ein ite -

kannte«, Gesetz gegüllt die Itelelleii. Kt 9 ui iii iiostri, so sagt ei-,

i riperii 1 liosl)etitatelr 1 aiiqu 1(1 II iaclii iiatu t' contra i tos Su otihiales

nostios in, Ins, (UiiO ad rohLtiltisSU)il eis negittiuiii perfinent, Ieijellan(lo.

Darum stellt Ita rtci us daselbst in A bret le, dass der ei ii Reh M11 sei

der etwas dergleieiieii gegen einen Kü i i oder l'fu'sten oder seine

eigene Stadt. unleriioiuiiien halt«, WIe wir gleitlilalls bei dein Veibrechen

der Rebellion (1 ii «liii« n werden

« Aher geben wir umielt iLls in «uni setzen den liH, der l'iii'sl voii

Trier hake damals. als e« 1 «cl iger wi i«l, kaiserliche 1 eselüifte besorgt

müssen wir dann leshialh ' softirt I e hiauilen, dass die tt'afe jener

Constitution gegen Sickirigen und seine Umher statt Itil te ‚ (kWh„-

nicht «tenii es ist nicht bIos der Ajigrift, sondern ;«uicli der Grund

des Angi'itfls oder des Kriegs in Betrat-Itt zu ziehen. tird hier finde»

wir keinen an(lern, als den angegebenen, idinilich tue Verweigerung

der Justiz '«.en jene beii len Trier ei , 5 i ton des lii isten voll Trier, wie

es Sickingen auffasste. fli p e Unbill ««iipt;intl Sickiiigen seht tief, und

war deninach enlsehilussei«, sie nicht s11 lichtlicJi hiiniiiiiehmeii. Und

das ist vahiilich iiirlit autliillend, da 41a(le dir grossen i.iiid hervorragenden

Nfäullor es finden, unertiäglich, \veILn ihnen nicht \Vort

gelialteit wird. Itaritit-li ist es nIhiiljar, dass I,anz Non Sickingeu

den KiIt nicht dern ktitliiistii als solcliemi, nicht tietit Senator oder

Rath lt ' s Kaisers, - nichts tlemgheiuliemi war Füi ihn tiiassgelenil -

sniulei'ii dciii Justir\'r\veigerer erkbirt liii. ])aiul,t sind ileitii auch

sowohl Sickingen der Vater als div Sülitit von der Stiate jenem

tution frei. Es ist ja doch wohl iii h«';nliten, weshalb ' twqs geschieht,

zu wehiitm Eule «ind in welcher welche« .l«si]iI z darüber gicht es s

viele Gesetzestexti, dass sie sieh nicht antzdhlen lassen. in einen-]

19 Gemeint ist 1. 11 2. 1). Ii. f.


xcix -

ähnlichen Falle hat denn auch Calderinus das Gutachten erstattet,

(lass Jemand, der einem Kardinal nachgestellt hatte, die von

Bonifaz VIII. gegen die Feinde der Kardinäle bestimmte strafe nicht

verwirkt habe, und zwar weil er dem Kardinal nicht nachgestellt

habe in seiner Eigenschaft als Kardinal, sondern als Verwalter der

Kirche von Ravenna 20.

(d)er früher hervorgehobene Einwand, dass durch Sickingens

Unternehmen die Sicherheit des römischen Reichs und Volks, dessen

ganze Hoheit und Würde auf die Deutschen übergegangen, beeir,-

tröi'ht igt worden, kann keineswegs beweisen, dass Sickingen den

Strafejener so oft erwähnten Constituhion würdig zu erachten sei.

Was die [eherhagung der \Viirtl' des römischen Volks auf die

Germanen anbetrifft, so werden wir später das Nähere sehen. Bezüglieb

den' Sicherheit des Reichs erachte ich, nicht. Alles, was gegen

irgend eine Stadt oder ein Land (patria) unternommen werde,

verstosse gegen die Sicherheit des iteicirs denn, wie Ulpian sagt, in

Böi'gei'kriegern rind dergleichen, ilun'cli die doch dci' Staat oft Schaden

leidet, geht man gleichwohl nicht auf den Untergang des Sta ites aus,

und demnach Hirt I Tlpian, (lass auch das posthirniniuni nicht statt

habe, weil es sich nicht nur hostc handle. Aus dicsem Gutachten

Ulpians ergiebt sich, dass das keine Feinde des römischen Volks sind,

die nicht auf den Untergang des römischen Staats ausgehen, wenngleich

d er Staat in Folge des Waffengebrauchs einigen Schaden

nimmt. in e Da nun Sickingert keinesvvegsaiit' den Untergang des röinisihen

Reichs alnsgegangenr, vielmehr stets für seinen Theil ein treuer

Beisitzer desselben gewesen ist, so ergiebt sich, dass er auch kein

Feind des Reichs gewesen. Es fehlt also an einem Grunde, weshalb

er in die hörteren Strafen jenes Gesetzes verfallen sein sollte.

«Ich füge noch einen andern Grund hinzu, den' Franz von

Sickinigen und seine Kinder' aus den Klauen jenes Gesetzes befreit,

nämlich, dass der Text nicht im Pi'ösens redet und so, als ob (las Urtheil

schon von Bechtswegen gefüllt si, vielmehr von der Zukunft. Es

heisst daselbst nämlich 50 Ipse (1IiideIn utpote niaiestatis reus

gladio fariatur. Nun steht es aber fest, dass eire j ur Futurum redende

20

Dass der hier cit.ii'te Calderinus nicht Johannes (Schulte, Geschichte

II, S. 247 ff), sondern Caspar und zwar der ältere (Schulte 11.

S. 204) ist, geht wohl daraus hervor, dass nicht jener, wohl aber dieser

eigentliche consilia verfasst hat und auch seinen Vater au Ruhm übertraf.

Möglicher Weise könnte aber auch der Sohn dieses Caspan', Caspan' junior,

gemeint sein, der gleicinfalls viele consihia schrieb. St.effecihagcu in Zeitsehr.

f. Rechtsgeschichte X. 293-296. Da mir die Sammlungen nicht zor Hand

sind, kann ich die ziemlich gleichgültige Frage einstweilen nicht. entscheiden.


-

Col)stitutili riodi ciii iicliteilk'hes l TrlIieil verlange, mit dass ohne

ein solches Niemand Volt ilei' Strafe getroffen vii'i 2i wie wir später

hei der Erörl erun des dortell Bedenkt ns darlegen verden

« Wir sehen also, dass (lic Ni-hie onitgegeruresetzte Behauptung

aufgestellten Arguiinenle aus m;tnnitlifat'Iren Gründen niklit im Staune

.ind, gegen Sickingen und seine Sdine zu sli'eih,n, so weit niiiilicIu

die Kaiser heu urins und Art'adi nis und ihre strenge Censt.itutioii in

Betracht kontuiteut. Itetiti -,verin auch Si'hinuni vielleicht auf Grund

rtes ersten Kapitels dci' lex .1 ulla, das nichts gegen die Kinder des

Ang'escliu h igtet u bestimmt ! vielleicht es \l aestii1sverl o'celiens schuldig

war, so 'rat ei' ' doch niemaI nut' Grund des Kapitels, wovon die

ngezogene Constitution handelt: daher ist kein Grund vorhanden,

weshalb den Silrnen Sickingeiis mdci' Hinweis auf dieses Vorirechen

oder Gesetz eilt t' 1 uade ziiu't' t 1 vct'dcn kn ute - -

«Wir htwn ruht:», -o l'iiliu'f las Gutachen in dem Sickingen

l)elastcllden Theile p. lt 'ort, «das Verbrechen des hochverrat lies

(crilnen perdul liotiis) ins Auge zu fassen, hei rhenu der Spruch leicht

gegen Siekirigen ausfällL Denn da er wegen seinen' dein Staat bezeigten

ilfl(l in wilder Weise durch die Thal l«'wihni'ten Gesitunnitug sich des

MaJestttsvei'h1'edienus '1iuldig gelna('hrt hat, so ist khai', das..s ei' sich

mii dci' Sthi rita cli des 11 tel ‚verrat his beladen hat. IJerselbe ist. ja

mehr sprachlich als sachlich vorn M:u,jeshilsver'hu'eclieri verschieden,

wesliall) (leim auch die Strafe ihr Hucliver'rnths dieselbe ist, wie die

des Majest .tsvei'lirechens Nicht tsdesloweuu igeu' gelten für dcii Hochverrat

Ii noch einige he.sonderl . \Ven ii ni nut lt h die

Alteui diejenigen, die viu' Feinde nennen, nacht Uaius' Zeugniss Hochverrät

her (perduelles' nannten, 1cm, indem sie, wie Gicei'ü sagt, durch ein

liii Id es Wort das trostlose Ve.rliäl tniss in einer ii bessern Lieht ei'-

scheineui liessen, so en'gieht sieht, dass alles, was im .lte'ht gegen die

Feinde bestimmt ist, auch aul' den Hocluveu'i'tthrer passt und Anwerudung

lindt't. Diese Voi'scliritern sind aber zahlreich. Zundchist darf

titan uni ihnen keine Gsehiiit'te ahsu' liliessen. Zweitens werden sie

ni'lit zu den Biiu'geu'n Drittens gen'eclmi'I braucht titan dciii Feinde

in Privatverhältnissen nicht Von't zu 1 tal ti 'ii, ich sage, in P1'i rat vorhiiilt

russen ; denn öfl'c'nnt lilie Vertr'iige neuss matt auch dein Feinde

gegenüber haltet). Kurz alle Best i nt niungen, die sicht im lIeht

gegen nie Feinde 1 inder u, wenden sich ohne Zweifel auch gegen den

Hiiclu'ei'rüIhior, nntirh zwar uni set nruehr, als niet' Hoelnverrikther noch

schwüu'zet' rund ver'worfenen' ist als der gevölinihi'hu Feind.

21 Auch bei Bai'tIioloniaeus Si,cinus finden sich der Schluss : quai'e

curn pvaefatnni statutuni loquatur per verbuni futuri temporis, nion irndrrxit

poenain ipso inre sed necessarin estsententia :1, f'ol. 41" dci' Ausgabe

Lugd. 1551


- t:i -

Dieser Ausflihi'uiig wird dann päIei . folgende enlgegen

gestellt «Da also Sickingen des Majestitsverh icihens nicht

schii1di war und nicht schuldig sein konnte, abgesehen veit (leni

ersten Kapitel der lex Julia, so cigiebt sieh als uothweiidii4'e Folge,

lass ei- ;ii.leii nicht des Ilochverraths schuldig war. Denn wie

t Tlpian 22 sagt: nun quisiiis legis Julia ii uaicstatis reus est, statirii

ichs crit, seil (ui lestili alulille adversns rem publicaiu

vel JIinipelu fueiit allimattis. Neser Ausdruck ist aber vom iii-

1 5Uli4'Ii 1 ri Uc.CJJS 11. Ii . VOlil Kaiser Augusti Is 1 nil dem römischen

Staat zi 1 verstehen. Das hat UI pial 4 intel t an eineiri andern Orte

bezeugt. uiil 5,) ut't im 11(51:111. vom Staat im technischen Sinn ui4

le( le ist., ist iuuititei der i'ni ische Staat zu verstehen ; die andern

Gemeinden gelten als Pnivatpeisoiieui. So hai 11e1111 auch derselbe

1 1 lpian, uhi'i das Verbrechen des Hocltverrathis leiiniei't, in einem andern

Gutachten diese Erkhiirung ganz unzweideuti g aul'gestellt . Das Vermögen

so sagt er, wird nur niisshi'öurhlich öffentliches

Vermögen genannt denn um' das Vei'iiiögeui ist öllbutlihies, was dciii

uöni Volk gehört. Und anderswo sagt er ötl'i±uitlicli ist, was sich

auf den römi schen Staat bezieht. Da also Sitkingeuu weder gegen

dcii röm. Staat iiochgegeui (heil t'öni. Kaiser feindlich vorgegaiigeii

ist, so wird er nicht mit Fug und Recht ((es Hochvert'aths bezichtigt.

»

Nur einzelne 1 1en ierku nge ii sind hier a iii Ort. Wenn ( ai di uu uc u Ja

1 1 tststcilt : nun licet cum eis negutiari, so ist daran zu erinnern,

' lass dieser Satz gegen Si.kiugiu in \iiwendtiuig gebracht oder doch

anzuwenden versucht worden war. Der Pfalzgrat' hatte selbst das

Verbot aiisgel cii lassen, Sickingeii \Vaareu zi i vetal d'olgeit cnki' «feilen

Kaut' i.it vergiinstigeii ».

Der Satz: hosti 114411 est sei'vauula lides pactol'uiii n'ivatoruin

zielt wieder au!' die kaiserliche Schuld. Bekanntlich war zwischen

Eck liii! Zasius ein lwtiigei' Streit über die Frage gitüliu'l worden, oh,

und wann man Feinden einen Vertrag halten müsse. Während nun

Zasius den Satz vertheidigte, dass einem ötluitliclieii Feind gegenüber

Cli \rCt.ti.ag nur G iiliigkeit haie, wenn ei' mit Bewilligung des

t"eldhierrn geschlossen sei niet sich ilalür aut die iura rivilia }jerief23,

behauptet Cantluncula hier schlechtweg pulihica [lacIl etiaiui kost i

seu'vanda stiiit. Balduis, auf , den CI Sicht beruht, foriiiulitt den Satz

so : hosti 11(411 est ser vanda litles privala, hicetsit seivanda lides

publica.

Die beabsichtigte Erörterung über das Verbrechen der Rebellion,

22 L. 11 D. ad leg. Juliam maiestatis.

Stintzing Zasins. S. 192 f.


- (UI -

der Sedilion, der vis pttlJIi(a und pt'ivata, endlich des Landftiilnsbruchs

ist nur zum Theil geschrieben, nämlich nur nach dci'

Sickingen belastenden Seite.

« 1)rs dritte \erljrerhen »‚ so lautet die Darstellung p, 15-17,

((ist das der Rebellion, dessen Franz Sickingen mit vollstem Hecht

bezichtigt werden konnte, und uni das zu zeigen, ist Bezug zu

nehmen auf die Bestimmung, die Kaiser Heinrich VII. über dienebellen

getroffen hat 21 . Pm'onuncianrus, so sagt derselbe, quod illi omnes

et singuli sunt rebelles et inlilele nostri ei injpei'ii, qui quomodocunque

publice vel occulle contra nostrumn honoi'eni et fidelitatem

rebellionis opera faciumit,

«Ich fra ge : hat Siekingen hier nicht die Waffen gegen die Ehre

des Reichs und gegen den verkündeten und auch wohl beschworenen

Frieden in treuloser und verwegener Weise ergriffen? Konnte

er nun nicht dci' Rebellion bezichtigt werden'? Der r'ehellit't doch,

den' die Machtvollkonimeirlieit des Kaisers als des Reclitsplleger's

verachtet, der ihm die Obedicnz verweigert., der sich in die Reihen

derer' stellt, die man als Rebellen mit Fug den Feinden gleich zu

achten hat.

((Die Scafe aber, welche die Rebellen, trifft, bestitmimut lJai'tolus

dahin, dass sie erstens alles verlieren, was iui'is civilis ist, dass sie

ungestraft getodtet, dass sie wie Sclavenr in Unfreiheit gehalten

werden, dass sie endlich auf Leben und Tod angeklagt und vem iii'-

theilt und dass ihr Vermögen miiänniglich pi'eisgegeben werden könne.

' Aur'ln \vegeri Sedition hätte Franz von Sickingen veruntheilt

werden können, da die Worte (1er' darauf bezü glichen Bestimmung

vollständig klar sind, Es heisst nämlich : Si quis contra evidentissirnanii

iussioneirI susripere 1)lelen ei advci'sus i11a (hiscil)hinan-r

defendere tenbvem'it, muletarn gravissimani sustinelul,

«Auch das ist zweifellos, dass ei' mrai:ii der lex Julia de vi puhhica

schuldig war. Denn da cm' - nicht für die Jagd oder für eine Reise

zu Land oder Wasser - Wafleim aimehäuft, freie Menschen behuls

eines Aufruhrs irr Watten gehat ten, nut. eineur Trupp Menschen Gewalthandlungen

gr'rnl)t ‚ Dörfer erobert, Besitzer aus ihren Häusern und

Aeckern verja gt, Brand gestiftet, Güter geu'auht, Leute helagert,

und zu diesem Behut' bewaffnete Truppen gehabt hat, da ‚ sage

ich, Franz von Siekinigen alles das verübt hat, so liegt offen zu

Tage, dass ei' die Strafe der lex Julia de vi 1nnhhica verwirkt hat

Denn alle diese Fälle zählen Ulpianr und Marcian, Juristen von

vorragender Bedeutun l3edeutInnig, g , einzeln auf,

«Als Strafe aber hat die lex Julia dc vi puhlica liestirnnnnt, dass

24 Pi'tz, Monumn. Genuan, Leges T. IT, p. 54ö.


dcii Wegen \iS l)ul)li1a Verurt!ieilteii NAWer und 1' euer nil ersagt

wurde, jene alte, von den Recht sgelehrten aufgestellte trat'e.

ri Stelle dieser Strale ist nach tJlpiaiis '/cugiiiss die Deportation

getreten, zufol g e deren der Vcrui'thcillc nicht nul alle seine sonstigeir

Rechte, sondern auch sein Vermögen verliert

« A ] rer' auch aus ei nein andern Kapitel der lex ‚J iii ja, nämlich itilicli

iiai'ii dein de vi pi'ivata, hätte Sickingeu angeklagt werden können.

