Ausgabe 4/13 (pdf) - Cyty-Braunschweig

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Ausgabe 4/13 (pdf) - Cyty-Braunschweig

Der Seniorenrat

Braunschweig

BRAUNSCHWEIGER

JOURNAL

29. Jahrg./Heft 4

Aug./Sept.

2013

Offizielles Journal

des

Braunschweiger

Seniorenrates


Braunschweiger Journal 1

Ausgabe 4/2013

Aus dem Inhalt:

Editorial 1

Fragen Sie Ihren

Apotheker 2

20 Jahre Hobby- und

Wissensbörse/

Netzwerk Gemeinsam

Wohnen in Braunschweig 3

1913 - Braunschweig

zwischen Monarchie und

Moderne/

Heinrich Büssing 4

Das rollende Industriemuseum

5

Bürgersingen auf dem

Magni-Kirchplatz 6

Senioren als Zeitsparer 7

Mein zweiter Schultag 8

Also, zuuur Sache .../

Der Panther von Rainer

Maria Rilke 9

„Meine Geheime Autobiographie“

von

Mark Twain 11

Buchvorstellungen/

Pascal Mercier: „Nachtzug

nach Lissabon“ 12

Der Traum vom Fliegen 13

Der süße Brei 14

Wenn der Milchmann

morgens klingelte ... 15

Bilderseiten 16/17

Kofferpanne/

Portmonnaie: Adieu 19

Schloss Marienburg -

„Neuschwanstein des

Nordens“? 20

Wein von Saale und

Unstrut 21

„Spaziergang nach

Syrakus“... 22

Die Werke von Eberhard

Schlotter in Celle 23

Liebe Leserin und

lieber Leser,

EDITORIAL

Halbzeit! Nein, nicht beim

Fußball, sondern Halbzeit

eines spannenden, ereignisreichen

Jahres im Braunschweiger

Land haben wir gerade

hinter uns. Im Jubiläumsjahr

2013 mit all seinen Veranstaltungen

sind wir ja mittendrin,

haben schon manches gesehen,

gehört und gelesen, vieles

steht uns noch bevor.

Doch auch außerhalb dieses

historischen Ereignisses gibt

es viel zu erleben und zu

unternehmen. Es muss ja nicht

gleich ein Spaziergang nach

Syrakus sein, wie ihn Johann

Gottfried Seume 1801 unternahm,

und über den er der

Nachwelt ein spannendes

Buch hinterließ. Wir begnügen

uns mit ein paar Nummern

kleiner und leben so auch

weniger gefährlich: Wir

möchten Sie in die Weinregion

von Saale und Unstrut entführen.

Dort gibt es viel zu

entdecken, und der von Kennern

hoch geschätzte Wein

schmeckt vor Ort auch am

besten.

Oder möchten Sie lieber den

„Nachtzug nach Lissabon“

nehmen und sich von den

Ereignissen einer geheimnisvollen

Vergangenheit fesseln

Die hohen Himbeerwände trennten dich und mich,

doch im Laubwerk uns’re Hände fanden von selber sich.

Ach, schrittest du durch den Garten noch einmal im raschen Gang,

wie gerne wollt ich warten, warten stundenlang.

(Theodor Fontane)

lassen? Unsere Buchvorstellung

könnte Sie dazu anregen.

‚Wenn einer eine Reise tut …’.

Wie viele Kofferpannen hat es

schon gegeben und wie viele

Geldbörsen haben schon unfreiwillig

ihren Besitzer gewechselt!

Reiseimpressionen

eben, wir schildern Sie Ihnen.

Wohlvertraute Rubriken finden

Sie selbstverständlich

auch in dieser Ausgabe. So

können Sie wieder Ihr Gleichgewichtstraining

erweitern,

über eine schulische Plauderei

oder den Kindermund

schmunzeln, und natürlich hat

auch Bobby einen Bericht für

seine treuen Anhänger verfasst.

Vielleicht sind Sie auf der

Suche nach einer für Sie

geeigneten Wohnform im

Alter oder nach Begleitung bei

kulturellen Unternehmungen.

Dann sind Informationen über

das Netzwerk Gemeinsam

Wohnen Braunschweig und

über die Angebote der Hobbyund

Wissensbörse sicher von

Interesse.

Bis zur nächsten Ausgabe im

Oktober grüßen Sie das Redaktionsteam

und

Ihre Christel Mertens

Joseph-Ignace Guillotin 24

Kleine Helfer- große

Wirkung 25

Rosa Louise Parks 27

Gleichgewichtstraining 28

Von Mäusen und

Menschen – Oder:Andalusische

Beobachtungen 29

Veranstaltungen 31

Bericht aus dem

Hundehimmel/

Lust auf Theater 32

Titelbild: Freier Eintritt ins

Sommervergnügen

Foto: Eveline Qweitzsch


Braunschweiger Journal 2

Ausgabe 4/2013

Fragen Sie Ihren Apotheker

Von Dieter Seppelt

Diesen wohlgemeinten Rat

haben Sie, liebe Leserin, lieber

Leser, sicherlich schon

häufig befolgt. Wenn Sie Fragen

zu einem kleinen Wehwehchen

haben, sei es Husten,

Magendrücken oder Hautprobleme,

dann werden Sie in

Ihrer Apotheke sicherlich

auch immer gut und umfassend

beraten.

Um genau das zu garantieren,

hat die ABDA, die Bundesvereinigung

Deutscher Apothekerverbände,

dafür mit

dem „Pseudo-Customer-Programm“

ein Qualitätsmanagement-Instrument,

d.h. ein

internes Werkzeug zur Qualitätsverbesserung

in den

Apotheken geschaffen.

Ein “Pseudo Customer“ ist

eine Person, die sich in der

Apotheke als Kunde ausgibt.

Dabei gibt er vor, unter einem

Symptom zu leiden, ein spezielles

Arzneimittel zu benötigen

oder ein Rezept einlösen

zu wollen. Während des Gesprächs

beobachtet und bewertet

er die Beratung des

pharmazeutischen Personals

anhand vorgegebener Kriterien.

Nach dem Beratungsgespräch

verlässt der Pseudo Customer

die Apotheke und dokumentiert

anschließend das Gespräch

mittels eines standardisierten

Fragebogens, der

fachliche und kommunikative

Bewertungsaspekte beinhaltet.

Unmittelbar im Anschluss

findet in der Apotheke ein Gespräch

mit dem Beratenden

allein und dann zusammen

mit dem Apothekenleiter bzw.

dem verantwortlichen Apotheker

statt. Die Apotheke

erhält auf diese Weise eine

unmittelbare, konstruktive

Rückmeldung, die gleichzeitig

eine individuelle Schulung

für den Beratenden bzw. die

Apotheke beinhaltet. Ziel ist

dabei, gemeinsam konkrete

Maßnahmen zu erarbeiten,

mit Hilfe derer die Beratungsqualität

verbessert werden

kann.

Die Philosophie dieses Konzeptes

steht im klaren Gegensatz

zu Testkäufen, wie sie

von Fernsehsendern oder

Frauenzeitschriften veranstaltet

werden. Es geht hier nicht

um Vergleiche und positive

oder negative Beurteilungen,

sondern um Hilfe zur Selbsthilfe

für Apotheken, die aktiv

an der Verbesserung ihrer

Beratungsqualität arbeiten

wollen.

Und davon profitieren Sie,

liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht sogar schon bei

Ihrem nächsten Apothekenbesuch.

Und zwar dann, wenn

Sie gar keine Fragen haben,

sondern nur ein ganz bestimmtes

Medikament, z.B.

Aspirin, kaufen möchten.

Dann wird Ihnen die Apothekerin

oder der Apotheker die

Frage stellen: „Ist das für

Sie?“, weil er sichergehen

möchte, dass das Medikament

keinem Kleinkind verabreicht

wird. Oder stellen Sie sich

vor, Sie haben sich versprochen

und kaufen „ASS“ statt

„ACC“. Ob Blutverdünner

oder Hustenlöser, der Unterschied

muss wohl nicht weiter

erklärt werden. Also ist die

Rückfrage: „Oh, sind Sie erkältet?“

nicht aus Neugier,

sondern zu Ihrer Sicherheit

gestellt worden.

Namensverwechslungen sind

beim Arzneimittelkauf gar

nicht so ungewöhnlich. So

kann es sein, dass Sie ein Mittel

gegen Sodbrennen kaufen

möchten und von Ihrer Apothekerin

gefragt werden, wo

und wie denn genau die Haut

gereizt ist. In diesem Fall

haben Sie statt „Pantozol“

„Panthenol“ bestellt. Wir stellen

also fest, dass eine gute

Beratung auch aus einer oder

mehreren Rückfragen bestehen

kann. Und genau das, das

ausführlichere Beratungsgespräch,

ist das Hauptmerkmal,

mit dem sich eine gute Apotheke

von einer Internetapotheke

abgrenzt.

Aber auf diese gute Beratung

möchte ich persönlich natürlich

auf keinen Fall verzichten,

auch wenn dauernd Werbung

von Internetapotheken

in meinem Briefkasten landet.

Okay - die Arzneimittel sind

vielleicht billiger, aber mit

wem soll ich in der Internetapotheke

sprechen, falls mich

mal wieder ein Zipperlein

plagt?

Seniorenrat Braunschweig

Kleine Burg 14

(gegenüber den Stiftsherrenhäusern)

38100 Braunschweig

Tel. 470-8215 oder 866 95 86

Information und Beratung

jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr

Keine Rechtsberatung

Zum diesjährigen Tag der Senioren sprach der neue

1. Vorsitzende des Seniorenrates, Dr. Günter Weinhausen,

seine Grußworte. Mit ihm auf der Bühne: Bürgermeisterin

Annegret Ihbe, Bürgermeisterin Friederike

Harlfinger, Oberbürgermeister Gerd Hoffmann, Christian

Blümel und Ulrich Markurth (von links).

Foto: H. Wilkes


Braunschweiger Journal 3

Ausgabe 4/2013

Netzwerk Gemeinsam Wohnen

in Braunschweig

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen und I. Bartels-Langweige

Foto: Ina Ockel

Abseits der großen Bühne auf dem Platz des 17. Juni mit

ihren Attraktionen sorgten viele kleine Gruppen inmitten

der Ausstellungspavillions für Spaß und gute Laune. Hier

zum Beispiel die Gruppe des "Lehndorfer Salonorchesters".

Foto: H. Wilkes

20 Jahre Hobby- und

Wissensbörse

Von Eveline Qweitzsch

Wie schnell die Zeit vergeht,

stellen wir an vielen Dingen

im täglichen Leben fest. Wir,

d.h. die „ Hobby- und Wissensbörse“,

haben unser 10-

jähriges Bestehen 2003 gefeiert.

Nun, 2013, sind wir bereits

20 Jahre aktiv in Braunschweig

im Louise-Schoeder-

Haus tätig!

Zu den bereits bestehenden

Angeboten sind neue hinzugekommen,

wie z.B. Modeschmuck-Ideen-Treff,

Handarbeitstreff,

Line-Dance, Gesangskreis

und Walking-

Gruppen, außerdem mehrere

Fremdsprachen. Unser Team,

alles ehrenamtliche Helfer, hat

sich zwar etwas verändert,

aber auch die „Altgedienten“

wie Karin Gehring, inzwischen

1. Vorsitzende, Ursula

Feuerstein, 2. Vorsitzende,

sind noch immer mit Eifer

dabei. Verstärkt wurde der

Vorstand durch Gisela Sperner

als Kassenwartin. Natürlich

haben wir noch weitere engagierte

Mitstreiterinnen und

Mitstreiter, die für Sie da sind.

Ein wesentlicher Punkt hat

sich allerdings verändert, wir

sind ebenfalls mit der Zeit

gegangen und nun auch per

Internet und E-Mail zu erreichen!

Ja auch unsere älteren

„Kunden“ sind geistig so fit,

dass viele diese Möglichkeiten

nutzen, um uns zu erreichen.

Nach wie vor sind Sie aber

gerne zu unseren bekannten

Bürozeiten gesehen.

Kindermund

Ida striegelt im Gästezimmer

das Schaukelpferd. Sie

liebt es heiß und innig.

Schweif und Mähne glänzen,

werden aber von

Besuch zu Besuch immer

dünner. Am Abendbrottisch

bittet sie den Opa, dem Pferd

einen dicken Schweif und

eine neue Mähne anzubringen.

„Weshalb denn das?“,

fragt ihr Opa. „Damit ich es

weiter schön striegeln

kann.“

Schon mehrfach hat das

Braunschweiger Journal Informationen

zum Thema „gemeinschaftliches

Wohnen“

veröffentlicht. Trotzdem soll

hier nochmals ein Hinweis

dazu gegeben werden:

Gemeinsam wohnen heißt in

erster Linie, sich unter einem

Dach in einer „Wahlfamilie“

gegenseitig zu unterstützen,

nicht zu vereinsamen und

mit nachbarschaftlicher Hilfe

möglichst bis zum Lebensende

selbständig und selbstbestimmt

zu leben.

Der Wille zum Miteinander

ist die Basis. Gleichzeitig

wird der Wunsch nach Privatheit

akzeptiert, denn angestrebt

sind eigene Wohnungen

mit eigenem Bad und

eigener Küche, die durch

Gemeinschaftsräume ergänzt

werden.

Als Anlaufstelle für am

gemeinsamen Wohnen Interessierte

gibt es seit August

2010 das „Netzwerk Gemeinsam

Wohnen Braunschweig“,

wo Kontakt mit Gleichgesinnten

aufgenommen werden

kann.

Die monatlichen Treffen finden

im „MehrGenerationen-

Haus“, Hugo-Luther-Straße

60A, 38118 Braunschweig,

statt und sind ohne Anmeldung

für alle offen.

Termine: Jeweils am letzten

Dienstag im Monat (außer Juli

und Dezember) um 18 Uhr.

Kontakt: info@muetterzentrum-braunschweig.de,

Tel.:

0531 / 89 54 50.


Braunschweiger Journal 4

Ausgabe 4/2013

1913 - Braunschweig

zwischen Monarchie

und Moderne

Text: Dorothea Körting • Foto: Heidemarie Wilkes

Mit einer Hochzeit fing es

an!Am 24. Mai 1913 heiratete

Victoria Luise, die einzige

Tochter Kaiser Wilhelm II,

den Welfenprinzen Ernst

August von Hannover, der danach

den Herzogthron in den

Braunschweigischen Stammlanden

bestieg.

Das hundertjährige Jubiläum

war für die Stadt Braunschweig

ein Anlass, 2013 zum

Themenjahr zu erklären. Zahlreiche

Ausstellungen, Vorträge,

Festlichkeiten und andere

Veranstaltungen erinnern an

den Wandel und die Veränderungen,

die sich während des

Jubiläumszeitraums in vielen

Bereichen des Lebensumfelds

der Menschen vollzogen

haben: Geschichte, Kultur,

Mode, Technik und andere.

