Unternehmensprofil 2013 - RhB

rhb.ch

Unternehmensprofil 2013 - RhB

Prof il 2013

Die RhB im Überblick


Inhalt

Editorial 2

Ein vielfältiges Unternehmen 4

Mission – wer wir sind 6

Vision und Strategie 7

Erfolgsfaktor Mitarbeitende 8

Organisation 10

Sparten der RhB 12

Kennzahlen 14

Starke Marken 16

Personenverkehr 18

Güterverkehr 19

Autoverlad Vereina 20

Energie und Umwelt 21

Technische Meisterleistung 22

Rollmaterial 24

Blick in die Geschichtsbücher 26

Impressum

Herausgeber:

Rhätische Bahn AG

Unternehmenskommunikation

Bahnhofstrasse 25

CH-7002 Chur

Tel +41 (0)81 288 61 00

contact@rhb.ch

www.rhb.ch

Fotos:

Andrea Badrutt, Ralph Feiner,

Peter Fuchs, Max Galli,

Willy Hartmann, Tibert Keller,

Andy Mettler, Christof Sonderegger

Grafik: Süsskind SGD Chur

Printed in Switzerland


384000 m Schienen

führen über 592 Brücken und durch 115 Tunnels

Zürich

Basel

St. Gallen

Malans

CHUR

Landqua

Landquar

Igis

Zizers

Untervaz-

Haldenst

Chur Wies

Andermatt

Brig

Zermatt

Disentis/Mustér

Sumvitg-Cumpadials

Rabius-Surrein

Trun

Tavanasa-Breil/Brigels

Waltensburg/Vuorz

Rueun

Chur West

Felsberg

Domat/Ems

Ems Werk

Reichenau-Tamins

Trin

Versam-Safien

Valendas-Sagogn

Ilanz

Castrisch

Bonaduz

Rhäzüns

Rothenbrunnen

Rodels-Realta

Cazis

Thusis

Chur Stadt

Lüen-Castiel

St. Peter-Mo

Tiefenc


Lavin

Seewis-Valzeina

rt

t Ried

Trimmis

ein

ental

Grüsch

linis

Peist

Schiers

Langwies

Litzirüti

Arosa

Furna

Jenaz

Fideris

Küblis

Saas

Klosters Dorf

Klosters Platz

Cavadürli

Davos Laret

Davos

Wolfgang

Selfranga

Vereina

Tunnel

Ardez

Guarda

Scuol-Tarasp

Ftan Baraigla

Davos Dorf

Sagliains

Davos Platz

Susch

Davos Frauenkirch

Davos Glaris

Zernez

astel

Filisur

Samedan

Bergün/Bravuogn

Preda

Davos Monstein

Davos Wiesen

Spinas

Cinuos-chel-Brail

S-chanf

Zuoz

Madulain

La Punt-Chamues-ch

Bever

Celerina

St. Moritz

Celerina Staz

Punt Muragl Staz Punt Muragl

Pontresina

Surovas

Morteratsch

Bernina Suot

Bernina Diavolezza

Bernina Lagalb

Ospizio Bernina

Alp Grüm

Cavaglia

Cadera

Privilasco

Poschiavo

Li Curt

Le Prese

Miralago

Brusio

Campascio

Campocologno

Tirano

Lugano

Milano


2

Faszinierend anders unterwegs


Allegra!