N;u'li diesem Gesetz ist nämlich, wie dci' Rechtsgelehrte St'acvola

clrt'eiJ)t, liaftbai', qui t'oirvocatis litiiinihus virn U€ceiit ‚ ipto quis

ve,lnr'elui', 1:ttilS(t11t'1', cham si nelflu ()CeiSIts ei'it.

tIarcian lügt hinzu: sed eh si nuhli u. '. w., a(isser(Iem bestniiiiite

l)ivus Mar'cus und der dessen 1)ecrct. billigende Callistratus,

nicht dann allein liege vis vor, wenn Menschen verwundet würden

%i ,n, enim est et tone, quotiens fUis Lii iuoI ciehen sibi putat ‚ non

ei' i ud i ('(' 1 ii reposc i t

Sirkirigeu kariir es aber iricht zu Lo t te kommen, dass ei' gegen

den Kurfürsten von Trier wegen .Justizverweigerung zur Fehde

geschritten ist denn dieser Ausflucht ist schon zu Arithng dieses

meines Gutachtens mehr als genügend entgegengeti'eteii, wo über die

Ptiiriduiigen dci' Repressalien gesprochen worden, Deiiiiiich können

wir' nicht in Abrede stellen, dass Sickingen seihst sein Forderungsrecht

gegen die Schuldner, die er angegriffen, verloren hat, zweitens,

lass er dnii'chi die Ueherll1ung der andern Besitzer und ihre durch

Sturm und Brand ljewirk'ht' Entsetzung- zur Rückgabe der' so erworbenen

Sache und ausserdem zu ihrem Ersatz verpflichtet ist

drittens ist ein Drittel vorn Vermögen les Verbrechen, ztr ('4in tiscii'en

endlich wird der nach diesem Gesetz •Verurlheilhe auf Grund eines

Senatsschlusses als infam aller Ehren verlustig, ‚ja nach dem neuem'im

Recht ist ei' mit dciii Tod ztr hestiafin ‚ wegen dci' nicht ein-

.sondern ineh riad neu 'I'sI t scl i läge, die dabei statt gefunden haben. . »

i3esiindci's eingehend beabsichtigte Cant iumr(„nrla wieder neu Friedensbruch

und seine rechtlichen l"ot'en zu behandeln, wie wir aus dein

wirklich riienler'geselir'ieheneri Stück dci' Erörterung schliessen dtrImi

Diese l)ai'legung lautet (i). 17-19):

«Das letzte Vei'bi'echen ist das des 1,anrdii'ientr'nshjruchs ural zwar

nicht nur mach denn geriieiricmn, sondei'n auch nach dem Statuha rrcc lii,

obgleich dieses öfhentliehe und generelle Statutari'echt ein für ganz

Deutschland gemeinsames Edieh ist, Veniii wir gemeines Recht sagen,

so meinen wir das alte guscliriebeiie Recht

ii Aber ehe wir den lietr'eflirideii Artikel ei'öi'tci'n, ist vorauszuschicken,

cr'stliclm, dass der' Richter' und Magistrat und nrinsomnehr

der Fürst seine Unlei'tlmanen zum Frieden und zur Eintracht nöthigemi

könnt. ])aiulncr'giebt es last unzählige Texte, und so hn'hii'ii detirn


- civ

auch Itartolus, l3aldus, Rtnoiinilaiius und Andere. Und ' las ist uichts

besonderes, weil ja das die Suiiinic der christlichem Gerechtigkeit, und

ihr sieherstes S ymbol ist, was uns vor allein Christus hinterlassen

hat, dass wir in gegeiiseil.igei Liebe erklären, wir seien Christi

Schüler. Denn niehis scheidet die Kinder Gottes mehr von den

Kindern des Satans, als ein reines Leben und die Liebe, die sieh in

den Früchten und Pflichten der Liebe zeigt.

«Aus diesen Gründen, und wie ich aniiehine, vorzugsweise

aus dem letztgenannten, hat Kaiser Friediich 11. 2.5 zwei Ordnungen

des Landfriedens erlassen, die nach seinem Befehl in das gemeine

Recht aufgenommen worden, wie sie denn auch längst. schon iii

der Christenheit angenommen und besikligt sind. Nach dem Vorbild

dieser Ordnungen sind dann ohne Zweifel auch die neuesten Friedensedicte

des Kaisers Maximilian seligen Andenkens ergangen. Nach

dessen Beispiel hat wieder Kaiser Karl, der fünfte dieses Namens,

ein Gesetz auf ilem berühmten Reichstag zu Worms beschliessen

lassen, das in unserm Falle zu Zweifeln Anlass gegeben hat

«Zweitens ist vorauszuschicken, dass, wenn auch nach gemeinem

Recht der Gebannte nicht von Jedem ungestrati getüdtet werden

kann, das sich doch anders verhält nach dem Stat utarreeht, nach

welchem der, dessen Haupt verfehmt, d. h. gegen dcii die Achtserklärung

ergangen ist, nicht nur, wenn das Statut es gestattet, an

seinem Vermögen ‚ sondern auch all und Leben angogriffiii

werden kann.

«Nachdem wir dies voiausgeschick 1. haben, ist zu imtersuehen, ob

Franz von Sickingen sowohl nach ge n ieineiu, als nach si nguliiiein Recht

hätte wegen Landfriedenshruch verurtheilt. werden können. Und (lass

es nach gemeinem Recht, hätte geschehen können ‚ ergiebt sich aus

dein ersten Gesetz des Kaisers Friedrich. Die Stra te aber des Friedensbruchs

ist die Toclesstiate und Verniögenseinziehui ig. Was dann das

statutarische und neuerdings auf (Je', \Voritiser fleichstage. aufgestellte

Recht anbetrifft, so ist. offenbar, dass Sickingeis selbst den

Frieden nicht nur verletzt, soulern vollständig gebrochen hat. Und

in dieser Beziehung- bedarf es gar keiner Erörterung, da die Worte

des Edicts, gegen die Sickingeni nach den vorliegenden liiatsachen

liii zwei fell ei lt gehandelt, nichts du n kIes taue ii. Man lese (lii ii ui

die folgenden Worte: ‚Richten ui, ordnen und machen denn auch in

und itiit [Krat't. dieses Briefs, also (lass von Zeit dieser Verkünligung

Nieniands, von was \Vünden, Stands oder Vesens der sei, den Andei'ri

befchden, bekriegen, h)enau}JeIi, fahen, überziehen, belagern, auch

darzu durch sich selbst oder .Jemand anders von seinetwegen nicht.

25

Gemeint ist Friedrich 1. Die beiden Gesetze bei Pertz a. a. 0.,

p. 101 und 112.


- cv

dienen, noch auch einig Schloss, SIädl, Märkt, 134±testigung ‚ Dorier,

Ilül' oder Weiler ahsleigen, oder ohit des Andern \\rilIeiI mit gewaltiger

Tliat dermassen l)eStllädigen soll, auch Niemand solchen

'I'häterii llath, hlül 1' oder in keine wider Weis Beistand odem' Fürschuh

thun, auch sie wissentlich oder gerähi'lich nicht Iieihiet'gcn, behausen,

ätzen oder tränken, enthalten oder gedulden, sondern, wer zum Andern

zu sprechen vermeint, der soll solches thun an den Enden uiul Gerichten,

da die sach liievou' oder jetzt in der Ordnung des Kammergerichts

zu Austrag vei'llmeidingl sind oder kunl'tig wiii'deii oder ordeiut -

lieb hingehören bis zu der ueberschrift : die Poeii [aller Fi'iedbrecher]'.

«sprechen hier imk'lit last alle Worte dieses Verbots gegen Franz

von Sickingen ? Hat er uiicht beinahe gegen alle einzelnen Worte

dieses Friedensgebot.› verstossen? In der Th;tt, das wird nie Jemand

iii Abrede stellen können.

«Fügen xvii' nuui die für dieses Verbrechen bestimmte Strali

lii nzu : ‚Und ob Jemand holten oder niedrigen [weltlichen Stands.

wer der oder die wären, wider der eins oder mehr, so vor genieldt

im riachsten Arlikul gesetzt ist, liaiidelti oder zu handeln iinterstehiu

würden, die sollen mit der That von Recht, zusammot andern Pöuieii,

in unser und des lied. Iteielis Ai'lit gelLil lemt sein, auch llem'männighei

und eineiii Jeden, gegen demisrlben Thäterii imil F'ricdbi'echern,

sobald sie an unserm kai seil. Kaminergerichl oder durch unseri 1

Statthalter und Regiment mit vorgeliender italion oder l"iirlieischung,

also in die getiieldte Acht gefallen zu sein, det'lariit und erklärt

vevden, ihr Leib mut tnt erlaubt sein ]'

24.

«Man sieht, wie zweckitmässig das Haupt des It'iedljreclmei's

uiännigliclu preisgegeben uhl, gleichzeitig mit (leni Verfall des Vermögens

1111(1 aller flechte. An diese Stt';il'e schliesst sich in demselben

Ediet iweli eine specielle an, tia,iilirli Iii (leni Artikel, der beginnt

‚Und d;iruf empfehlen wir [allen und jeden Kurfürsten, Fürsten, geistliehen

und weltlichen, auch Pi'itlateii, Gi'atbn, 1 lerien, I(itleischal

und Städten, und allen andern unserim Uni de Reichs linterthanen

und lieben Getreuen, ernstlich gebietend] bei den Pflichten, Eiden

und Gelnii'simin, so sie uns und dciii heil Beich gclhiaii haben und

zu thun schuldig sind, und dai'zu einer 1 >ön, nämlich zweitausend

Mark t'eiimes Golils, halb iii umisel'e kaiserl. Kaiiinier und den andern

lialhen Thei 1 tleut lit 'Su hmä 1 ig te ii Ui ia bI iissl ich i zu bezahlen4.

Das aber erscheint als die besondere Sti'atb, die neben der Preisgabe

des Vermögens, - wovon der vorangehende Artikel «Und ob

jemand», - vorbehalten ist, nämlich so, dass der Friedlireclmer diese

26 Die Fortsetzung der Stelle ist bereits oben LIV mit.getheilt.


- 'i -

speciell bezeichnet(- Stial ohne weiteres (ipso iure) vorab hei'alzleii

muss und (lass erst dann iiiännigliih gestaltet wird, Leib md C.(11

desselben ungestraft anzugreifen.

L\ 1er auch andere Strafen weide,i hier an versuhi ie lemien

Stellen gei!en den F'iie 1 Ia'ecliei verhängt, iiämlich das Verbot, ihn zu

lierbergen 1111(1 zu behausen (de non iecipiendo, ihn nicht zu ätzen

oder zu tränken kii (11011 1 l(!iido), nicht ZU enthalten oder zu ge(lu]den

(nion defendeiido, Don tegendo) und viele andere der gleichen Sti'ahn

die alle darauf abzielen, dass dieseni Fried Imiechei Wasser und Feuer

untersagt sei und er, so dci' menschlichen Gesellschaft beraubt, nach

beiden seliinamIite und mi Elend sterbe. »

Was Ca iii je IIcU ta in dem zweiten 'J'heil seines Gutachtens, dm

lie andere Seite der Sache 1 eleuch leni sollte, 11(511 hinzuzufügen

gelacht,

ist niclit zu sagen, zumal es hin' ganz all Andeutungen fehlt

Nur ein Punkt steht ausser Zweit'], näinlim']i die Absicht, (teil Mangel

dem' Citatioim oder Füihieischung» g''lleuitI ZU iiiauheii Die dritte Frage

ging ja dahull : ob verkündet worden, dass Sickingen

in die kaiseiIichii' Acht gehilk'n Sei. Gleich in der speeies laeti war

tstges!eIlt, dass die Preisgabe des\ermögens eines Ii'liedbnecheis

hei liiigt sei durch eine vorangegangene link In rat mii und diese wieder

durch eine Ci tatioim. N mim war, wie all ei her späterli Stelle (i•

5) hiervoi'gcl

iol eui wird, Franz von Siiki ngen zwar V011 ilen) Nürnberger

lten'lisiegiinent für einen Friedhm'ecliei' erklärt, auch allen Deutschen

gestattet worden, gegen eineii Leib und sein Vermögen anzugehen,

aller ohne dass Sickingen vorgeladen oder gehtöi't worden wate. \Vii'

wissen auch, IIitSS das Hei(hlSregimeilt (liesln Schmitt bald bereute,

nicht iimindei allem, dass ii ie Sie feindlichen k i imgen F ü rste ii die St itt -

haft igkei t des heil mlii eFeu \ei'fahircii s vei't.hm id iglei i

Die letzte Frage, welche Canl imincula zu hcliaiidehi, gedachte,

1111(1 tlw ei SO 1Jr1lUhIirtCS i quitt iUiiS vel actionis salvumii his libei'i

1clmhansnrjt, ad bona lmatel'Iia, utruni iii, quidquiil mst, juliS vel actioiiis

P05 5i11 t iii aliuni l'eSSiOfliS ia ti'auisftmit', gibt uns lilie Andeutung

Über Verlianmliiiiigii ‚ in \VCl('liClI die Simkingelliellen hifl(lel' iuiit

i igend einen u limit ten wegen ihrer eibseha Ansprücheuc Lt lit hei '

standen.

Hiernach war eine Gessioii dieser Auspmiic'lie in's Auge gefasst,

und die über ihre !teehtgültigkeit euitst;mndeimcni Zweifel vielleicht

nut ein l\ milass, Caiiliuncuia's Gutachten einzuholen. \Venn wir

uns erinnern, lass Ilesondo!'s dil? Abtragung derSt iassburgeu' Sei iulml

(teil Siekingenschen Söhnen am Ilerzeim lag ‚ und sieh LCI

riahme des Strassburger Darlehens ausser Franz auch seine heiden

Söhne, Scliwicker ummil Hans, auf Edelni;mmmus Glauben vei'pllie]itet

iiatte,i, die Summe zuiüekzuzalileii, st darf tmiaui die Veminuthutig

aussprechen, (lass das Geschäft vielleicht iiiit ii,?!' Stadt Stlassbul'g


- (:Vtt

lt 's Auge gefasst 'ai ., die auf diese Weise gedeckt werden ollle.

Jedenfalls aber war die Stadt Strassburg, altdein der

Sache wesentlich infti'es»irl weil ihr eine Schuldverschreibung des

Kaisers zu Gunsten Sickiitgeiis von diesem verpfändet worden.

Wal, aber diese Forderung s todt und ah s, so war natürlich auch

jene Sicherheit dahin, und so itioclite man auf den Gedanken

gekommen sein, tier Stadt die erbrechtlichen Ansprüche der Kinder

Zu überweisen 27

Die Frage, oh uiiuhil aticit Sickingens beide Söhne als Theilnehmer

seiner Fehde in die Acht gefallen seien, diese Frage wird

in dciii G utaeliten gleiclil';ills berührt und ohne Umschweif bejaht 28

Sonault war da» Gutachten, veiiit wir von den Schwestern absehen,

wesentlich itit Interesse des iingsleii Sohnes Franz Conrad veranlasst.

Wie das früller 29 mitgotheilte Schreiben Ferdinands «die Söhn

und Kinder» Sickiiien» unterscheidet, so auch das Gutachten, das

zwar weist voll Ii lii, abc.,' auch al Igentei ii von den uI el'i redet30.

Als im Jahre M2 der h qgdh-li geschlossen ward, erschienen als

Parteien auf der einen Seite zu ii ächst flic, drei Brüd i I . ' veh'lie den

Vertrag « h y Edelmanns Treu und Glaube,, » zu halten versprachen,

während alt] Schluss iles Vertiags Maigaretita und 1 dak'iia von

Sickiuigen, weiland F'rauiciseus von SiL'kiltgeu, ihres lieben Vater»

selig «ehlicht' liebe Töchter» bekannten, dass dieser Vertrag mit

ihrem « guten Wissen und, Willen beschehen » sei und «hei wahren

guten Treuen» versprachen, (, das Alles genehm zu halten und davider

nil zu sein noch zu thuit, keineswegs 31 • » -

Was die Fortsetzung und Vollendung des Gutachtens verhinderte,

ist zwar nicht mit Sicherheit zu sagen, aher ihoch audi nicht schwer

zu errathen : die Arbeit musste schliesslich auf eine Kritik des

Reichst'eginienls liinauslauhn, die zu nichts Gutem führen konnte.

So ward denn mmhl ein verti'aiulichei' Bericht erstattet und die augefanigeie'

Arbeit blieb liegen, »her nicht unbeachtet.

in foritiehler Hinsicht zeigt unser Gutachten ganz den Charakter

des Verfassers, einerseits »eine gewählte ‚ mit einer unifasseudccii

Keiintiiiss des Alterthuins etwas prunkeiide.\u»drucksweise,

insbesondere eine Fülle griechischer Kuitsfaiisdrüt'ke, anderseils seine

Vgl. die Verhandlungen oben S. LXVII und LXXVII.

28 Schon in der species fach heisst es p. 5: filii proponunt, se

tacinoris paterni nequc fuisse autores iieciiie adiutoi'es «no rel altero flio

excepto. ferner p. 13 F. Sicinii unus aut alter films, qni soeii fuerint

facinoris patent i.

29 Oben S. LXXII.

»0 Die filii werden genannt p. ö. 41, 42 1 47, die hiberi p. 7, 41, 49.

31 Mönch H. S. 283, 284,


- (:viii

beflissene Hinweisiin aul den christ lichcii Glauben (. laulien und die Christliche

Sitte, wobei jeder Hindentwig auf dcii iiiiieihalh der Kirche

entstandenen Riss sm W MUQ aus dein \Vee geguenh, aber durch

die Anrutu ug del . Jungfrau Maria 11)111 C h rist us vor Beginn der

rechtlicheii l)eductioit (p. 6) die AiiIiiiiIicl,keit an dcii alten ('dauiivti

zu erkennen gegeben \vii(l

(ehieii wir auf die juristische Seite e in , so linden wir von iniUel -

alterlichen Juristen iitirt Ciiius (- 1336) p. 2,2, Job. Aiulreae ( 12U8)

P. :t, Baiholus (-- 1357) p. 7, 8, 12 und 17. (aspai' Caldeiiiius ( 1399)

. :3, Baldus (- 1400) p. 13 und Is, Panorniiiaiius (- 1445) p 17,

Maiiaiius Soeijius (- 1 17) pn 22 und Haitholomacus Socinus (1- 1507)

Ii,

Die neuere Zeit ist, allein durch \iiilieas .Iciatus vcrtrcteii, wut

zwar duieli dessen bereits 1.518 eischiicneneii Paradoxa (p. 11).

