17.12.2013 Aufrufe

Gîza : Bericht über die von der Akademie der Wissenschaften in ...

Gîza : Bericht über die von der Akademie der Wissenschaften in ...

Gîza : Bericht über die von der Akademie der Wissenschaften in ...

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

^,=n'^<br />

D G D<br />

G<br />

Q<br />

(^^^«•'V-v'^'^"^''-^<br />

a


<strong>Akademie</strong> <strong>der</strong> <strong>Wissenschaften</strong> <strong>in</strong><br />

Philosophisch-historische Klasse<br />

Wien<br />

GiZA IM<br />

.IV<br />

<strong>Bericht</strong><br />

<strong>über</strong> <strong>die</strong> <strong>von</strong> <strong>der</strong> <strong>Akademie</strong> <strong>der</strong> <strong>Wissenschaften</strong> <strong>in</strong> Wien<br />

auf geme<strong>in</strong>sanne Kosten nnit Dr. Wilhelm Pelizaeusf unternommenen<br />

Grabungen auf dem Friedhof des Alten Reiches<br />

bei den Pyramiden <strong>von</strong> Giza<br />

Band III<br />

Die Mastabas <strong>der</strong> vorgeschriitenen V. Dynastie auf dem Westfriedhoff<br />

lioraiisgpgcben <strong>von</strong><br />

Hermann Junker<br />

Mit XIV Tafeln und BD Textabbildungen<br />

\'orgolegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Sitzunji vom !>. Dezember lit3<br />

Qedruckt auf Kosten des Archäologischen Reichs<strong>in</strong>stituts<br />

l'.)38<br />

Höl<strong>der</strong>-Pichler-Tempsky A. G.<br />

Wien und Leipzig<br />

VorliYiir «liT Akiidomic <strong>der</strong> \Vi>»ciiscli«l"t*u Knm<strong>in</strong>itihiiiiiN <strong>in</strong> Wien


f<strong>in</strong>e Arts<br />

DT<br />

(oX<br />

J 9<br />

'Bci.3<br />

Druck <strong>von</strong> J. J. August<strong>in</strong> <strong>in</strong> Glückstadt • Hamburg . New York


\'or\vort.<br />

Im vorliegenden III. Bande (Giza III) s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Masjtabas <strong>der</strong> vorgeschrittenen V. Dynastie veröffentlicht,<br />

<strong>die</strong> <strong>von</strong> <strong>der</strong> Expedition <strong>der</strong> <strong>Akademie</strong> <strong>der</strong> <strong>Wissenschaften</strong> <strong>in</strong> Wien auf dem Friedhof<br />

westlich <strong>der</strong> Cheops-Pyramide freigelegt worden s<strong>in</strong>d. Für <strong>die</strong> Reihung <strong>der</strong> Anlagen waren we<strong>der</strong><br />

<strong>die</strong> räumliche Verteilung noch <strong>die</strong> Folge <strong>der</strong> Entdeckung maßgebend, son<strong>der</strong>n ausschließlich<br />

<strong>die</strong> Gesichtspunkte <strong>der</strong> Zeitfolge. Die frühesten Gräber schließen sich unmittelbar an <strong>die</strong> Giza II<br />

veröffentlichten an, <strong>die</strong> jüngsten reichen bis zum Ende <strong>der</strong> V. Dynastie. Den größten Teil nehmen<br />

zwei Gruppen e<strong>in</strong>, <strong>die</strong> <strong>der</strong> Familie <strong>der</strong> K'iijnjsirt und Ssn<strong>in</strong>/r angehören; hier mußte sich <strong>die</strong><br />

Darstellung getrennt an <strong>die</strong> Abfolge <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Geschlechter halten, weil sich nur so <strong>die</strong><br />

Entwicklung klar herausarbeiten ließ.<br />

Der ausführlichen E<strong>in</strong>zeldarstellung <strong>der</strong> Anlagen ist e<strong>in</strong> allgeme<strong>in</strong>er Teil vorausgeschickt<br />

worden; denn es waren Fragen zu behandeln, ohne <strong>der</strong>en Beantwortung vieles bei <strong>der</strong> Beschreibung<br />

<strong>der</strong> Gräber unverständlich geblieben wäre. So mußte versucht werden, ihre zeitliche Bestimmung<br />

auf e<strong>in</strong>e breitere Grundlage zu stellen, und <strong>die</strong> Gestalt <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Anlagen <strong>in</strong> <strong>die</strong> Entwicklung<br />

des Grabbaues e<strong>in</strong>zufügen. Dann galt es, <strong>die</strong> Reliefs <strong>der</strong> Kultkammern <strong>in</strong> den \orhandenen<br />

Bestand e<strong>in</strong>zuordnen; dafür wurde zunächst e<strong>in</strong>e Übersicht aller bisher aus Giza bekannten<br />

Darstellungen gegeben und dann auf (irund <strong>die</strong>ses zeitlich geordneten Materials <strong>die</strong> Entwicklung<br />

<strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Szenen verfolgt untl <strong>der</strong> Wandel des Stiles dargelegt. Da <strong>in</strong> den Anlagen, <strong>die</strong> zu<br />

den Familiengruppen gehören, zum Teil <strong>die</strong> gleichen Darstellungen <strong>in</strong> mehreren sich folgenden<br />

Geschlechtern wie<strong>der</strong>gegeben s<strong>in</strong>d, war es möglich, für <strong>die</strong> allgeme<strong>in</strong>e Entwicklung neue Anhalte<br />

zu gew<strong>in</strong>nen. E<strong>in</strong> eigener Abschnitt behandelt <strong>die</strong> Frage <strong>der</strong> X'orlagen und Abzeichnungen; e<strong>in</strong><br />

glücklicher Zufall gibt uns bt'i Ays /r/>i/r und .S\w;//>- ///sichere Nachweise e<strong>in</strong>facher Übernahme<br />

aus früheren Gräbern.<br />

In<br />

dem .\bschnitt <strong>über</strong> den Toten<strong>die</strong>nst wird <strong>die</strong> Xamengebung <strong>der</strong> Stiftungsgüter behandelt<br />

und <strong>der</strong> auffallende Wandel <strong>in</strong> den verschiedenen Abschnitten des Alten Reiches verfolgt. Anschließend<br />

wird <strong>die</strong> Frage erörtert, ol) tue Güter ausschließlich für den Dienst an den betreffenden<br />

Gräbern bestimmt waren und <strong>in</strong>wieweit bloß mit <strong>der</strong> Teilnahme an e<strong>in</strong>er Stiftung o<strong>der</strong> auch mit<br />

Sche<strong>in</strong>gütern zu rechnen ist. Zur Bestimmung des .Amtes <strong>der</strong> My im Grabe des Njsiflnfr war<br />

es unerläßlich, <strong>die</strong> \erwaltung <strong>der</strong> Stiftungsgüter e<strong>in</strong>gehen<strong>der</strong> zu behandeln. Die zum ersten<br />

Male bei K'icrl/ auftauchende neue Opfertischszene gab \'eranlassung. <strong>die</strong> Zeremonien <strong>der</strong><br />

Speisung des Toten <strong>in</strong> ihrer Entwicklung darzustellen. Die Inschrift am Statuenbau des R'tir /<br />

machte es notwendig, <strong>die</strong> Frage nach dem Wesen iles Ka und nach se<strong>in</strong>em \'erhältnis zur Statue<br />

neuerd<strong>in</strong>gs zu behandeln.<br />

Diese ausführliche Ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>setzung mit allen auftauchenden Fragen hat <strong>in</strong> den Besprechungen<br />