Als einer der ersten Veranstalter

hatte das Braunschweigische

Landesmuseum am

Burgplatz zur Eröffnung der

Ausstellung Herrlich moderne

Zeiten (26. Mai 2013 bis

9. März 2014) eingeladen.

Während der festlichen

Matinee wurden sachliche

Informationen über Konzept

und Exponate ergänzt durch

Tango-Einlagen, der Modetanz

der 20er Jahre.

Prinz Heinrich von Hannover,

ein Enkel des Jubelpaares, der

sich Braunschweig sehr verbunden

fühlt, beschloss mit

locker und charmant vorgetragenen

Anekdoten aus der

Familiengeschichte und persönlichen

Erinnerungen den

festlichen Vormittag.

Prinz Heinrich von Hannover bei der Eröffnung der Ausstellung

„1913 - Herrliche Zeiten“

Heinrich Büssing, weit

über Braunschweigs

Grenzen hinaus bekannt

Text: Friedrich Schaper • Foto: Archiv F. Schaper

Ein Schmiedegeselle, hervorgegangen

aus einer einklassigen

Grundschule in Nordsteimke,

wird Ehrendoktor

und Ehrensenator der TH, angesehener

Unternehmer und

Ehrenbürger der Stadt – welch

ein Weg. Von 1843 bis 1929

wirkte dieser unermüdliche

Konstrukteur.

Dabei sah es anfangs gar nicht

so gut aus. Die Gesellenwanderschaft

endete nach 1 ½ Jahren

aus Geldmangel in Basel.

Nach vier Semestern an der

TH als „Zuhörer“ ging er in

das Konstruktionsbüro des

späteren Eisenbahndirektors

H. Clauß. Büssing meldete

erste Patente an.

Seine 1869 gegründete Velociped-Fabrik

in der Wolfenbüttler

Str. in Braunschweig endete

mit Schulden. Das gleiche

Schicksal drohte auch der

ein Jahr später gegründeten

Maschinenbauanstalt sowie

der wenig später mit dem

Geldgeber G. Ungnade gegründeten

Firma für Eisenbahnsignale.

Nach einer Begegnung mit

dem Braunschweiger Kaufmannssohn

Max Jüdel wurde

1873 mit dessen Kapitalhilfe

die Eisenbahnsignalbauanstalt

Max Jüdel & Co. gegründet.

Die Firma entwickelte sich

trotz der Weltwirtschaftskrise

nach Startproblemen erfolgreich.

Büssing sorgte im Werk

für die Konstruktion von

Eisenbahntechnik. Braunschweig

besaß zwar seit 1845

das imposante, von Carl Theodor

Ottmer gebaute Bahnhofsgebäude,

aber es fehlte an der

Sicherheit im Eisenbahnnetz

des Braunschweiger Landes.

Büssing hatte einen Weichenhakenverschluss

entwickelt,

koppelte ihn nach einem englischen

Patent mit der Stellvorrichtung

der Signale. So

entstand das „Kurbelstellwerk

Jüdel“. Die sog. Signalabhängigkeit

sorgte für Sicherheit.

Unter Jüdels kaufmännischer

Leitung florierte das Unternehmen

ab 1886 auch an

europäischen Märkten – 1000

Stellwerke wurden verkauft.

Es folgte die neue Bauart der

Hebelstellwerke. Die Zusammenarbeit

mit Siemens &

Halske brachte einen weiteren

Fortschritt: Der Einbau eines

elektrischen Blockwerks, das

die Zugfolge regelte. Diese

Technik, vom Siemens-Ingenieur

Carl Frischen entwickelt,

war bereits seit Jahren

erprobt. Nur wenigen ist heute

bewusst, dass hier der Grundstein

der Sicherungstechnik

der mechanischen Stell-


Braunschweiger Journal 5

Ausgabe 4/2013

werke (später: Einheitsstellwerk)

für den Bahnverkehr

gelegt wurde. Nach einigen

Fusionen übernahm Siemens

später (1928) den Eisenbahnsignalbau

im Werk an der

Ackerstraße – bis heute.

Mit 60 Jahren, inzwischen

mehrfacher Millionär, zog

sich Büssing aus dem Geschäft

der erfolgreichen Eisenbahnfirma

zurück, blieb aber

als Anteilseigner im Aufsichtsrat.

Er hatte bereits Jahre

zuvor an ersten Konstruktionen

von Lkws experimentiert.

Aber keiner wollte die ersten

Modelle kaufen. So baute er

seinen ersten Omnibus, der im

Linienverkehr zwischen Wendeburg

und Braunschweig eingesetzt

wurde. Die Gründung

einer Firma für den Omnibusbau

und einer weiteren für den

Lkw-Bau folgten. Über 100

neue Patente wurden von ihm

für Achsen, Getriebe, Motor

und Bremsen angemeldet. Die

Verwendung von Luftreifen

der Firma Continental in Hannover,

wozu Büssing die erforderlichen

Räder konstruierte,

brachte einen technisch

bedeutenden Durchbruch.

Büssings Bustypen fuhren als

Doppeldecker sodann in London

und Berlin. Ab 1912

arbeiteten Büssings Werke

fast nur noch für Militäraufträge.

Die Lastwagen

(Sanitätswagen, Wagen mit

Seilwinden, Zugmaschinen)

waren der große Renner.

Sein Sohn Max führte später

die Bus- und Lkw-Firmen zusammen

mit einem Schwager

fort. Ab 1971 übernahm MAN

die gesamte Fertigung. Der

Braunschweiger Löwe blieb

aber an den Fahrzeugen erhalten.

Das Braunschweiger Journal

finden Sie im Internet unter:

www.braunschweiger-journal.de

Blick ins Innere des Industriemuseums

Das rollende Industriemuseum

Text: Heinz Salbach • Foto: Robert Heuer

Im November 2003 wurde das

mobile Museum ins Leben

gerufen. Danach sah man den

Bauwagen auf vielen Plätzen

in Braunschweig und Wolfenbüttel.

Über eine längere Zeit

war das Museum von der Bildfläche

verschwunden. Dann,

Mitte 2011 nahm sich

AntiRost den Wagen für eine

umfassende Sanierung vor.

Seit Mitte November 2012 erstrahlt

er im alten Glanz und

rollt nun wieder durch die

Stadt. Wenn die Menschen

nicht in das Museum kommen,

fahren wir zu den Menschen,

so Dr. Gerd Biegel. Das mobile

Museum ist ein Projekt der

DGB-Region Südostniedersachsen

und des Instituts für

Braunschweigische Regionalgeschichte.

Auf zwölf Plakattafeln

und in beleuchteten

Vitrinen wird die Arbeiter- und

Industriegeschichte der

Braunschweiger Region lebendig.

Die wirtschaftliche

Entwicklung begann bereits

im 18. Jahrh. unter Carl I. und

Carl Wilhelm Ferdinand mit

dem Manufakturwesen, der

Leihhausanstalt und der Landesbrandversicherungsanstalt.

Nach der Reichsgründung

1870/71 begann eine rasante

Entwicklung. In dieser Zeit

stieg die Einwohnerzahl

Braunschweigs von ca. 35.000

auf 145.000. Danach setzte

sich die Industrialisierung mit

dem Eisenbahnbau, den Eisenbahnwerkstätten,

der Zuckerindustrie

und der Konservenindustrie

fort. In Jahrzehntschritten

bis 2010 gibt es viele

Informationen zu Braunschweiger

Firmen, wie zur

Maschinenfabrik Seele u. Co.,

heute BMA, zu den Luther-

Werken, zu J.A. Schmalbach,

Grotian-Steinweg, Büssing,

Miag, Grimme, Natalis u. Co,

später Brunsviga, bis hin zu

den Reichswerken „Hermann

Göring“ VW, Siemens und

weiteren Unternehmen. Beim

Blick auf die Jahrzehnttafel

Kriegswirtschaft wird über die

Zeit vor und nach dem ersten

Weltkrieg informiert: Über

den Wachstumskurs von Heeresaufträgen

und den dadurch

eintretenden Entwicklungsschub.

Mehr als 400 Firmen produzierten

für die Rüstung. Z.B.

hatte Büssing die ganze Produktion

auf Militärfahrzeuge

umgestellt. Damaliger Stundenlohn

64 Pfennig und vier

Jahre später 1,35 Mark (1918).

Beschäftigt waren bei Büssing

1000 Arbeiter. Weitere Schautafeln

und Exponate beschreiben

und zeigen weitere

Abschnitte in Jahrzehnten:

Zwischen Aufbruch und Weltwirtschaftskrise

(1920-1930),

Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik

(1930-1940),

Hochrüstung – Terror und

Ausbeutung (1940-1945),

Neufang und Währungsreform

(1945 1950), Es geht wieder

aufwärts? (1950 -1960),

Alarmsignale kündigen die

Krise an (1960-1970), Massenarbeitslosigkeit

und keine

Hoffnung (1970-1980), Der

Traum vom „Oker-Valley“

(1980-1990), Das Jahrzehnt

der „Visionen“ (1990-2000)

und Innovationen für die

Zukunft (2000-2010).

Ein besonderes Schaustück ist

eine Milchkanne, aus einer

Granate gefertigt. Der Satz

„Schwerter zu Pflugscharen“

ist ein treffender Gedanke

dazu. Das mobile Museum hat

in diesem Jahr schon mehrere

Veranstaltungen betreut: Hotel

Mercure zur Tagung der GEW,

einige Wochen in der Waldorfschule

und zum Tag der Technik

auf dem Altstadtmarkt.

Dort fragte eine Besucherin,

ob Busse von Büssing abgeleitet

ist? Ich weiß es nicht genau,

aber widersprochen habe ich

auch nicht. Man kann übrigens

das kleinste Industriemuseum

der Welt beim DGB anfordern,

um Braunschweigs Industriegeschichte

kennen zu lernen.


Braunschweiger Journal 6

Ausgabe 4/2013

Bürgersingen

auf

dem Magni-

Kirchplatz

Text:

Wibke Ihlenburg-Dreessen

Am Mittwoch, 22. Mai 2013,

begann ein Projekt, mit dem

die Bürgerstiftung Braunschweig

zusammen mit der

Kirchengemeinde St. Magni

ganz unkompliziert Menschen

zum Singen einlädt.

Das erste Treffen musste

wegen Regens ins Innere der

Magnikirche verlegt werden.

Aber es folgen weitere Termine:

An jedem Mittwoch, bis

einschließlich 11. September,

immer um 17.15 Uhr, können

sich Interessierte für 30 bis 45

Minuten zum Mitmachen,

Mitsingen und Mitsummen

auf dem Magni-Kirchplatz

einfinden. Ein Chor übernimmt

jeweils die Patenschaft,

sorgt zusammen mit

dem Chorleiter für eine kräftige

musikalische Leitung

und glänzt zum Schluss mit

einem Solovortrag. 14 Chöre,

Singkreise und Chorklassen

haben sich zur Mitwirkung

bei dieser Initiative bereiterklärt.

Extra für diese Aktion ist ein

Textheft mit rund 80 Volksliedern,

Popsongs und Schlagern

aufgelegt worden, das

für eine Schutzgebühr von 2 €

zu erwerben ist oder ausgeliehen

werden kann. Das erste

Lied ist z.B. „99 Luftballons“

- durch Nena bekannt geworden.

Es folgt: „Der Mond ist

aufgegangen“ mit dem Text

von Matthias Claudius. Am

Schluss finden wir „Über den

Wolken“ von Reinhard Mey,

aber auch die altbekannte

„Vogelhochzeit“, ein bunter

Strauß beliebter Lieder also.

Leider sind in diesem Buch

die Verfasser der Texte, die

Komponisten und die Sänger

(soweit bekannt) nicht angegeben.

Diesem Projekt ist viel Erfolg

zu wünschen.

Die Plastik „Der Flötenspieler“ von Arnold Kramer (1863

in Wolfenbüttel geboren und 1918 in Braunschweig gestorben)

stand seit 1983 bei der Villa Löwenwall, wurde dann

im städtischen Bauhof eingelagert und befindet sich seit

kurzer Zeit auf einer Rasenfläche am Hohe Torwall, in der

Nähe des Louise-Schroeder-Hauses. Foto: G. Hühne


Braunschweiger Journal 7

Ausgabe 4/2013

Senioren als Zeitsparer

Text: Frauke Wandmacher • Foto: Klaus Kohn

„Die Mädchen wollen einfach

nicht die Fußballregeln

einhalten!“, kommt Nico in

den Raum gestürmt, bei ihm

ist Laurenz und bekräftigt

den Vorwurf seines Freundes.

Viola und Lotte schlurfen

durch die Tür und verstehen

eigentlich nicht so recht die

Aufregung der Jungen. Das

Zusammentreffen findet im

Raum der guten Lösungen in

der Grundschule Comeniusstraße

statt; zwei Mediatorinnen

erwarten dort die Grundschulkinder,

um mit ihnen

zusammen im Rahmen des

Konzeptes „Mediation“ eine

Lösung des Problems zu finden.

Die Kinder tragen also

ihren Zorn und ihre Hilflosigkeit

nicht in den Klassenraum,

in dem die Lehrkraft

lehrstofforientiert mit den

Kindern arbeiten möchte.

Deshalb empfinden sich die

Mediatoren als „Zeitpsarer“

Die Schulleiterin der

Comenius-Schule, Brigitte

Rössing, beschreibt ihre

Erfahrungen mit den ehrenamtlichen

MediatorInnen wie

folgt:

„Seniorpartner als Schulmediatoren

in der Comeniusschule

in Braunschweig

Seit dem Jahr 2009 helfen zu

Schulmediatoren ausgebildete

Seniorpartner unseren

Schulkindern, ihre Konflikte

mit der Methode der Mediation

gewaltfrei zu lösen. Sie

arbeiten an vier Tagen der

Woche im Raum für gute

Lösungen für jeweils vier

Stunden. Durch ihre Arbeit

lernen die Kinder, dass und

wie Konflikte friedlich gelöst

werden können. Sie erfahren,

dass es möglich ist, dass es

bei einem Streit keine Gewinner

und Verlierer gibt, sondern

dass beide Parteien

Gewinner sind, nämlich die

eines friedlichen Umgangs

miteinander. Nicht zu unterschätzen

ist dabei, dass die

persönliche und soziale

Kompetenz der Kinder gestärkt

wird und die Kinder

eine gute Streitkultur entwickeln.“

Der Raum der guten Lösungen

bietet eine geschützte

Sphäre, aus der nichts nach

außen dringt. Hier werden

bestimmte Regeln eingehalten

– ausreden lassen, fair

miteinander umgehen -, die

ein Klima des Respekts und

des Lösung-Finden-Wollens

schaffen. Die Seniorität verleitet

die MediatorInnen

möglicherweise zum schnellen

Ratschlag. Der aber ist als

Mittel im Rahmen der Mediation

ungeeignet. Wer hat

nicht schon erfahren, dass die

selbstentwickelte Lösung der

Königsweg im Umgang mit

konflikt- oder gar gewaltträchtigen

Konstellationen

ist?

Die Qualifizierung zum Mediator

findet während 80

Stunden, verteilt auf drei

Monate, statt. Die angehenden

Mediatoren werden mit

den Techniken der Mediation

vertraut gemacht. Die Maßnahme

ist durch Sponsoring

verschiedener Institutionen

kostenlos.