Besonders benutzt ist der bekannte Tractat des Raitolus über die

Repressalien, dazu koitinien {utachten von Maiianus und Baitholoinacus

Socinus. Ob das ebenfalls (p. 3) cititte Gutachten des Caspai

Ualderinuseediuckt ist, weiss ich, wie heiiicikl, nicht zu sagen.

Weifen wir einen Blick auf die von Cantiumu Iii benutzten

Reclitsquelleii, so finden Wir wir von dcii GolIatioiiis 32 die V und die Xl

citiit (p. 7 und 15) Die letztere umfasste (hie Cesetze Heinrichs VII

über das Majesl ittsveibicchieii, A 1 repiii uend UI ii (lud über die 1 he -

hell ion Quoii lani nn per, und i lazu seit 1 laitol es die oldetie Bulle

Die indeinGutachten 1 p 18 lt. 23 angczoge.iwn Gesetze l'ijell ljchs 1

bildeten eilen Thtei 1 der X. roh bit io, die Cant i uncula als solche nicht

anführt ])ass Gaittiwicula auuli die goldene Bulle nicht citirt, erklärt

sich so, dass dieselbe iii hein fla g lirhicii Kapitel das seinei Meinung

nach ohnehin gultie iöii tische fti ehit nur wiederholte.

_\usseideni werikn drei fliieliti des J ustitiiatiischieij Uodex cihiit,

aber so, dass hier iiiehrnials .bweichiungeii von unserer Eintheilung

voikoi.inien, nämlich liii. VI statt V ( p. 3 u. 14) will lib. X statt. Xl

(p. 7), Abweichiuiieii, die vielleicht nur auf Schreibteller zurück -

ehicii.

Auch kluine VLuianleli in den Rubriken der iiigesteitliteh finden

.skli, so insbcsoiideie P . 11 dc capitc di minutis und de verboruitt

et 1 er ti iii 5i4ii ificatiojic, wiiliieiid es an auideiii Stellen (p. 7 und

3) de verh. signil. heisst.

Das kanonische Recht ist nur sehr Spärlich rititt (p. 7 und 14).

Ucher alle diese Juristen s. avigny, Geschichte des röm. Rechts im

Mittelalter VI und Schulte, Geschichte der Quellen und Literatur des

kanon. Rechts II.

Ueber dieselben Savigny, III 5. 501 if. ii. 526 t.


- -

Von allgemeinerer lsleutt,n2 ist die Arl, WIC Cantinneula das

'eihäItniss der in 1 )eutschlaml geltenden Rechtsnormen bestimmt

Der wichtigste Gegensatz ist der des ins coinmut)e und des ins singulare

(p. 18) oder des ius statntarium (p. 10). Während (aii 1 iiinrula

unter (leni ins rommunr' das ins vetus scripturn verstelil miii ilarunter

auch die beiden Gesel y.e 'riedrihs 1 begreift v ''rtelit er unter

1cm ins statutaimin die späterit Iteicisgesetze ‚ ( 11)gleiüli dieselben

auch für ga llz 1 lentschla nd Gelt ung haben und in.,zi.lIern in wei terni

Sinne ebenfalls ins comniune darstellen (p. 17).

Das Recht gemeineim sigentlirlien Sinn ist tIeils ganz altes,

wie die Nil Tafeln. 1 heils jüngeres, wie die Coristitutionen der römischen

Kaiser (p. 't).

Das ins commune ist aber seiner räumlichen Geltung mach das

Recht des orhis (p. 17), von dem das Land Germania nur ein Stück

bildet. (p. 3). Die Ideen des Mittelalters sind also hier noch iii volle,

krall.

1)er Zeitrauni, velc1icm clas Gutachten angehüremi 111155, wird

zunächst begränzt einerseits durch Franz von Sicking'eis Tiid und

andererseits durch du \ergleieli seiner Söhne in i t dcii l'ü rsten

Innerhalb dieses Zeitraums imüsii wir weit iiiehr all die erste als au

uiw zweite Hälit lenke. Dafü i spricht vor alteri (1e) Umstand,

dass der Anspruch gegen (hei Kaiser den Ausgangspunkt für das

Gutachten bildete, ciii \nspruclm, der -a11 1-sübeinlich se hoi, iii Ende

des Jaiwet 158 seine Em1edi,ummg fiid . Mit dieser Annahme

stimmen alle weitern Andeutungen. Zunächst ist die Siik imigu»nsche

Fehde Immil in frischer Eiiminermmimg (eo facinore mox in vii igati itaque

notomio, fit inficiari I1PWII po t es p. 5), dann in der Kurfürst

Richard von Trier, der im Jahre 1531 starb, wie es scheint, als

lebend vorausgesetzt (si quis dicat, 'Fr. pmilieipeni busse et es - p intei

primos a consiliis Caesaeis p. ) denn wcnii dieser Satz auch von

hein kurfürstlichen A mit 'orstanden werden kann, so liegt mcii die

Beziehung auf (las Individuum näher. Und endlich sehieiiit der Umstand,

dass Cantiuncula diesen Erzbischof an zwei Stellen iiidii'ect

angreift - p. II quo tmanslalioimis inre videnus tempore loIigisSimi

Germianos libeie cl (ont inue lisis, tit qui mion aliumn in imnperatoreni

Romanumn designaverint quam gernaanmim, und p. 4, wo es lwisst

41 ass Sichingren pro viri Ii thIel is assessor sernier ex fit erit -‚ Stellen

welche doch auf die tianzösischen Intrieri des Kurfürsten hinzu-

\veisen scheinen, ich meine, diese Aruziigliclikeitemi legen selbst

den Schluss nahe, dass das Gutachten vor das Jahr 156 [alle, in

welehi,u der Kurfürst seine Stellung in der Opposition aufgab und

von kaiser und seinem Binde,' eine Pension annahni

Vergleichen wir mit diesen amis dem Gifachitei seihst entnoni-


- c;x -

titenen Fulgerutigen die Anhaltspunkte, welche sieh etwa aus Cantinnculas

Leben ergeben. Leider sind wir gerade für die Jahre

154—l(i nur seht mangelhaft über ihn unterrichtet. Cantiunciila

war seit, 1519 ordin;iiius leguin in Basel und seit 151 auch advocatus

uivilati Basiliinsis, Wie ei, in uiiseiin Gutachten als das

Wes ii der christlichen liclteu t G ereelit igkei 1 die hrüderl ich Liebe bezeichnete,

so hatte er als Schüler des Erasmus schon im Jahre I52 in

flasel ‚ WO eilte Nahe Taft wehte, dein Klerus Achtung flg vor (ICitl

MM römischen UM, lt ‚ vor den leges, beizubringen vet'suihit, ihmlieh

durch seine oratio apohogetica in palrociniiitii inris tivilis coiilra

tos, qui leges cUtil Evangelin paruin concorula reafflrniaut. liii Dezember

1523 vcil'olgte er den Plan, seine Professur an Honiüicius Amerbach,

der damals in \vignon studitte, zu über! ragen, wähiend Atnerhach

selbst, da Zasiuis ihn imiAi Freibi.irg zu iichiuii suchte, sich hier im

Sonmer 1521 uni die lcclio Sexti hewi1lu. Aher nachiulein ihm diese

im August 0 heil Lagen wo rden, 1 eg te ei sie, zuIl i grossen Kummer

des '/asi tis, 1 :ilu 1 nieder, uni i ui November die erledigte Professur

unsers Ca nt in icu la zu 0 heinehti ii cii Unzweifelha Lt hängen dipse

clivauikuingcti mit uleull Kain1ule 11111 das kanonische Recht zusammen,

wie er in diesen Jahren geführt waid. Caittiuuticula stand im Januar

im Begriff, nach seiner Vaterstadt Metz zu gehen, um daselbst

zunächst hei seinem Vater, einein apostolischem Notar und bischOfliehen

Sekretär, zu wohnen. Im April erschien in Basel seine frauzösischte

Uebersetzung von Erasmus Anweisung zu beichten, die ei

(1er herzogin Margarethia, der Gönnerin der Hitgenollen, widmete.

Was in Metz für Zukunftspläne geschmiedet wurden, erfahren wir

nicht dci Dienst der Stadt ‚ der er wegen eitles Stipendiums

verpflichtet war, lockte ihn 5') wenig, wie er seinen Freund, den

Syndikus der Staiht ‚ Cornelius Agtippa \Oii Nettesheint, hatte fesseln

können lin Mai finden wir ihn in Vic. Hier hatte ei, wie

es scheint, die Aufgabe 0 hc'rnomn eine m Reihe neu, von Klerikern in

die Anfangsgründe des rOm, Rechts einzuweihen. Er las mit ihnen

(heil Pandektentitel de Regulis .lurjs ‚ fand aber die Schüler so

dumm und träge, dabei so sehr auf Esseit und Sinken empirht,

dass ei den Unterricht aus Verzweiflung aufgab 3.

1-lotawitz hat a. a. 0. 5. 8 aus dein Cod. Pal. Vindob., der unser

Gutachten enthält. folgende 2 vielleirhil von Biassicanus herrührende Notiz

initgefheilt Hane inte.rpretationem immhot (Ije fel. 22-30 stehende int.crpietatio

titnli de lt. .1.: legit ipse Caiitiiuicnlii in \ico Austrasiac quibusdani

sacerilotibus, uti ah ipso audivi, idiotis et igulavis, sie tandem etiam ipSus

fere despetantihus ei plus veritri et potatiomuibus invigilantihus, tandem

deseruit lectionem...


- cxi

Im Jahre 15 126 linden wir ihn dann in der Unigebun g Ferdinands

al zu einer Zeit, wo dieser von ileit Iiirtr'n verlangte, dass ihm

die Eiledigwt der Sickingenscheti Sache übergeben werde. 1527

rühmte Erasitus ihn in eitwin dem Kardinal Jullann oii Lothringen

gewid ineten 'Werke als ra missin ii in vest rae Lot Jiaringiae cxciii plu ni

'1 ornaniontuni Dass im Jahre 152 in der Sirkin genschen Sache eine

Gesamnll.si halt an den Kaisot in's Auge gefasst war, haben wir früher

gesehen. Nun ert'iliretj wir, (lass Caotiuncula sowohl 158 als 1529

in Spanien war. Aber weit igsten.s die erste 1 {eise kannj nicht mit dei

von Seliweikart. in Aussicht genonhmmlenelu Botschaft in Zusammenhang

stehen, da ( ant in n rula schon im Juli von derselben zurückgekelitt

war. Dagegen könnte die zweite Heise auf unsere Sache

Bezug gehabt hauen. Ob jedoch der Umstand, dass die kaiserliche

Schubd in dem Titat bald nach dein Jahre 1.528 abgetragen ward,

iiitd 111 , l . andere, dass 1 a iii in mwu ha die zw 'i te spanische Reise als von

ErroI gekrönt I)ezeicIIIiet ‚ auf dasselbe Ereigniss hinweisen, muss

laliiiigestel lt bleiben. Dass Verdina ( ol ii t lei lientle Elenien t war,

steht lsl : auf dessen VermitIlwig vertraute ja auch Siliweikart

mcli seinem Brief vom l . . l'ebruai 1525.

\' ielleiel ii fiihii noch ein anderer l'adej d i ccl von derSieki ngen -

s(lien Familie zu (amitinncii!a . Dass das Gutachten vorzugsweise im

Interesse desjüngsten von Sickingens Söhnen veran1ns1 sein muss,

liegt klar vor Augen. Dieser Solit 1 aber Jeli sich mmdbei den) Erzbischof

von 11esanomi, in derselben Stadt, in welcher Cantilliwillas

iiilinist.r lrm'unm! lebte. Dieser, Stephan Verdelel, war mit C;miitimm

ucubt In Basel 1 'ech tslehier gewesen und dann in seine Vaterstadt

zurürkem'kel mit . Da konnte sicht leicht 1 'inc Beziehiun zu dem

jungen Sickingemm um}(1 seinem Patron et 4 e leni. die liii' die Alilhssiing

eines tufm-lItcmis den Blick aut Cantiuncu!a lenken nioclili±. --

t; it;mchilmti, das prüfen m:ivilicchit!iclie Ansprüche will, aber

rhen des-,halb in das Strafrecht eingreifemi IILUSS, gehört der sehr

m Za hl vissensm.ha ft 1 jeher \ mi meitei i d iesm r Zeit an, welche,

ztinirlmsl in un yoillelhareimm Dienst miet' Praxis dein Strafrecht

gewidmet '.ini!. 1.imi Behandlung des Majestiitsveilmrechiens. das der

Kurfört vomt '1iier iii imittmst;iimjenllichei- Ihitt' selbst an den Kindern

des Angeschuldigten g-el -alt wissen wollte, stellt Cantinncula (p. 20)

die griechische ‚ die Loni 14 aequi norma, gegenüber, die ei

dem klassischen Bemhit der Römer entnirnnit.

Einige Notizen über ihn bei Stimitzing Zasius S. 257, Ergänzungen

hei Rivier p. 7 Anni. 3 nach \'isclier, Geschichte der Universität Basel.

Ich bemerke im Vorübergehen, dass auch der Verfasser unsers Gutachtens

nicht Chansonnette. eondein Chansonet geheissen haben muss.


— CXII —

Aber die Zeit für diese Bestrebungen war noch nicht gekommen,

oder vielniehr, sie war schon wieder vorbei, seit ein Mann wie

Scliwaizenherg nicht mehr dciii Reichsregiment angehören durfte.

Es ist eine lehrreiche Eiscliei nu ng, dass (Ile Neigun ‚ die Voraus-

Setzungen und lolgeii des Majestätsverbrechens gesetzlich zu fixieren,

liii inigikelirten Verhiiltniss stand zu d pr Neigung, eluem Gegner

den Vorwurf des MajeStätsverbriNIieiis ins Gesicht zu schleudern.

Als ihis Gutarliteii in Angriff geiioinineii ward, gewann das Pro,jecl

einer Peinlichen llalsgiiiclitsord ilung, velcIies über das crimen laesae

inaiestal.is al)sic]ilhiclI für schwieg, das (he!iIs(-he Reich IallgSalli eine

festere ( es t.a lt Zwischen dcii \Terlia 111111 ngen über dieses Gesetz

und den \. über 1 lau die In (geil Sicki ugei isclie Angelegenheit gab

es manche 1 terühruiigspun k te, Zu ii ächst schon hei.üglieh der Gültigkeit

der Acht. War doch die Streiifrage in analoger \Veise schon hei den

Verl ia lid Iii iigen iil)er die Verdammun g Lu theis hervorgetreten. «Die

.liiriSleIi der Kurie kitten eine Vorladung uni! neue Vernehmung des

Angeklagten für nothvendig gehalten habe doch Gott selbst Kam

110(11 einmal vor sich gerufen aber die Theologen wollten in keine

weitete Verzögerung willigeii »35 . Dann spielte auch in der Luiherschen

Angelegenheit, wie hier, (las Majistät sveihrecheui eine Rolle. Hatte

doch der Papst die Anordnungen sei)jer Itulle eingeschäri1 bei dclii

Makel des Verbrechens der beleidigten Majestät, hei Verlust der Erbrechte

und Leiten, ciii Verfahren, la eiii kaiserlicher Rath, ilierouvnius

von Endorf, als einen Eingriff der geistlichen in die weltliche

Macht ansah, inul das ci den Kaiei aufforderte, nicht zu dulden '.

In Nürnberg wuil , an eine ruhige Behandlung gesetzgeberischer

Arbeiten nicht mehl zu denken. Als der Reichstag am 18. April

15i geschlossen ward, ges chah der Halsgerichtsordnung mit keiner

Silbe EIwiLI1IIUI1g dafür aber erliess der Kaiser am'27. Juli ein

Ausschreiben, ganz im Sinne des Papstes, woher er die in Aussicht

genomniene Versammlung der Stände verbot hei Vermeidung uriniini.s

Inese niaiestat is, und der kaiserlichen tu id des Leid is Acht 37.

Bis zuns Jahre 129 kam die Halsgerichtsordnung nicht mehr

zur Sprache. Als daiuii auf dein nach Speier einberufenen Reichstag

ihic Reformen legislativen Wieder au4enommeii wurden, sass in dem

bihtifs Prüfung der kaiserlichen Vorlage gebildeten Ausschuss auch

der Eizhiscl ii von Trier 3. der in Sicki ngeli s Vorgehen gegen ihn ein

Majestät svejtueelien erblichl hatte. Der AiIssrlllIss beschloss, deli

Kurwurf einer aus ieclutsgelehrten ihitheut der Stände gebildeten

Rauike 1, 298.

Ranke 1, 308.

flanke 11, S. 114.

Güterbock, Entstehungsgeschichte der (aroliva, 8. 106 Anm. 1


Subkommission zu Überweisen. LTnI als diese ihre Thiitigkeil beginnen

wollte, fand sie sich besonders durch den Mangel an literarischen

Hilfsmitteln an einer gründlichen Prüfung gehindert 39. Im

Grunde war es der zu drohender Schroffheit gesteigerte Zwiespalt

des Glauljeiis, der eine förderliche Verhandlung unmöglich machte.

Erst iii den letzten Entwurf der Halsgerichtsordnung gelangte

eine gewisse Bemerkung über das Majestätsverbrechen, nütulich die

verunglückte des Artikels 218 : hein an etlichen Orten ‚ so

ein Uehelthhit.ei auserhalb des Lasters unser beleidigten Majestät oder

sonst in andern Fällen, so ilor tieheltbijier Leib und Gut mit erwirkt,

nun Leben zum Tod gesliatt, weiden Weib und Kinder an

l]et tot uI x und das Gut dein HCFIil zugewiesen».

Der auf dem Reichstag zu Augsburg entstandene neue Entwurf,

der vierte in der Reihe der Projeete, enthielt den Artikel noch nicht

erst hei der vierten und Schlusslesung fand ei Aufnahme , und zwar

offenbar so, dass die fle(llCliOr1 desselben eiuteni Koinmissionsrnitglieu

le überlassen ward, der die Arbeit in grosstu Eile und seht

nachlässig machte.