Eine Vielzahl von Zügen ziehen ihre Kreise

auf dem 384 Kilometer langen Schienennetz

in Graubünden: elegante Panoramazüge,

flinke Regionalzüge, bärenstarke Güterzüge,

historische Kompositionen aus den Anfängen

der RhB, vollbepackte Autozüge …

Im Zentrum unseres Handelns stehen unsere Kunden: mit

starken Leistungen wollen wir sie überzeugen, mit innovativen

Angeboten neue hinzugewinnen. Dieses Ziel erreichen

wir mit einer klaren Strategie, welche ebenso klar umgesetzt

wird. Mit modernen Fahrzeugen werden wir den Ansprüchen

unserer Fahrgäste gerecht. Das neue Rollmaterial wiederum

nutzen wir in den kommenden Jahren für einen deutlichen

Produktivitätssprung. 100-jährige Brücken und Tunnels

müssen für die Zukunft fit gemacht werden und mit den

Zugpferden Bernina Express und Glacier Express verfügt die

RhB über Marken von weltweiter Bekanntheit. Marken, die

wir zusammen mit unseren touristischen Partnern pflegen

und positionieren wollen. Das Mitte 2008 verliehene Label

UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/

Bernina» steigert die Bekanntheit des Unternehmens noch

weiter. Diese ambitiösen und spannenden Ziele können wir

nur gemeinsam erreichen: mit begeisterten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, mit starken Partnern aus Tourismus und

Wirtschaft und mit dem grossen Engagement unserer Eigner

Bund und Kanton für «ihre» Bahn. Allen gebührt ein kräftiges

Danke! Mille Grazie! Grazcha fich!

Die RhB ist ein leistungsstarkes, glaubwürdiges und erfolgreiches

Verkehrsunternehmen, das Ihr Vertrauen verdient.

Kommen Sie mit auf eine spannende, informative Erlebnisreise

im vorliegenden Profil.

Hans Amacker

Direktor

3


Ein vielfältiges Unternehmen

Die RhB hat viele Facetten, die sie erst zu dem machen, was sie

heute ist: ein modernes, vielseitiges Transportunternehmen

und die führende Meterspurbahn der Alpenregion.

Als Pendlerbahn bringt die RhB jeden Tag Tausende von ihren

Wohnorten in die Zentren Chur, Landquart, Davos, St. Moritz

und zurück. Als leistungsstarke Güterbahn ist sie eine wichtige

Partnerin der Bündner Wirtschaft und als rollende Strasse

durch den Vereinatunnel sorgt sie für die einzige wintersichere

Verbindung von Nordbünden ins Engadin. All dies ermöglichen

rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche

4


die RhB in Graubünden zu einem der grössten Arbeitgeber

machen. Sie sorgen dafür, dass die Züge auf dem 384 Kilometer

langen Streckennetz zuverlässig verkehren, tagtäglich,

zu jeder Jahreszeit, durch 115 Tunnels, über 592 Brücken. Die

Kehrseite dieser inge nieurtechnischen Meisterleistung aus

den Entstehungsjahren der RhB ist der hohe Finanzbedarf

für Instandhaltung und Erneuerung der Infrastruktur.

All diese Facetten und noch viele mehr – das ist die Rhätische

Bahn, ein Unternehmen am Puls von privatem Unternehmertum

und öffentlichem Interesse.

Die RhB, die Bahn der Bündner

Kanton Graubünden 51,3 %

Eidgenossenschaft 43,1 %

Private/Unternehmen 4,6 %

G e m e i n d e n a u s d e m

Kanton Graubünden 1 %

Die RhB ist eine privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft

– über 95 Prozent der Anteile sind im Besitz der öffentlichen

Hand. Sie erfüllt im Kanton Graubünden dieselbe

Aufgabe wie die SBB auf dem übrigen Gebiet der Schweiz: sie

erschliesst den Kanton mit ihren Reise- und Güterzügen. Um

den attraktiven Service Public erfüllen zu können, ist sie auf

Beiträge ihrer Eigner Bund und Kanton angewiesen.

5


Mission – wer wir sind


Die RhB handelt für Graubünden und fasziniert Kunden

aus aller Welt


Wir betreiben eine kundenfreundliche Bahn und sind

sicher, sauber und pünktlich unterwegs.


Wir konzentrieren uns auf ein geographisch klar umschriebenes

Kerngebiet und nehmen aktiv Einfluss auf

die Ausgestaltung des öffentlichen Verkehrsangebots in

Graubünden.


Wir sind ein zuverlässiges und nachhaltig ausgerichtetes

Unternehmen für unsere Kunden, die öffentliche Hand,

unsere Mitarbeitenden und Partner.