Der Verein „Seniorpartner In

School“, der die Grundschulmediation

betreut, sucht

Interessenten für die Qualifizierung

weiterer Senioren

zum/zur MediatorIn. Es gibt

noch einige Grundschulen in

Braunschweig, die das Mediationsangebot

der Senioren

gerne in Anspruch nehmen

möchten. Fragen zur Tätigkeit

des Mediators und zur

Ausbildung beantwortet

gerne für Braunschweig

Frauke Wandmacher, Tel.

0531 7998844, und für Wolfenbüttel

Hedda Thelen-

Theissen, 05331 29176.

Wer andere kennt, ist klug,

Wer sich selbst kennt, ist erleuchtet.

Wer andere überwindet, hat Stärke,

Wer sich selbst besiegt, ist mächtig.

Loatse 3. Jh. v. Chr.


Braunschweiger Journal 8

Ausgabe 4/2013

Mein zweiter Schultag

Text und Foto: Dorothea Körting

"ABC, die Katze lief im

Schnee …

“Der bekannte Kindervers ist

wohl nur wegen des Reims auf

die ersten Buchstaben des

Alphabets entstanden, denn

Mieze geht vermutlich lieber

in der warmen Jahreszeit auf

Mäusefang.

ABC-Schützen nennt man

Schulanfänger, weil sie zuerst

als Basis für Schreiben und

Lesen das Alphabet vermittelt

bekommen. Oft werden sie

auch als I-Männchen bezeichnet,

denn dieser Buchstabe ist

einfacher nachzumalen und zu

behalten.

Einst begann das Schuljahr im

Frühling nach den Osterferien;

laut meinem Zeugnis an

einem 10. April. Am ersten

Schultag begleiteten natürlich

die meisten Mütter ihre Kinder

zur Schule. Ich weiß aber

nicht mehr, ob sie vor der Tür

des Klassenzimmers nach kurzer

Begrüßung durch den Lehrer

warten mussten oder den

Raum betreten durften. Im

Zimmer wurden die Kinder

aufgerufen, es folgte die Platzzuweisung

und die Bekanntgabe

weiterer Formalitäten.

An Einzelheiten erinnere ich

mich nicht mehr.

Vor dem Gebäude überreichte

mir meine Mutter dann eine

große bunte Schultüte. Darin

waren nicht nur Süßigkeiten.

Meine gesundheitsbewussten

Eltern hatten auch Obst, Wiener

Würstchen, Gesellschaftsspiele

und anderes eingepackt.

Am Nachmittag erschienen

Patentante und Patenonkel mit

einer weiteren Tüte und die

beiden Omas brachten ebenfalls

kleine Geschenke.

Abends fotografierte der stolze

Vater die Tochter für das

Familienalbum.

Früher waren die Volksschulen

den christlichen Konfessionen

zugeordnet. In meiner

Geburtsstadt Hindenburg im

oberschlesischen Industriegebiet

war die Bevölkerung

überwiegend katholisch.

Die zuständige evangelische

Schule lag in einem anderen

Viertel, und mein täglicher

Schulweg dauerte daher etwa

30 Minuten.

Meine Mutter hatte noch

meine jüngere Schwester zu

betreuen und vertraute mich

am zweiten Tag einer älteren

Nachbarstochter an, die mich

an der Klassentür ablieferte.

Zielsicher steuerte ich auf

meinen Platz in der vierten

Reihe zu. Kaum hatte ich

meine Schiefertafel ausgepackt,

stand ein anderes

Mädchen vor mir und behauptete

steif und fest: "Das ist

mein Platz“. Ich war verzweifelt

und den Tränen nahe. Wo

sollte ich nun bleiben? Da

erlöste mich eine ältere Schülerin,

die ihre Schwester in die

Klasse begleitet hatte. "Du

hast in der dritten Bank gesessen,

hinter meiner Schwester,

ich weiß das genau", sagte sie.

Ich war getröstet und glücklich.

Den zweiten Schultag habe

ich aber nie vergessen.

Foto: Brigitte Klesclzewski

Betreutes Wohnen

Regen, Regen, Regen während des 21. Flohmarkts vom

Botanischen Garten der TU Braunschweig am 26. 5. 2013.

Dennoch strömten kauffreudige Braunschweiger über die

Mittagszeit hinweg und kamen vereinzelt bis zum Schluss.

Etwa 50 von den über 500 Mitgliedern der Freunde des

Botanischen Gartens e. V., so Michael Kraft; hatten ihre

Stände Tage vor-her vorbereitet. Die eifrigen Waffelbäckerinnen

brauchten allein 3 ½ Stunden für das Anfertigen des

Teiges. Der Duft ihrer Waffeln durchzog den Flohmarkt.

mit 24-Stunden-Pflege!

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Braunschweiger Journal 9

Ausgabe 4/2013

Aus der Schule geplaudert

Also, zuuur

Sache ...

Von Fritz Opitz

Heinrich S. war unser Zeichenlehrer.

Er war ein Original.

Er kannte nur ein Personalpronomen,

nämlich “wir”.

Sprach er von sich: Wir. “Wir

haben letztes Mal erklärt ...”.

Redete er einen Schüler an:

Wir. “Bergmann, haben wir

die Sache gemacht? Herzeigen!”.

Auch bezeichnete er

alles mit “Sache”: sein Fach,

das Zeichnen an sich, Bilder,

Hausaufgaben, Farbstifte, Flegeleien

der Schüler usw. Einmal

stellte sich die Frage: Wie

oft sagt er in einer Stunde

“Sache”? Wir beschlossen zu

zählen. Während er “zur

Sache ging” und langweilig

ausführlich die Komposition

eines Landschaftsbildes erklärte,

machten wir jedesmal

bei dem Wort “Sache” einen

Strich. Vier Striche und ein

Querstrich: also eine Fünfergruppe.

Natürlich fiel ihm auf,

dass während seiner Erklärungen

sich häufig die Köpfe

senkten. Dann passierte es:

Wieder einmal hatte er eine

Sache erklärt, und wir machten

unsere Striche. Plötzlich

schoss er auf Klassenkamerad

Werner zu, der seinen Kontrollzettel

nicht schnell genug

verschwinden lassen konnte.

“Hee! Was‘n das für ‘ne

Sache?”, bellte er und zeigte

auf die Strichliste. Werner, erst

etwas perplex, dann, in Erwartung

der fälligen Ohrfeige den

Kopf etwas zur Seite haltend:

“D-d-d-das sind meine Entwürfe

für‘n Gartenzaun.”

“Bleedsinn!! Also - zuuur

Sache!”, wandte er sich wieder

seinem Bilde zu. Grinsend

malten wir zwei weitere Striche.

Übrigens es wurden 64 in

dieser Stunde. Das Zählen

sprach sich in der Schule

herum, der Rekord soll in

einer anderen Klasse über

hundert gewesen sein.

Mein Lieblingsgedicht

Der Panther von Rainer Maria Rilke

Text: Brigitte Klesczewski

Es muss in der Unterprima

gewesen sein, als unsere

Deutschlehrerin der Klasse

diese Aufgaben stellte: Mein

Lieblingsschriftsteller - Wohltäter

der Menschheit - Mein

Lieblingsgedicht. Zum Lieblingsgedicht

wählte ich aus

mehreren Gründen damals den

Panther von Rainer Maria

Rilke. Mich hatte Rilkes

Beschreibung der Vereinsamung

eines gefangen gehaltenen,

rassigen Tieres berührt.

Schon immer verabscheute ich

Zirkusvorstellungen mit dressierten

Tieren und machte im

Zoo einen großen Bogen um

Tiere, die ihr Leben in Käfigen

fristen mussten.

Ein weiterer Grund war, dass

sich das Gedicht nicht nur

leicht auswendig lernen, sondern

auch gut vortragen ließ.

Obwohl der Dichter in drei

Strophen die Daseinsnot des

Panthers schildert, erwähnt er

seinen Namen nur in der Überschrift.

Das Gedicht entstand

1903, als Rilke in Paris lebte

und Sekretär bei dem Bildhauer

Auguste Rodin war.

In Gedichtbänden, wie z. B. im

Echtermeyer von Wiese, wird

nie bei den ausgewählten

Rilke-Gedichten „Der Panther“

fehlen, hier mit dem

Zusatz: „Im Jardin des Plantes,

Paris.“ Der Jardin des

Plantes ist ein aus dem Jahr

1626 stammender Botanischer

Garten, in dem nach der Revolution

1793 eine Menagerie

eingerichtet wurde.

Vergessen möchte ich aber

nicht, zu erzählen, wie mir und

meinen beiden Mitprüflingen

in Hamburg bei einer mündlichen

Prüfung in Pädagogik

durch Professor Geißler der

Panther aus der Patsche half.

Wir drei Prüflinge konnten die

erste Frage des Professors über

Kerschensteiner nicht beantworten,

weil sie uns irgendwie

zu leicht vorkam. Daher sagte

keiner ein Wort. Daraufhin

fragte der Pädagoge: „Wer von

Ihnen kann denn ein Gedicht

aufsagen?“ Kurz entschlossen

trug ich den Panther vor. Woraufhin

der Prüfer meinte: „Na,

es geht doch.“ Der Bann war

gebrochen, und wir kamen

Der Panther

(Im Jardin des Plantes, Paris)

leidlich gut durch die mündliche

Prüfung.

Übrigens soll der Literaturpapst

Marcel Reich-Ranicki

als Jüngling für Rilke Gedichte

geschwärmt, und Udo Lindenberg

den Panther vertont

haben.

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille –

und hört im Herzen auf zu sein.


Bestnoten bei der Pflege-Qualitätsprüfung

BETREUTES WOHNEN

– DAS ORIGINAL –

In den vergangenen Jahren ist seniorengerechtes Wohnen unter dem Schlagwort „Betreutes Wohnen”

immer populärer geworden. Viele Mitbürger erwarten von diesen Wohnanlagen eine umfassende Versorgung

und bei entsprechendem Bedarf auch die Durchführung von Pflegemaßnahmen in der Wohnung.

Schließlich soll ein nochmaliger Umzug in ein Pflegeheim möglichst vermieden werden.

Dazu sollten Sie wissen:

„Betreutes Wohnen” ist kein gesetzlich definierter Begriff! Jede Wohnanlage bietet daher teilweise

erhebliche Unterschiede in ihrem Leistungsangebot, die sich auf die Verbleibemöglichkeit in der

Wohnung deutlich auswirken können. Sie sollten daher genau bei dem jeweiligen Anbieter erfragen,

mit welchen Hilfen Sie rechnen können. Hier ist insbesondere die Antwort auf die Frage wichtig,

inwieweit eine umfassende hauswirtschaftliche Versorgung mit Essen, Wäschewaschen und Wohnungsreinigung

sowie die Pflege auch bei Schwerstpflegebedürftigkeit gegeben sind.

Ist beispielsweise examiniertes Personal rund um die Uhr im Haus abrufbereit?

Was passiert bei einem Verlust der eigenen Kommunikationsfähigkeit, beispielsweise nach einem

Schlaganfall?

Gibt es eine Auffangmöglichkeit durch ein integriertes Pflegeheim?

Wir bieten:

Komfortwohnungen mit Parkettfußböden und Küchenzeile,

24-Stunden-Anwesenheit von examinierten Pflegekräften,

Hausinterner Notruf,

Rauchmelder in jeder Wohnung,

Cafeteria,

Großzügige Begegnungsplätze im Haus,

Alle Mahlzeiten aus der hausinternen Küche,

Wäsche- und Wohnungsreinigungsdienst,

Persönliche Hilfen durch den sozialen Dienst der „COMITAS”,

Umfassende Freizeitangebote,

Einkaufsservice,

Frisör (Ruf 2853-3011),

Physiotherapeutische Praxis (Ruf 2853-1015),

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Braunschweiger Journal 11

Ausgabe 4/2013

Buchbesprechung

„Meine Geheime

Autobiographie“

von Mark Twain

Text: Anne-Margret Rietz

Foto: Albert Bigelow Paine (1906), Aufbau Verlag

Im Aufbau Verlag ist jetzt

Mark Twains „Geheime Autobiographie“

erschienen. Darüber

hinaus gibt es einen Band

„Hintergründe und Zusätze“,

zwei Bände also in einer Kassette.

Wer sich da hindurcharbeiten

will, braucht einen langen

Atem, lernt nicht nur die

Familie, sondern auch zahlreiche

Personen aus Twains

Umfeld und aus der Geschichte

Amerikas kennen. Und da

nimmt er kein Blatt vor den

Mund. Schließlich kann er

dank seiner testamentarischen

Verfügung, dass seine Aufzeichnungen

erst 100 Jahre

nach seinem Tod veröffentlicht

werden dürfen, sicher

sein, dass alle genannten Personen

dann ebenfalls gestorben

sind. Dass an ihm selbst

und seiner Autobiographie

auch dann noch Interesse

bestehen würde, hatte er keinen

Zweifel. Immerhin hat er

mit Tom Sawyer und Huckleberry

Finn, mit Der Prinz und

der Bettelknabe und mit seinen

Reisebeschreibungen und

anderen Veröffentlichungen

Weltliteratur geschrieben.

Samuel L. Clemens, am 30.

November 1835 in Florida,

Missouri, geboren, nannte sich

seit den 1860er Jahren Mark

Twain. Bereits in jungen Jahren

beginnt er für Zeitungen

zu schreiben, absolviert außerdem

eine Lehre als Mississippi-Lotse

und übt diesen Beruf

einige Jahre aus, wird Freimaurer,

duelliert sich, schürft

in Minenrevieren, reist, heiratet,

bekommt Kinder, hält Vorträge,

zieht mehrmals um und

gründet einen Verlag, den er

wieder verkauft. Er lebt in

Frankreich, der Schweiz,

Deutschland und Italien.

Bereits 40-jährig beschließt er,

seine Biographie zu verfassen,

unternimmt einige Versuche in

dieser Richtung, aber erst

1904 hat er die für ihn „richtige“

Idee: „Beginne an einem

beliebigen Zeitpunkt deines

Lebens, durchwandere dein

Leben, wie du lustig bist ...

Mach außerdem aus der

Erzählung eine Kombination

von Autobiographie und Tagebuch.“

Auf diese Art wird für

ihn die Arbeit zu einem Vergnügen.

Dazu verfasst er ein

„Vorwort. Wie aus dem Grab“.

Und so verfährt er: Er diktiert,

erzählt, erinnert sich, schweift

ab, zitiert, verfolgt Seitenstränge,

kehrt wieder zurück,

streut Zeitungsartikel ein,

plaudert. Immer wieder zitiert

er aus der Biographie, die

seine sehr geliebte, aber früh

verstorbene Tochter Suzy

heimlich über ihn verfasst hat

und in der Dinge vorkommen,

die er über sich selbst nie

schreiben würde. Also greift er

zu dem Trick des Zitierens

daraus: „Papas Erscheinung

ist oft beschrieben worden,

aber sehr unzutreffend. Er hat

schönes graues Haar, kein

bisschen zu dick und kein

bisschen zu dünn, sondern

genau richtig; eine römische

Nase, die die Schönheit seiner

Gesichtszüge noch unterstreicht;

freundliche blaue

Augen und einen kleinen

Schnurbart ... Alle seine

Gesichtszüge sind vollkommen

... Er ist sehr aufbrausend,

aber in dieser Familie sind wir

das alle. Er erzählt ganz entzückende

Geschichten ...“

Mark Twain starb am 21. April

1910. Der Anhang der Geheimen

Autobiographie enthält

ein Verzeichnis der behandelten

Gegenstände, ein Personenregister,

ein Register der

Länder und Orte, die Twain

bereist hat, ein Werkregister

und den Bildnachweis, denn

zahlreiche Fotos der Familie

und von Orten, wo die Werke

entstanden, lassen die Schilderungen

lebendig werden.