Bei den iiuu Scho.S.se der Kommission gewiss hier ganz besonders

lebhaft geführtell Mtiriungskanu 1 fezi - dieselben können wir uns an

deni in ulnc iii Gutachten erörterten Für und Wider vergegenwiiiIigen

- muss man sich dahin geeinigt haben, die nach dciii gemeinen

Recht auf, das Majesh]tsverhieclieuu gesetzte Strafe beizubehalten,

iiünulichi die'fodessltal und die Verwirkung des Vermögens, wenngleich

Weib lind Kinulii de- IJelieltliäters dadurch an den Bettelstabgehraiht

wördeui 4.

Hier ist nur iiuucli darauf luinzu\\ dass eisen in tleuu , loM2 zwischen

leni Siekiiigensclueii Erben und denKiicgstürsten aufgesetztem Verteichisuikuiideti

zwar (las hecht, dür an den o&cupiulen Gütern

prinzipiell lestgelualteiu, andereiseits aber des . Sickingen frühe] . vorgeworfenen

Majestätsverbrechens auch nicht einmal andeutungsweise

gedacht viid.

Auch das Verbrechen des Landfriedensbruchs, wie es in der

Carohna hehanolell ist, enupfangt. durch unser Gutachten eine neue

Beleuchtung. Interessant, ist iunüclist, dass schon bei den Verhandlungen

über iteti Nürnberger Kritwuil voll 153 die lievisoren den

Artikel 1 :ä des PIOjICt.S dahin indeiteui, dass gewisse Fehden mit

kaiserlicher Eila 1 ihniss gestaltet sein sollten -Ii . Dieser Aenderu ngsorsclilag

ging darin aui:lu in das schtiessliilie Gesetz über.

39 Güterbock. S 109 1..

10 Güterbock, S. 248 ff.

ii Güterlioik. 5 98 Aniui. 1.


- (INIV

\l'tikoI 19 lti 1 ;l1'441i1114, tIjIIi'4'II, iI (ii(' !4UI l)i\\iIi

htfe1tdn», Iruitet \Ve1chei Jemand wider flelhl 11111 Billigkeit 11lulItvi

Ii 1 ii 'Iii Iti ‚ len ri eh t '1 lilI m t dem Seliwett vom Lobell zum

'lod. DIllil oh Einor halI)PI V011 uns, oder \aeIikoiiiiiit'n

a111 Rii-h, Kaisern 1 IOiiellIl iloi KlIli4eii, I:ilaulIIIN Ititt,

ler l(r, hIl'Il III 11Ill ilOIiT'ILliIt ‚ schl, S4?iIll'iCSI1llCIi 1'J'eI11I(1 11I:l1I

(III'! IIei'rsliaI't ider dur 1111191 }liJLhl wure, iiir sollst zu solchülgedrungünc

111':ii1i 1IitI, (I soll er all seht .iislii

i11 (II11O'1Ihl'I1 .iiti'ii ITI'S1h(II4Ii uiiht 11e111l1llh traft worden.

In r1l)cl1r'El 1.'i111491 1111(1 ?vtIii '4411 1111 ihii I1c1IIt'I'ItalitIigeIl und

:411 IInl44 iiinl C)ltluI . Vil . /11 1'l1II' 4]iI'Im ( rI11114ng :tilgi'7.i'igt, Iatll

gf'l11;i lili \vellIcu1

Dir' genaln , I ' r'll4'l'PiI14thIlhuui1IIi itilt ili'i .\U'liil1I1lili4'I1 hl1iil1I41

(iit.ae1itr'iis p. 101 12 u. BI liegt klar ‚ii i:i. Die Zweite Aus

llihltlIiF'1llSt1ltlihlI1Il1 i'I ;mIIer \Valiui . c1teiiiIihk j I nach eiitr' (41u11essiohu

:mju 1111' .11lI1IlILl49 iki)lgr'II.'. \VlrIlf flut 7.L14, 1It'lI dIliltIti. flass

'l'ilIl' II'IIllC (:IIIIII /11 viller 111'itII j I'hlI1 SII11l' 11111t1 aI4g4TI)eli kuiiieii.

44 Lid Itl'll zeigt ItI)i all vilw)14 1k'js1)il.1 1 las 11r'silteheii a1fr'k1;irIli

l'ut ' Imr't' ‚IliIisIIJ. 4114' dul li'iui NII-I - Ils Init Eiter gesehiitztr'ui,

1 1i4 . 1l11/l llim'lu' III'1 41111] llIaII1.'lht s S11lI(til,thii'l'IIll41Il

Bl-'stlullIhIullgi'n loi I4\lIltitl j.ZlluIJI kai''! 1(1 Giiitt'ii r'iIhl's elitisllitlihiiiiiaueui

flellhl'. 4I1iIi(Ilt i1i.11IiIIiIIt 111 l44141IhIlJ, itiril Zwar 11111

lliiIk iIi' l'ig4IlIlil'Il II1tli(ltIhI Ih'l1It. Ikule'i tritt :ili I']LIl'ltI Punkt'

:ltl1l (lii 1l"lIllhl olos lIIlIIiIl44II l l \Vil'I1 \lii dor \VilSllhI'lI II'ItilIII

4149itli(l 4 hl1IVoI

Der tIll Dl'Iit(lIliI1l(l 1111111 •'illI1llIi'j4l1t 4 ltll't ii1itllaltIlliPthl'ti

1ir'lll'ilI11 11l .\lIiiiii 1101 W1IlIlhlI'hl IhilIl' 1111114' staiiit.

F;i,tnlu, Illuil, ('iii IllIttI hIll) I.lhIl . liilIt ge$u" iItr't v * ' ri1oii. 144111

7.War 1111111 11111 , Iltlill iiiiI ohrlich, . iIeiii :111111 lhiIItI1i'lILIks 111141

ltejltlIjelt 1lbl_ltIItl'1 Auf . 11 4II4I lIl4ll' \1III in Ihut1lIl;hIull III 411€

111Ni' iiheili:.meii. t;iutIiiiiiiuil: hall -'hic' 0i.(4'ilO \:itisIaill iljesr'

J1iaxi'. Il;llllli:llI'Ii '.111411.

411! ili III'! \IlttlI IiutgiI. III'r 'ich lthl1Il II]

0iItOit lhihil ' ii gIijmihI OiIihi', 111 ,shallt IiiStallt I'itll' lulIligI

F1'1hIII 144114'ilhI4lIhlIhlll 11:1110 unI 111111 in Ilio .\cIit i'rkhaI \V(1i1elu wIll

I!1Ij4'11'11 1'11(I'' de, P;hIIli- 15I7 Ilor steiitu'.i SI'IuI1, III I:itIu llI'I'

1)l'r'izeIlll 141141 clii' Siltlihl VIII!! klilIg oillt , Pic1Cl;IIuiflthIlh,, votiIi .J&itiiil,

der ilt'ii .\I .chferlu'Il4illl 441111 hIt hulli iii,, in II4I4CI 1 1 rei . gelloh'uu

\vallI • 'iii 1 -(III! Iii'. 1111'! Iii ‚ dür oillt , JIlIl lii tig 14 tt Iui. 1.)ii' E 4 r1-

cl:IIII:IIIIII1. III VI III I:iIliiIr:ili' III lI'IItcIt4'u' iiiii j I11II1:IIIISIhl(u

il1rl1 ililhhl! verIi'ei 1 iti ' I 41:11111 :lilg". 1lIl:n.'uII \VarI ‚ ti:tttc cli,

2CVlil15l:lltl' \\irkiiuig . Iuiili irr [llesglsIlIl dc''. \eelit'rs VOhh

tulilti'. hllilIll ltl'Il E 4 rej- 114111 Iii' /.ii,.'.;ite \thlllI'Sti4 .' IIOSti)Olrlt. 4(1


Juli .des fölgenilen Jahres den Meuchelmord an 'lein sehlafendeit

Kameraden und erhielt die verheissene Belohnung. Als in der Bürgerschaft

sieh das Gefühl laut zu machen begann, dass hier ein Ent

setzliches, und dazu von Rcclilswegen geselielitit sei, da ward die

Aeusserung eine.' jeden Tad eis du reh öften II ithe n Ausruf verbeten.

Siekingen war es gewesen, der seiner Eiusot1ng keinen Zügel

anlegen liess, sondern die Välit der Stadt, utiil diese selbst zu

tigen unternahm. Er hielt sieh dafür uni so mehr befugt, als der

Meuchelmord auf dem Sclilnsse eimies Vetters geschehen, ja diesem

Vetter das eigentliche Ziel für dcii Meuchelmörder gewesen 3V,11-42.

Der in Metz gehorem me Ga n liii ncuia k miii 1 e es niel it filier sieh

gewinnen, jene Lehre da, wo sie berührt werden musste, in ihrer

ganzen Ilässiiehkeil wieilet'zimgehen : in unserm Gutachten tautet die

Lehre nur, der lebelL könne ungestraft getödtet werden (p. 151 das

\Vorl oceul te ist 1 ''Seit igt

Cantinurula, der sieht als einen ebeit so fähigen als massvollen

Kopf bewährt halte, trat später in die nächsten Beziehungen zu

ikm höchsten Gericht im Reiche Als iu f dem Reiilmstage zu Augsburg

bestimmt wa id ‚ dass das lleiihskammemgeiichtt in Speier,

wohin e . l 57 verlegt worden, ,eine[] definitiven 5 ii z 1 el ei lt n sollte,

null Erledigun g der immer mehr altemi

imtiemiedigten Sachen die Anstellung von acht auss'roideiitliclien Releienten

beschlossen ward, da l;i sste matt Bit Wesei eni siliwietigeit

Ptistemm auch unsern Cantiumicula ins Auge, der ikiimi auch im Laub

des Jahres 15:32 seine Tlmätigkeit. in Speiir hcgaimn, in lemnselheit

Jahre, in ve!ehtimi die peinliche }laisgemichtsordnuitg als Gesetz verkünde!

ward.

Von Anfang- an hatte Gaul iumictmla vor atlent die Reform des Privatrechts

mit Eifer verfolgt. Seit das von Maximilian ins Auge gefasste

esetzhucl-i Wieder au fgegehi ii worden, rh a elite 111,111 in Deutschland an

allerlei andere Mittel für eilte \utiesserung des Bechitsztmstaiiiles. So

war selbst unser jun g (')- hiollnitngsvohler Gelehrter ihm Jahre 1521 von

einem Tübinger Freunde auitge[ordert worulemi, ein Compendiumn der

Jurisprudenz zu verfossen. Ein solches IJnti:rIIeIIrmle!i, erklärte er

in seiner abhehmnen(len Antwort ‚ könne nur von Männein wie

Zasiuis oder Alciat aumsgetührI werden, Mämittem, die er als die Papiiiiane

seiner Zeit bezeichnet. Gleich seinem Lehrer erwartete er Heil

zunächst nur von kiitisiIiin Arbeiten, wie sie nun bald Ilaloandem-

42 TJlniami, 94 ff. Die Prociamation hei de Vigneulles. Bibliothek

des literar. Vereins in Stuttgart XXIV, S. 319-321. Dieselbe beruft sich

auf ilrojt commann. iufornmuutjomi imperiale ei bulle dor.


fXV1 -

ernstlich in Aiigrifl nahm : und wie Erasottis im \i:uil 127 Pirkheiiner

um Auskunft hat über das mil grösster Spam;ung verfolgte

Unternehmen, so schrieb un..zer (.antiuncula am 128. Juli 15128, nach

sei nei11Rückkehr von 11er spanischen 1 teise, auf d c er sichi überall

um ManusiIiite der lieclilsitüc.her 1)efflüIll iiiid z, 13. in Orleans ein

Digestuitt vetus erworhkn hatte, an Anwrlcitli : « Möchte da. Gerücht,

lass unsere Paiiileklcn zu Nürnberg si h ii Druck- befinden, ii Iii ii

grundlos sein ....«. zugleich abor verpfli(ALtete orseinen Freund,

ihm alles, was von \leiai ersilieiitcn Nvorde, sei es ilcr (.oitnrieittai

ti p verbotum sign ii icat inne, sei es etwas anderen wArl zu,i i sei nIet i

i teil hienüd Is durch einen eigenen liotei i

Auch li i


(JÄEJDII CANTIUNC[1AE

CONSILI[TM

DE

IJIBEI{OR.EJM F1 RANCISOE SIG1N1I JURIBUS

ADVERSVS

AESAREM EI' PHINCIPES.


Boni eius, qui de laesac inaiestatis C1I1J1ine accusatur. ]icet

I 1)S(J iure essciit coi1iscta, non prins a 1;iroeLlratore CaesElris

(-pi ei appreliendi, etsi 11011 publicari, possullt, nisi accusatu

tu(lici oliculus senLenlia o1)no\ius eiiniuis repertus et dcclara

tu Iticri 1: qiiod satis innui t 1. e x iudicioruni [20] ff. de

iecusa1. ei inscripl. 148, 21 et leges li. [11111'. et [6] C. ad 1.

Jul. malest. 148. 4 ci 9, 81 ei expresse 1. res (Illae in cwltroueisia

[22] II. dc iure iisci 149, 14 - 1 ei c. uni secuuduui

I dc liaereticis Lii II] lib. VI ei gb, in per coiili'ariuiii

lost. de hercd. qul ab intest. deferuiit. [3, 11 et luli.

:jidre in c. vergunlis 10 Lit. VII] de haerci. lib. V.

tlecretd

hL(11

;t11l1i,niu 1(1 11a1)et . ‚ (l hhj S1u1hhlL 1)U!I1ICLI1II 1)Ce111 iaedeit'

iii 'ilu ius diceic. alicui \iUl iI1!trre audeat : hoc cdicturn esi

puliliciiiii . Contra quod si quis ictil . pacis luesuc. praeliiissa

1 unieii in ins 1u;ltione, '#s cleclaretur secuudiun quuin deeln-

Iutiul)clIl rei corpu. vit.i cl 1)000 tiltillersa cuiusvis arbitrin

(Jcdu)uhi(l1 periuittuninr. 1kill iS ollitli OJttIliIlO iurc decernitiii'

spoliatus cl nidigitits.


4-

Gei'nianiis qIIi(lanI oh 'iiuin ipsius 1)tillatarn actionetn

Trevirensi preipi, iiullis fetialihus iit fit praemissis, sed tabellario

vulgari usus, belhun indixit ac l)a til o post Trevirenses

duos captos in carcerein coniecit. Iii dito ferri onere et carceris

molestia grauitcr pressi F. Siciniurn diu renitenlem multis

ta tidem precibus exora rw t, vt tide sua redeniptionis pretiuni,

super quo capti cuin capiente conuenerant, esse inberet, tide

bona promuttentes, sese pretium hoc constitutuin, inox quain

ernancipali in suos lares postliminio rediissent, Siciiiio nunicraturos.

linie captorum promissioni fidens Sieinius eorumcjue

inisertus spousor eius pretii factus es(, sed et illud Uerniaiio

numerauit. Duo illi iain liber(ati restituti neu mode suant

lidern neu liberarunt, sed et ipsuin Sic.iniurn corain concilio

Nurenbergensi in ius vocari curarunt eo fini, ut is causas

dici proponique audiret ‚ ob quas ipsi duo, quam fecerant

Sicinio promissionem, non teuereutui. F. Sicinius suutn hahens

iudiceru ordinatiurn, ad quein uocani potuerat, ratus noti esse

sese obnoxiurn, nE huic alio factae uocat.ionj audiens esset, non

venit quidem, secl concili() Yurenbergensi rein gestam, ut erat,

per schedarn significauit. Postquatn id nihil u Nurenbergetisi

concilio ucl litteraruin uel praecepti aceepit.

Atqni videns Sicinius, illos suos debitores nectere moras

et lidein 1)onatn heu agtioseere, r1reviI.dnsen1 priticipeni semel

atque iteruin pci' supl)lices lilteras orauit, curaret ille, ul sui

ciues aes istud alienuin Sicinio debitunt dissoluert9lt iieque

coinmitterent. ut J)tO perca scorpium reposuisse ui(lerentur. 'Fr.

princeps tandem F. Sicitiio id responsi dedil, negotium huiusmodi

esse sub Nurenbergensibus iudicibns controuersum; 'idereL,

itt istIi inc candidos caiculos referret tutu se curaturutii,

ut sui eines iudieatuin implerent. Sieiiiio non arrisil ca respOflSiO,

quin 1)ut.iuS ipsuin 'Fr. principern tauquam institite iiegligetiteiii

adorieiidum bello censuit. missisque suis niere Genuanico

nunliis helli tesseram principi reddendain eurauit. Ac post

paulo ingeuti mililum non aspernatudornni manu comparata Trevirenses

ipsos sie inuasit, ut multis aute saecitlis non fuerint

Ialerii cularnita teiti eXperti


- -

Eo facinore mox iniuilgnto itaquc uotorio ‚ ut infitiar

nerno potest, conciliuin Nur, hune F'. Sieinium noii vocalum

neque audituin, sed indicta causa laesae ei violatae pacis reuin

prol)l1I)eiauil ‚ fiicta Gerinanis omnibus potestte in Sicinii

corpus ei bona grassandi.

Sicinius ett re cognita se in 'arcem suam quondam inunitissimam

recepil, ubi a Tr. principe et allis sociis o1)sidione

graui pressus ictu fundae cecidit.

Eu i.nortuo Tr. princeps eain arcem solo vequuuit, uliain

cham, quae Siciuii fuei'at, pci' deditionern cepit. Quidain alii e

Uerinanoi'um priinoribus aliam itein F. Sieinii arcem occupauere.

Ctesar, qui a Sicinio talenta (leceln mutua receperat au

bona adeo(Itie principtilt fide spoponderat, eain so F. Siciuio

illitistie liered i bus redditurum omni exceptione nn1)edirnentoque

seinulis, debitain negal pecuniam. Negat et aliam eideni Sicinio

debiturn et in eius negotiis eiusque inssu expensam. larn

imei'o fuji ipsius F. Sicinii patre xnortuo 1)etu1t a Caesare peciniam

erediain ei alias debitam sibi renumerari. 11k negal

debcri et patrem eorutu pacis laesae reum deciaraturn ornne ins

eredili amuisisse.