\on Giza 1 und II teils volle Billigung, teils Tadel gefunden; dadurch, dal> den Listen<br />

und ausführlichen Wort und .Sachverz«Mchnissen noch e<strong>in</strong>e gesontlerte Aufführung aller im le.xt<br />

besprochenen grammati.schen und le.xikalischen Fragen zugefügt w\irdr. dürfte den geäußerten<br />

Bedenken genügeml Rfchnung getragen se<strong>in</strong>,


IV<br />

Hermann Junker.<br />

Die hier beschriebenen Anlagen wurden <strong>von</strong> uns <strong>in</strong> den Jahren 1913/14 und 1926 ausgegraben.<br />

Die Mastaba des Ss<strong>in</strong>nfr III, <strong>der</strong>en Reliefs sich jetzt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Sammlung <strong>der</strong> Universität<br />

Tüb<strong>in</strong>gen bef<strong>in</strong>den, war 1908 durch <strong>die</strong> Ernst <strong>von</strong> Si egl<strong>in</strong> -<br />

Expedition zum großen Teil freigelegt<br />

worden; <strong>die</strong> nunmehr verschwundenen Darstellungen aus A'Vrr // hat Lepsius <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en<br />

Denkmälern veröffentlicht.<br />

Die Mitglie<strong>der</strong> <strong>der</strong> Expeditionen 19 13/14 und 1926 s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> den entsprechenden Vorberichten<br />

erwähnt und nochmals Giza I, S. VI, aufgeführt. Die Architekturaufnahmen <strong>die</strong>ses Bandes stammen<br />

<strong>von</strong> den Herren Regierungsbauassessor Karl Wilhelm Behrendt, Dr. <strong>in</strong>g. Otto Daum,<br />

Hofrat Professor Karl Holey, Professor Dr. Uvo H ö 1 s c h e r ,<br />

Dr. <strong>in</strong>g. Rudolf Naumann,<br />

Baukommissar Ing. Prossi nagg, Dr. <strong>in</strong>g. Hans Steckeweh. Die meisten Pläne und Schnitte<br />

s<strong>in</strong>d <strong>von</strong> Herrn O. Daum ausgeführt, Herrn H. Steckeweh verdanken wir <strong>die</strong> Schaubil<strong>der</strong><br />

Abb. 2,4,5, sowie Abb. 3 und 6, Herrn R. Naumann <strong>die</strong> Rekonstruktion des Statuenraumes<br />

des Ssmiifr II = Abb. 34 <strong>die</strong> Front des Statuenbaues des R'^ivr I = Abb. 1 1<br />

und des Gewölbes<br />

<strong>in</strong> Ssmnfr III = Abb. 38, Herrn K. W. Behrendt <strong>die</strong> Pläne und Schnitte des Äy' = Abb. 1 2/13.<br />

Die Zeichnungen <strong>der</strong> Reliefs und Funde stammen zum größten Teil <strong>von</strong> Herrn O. Daum;<br />

<strong>die</strong> Kammer des K-j = Abb. 14/18 hat Herr Dozent Dr. He<strong>in</strong>rich B a 1 c z gezeichnet, <strong>die</strong> Reliefs aus<br />

K'-nJHJstvt II = Abb. 20/22 Herr Run Baron Larisch. Die auf Tafel I/IV wie<strong>der</strong>gegebenen<br />

Bil<strong>der</strong> aus <strong>der</strong> Mastaba des Shunfr III hat Herr Alfred Boll ach er gemalt, <strong>die</strong> farbigen Vorlagen<br />

für Tafel V und e<strong>in</strong>ige für Tafel VI Herr Hofrat Holey, den Rest <strong>der</strong> Tafel VI Herr<br />

M<strong>in</strong>isterialrat Dr. Karl A p p e 1 1.<br />

Bei dem Verbessern <strong>der</strong> Druckbogen haben mich Herr Dr. Joachim S p iegel, Herr<br />

Dr. Hellmut und Frau Dr. Emma B r u n n e r und Herr K. Appelt unterstützt, für <strong>die</strong> Anfertigung<br />

<strong>der</strong> Listen und Verzeichnisse b<strong>in</strong> ich Frau E. Brunner und Herrn Spiegel verbunden. Professor<br />

Georg A . Reisner hat mir freundlich gestattet, e<strong>in</strong>ige Angaben <strong>über</strong> Ma.stabas aus <strong>der</strong> Havard-<br />

Boston-Grabung zu machen.<br />

Beson<strong>der</strong>en Dank schulde ich (!^(i\\ Präsidenten des Archäologischen Reichs<strong>in</strong>stituts 7 Staatsrat<br />

Dr. Theodor Wiegand und Dr. Mart<strong>in</strong> Schede, da sie <strong>die</strong> Drucklegung des Bandes<br />

aus den Mitteln <strong>der</strong> Zentraldirektion durchführen ließen.<br />

Daß <strong>die</strong> Reliefs aus <strong>der</strong> Mastaba des<br />

Ssmnfr III m farbigen Tafeln wie<strong>der</strong>gegeben werden konnten, wurde durch e<strong>in</strong>e Spende <strong>von</strong><br />

Herrn Ernst S i e 1<br />

g<br />

i n und Frau Olga W e r t e r m a n n<br />

-<br />

Siegl<strong>in</strong> ermöglicht, denen auch an <strong>die</strong>ser<br />

Stelle aufrichtig gedankt sei.<br />

H. Junker


.<br />

.<br />

INHALTSÜBERSICHT.<br />

Seite<br />

I. Allf^eiue<strong>in</strong>er Teil 1<br />

A. Die Lage <strong>der</strong> Gräber <strong>in</strong>nerhalb des Friedhofs . . 1<br />

B. Die zeitliche Ansetzung 2<br />

1 Die Entstehung des Westfriedhofs 2<br />

2. Die zeitliche Bestimmung <strong>der</strong> Gräber .... 8<br />

a) Die Gruppe 6Smnjr-R'wr 8<br />

b) Die Gruppe <strong>der</strong> K<strong>in</strong>jnjhrt 14<br />

c) E<strong>in</strong>zelniastabas 15<br />

C. Die Grabform 17<br />

1 Der Oberbau 17<br />

a) Der Aufbau 17<br />

b) Der Plan 21<br />

2. Die unterirdischen Anlagen 25<br />

a) Die Schächte 25<br />

b) Die Sargkanimorn 29<br />

c) Die Särge 30<br />

D. Die Kultkammer und ihre Ausschmüekimg .<br />

1 Übersicht 32<br />

a) Die Ma.^tabas <strong>der</strong> j5)'i»i»i/r-Familie und <strong>die</strong><br />