Unverzichtbar sind die Hintergründe

und Zusätze, herausgegeben

von Harriet Elinor

Smith, die wichtige Erläuterungen

geben.

ISBN 978-3-351-0251-

03513-6.


Braunschweiger Journal 12

Ausgabe 4/2013

Buchbesprechung

Pascal Mercier: „Nachtzug

nach Lissabon“

Text: Friedrich Schaper • Abbildung: Buchumschlag

Buchvorstellungen

Von Anne-Margret Rietz

Über „Die Fälschung der

Welt“ schreibt Manfred Lütz,

promovierter Arzt, Psychiater,

Psychotherapeut und Diplomtheologe,

in seinem vor einiger

Zeit erschienenen Buch

„Bluff“, das ziemlich sofort

auf der Spiegel-Bestsellerliste

stand. Damit meint der Autor,

dass die meisten von uns in

bestimmten eigenen Welten,

in Milieus leben, in denen

jeweils ganz eigene Vorzeichen,

Verhaltensnormen und

Meinungen herrschen, die

unbewusst übernommen werden.

Auf diese Weise versäumen

wir es, wirklich wir selbst

zu sein, unser ureigenes Leben

zu leben.

Manfred Lütz zeigt Wege, die

aus den Scheinwelten hinausführen.

Das Buch ist im Droemer Verlag

erschienen, ISBN 978-3-

426-27597-9.

„Drücken Sie alle Tasten

gleichzeitig“ heißt das Buch

von Corinna Kammerer, in

dem sie „Mein Leben mit

Computern und ihren Angehörigen“

beschreibt. Sie ist

Spezialistin in Sachen Computer

und wird um Hilfe gerufen,

z.B. von Firmen, wenn nichts

mehr geht, um verschwundene

Listen oder Dokumente ausfindig

zu machen, die der

Computer offenbar verschluckt

hat, oder wenn es gilt,

Killerviren und sog. Würmer

zu erledigen. Das Buch handelt

von kleinen und großen

Katastrophen, humorvoll und

kenntnisreich beschrieben.

Gleichzeitig erfährt man viel

über die Entwicklung und die

Geschichte des Computers.

Das Buch ist im Knaur

Taschenbuch Verlag erschienen.

ISBN 978-3-426-78563-8.

Wer aufgrund dieses

Titels und der Hinweise

auf dem Buchumschlag

einen Abenteuerroman

erwartet,

wird sehr bald enttäuscht

werden, denn

der Roman hat einen

ausgeprägt philosophischen

Hintergrund.

Ein rätselhaftes,

antiquarisches Buch

des vor Jahrzehnten

verstorbenen portugiesischen

Arztes

„Amadeo Ignatio de

Almeida“ führt den

Altphilologen Raimund

Gregorius, nach

Lissabon. Abrupt hatte

er mitten im Unterricht

seine Schule in Bern verlassen,

an der er viele Jahre

alte Sprachen unterrichtet

hatte.

In den Handlungsablauf streut

der Autor – es handelt sich um

Peter Bieri, einen Schweizer

Philosophen (Pseudonym:

Pascal Mercier) – gekonnt die

Zitate aus alten Briefen, aufgefundenen

vergilbten Schriften

und merkwürdigen Notizen

ein, die durch ihren tiefsinnig-philosophisch

geprägten

Inhalt es dem Leser nicht

immer leicht machen, „dem

roten Faden“ zu folgen. Dabei

geht es eben um die damalige

Lebenswelt des Arztes, um

seine Entwicklung, sein grüblerisches

Denken und seine

Gefühle. Die handelnden Personen,

der Arzt und seine

Umgebung, werden sehr prägnant

in einer sorgsam gewählten

Sprache beschrieben.

Nicht zufällig wird dem Arzt

im Roman das Prädikat

„Goldschmied der Worte“ zugeordnet.

In den eingeschobenen, oft

seitenlangen Zitaten der

Schriften (es sind mehr als 30)

Buchtitel btb-verlag

geht es um Weltanschauungen

der handelnden Personen,

mehrheitlich atheistischer Prägung,

ihre Erlebnisse während

des Widerstandes gegen das

Salazar-Regime im vorigen

Jahrhundert und um die Beziehungen

im Freundeskreis des

Arztes und mit den noch

lebenden Angehörigen seiner

Familie. Es wird spannend

und zugleich einfühlend erzählt,

wie es Gregorius gelingt,

diese Personen nach und

nach aufzufinden und ihr Vertrauen

zu gewinnen.

Der aufmerksame Leser wird

sehr lebensnahe, klare Schilderungen

finden. Er wird aber

vielleicht auch in der philosophischen

Gedankenwelt einige

ihn ansprechende, tiefgreifende

Impulse aufnehmen

können.

Ein lesenswertes Buch. Aber

man sollte etwas Zeit einplanen.

Übrigens: Der 2011 erschienene

gleichnamige Film wurde

nicht sehr positiv rezensiert.

Er soll dem Buch in weiten

Teilen nicht gerecht geworden

sein.


Braunschweiger Journal 13

Ausgabe 4/2013

Der Traum vom Fliegen

Teil 2

Text und Fotos: Gerhard Hühne

Im Heft 3 berichteten wir

unter gleicher Überschrift in

großen Schritten über die Vorgeschichte

der Zeppeline. Anlass

war der 175ste Geburtstag

von Ferdinand Graf Zeppelin

im Juli dieses Jahres.

Mit seinem ersten Luftschiff

LZ 1 fing es 1900 an, alle weiteren

Modelle wurden fortlaufend

nummeriert.

Am 29. August 1912 machte

der Zeppelin LZ 13 "Hansa"

eine Fahrt von Hamburg nach

Braunschweig und zurück und

warf hier Post ab.

Die örtliche Presse schrieb:

Unvergesslich ist uns allen

noch jener sonnige Augusttag,

an dem unvermutet die

"Hansa" mit seiner Hoheit

dem Herzog-Regenten Johann

Albrecht, Ihrer Hoheit der

Frau Herzogin Elisabeth und

Gefolge an Bord über der

Stadt erschien.

Am 13. Oktober 1912 auf der

Fahrt Hamburg - Braunschweig

- Gotha landete

„Hansa“ mit Postübergabe auf

dem großen Exerzierplatz an

der Salzdahlumer Straße. Der

Braunschweiger Verein für

Luftschiffahrt e.V. konnte die

Landung bei der DELAG

(Deutsche Luftschiffahrts-

Aktiengesellschaft) durchsetzen

und von den Militärbehörden

die Genehmigung für

die Nutzung des Platzes erwirken.

Normale Zuschauerplätze

kosteten 0,50 Mark und reservierte

3 Mark, deren Erwerber

sogar für weitere 3 Mark zum

Landeplatz durften.

1937 fing LZ 129 "Hindenburg"

in Lake Hurst (Amerika)

Feuer. Damit endete die

Personenbeförderung mit

Zeppelinluftschiffen.

1996 wurde eine Firma "Cargolifter

AG" gegründet mit

dem Ziel, Lastenluftschiffe zu

bauen, die Lasten bis zu 160

Tonnen durch die Luft befördern

sollten.

2000 wurde eine riesige Montage-

und Wartungshalle in

Krausnick im brandenburgischen

Landkreis Dahme-

Spreewald in Betrieb genommen.

2002 wurde jedoch ein Insolvenzverfahren

eröffnet und

die Halle verkauft.

Sie ist 360 m lang (der Eiffelturm

könnte darin liegen),

107 m hoch (die Freiheitsstatue

könnte darin stehen) und

210 m breit. Die Grundfläche

ist so groß wie acht Fußballfelder.

"Tropical Island" ist darin entstanden,

und Sie können dort

einen Tropenurlaub verbringen,

schwimmen in einer Südseelagune,

bummeln in einem

Tropendorf und übernachten

im Regenwald-Camp im Zelt,

im Zimmer mit Tropenlook

oder in einer exklusiven

Lodge. Eine Welt, in der nur

noch die riesige Halle mit der

einst aufklappbaren Seite ältere

Besucher an die Zeit der

Luftschiffe erinnert.


Braunschweiger Journal 14

Ausgabe 4/2013

– Anzeige –

Gute Unterhaltung

Macht sich da der demographische Wandel in der Unter-haltungsliteratur

bemerkbar? Nach dem Megaerfolg "Der Hundertjährige,

der aus dem Fenster stieg und verschwand" gibt

es einen weiteren "Senioren-Roman", der mit einem ähnlich

hohen Spaßfaktor aufwarten kann. Catharina Ingelman-

Sundberg erzählt in ihrem Buch "Wir fangen gerade erst an"

die Geschichte einer fünf-köpfigen Rentner-Gang, die mit

den Zuständen in ihrem Wohnheim überhaupt nicht zufrieden

ist und ein Verbrechen plant, um ins Gefängnis wandern

zu können, denn im Knast - schließlich weiß man das aus

den Medien! - ist es allemal besser als im Altenheim. Was

aus diesem verwegenen Vorhaben wird, liest sich mit größten

Vergnügen.

Die Ex-PR-Beraterin Agatha Raisin hat von London die

Nase voll und zieht sich auf das idyllische Land zurück. Die

Dörfler dort sind allerdings etwas eigen und für die Dame

aus der Großstadt ziemlich gewöhnungsbedürftig. Um ihre

Integration voranzutreiben, nimmt sie an einem Backwettbewerb

teil, wo sie sich mangels Backkünsten einer Schummelei

bedient. Dumm nur, dass gerade "ihr" Wettbewerbsbei-trag

den altgedienten Preisrichter dahinrafft.

"Agatha Raisin und der tote Richter" von M.C. Beaton ist

der Auftakt einer Serie englischer Landhaus-Krimis, die

sehr gelungen, very british und ausgesprochen gut zu lesen

sind.

Das Jesus-Wort "Ihr seid das Salz der Erde..." dokumentiert

die Bedeutung, die Salz zu allen Zeiten für die Menschheit

hat. Besonders im Mittelalter war Salz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Lüneburg und Schwäbisch-Hall (um nur zwei

Beispiele zu nennen) machte es zu reichen Städten. Daniel

Wolfs Buch "Das Salz der Erde" spielt vor diesem Hintergrud

in einer fiktiver Stadt in Oberlothringen im Jahre 1187,

wo ein Kaufmann versucht, gegen den Widerstand von

Adel und Klerus frühdemokratische Veränderungen herbeizuführen.

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite hat

das Buch alle Zutaten eines gut geschriebenen historischen

Romans: große Liebe, finstere Gesellen, schurkische Adlige

und viel Atmosphäre.

Dies sind nur drei Beispiele dafür, was Ihnen der Buchhandel

an guter Unterhaltung bieten kann. Für jeden ist etwas

dabei, da sind wir uns sicher, denn da kennen wir uns aus.

Lassen Sie sich beraten von den Buchhändlern bei

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Der süße Brei Von Fritz Opitz

Ein süßer Brei, beispielsweise

Grießbrei, ist zweifellos eine

wohlschmeckende Speise,

durch allseitig angemessene

Zutaten der Inbegriff kulinarischer

Harmonie. Ist weder zu

süß noch zu sauer, ganz zu

schweigen von bitter oder

scharf. Er ist bekömmlich für

jedermann und verursacht

keinerlei Blähungen. Aber täglich

Brei? Das gibt's doch

nicht! Gibt's doch! Wirft man

einen Blick auf die Speisekarten

unserer Restaurants, findet

man überall den Hinweis auf

harmonisch aufeinander abgestimmte

Zutaten und Gewürze.

Bloß nichts Vorschmeckendes:

Fisch soll nicht

nach Fisch schmecken, Hammel

nicht nach Hammel, Wild

nicht nach Wild. Es lebe die

haute cuisine, die uns aller

Eigenständigkeit beraubt hat.

Überall der lächerliche Toast

Hawaii oder eine Phantasie-

Pizza, ein Hauch schlechten

Curry-Pulvers desillusioniert

Liebhaber indischer Küche,

und die hohe Kunst der Sushi-

Bereitung ist zur Industrieproduktion

mit Allerweltsgeschmack

verkommen. Deutsche

Küche - Fehlanzeige!

Möchte man einmal etwas kräftiges,

deftiges, originelles Einheimisches

essen, ist man aufgeschmissen.

Schlachtplatten

oder regional unterschiedliche

Aufschnittteller stehen seit langem

nicht mehr auf den Speisekarten,

und wo wird denn noch

ordentlich mit Kümmel, Knoblauch

und Schinkenspeck

gewürztes Sauerkraut mit

Schweinskopf serviert? Das ist

inzwischen längst abgelöst

durch Wein- oder Sektkraut mit

Trüffeln, Hummerschwänzen

(als Ersatz Thai-Garnelen) und

kalifornische Ananas, wobei

der Hinweis "mild" nicht vergessen

wird. Dazu kredenzt

man -statt eines kernigen Bieres

- natürlich Wein: halbtrocken,

versteht sich.

Wie die Speisekarten so auch

unsere politische Landschaft.

Zu den geschmacklosen Speisen

passen farblose Politiker

und inhaltslose Medien, Besonderheiten

werden von der

geschmacksneutralen Einheitsbrühe

"political correctness"

getilgt. Keinerlei Blähung darf

die Gesellschaft erschüttern,

die am Wohlstand leidet und

sich einem Leben im süßen

Brei unterworfen hat, einem

Brei, den Köche zusammenrühren,

die von einer globalisierten

Wirtschaft eingekauft

sind. Auffallend ist das Harmoniebedürfnis

der von uns Gewählten,

die sich für Erwählte

halten. Sie gehen Konflikten

aus dem Weg und überlassen

Gerichtshöfen oder internationalen

Gremien, deren Verantwortlichkeit

undurchschaubar

ist, Entscheidungen. Hinter

Parteiprogrammen steht eine -

"erforschte" Meinung statt

einer Idee. Ihre Pamphlete

unterscheiden sich nur noch in

der Wortwahl, einer verbindlichen

selbstverständlich. Polemik

gilt - Luther sei's geklagt -

als unseriöser Populismus.

Die Medien werden sich immer

ähnlicher: Sie versorgen die

Menschen mit halben Informationen,

die ihnen das komplizierte

Politik- und Wirtschaftsgeschehen

vereinfacht erklären

und das Nachdenken abnehmen;

die andere Hälfte gibt's im

Internet. Zeitungen werben mit

der Formel "parteiunabhängig"

und unterdrücken unbequeme

Meinungen, um die Leserschaft,

insbesondere Anzeigenkunden,

nicht zu verprellen.