Vindicaut item lili arces post patris fata vel alias captas

et oecupatas. (hii eas tenent, eausantur siiniliter pacis laesae

crimcn. Fiji contra proponunt, se facinoris paterni neque fuisse

autores ueque adiutores, nno uel altero filio excepto. Ad haec

patris morte criinen quoque extinctum.


-

()II.iri1 EII 1

tticl itLYi-.

in 1. 1- c. de relaL

'7. 61' iii 1. qutierebatur

IU - ii'. de mii. testani

Alducunt 1.

ii sson' - iii

qI SIlt1'fc. m',1 8

1. «i iitqiii qutidreginta

80 11 ad 1. 1"alcid,

[33,2! ei 1. bi funduiii

sub coridjtjuu [81

§. Sti'iiiii 2J in

legst. 1.

lib. 1. ulb.

in 1. Fukiu ins [7 ii

ix qudi . cuus. iii

istur [42, 41.

' 1

in 1. Ci..ero 139' ii

de. pneu. [-14, 191.

(11iisli u' \ ii'iuis tiiutii, uiuocato aiixilio.

.Primuiii tjuiniuui scietidum esi eius qui, quid iuris siL,

in terrüga tiff. partes, itt neu soluni super principali puncto

tjuaestionis controuersne, seil ctiam super accessoriis sen quibusdain

appciiclicibus responicat aquc ost conununis iuris 1nofessoruin

doctriiia

(.ui (Ioctrrnae ut ego tue \Irili &itisi'aciani, ideiiLnr ini)ii

quhliquc dubin ex )roposita facti specic (lefluere.

I 1riiiiimui au Fr. Sicinius 'I'rev. . prilleipi belluin indiceinlo

iuieieu(loque deliquerit.

ecuudiiin si deliqui 1. (1(10 no juitiv oporteat huiusmodi

delietunt ce.nseri, eh quaL' sit eiUS delieli poena.

'.I'ertiuni att nie pro1 iatuin fuerit, eine in bauui iunpenialis

ioeiiu in cecidisse.

Quarhuin : till ipse Fr. Sididus ob liuiusmodi tieiuus Iioiuoruin

suoruui duiniiiiuin sie aumisenit. iii itihul 1uni ei actionis

all ulla possil nut, deheal il]ius liliis eomlietert.

Quiutuiu : i quitt iuri ui nehionis salvum his liberis

remunsenit ad botin paanw, ii multi Id, quiei1uid est, tuns uel

actionis liossint lii ultuin cessioiiis \ii t1ansferrL.

Quantum ad priiuullu dubiuin athiiiet ‚ vidutut inhiiilu pim

(liCeflhlUhll I i'. Siciiiiuni Igit ilnas (1 tu1)Itesta ., IIal)uisse mdicendi

gurend ique he]li tu 1 sas,

Principie. uni ])clli >i111 itu1 ei paJ..s uhu iuste null

minus quant fcl'titer gerenda . ipsaquc beih nequhins nu ( icerollis

sentciitia cnn neu (iu'al lis Lestiinotuiuni adineani. Cilill

id faeiuiiu Ulpinei 1 ac 'I'rvpliouiuii 1 cluussicoruuuu iureonsultorum

exemnplo ?)‚ ipsa c-Iiiin helii aequitas sanetissiluic felinli populi

Rotitani iure persciiptu sit, iit bjc justuutut belluui cetuseatur.

quoit nut reims rcpctihis gera tut. aul deuuuntiatutn ante sit ei

indietum, cuiuuqile horunt utrunuqut 1. Siciiuius obseruanit, qul

Tr. pninCipi uiott anteu bellum itidixil . ([(haiti repehutis ab eo

rehu c , hor est petita iustitia udu'rsu '05. qei ipSills Siciiuii


- 4

(lebilores erant ‚ iion dnhiuiii esse potest. nin hellum lioc

inste et iudittuin et gestuin fueiil.

Securido hcllutii esse iutiiui (lieltur, quotiens iudex neglexeriL,

quod a suis iinprobe factuni Fuerit, vindicare 1 uel reddere 2,

quod per iniurias ablaLum est. Atqui in proposito casu apparet,

prineil)elu ‚Fr. negligenLeui fuisse in iustitia ipsi aduersus illos

duos impertieuda, eosque duos ‚Fr. iniprol)e egisse. CUL1) dalarn

fideiii tann turpiter. ut in casu proposilo eoutiuetur, fregerint.

'fanluni cuiln abest, ut F. Siciiiitis lluiuSiuo(h rcdeinptionis

pretiuni uel nun repelel'e aal ilIi non rcddcr debuerint, ut

etiuiii ipse Sicullus de iure vel tiolens id 1)relii recipere cogi

potuerit et redetupti, si redernptionis pretiuin Iuci'e dcferanl, quinquenninin

integluln redeinptori seruire teiieuntur . Narn et ipst

rcdiniens liuinanuin et Christiunnni ctiain opus fecisse dicilur

'I'ertio quilibet 1otest indicere belluin ob suaruni rerum

vindicaLioiieiii . uhi nihil alterius remedii superest . 11210 et

casu hoiniiies liberi, in quibus deijitor ius liahuit, eredilorihus

fuerit ohnoxii (?i, quemadnioduni singuluri iudicio aequuni ecu -

suit tipianus iurisconsultus

Ilis tarnen iion obstanlihus veritus est a varte contraria,

iiidelicct neque belluin huc iustnin ‚ iino ne bellurn quidem

luisse, secl vim publicurn et mniiib'stam ; bellum enirn 1i1'opiie

tion piivato, sed publico fit 1101111 iie ‚ lainetsi nonnl.inqualn

re })rcssahae seit polins pignorationes ex cunsis itiaxilnis et

soletnni])us decernuriti.ir '. Narn hae pignorationes ei ‚p'-

sahne suapte sunt natura odiosuc, reiectae 10 ct 1)rollihitae, idque

has ob causas potissirnurn, ne schiedt ah ahis, 1uod alius debet,

exigatur, et ne (1L1S in sau causa ins sibi (liCht contra generahis

legis 1 intercessionern. Vis eililil st et tune . , quotieiis a de/iloiu

suis id quod delieri sibi putul., iiou per iudicein reposeil, atque

iLa refert1 2 CahlisirFitus iurisconsullus. Marcuin ilnp. decreuisse.

Isque conatus lum maxime vetiLus es(, si [rinnu armata ei

exercilu cornparuto exei'ceatur 13, ul interim de Chrislianis

praeceptis nihil dicam non soluin veLantiljus, ut ne quis iuiuria

prenialur, sed ne quis, quod ei debelur, uel iure rcposcat 14•

1 auth. si vero dominus

C. de hueret..

tl ] ex [ums ratione et

rutute generali nam

et verbum ' ex Igibus.

sic reeipiendum est. 1.

nominis -67 verbum

()i ff. de vcrb. signif.

50, 16 cd apertiue

probatur in c. [2] duminusnosterc.i

XXIII

qu. 2.

2 (1. C. dorninu o ubi

uni Augustiui verbs -

1. cuin cl pos [uni.

6 C. de cupt. cl

[im. revers. 8, 50'.

1. 01) hostihus L2j

et 1. diuersarum 201

[Ilo cod. (it.

aiilh. ccpiivi §.

qui autein dc episc. ei

(Iericis [1, 3. 481.

6 notant doct. in 1.

si ahus1. bcllissiine

3 ff. quud ni uul elain

'43 24J ei in 1. nullus

11 4C. dc tudacic -i ‚ r.

1. pro lierede 20

§. si quid leinen ._21 if.

de acquir. her, 29, 2].

1. hostes {241 cl ibi

Jiotata Ii. dc captv.

ctpostlim. red. 19.15J.

prout notut Bartolus

in t.ractat. repress.

10 In antli. ut non li.

pgn. 1Nov. 52] collat.

V. et c. 1. de [,dur.

5, 8 1, lih. Vl.

Unic. C. ne quis

in sua COUSC ii.id. 1 3, 5

et pracalleg 1. nullus

1 E C. de lud. {1, 9.

12 in 1. ex tat '13 jr.

quod nietus ceusa I, 2

et 1. peenult. cl ultim.

II. ad leg. Iui. de vi

jinv. 18,

13 ut lit. [47] Ciii,

armer. usus inscio priucipe

interdietus sit

lib. 11.

Mattb. isp 5.


-

1 Bart, ibidem in

secunda ei quarta qune-

-.tione princip.

Bart. in praedicto

repress. traut. in 7.. 8.

ci 9. quaestione,

prout deciarat Tu.

Liv. ah urbe cond.

decados primae lib. 1

I. non uidentur[167

§. anct. (?) qui iussu

1 ff. de reg. hur. et 1.

(Uj eum major. [14] .

si patris [7] ff. de. hon.

libert. [38,2] et 1. mater

2 1C.decalumn. [9,46].

arg. 1. qnamquan-i

‚41 in princip. ff. de aq.

pluv. arc. [39, 31 et 1.

quod aut. 6 . apud

Laheoneni [6] tF. quac

in fraud. ered. [42, 7V.

iuncta 1. si stipulatus

[81] § ei laricem [1] lT.

ne soliit. (4I, W.

Nutn eki Bdrto!us pi'oIe1, pignurationes kuiusiiiodi iioiiiiunqan)

esse peI'1iiissas ni suite ueriim asserit, itt nullum

aliud superest consequendac ius(itiae reinediuuii, et tuin ul

fioriiit pigiioratioues soleiiijti1&.r . Or(lifle iusto, I 1ei Supeliordnt

decrelae aioquiii sunt istac pignorationes Illerae iiioleil tiac cl

min riac, penis coinpluribus per leges eucrcitae.

[dlii liero in proposila UacL i spcei 1)olertIt princeps iii ins

uucari coram coiic .ilio Nur. istitic pugnatiolutint seu i'epressa

lioruni lacultas tinpetratuda luerat Qitorititt cum netitruiii

oI)seruarit Fraiuciscus, ina iiiesLuin est . euni nun niodo in sluin

nun gessisse bellum, sed ne repressallits rjuidem, irno rueram

ihn! exercuisse. Addo, quod etsi iuslrs Itabuisset bclli gerendi

nel piguorandi causas, et.iani a concilio Nur. ctnii causac cogni-

Uone deeretas, eas tainen pigliorationes (um saeue exei.cuit,

nt nun 1)OSSiI Don delit1uisse et gruuiter qinidern &leliquissc dici,

cmli personas oas ftrro et igui impetierit, contra quas ne

repressaliac quideni uhu uel iure niel decielo concedi possunt. .

Nequc Siciuio prosunt rationes pro illo propositae, cum si

iure potilil aduersus 'l'r. pruicipeuul coram couciljo Nur. experiri,

nullani habuit inistitut bellandi causarn et si etiauii habiuisse

fi.ttercmui, 11011 suleimuiter bellunt indixerit. Narn si anhiquo

fetialiutn iurc conationem Lalle tueri x'uluisset alia fuere

obseruaitclu ‚ quorum ornniunt niltil hic obserua uit.

.\.d secundum drgiinuelntuln fhcilis ost responsio .Neque

enin! princeps Tr. in decernenda iustitia ei reis nil luitionem

icdernptionts Sioiiiio lacienduin cogerulis negligcns diel potest,

ijuaiidoquideiii, nti ex pr0positt specie intelligere licet, iarn

coepta erat agi causa in concihio Nur.. CUi merito princeps Tv.

esse audientern illiusquo deeretum expeetare conueitiebal. Ista

ergo necessitas ‚ qua iiifirior iudex superiori oheditur, blut

fraudis ac doli pracsuuptionenu ipso iure 1 . inio suadet

surnptionem cuntrariarn, videlicet iii exislinienius, hunc nuit

adnuisisso qnIicquaIn uel doli nel fraudis nel iiegligeutiae, prae-

.sertitn hioc casu . uhi hie 'Fr princeps in suis ad Sieiniurn

litteris re.cepit, se enraturunt . itt ilIi duo 'Ir. .sui suhditi omnic


id iinplereiit, juod F. Sieinitis Nur. concilii (lecreto consequerettir

usseretis klein prillceps, eosdeni luos l roepto isihic

judici() tinilo iure retraliere.

Porro qualnuis ea ei 1 ati() Nur. decret a honeslant pI'LHCiI)L

'Fr. excusat.ioneni dederd alinersus postulala Sicinii . dico tarnen,

eam citationeiii Sicininnt noii a retasse, quatidoquidern peciiliares

ei p111)1icaae Nur. coneilii constitui jones id hahent. ne quis in

priore indieio seil nt tio(aiil) instanhia oho vocettit' in ins.

qitain ad sutuu iudiceiii ordniarium wlIne(liaturn.....(?) que

italio aduersus Itune artienlum deerela ipSo ihre nulla sit ei

ineffica x.

_.d terlitun arguinentuin hicilis est solutio. 01110111 hic

11011 possullIlls licei'e. iiiliil retuedii contra principeln 'Fr. Supertiisse.

Poterat eiiiin itt praedix uns, ipse F. Sicinius ilhint

corarn Nur. concilio negligentiac et cienegatac iuslitiae reum

postulot.

\Tidetur igit ui 111 contesso eiplane liquidum hirne

V. Siciniuin iu'lli geretidi eousanl Jiahuisse uullam i(Ionearn

nequc posse 0 grani 1e1icto excnsari.

Secundiiin dnhittitu i'st . (LILII 1)OLiliflP ('eflSeltilr hoc Siciuii

(lelietuill quae etiuni eins sit delici . Atque hic etiarnsi

(1€' 1)liuitIis clelictis ei act ronihus singulaiibus ac prinal.is personis

la&sis ex erulisa euuiutsque pcculiaii competeLltibuis (neuerintus,

veluti dc illatis iliiuriis, itlneribus, mortibus, de rapinis,

violeniiis, agroritlil depopulatiouuc, iiieeiidiis, praeda, captiuilatihus

deque lola jUn nuuloruni Ihade, qune ex hellis oiiunlur,

'arm 'aria In tnen SCSC ollerunt delictorum, iiirnjniiLt iudiciorurnqne

publi( 1 01, 11111 genera . quoruin ulrtniutui F. Sicinius videtur

II i SS(' 1I'hlS

Fa vori1 suiii

ri inen luesac inaiesta tis,

cniinen peri1iie11iis,

crinien rehellionis,

('rjlnCn Se(IitioSi,

trunen legis Iuliae tle vi niltiiea.


- tO

crimen legis luliac de vi 1)1rna,

crimen violatae pacis piihlicae. idque tirn de iure contrnh111i

qualn staluLiriu.

Ilinc' etiani itidicart lied. qulluls poenis hie F. Sieinius

videatui fuisse obnoxius : nam liorum criininum qnodlibet

itistani habet in SOJIIUS poenain constitutain

Exeutininus igitur eoruin eriminuni inra videamusquie.

OflIflhlltil au quorundani et ploruln reiis extitevit iste Siciiiins.

I'rincipio videlur F. Skiniiis laesac' inaieslatis notani ellii-

U 1. 1: ff. ad legein gere non psse. i (.pu' cam rein expendamtis [ipinni 1 inrisruliam

Tnaiest. 149, 4

consull i verha . Maiestaiis. monet, Iaesae crimeui est illud,

(111od adt sits popa um Roinauum itel seellrititeill eins romilhittitur.

Quo tenetur is. cuins 0PFfl dolo niiilo ('OnSililim iiiiturn

eril ‚ quo oeius COflhiel]t 11511)-' hai liominesue ad sedilioneni

conuoceii ur. quoue quis contra rein puhlicam a rina ferat,

quitte inilites sollicitaiierit conciiaiieri(que. quo seditto tunuiltusue

aduersus rein 1 1 111 )licaIth fiat. 1 bier Ulpianus. lam quid

Marc.iiwus iurisconsultns ? Fadem. m( 1 u11 . lege tenctiur ei qni

it-hiussu principis, hielluin gesserit (lelectumue hiahuerit, exereiturn

compa rienL Q11141 porro i tnh)erai ores Ilonori iis ei .A.rcadius

.½iigusti ? Quisquis, aiunt i]li. cuni IrhIlitiI)lis uel privatis

tiel barharis scelestani inierit factionein int factionis ipsius

susceperit sacratnentuin iii1 ilederit, de nece etioni virortun

illustriuin, qui coiusiliis ei consistorio nosiro intersunl . senatoiuni

etiani nauii ei ipsi iirs corporis nositi siunt) ve] cuiustuis

postrein, qui nohis militat, cogitauerit (eadern enim seueritate

voluutateiu sceleris. quam eIIe(luin pumri inra voluerunt), ipse

quidem ulpote inaiestatis reus gladio lenatur, horns eius oinnibus

lisco nosiro addictis etc.

iim iis itaque legi bus conferarnus nuiic flicinora pci

ipsmn F. Siciniurn itixLa propositam facti specicul h)atlatU

Nonne collhperimus. illuin aduc'rsus poplulhuin ilomantuin eilusque

securitaicm, ciuuii contra Uermaniea.tii securitateun deliquerit

deliquisse ? Quis ruhm in popn] 1 1iiiani itirkt dignitatenique

siice&siL praeter unaiii uhhh;lI)nIihl ? aL(Ille ii licet notins vi-


— 11 —

(Ieatur quam ut dernunsi rFltione egeat paucis leinen rein ipsarn

ceu acu langendem nun inuti]e dii i mus, quoniam nun tniiii ma

pars huius con1ruersi negol ii hinr detiniri posse videtur.