Anlagen Giza III 33<br />

b) Die übrigen Ma.staljas des Westfriedhofs. 3fi<br />

c) Die Ma^tabas östlich <strong>der</strong> Cheop.spyramide 45<br />

d) Die Ma^tabas südöstlich <strong>der</strong> Chefrenpyramide<br />

48<br />

e) Die Ma.stabas südlich <strong>der</strong> Cheopspyramide 54<br />

2. Die Entwicklung des Stiles 55<br />

a) Allgeme<strong>in</strong>es 55<br />

b) E<strong>in</strong>zeldarstellung 50<br />

a) Die Speisetischszene 50<br />

ß) Das feierliche Mahl 58<br />

Y) Das Anschauen <strong>der</strong> Lieferungen .... 60<br />

S) Die Arbeiten auf dem Felde Ol<br />

e) Der Stilwandel 03<br />

d) Die V^irlngen 08<br />

R. Die Güter <strong>der</strong> Totenstiftiuig 77<br />

1 Die Dorfbezeichnungen 77<br />

2. Die Dorfnamen und <strong>die</strong> Spei.seliste 83<br />

3. Die Dorfvertreter und das Stiftungsvermögen<br />

87<br />

4. Die Verwaltung <strong>der</strong> Stiftungugütcr 90<br />

F. Die Speisung des Toten 98<br />

Die ( )pf.rlist.n 98<br />

1<br />

2. Die Opferriten vor dem Speiset ixch 103<br />

G. Der Toten<strong>die</strong>nst und clor Kn 116<br />

a) Vom Wsen des Ka 115<br />

b) D.T K« immI cIhh Gral. IIH<br />

Seite<br />

II. Die Besclirelltuu^ <strong>der</strong> eiiizeloeu Mastabas .... 123<br />

A. Die Mastaba des A'.-/ 123<br />

1 . Allgeme<strong>in</strong>es 123<br />

•2. Die Beschreibung <strong>der</strong> Anlage 124<br />

a) Der Oberbau 124<br />

b) Die unterirdischen Räume 128<br />

3. Die Dar.stellungen 130<br />

a) Die Verteilung <strong>der</strong> Reliefs, ihre Art imd<br />

Bemalung 130<br />

b) Der Inhalt <strong>der</strong> Darstellungen 134<br />

4. Die Inschriften 141<br />

a) Kij und se<strong>in</strong>e Familie 141<br />

b) Die Totengebete und <strong>die</strong> BeLsehriften ... 144<br />

B. Die Gräber des K<strong>in</strong>jnjäwt II und se<strong>in</strong>er Nachkommen<br />

145<br />

1. Der Stammbaum des Kmjnjiwl 145<br />

2. Die Anlage des Kmjnjiwl II 148<br />

a) Der Oberbau 148<br />

b) Die unterirdischen Räume 150<br />

3. Die Darstellungen aus KmjnjAwt II l.">2<br />

4. Die Inschriften aus K<strong>in</strong>jnjswl II 155<br />

5. Die Ma'^taba des 'Irjnr' 150<br />

a) Der Bau 150<br />

b) Der Inhaber <strong>der</strong> Ma?t«bo ' '•'*<br />

c) Die Bestattungen 102<br />

C. Die Maijtaba des Njiwtiifr 103<br />

1. Der Bau 103<br />

2. Die Darstellungen 100<br />

3. Die Inschriften 172<br />

a ) Der Grabherr 1 72<br />

a) Ämter <strong>in</strong> <strong>der</strong> liauverwaltung 172<br />

fj)<br />

Ämter <strong>in</strong> <strong>der</strong> Pyramidenstadt 17")<br />

Y) Die restlichen Titel ."<br />

1 70<br />

b) Die Familie 177<br />

a) Die Frau 177<br />

P) Die K<strong>in</strong><strong>der</strong> 177<br />

e) Der Haushalt 178<br />

d ) Der Toton<strong>die</strong>nst 1 80<br />

a) Die Stiftungsgütcr 181<br />

. 183<br />

ß) Die Gutshofmelstor 181<br />

V) Die Totenpriester 182<br />

e) Die Beischriften zu den Darstellungen. .<br />

4. Die Statuen 185<br />

D. Der Senläbbau des Simn/r II 1H7<br />

E. Die Ma-jtaba d.w .S%/i»i/r /// 192<br />

I. Der Bau 192


.<br />

..<br />

VI<br />

Hermanx Jfxker.<br />

Seite<br />

a) Allgeme<strong>in</strong>es 192<br />

b) E<strong>in</strong>zeldarstellung 193<br />

c) Die unterirdischen Anlagen 200<br />

2. Die Darstellungen 201<br />

3. Die Inschriften 204<br />

a) Der Grabherr 204<br />

b) Die Familie 206<br />

a) Die Mutter 206<br />

ß) Die Frau 207<br />

y) Die K<strong>in</strong><strong>der</strong> 207<br />

8) Verwandte 207<br />

e) Der Haushalt 208<br />

d) Der Toten<strong>die</strong>nst 208<br />

a) Die Totenpriester 208<br />

ß) Die Stiftungsgiiter 209<br />

e) Die Beischriften zu den Darstellungen . 213<br />

4. Die Beigaben <strong>in</strong> den (irabkammern 214<br />

F. Die Mastaba des R'u-r I 218<br />

1 Der Bau 218<br />

2. Die Kultkammer 220<br />

3. Die Titel des Grabherrn 222<br />

Sette<br />

G. Die Mastaba des RUrr II 223<br />

1 Der Bau 223<br />

2. Die Darstellungen 228<br />

Die Szene <strong>der</strong> Ahtrennt<strong>in</strong>q des Vor<strong>der</strong>schenkels<br />

vom lebenden Tier 229<br />

3. Die Inschriften 234<br />

a) Die Titel des Grabherren 234<br />

})) Die Beischriften 235<br />

Verzeichnisse:<br />

1. Verzeichnis <strong>der</strong> Abbildungen im Text .... 237<br />

2. Verzeichnis <strong>der</strong> Tafeln 238<br />

3. Liste <strong>der</strong> Eigennamen 239<br />

4. Liste <strong>der</strong> Titel 241<br />

r>. Bemerkungen übei' Woitbedeuti<strong>in</strong>gen 242<br />

6. Liste <strong>der</strong> Dorfnamen 243<br />

7. Ägyptisches Wortverzeichnis 244<br />

8. Sachverzeichnis 247<br />

9. Grammatische Bemerkimgen 252<br />

10. Verzeichnis <strong>der</strong> benutzten Werke 253<br />

1 1 Zusätze 256


I<br />

I. ALLGEMEINER TEIL.<br />

A. DIE LAGE DER GRÄRER INNERHALR DES FRIEDHOFS.<br />

1 . Die i<strong>in</strong> vorliegenden Band behandelten<br />

Gräber bilden zwar ke<strong>in</strong>en geschlossenen Abschnitt<br />

des West-Friedhofs, sie liegen jedoch ziemlich<br />

nahe zusammen im Nordosten imserer Konzession.<br />

Xur das Grab des K-j ist abseits zwisciien<br />

den zwei Ma^tabas e<strong>in</strong>gebaut, <strong>die</strong> <strong>von</strong> Xorden <strong>die</strong><br />

Reihe \'I des ursprüngUchen Friedhofs beg<strong>in</strong>nen<br />

(VI n und VI s = 4660 und 46.50 bei l'ort(M-<br />

Mo.ss. S. 24); siehe Giza I. S. 16. Abb. 7.<br />

Die Grabanlagen <strong>der</strong> 4. Dynastie scliließen<br />

im O.sten mit <strong>der</strong> Reihe VIII. Davor liegen <strong>über</strong><br />