Die Fernsehprogramme sind

nach Quoten ausgerichtet und

verbannen anspruchsvolle Sendungen

in die Nachtstunden,

zur Hauptsendezeit auf allen

Kanälen Krimis, Talkshows,

Tierfilme, "Volksmusik", Quizsendungen

u.a. Und die sind

keineswegs bildend und kurzweilig,

sondern eher verbildend

und langweilig. Die Urteilsfähigkeit

versumpft im süßen

Brei. Tagaus, tagein die gleiche

Pampe.


Braunschweiger Journal 15

Ausgabe 4/2013

Vergessene Berufe

Wenn der Milchmann morgens klingelte…

Text und Foto: Dorothea Körting

… dann ergriffen die Hausfrauen

einst einen Krug oder

die mit Deckel und Henkel

versehene Milchkanne und

traten vor die Haustür. Dort

stand mehrmals wöchentlich

oder täglich ein Händler mit

seinem Wagen und schöpfte

die gewünschte Menge Vollmilch,

Sahne oder Buttermilch

aus großen Behältern

mit einem Litermaß in die mitgebrachten

Gefäße. Es gab

Historischer Milchladen in Dresden

weder Tetraverpackungen

noch gesetzliche Einschränkungen

für den Verkauf dieser

losen Ware.

Der Milchmann transportierte

seine Kannen auf einem

Handwagen, manchmal auf

einem von Pferd, Esel oder

Hund gezogenen Fuhrwerk,

seltener auf einem motorisierten

Fahrzeug. Der Straßenverkauf

wurde von den Hausfrauen

auch gern zum Plausch mit

den Nachbarinnen genutzt.

Während des letzten Krieges

erschwerten dann Lebensmittelkarten,

Militärdienst für

Fahrer und Zugtiere sowie

Treibstoffrationierung diesen

Kundendienst. Nach Kriegsende

wurde die Hauslieferung

zunächst verschiedentlich

wieder aufgenommen, aber

nach und nach infolge veränderter

Kauf- und Verkaufsgewohnheiten

eingestellt.

Natürlich gab es auch weibliche

Verkäuferinnen. Auf sie

ist wohl die Redensart von der

"Milchmädchenrechnung" zurückzuführen,

denn Taschenrechner

waren noch nicht

erfunden. Die Händler mussten

gute Kopfrechner sein, um

den Preis schnell zu ermitteln,

dabei kam es dann wohl häufig

zu Fehlern - absichtlich

oder unabsichtlich.

Der bekannteste deutsche

"Milchmann" war sicher das

Berliner Unternehmen Bolle.

Daran erinnert noch heute der

Ausspruch: "Ick amüsier mir

wie Bolle auf'm Milchwagen."


Braunschweiger Journal 16

Ausgabe 4/2013

Rätsellösung:

Vor den Brückenhäusern der Fallersleber-Tor-Brücke stehen diese

hübschen farbigen Skulpturen.

Foto: E. Qweitzsch

Fotorätsel:

Ein ernstes Gesicht mit Schnurrbart blickt auf uns herab. An welcher

Häuserfassade ist es wohl zu finden? Foto: E. Qweitzsch

Tag der offenen Tr in der Medizinischen Klinik IV

Chefarzt Dr. Hubertus Meyer zu Schwabedissen eröffnet am 22.

Juni den Tag der offenen Tür in der Medizinischen Klinik IV - Geriatrie,

Rheumatologie in der Celler Straße. Foto: H. Wilkes

Das “Vis-à-Vis-Bett” unterstützt die Frühmobilisation durch das

richtige Sitzen mit festem Fußkontakt zum Boden. Mit nur einer

Pflegekraft wird der Patient nach vorn heraus mobilisiert; dies fördert

eine schnellere Gesundung.

Foto: H. Wilkes

Tag der Senioren in Braunschweig

Die Line-Dancer vom SV Olympia 1992 zeigten den Gästen einige

Tänze aus ihrem umfangreichen Repertoire. Foto: H. Wilkes

Zwar noch kein Senior, aber doch schon Spezialist für staatlich

ausgebildete Vierbeiner.

Foto: H. Wilkes


Braunschweiger Journal 17

Ausgabe 4/2013

Unter dem Motto “Verlorene Bilder - die herzogliche Dom- und Hofkirche

vor 100 Jahren” waren im Seitenschiff des Doms herrlich

bunte Rekonstruktionen, auf Tüchern gedruckt, bis zum 24. Juli

ausgestellt.

Foto: E. Qweitzsch

Auch Braunschweig hat, wie viele bekannte Großstädte, eine

“Schlösser-Brücke”: die neue Brücke an der Celler Straße über die

Oker.

Foto: E. Qweitzsch

Braunschweig International

Braunschweig feierte am 1. Juni 2013 auf dem Kohlmarkt das Fest

zur Integration. Obwohl kein Sommerwetter, nicht mal Frühlingswetter,

war die Veranstaltung sehr gut besucht.

Foto: E. Qweitzsch

Eine griechische Folklore Gruppe vertrieb mit ihrem Gesang und

Tanz das eher trübe Wetter auf dem Kohlmarkt beim Fest der internationalen

Freundschaft.

Foto: E. Qweitzsch

Sehr viele Vereine und Verbände zeigten, wie international Braunschweig

ist. Hier eine lukullische Verführung aus Haiti.

Foto: W. Ihlenburg-Dreessen

Unter den ca. 140 verschiedenen Nationen, die in Braunschweig

leben, hier ein Stand aus Portugal mit leckeren Salatangeboten.

Foto: W. Ihlenburg-Dreessen


Braunschweiger Journal 18

Ausgabe 4/2013


Braunschweiger Journal 19

Ausgabe 4/2013

Kofferpanne

Von Helmut Wenzel

Frohgestimmt und mit dem

Lied "Mein kleiner grüner

Kaktus" auf den Lippen, sollte

mir "Mein großer roter Koffer"

auf einer Urlaubsreise

wieder einmal dienlich sein.

Er hatte bereits einige Jahre

auf dem Buckel und dementsprechend

mehrere Schrammen

abbekommen. Er ließ

sich nach wie vor an seinem

ausziehbaren Griff leicht rollen

und lenken, verlangte

allerdings zur Stabilitätsabsicherung

um seinen Bauch

inzwischen einen Spanngurt.

Urlaubsmäßig und immer

noch frohgestimmt rollte ich

meinen roten Koffer zum

Flugabfertigungsschalter.

Dort streikte er plötzlich. Er

verweigerte die Versenkung

der ausziehbaren Griffverlängerung,

behinderte seinen

Abtransport auf dem Fließband

und galt somit als nicht

"flugtauglich". Alle Mühe,

den Griff auch unter Gewaltanwendung

zu versenken, war

vergeblich.

Unter der Beobachtung hunderter

Fluggäste entleerte ich

vor einem geschlossenen

Schalter auf dem Hallenfußboden

meinen Koffer bis auf

den Grund, um das innen befestigte

Gestänge auf seine

Funktionstüchtigkeit überprüfen

zu können. Es ließ sich

weder verschieben noch verbiegen.

Der Griff verteidigte

seine herausgezogene, senkrechte

Position.

Sehr freundlich wurde nun

mein Gepäckstück von der

Abfertigungsdame als Sperrgut

eingestuft, das an einem

Sonderschalter gegen Zahlung

einer Extragebühr abgegeben

werden musste. Meine

schwindende Urlaubsbegeisterung

wurde jedoch unverhofft

unterbrochen. Ein Mann

tauchte auf, der mit seiner

Faust nur einmal kräftig auf

den Griff schlug. Griff und

Gestänge versanken in ihre

Ausgangsposition, und der

Retter in der Not war so plötzlich,

wie er aufgetaucht war,

verschwunden. Mein roter

Koffer landete nach dieser

Streikaufführung auf dem

üblichen Fließband und drei

Stunden später in Spanien.

Bis zu seiner nach der

Urlaubsreise fälligen Entsorgung

habe ich den eigentlich

rollfähigen Koffer nur noch

getragen und keinesfalls noch

einmal an seinem Griff gerüttelt.

Portmonnaie:

Adieu

Von Helmut Wenzel

Ein geschickter Fachmann –

ihn als „Dieb“ zu bezeichnen,

verbietet sich entsprechend

dem Rechtsempfinden der

heutigen Zeit und wäre fast

eine Vorverurteilung – „übernahm“

aus meiner hinteren

Hosentasche unerlaubt mein

Portmonnaie. Der damit verbundene

Geldtransfer fand in

einer Halle statt, in der ich

mich interessiert einer Ausstellung

widmete.

Mireille Mathieu tönt immer

noch: „Akropolis: Adieu“, und

ich sang nach der unverhofften

finanziellen Mittellosigkeit

voller Galgenhumor: „Portmonnaie:

Adieu, du bist weg,

das tut weh. Du wärst so gerne

noch geblie(hi)ben, Portmonnaie:

adieu.“

Im Laufe von ca. zwanzig Jahren

war die Geldbörse mir ein

ständiger Begleiter. Sie hatte

in der Küche ihren Stammplatz.

Von hier aus wechselte

sie in die mit Reißverschluss

oder Knopf gesicherte Hosentasche.

Vor der Euroeinführung

überstand das Portmonnaie

härtere Zeiten, da es

durch das 5-DM-Stück eine

Münze mehr zu horten hatte.

Es bewahrte neben Geldscheinen

und Münzen hin und wieder

auch kleinere Fundstücke

auf, beispielsweise Schrauben

und Muttern, Unterlegscheiben

usw. Sein weiches Leder

war zwar etwas abgewetzt,

aber widerstand nach wie vor

äußeren Einflüssen. Aufgrund

dieser Qualität hoffe ich, dass

es nach seiner Entleerung

nicht unüberlegt in einer Mülltonne

landet, sondern seinem

Zweck weiterhin erhalten

bleibt. Aufgetrennt und halbiert

könnten aus der ehemals

mir gehörenden Geldbörse

z. B. zwei Ellenbogenschützer

geschnitten und auf die Ärmel

einer Strickjacke genäht werden.

Hier platziert würde ich

den Dieb – Entschuldigung,

den geschickten Fachmann -

vielleicht eines Tages identifizieren.

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Braunschweiger Journal 20

Ausgabe 4/2013

Schloss Marienburg -

„Neuschwanstein des

Nordens“?

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen

Foto: Michael Gäbler (nach wikipedia)

Groß in den Medien war die

Marienburg südlich von Hannover

zuletzt 2005, als die

Söhne von Ernst August V.

(Ehemann der Caroline von

Monaco) einen großen Teil

des Inventars durch das Auktionshaus

Sotheby's versteigern

ließen. Zuvor war die nach

1989 erhobene Klage auf

Rückgabe der Güter und

Schlösser in Blankenburg

(Sachsen-Anhalt) abgewiesen

worden. „Man hätte den jungen

Prinzen und ihren Beratern

gern etwas Ehrfurcht oder

Achtung vor der Geschichte

ihres Hauses und ihrer Vorfahren,

die diese prägten, gewünscht.

Alles in allem hat auf

der Marienburg ein Ausverkauf

der Welfen- und Landesgeschichte

stattgefunden, den

man als Landeshistoriker bedauerlich

bis skandalös nennen

kann“, schrieb dazu der

ehemalige Leiter des Historischen

Museums in Hannover.

Einzelne Stücke der Auktion

sind in das Schlossmuseum in

Braunschweig gelangt.

Die Geschichte der Marienburg

begann vor rund 150 Jahren:

König Georg V. von Hannover

machte die Burg seiner

Gemahlin, Königin Marie,

zum Geschenk und benannte

sie nach ihr. Baubeginn der als

Sommerresidenz, Jagdschloss

und Witwensitz geplanten

Burg war 1858. Die Königin

plante ihr Eldorado als mittelalterliche

gotische Höhenburg

in romantischer Lage 100

Meter über dem Tal der Leine.

Der Standort lag nahe der

Burgruine Calenberg, dem

ehemaligen Stammhaus der

Hannoveraner Welfen. Außerdem

war in der Nähe kurz

zuvor der Bahnhof von Nordstemmen

gebaut worden, Station

für den königlichen

Salonwagen.

Der Eindruck einer historischen

Burg entstand durch

Türme mit Schießscharten,

zinnen-bewehrte Mauern,

mächtige Torbauten und einen

Burggraben mit Zugbrücke

und Fallgitter. Vorbilder

waren die damaligen Neubauten

von Schloss Babelsberg,

Burg Hohenzollern und

Schloss Stolzenfels am Rhein

(Schloss Neuschwanstein entstand

erst später, ab 1869).

Im Krieg von 1866 unterlag

das mit Österreich verbündete

Königreich Hannover den

Preußen und wurde zur

preußischen Provinz. Der

König ging sofort ins Exil

nach Österreich. Seine Frau

lebte noch bis 1867 auf der

Marienburg, die als persönliches

Eigentum von den

Preußen nicht angetastet

wurde. Dann folgte Marie

ihrem Mann, und auf der Burg

residierte fast 80 Jahre lang

niemand mehr. Sie diente in

der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

als Schlossmuseum und

nahm das Inventar der Schlösser

von Hannover und Braunschweig

auf.

1945 bezogen Herzog Ernst

August III. von Braunschweig,

Prinz von Hannover,

und seine Ehefrau Victoria

Luise, die aus Blankenburg in

den Westen gekommen waren,

die Marienburg. Der Umzug

umfasste das vollständige Inventar

der Schlösser in Blankenburg.

Er dauerte über vier

Wochen und wurde mit 40 bewachten

Lastwagen von britischen

Soldaten durchgeführt,

die den Harz von den Amerikanern

übernommen hatten,

bevor er zur sowjetischen Besatzungszone

wurde.

Ernst August III. starb 1953.

Nach Konflikten mit ihrem

Sohn Ernst August IV. ließ

sich Victoria Luise - unterstützt

vom „Braunschweiger

Freundeskreis“ - 1965 in

Braunschweig-Riddagshausen

nieder. Schloss Marienburg

war danach wieder zur

Besichtigung freigegeben.

Die am Anfang erwähnte Auktion

von 2005 erbrachte 44

Millionen €. Einen Teil davon

überführte Ernst August V. in

eine Stiftung zum Erhalt der

Marienburg und des Fürstenhaus-Museums

in Hannover-

Herrenhausen.

Seit April 2006 kann man die

renovierte Marienburg, die

auch Ort offizieller Empfänge

der Familie von Hannover ist,

wieder besichtigen. Es gibt ein

Restaurant, Sonderausstellungen,

andere Veranstaltungen

und Räume zur Vermietung

für Feiern. Die Schlosskapelle

wird auch für Trauungen und

Konzerte genutzt. Besucherzahlen

wie auf Neuschwanstein

sind aber wohl nicht zu

erreichen.


Braunschweiger Journal 21

Ausgabe 4/2013

Wein von Saale und

Unstrut

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen

Foto: Klaus Ihlenburg

Für uns Bewohner des Nordens

von Westdeutschland

war es etwas Besonderes, nach

der Wende in die nördlichsten

Weinanbaugebiete Deutschlands

in der ehemaligen DDR

zu reisen. Wegen der Nähe zu

Dresden ist der sächsische

Wein aus Meißen, der auf Terrassen

entlang der Elbe

wächst, besonders bekannt.