(ertuni est » 1)01) 1 11 1 1111 Rom 0111 tu uni ne suum imperium oinneinque

1)otL' 1.a 1ei1 lege roia lila triii-tii]isse in principem Romunum,

idelieet in ipslinl _ugustuiii (iia pupuli icesione iac(a

cuepit legis vigorelit hahere, q1114qiud prineipi Homano ex

0(l() 1)01)0 1)Iae111i ‚

1 leinde constat Uwiianuin imperium auctorit;ite edis apos.

lolicac 1 ranslatiiiii o Onieis iii 1 erinanos 2, quo transla tionis

itire videnius tein1ii ic loiigissiinu ( ermEtflos lihere ei tun linuc

Usos. iii (1I1 InH aliuii in iinperaiurem Hoinaniiin desiiiriiierint

quaiii 1 eri));InhliiI

Si igiiUi 1)ophh lti s HonlanIls ei silo iii 1)0IPSt1I t(11) Otuliem et

imperium in \ugust.uin iiionarcl am 1 rousi ulerit . Iiocqiie ins

uiouareliiae et imperii ad 1 ern)ar . iiii osIlRhmus. hausierit

. quil alitid (uiiellidi pot's( . qiiniii iii. i1iiernadinodiirii

apostolus all . trallsinh) sacerdol in neeesse est, ut legis quoque

ftaiislotiu fiat: ihn ei hut: easn jiteumtis. I.ransh;IIo in (erinanrw

imperii 11PCO5(- Pst, iiiri 1 tnperi i 1 ranslal ioneni esse

biO!)). \01U ('11111 p(pll i Honst digiiitas ipsiliSqlie adeo

seiiptti iiugiistolis 11ucLll'it;is ratioqile riiiiiiinctit it Ctiiii nitione

iI-flpei .ii . iiOiese esl. iii inigraniv III iiliOs iiflprrio 5 imul etiani

PL dignitas ei inictoiitas ei i11 1 .a pupuli Honian i in illos Ilusddn)

Iransiisse tIiriititiir. 1h'iiitii ea -'st cunnexoruin IUJIUFU ‚ liiSqUr

Stillt vincuhis ih1igaIn. III si unuin ti1ra. alinil qiiiqiie

siinitl tollatur. 1, lii 011 11011 siti' lutuet F. Siriiiiuiu ruin

ei'niauoruni siiirilaleni hoc ln'lh ' turbatierit 11z1111 lurbasse

11011 pol-4 1n1uhi Boiiniiii nsiti'iiatiiii 'itillrl)asse ei

in P0111 (le]iqmsSt. Il(!Iie ui ii tuxtn 1 lpiiii 1Ps 1i l niIin laesae

ivaiesl.atis IPlilil \I ii.ise f

Vertun Ils higlitil piI))05iIIltilIi eonsequeutia

verha . ( iiiiis upera siribit iuriseonsii]i-iis eonsilium inituni

eril etr. hic negare quis potent. Sicii iii opera ei cotisilio

eoehiirn eoniienlu)itqiie fiittiini, lirBlilies ella))) 0(1 seiliiioiieiu

1 ista prohantur jr.

1. 1. II'. de constit.

princ. II lt Instit. de

iure nat., gtnt, et

cmiii 1 12] . sed et

(1iind principi [0.

c. vennruhilern [1

le electimt.

Burt in 1

ttiIl3 [ j §. rum Iic 2

IF. juih. ex rei]e. ii

pOSS. catur .12, 1, text.

1111. hubehat [13 prinlu

ciiso? II'. de instit. Set.

nt w. Idem probst

'trinitis Andr..Akiai

paradox. lili. 4. cap. 4.

1. 1. lT od leg

liii


- -

atque ad arwa contra icinpuhlicani lerenda connocatos ? Non

inilites soiiicitati concitaliquc, quo tumultus aduersus retnpuhlicarn

fieret? Non delect.us militis habitii,s exercitus comparutus

beilumque alrox gestuni est iniussu Horn. principis? vel

si non iniussu Guesaris gestuln asseratur, 1)robetur iS iflSSUS.

proferaritiir hae de re duplornata iri11ciPa1i1

1 ii. 1 5] quisquis Inni quod ad nuperatoruni iionorii ei Areadii sanctionem 1

C. ad leg. lul. meiest. pertilet. uurnquid I. Sicinius tic nece viri illtistris 1)rin(ipis,

[)‚ )

scilicei. Tr., (lili ei Caesareae maiestatis sen corporis pars non

1. ivamcIu [7] U.

de public. indic . 1

l. 1. eod. tit

ista prkhantur in

1, nit. 161 §. sic et

inne [8] C. ad leg. ml.

tnSiest. 19, 81' . Bart. in

1. post contreetum [15[

IT. de donat. [89, 5

text. etiam apertus in

1. quaesituLii[311 lt. qui

et a quihus man. lib.

fl. [10, 91.

'l. 2 lt. Äul leg . Itil.

mai. [48 4]

particulam implicativam

•nam et hoc d1.

prdecedentem et duos

eqnentes ret'ertnr, uti

posten.

potest ion intelligi, cogitauit., clum eum prhcipetn taut potenti

mann tarnque feroci heilo adortus esi.? Si ea sancflo voluntatem

sceleris puniciidam censet., quid pronuntiare conuenit ‚ uhi

cOl)Siliuni vi. cogii.ationeni heiiurn atrox corisedutuin est?

In stunma : quod F. Sicinius mu]Lifariam sil maiestatis

reus, tarn videltir esse claruni ac dilucitliiin, ut neino negare

valeat ‚ nisi qm ha eademque opera inris ciui]is ornnem dcnare

ei. oblitterare nelil. auctoril atem.

Puenarn liuius driminis laesae inaicst.atis grauloreul

adeoc1ue multiplicern esse lestantur inris seripil verha ciarissitini.

In prinlis iainiiatuin ex criinini', quod iudicii pubiici

causain haliet ‚ Marcellus iuriseonsultus ostendit 2 infainia

iiotari al.qui inaiestatis erlItten puhlicum esse indic.ium ‚ 1 1-

piain.is asseril .

Inlarniarn hoc. cusu cotuitatur poena, quam iinperat.ores

Seuerus ei Anloninus collstituerunt, secundurn quam inaiestatis

reo honorum suorum udrninistratio interdic.itur ion uiodo

post damnationein, sed ex quo tenipore Laie erimen coiitriixit

itaque neque alienare iteque iiiiiutniItei'e nee ei soiui potest .

An id satis poenac? Non satis profeclo; lex enim XII taI)uiarurn

iI11)eL ettin qiii maicstatis reus fuerit., Ca1)itC puniri eaque est

puena iure vetustiori coustilutu, quam quidern ion ininuit

sed auget etiam recentioris iuris coustitutio, quae \'nit

inaiest aus reuin gladic iriri ‚ 1)unis eins OIlliIil)US tisco itlip.

addictis, tiliis tii paterilo supplieiu, itt textus babel perire


13

delierent, iniperatoria lenitat.e seruHtis, Sie tarnen s(rIIatis, ut

peuhtus sint inl.estabilcs, infanws ar postrernu tales, ut bis perpetua

egestale sordeniihus siE et flIOI'S solatiutn et vita suppliciuin.

Au ne (jilis flegel ea sunt iuris seripii verba in prae(lieta

sanetione 1 Itupp. 1 Jonorii ei Ai'cadii Angustorurn addo,

cjiiotl liuiiisce sau(tiunis verbis liqiteL etiarn obirgationes ei

uctioncs oh iii F. Sici uio curnpetentes tutu cum reliquorn iii

botioritin adltictione ipsi Siciuio )e riiSse ; natn, ut Ulpianus

scriJ)tuth relilIitii ueque 1)otIIS antinnterabitur etiarn si quid

est in aet.ioinbus, 1)eLi(ionibus, peisecutionihus ; iaiii Iiaec oninla

in bonis esse videnlur. 1(1cm Llpiattus uclionis verbo continetur

in rein, in iersonarn diretta ‚ utilis, praciudiciurn

Süd hic fortusse quispialn obiici polest acluersus eum,

itiatn ex recentiori iure uddiixirnus sanetionern ‚ ins esse

arleiu hont et aequi 1, illnd velo plane iiiiqiuim et 1 1a e-

(1UFUIII uc propemodumIvian unutil ‚ idque quod vnlgo cliti

sold : Sumwulil ins stiturna est minna ‚ nE fuji ob 1)at15

adutissuin, piaeseriitti qui eins adtnissi non fiere COIISCIi tiel

adinlores, ptitiiutiltir, Lanaque seiieritate pulhiantur, CUIU illiid

et diiiina 6 et Immana l iura docei iii. lihinitt patris iniquilatern

ferre nun deijere, sed peecala suos tenere autores ‚ ei plernqtie

alia in carn sentent ihn.

Veitiin ad liace facilis est responsio. Fteniin ca otilnia

qune pro filioruni Ii heraiione sunt addiictu, fbteiriur ohtitiere

couiinuuiter ei regulaiiler, atqui diversum esse in laesae muiestatis

errnnne specinli. Nant fhcli qualitas po'nain rcddit seneriorent

°. EI, ne quis existiinei lemere C0115t.iIUtuIn, ui liii oh

paternum fuciitus in laesac waiestatis crilnilie pleclantur

graul lius rationibus permotos esse eins sanctioiiis I ;tutoies

COnhlfloflslr[LbilnUS. Iriitio videtur aequissiluuin, itt F. Sicinii

unus aut aller Iilius, qul socii fueiiiit fucinoris puterni, eliant

poenae senliant incowntoduni.

.Alii veto tilii, quurnuis nulla societuk (2nirniuis rei siiil

et oinnt culpa carcunt., nun tawen absqiie graui ei urgenti

causa )Oena11 cos hoc casu sentite oporlet. Naiti si pater et

9

in prealleg. 1.

hI11iIL1iS [] c: ad Ig.

III!. lflaitSt. [0 81 ei

in c. vergentls [10] de

heeret.

jR 1. bonorum [40]

II. (le verbur. signlf.

1 8CtjOfliS [3';]

1. de action. et ohlig.

Itt, ';j.

4 1. 1 0. dc il*St. ei

Ire.

r Cic&,rl ofliciarum.

' Ezech. rep. 18 ei

s. q. 4. Iudaei.

C. ne lilius pro

F aire [.1, 181.1. 1. et 1.

sancimus [22] C. de

puenis [0, 4'7] (unI

gLosis.

M

(1. 1, SOTICiIIIIIS.

9 1. aoL fade [10] §.

inalitas [61 ff. de pocuis

[18, 19].

10 in d. 1. quisquis.

1 per dl. sencimus,

iii est text. expressus.


— 14 —

1 1. si qui duobus

liii §. nil. (ade impub.

et al. substit.

[0, 261 iunto 11cr

eutern 35 q. 1, iiij.

2 Insth de inntil.

stipul. 3, IM f

qui .. [1] et §. post

rnorteni [13].

1. in suis [11] IL

ile Iib, et posturn.

28, 21.

te't. in 1. quod ei

nolit Im] . (111i mancipia

211 lT. fle ue(lii.

ediet. [21, 11.

text. in praeuileg.i.

f,I p!otit nolunt in 1. lore

rirnuislul [5] (. de fa.

bricens. lib,1 1. [11.10]

et 1. out facia [101

§. nIL. ff. de poen.

[48 13] et e, leiLce.

IM § i°° ei (liLie

tit. [5, L)] lii). VI

in 1. paenut. et ult

C, au leg. liii. meiest.

gloss. est nrdinaria in

§. interdurn [4] in

uerho ulamnata Jacht.

de hered. quac ab intest

(leIerlint. [3. 11.

Rper te i L . expreseunl

in 1. tut. lT. cd leg.

liii. fl)si(St. 118 II.

il 1.1. iit.

141 in 1. quosnos[23.l]

Ii'. de Verl). et rerulnu

signif.

II oflic, lili. 1

12?

13 1. arnissiune [5]

§. qur deficiunt [11 II.

de capit. &liiuunutis

1" 51.

filins de iiire rt'nseni iii' eitletn paerie persona ei eadem caro

si vox patris lanquain vox iiiii 2 esl, ei c diucrso, si iilii eiiaw

"itio patre qitodamiiiodo exislimantur (lOmiflt I)OnOl'hlnl puiernoruni,

sola nota adiecto per quant distinguilur genhltur al)

qui genhlus 1 esi ‚ si denique nel solits natini [.atis keIls quo.stlani

reddit SuSpeCIiores 1 , quitT mirtlin, si l )ru ( IL ' Il tissi III impera Lores

ai'bitrati stitit. hoc CuSII Jilios, nt bonoriini P itLt' rIi O I'llthl ‚ Ha ei

pateruac audaeiae lore succ.essores, et ob id proulllwiarulIt,

Itoc rnaiestatis Iaesae crinlen esse herecliiarnini, ßhiosque

piterno tiebere pet'ire supplieio ‚ nisi iinperaloria specialilei'

lenitate vilam i-etinerent 5. \ um et. eo Inagis tiniehulur )oemt

quae lion autoreni niodo, seti ipsos quoL[ue sticeessores persti'iiigit

quam rulionu'iii in aliis cham tiir'is II'trcllIiS l't:'CCI)tiIIl)

legiinus .

F;st et UHU p:ienae in niajesta tis reos siatiltaC purliciila.

Potest eniin UMS, quh lioc eritnen pateari 1

pOSI illius tiioqiic inorient 11a11111ari, 1,onis ei juni e()Ii iiseal is

ei itt COflst ituhtini esse iui •is verini deinonstran t.

1 Iaec dc CCiITIiTIC et poeiia hieSaC 11iaiCSt aUs, (iiuii III iii tutu-

(''' aduersus 1". Sic.iniiiin eiUSqlle liberos locurn Iiitbt'i'e videtiir.

Aequit,ur videnduiii de criniine })er(luellionis, in quo unimb

fici1is videtur senteiitia contra Siciniutu. Eteniiti rum is

laesae sit iiiaiesl'atis reus 01) gestilirt et re ipsa h'rociiei

deeretuit i aduersits reilII)ul ‚lira in [III imn ui, pa lam est, cum pertitielliortis

sibi iiot1iifl lmlnisisSr s . Na iii ei magis ltOIfliflI' (jUilfl1

ne dishiiigui poLesL a Iitesae inaiestalis reatu, unde eadein est.

per(111c11jo1115 qtiae CL inajestatis poena 1.

'J'anietsi 1iectilioriltis (111i1)IlSditfli sanctionil)us lwt'tiueIliO

arceatur. Si enira, quos nos hostes appellamus, eos veLeres

('sie Ciuo 1) iIll'iSCOUSUII() perduciles appellabant, lenitate verbi,

ul Cicei'o 1 ‚ au. tristitiai'i rei niitigantes, consequens ('nt, qnn&'-

eiinque aducisus liostc's Ire cauta reperhun! 111'. j I 1lt1ti( P'' -

duellion is 'ii in qiiadi'are ii tqlle reb'rri.

Ea Vet'() StIl) 1 ('offipilirihl . Pi'iiiio 11011 1 ('uI ('11111 eis ncgu-

Liari 19. Secuudo uPl)ella(i u lle CILI1IIIII 110)1 t'ouhiiieiittir 1 1• 'J'i'I 1')


ir) —

liosti nori est seruanda lides picturiiiri 1)riva[orlilIl 1 privatoriiin

dico, quia puhlica paeta ctiaiu hosti seruo iida siinl.

Breuiter ornnia, quae in itire con tra hoste.s sancta leginitur,

non duhiun, qui n ad.uersus perduelhouis ren in rct!ecta ntur,

iirio tanto amplius. qiianto perduellis coinmiiuibus hostibus

tuetrior an flagitiosior est, ergo ei id, quod magis .

'Fertiun est rebe]Iionis crirneii, (nhtis optimo iure F. Sicinius

reulnei potuit, idque ut ostendamus, i'cferre lihet quos Jienricus

iiiijierator eins nomtuis VII. esse rebelles (lecrelieril Pronunciamus,

inquit ‚ quod iIli oiiincs et sing-uh stillt IeI)elIes ei mlideles

nostri c( liii peru. qui quomodocurique publicc iicl occnite

('onira iiost mii in honorein et hdelitatern rebellionis opera faciunt.

Quaeso non hic Sicinins contra imperii honorem et imblicatac

passimque iuratae pacis fidelilalein anna tenierarin

snnhl)sit ?Non igitlir rche11ionis postulari putuil ? Rebellat cfliiii,

(In h imperium Caesaris ius dicentis eonlemnht, qlIi ah eins

lesciscit ohedientma. (jIli in corurn numerum se confert, quos

tanquani rebelles im cmi to quis host.inin loco hahuerit.

laut quae pmt sit in rehelles sancita, deciarat Bartolus

dicens, cos primum perciere otnnia, quac luris rinilis s11111,

Posse impune occi(Ii, passe ut InamteipiR in seruitii(emn detineri

posse denique capitis aceersiri et damnari cl bona eoriini

occUi)ant i cancedi.

De sedilionis quoque erimine 1rohalile est, F. Siciniumn

dairinari potuisse, quandoquidem sanctionis ea de causa constitutae

verha sunt Inne elariorn ; ita enim legis si quis contra

cmiideiitissiniani iusSioluni slIsnmJ)ere plebern et aduersus plll)licam

discmplinain defendere [cii Laimemit, niuctamn grauissiruam sust.inehi

1.

Legis autem Iiiliae de vi pui)lica renmn extitisse, non est

quod duhitemnus quuin enim praeler usum venationis vel

itineris uel nauigalionis anna ne tela cocgeril., tiirbae faciendac

(ausa liberos liomines in armis lialitierit., cl cnmiuocatis hominibiis

vimn (ecerit, villas expugnaueril possessores (lomibus

a.gnisque suis deiceemi 1, connusscnit, expugnauerit, iiicendium

1 1. 1 §. non fuji

[3] im. de it11 [4, 31.

Bald, in 1. pacisci

:31 ii'. 1e paci

2, 14j.

3 auth. inulto magie

C. d' sacrosanet.

[1, 2 141.

4 in extrauoganmi

((Unilialn IoL:er, qui Mit

rehellio rollst. XI.

ii 1)radicta exrauag.,

qui amt rebelles,

in verbo rebellsodo

rirca necljtini

(hin 1.1. C. du asul

ditios. [9 30].