<strong>die</strong> ganze Breite des Friedliofs gehend drei parallele<br />

Reihen <strong>von</strong> Ma.stabas. <strong>die</strong> O.st-West nicht gelade<br />

ausgerichtet s<strong>in</strong>d, son<strong>der</strong>n sich so verschieben,<br />

daß <strong>die</strong> Zwischenstraßen treppenartig<br />

verlaufen, siehe Giza I, S. 12, Annales du Service<br />

XITI. S. 230. In <strong>der</strong> ersten Reihe <strong>von</strong> Westen<br />

liegt gegen<strong>über</strong> VIII n und VIII nn (4860—4870)<br />

das Grab des NjMi<strong>in</strong>fr (4970).<br />

Die Anlagen des Knijnjsirl 11 ill urniipieren<br />

sich um <strong>die</strong> Mastaba ihres Ahnheiiii. des<br />

Pr<strong>in</strong>zen KmjnjAii't I (VIII «w>. Der Sohn baute<br />

se<strong>in</strong> (Jrab gegen <strong>die</strong> Front <strong>der</strong>selben, e<strong>in</strong> Enkel an<br />

ihre Xordwand. weitere Anlagen dei- (iruy)i)o<br />

lehnen sich an <strong>die</strong> nördliclio Sclimalsoitc <strong>der</strong> Mastaba<br />

des Nj.hi'tnjr.<br />

Auch <strong>die</strong> CJräber <strong>der</strong> Familie SAnmJ'r-H'irr<br />

liegen nahe bei e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>. Der Vertreter <strong>der</strong> ersten<br />

Generation freilich ist <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em an<strong>der</strong>en -Abschnitt<br />

bestattet. Shunjr I (4!t40) Grab Lej)-<br />

sius 45 liegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> westlichen Reihe fies Friedhofs<br />

mit den abgetreppten Ostweststralien. (ist lieh vor<br />

4H40— 4830. Se<strong>in</strong> Sohn o<strong>der</strong> Xeffe gleichen Xamens<br />

wählte e<strong>in</strong>e Ma.staba hun<strong>der</strong>t .Meter nördlich<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> mittleren Reihe - 2200. Die .Anlage<br />

liegt zum größeren Teil auf dem amerikanischen<br />

( Jrabungsgebict ; mir se<strong>in</strong> südlii'h angebauter Statuenraum<br />

wird <strong>in</strong> (iicsriii Maiidc i)('srliiiclicn I)rr<br />

Inhaber des Grabes wird <strong>von</strong> nun an ^-imnjr II<br />

genannt. Se<strong>in</strong> Sohn ^hnnfr III (bisher <strong>in</strong> den Vorberichten<br />

mit fismnfr II bezeichnet) baute e<strong>in</strong>e<br />

Mastaba <strong>der</strong> dritten Reihe aus (5170), südöstlich<br />

an das Grab se<strong>in</strong>es Vaters anschließend. Zwischen<br />

S.hnnfr III und D'tj = Grab Lepsius 31. legte<br />

sich RUrr I . \ielleicht<br />

e<strong>in</strong> Sohn des ^ä^nnfr I<br />

se<strong>in</strong>e Mastaba an. Xordöstlich <strong>von</strong> Ditj ist<br />

RUrr II bestattet, e<strong>in</strong> Sohn o<strong>der</strong> Enkel des<br />

Säiimfr II. Se<strong>in</strong> Gral) liegt schon weiter nach<br />

Osten, so daß nur mehr e<strong>in</strong>e Ma.stabareihe es <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> westlichen Umfassuiigsniauer <strong>der</strong> Pyramide<br />

trennt. (Abb. 1)<br />

2. Für K-j und rlie Gruppe um Knijnjsivt I<br />

ergab sich <strong>die</strong> Wahl des Ortes aus dem Wunsch,<br />

<strong>die</strong> Grabstelle mit e<strong>in</strong>er schon vorhandenen Anlage<br />

zu verb<strong>in</strong>den, es liegen eigentlich nur Annexe<br />

vor. An<strong>der</strong>s bei den .selbständigen Mastabas<br />

des Nj.hrtnfr. <strong>der</strong> ä&mnfr und RUcr. Hier läßt<br />

sich deutlich e<strong>in</strong>e Entwicklung des Pwamidenfriedhofs<br />

verfolgen. Die Gräber liegen alle östlich<br />

<strong>der</strong> Senkung, <strong>die</strong> den Nord- und Südteil des<br />

Westfriedhofes <strong>der</strong> 4. Dynastie trennt. Die Veri)<strong>in</strong>dung<br />

<strong>der</strong> beiflen Abschnitte erfolgte durch <strong>die</strong><br />

Mastaba VII nn und VIII nn. In Giza II,<br />

S. 13") — 136 ist dargelegt, daß <strong>die</strong>se Verb<strong>in</strong>dungsl<strong>in</strong>ie<br />

<strong>von</strong> Xorden aus gezogen wurde. Denn <strong>die</strong><br />

beiden genannten Gräber liegen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Flucht <strong>der</strong><br />

Straßen des nördlichen .Abschnitts, <strong>die</strong> gegen <strong>die</strong><br />

Grabzeilen im Süflteil e<strong>in</strong> wenig nacli Osten verschoben<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

Es ist nun auffallend, daß <strong>die</strong> rnregelmäßigkeit<br />

<strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie auch <strong>von</strong> den drei Reihen des<br />

neuen, östlich vorgelagerten Friedhofs aufgenommen<br />

wird. Vt'w Bruchstelle ist auch auf dorn<br />

kle<strong>in</strong>en iM)ersi(htsplan Porter-Moü. S. 32. sichtbar:<br />

sie liegt gegen<strong>über</strong> (irab 4860. Im e<strong>in</strong>zelnen<br />

.setzt Sj.hrtnjr <strong>die</strong> nordliche Reihe 4!t»o -21H0


<strong>der</strong><br />

Hermann Junker.<br />

fort, wie entsprechend Kmjnjswt 2160— 2170,<br />

und nicht 4860—4850. In <strong>der</strong> davorliegenden<br />

mittleren Reilie bilden wie<strong>der</strong> 5070, 2200<br />

(i^hnnfr II) und 2190 e<strong>in</strong>e Reihe; <strong>in</strong> <strong>der</strong> östlichen<br />

Zeile 5170 (6smnfr III), 2310 und 2300.<br />

Zur Erklärung <strong>die</strong>ses son<strong>der</strong>baren Befundes<br />

darf man nicht den <strong>in</strong> Giza II, S. 136, besprochenen<br />

Fall heranziehen. Hier lagen <strong>die</strong> Straßen <strong>der</strong><br />

beiden getrennten Friedhofsteile nicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

Flucht. Als man <strong>die</strong> V^erb<strong>in</strong>dungsHnie zog, mußte<br />

notgedrungen e<strong>in</strong> Knick entstehen. Ganz an<strong>der</strong>s<br />

waren <strong>die</strong> Voraussetzungen, als man dem ersten<br />

Friedhof m se<strong>in</strong>er ganzen Breite <strong>über</strong> Süd-.<br />

Mittel- und Nordteil drei Mastabazeilen vorlagerte.<br />

Hier liätten <strong>die</strong> Grabreihen <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Ende bis zum an<strong>der</strong>en geradl<strong>in</strong>ig durchgeführt<br />

werden können, aber sie folgen dem Bruch durch<br />

den <strong>die</strong> Reihe VIII s — VIII n <strong>in</strong> <strong>die</strong> L<strong>in</strong>ie<br />