Noch weiter nördlich wird

der Saale-Unstrut-Wein angebaut:

Im südlichen Teil von Sachsen-Anhalt,

ca. 50 km südwestlich

von Halle, liegt die

Stadt Freyburg, in deren

Umgebung am Südhang über

der Unstrut Wein wächst. Die

Stadt selbst ist sehr attraktiv

für Touristen. Hier ist auch die

Kellerei des Rotkäppchen-

Sektes zu besichtigen. Oberhalb

von Freyburg liegt das

mächtige mittelalterliche

Schloss Neuenburg mit hoch

aufragendem Bergfried. Etwas

weiter südlich, am Rand

von Naumburg, mündet die

Unstrut in die Saale. Kurz vor

der Mündung gibt es einen

Weinberg, aus dessen Felsen

zwölf große Steinreliefs mit

biblischen Motiven herausgearbeitet

wurden: das "Steinerne

Festbuch" von 1722.

Zwischen Naumburg und Jena

kann man südlich der Grenze

zwischen Sachsen-Anhalt und

Weinterassen an der Unstrut bei Freyburg

Thüringen die nebeneinander

liegenden drei Dornburger

Schlösser besuchen, die in

phantastischer Lage am steilen

Südhang hoch über der

Saale liegen. Hierhin ist

Goethe häufiger von Weimar

aus gereist und hat auch den

Wein getrunken, dessen Rebstöcke

in der Nähe der Schlösser

zu finden sind. Sie wachsen

im Thüringer Teil des

Saale-Unstrut-Weinanbaugebietes,

der wegen des milden

Klimas und der abwechslungsreichen

Landschaft auch

als Thüringer Toskana bezeichnet

wird.

Das Land um Saale und

Unstrut ist insgesamt berühmt

für seine Burgen, Schlösser

und Kirchen. Die 60 km lange

Weinstraße Saale-Unstrut und

die Südroute der "Straße der

Romanik" führen hindurch.

Karge Böden, unzuverlässige

Niederschläge (Regenschatten

von Harz und Thüringer Wald)

und insbesondere die nördliche

Lage lassen vor allem früh

reifende Rebsorten wie Müller-Thurgau,

Weißburgunder

und Silvaner gedeihen, die

aber in guten Jahren zu preisgekrönten

trockenen Weinen

ausgebaut werden können.

Der Weinbau hat hier schon

eine über 1000-jährige Geschichte,

aber erst um 1600

wurde der "Weinbau nach

württembergischer Art", also

die Terrassierung der Flusshänge,

eingeführt. Zu dieser

Zeit blühte der Weinanbau,

und die damals erreichte Gesamtgröße

der Anbauflächen

wurde danach nie wieder

erreicht. Der dreißigjährige

Krieg und eine Klimaverschlechterung

führten zu erheblichen

Rückschlägen. Die

Reblaus brachte 1887 den

Weinbau fast ganz zum Erliegen.

Erst nach dem 1. Weltkrieg

gelang es, eine wirkungsvolle

Methode im

Kampf gegen die Reblaus zu

finden.

Während der DDR-Zeit lag

die Weinbaufläche in der

Saale-Unstrut-Region bei ca.

480 Hektar. Nach der Wende

trat ein Aufschwung ein, und

die Anbaufläche beträgt heute

in Sachsen-Anhalt ca. 600 und

in Thüringen ca. 50 Hektar

(zum Vergleich: Frankenwein

wächst auf rund 6100 Hektar).

Die Klimaerwärmung lässt

auch noch weiter nördlich den

Wein immer besser gedeihen,

so z.B. am Torhaus in Riddagshausen

und auf unserer

Terrasse in der Braunschweiger

Innenstadt (Silvaner).


Braunschweiger Journal 22

Ausgabe 4/2013

„Spaziergang nach Syrakus“...

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen, Abbildung • Titelblatt

... so nennt Johann-Gottfried

Seume, der vor 250 Jahren

geboren wurde, die Beschreibung

einer Reise von Leipzig

nach Syrakus und zurück, die

er 1801 – 1802 zu Fuß bewältigt

hat. Das Buch dazu

erschien 1803 in Braunschweig

und Leipzig und

machte Seume mit einem

Schlag berühmt. Seine anderen

Schriften sind inzwischen

weitgehend vergessen, aber

der „Spaziergang nach

Syrakus“ fesselt und begeistert

die Leser bis heute.

Hier zunächst sein Lebenslauf:

Johann-Gottfried Seume

(1763 – 1810) ist Sohn eines

verarmten Bauern aus einem

Dorf südwestlich von Leipzig.

Nach der Lateinschule beginnt

er in Leipzig ein Theologiestudium,

das ihn aber in eine

Krise stürzt. So macht er sich

auf den Weg zu einer Artillerieschule

in Frankreich. Unterwegs

wird er von hessischen

Soldatenwerbern ergriffen und

gezwungen, in englischem

Sold gegen die Unabhängigkeitsbewegung

der Amerikaner

zu kämpfen. Er landet

im kanadischen Halifax, wo es

aber nicht mehr zu Kampfhandlungen

kommt. Nach

dem Rücktransport desertiert

Seume 1783 in Bremen, gerät

aber nun in die Fänge von Soldatenwerbern

aus Preußen.

Nach einem Fluchtversuch aus

der preußischen Armee wird er

vor dem drohenden Tod durch

Spießrutenlaufen gerettet und

kommt endlich 1787 auf Kaution

frei. Nun studiert er in

Leipzig Jura, Philosophie,

Philologie und Geschichte und

erreicht Promotion und Habilitation.

Anschließend geht er

als Sekretär mit Offiziersrang

in den Dienst eines russischen

Generals, der Befehlshaber

der Besatzungstruppen Russlands

in Warschau wird. Beim

Aufstand der Polen 1794

kommt Seume für 10 Monate

in polnische Gefangenschaft.

Danach arbeitet er als Hauslehrer

in Leipzig, wird Lektor

beim Göschen-Verlag und verfasst

Abhandlungen, Übersetzungen

und Gedichte.

Aber die geregelte Arbeit in

einer Studierstube schmeckt

Seume nur für begrenzte Zeit.

Daher startet er 1801 zu seinem

„Spaziergang nach

Syrakus“ mit einem Darlehen

von dem befreundeten Dichter

Ludwig Gleim aus Halberstadt.

Nach dem Buch über

dieses Abenteuer folgen mehrere

kleine Touren und 1805

eine große Nordlandreise.

1808 erkrankt Seume schwer

und gerät in finanzielle Not. Er

bemüht sich um eine russische

Offizierspension, aber erst

drei Tage nach seinem frühen

Tod wird der Erfolg dieses

Gesuchs gemeldet.

Das Buch „Spaziergang nach

Syrakus“ besteht aus einer

Folge von Briefen, die an den

Leser gerichtet sind. Diese

Form gestattet sehr lebendige

Berichte. Dabei kann Seume

respektlos bis zur Ketzerei

gegen alle anerkannten Werte

sein. Ein Beispiel ist der Besuch

in Rimini, wo er das

Denkmal für einen Papst Paul

findet, weil der hier eine Wasserleitung

hatte bauen lassen.

Seume sagt dazu: „Eine Wasserleitung

halte ich überall für

eins der wichtigsten Werke

und für eine der größten Wohltaten,

und hier in Italien ist es

doppelt so. Wenn ein Papst

eine recht schöne, wohltätige

Wasserleitung baut, kann man

ihm fast vergeben, dass er ein

Papst ist.“ Es geht Seume

nicht um die Vergangenheit

und ihre Ruinen, sondern um

die lebendige Gegenwart, die

zur damaligen Zeit durch die

Besetzung Italiens von napoleonischen

Truppen geprägt

ist. So wird sein Werk zu

einem politischen Reisebuch

und zu einem unvergleichlichen

kulturhistorischen Dokument.

Darüber hinaus ist Johann-

Gottfried Seume insgesamt zu

würdigen: Aufgrund seiner

Buchtitel dtv-Verlag, Titelbild

„Taormina mit Ätna bei Sonnenaufgang

(1846) von Ferdinand

Georg Waldmüller

eigenen Erlebnisse als Soldat

setzte er sich besonders für

die Freiheitsrechte einzelner

Menschen und ganzer Völker

ein. Das zeigt sich in folgendem

Satz, den er einer Ausgabe

seiner Gedichte voranstellte:

„Ich habe nun mal die

Krankheit, dass mich alles,

was Bedrückung, Ungerechtigkeit

und Inhumanität ist,

empört, und ich werde wohl

schwerlich davon genesen.“

(siehe auch den Abschnitt über

Seume in: Johannes Paul:

„Abenteuerliche Lebensreise

– Sieben biographische

Essays“, 1954).

Nach der Übergabe von Fahrradhelmen durch H. Möbius,

Verkehrswacht, steht die Rad fahrende Intendanz mit den

neuen Löwen-Fahrradhelmen auf der Freitreppe vor dem

Staatstheater: Denn Kopf, Geist und Kunst müssen

geschützt werden.

Foto: Heinz Salbach


Braunschweiger Journal 23

Ausgabe 4/2013

Die Werke von Eberhard

Schlotter in Celle

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen

Bild: Foto Loeper, Eberhard-Schlotter-Stiftung Celle

Waren sie schon einmal im

Bomann-Museum in Celle?

Ein Besuch lohnt sich schon

wegen des neuen Museum-

Cafés im Erdgeschoss, das in

den Räumen der ehemaligen

Löwen-Apotheke untergebracht

ist. Alte Apotheker-

Regale mit historischen

Gefäßen bilden die Dekoration.

Das Museum, dem auch der

Neubau eines Kunstmuseums

angegliedert ist, zeigt die

Geschichte des Lebens in

Celle und seinem Umland. Es

beheimatet aber auch die

Eberhard-Schlotter-Stiftung,

deren Auftrag die Betreuung,

Pflege und Präsentation des

künstlerischen Lebenswerkes

dieses Malers ist. Dazu gehören

Zeichnungen, Druckgrafik,

Aquarelle und Ölbilder,

die hier in wechselnden

Ausstellungen gezeigt werden.

Wer ist Eberhard Schlotter

(geboren am 3. Juni 1921 in

Hildesheim)?

Man zählt ihn in Celle zu den

wichtigsten international beachteten

deutschen Künstlern

nach 1950. Sein Vater war

Bildhauer und Gewerbelehrer.

Daher konnte der Junge, dessen

künstlerisches Talent sich

früh zeigte, schon als Schüler

an der Handwerks- und Gewerbeschule

hospitieren, um

malerische und grafische

Techniken zu erlernen. Auf

dieser Grundlage bestritt er

mit 18 Jahren seine erste Ausstellung

in Hildesheim. Danach

ging er nach München an

die Akademie der Künste und

durfte sich dort nach nur zwei

Studienjahren an der „Großen

„Playa Granadella“, 1971, Öl auf Leinwand, 40x50 cm, Eberhard-Schlotter-Stiftung

Celle

Deutschen Kunstausstellung“

1941 beteiligen. Im gleichen

Jahr zeigte das Roemer-Museum

in Hildesheim 120 Werke

von ihm. Seine Malerei wurde

aber von nationalsozialistischen

Parteikadern als „dekadent“

diffamiert, und daraus

folgte sein Einsatz als Frontkämpfer

in Russland. Er kam

wegen einer schweren Verwundung

ins Lazarett, musste

aber noch an die Westfront

und geriet so in amerikanische

Gefangenschaft.

Nach dem Krieg begann

Schlotter als freier Maler und

Grafiker in Darmstadt, der

Heimatstadt seiner Frau. Er

gewann Anschluss an die

moderne Malerei des 20. Jahrhunderts,

war und blieb aber

ein Künstler der Gegenständlichkeit.

Großen Erfolg hatte

er im Bereich „Kunst am

Bau“. Seine Wandbilder spiegeln

die Sehnsucht der

unter Kriegszerstörungen und

Nachkriegszeitentbehrungen

leidenden Menschen nach

einem besseren Leben wider.

Sie wurden in den 1970er Jahren

als unmodern empfunden

und teilweise zerstört. 10

Jahre später stellte man sein in

Darmstadt erhaltenes Gesamtwerk

unter Denkmalschutz.

Schlotter verhalf dem Schriftsteller

Arno Schmidt und dessen

Frau 1955 zur Umsiedlung

nach Darmstadt. Bald danach

vermittelte er ihnen ein Haus

in dem Dorf Bargfeld bei

Celle, wo sein Bruder als Bildhauer

ansässig war. Als einer

der wenigen Freunde des

Schriftstellers schuf Eberhard

Schlotter zahlreiche Porträts

von Arno Schmidt.

Nach vielen Reisen kaufte der

Künstler 1956 an der spanischen

Costa Brava ein Bauernhaus

in dem Fischerdorf

Altea, in dem er bis heute den

größten Teil des Jahres verbringt.

Dahin folgte ihm auch

Malte Satorius, Professor für

Freie Grafik in Braunschweig.

1967/68 lehrte Schlotter an

der Hochschule für Bildende

Künste in Hamburg. Große

Reisen führten ihn in die Karibik,

nach Südamerika und

nach Asien. 1980 bis 1986

war er Professor an der Universität

Mainz, danach Gastprofessor

an einer Universität

in Bogotá.

Die Eberhard-Schlotter-Stiftung

wurde 1993, nach dem

Tod der Ehefrau des Künstlers,

in Celle gegründet.

Etwas später entstand eine

entsprechende Stiftung in

Altea, betreut von seiner

Tochter, die dort als Fotografin

tätig ist. Auch Eberhard

Schlotter selbst lebt heute mit

92 Jahren in Spanien. Nur

noch selten ist er in seinem

Haus in Wienhausen bei Celle

anzutreffen.

Arbeitnehmer und Rentner

betreuen wir von A-Z im

Rahmen einer Mitgliedschaft

bei der

Einkommensteuererklärung

wenn sie Einkünfte ausschließlich

aus nichtselbständiger Tätigkeit sowie Rentenbezüge

haben und die Nebeneinnamen aus Überschusseinkünften

(z.B. Vermietung) die Einnahmegrenze

von insgesamt 13.000 bzw. 26.000 € nicht übersteigen.

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Braunschweiger Journal 24

Ausgabe 4/2013

Joseph-Ignace Guillotin

Von Helmut Wenzel

Josef-Ignace Guillotin wurde

vor 275 Jahren am 26. Mai

1738 in Saintes geboren und

starb 1814 in Paris. Er studierte

zunächst Theologie, anschließend

in Reims Medizin

und erlangte 1770 seinen Doktorgrad.

Von 1778 bis 1783

lehrte Guillotin an der medizinischen

Fakultät der Pariser

Universität Anatomie, Physiologie

und Pathologie. Als

begeisterter Freimaurer übernahm

er in seiner von ihm

gegründeten Loge das Amt

des Logenmeisters. Ab 1784

wurde er Mitglied der königlichen

Kommission und Leibarzt

des Grafen von Provence,

des späteren König Ludwig

XVIII. und Bruder Ludwig

XVI.