4

fcir'it ‚ hona rapueril lininii,es obsederit iitqiie ista fierent

IIOTIlilles dm1 Ichs et ilrtfliS t'oflhiOCatOS liabuevit ‚ CllIfl ‚ iIl(JilRm

F. Sieinius iiiliil lioruni floll commiserit, mmmi fest um' est, euln

in legis lnliue de vi puldiea 1)0d11fl111 cecidisse lios eleiiiiu

in 1. qui doto [101 CiISEIS OI1)1ICS cl singulos eflUlll(flhlti 1 Ipin uns et Marciunus 2

. uli. II1 ad ltg. lul.

maiorn Ii) gellt miii jureeons(ilti

de vi pubi. [ .Ii, 01

2 d. 1. qui lilo in Ii. Pociia vero lege Inlimi de vi puh)Lu'n ectistitmi ta hiaec est,

in 1. 3 if. U(1 1t'i.

lul. peculaL [18, 131

et Instit. dymn julie.

[1, 181 §. itern lex

Inka Je vi [8].

4 1.2. ff ad leg. lii.

Je vi priv. 18,

1. 3 eotl. tit.

in 1. erehtores [1]

iHn eod. tit.

1. extat [13] II.

quod Inetus raisa 4 2].

iii dainna to de vi piihliea aqua ei. igiiis interdicatur, vet.us haec

qiiideiii et a iureCOflSlllL.iS constitut a poena Nain, nE Lactanuns

tr'adit ‚ cuilihet ignis et aqima i iitcrdiei solchat aditime enim

videhatur iit'fmis (pInluUiS malos tainen hoflhitl(S su1)pliciu

capitis aflicere iuter(hdto igitur USU eariini rerurn ‚ (1llibllS vila

constat, himmjusmodi perinde liahebalitr. ne si esset. qm cm

selltcntiafll execl)erm t t . rnOl'te mnmiletatmis adeo ista diiim elcnieiii ii

prima Stillt ]iahitmi . mit fle( ortuin liominis nec Silo' liS vitarn

crcdideriimit passe vonstire. 1 lactciuis ille. Imi lotimis pocuac

locum U Ipia ito teste re(,epta est de1)ortutio, iii qunmn (‚iii

j fldi(lil ‚ sicut omuin 1)ti5ti11l iUrfl ‚ L.I et 1)01111 ainittii

Sc(1 et ex ahem (apil e legis Iuliae, videliet de vi priimatmi

dies lumic Sicinin (hici potuit. [Inc lege teneri scribit

Scaeuola ‚ iimrjscousultus euin, qiu conuocatis homuinibus Viin

flcerit, qile quis verhi,iettmr pulselurve. etiam si nemo oceisus

erit

Addit, daieiai1us G sed cl si mdli comumocat i nufliqne pulsaui

Still[, per illilIrimItil tarnen (X 1)0105 alienis quid alilattirn sit, liac

lege tenert euro qui iii feceril -

.A.d [mcc diuus Maretis ct eins decreto subsei'ilmens Callistrattis

1, eensncrnnt ‚ iiori soluimt virn esse, si homines vulnerentum'

; vis enimn est et tune. quotiefls qmus ni quod deberi

SiI)i puta 1. 11011 per iudiceiii reposeil. »

Neqiie vero Siciniu potest opitulmirm. quod a(luersns 'l'r.

prinCipefl tatiqilaul lill1S miegligiiitenm adiniimislratoreiti arma

suseepeAll IIUUl [lilie smmlif 'tigio sat iS TIC Simpel' responsuiii

est ad mit juni huius mci responsi . 111)1 de ngnoralio1LiI)us

seil 1 rael;mhatur. tiiqimc infieifii'J 11011 possilnhhls,


17 -

ipsuiii Sicininin priinuiti : uL ins crediti adtiersus debitores, qilus

innasit, a111isisse dicatur' » secuudo : iii aliis possessoribus

inuasis et rerum suaruin possessiolle mani uel illeelllhiO prinatis

ad ipsaruiu reruin tes/t,t»u,,e,i. et 1iraeterea ad curn iidem

nest iinationem teneatur 2• I'ertio honoruin liac lege (In LIItiati

pats tertia venit puhlicanda, postrenio : hac lege dainnatus

onini honore quasi infatuis ex S. C. curihit, imo iure nono

ullitno Su pI)lLcio puIlien(lUS est prol t er 11011 UnuIU duritaxat sed

plu ra liotjiiridia quae itltcrueuerulLI

Sequitur critilen 1.n11)licue pi3(is violalne, idque non inodo

ex inris cojuinlinis, sud etiatii statulurii (lisJ)nsil.iolle, Iaiiietsi

hoc ipsuln ins statutari um puhhcutil ei generale edictum comtnune

sit terinu niac iiniversae. Sud nos curn ins COiniUUflc

dicilIllis, ius vetus quideni scripturu intelligiinus.

Süd priusqudlfl istuni artielilulIl exciitiainhis, praeniitteiidIlin

cst prifliO, iudiccin ne nuigislialutti et innilo ii1giS priLlcijielil

posse cogere sulilitos suos ad l) t1c(111 ei coneordiatt,.

1 )eque lioc sunt textus propcnioduui itiliniti atque iLii cham

coiicltiIuiit Bariolus, J3uldus, Pairorinitunus ut ulii NeqUe id

iniriiiii Vi(1c1'i debet, (l l11u11 o (I u iIelLi ( liristiuiiae iiistitiue suinama

11a(c est hoCque certiSSillIuILl synibolon, quod iupriinis nohis

truhidit Cliiistus . iii mutun carilale tlCClLr(11IUS ‚ ilos esse

(:1imiti d iSCij)UIOS. Niliil ust CILIIU (1 110 (1 fihos dci inagis diseeruat

a tihiis diuholi, utqlle vii ne puritas et caritus explicans sese

curilatis fruclihus eh offlciis.

II is itaquc rationiluis ac 1)oliIsitllliILl, ut equidu aliguror,

ultuna })erlllOtUS 1'ridcrieiis 11. RolmianoilitLl iniperatur 1(0(5

samiehiones pacis conseruuiidae grahia edidil, quas voluit in ins

coin iiimlILc refcrri, prout etinni iamduduin orbis conseiisii ei

receptue et pro tue sunt.

\d quuru iii sa uctioiium exelu l)luln ei iiiiita 1 loneln toll

(lubilinI e.t, (111111 ei kilia iiuulssilna edicta pacis grahia per

felicis lileinormne Muximiliaiiimui Angusl.uiii ittiperatorem vita

fuiletUtil l)r01m1tut0 fuciiiit. Cuius etiatim veshigia sceimtus

Carolus Cuesar eins nolnitils V. constitutioiieui thlumim Unorult.

iii, in

aL1e. cl 1. si quiS in

titan [7] C. UflLC VI

[» 4].

2 ead. 1. si quis in

tantsit.


- 18 -

inatiac in principutil celebri concilio saiiciturn voluit ‚

quarn nostra ia in versatur dubi ta iio.

Secundo 1)raenhittenduln, quantuis de iure corniii uni ha

uilus non a qiiouis irupune possit oceidi, sceus tarnen est ex

statuto, secunduiii quod, etuus caput sacrum fit, hoc est in

qiem barini üi'Lur sententia, potest, si statutuin sinnt, nun in

icuis modo, se(1 in corpore quoque eL vita ofleudi.

flis praegustatis videaimis, an F. iciuius luesac puhliene

pacis tain iure coininun i qualn singulari condcinuari pohierit.

Et POtuisse de iure contmuni, liquet ex Frcderici imperiitons

constitutione prima ; poena vero viola Inc pucis est cU1)itauis

curn bonorurn puIlicutione.

De iui,e vero statutario au recentiori nuper in Uuonnaliensi

conciiio )roInhI1gaio palain es(, ipsuiu Sichi iuin paceni

nun laesisse inodo, sed (t peflitlis in f'regisse. Neque hie ulla

dcinoiistratioiic opits es[, (1uanilo edali verba itihil luaheanl

ubsciiritatis, aduersus quae (see.uiulutn ca quve 1Opouuntur)

Sicinium iisse chiruin esi. Isihic enint sequentia verba legus

« Richten ui!, ordnen Ufl(l machen dcii auch in und iniL

etc. quaere d. usquc ad versic. : «Die pen». Non hic paeiie

otunin huius iiIter(licti cerha uduersus F. Sic.iniuin militant?

non propemoduin suugttla litiiiis p1'aescriptae pacis verlja tueteriit

? Profeclo id neino unquaun usquam negare potent.

Addainus poerniiit huius facinonis gnuhia cunstilutain :«Und

ob jemand hohen oder iiiedern » etc.

Ecce quaiii uple duput eins, (lul pat11I violauerit, vulgo

piectenduni ollent ur, unu etiain cumn bonurumim eh iuniuin umniumn

iuctura. 1-Inuc poenani in codemit edicto alia subsequitur

verbis speciahbus, nenipe in arliculo, qzti imicipil Und damit'

emnjjfclilen wir etc. hy den ptiicliteii ‚ evdcn und gehorsam. so

S\ uns und dein heiligen reich gcthun haben uiid zu thun

schuldig sind, und durzu einer pen ‚ nem,mlicli zwoy tüsent

iiiurk uns golds, hub ia unser kevserliclmen ].ammer und (len

andreit halben tluavl dein unublmisslich zu beza]eii »

Iluec nuteni vi(Ietur esse pocna parliculuris c fl l)onorunm


19 -

publicatione, de qud in artidulo praeceId(11te : « Lud ob jemand »

rcscivatu, nt vulelicet ipso iure pacis violulor liane spcciulutcr

designatam pooimtii ante omnia 1)dndat, deinde vnlgo permil(a luir

in ('OrI)ore uc bonis impune pitetendus.

ted ci aliac poenae a(lversus pacis violalurein istliic iii

diuersis articulis adiiciunlur, uit de nun reeipiendo liuius criminis

reo, non ulendo, nuut defell(lendo, non tegendo ei cmiplureis

aliiie iii genus poei, OflflCS eo speetuntes. Ilt linie

violatori aqna et igili videatnr interdietum, uitqiIe is

liurninuiii socia vi1n consueluditic privatus anguue1is eL inoricus

illruluquc Sl)irct infeliciter.

En suuuteriituiva, ene poenae, quibus F. Sicinius vicicri

pst fusse obnoxius.

EL ne qiuis in hoc dispulet, quasi iniquuii sit, cjudlli1iiuuii

oh unuin adrnissuin tut poenaruuii subdi generibus. aniuuiaduerteuidiuun

ost, pluiets })OCflS in liouiuinem eundein decerni posse

11011 inodo, ubi facta sn lt compluria ei erl nina diuersa ‚ sed

etianu, (Julol ii us ex codem facto plura crimina spccie (lillerentin

oriuiitur, d tque i In so in casu lJraes11Ii liabere (secuinduim va

qune ad (licuuw proposituuu dixiunus) vidori Potosi.

\eruin ex bis ouuinibus ad 1)0111 et aeqni normaun oxpensis

qnnedani inilii bcnignius recipicuda cl interpretanda videntur,

uti ex iis, (Iuac hirn exl)lieaturus stirn, copiose (lemonstral)itur.

EL quo inea sc.rq)tu fuluraiquc resoluliones fundamentu

cerliori nitautur, puiicuula qiicluuii ixiuinata ceflsui pracmittciidu.

liutio : qucniudinodiun Celsius respondit, iticiuilc esse, ‚tiyi

tota lege 1)erSPe(La iina uliquu 1iarte eins proposila iudicare vel

respundere, ita res ost plena hi q iiif, ' unu aliqun lege propisita

et uioui excussis allis ad eaui rein, de qua ost quaestio,

faciciutiljus legihus, sententium frre iiuuuiutabi1cin. Ntuun cl

anlajulores leges ad posleriorein et posteriores ad priorein

deciara tion ein pert inere certum ost.

Secundo : uunquuarn conuuiuittenduuuu es[, iii 1urce11i iurecousulli

sonlentia uieglectu videatur ita seribetulis : rcspicicnduin


- 20 -

est, ne quid aut durius ant rernissius constituutur qualn causa

deposcit nec cidin mit scucritatis nut rleineutiae gloria affeclancia

est, sed 1) ropeI so iudicio, prout quaeque res expostulal.

staltienduin est. Eo addito, qiiod et Ilermogenianus ei Paulus

censuerunt, in I)Ott1 ulibus ca isis I)eniguiorem esse recipicudain

interpretationem id etiaiii ornuino vir bonus sen index seu

alins quinis de iure pronunciaturus, quoad potest, curare dcbet,

iii lii laudis referat, quod seilicel Cicero Caio Aquilio passi Inbutum

senibit, co uidelicet more, quod is vir ornatissirnus iuris

rationein nunqtiain ab aequl tute scinaxeni ‚ qui itu iustus ei

bonns vir fucnit, UI natura, non diseiplina constilltii videretur,

ita pei'ilus ac pr1tt1(s, ut ex iure ciuili noii scientia solum

verum eliaiii boiii tas na tu esse videretur.

Ad haue igitur epliciam ‚ Loni ei avqiii norniam . negotiuni

hoc controuersuuii exigeuites ihl dicejiduin PUtU111US, F. Sieinium

(seciuin.hi.ini ca qune proponuntur) nequc inaie.statis laesae, nisi

Fort asse ex 1eis Iuliae cal). 1-, uieque perduell iouis 1)eque

rebellionis neque seditioiiis reuin pronunciani potuisse, legis

luliac de vi 1nublica deque pniva(a, iteun pacis violatac sernato

iuris ordiiic ilutuisse. Consequens est ‚ ut Siciniiis poeuis

aduersus una iestatis perduellionisue aut rebellionis sen cham

s'ditionis damnatos consti lutis (poenis legis Inline maiestutis ex

p11100 capite exceptis uni uime fuerit oluiioxius.

Atque ihn se hubere. fucile coiinnonsl inhutur, videliceL per

responsioneln iud iura superius contra Siciniu in a(ldncta.

Nani quod priinuun Onflii Lila eitata fuere Llpiauu ei Marciauui

estiuuionia ‚ niluil Sicinui liljcris officere polest (I lu a Il ( 1 o(l uu i(lcm ca

dnuutuxal, de legis luliac capitc piiiuO lo(jllautur, quo cu1)itc, qui

nuuicslalis postulantur, cupite I wuuiuultur aulore \1arcianu, ucque

isthic de filiis bonoruin successione pniiiandis. Quill

ilflO eXpiCSSC respotuhut 1 lenunogenianus, eoruin qui maiestatis

critnine dainnati sunt • hona lihenis damuatoiuuu consenuuuni. ei

Inne dentuuuu fisco vindicari, si utcnio dani na Ii hiheroruni existat.

Neq ne vero Sicinii filiis quicquauui tiocerc potest iunperatorunuu

[Iouorii ei Arcndui couistitu tio. secun(lI1un qiuiin bona


21 -

ipsius Suinii vi(leluItIttir tiscu addiclFk, excliisis i iide iiliis, quibus

ei iiin ink'lIigcrclui' tlnantulrluis uiisernhilis vita ex principis

i iidn1en 1 ii concesii i.(c

Nani ad cain (unstitutionelIi vompItirels soutiones dahuntur,

per (I I IUS ostetideinus, Siciiiiuiii nequc in puetiam illius

legis cecidisse, iieque erimeu, de quo isthic quaerehatur,

putrasse et 01) id niliil praeiudicii ex illa constitutione contra

Sicinii ii lios co1Iii I)uss

1i'iitiuin oniniuin certnni est, cam constitutioneiii esse uon

niodo poetialeiii, scd ia1i1i'ain et odiosain, quapropter intra

suos lertuinos coartaudn ne restringentla esl.

Porro liuiusinodi constitulioneni esse perquarn odiosani,

aperiissinie docehirnus inler en, qune circa huius negotii quartiJiTi

)riIlCipa1e (lulJi Hill CXJ)IICa tui'i sil iii HS.

Perpendainus itaque diligenter, qni siLlt eiusdeni coustitutionis

termini et de quihus personis loqualur. Quisquis, aiunt

imperatores ‚ scelestam iiiivril factioiiem de nece virorum

illust riuni ‚ qui consiliis et consistorio nostro intersunl, senatoruin

cham (namn et ipsi pa rs corporis nostri SUhl nel

(iIiUSUIS postremno, qui nobis niilitat, rogitaucrit, ipse equidem

utpote niatestatis remis gladio ferialur etc.

1cce im L coiistitnlionis tenor qualuor tautum casus cernpleetitur,

(l1US qui n(lmitlil, en lege teiiealur, videlicet si anis

re ipsa de fl(Cc imn h)erat uris nut virorum illustrinm, qui i]lius

consiliis ei corisistorio intersunt. nut senatonini nut cuiusuis

a]terius imperutori militaiitis cogitaimerit. IJoI'unh autem casuum

nullumn commisit F. Siciiiius, nequc eum de nece vel Caesaris

uel aliciiius aI(erius, qui ad eins latus sit, cogitmiuit unquani

nut saltemn cogitasse osten1illmr. Nec obstat, quod aduersiis Tr.

rein pmmblicain 'si tarnen milia prr Ioniani iliiperii publicam

rein diet propriv res puhuica pussit) arnin sutnpserit . Nani iii

huinsinodi casibtis noli obtinet conslituhio 1racdirta ‚ quac tau-

Iumii mo(Juitur in inesa Caesaris persona mit, curuin qui illius

niaiestati aclu inseriiiunl eiqiie sunt praesentes et ad latus

pitene assidni Id enirn sic se liabere, ciare docemit verba consli-


) •)

Lutionis i(u cLiiuu cuiisuleiido aperte, lc51)oudil dullifihils flur-

I]1011111(tLS Sochtus P° (i11111il, qui ante illuin ita scril)turn

J'Ili(IUCFIII

Quodque saepe dicla constilulio sic in suis Lerininis siricte

intclligi deheut, pluribus rationibus coinprobatur.

Est cniin, ut dixiunis, udiosa ‚ cuni paternne iniqnitatis

1)0 ( 110111 in !iliuin cogal idque rcpuguaiite natura ei iuris taill

litiiiii (1110111 liiiniaiii regulis, prolit ad dubiurn quartuul cxposituri

sulnhls.

Ad Iiuec si pils uhu in pol iiarii oppugluirit ucl prudi(Icri 1,

HOI) t{fflefl inHiesbtüs VCUS erit, salteiii CX Co Cal)iLe, quo is,

i1iii in imperii uel iinpei'uloiis neceni eiispiruucril., ei eaiti 01)

causain lexlus juris 1iuiu,iiiodi crimnina lauquaiii dimiersa puni 1.