Wir tragen zur Tourismusentwicklung im Kanton Graubünden

bei.

6


Vision und Strategie

Die RhB strebt die Vision «faszinierend anders unterwegs»

an, indem sie mit …

… effizienter Abwicklung ihres Verkehrs,

… neuen, modernen Fahrzeugen,

… Angebotsausbau und faszinierenden Produkten,

… Stärkung ihrer Marken und Erlebniswerte

… und Engagement

überzeugen will.

Um die Vision zu erreichen, haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung

die Strategie 2020 verabschiedet. Die RhB steht

bei ihrem Fahrzeugpark vor einem grossen Erneuerungsbedarf.

Diese umfassende Modernisierung nutzt sie in den kommenden

Jahren für eine deutliche Produktivitätssteigerung.

Die RhB unterstreicht damit ihre Rolle als verantwortungsvolle

Arbeitgeberin und als Rückgrat im Tourismuskanton

Graubünden.

Im Rahmen der Strategieumsetzung werden unter anderem

folgende strategischen Massnahmen bearbeitet:


Flottenerneuerung für Produktivitätssprung nutzen


Angebotsausbau Retica 30 realisierbar machen


Top-Produkt Glacier Express neu aufstellen


Güterverkehr nach Mass betreiben


Immobilien weiter kommerzialisieren


Substanzerhalt der Infrastruktur sichern


Energieeffizienz leben


Attraktive Arbeitgeberin sein

7


Erfolgsfaktor Mitarbeitende

Die RhB ist eine vertrauenswürdige und innovative Arbeitgeberin

mit attraktiven Stellen in den verschiedensten Berufen.

Viele ihrer Mitarbeitenden haben direkten Kundenkontakt.

Andere wiederum sorgen hinter den Kulissen dafür,

dass Fahrgäste und Güter reibungslos ans Ziel gelangen. Als

Dienst leistungsunternehmen ist sie personalintensiv: rund

die Hälfte der Kosten entfallen auf Löhne, Sozialleistungen

und weitere Personalaufwendungen.

Eine aktive Aus- und Weiterbildungspolitik schöpft das Potenzial

der Mitarbeitenden aus und ermöglicht ihnen eine

persönliche Entwicklung.

Die Ausbildung von Lernenden ist ein grosses Anliegen. Um

ihnen den bestmöglichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen,

hat die RhB das gesamte Ausbildungswesen 2007 an

den Ausbildungsverbund login ausgegliedert. Die Berufserfahrung

sammeln die Lernenden weiterhin bei der RhB.

8


Ständiges Personal im Jahresmittel

(exklusive Auszubildende)

1500

1411 1344 1337 1311 1320

1300

1100

900

700

500

1995

2000

2005

2010

2012

Personalbestand pro 100000 Zugkilometer

25

24,5 20,4 20,6 16,5 17,1

20

15

10

5

0

1995

2000

2005

2010

2012

Infrastruktur 227

Mitarbeitende nach Geschäftsbereichen

Stab/Personalbereich 1) 32

Finanzen 73

Rollmaterial 269

Vertrieb 195

Produktion 508

Güterverkehr 16

1) seit 2011 inkl. IV-Pool

9


Organisation

Generalversammlung

Verwaltungsrat

Stefan Engler, Präsident

Direktor

Hans Amacker*

Personal (HR)

Stephanie Rielle La Bella

Support

Projekte

Personalentwicklung

Bereichspersonalleitung

Vertrieb

Piotr Caviezel

Produktion

Markus Barth*

Rollmaterial

Ivo Hutter*

Support

Marketingkommunikation /

E-Business

Produktmanagement

Vertrieb Graubünden

– Nord

– Süd

Vertrieb CH / International

Zugpersonal

Support

Netzplanung und

Netzsteuerung

Betrieb Regionen

– Bernina

– West

– Ost

Lokpersonal

Planung / Steuerung

Qualitätssicherung,

Sicherheit

Engineering / Support

Erneuerung

Wartung

Mitglieder des Verwaltungsrats:

Stefan Engler, Surava (Präsident)

Heinz Dudli, Zizers (Vizepräsident)

Paul Blumenthal, Schmitten FR

Benno Burtscher, Valbella

Tarzisius Caviezel, Davos

Hans-Jürg Spillmann, Schliern bei Köniz

Andreas Thöny, Landquart

* Mitglieder der Geschäftsleitung

° Stellvertreter des Direktors

(Stand April 2013)

10


Konsultativrat

Stab / Unternehmensentwicklung

Andreas Bass

Sekretariat GL / VR

Unternehmenskommunikation

Rechtsdienst

Qualität, Prozesse, Kundendienst

Risk, Sicherheit

Unternehmensentwicklung

Infrastruktur

Christian Florin*°

Dienste

Planung / Steuerung

Logistik / Services

Projektabwicklung

Kunstbauten

Bahndienst

– Nord

– Süd

Elektrotechnische Anlagen

Finanzen

Martin Gredig*

Rechnungswesen

Controlling

Lohn und Dienste

Informatik

Immobilien

Materialwirtschaft

Güterverkehr

Matthias Tscharner

Produktmanagement

Vertrieb

Disposition

Umschlagszentren

11


Sparten der RhB

Jede Sparte der RhB besitzt strategische Ziele und Projekte.

Zielvorgaben wie Erträge, Kosten, Leistungen und

Ergebnisse werden mit internen Verantwortungen festgelegt

und laufend auf ihre Wirksamkeit überwacht.

7 %

48 %

9 %

17 %

19 %

Betriebsertrag 2012 nach Sparten

(vor Abgeltung und inkl. Infrastruktur benützungsentgelt)

12


Personenverkehr

Autoreiseverkehr

Güterverkehr

Infrastruktur

Nebengeschäfte

13


Kennzahlen

Der RhB-Franken 2012

Herkunft

Übriger Ertrag 0,15

Abgeltung

Infrastruktur

0,26

0,22

0,37

Nettoerlöse aus

Verkehrsleistungen

Abgeltung

Verkehr/Übrige

Kennzahlen in Mio.

CHF

Ertrag

Verkehrserträge

Abgeltung

Andere Erträge 1)

– Personenverkehr

– Autoreiseverkehr

– Güterverkehr 1)

Aufwand

Personalaufwand

Abschreibungen

Andere Aufwendungen 1)

Jahresergebnis

Investitionen

14


Verwendung

Abschreibungen/

nicht aktivierbare

Projektkosten

0,32

0,43

Personalaufwand

Übriger

Betriebsaufwand

0,25

1995 2000 2005 2010 2012

212,1 233,7 255,4 334,3 356,0

68,9 66,6 71,8 93,6 92,9

1,0 2) 9,7 11,4 13,7 14,0

19,9 15,6 15,8 19,1 18,0

88,6 107,3 116,2 141,5 160,2

33,7 34,5 40,2 66,4 70,9

212,1 232,2 254,5 334,4 355,9

128,4 123,8 131,3 140,4 145,7

26,9 40,2 48,4 74,6 83,7

56,8 68,2 74,8 119,4 126,5

0 1,5 0,9 –0,1 0,1

142,3 107,7 116,5 210,2 172,6

1) seit 2009 Bruttoverbuchung Erträge/Kosten 2) nur Albula

15


Starke Marken

Im Schweizer Markt und im grenznahen Raum positioniert

sich die RhB mit den drei Marken Rhätische Bahn, Bernina

Express und Glacier Express. Für die Fernmärkte Europa,

Nordamerika, Naher und Ferner Osten bewährt sich die

Konzentration auf die emotionsstarken Marken der beiden

«Expresszüge». Die Auftritte erfolgen gemeinsam mit weltbekannten

Kur- und Ferienorten wie St. Moritz, Davos und

Zermatt.