4870—2160 <strong>über</strong>geht. Vielleicht hat man den<br />

Bau des neuen Friedhofs zugleich im Süden und<br />

im Norden begonnen imd kam dann I)pi limehaltung<br />

<strong>der</strong> gleichen Straßenbreite zwangsläufig<br />

zu dem gleichen Bruch <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie, den <strong>die</strong> ältere<br />

Anlage aufweist. Es ist aber auch möglich, daß<br />

man <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> weniger Wert auf den geraden<br />

Verlauf <strong>der</strong> Reihen legte, als auf <strong>die</strong> Übere<strong>in</strong>stimmung<br />

mit den vorhandenen Mastabazeilen.<br />

Die so ganz an<strong>der</strong>s geartete Anlage des<br />

neuen Abschmttes verbietet an e<strong>in</strong>e dritte Erklärungsmöglichkeit<br />

zu denken ; daß nämlich <strong>die</strong><br />

Ma.stabas ,en echelon' <strong>von</strong> 4910—4960. 5010 bis<br />

5060 usw. anschließend an den älteren Südteil<br />

gebaut wurden und entsprechend <strong>die</strong> mit 2180.<br />

2 1 90 und 2300 beg<strong>in</strong>nenden Reihen zusammen mit<br />

dem Nordteil; und daß man später <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung<br />

durch <strong>die</strong> dazwischen liegenden Mastabas<br />

4970, 5070, 5170 usw. hergestellt hat, zugleicli<br />

mit Mastaba VII nn und VIII nn. Siehe den Plan<br />

Porter-Moß, S. 32. Es steht außer Zweifel, daß<br />

zwei getre<strong>in</strong>ite Abscl<strong>in</strong>itte vorliegen :<br />

mit<br />

L<strong>in</strong>ie VIII schließende Teil und <strong>die</strong> östlich vorgelagerten<br />

drei Gräberreihen.<br />

B. DIE ZEITLICHE ANSETZUNG.<br />

1. ENTSTEHUNG DES WESTFRIEDHOFES.<br />

Die zu beschreibenden Mastabas liegen fast<br />

alle auf dem eben beschriebenen Ostabschnitt.<br />

Dieser ist, wie <strong>in</strong> Giza I, S. 12ff. gezeigt wurde,<br />

aus jüngerer Zeit. Das Grab des R'^vjr II rückt<br />

noch weiter nach Osten, nahe an <strong>die</strong> Gräberzeile,<br />

<strong>die</strong> <strong>der</strong> 6. Dynastie zuzuweisen ist; siehe Vorbericht<br />

1914, S. 22 ff. Mit den vorliegenden<br />

Gräbern beg<strong>in</strong>nen <strong>die</strong> starken Störungen im l'laii<br />

des Friedhofs. Es waren urspri<strong>in</strong>gHch nur gerade,<br />

sich rechtw<strong>in</strong>klig schneidende Straßen vorgesehen<br />

(Giza I, S. 82 und Abb. 1 ; )<br />

auch sollte <strong>der</strong><br />

Zutritt zu den e<strong>in</strong>zelnen Opferstellen <strong>von</strong> je<strong>der</strong><br />

Straße aus möghch se<strong>in</strong>. Freilich wurde gerade <strong>die</strong><br />

letzte Bestimmung schon während <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

außer acht gelassen. Die vorgelegten Kultkammern<br />

füllten manchmal den Raum bis zur nächsten<br />

Mastaba und versperrten so den Durchgang.Aber<br />

<strong>die</strong> Anordnung erlitt dadurch ke<strong>in</strong>e wesentlichen<br />

Störungen, denn <strong>die</strong> großen Ost-Weststraßen ließ<br />

man offen. Auch verblieb durchaus <strong>der</strong> E<strong>in</strong>druck<br />

e<strong>in</strong>er aus gleichartigen Grabbauten regelmäßig<br />

an gelegten Totenstadt. Man werfe nur e<strong>in</strong>en Blick<br />

auf <strong>die</strong> Tafeln III, IV und VII <strong>in</strong> Giza I.<br />

Das Bild hat sich im Ostabschnitt vollkommen<br />

geän<strong>der</strong>t. Von unseren Gräbern hat nur<br />

mehr Njhctnfr e<strong>in</strong>en Tumulus <strong>der</strong> Mastabazeile<br />

<strong>in</strong> alter Weise benutzt. Alle an<strong>der</strong>en nehmen auf<br />

<strong>die</strong> im Plan des Friedhofs vorgeselienen L<strong>in</strong>ien<br />

ke<strong>in</strong>e Rücksicht mehr. Die strenge Reihung<br />

macht e<strong>in</strong>em unregelmäßigen Zusammendrängen<br />

Platz, wiewolil den Kern <strong>der</strong> Gräber meist noch<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> Zügen angeordneten Tumuli bilden. Aber<br />

man schließt nun <strong>die</strong> Wege durch Querbauten,<br />

l)aut <strong>die</strong> dadurch gewonnenen Räiune zu Vorhöfen,<br />

Gängen und Statuenkammern aus, ohne<br />

sich im ger<strong>in</strong>gsten um den alten Plan zu kümmern.<br />

Der Gegensatz fällt sofort <strong>in</strong> <strong>die</strong> Augen,<br />

wenn man etwa auf Tafel I des Vorberichtes 1926<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>drucksvolle regelmäßige Anlage im H<strong>in</strong>tergrund<br />

mit dem Gräbergewirr <strong>in</strong> dem davor liegenden<br />

Abschnitt vergleicht.<br />

Wie selbständig man dabei verfuhr, zeigen<br />

am besten <strong>die</strong> Familienbegräbnisse <strong>der</strong> S&mnjr-<br />

Rhvr. Sie bilden e<strong>in</strong>en festen Block, <strong>der</strong> durch<br />

mehrere Ma.stabareihen geht. Er mißt rund 50 m<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Tiefe und se<strong>in</strong>e größte Längsausdehnung<br />

beträgt etwa 60 m. E<strong>in</strong> ähnHcher Block liegt <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Nord-Ostecke des Westfriedhofes; er gehört<br />

dem Sndmib-'Inlj und se<strong>in</strong>en Nachkommen ;<br />

siehe<br />

Annales XIII, pl. VIII und S. 248.<br />

Der Grund für <strong>die</strong>se Verän<strong>der</strong>ung ist <strong>in</strong><br />

erster L<strong>in</strong>ie im Wandel <strong>der</strong> Verhältnisse zu


\Nsdrktj<br />

'Ulit<br />

Kn<br />

'SI<br />

jh^J<br />

N/r<br />

I<br />

¥fj<br />

Npwtnfr<br />

L^^<br />

Klnimsut I<br />

^^S<br />

Irj<br />

hhmp'l<br />

Kl<br />

Ssmnjr E<br />

SsÜhtp<br />

Ssmnfr M<br />

=51.<br />

R'h}r I<br />

Phnpth<br />

P!>j<br />

l3L<br />

SituHtj<br />

R'lorS<br />

^=^<br />

Sn^m 1 1<br />

Puramidtnmautr<br />

~i to 10 3S Jo MM<br />

Al>l). I. I.af^c'pliiii ili>r Mn^tnlms.