1 loc cham in suis respollsis ha se liahere, 1) 1 o 1 )arunt utiibo

oci11i patereh filius.

Nihit chinin delrimnenhi Sicinii filiis parure potest, si quis

heut, iriuc'1pc1il Fr. Fiiisse ei esse inter primnos a cousiliis

Cuesareis, ac ita aduersus Siciniuni sucpe dietamn ronstitulionem

habere locumn, quundo Sicinius dc illius nece cogitusse, mm

eh re ipsa aggrcssus fuisse videalimi.

Elenini rcspoiideo. nun prohari, quod F. Sic.i mmi iis de illins

iiece eogituiierit, etiiunsi 'l'r. urbetim ujinignaucriL, illudque

NeN est, quod 1jr0111011e imidiget quantloquidein beta null

praestiinuimlur, nisi 1)rol)e11 Lur.

Sud denins, id esse prob bw adimuc nego, Siciniumn Imac

cugilul iune ucl ]muc eLi1IIn eunalu iii dmctae constilutiolmis

collapsuni fuisse, dimiti Ins ralionibus, una quod ca coiistitn Im

Ioquitnr nun de quibusuis coimsmliariis seu semnmiorihus (acsaris,

sud de bis, qui actu et re ipso praesentes in aula ung consiliis

nauunt operamim. Iluc pertiimeb eLiant Upiani rcsponsurn suh

titulo de mimiorihits, a niiniiie udlmiic ill lima effecluiii, qui

tumult ibi clai'c pi'oIoI.i1 1' ‚ conSi(leIIIIUIIL. Istlmie enimn liquel

emil ‚ qui l)enellei() )riIlcipis muiiiius uliquod 1 j blicutii eh ulagnac

functionis adeptus est ‚ non id iuris eh jinumunilatis huhere,

quod iis, qui circa personarn principis 0ccu1)ati sunt, concedilur:


- 23 -

Seil et ist tid peculiuriter qiioad eisuiii nusirtiiii exprcssit

1'redeiicus iliII)cratuI' j tL sauciione illa notissirna couLra rebelles.

EL qui in nostri, iiijuit, liiiperii p ros l)eritatem aliquid inacliinantur

contra nos St'U officiales nostros in his, quae iitl coinmissiiin

eis officiuin perti tent, rcbellando.

Q u.t iropter Barloltis ibidern negat, eum esse rc]wllein, qui

aliquid ttuiiismodi fueril conalus contra regem vel principem,

seu aliquain propriiirn ciuitatern, riront nos etiain circa rebellionis

erirneit enodahimus.

\ciuin deinus ei illud quoque ne lingaiiius, Tr. principelu

tuin qit tun oppugnaretur, versa tutu misse in iiegotiis plinei-

1)O l i t)u s : num statitn poenani constiluli'nus adtierstis Siciniuni

eiusque liberos locum htIlJere cllCelfltls ? Miiiiiiic profecha. Natit

spectallda est notiaggressio tantuitt, scd et ipsa aggressionis

sen ilinli l)el1i criusa. Atqui nullam reperieitius aliarn, quaru

de quit ii prp0sito (lietita t.e giim i ‚ videlicel ob petilne

i tistitiac tI(ltIrl'SUS tiucrs iliti.s Trev. per pri neipem Trev.

UI Sieinio visuin flut ‚ leriegulionetmi . 1-Inne ciiirui indigni-

Latein aegeiiimne tulit Sicinius CL pruintle ralus est ‚ Ciflfl

sibi itot) esse pi'uefractiori auiimno neglige.iudamn. Neqite iii

sune adeo utiruin, quando niaxiiiii et exce!si anititi lidein

sibi nun criniri gruuius feire soleamil. Ex quo iuiuiiifsIuni

est ‚ F. Si4it]iun) nun intuljsse bellumn t antlunin princi]u

electori ‚ nun Guesaris seiialori uel consilini'iu ( nillil ertiln

eiusinodi causac etutt l tcrliiouiL), sed laiiquani iustitiae adrniiuistratoii

twgligcitLi Quare itel hoc, nornine a praedichae

comistitulionis li oellit libeni suitt ci Sicinius puter ei eius

lfljj. Etcn jiii iiis1uejciidumn est (filO I101nifle aliquod fiat,

( 1 UO rcsl)eetu ct qun conternplti Iioiie, deque lioc sunt tcxlus

julis plurcis quani eninnerari possual. 1Nani cl in simnili

Ciisti consuluil. (.ul(lerinuS persccutorern citiusduin cardinalis

11011 incidis . e iii puettamn ii Bonifacio VIII. contra cardinalittmn

hostes satuciluin ob id, qllod ille cardinalem persecuttis

flieral. 11Ofl ul eai'dinulein ‚ set! UI administratoremn ecclesiae

Rau ca ne r isis.


- 24 -

Porro quod superi us ohiiciebatur, per SiCinht fuettint iturn

esse contra securitatcrn ihl h l)e Ft i ac populi itoniniti. CUiUS omiiis

ditio dignitasque sit in (ierinnnes transiata, ittinilile facit, ut

F. Sieinius peeitain blies repetibac c.oustitulionis un.ritus

vi(liMklur. De popuh Romani dignitate in Gerruanos transinta

post panlo videhimus.

De imperii securilate sie existirno, iton quicquid uduersus

aliquant uel eiuitateiii uel patriani admitlitui, contra imperii

securi a1eni lieri narn ‚ ut Ulpinitus nil., in ciiiilibus disseusionibus,

(1UU1UII1S suepe per clex respuhl ica luedatur, neu tarnen

in exitiuiii reipuhlicue cuntentlitur, eI. 01) lii censel 1 1pianus,

non esse ibi ins 1)OSllLIhhiuii, quin ihl 2ioiz sint bestes. I hoc

Ulpiaui respoiiso liquet, nett esse hostes populi Roivani, qIIi

non aLl reipublicue Ileinaune exitium contendutil, etinni si ex

rnururn 11511 respublica nonuiltil (lelriment.i aceipiet. (urn

itaque Siciuius in imperii Roinani exitiiiin nihul praesninpserit.

cuius ille pro virili fidelis assessor semper extiterit,

consequens es(, eum ne hosLein quideiu imperii fuisse ; tuntum

abesi, UI in iflius scuerioris conslitutionis poeflaS prolapsus

fuerit.

Addo ei aliarn rationem, quac F. Sicininin eiuSque liberos

a dictae constitutiouis unguibus exitnat, qued videlicet textus

non praesenlibus ci ccii In iat ii iure ipso sententiae ‚ sed

futuri tdntporis verbis utitur. Isihic eiiini sie legus ipse

quidein utpote inuiestatis reus gladio feriatur. hirn cciii

iuris est ‚ constiluiioncin per verha futuri teml)oris Iu(uenlL'Iu

ltotniiiis senteutiarn exposcLre alioqulit neittillelit SUd pochta

c.onstritigere dicelur, 1 t1 oui pleiiius uorea duljiuin quartuin

iperielnus.

Vi(Ieliius igiiur, variis ex causis ajiparere, arguineitta in

contruriuin adduc.ta niltil contra Sicinitim eiusque liherus miiita

re posse, quan itim videlicet ad iiiiperulores 1 lwioriuin et

Arcndiiiiu Aiigutos cl seueraiht illiiin cousliiutioiiCiu all met.

Main etsi F. Sicinius ivaiestatis Verlasse reus Iherit ex cupite

priuio legis lulive nihul udtrersus rei liberos stuluente, nun-


- 25 -

quani tan)rrl fiiit Co capite, de quo pracilictn conslitiitio loquitur,

plare uhul est, quo huins criruinis ucl coustitutionis praetexlu

Sici ri i tiliis nocea tuir.

lis conseqneuus es!, ul (um Sicinius niaicstatis reus nee

fueri 1 neque esse 1 otuer1t, praeterquauii ex legis Iuliae capite

priuio, necessurio dicamus, e.nm ne perduellionis quidern iudicio

fuisse obno[Lu1n. Nam ut Ulpianus autor es( non quisquis legis

Inline muiestatis rens es!, stutiin 1nitueIIioiuis reus eriI ' sed

qiui liostili animo aduersus reunpulilicaun uel prineipeni fiierit unimalus.

Quo verl)o neu hihiumn est. (jiliH de principe Ronumno, Iu;e

est de imperalore Augusto et de rcpnlilica Romana inlelligatur.

[Tee enlumm Tlpmamis dio etiam limo testatus est, et ([ItOtieS de

r pn lii ica lwuprie fit sermn o in in re, semper leni ma respuhlica

intelligitur. reliquac ciui(ates loco prilmalorum hahemilur. Imo et

ipse t lpianus, qul per(IuellioImis erinien dcscripsi 1 » cam inteipicttiomuen

a!io responso (le(laral apeItissimne. Buna, iiiijuit,

ciuilnl is ahusine puhlica dicin sunt ; sola emmn ca

siin 1, quac populi ilemnan i sunt.. Idemn alio loco: puhlicinn et

ipiod ad stutumii rei Buiuinmiac speetat. Cummim ituque SCHIS

nequme comutra remnpuhlica in itomuanum nequc contra 1)rillcipCfll

1(>n1anuni liostili fui>'rit nmiinio ‚ cerimun est ‚ eumu nun reete

neque hure p>rtl 1 l4.] lioiiis i nsinu1ari

Nequc miii 1 quispialn repetat urgumuentumn ilIurl de 1)0Pnhi

Heu> a md iure et potesta te in i mn1,eratorem et ah hoc in (iermna

mies 1 ra usla tis.

111 n d eIUIH (in ;iI)us ration ihus elena tur et confu tu lur. Un a

est ‚ quam Su1)erins relulimmius. quell videlicet, si cham IhrigereLnumS,

omnem popull Hornani uuc(oritatein Lransiisse in Uerinanos,

nmala mmcmi est illatio, si dixeris, cum qni in quampiamn

1 ermaniae ciuilateni hostili fuerit animno, eundem simnili

uni tue in Germaninmn ipsam cxl itisse, nun mugis (1unum in

ein!lil)us dissensionihus (uti paulo aule ex Lipinni responsu

mieciaratum est) in exilinnt reipublicae Romnanae contendi videhalur.

Alioquiin quuis recensere possit nrimcrurn lmostiumn et per-

1 ticllionmnim iriter ( ermuuios alquie adeo in ipsis (ierrnaniae


- 26 -

visceril)us ? Nain uI laie Germania palet ‚ sie complureis

lialwt (11105 palain ('St eliam ifliUSSfl principis Romani

fuisse in qiiasda in Germania' iitiitates offeiiso ac plane liostilt

a nim 0.

Seeunda ratio multis sIne verbis 11011 iniitililjus exjilicari

possel ‚ niSi rnihi de iure inlerrogaio vitanduin censereni . Paucis

igitur again et ad rein

( a n ii u ii eu In iurisconsiillus.

-L---


Feber die Gestaltung des Textes.

o sorgfältig die Vol- mii' 1 iegeiiili' Abschrift des (nilex ist, so schlecht

ist dieser selbst. Trotz der Ki>i'rektiji'eii einer zweiten hand wimmelt die

ilandschiif1, von Fehlern. die (-li zum grössten Thi-il glaube verbessert zu

haben. Uni eine Nacliprii fiing und Ni cliii (lfi' /11 e rntögl ichen, geile ich

über das Einzelne Reelieisr.lj:iff.

1 ZiLILäc1LSt, habe ich (]je sehwankende Ortho g raphie gleiclimffssig

geninelil z. B. I:'ae st. lost'. (a1'sarjs st. Cesai'ie, fetiales st. i'uc.iales,

gesetzt u. s. w., sie vereinfacht (z. B. Arcadins st.

Ai'clia ii ins considerrt tu ni st. tun syderaturn' oder sonst die jetzt gebrii.ucli-

1 ielie $cli 101 bw ei so angenommen 'z. 11 10 P1'fssai öi st. i'epresal ja. viii di tale

st. vendica re Fi'it Leriens st. Fei Ionen s). dage gen die Formen plitreis. cmiiphlreis

111111 d tiplomala ebeti so bei lieiiaiteii. wie die Siciiiius (Sicki Ligt'Il,

Guonitifltia buchstaben \Vortns ii. dgl. Die ganz r egellos stehenden grossen Anfangs-

sind nit-ist, iltireli kleine ersetzt. Bei dcii S. 18 f. angeführten

Steilen deutscher fleiclisgesetze ist die Orthographie absichtlich gesc.hont

und 11111 das doppelt(- ii in 111111d, hiahenn. hetze 1] cnn. t in mitt. 11 in genn,

1 in bot zall 01111 vereinf.achfe ferner statt ek und lz in Merck nuil bot zal lenn

OiIl k und z gesetzt.

2. Die nur 111irch Aiifaiigshuc.hstabeii angedeuteten Worte sind ausgesehrielteit

worden (z. B. MOC.lI i'atoi-e ( nesaris st. proc'i . (esa. . Ire Iltisells

st. 1'.. (.inl1L11 st. Cy.. Bartolus st. Bar., Caldeninits st. (aIderie. sio', Dasselbe

ist zu Anfang bei den Namen Trevirensis und Niireiibei-gensis gowo

die 1-land schritt 'l'r. oder 'Ire. oder Ti'i . und Nii. oder Nur. hirt t

3, Die ab und zu vorkommenden Siglen sind aufgelöst, so 8. 11)

Z. 21 u. S. 34 Z. 33 die Sigle an. ferner S. 17 Z. ii Cols . wo miii an

consultis denken könnte. natürlich dciii Zusammenhang nach in comninnis.

Dagegen ist die Auflösung dci' 5. 9 Z. 9 vorkommenden. schwer zu gebenden

Sigle mir zweifelhaft. Das S. 7 Z. 14 in den Text gesetzte etiam. wofür

in der Handschrift 'in nicht zu cii fzi iferndes v 'ist Ii lunge ites Zeichenhii'n stc itt,

ist die mir seineinleuchtende

Vci'nmtung des Herr I)i-. (bit! liii v. 'l'ii'hiian

$01 11 1 1 01' tu der Wiener 1-1 ofb Idiot ht'k


28 --

4. Die Von (11911 SC}l1'eil)eI' (1er Ilniidsc lirift falsch gelesenen Worte, die

mit Sicherheit hergestellt werden konnten, habe ich ohne weiteres den,

Text einverleibt und demnach geschrieben S. 4 Z. 17 esse st, est, Z. 26

viderentur sf. viderent. S . ' Z. 21 'rediti st. erediditi, S. Ii Z. 4 prin'ipale

st. principem. Z. 15 ian'nanl st. l inda. Z. 27 cur St.. l Iuui n. Z. 29 fetiali st.

foenali verlesen für foetiali . Z. 30 permevipti st. praeseripta. Z. 31 geratur

st. geritur. S. 7 Z. 14 feeisse t. fuisse. S. 8 Z. 8 coi'ain st. eoruut. Z. 14

saeve st. faens. Z. 19 eXpel'i]'i st. apel'iI'i. Z. 22 conationeul liane st Colla-

1 onis Inne, Z. 33 si. praesi'rtim st. praefectnin, 9 Z. (1 8. $iciiiinnt St

$iciiiii. Z. 10 viiietnr st, Nivet. '1.. 23 malol'ILin St. marcoi'nm. S. 10 letzte

1111(1 5, 11 erste Zeile videatnr St. i'edatiir. S. 12 Z. 21 dahliliatuln st. holm-.

natum. Z. 27 ren st. Ro,. Z. 27 iiitei'dicitur St. iflterCiditllv. Z. 31 ei.im qui

St. eum 1nis. S. 13 Z. 28 (oh: p(ltcrnnnl St. pravum, 8. 14 Z. 32 perd11d1-

lioiies t. pei'dnellis aber vgl. ui. K. 15 Z. 25 sau('tiolus St. san('tiur, 8. 16

Z. l siiic' st. miii. Z. 20 teneri St. tarnen. 8. 17 Z. 30 i'eeepta.e st. repertae,

S. 18 Z. 21 f. III) Jemand liühern oder niedern st. o lleil genannt liölieii oder

indern, 8. ll Z. 2 Jemand st. genant. S. 20 Z. 34 und 31 llerihiogenianus

st. Hermogeties. Z. 9 serihit st. staliit. Z. 5 i'ausis st. iliSis, 8. 22 Z. 2

Socinus st Zosiius. Z .5c irca st.. c.mn, 8. 23 Z. 18 denegationem st. ileiiegatis.

5 04 Z. 3 uI st. it, Z. 10 saep(' st sese, Z. 17 110 st. ie1',

Eine Aitzald schöner Emeiulation('ii verdanke ich eine!' fi'euuilliclieit

Revision des Drucks (lnl'('lI Kollegen Leiiel. insbesondere S. 8 das saeve

1)11(1 praesertin), S. 9 viletur iiiiil maloruin. desgleichen S. 7 die II i'rstel hing

iei Tit&'li'iibtik (od. 11.47 et armoruni nsus in s c i o p 1' in c i P e etc.

WO (li( lISlidSChi'ift Ja so. IL Ii in lib. ‚.. 10 hat. 1111(1 Anderes.

5. Offeiihar übersehene oder ausgelassene Worte 1)11er Silben sind aufgenommen

und durch Cursivsc.h i'ift. aliSgezeiehnet.

Ii. Die 'Oni Alltor gegebciieii (i1 ah' ii IIS (1(9) Roch tsi1itelleii sind durch

Hinzufügung dci' Zahlen in ('ekie11 Klammern leichter ZUgillgliCl( gemacht

lagegeii die im Text angedeiltelelL, aber am Hand .: iiic.ht nachgetragenen

it ole iii dt ergänzt. vielmehr tlii' Stellen 1111' mit einem llelfl Fi'a geze ich eh 'er-

5(11(91,

7. Da- III einer Klamm er gesetzte F'l'age7.ei('IIefl deutet auf ei ne ii lIli 1

gehobene (o ri'upt ei Ion.

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