16


Glacier Express

Seit 1930 rollt der Glacier Express,

der langsamste Schnellzug der

Welt, vom Engadin zum Matterhorn

und verbindet auf seiner 7 ½-stündigen Fahrt die weltbekannten

Kurorte Davos / St. Moritz mit Zermatt. Die neuen

Züge gefallen durch ihr frisches Design; die Panoramawagen

erlauben atemberaubende Rundumsichten. Die markante

Komfortverbesserung der letzten Jahre und das Verpflegungskonzept

begeistern die Fahrgäste zusätzlich. In sechs

Sprachen erhält der Kunde über Kopfhörer Informationen zu

den Höhepunkten unterwegs. Von St. Moritz nach Thusis (rund

60 km) durchfährt der Glacier Express das Albulatal mit dem

berühmten Landwasserviadukt.

Bernina Express

Der Panoramazug Bernina Express

führt von Chur (585 m ü. M.) durch

das wilde Albulatal ins Oberengadin

und weiter zum höchsten Punkt auf 2253 m ü. M. auf den

Berninapass. Danach geht es über spektakuläre Kunstbauten

bis ins italienische Tirano (429 m ü. M.) hinunter – von den

Gletschern zu den Palmen. Die gesamte Fahrt dauert rund

vier Stunden. Sie führt durch klimatische Extreme und verbindet

Kulturen und Sprachen. Schlag auf Schlag folgen sich

die Höhepunkte unterwegs: verwirrende Kehrtunnels und

Schwindel erregende Viadukte im Albulatal, zum Greifen nahe

Gletscher und als Schlussbouquet Palmen und viel italienischer

Charme.

UNESCO Welterbe RhB

Anfangs Juli 2008 hat das Welterbekomitee

der UNESCO die Albula- und Berninastrecke

der Rhätischen Bahn in ihre Welterbeliste

aufgenommen. Damit ist die Rhätische Bahn

weltweit erst die dritte Eisenbahn, welche

von der UNESCO als «universal outstanding»

beurteilt wurde. Die «Rhätische Bahn in der

Landschaft Albula/Bernina» ist ein bahntechnisches Meisterstück,

das durch ein vielfältiges Zusammenspiel von Politik,

Wirtschaft, Technik, Kultur und Natur entstanden ist.

17


Personenverkehr

Die RhB ist am Markt erfolgreich positioniert und konnte ihre

Leistung im Personenverkehr über die letzten Jahre ausbauen.

Trotz schlechter Weltwirtschaftslage wurden dank einer

attraktiven Angebotspalette für Feriengäste und Pendler

rund 10 Millionen Personenfahrten durchgeführt.

Entwicklung Personenfahrten (in Tausend)

10000

8584 8760 9226 10 401 9547

9000

8000

7000

6000

5000

1995

2000

2005

2010

2012

Ein einfaches Ticket entspricht einer, ein Retour-Ticket

entspricht zwei Personenfahrten.

18


Güterverkehr

Ob Rundholz, (Roh-)Baustoffe, Lebensmittel, Getränke, Recycling

oder Mineralölprodukte – die «Bündner Güterbahn»

transportiert als wichtiges Bindeglied zwischen Schiene und

Strasse all diese Güter und noch viel mehr. Effizient und ökologisch

sinnvoll. Mit der laufenden Erneuerung des vorhandenen

Rollmaterials, mit Anpassungen der Logistik an die

Anforderungen des Marktes sowie mit Förderung des kombinierten

Verkehrs ist und bleibt der Güterverkehr ein wichtiger

Transportpartner im und für den Kanton Graubünden.

Entwicklung Güterverkehr (Tonnen in Tausend)

872 714 699 680 1) 672 1)

800

700

600

500

400

300

200

100

0

1995

2000

2005

2010

2012

1) Das Leergewicht der Container wird seit 2008 zum Ladungsgewicht addiert

19


Autoverlad Vereina

Die Vereinalinie hat auch im 13. Jahr nach ihrer Eröffnung

nichts an Attraktivität verloren. Mit 465 000 Fahrzeugen transportierte

die RhB wieder beinahe eine halbe Million Autos,

LKWs und Reisecars. Der Autoverlad kann bei allen Witterungsverhältnissen

betrieben werden – ein Erfolgsfaktor. Die

rund 20-minütige Fahrt vom Prättigau ins Engadin ist bei den

Kunden sehr beliebt.