Aufgrund seiner medizinischen

Forschungen und als

leidenschaftlicher Befürworter

der Schutzimpfung konnte

Guillotin 1799 in vielen Schulen

und Regimentern die

Injektion gegen Kuhpocken

als Pflicht durchsetzen.

Darüber hinaus interessierte

sich Guillotin für die politischen

Geschehnisse seines

Landes. Zur Todesstrafe

äußerte sich Guillotin mit Hinblick

auf die Menschen- und

Bürgerrechte zwar kritisch,

forderte aber, dass jeder Delinquent,

egal welchem Stand er

angehört oder welches Vergehen

er begangen habe, gleich

bestraft werden solle. Sein

erklärtes Ziel war es, die damals

angewandten Hinrichtungsmethoden

zu verändern,

um die Leiden der Opfer zu

verkürzen. Unter seiner Anleitung

wurde von deutschen

Handwerkern der Prototyp

einer Hinrichtungsmaschine

entwickelt. Die ersten Versuche

zur Überprüfung ihrer

Funktion wurden 1792 mit

menschlichen Leichnamen

durchgeführt. Das anfangs

halbmondförmige, mangelhaft

funktionierende Fallbeil

wurde durch eine abgeschrägte

Schneide ersetzt. Das am

20. März 1792 in Frankreich

erlassene Gesetz befahl, die

Todesstrafe nur mit dem Einsatz

der von Guillotin entwickelten

Maschine zu vollstrecken

So konnte am 25.

April 1792 der erste Dieb, N.

J. Pelltier, perfekt geköpft

werden. Die gaffende Menge,

die zur Hinrichtung herbeigeströmt

war, bemängelte das

ungewöhnliche Tempo der

Vollstreckung und forderte in

einem Spottlied den Rückgriff

zum (u.a.) vertrauten Galgen.

Nach seinem Tod 1814 versuchten

Guillotins Angehörige

erfolglos, den Namen der

Hinrichtungsmaschine zu ändern.

Sie wechselten daraufhin

ihren Familiennamen. Bis

zur Abschaffung der Todesstrafe

1981 blieb die Guillotine

als Hinrichtungsmaschine

in Frankreich im Einsatz.

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Ausgabe 4/2013

Kleine Helfer - große Wirkung

Von Christel Mertens

Endlich hat sich meine Freundin

einen Traum erfüllen können!

Sie nimmt nach dem

Ende der Berufstätigkeit Klavierunterricht

und freut sich

über ihre Fortschritte. Ein

etwa gleichaltriger Freund

hingegen, früher ein begabter

Pianist, hat dem Instrument

den Rücken gekehrt und spielt

nicht mehr. Seine Fingerfertigkeit

hat nachgelassen, und

er ist von der Qualität seines

Spiels enttäuscht. Schade,

aber in diesem Fall ist wohl

keine Hilfe in Sicht. Nun ist

die Fähigkeit, Klavier spielen

zu können, sicher eine große

Bereicherung, aber keine

Lebensnotwendigkeit. Bei den

alltäglichen Bedürfnissen wie

essen und trinken sieht das

schon ganz anders aus. Wenn

Beeinträchtigungen der Finger

oder Hände zu stark geworden

sind, um die normalen Funktionen

für die Handhabung

von Geschirr und Besteck zu

erfüllen, wird es schwierig.

Zum Glück gibt es hier jedoch

Hilfe und Unterstützung. Spezielle

Teller, Tassen, Becher

und auch Besteck sind auf

dem Markt, um Menschen mit

eingeschränkter Feinmotorik,

sei diese nun altersbedingt

oder das Ergebnis eines

Unfalls, das tägliche Leben zu

erleichtern. Beispielsweise

kann man einen Becher mit

nach unten offenem Henkel

weitaus besser halten, und ein

Teller mit eingebauter schiefer

Ebene lässt das Essen wie

von selbst auf den Löffel rutschen.

Wenn darüber hinaus

noch das Aussehen, heute

spricht man von Design,

stimmt, werden auch die

ästhetischen Ansprüche der

Benutzer befriedigt. Die kleinen

Helfer können problemlos

in den schön gedeckten Tisch

integriert werden, und niemand

fühlt sich als „besonderer

Fall“, das heißt ausgegrenzt.

Und welchem Umstand haben

wir das zu verdanken? Kunststoff

heißt das Zauberwort.

Schon 1953 wurde ein Verfahren

entwickelt, mit dem es

gelang, Produkte zu dekorieren,

indem Folien, die mit dem

Kunstharz Melamin getränkt

waren, aufgepresst wurden.

Bei der Entwicklung von Geschirrteilen

zum Ausgleich

feinmotorischer Schwächen

musste insbesondere darauf

geachtet werden, die unterstützende

Funktion möglichst

unauffällig in das Design zu

integrieren, um niemanden zu

stigmatisieren.

Es ist nicht verwunderlich,

dass die kleinen Helfer ihren

Siegeszug nicht nur in Krankenhäusern

und Altenheimen

angetreten haben, sondern

sich auch in Privathaushalten

großer Beliebtheit erfreuen.


Braunschweiger Journal 26

Ausgabe 4/2013

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Braunschweiger Journal 27

Ausgabe 4/2013

Rosa Louise Parks

Von Helmut Wenzel

ALWIN GRASHOFF

MALEREIBETRIEB

Es gibt und gab Menschen, die

aufgrund ihrer geistigen

Fähigkeiten, ihres Wirkens

und ihrer Positionen unvergessen

bleiben. Ihre Namen

füllen lange Bücherreihen. Sie

reichen von Caesar aus der

Antike bis Obama aus der

Gegenwart. Frauen und Männer

aus der ganzen Welt revolutionierten

das Zeitgeschehen,

waren Vorbilder oder leisteten

aufgrund ihrer Entdeckungen

und Erfindungen

der Menschheit einen Dienst.

Andere Erdenbürger dagegen

dringen nur kurzfristig durch

ihr spontanes Handeln oder ihr

mutiges Verhalten in einer kritischen

Situation in die

Schlagzeilen.

Rosa Louise Parks weigerte

sich am 1. Dezember 1955,

ihren Sitzplatz im Bus einem

weißen Fahrgast freizugeben.

Die mutige Afroamerikanerin

verstieß durch ihr aufsässiges

Verhalten gegen die damals

noch geltende Gesetzgebung.

Überwiegend in den südlichen

Staaten der USA galten immer

noch die 1876 in Kraft getretenen

Gesetze, die schwarze

und weiße Amerikaner z.B. in

Schulen, Krankenhäusern,

Toilettenanlagen und Verkehrsmitteln

voneinander

trennen sollten. Viele Einrichtungen

für schwarze Bürger

unterschieden sich von denen

der weißen. Sie waren von

minderwertiger Qualität.

Schulen, die von schwarzen

Kindern besucht wurden, erhielten

vom Staat geringere

finanzielle Zuwendungen

und waren dementsprechend

schlechter ausgestattet. Hier

unterrichteten meist Lehrer

mit geringerer beruflicher

Qualifikation.

Schwarze durften in der Regel

nur in den hinteren Sitzreihen

eines Busses Platz nehmen.

Sie mussten vorne beim Fahrer

ihren Fahrschein lösen,

dann im hinteren Bereich einsteigen

und auch nur dort wieder

aussteigen. Es kam vor,

dass Busfahrer verfrüht losfuhren

und die schwarzen

Fahrgäste stehen ließen.

Rosa Parks Widerstand sorgte

für Aufsehen und Empörung.

Am Tag der Gerichtsverhandlung

in Montgomery, wo Rosa

Parks lebte, boykottierte die

schwarze Bevölkerung die

öffentlichen Busse und organisierte

Fahrgemeinschaften.

Der Widerstand hatte Erfolg,

da sich fast jeder der 42.000

schwarzen Bürgerinnen und

Bürger an ihm beteiligte.

Einer von denen, der zu diesem

Boykott aufrief, war Martin

Luther King, der danach in

der Bürgerbewegung noch

eine bedeutsame Funktion

übernehmen sollte.

King forderte die gleichen

Rechte für alle Bürger und

auch die Einstellung schwarzer

Busfahrer. Der oberste Gerichtshof

lenkte ein und erklärte

1956 die Rassentrennung

in Bussen für verfassungswidrig.

Somit gilt der

Kastanienallee 38 • 38104 Braunschweig

Telefon: 0531-7 3173

Ihr Meisterbetrieb mit über

100 Jahren Erfahrung

- Komplettservice von Ausräumen bis Putzen

- Verlegen rutschfester Bodenbeläge

- Optische Aufhellung von Räumen und Treppenhäusern

- Kompetente und freundliche Mitarbeiter

- Unverbindliche Beratung und vieles mehr

Fall Rosa Parks in den Vereinigten

Staaten als Anfang

der Bürgerrechtsbewegung.

Durch ihre mutige Tat und

ihren gewaltlosen Widerstand

wurde die Afroamerikanerin

berühmt.

Rosa Louise McCauley wurde

im Februar 1913 in Tuskegee /

Alabama geboren. Sie besuchte

ausschließlich für Schwarze

eingerichtete Schulen. Mit 19

Jahren heiratete sie den Afroamerikaner

Raymond Parks

und arbeitete überwiegend als

Schneiderin. Wegen ihrer

mutigen Handlungsweise

wurde das Ehepaar häufig

angefeindet und bedroht. Ein

Umzug nach Detroit, in den

Norden der USA bescherte

den Parks ein ruhigeres Leben.

Rosa Parks setzte sich weiterhin

für die Bürgerrechtsbewegung

ein. Sie starb im Oktober

2005 im Alter von 92 Jahren.

Barack Obama wäre 2008 als

Farbiger vermutlich ohne die

durch Rosa Parks ausgelöste

Bürgerrechtsbewegung nicht

als 44. Präsident der USA

gewählt worden.


Braunschweiger Journal 28

Ausgabe 4/2013

Wer rastet, der rostet:

Gleichgewichtstraining

(„GT“) III*

Von Brigitta Heydecke

– Anzeige –

1. Zum Aufwärmen beginnen

wir wieder mit den Übungen

1+2 aus GT I.Wer sich sicher

fühlt, lässt jedoch die Übung

1a aus und startet sofort

„freihändig“.

2. Übungen in der Standposition

a) die Füße stehen etwa hüftbreit

auseinander; drehen Sie

sich über die Schulter nach

hinten um, lassen Sie die Füße

dabei fest stehen, der Oberkörper

dreht mit; versuchen

Sie, am Ende der Drehung mit

den Augen einen Punkt, der

schräg hinter Ihnen in Augenhöhe

liegt, zu fixieren, kommen

Sie langsam zurück und

drehen Sie sich dann zur anderen

Seite um; je 5x wiederholen.

b) wie a), jedoch schwingen

jetzt die Arme mit; beginnen

Sie langsam und steigern Sie

das Tempo allmählich – bis die

Arme „fliegen“.

c) Stellen Sie die Füße so dicht

nebeneinander, dass sie sich

berühren; wiederholen Sie

jetzt die Übungen 2a und 2b –

Sie werden merken, dass das

deutlich schwieriger ist.

d) Zur weiteren Steigerung des

Schwierigkeitsgrades führen

Sie die Übungen 2a und 2b in

Schrittstellung aus.

3. Gehübungen

Führen Sie die folgenden

Übungen nach Möglichkeit

„freihändig“ aus, d.h. die

Arme schwingen locker mit

oder werden in Schulterhöhe

zur Seite genommen. Wer sich

unsicher fühlt, sollte jedoch

einen Stock zu Hilfe nehmen

oder sich durch die Hand eines

Helfers führen lassen.

a) Gehen Sie betont langsam

vorwärts, versuchen Sie, dabei

die Füße bewusst von der

Ferse zur Fußspitze abzurollen.

b) Gehen Sie wie ein Roboter,

d.h. bleiben Sie bei jedem

Schritt kurz stehen.

c) Gehen Sie mit extrem

großen Schritten.

d) Schauen Sie beim Gehen

abwechselnd hoch zur Decke

und hinunter zum Boden.

e) Versuchen Sie beim Gehen

mit den Augen einen großen

Kreis zu beschreiben: von der

„Generationenfreundlicher

Betrieb – Service + Komfort“

Die Altersstrukturen im Umland von Braunschweig ändern

sich stetig. Immer mehr Senioren möchten ihren Lebensabend

Zuhause verbringen. Seit Jahren, bemüht sich Augenoptik

Klapper, zusammen mit vielen Handwerksbetrieben

im Umland von Braunschweig und der Handwerkskammer

Braunschweig, den Wunsch der Senioren gerecht zu werden.

Als einer von 5 Handwerksbetrieben in unserer Region,

wurde nun die Firma Augenoptik Klapper, mit dem Markenzeichen,

„Generationenfreundlicher Betrieb – Service +

Komfort“ durch die Handwerkskammer Braunschweig /

Lüneburg + Stade, ausgezeichnet.

Seit Jahren, bemüht sich Herr Thomas Klapper – Inhaber

von Augenoptik Klapper – Lösungen in seinem Fachbereich,

mit Lupen, Bildschirmlesegeräte, Vorlesegeräte,

Raumausleuchtungen mit neuester LED-Lichtechnik und

UV-Schutzbrillen, das Leben von Senioren in ihren eigenen

vier Wänden zu erleichtern. Einige dieser Lösungen finden

Sie auch in der Seniorenmusterwohnung, Hallestraße 54 in

Braunschweig oder in seinem Fachgeschäft – Braunschweig,

Lange Straße 35.

Das Foto zeigt ( links ) Herrn Eckhard Sudmeyer, stellvertretender

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Braunschweig, bei der Übergabe der Auszeichnung an

Herrn Thomas Klapper.

Decke über die Wände und

den Boden.

Zum Abschluss und als Vorbereitung

auf GT IV probieren

wir heute schon einmal den

„Einbeinstand“: Nehmen Sie

die Standposition ein (wie in

2a); verlagern Sie jetzt das

Foto: H. Wilkes

Gewicht so weit auf ein Bein,

dass Sie das andere Beine vom

Boden abheben können; versuchen

Sie, diese Position

einige Sekunden lang zu halten,

danach Seitenwechsel.

*Quelle: Gleichgewichtstraining

für Senioren „Proactivo“


Braunschweiger Journal 29

Ausgabe 4/2013

Von Mäusen und Menschen

Oder: Andalusische Beobachtungen

Text und Foto: Dieter Seppelt

Ich machte Urlaub im tiefsten

Andalusien und hatte zwei

Tage Aufenthalt in Jerez.

Sie wissen doch, da, wo der

Sherry, der weltberühmte spanische

Likörwein, seine Heimat

hat. Jerez hat ca. 212 Tausend

Einwohner und ist den

Formel-1-Fans sicherlich ein

Begriff, aber auch den Pferdeliebhabern

durch die Königlich-Andalusische

Reitschule

bekannt.

Auf meinen Erkundungsspaziergängen

durch die äußerst

lebhafte, südspanische Stadt

fiel mir immer wieder ein

Werbeplakat einer Bodega ins

Auge, die mit einem vollen

Sherryglas und einer darauf

sitzenden, Sherry trinkenden

Maus auf die Qualität ihrer

Produkte hinweisen wollte.