Hermann Junker.<br />

suchen. Am Ende <strong>der</strong> 4. Dynastie hörte Giza auf.<br />

<strong>der</strong> Staatsfriedhof des Reiches zu se<strong>in</strong>. Anfänglich<br />

hielt man sich trotzdem noch an <strong>die</strong> festgelegte<br />

Ordnung <strong>der</strong> Gräber. Aber mit fortschreiten<strong>der</strong><br />

Zeit fielen <strong>die</strong> B<strong>in</strong>dungen immer<br />

mehr. Man kann daher mit gewissen E<strong>in</strong>schränkungen<br />

aus dem Grad <strong>der</strong> Störung des alten<br />

Planes Schlüsse auf <strong>die</strong> Reihenfolge <strong>der</strong> Grabanlagen<br />

ziehen. Darnach müssen wir <strong>die</strong> im vorhegenden<br />

Bande behandelten Mastabas weit vom<br />

Ende <strong>der</strong> 4. Dynastie abrücken.<br />

Zusammen mit <strong>der</strong> Än<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Friedhofsordnung<br />

geht e<strong>in</strong> Wandel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Stellung <strong>der</strong><br />

Grab<strong>in</strong>haber. Der Westabschnitt war unter<br />

Cheops für e<strong>in</strong>ige Zweige des Herrscherhauses<br />

angelegt worden, so für Hmiwnw und se<strong>in</strong>e FamiUe.<br />

Auch <strong>der</strong> Inhaber <strong>von</strong> Grab Lepsius 23,<br />

<strong>der</strong> größten Mastaba des ganzen Giza-Friedhofes,<br />

muß dem König sehr nahe gestanden<br />

haben. Daneben treten allmähhch immer stärker<br />

auch Hofbeamte auf. Von ihnen führen e<strong>in</strong>ige<br />

nicht e<strong>in</strong>mal den Titel rh.-nj.hot, wie Mrjhtpf<br />

(Grab 4360) und Kmfr (Grab 1203). In <strong>der</strong> uns<br />

beschäftigenden Zeit fehlen nahe Angehörige des<br />

neuen Herrschergeschlechtes <strong>über</strong>haupt. Es<br />

werden zwar noch Nachkommen aus alten<br />

Königsfamihen bestattet, aber es treten jetzt <strong>die</strong><br />

Staatsbeamten ganz <strong>in</strong> den Vor<strong>der</strong>grund. Außerdem<br />

wird es immer mehr übUch, <strong>die</strong> Gräber <strong>der</strong><br />

FamiHenmitghe<strong>der</strong> zusammenzuhalten. In <strong>die</strong>sem<br />

Bande werden zwei Gruppen besprochen, <strong>die</strong> als<br />

Muster <strong>die</strong>nen können, <strong>die</strong> <strong>der</strong> Kmjiijhvt und dciäs<strong>in</strong>nfr.<br />

Stärker noch tritt das Streben <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Gruppe <strong>der</strong> 6ndmiih hervor. Hier s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Mitglie<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> Famiüe <strong>von</strong> <strong>der</strong> späten 5. bis zum<br />

Ende <strong>der</strong> 6. Dynastie begraben, wobei <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Anlagen sich um e<strong>in</strong>en Mittelhof gruppieren<br />

(Boston Bullet<strong>in</strong> XI, Nr. 66, S. 53ff.); vergleiche<br />

auch Grab Lepsius 15-— 17.<br />

Es s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Familienanlagen <strong>von</strong> Beamten<br />

gerade für <strong>die</strong> spätere Zeit des Giza-Friedhofs bezeichnend.<br />

Wir begegnen ihnen auch auf dem Abschnitt<br />

südhch <strong>der</strong> Cheops-Pyramide, wo an <strong>der</strong><br />

Süd-Ostecke <strong>die</strong> Gräber des §smnfr IV und<br />

se<strong>in</strong>er Famihe <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Gruppe zusammen liegen<br />

(Vorbericht 1929, S. 97ff.). Für den Friedhof<br />

östKch <strong>der</strong> Chefren -Pyramide sei unter an<strong>der</strong>em<br />

auf S. Hassan, Excavations II h<strong>in</strong>gewiesen, wo<br />

S. 104ff. das Familiengrab <strong>der</strong> Knnnfrt besprochen<br />

ist.<br />

Es ist bedeutsam <strong>in</strong> gleicher Weise für rlie<br />

Gestaltung <strong>die</strong>ser Gräbergruppen wie für <strong>die</strong> Ent-<br />

\\ickhnig des <strong>in</strong>neren Staatsgefüges während des<br />

Alten Reiches, daß <strong>in</strong> vielen Fällen <strong>die</strong> Mitglie<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong>Familie <strong>in</strong> dem gleichen Verwaltungszweig<br />

beschäftigt s<strong>in</strong>d, <strong>der</strong> Sohn das Amt se<strong>in</strong>es<br />

Vaters erbt. Wir können hier <strong>von</strong> wirklichen<br />

Beamtengeschlechtern reden. So bleibt das Amt<br />

e<strong>in</strong>e,<br />

^U^Yrrl.-lÖkH<br />

durch 4 Generationen bei den Sndmib (Boston<br />

Bullet<strong>in</strong> XI 1. c).<br />

Die §sm,nfr s<strong>in</strong>d alle Oberarchivare, nachweisUch<br />

durch 4 Geschlechter. Knnnjrt Vater<br />

und Sohn s<strong>in</strong>d Vorstelier <strong>der</strong> Opferzuweisungen<br />

(S. Hassan, Excavations II, S. 104—112). Die<br />

Inliaber <strong>der</strong> Gruppe Grab Lepsius 15— 17, <strong>die</strong><br />

drei Generationen umfaßt, führen meist <strong>die</strong><br />

gleichen Titel, wie irnj-r; pr h.t-'.-.t. Das Grab des<br />

Whmh zeigt, wie das Amt e<strong>in</strong>es ,, Schreibers des<br />

Archivs" sich <strong>von</strong> Kunnfrt auf den Schwiegersohn<br />

'/


Ji<br />

DkITTEK BERICilT i'HKU DIK (IHABINUKN' ATTF OEM FkIEDHoF VOX GiZA.<br />

spätere Ägypten .su bezeichnend ist. Begegnen<br />

wir ihm jetzt stärker, so ist das e<strong>in</strong> Beweis, wie<br />

weit <strong>die</strong> Zeit <strong>von</strong> <strong>der</strong> 4. Dj^nastie entfernt ist, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> alle<strong>in</strong> <strong>die</strong> Anordnung des Königs für <strong>die</strong> Besetzung<br />

<strong>der</strong> Stellen maßgebend war.<br />

Es muß an <strong>die</strong>ser Stelle e<strong>in</strong>e weitere Frage<br />

erörtert werden: Wenn (Jiza mit <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

aufhört, Residenzfriedhof zu se<strong>in</strong>, so ist es verwun<strong>der</strong>lich,<br />

daß <strong>die</strong> Inhaber hoher Staatsämter<br />

noch bis zum Ende des Alten Reiches hier bestattet<br />

werden, und nicht etwa <strong>in</strong> Saqqära. P^s<br />

war wohl <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie raaßge])end, daß schon<br />

ihre Vorfahren hier ruhten, so wie <strong>die</strong> Nachkommen<br />

<strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>zen des früheren Königshauses<br />

sich ihre Gräber auf dem Friedhof <strong>der</strong> Ahnen anlegten.<br />

H-i<strong>in</strong>nfr /, <strong>der</strong> Inhaber des Grabes Lcpsius<br />