Anzahl verladener Fahrzeuge am Vereina (in Tausend)

500

306 385 434 481 465

400

300

200

100

0

2000

2005

2007

2010

2012

20


Energie und Umwelt

Die RhB sieht Natur und Umwelt als Teil ihres Betriebskapitals

und setzt sich für sie ein. Für Stationen, automatische

Schranken, fernbediente Weichen und das vernetzte Computersystem

wird von lokalen Elektrizitätswerken Strom bezogen.

Für den Betrieb aller elektrischen Lokomotiven setzt die

RhB auf 100 Prozent Bündner Wasserkraft von Repower.

Aus historischen und technischen Gründen fährt die RhB mit

zwei verschiedenen Stromsystemen. Die Berninalinie wird mit

Gleichstrom betrieben, das restliche Netz mit Wechselstrom.

Dies bedingt unterschiedliches Rollmaterial, was aufwendig

und kostspielig ist. So muss in Pontresina ausser bei den neuen

ALLEGRA-Zweispannungstriebzügen jeweils ein anderes

Zugfahrzeug zur Weiterfahrt vorgespannt werden.

Verbrauch Traktionsenergie (Energieverbrauch in MWh)

100000

64 594 83 332 86 213 100 289 98 300

80000

60000

40000

20000

0

1995

2000

2005

2010

2012

21


Technische Meisterleistung

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte die Ingenieurskunst

in den Bündner Bergen Sternstunde an Sternstunde.

Mit wesentlich weniger Hilfsmitteln als heute legten

die Techniker für die werdende Rhätische Bahn tollkühne

Trassees durch Schluchten, über Abgründe, durch Hindernisse

hindurch und über Pässe hinweg. Auf total 384 Kilometer

Streckenlänge durchfahren heute die roten Zugskompositionen

beinahe 60 Kilometer in Tunnels, davon ein Drittel im

1999 eröffneten Vereinatunnel. Würde man alle Brücken zu

einer einzigen aneinanderreihen, wäre diese mit 15,4 Kilometern

rund sechs Mal länger als die Golden Gate Bridge in

San Francisco.

22


Doch selbst an Höhepunkten der Technikgeschichte nagt der

Zahn der Zeit. Für die RhB heisst dies, dass sie jedes Jahr hohe

Summen investieren muss, um die Substanz der Kunstbauten

zu erhalten. Nachlässigkeit ist dabei nicht erlaubt – sie würde

sich in Form von nicht mehr sicher passierbaren Brücken

und Tunnels rasch rächen. Im Jahr 2012 investierte die RhB

rund 144 Millionen Franken in ihre Infrastruktur. Eine Zahl,

die eindrücklich zeigt, dass eine Gebirgsbahn anders rechnen

muss als ihre Schwesterunternehmen im Flachland.

Die RhB-Infrastruktur in Zahlen

Streckenlänge

384 km

Anteil Kunstbauten an Streckenlänge: 20 Prozent

Anzahl Haltestellen und Stationen 103

Tunnels 115

Längster Tunnel

Vereina mit 19 042 m

Gesamtlänge Tunnels

58 704 m

Anteil an Streckenlänge

15 Prozent

Galerien 42

Längste Galerie

Sassal Mason II 348 m

Gesamtlänge Galerien

3302 m

Anteil an Streckenlänge

1 Prozent

Brücken 592

Längste Brücke

Langwieserviadukt mit 285 m

Höchste Brücke

Wiesnerviadukt mit 89 m

Gesamtweite Brücken

15 438 m

Anteil an Streckenlänge

4 Prozent

Grösste Steigung

Höchster Punkt

Tiefster Punkt

Spurweite

70 ‰ (Berninalinie)

2253 m ü. M. (Ospizio Bernina)

429 m ü. M. (Tirano)

1000 mm

23


Rollmaterial

Wer in Europa als Erlebnis- und Ferienbahn bestehen will,

muss den Fahrgästen hochmoderne Wagen anbieten. Panoramafenster

erlauben eine atemberaubende Rundsicht, das

Innendesign ist trendig, die sanitären Anlagen haben einen

hohen Komfort. Hohe Qualitätsansprüche stellen auch die

Güterkunden.