Eine pfiffige Marketing-Idee,

dachte ich mir, den Kunden zu

suggerieren, dass sogar

Mäuse gerne den Sherry dieser

Bodega trinken. Und ich

muss gestehen: Dieses Plakat

hat seine Wirkung nicht verfehlt.

Da man als Tourist in

Jerez unbedingt eine Sherry-

Bodega besichtigen sollte,

wählte ich unter den vielen,

die in dieser Stadt ansässig

sind, diese eine dafür aus.

Am nächsten Morgen um 11

Uhr nahm ich an einer

deutschsprachigen Führung

teil.

Ich lernte, dass die Bodegas

die Stadt reich gemacht

haben. Die Bodega, in der ich

mich befand, wurde Mitte des

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte berücksichtigen Sie bei Ihren

Kaufentscheidungen unsere Inserenten!

19. Jahrhunderts von einem

jungen Mann namens Gonzalez

gegründet. Sehr dabei

geholfen hatte ihm sein Onkel

Pepe. Deshalb heißt die

berühmteste Kognak-Marke

der Firma noch heute Tio

Pepe. Die Werbefigur des Tio

Pepe ist fast so bekannt, wie

der berühmte Osborn-Stier.

Als wir unseren Rundgang

durch die riesigen Weinkeller

machten, kamen wir auch in

eine Halle mit vielen mannshohen

Wein- und Sherryfässern.

Und tatsächlich: Vor

einem Fass auf dem naturbelassenen

Lehmboden stand

dieses Sherryglas, wie ich es

auf den Plakaten in der Stadt

gesehen hatte. An das Glas

war eine klitzekleine Leiter

gelehnt und davor lag ein

Stückchen Käse. In ca. fünf

Meter Entfernung davor hatten

die Mitarbeiter der Bodega

eine Absperrung mit einer

Kordel gezogen, damit die

Zuschauer nicht allzu nah an

diese delikate „Mausefalle“

gingen, und wir harrten nun

der Dinge, die da kommen

sollten. Tatsächlich - nach

etwa ein oder zwei Minuten

kam eine Maus unter einem

großen Sherryfass hervor,

sicherte nach allen Seiten, sah

in uns etwa zehn Personen

hinter der Absperrung keine

große Gefahr und machte sich

an den Käse ran. Danach flitzte

sie die kleine Leiter am

Glas empor, steckte ihre spitze

Schnauze hinein, tat sich

an dem Sherry gütlich, huschte

die Leiter hinunter und war

schon wieder unter dem riesigen

Sherryfass verschwunden.

Das ganze hatte vielleicht

fünf Sekunden gedauert,

so dass wir alle für das

berühmte Erinnerungsfoto

auf die zweite Maus warten

mussten. Alle Teilnehmer dieser

Führung hatten riesigen

Spaß an der Sherry trinkenden

Maus. Und ich hatte mich in

dem Plakat geirrt: Es war gar

kein Werbegag, sondern eine

Dokumentation über den

guten Geschmack der spanischen

Mäuse. Es ist ein

Urlaubserlebnis, an das ich

mich gerne und immer wieder

mit einem Schmunzeln erinnere.


Braunschweiger Journal 31

Ausgabe 4/2013

Veranstaltungen

Seniorenfreizeit und Seniorenbildung auf einen Blick

Die neue Ausgabe der Broschüre des Seniorenbüros ist erschienen.

Neben vielen interessanten Freizeit-Angeboten bietet sie auch andere

Informationen, die für Senioren wichtig sind. Sie ist erhältlich in den

Braunschweiger Begegnungsstätten, in der Bürgerberatung, im Rathaus

und bei anderen öffentlichen Institutionen.

Siegfrieds Bürgerzentrum

Mittelweg 52

Am Nibelungenplatz

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

Erzählcafé

Mo., 12. August, 15 Uhr

„Schornsteinfeger und ihre

Aufgaben“

Referent: Bezirksschornsteinfeger

Hans-Günther Beyerstedt

Mo., 9. September, 15 Uhr

Braunschweiger Original - Die

Mumme“

Referent: Mumme-Wirt Andreas

Beinhorn

Kreativ-Gruppen:

Gemeinsam Backen

mit Barbara Rackwitz

Mo., 5. August und

Mo., 23. September

jeweils 16 Uhr

Gemeinsames Kochen

„Internationale Küche...“

Di., 13. August und

Di., 24. September

jeweils 16 Uhr

Kostenbeitrag im Warenwert

Anmeldung erbeten unter

Tel.: 336557

Spaziergruppe Siegfried

Gemeinsam im Siegfriedviertel

und Umgebung

Spazierengehen -

Walken - Laufen

jeden Mittwoch

von 10.30 bis 11.30 Uhr

Treffpunkt: Bürgerzentrum,

Mittelweg 52

Weitere Informationen beim

Spaziergangpaten

Siegried Rackwitz,

Tel.: 336557

Wandergruppe Fidelio

Gruppentreffen

Louise-Schroeder-Haus

Hohetorwall 10

Di., 20. Aug. und

Di., 17 Sept., jeweils 15 Uhr

Wanderungen werden bei den

Treffen besprochen.

Siegfried fährt Rad

Der Bürgerverein „Pro Siegfried

e.V.“ und die „Verkehrswacht

Braunschweig“ bieten allen begeisterten

Radfahrern im

August/September einen sechsteiligen

Kurs zur Verkehrssicherheit

an. Behandelt werden u. a.

die Themen Farradausrüstung,

Verkehrsregeln, Reparaturen.

Der Kurs ist nur als Gesamtpaket

buchbar, Gebühr wird nicht erhoben.

Einzelheiten sind dem detailierten

Programm zu entnehmen,

das in Siegfrieds Bürgerzentrum;

Mittelweg 52 erhältlich ist. Bis

zum 9. August kann dort auch

die Anmeldung

erfolgen.

Organisation und Information:

Gudrun Korporal,

Tel.: (0531) 790033 und

(0163) 4273352

Institut für

Braunschweigische

Regionalgeschichte

Fallersleber-Tor-Wall 23

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

Do., 12. Sept., 19 Uhr

„Prinzessin Marie von Baden“

eine vergessene Braunschweiger

Herzogin

Vortrag: Sebastian Besgen MA.

Weitere Veranstaltungen sind

dem Programm für die Monate

Aug. und Sept. zu entnehmen.

Seniorenbüro Braunschweig

Mittwoch, 04. September 2013,

11 bis 16 Uhr auf dem Kohlmarkt

Aktionstag

für Seniorenfahrten in die nähere

Umgebung.

Vorstellung des neuen Angebots

Informationen • Buntes Rahmenprogramm

Braunschweiger

Journal

Ausgabestellen:

Einzelabgabe

In allen Senioren-Begegnungstätten,

in der Bürgerberatung

(Rathaus), in der

Stadtbibliothek (Schloss),

in den Braunschweiger

Museen, außerdem in Apotheken

und Arztpraxen.

Seniorenkreise

Begegnungsstätte

Ottenroder Straße

(Siegfriedviertel,

Tram-Linie 2)

Abholtermin für Heft

5/2013 nur

Mittwoch, 02. Okt. 2013

von 10 bis 12 Uhr

Seniorenbüro,

Kleine Burg 14

nur

– vorgemerkte Gruppen –

Abholung Montag bis Freitag

zu den üblichen Öffnungszeiten


Braunschweiger Journal 32

Ausgabe 4/2013

Impressum

Redaktion:

Redaktion BS 94

Hohetorwall 10

38118 Braunschweig

Tel.: 0531/4737147

Fax: 0531/4737146

BSJournal@web.de

V.i.S.d.P.

Christel Mertens

Bildbearbeitung:

Dieter Seppelt

Textverarbeitung:

Dirk Israel

Lektorat:

Anne-Margret Rietz

Vertrieb:

Gerd Lippel

Eingesandte Text- und

Bildbeiträge werden nicht

bestätigt und

zurückgesandt.

Alle Rechte gehen an die

Redaktion über.

Die Redaktion behält sich

Textkürzungen und

Bildgrößenänderungen vor.

Namentlich gezeichnete

Artikel geben nicht die

Meinung der

Redaktion wieder.

Zitate werden nur bei

Nennung der

Quelle übernommen.

Nachdruck nur mit

Quellenangabe und

Übersendung

eines Belegexemplares.

Nächste Ausgabe:

Oktober 2013

Redaktionsschluss:

13. August 2013

Anzeigenakquise und

Technische Herstellung:

MC WERBUNG

Wichernstraße 22

38300 Wolfenbüttel

Tel.: 0 53 31/6 80 13

und 0 53 31/8816 90

mc_werbung@arcor.de

Das

Braunschweiger Journal

erscheint alle

zwei Monate in einer

Auflage von

6000 Exemplaren.

www.braunschweiger-journal.de

Herausgeber:

Der Seniorenrat

Braunschweig

Bericht aus dem Hundehimmel

Mein Herrchen hat mich

immer mit seiner Feststellung

geärgert, dass ich eigentlich

als Affe und nicht als Hund auf

die Welt hätte kommen müssen.

Zugegeben, ich war ja

auch wirklich ein lustiger

Geselle und dachte mir auch

so manchen Streich aus. Mit

diesen Charaktereigenschaften

begeisterte ich auch meine

Betreuer, die mich zeitweise

aufnahmen, wenn meine

Menschfamilie längere Zeit

unterwegs war.

Um für mich eine kurzzeitige

Unterkunft zu finden, wurde

eine Annonce in der Zeitung

aufgegeben, auf die sich auch

zahlreiche Interessenten meldeten.

Mein Frauchen und

mein Herrchen unterhielten

sich mit den Interessenten ausführlich,

um vorneweg eine

Auswahl treffen zu können. Es

riefen Bewerber an, deren

Hund gerade gestorben war

und die jetzt „tierischen Trost“

brauchten, und welche, die für

ihre Kinder einen Spielkameraden

suchten, und solche, die

mit der Betreuung Geld verdienen

wollten.

Es folgten Terminabsprachen

zum Kennenlernen. Mein

Frauchen beobachtete während

der Besuche genau mein

Verhalten in den fremden

Häusern und Wohnungen.

Eine ältere Dame wollte mich

z.B. sofort streng erziehen, in

einer anderen Familie gingen

die Kinder viel zu stürmisch

mit mir um.

Eine Braunschweigerin dagegen

schloss mich gleich in ihr

Herz und in ihre Arme. Nach

diesem lieben Empfang

sprang ich mutig an ihrem

Kühlschrank hoch. Erfahrungsgemäß

musste in ihm

Wurst lagern. Tatsächlich, ich

erhielt eine Kostprobe.

Immer wenn die liebe Betreuerin

zusammen mit ihrem

Mann für einige Tage meine

Pflege übernahm, begann

auch für die beiden eine unter-

haltsame Zeit. Nebenbei

wurde ich total verwöhnt.

Unabhängig von den fürsorglichen

Zuwendungen der Hundesitter

hielt ich stets meine

Ohren gespitzt. Ich kannte

das Motorengeräusch unseres

PKWs genau und befand mich

Lust auf Theater

Die Kooperation zwischen dem Seniorenbüro der Stadt

und dem Staatstheater Braunschweig wird auch in der

Spielzeit 2013/2014 fortgesetzt. Senioren, die älter als 60

Jahre sind, haben dadurch die Möglichkeit, in jedem Halbjahr

vier ausgewählte Vorstellungen zu ermäßigten Preisen

zu besuchen.

Der Rabatt beträgt:

25 % bei Besuch aller vier Veranstaltungen eines Blocks

20 % bei Besuch einzelner Vorstellungen

50 % für Schwerbehinderte (ab 70 %)

Die Ermäßigungsgutscheine werden ausgegeben bei der

Vorab-Informationsveranstaltung

Am Mittwoch, 18.9.2013, 15 Uhr

Staatstheater, Kleines Haus

Vorstellungen

meistens in Lauerstellung.

Meine Menschfamilie musste

nicht klingeln. Ich hatte sie

durch lautes Bellen bereits angekündigt

und war zur Haustür

geflitzt.

Euer Bobby

Sonntag, 29.9.2013, 14.30 Uhr, Großes Haus

„Die Hose/Der Snob/ 1923“

Schauspiel von Carl Sternheim

Sonntag, 3.11.2013, 14.30 Uhr Großes Haus

„Der Zigeunerbaron“

Operette von Johann Strauß

Sonntag, 1.12.2013, 16 Uhr, Großes Haus

„Parsifal“

Oper von Richard Wagner

Sonntag, 5.1.2014, 18 Uhr, Kleines Haus

„Figure out“

Choreografisches Vexierspiel


U lli- R eisen

B raunschweig

Faszination Semperoper Dresden

mit Vorstellung "La Bohème"

Termin: Fr. 29.11. – So. 01.12.2013

In Dresden erwartet Sie die wunderbare Semperoper.

Steigen Sie ein und genießen Sie

einen herrlichen Opernabend. Überzeugen

Sie sich selbst vom Glanz und einzigartigen

Flair der Semperoper. Erleben Sie "La Bohème",

die als beste Oper Puccinis gilt, der hier

teilweise autobiographisch sein eigenes Bohemienleben

in das Paris der Jahrhundertwende

verlegt.

Das ****Hotel "Gold Inn Königshof" empfängt

Sie in entspannter Atmosphäre. Das denkmalgeschützte

und wunderschön renovierte

Gebäude aus dem Jahr 1888 liegt zentral im

Herzen des Villenviertels Strehlen in unmittelbarer

Nähe des Stadtparks "Großer Garten".

1. Tag: Anreise - Dresden zum Gold Inn Hotel Königshof, machen Sie einen ersten Bummel

über den Striezelmarkt.

2. Tag: Dresden Nach dem Frühstück Halbtages - Stadtrundfahrt / Rundgang (ca. 3 - 3,5 Std.)

mit örtlicher Reiseleitung. Nachmittags Freizeit. Am Abend erwartet Sie in der Semperoper die Vorstellung

"La Bohème". Nach der Vorstellung geht es zurück zum Hotel.

3. Tag: Dresden - Heimreise Nach dem Frühstück unternehmen wir einen Ausflug nach

Meißen mit Aufenthalt. Rückreise bis zu Ihrem Einstiegsort.

Unsere Leistungen:

*Fahrt im modernen Fernreisebus

*Taxi-Gutschein

*2 x Übernachtung/Frühstücksbuffet

*1 x Stadtführung Dresden

*1 x Eintrittskarte PK 5

*Ausflug Meißen

Reisepreis p. P. im DZ: 339,-- €

EZ - Zuschlag 60,-- €

Kartenzuschlag PK3 40,-- €

PK2 60,-- €

PK1 70,-- €

Frühbucherpreis bis 01.10.2013

329,-- € p. P. im DZ

Mindestteilnehmerzahl 25 Personen.

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von

Ulli-Reisen.

Auskunft, Beratung & Buchung: Ulli-Reisen, Nibelungenplatz 10, 38106 Braunschweig, Tel. (0531) 321368

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