Uebersicht der griechisch - römischen Philosophie

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Uebersicht der griechisch - römischen Philosophie

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SWape übte, bie päbagoatftye Sebeutung bat, bajj fie bie üppige $artt=

cufvivttät burd) SBertocfung $u weiterer 8et$ättgung gittert ins Gittern

unb gut 2e(bftbefd\imitna, fuhrt. — fciefe gange Setyättgung aoet

nun, wie üe Sofratei tu ben oerftyiebeuartigßen ©efvradvn übte, mar

natürlich nicht Sadje einer etiva fertig botiiegenben 9Jietbobc, bie

aküchfani von vornherein für alle %Sät aufgearbeitet gemefen mare,

fonbern ffe fear Sa$e jene* urfvrünaüdum genialen lafteS, welcher

mit aller Sid^erbeit auf fiäj (elbft rechnen Durfte, in jebem möglichen

(fcefvräche von feinem allgemeinen Stantymnfte ani fich ba(ten unb

in «

(unfeine eingeben gu formen.

Serabc aber tu ber Sbtberung cinee fteten dtytofati, wie weit

ein SKffen vorliege unb wie weit nicM, ftegi bie von Sofratei an

ü* unb 9nbern &eabftdjttate Sermiri lichuna, bei „ (vrfenne tid> fetbft "

unb ani ber tafttbatia.r'eit bei Suojectei ifrmt Sofratei bie begriffliche

Mgemeinbeit; wie unb in wieweit bai Subjecttoe bie vartttutate

Vielheit mttfiidj bebcrrjVbt , ergreift ei fieb felbft ali bai

Sttgemetne unb erprobt in ftdj bai höhere, Gblere, ^sbcale. Stber

eben ber in bie >}>articularitat verflochtene menfa)(i$e ©eifl gelangt

barunt nie gu ber fdMcdubin umfaffenben Allgemeinheit bei SBtffeni,

unb fo \aat Sofratei, baf bie mcnfd>ltd>c gBeii^ett koenig ober nicht*

wertb if) im Vergleiche mit ber göttlichen; aber ebenfoweit ali bie

Seele am SBtffen Iheil bat, bat üe am Göttlichen Iheil, unb in ber

^elbfterteiintniü, Wo üe bie xMügcmcinheu beurtuubet, ergreift fte ein

Göttliches in ftdj; barunt muffen mir lernen, \»a& gu lernen verftattet

ift, bai Klebrige aber muffen mir unmittelbar burd; SRanttf gu erfahren

fudvu , b b. bai ©ottltdje ift nidn frtofj (grgdngung, fonbern letzte

(unb eiite) Stü$e. So fna)tc Sofratei feine ©enoffen vorzüglich in

Betreff ber Gottheit \n einer befounenen Aufhaltung gu führen unb

fenfualiftifdvn \Hnücbten gegenüber bie Gottheit ali bie Äüei creuenbe,

auumfaffenbe Weisheit gu bezeichnen, debrigeni ift ei bei ihm auch

in biefer Beziehung nod) gu feiner Sichtung unb fvfrcntatifcbcu Uni*

{Reibung ber Unterfa)iebe getommen; benn etnerfeiti aecomobirte fich

Sofratei völlig an bie griedüfd>c Brt unb SBetfe bei @&ttetgtaubeni

unl ber Gottervereiuuug, unb mbrerfeitt, »enn et jene orbnenbe

Weisheit ili (Bort ben übrigen „lottern" gcgcuüberftellt, fo fvriM er

eben nur theoretifdi einen iWonotheisinus neben beut ^olutbeismus aus,

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