Um all diesen Anliegen gerecht zu werden und sich in einem

attraktiven Kleid zu präsentieren, plant die RhB, in den

nächsten rund fünfzehn Jahren 440 Millionen Franken in

neues Rollmaterial zu investieren. 15 moderne ALLEGRA-Zweispannungstriebzüge

verkehren seit Frühjahr 2011 fahrplanmässig.

Weitere fünf Triebzüge bieten den Pendlern im Agglomerationsverkehr

ab 2013 mehr Komfort und bald verkehren

auf der Albulalinie neue Gliederzüge. Eine neue Lokomotive

kommt auf rund 7,5 Millionen Franken zu stehen, ein neuer

Personenwagen für den Reiseverkehr auf 2 Millionen Franken

und ein 3-teiliger ALLEGRA-Triebzug auf etwa 10 Millionen

Franken. Der Wert aller Fahrzeuge zusammen beläuft sich auf

rund eine Milliarde Franken. Für Erneuerungen, Unterhalt und

Reparaturen budgetiert die RhB jedes Jahr hohe Summen.

24


Die RhB und ihr Rollmaterial

Personen- und Steuerwagen 250

Panoramawagen 47

Aussichts- und Velowagen 31

Speise- und Servicewagen 13

Gepäckwagen 33

Rangierfahrzeuge 27

Lokomotiven/Triebfahrzeuge 73

Triebzüge 20

Güterwagen 489

Dienstfahrzeuge 182

Total Rollmaterial 1165

(Stand Januar 2013)

25


Blick in die Geschichtsbücher

Bau des Viadukts Val Tuoi um 1912

Viadukt Val Tuoi zwischen Lavin und Guarda heute

26


Chronik

1889 Eröffnung der Schmalspurbahn Landquart — Davos (LD)

1895 Die LD nennt sich von nun an «Rhätische Bahn»

1896 Eröffnung der Strecke Landquart — Thusis

1903 Eröffnung der Strecke Reichenau — Ilanz

1904 Eröffnung der Strecke Thusis — St. Moritz

1907 Eröffnung der Strecke Bellinzona — Mesocco

1908 Eröffnung der Strecke Samedan — Pontresina

1909 Eröffnung der Strecke Davos — Filisur

1910 Eröffnung der Strecke St. Moritz — Tirano (Berninabahn)

1912 Eröffnung der Strecke Ilanz — Disentis/Mustér

1913 Eröffnung der Strecke Bever — Scuol-Tarasp

1914 Eröffnung der Strecke Chur — Arosa (Chur — Arosa Bahn)

1922 Abschluss Elektrifizierung der RhB

1930 Erste Fahrt des Glacier Express St. Moritz — Zermatt

1942 Fusion der RhB mit der Chur — Arosa Bahn

1942 Fusion der RhB mit der Bellinzona — Mesocco Bahn

1943 Fusion der RhB mit der Berninabahn

1973 Einführung des Bernina Express

1989 Die RhB feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Zur Feier des

Jahres erhält die RhB ein neues Erscheinungsbild und

die Züge werden neu rot gestrichen

1997 Umelektrifizierung der Strecke Chur — Arosa von 2400 V

Gleichstrom auf 11 000 V Wechselstrom

1999 Eröffnung der Strecke Klosters — Lavin/Susch (Vereinatunnel

mit Autoverlad) – erste Streckenverlängerung

seit 1914

2003 Stilllegung der Strecke Bellinzona — Mesocco

2008 Die Albula- und Berninalinien werden in die UNESCO

Welterbeliste aufgenommen

27


297 Personen- und Panowagen

für jährlich 10 Millionen Kunden

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