45 erhielt se<strong>in</strong>e Mastaba wohl um <strong>die</strong> Wende<br />

<strong>der</strong> 4. zur 5. Dynastie zugewiesen imd darum<br />

dürften auch se<strong>in</strong>e Nachkommen und Verwandten<br />

sich auf dem Westfriedhof haben bestatten<br />

lassen. Vielleicht haben wir auch <strong>in</strong> dem ^<br />

^<br />

''\J'<br />

1 "^ fl'^zpft'^TausG. 1203(AnnalesXIII,<br />

S. 235rden Vorfohren des Kmjr aus G. 2150 zu<br />

sehen, <strong>der</strong> <strong>die</strong> gleichen Ämter bekleidete. Se<strong>in</strong><br />

Sohn, <strong>in</strong> Grab Lepsius 37, führt se<strong>in</strong>erseits<br />

wie<strong>der</strong> den Titel se<strong>in</strong>es Vaters und Großvaters<br />

(L. D. If. 85a Erg. XXVIT—XXVIII).<br />

Daneben mögen freilich auch an<strong>der</strong>e (Jründe<br />

maßgebeiul gewesen se<strong>in</strong>. Der Friedhof aus <strong>der</strong><br />

4. Dynastie bei Giza war durch <strong>die</strong> Gräber <strong>der</strong><br />

großen Könige geheiligt und es galt wohl an sich<br />

schon als e<strong>in</strong> Vorzug, dort e<strong>in</strong>e Mastaba zu besitzen.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Grund lag vor, wenn <strong>der</strong> Beamte<br />

im Dienst <strong>der</strong> Nekropole o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Verwaltung<br />

ihrer Stiftungsgüter angestellt war. wie<br />

Njhclnfr. Nfr, unfl viele an<strong>der</strong>e.<br />

Es lag dem Bestreben tier Nach fa lue n, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Nähe fler Ahnen e<strong>in</strong>e Grabstätte zu besitzen,<br />

nicht au8.sehließlich k<strong>in</strong>dUche Pietät zugrunde.<br />

Auch ist es nicht e<strong>in</strong>fach auf e<strong>in</strong>e Nachahnu<strong>in</strong>g<br />

<strong>der</strong> Hofsitte zurückzuführen, nach <strong>der</strong> <strong>die</strong> Herrscher<br />

e<strong>in</strong>er Dynastie ihre Giiil)mälcr meist neben<br />

e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> errichteten und <strong>die</strong> Königsk<strong>in</strong><strong>der</strong> nahe<br />

<strong>der</strong> l'yramide ihres N'aters l>estattet wurden. Es<br />

hat e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>er (Jrund vielleicht ebenso stark mitgewirkt,<br />

<strong>die</strong> Kücksicht auf ilen Tolen<strong>die</strong>nst. Die<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> hatten für <strong>die</strong> Opfer am Grabe iiirer Eltern<br />

zu sorgen unfl <strong>über</strong> <strong>die</strong> regelmäßige Lieferung<br />

<strong>der</strong> (Jaben aus den Stiftungen zu wachen.<br />

Das konnte am be.sten geschehen, wenn <strong>die</strong><br />

eigenen (irabanlagcn, <strong>die</strong> -ic sjcli während iiu-er<br />

Lebenszeit bauten und ausschmückten, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Nähe lagen. Es ergab sich zugleich e<strong>in</strong> Vorteil für<br />

den eigenen Toten<strong>die</strong>nst. Wir lernen aus Inschriften<br />

e<strong>in</strong>iger Gräber des A. R. <strong>die</strong> E<strong>in</strong>richtung<br />

des i J<br />

1=3 < wdb-rd kennen, des ,,<br />

herumgereich<br />

ten Opfers'". Die Materiallieferungen an<br />

<strong>die</strong> Tempel konnten nach <strong>der</strong> Opferung weiter verwertet<br />

werden, sei es als Zuweisung für <strong>die</strong> Lebenden<br />

o<strong>der</strong> als Unterhalt für <strong>die</strong> Verstorbenen. Das<br />

gleiche gilt natürlich <strong>von</strong> den Stiftungserträgnissen,<br />

<strong>die</strong> für <strong>die</strong> Totentempel bestimmt waren.<br />

Die wichtigsten Belege seien hier angeführt.<br />

Zunächst bedarf <strong>die</strong> Lesung ivdb-rd des<br />

Beweises, denn im BerUner Wörterbuch ist für<br />

6 )M= ^? nur tvdb angegeben und als Bedeutung<br />

..Rente an Naturalien, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>em zweiten Empfänger<br />

aus den Tempele<strong>in</strong>künften zufließt".<br />

Die volle Sehreibung ivdb-rd f<strong>in</strong>det sich Annales<br />

XIII, S. 247 L Jc=>"''^


6 Hekmann Junker.<br />

Die Insclirift im Grab 2197 des Westfriedhol's<br />

(Annales XIII, S. 247) lehrt, daß Pnm.rw<br />

den Nfrht'p und se<strong>in</strong>e Familie als Totenpriester<br />

an se<strong>in</strong>em Grab e<strong>in</strong>setzte und ihnen dafür e<strong>in</strong><br />

wdb-rd des Königs <strong>über</strong>läßt, das Ssmnfr III <strong>in</strong><br />

Besitz<br />

hatte<br />

MM:<br />

..Sie sollen Totenpriester<br />

me<strong>in</strong>er Stiftung se<strong>in</strong><br />

,<br />

um mir das Speiseopfer<br />

darzubr<strong>in</strong>gen <strong>in</strong> me<strong>in</strong>em Grab <strong>der</strong><br />

Ewigkeit auf dem Friedhof <strong>der</strong> Oheopspyramide.<br />

Sie erhalten dafür das Königs-w(Z6-;Y/"<br />

des Oberrichters, Wezirs Ssmnfr. nämlich Ackerland.<br />

.".<br />

. Es ist also so, daß Ss<strong>in</strong>nfr III vom<br />

Könige e<strong>in</strong>e Zuweisung als ivdb-rd erhalten hatte,<br />

<strong>die</strong> dann später <strong>in</strong> den Besitz des Pnmnv <strong>über</strong>gegangen<br />

war und <strong>von</strong> ihm nun verwendet<br />

Grabe<br />

wurde, um den Toten<strong>die</strong>nst am eigenen<br />

sicher zu stellen.<br />

Die E<strong>in</strong>richtung des ..herumgereiclitcn<br />

Opfers" beruht auf dem (Jlauben <strong>der</strong> Ägypter,<br />

daß es genügte, <strong>die</strong> (Jal)en im Tempel auf den<br />

Altar, im Grabe an <strong>die</strong> Opferstelle zu legen und<br />

daß e<strong>in</strong>e Vernichtung <strong>der</strong> Speisen nicht erfor<strong>der</strong>t<br />

wurde, um ihren ({eiuiß zu vers<strong>in</strong>nbildlichen. Es<br />

konnten daher <strong>die</strong> Opfer e<strong>in</strong>er weiteren Verwendung<br />

zugeführt werden, nachdem <strong>die</strong> Zeremomen<br />

im Heiligtum o<strong>der</strong> im Cirab beendet waren; zumal<br />

auch <strong>die</strong> Vorstellung gefehlt zu Jiaben<br />

sche<strong>in</strong>t, daß <strong>die</strong> Speisen durch den Vollzug des<br />

Ritus geheiligt waren und dem profanen Gebrauch<br />

entzogen werden mußten. Von den Lieferungen<br />

an <strong>die</strong> Gräber wurden wohl an denFiiedhofs-Festen<br />

<strong>die</strong> feierlichen Totcnmahlzeiten bestritten,<br />

<strong>die</strong> täglichen Oj)fer werden den Priestern<br />

zugute gekommen se<strong>in</strong>. Wir dürfen daher annehmen,<br />

daß auch e<strong>in</strong> Austausch <strong>der</strong> Totenopfer<br />

<strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelneii Famihe stattf<strong>in</strong>den<br />

konnte. Wenn also <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe<br />

<strong>der</strong> Ma.staba des Vaters ihr Grab bauten, so<br />

mochte nach ihrem Tode das Speiseopfer des<br />

Ahnherrn auch an <strong>der</strong> eigenen Grabstelle nie<strong>der</strong>gelegt<br />

werden. O<strong>der</strong> es konnten <strong>die</strong> eigenen<br />

'<br />

Die Deutung wciclil \ cm ilrr Annale^ 1. c. gegebenen<br />

ab.<br />

^ itj kann kaum Titel ties Siiimjr III se<strong>in</strong>, daher<br />

muß wdb-rd -nj-Uj als e<strong>in</strong> Ausdruck gefaßt werden, dem<br />

tljtj ISstmijr im Genitiv folgt; siehe aber iwten II E,<br />

Totenstiftungen auch den Vorfahren zugute<br />

kommen, wenn für <strong>der</strong>en Opfer nicht genügend<br />

Sorge getragen worden war. Es mußte nur e<strong>in</strong><br />

E<strong>in</strong>vernehmen mit den Inhabern <strong>der</strong> Stiftung<br />

getroffen werden. Gerade, wenn e<strong>in</strong>zelne Gräber<br />

nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> lagen, wurde das wdb-rd wesentlich<br />

erleichtert, <strong>der</strong> Totenpriester brauchte <strong>die</strong><br />

Gaben nur ziu' benachbarten Kultkammer zu<br />

tragen.<br />

Von <strong>die</strong>.ser Erkeimtnis aus läßt sich vielleicht<br />

auch noch e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Ersche<strong>in</strong>ung besser<br />

verstehen. Wir begegnen auf allen Abschnitten<br />

des Giza-Friedhofes Fällen, <strong>in</strong> denen Angestellte<br />

nahe ihren Herren begraben s<strong>in</strong>d.<br />

Hier sche<strong>in</strong>t es zunächst, daß man den Haushalt<br />

des Verstorbenen zusammen halten wollte,<br />

ähnlich wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe des Königsgrabes auch<br />

Beamte des Hofes bestattet waren. Whmkij war<br />

Hausverwalter des Pr<strong>in</strong>zen Kmjnjhvt. Se<strong>in</strong>e Mastaba<br />

baute er sich westlich, an <strong>die</strong> Nordwand<br />

<strong>von</strong> Grab V n anschließend. Hmtnj, Hofmeister<br />

bei <strong>der</strong> Famihe <strong>der</strong> iirjsj'nh und des Knv'b (Boston<br />

Bullet<strong>in</strong> 1927, XXV, 68) ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> großen<br />

Mastaba an <strong>der</strong> Süd-Ostecke des Westfriedhofes<br />

bestattet (Grab Lepsius 43). Die Beisj)iele waren<br />

gewiß sehr häufig, aber nur selten können wir erkennen,<br />

<strong>in</strong> wessen Diensten etwa e<strong>in</strong> <strong>in</strong> Giza bestatteter<br />

Hausvorsteher gestanden hat. Auch <strong>in</strong><br />

<strong>die</strong>sen Fällen wäre zu erwägen, ob <strong>der</strong> Vorzug,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe se<strong>in</strong>es Herren bestattet zu werden,<br />

alle<strong>in</strong> ausschlaggebend war und nicht auch <strong>die</strong><br />

Möglichkeit <strong>in</strong> Berechnung zu ziehen ist. daß er<br />

so an dessen Totenopfern teilhaben konnte.<br />

Denn, daß <strong>der</strong> Wunsch nach e<strong>in</strong>er solchen Teilnahme<br />

<strong>über</strong>haupt bestand, ergibt sich mittelbar<br />

aus <strong>der</strong> Anbr<strong>in</strong>gung <strong>der</strong> Namen <strong>der</strong> Beamten<br />

und Angestellten bei ihren Darstellungen <strong>in</strong> den<br />

Kultkammern des Grabherrn. Klarer erkennt<br />

man ihn <strong>in</strong> dem Fall des Hmtnj, <strong>der</strong> se<strong>in</strong>e Statuen<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wand <strong>der</strong> Kultkammer se<strong>in</strong>er Herr<strong>in</strong><br />

Mrj.y^n/j 111 verborgen hatte, eben um bei den<br />

Opfern mitbedacht zu werden (Boston i^ullet<strong>in</strong><br />

XXV, 72. Abb. 13).<br />

Es wäre dann <strong>die</strong> Frage nach <strong>der</strong> Bedeutung<br />

des I '^imdfh'^.<strong>die</strong> Giza II, S. 194^195<br />

angeschnitten wurde ,<br />

nochmals zu ei'örtern . Unterdessen<br />

ist das lehrreichste Beispiel <strong>von</strong> S. Hassan<br />

<strong>in</strong> Excav. 11, S. 202ff. <strong>in</strong> extenso veröffentUcht<br />

worden und gestattet e<strong>in</strong> näheres E<strong>in</strong>gehen. Es<br />

s<strong>in</strong>d Npm'tr' und se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong> Htp}p\i und <strong>die</strong><br />

erste Vortänzerm bei Hofe Nj'rsrjss <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er


Dm'iTKK Bi:F{i(Ji'r (hei; du: (Ji; munokn- avf ohm I'^kikiuiok vox (tIza.<br />

Mast-aba begraboii. Im Siideii lit'gt dir Kultkammer<br />

de« Gral)lierrcii. <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte ist im Korridor<br />

<strong>die</strong> Sehe<strong>in</strong>tür .se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> angebracht,<br />

im Norden hat <strong>die</strong> ,,<br />

Grabgenoss<strong>in</strong>" e<strong>in</strong>en eignen<br />

Opferraum, siehe<br />

Plan Abb. 224. Nach den Inschriften<br />

wurde ilir <strong>die</strong> Kultkammer <strong>von</strong> ihrem<br />

Stiftungsbru<strong>der</strong> errichtet :<br />

/WW« ^ Ci /vww^ I 1 Crm N^^'<br />

H<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Kammer bef<strong>in</strong>det sich <strong>der</strong><br />

Schacht für das Begräbnis <strong>der</strong> Nfr.srj-is. Hier ist<br />

<strong>die</strong> Bedeutung <strong>von</strong> An-d.t klar zu ersehen.<br />

Nfr.irj.ii teilt <strong>die</strong> Grabanlage <strong>von</strong> NfituHr' und<br />

hat Teil an den zum Gral)e gebrachten Totenopfern.<br />

Wenn <strong>in</strong> den an<strong>der</strong>en Giza II 1. c. angeführten<br />

Fällen <strong>von</strong> ^.idhtii und Whtnk-'j <strong>die</strong> Stiftungsbrü<strong>der</strong><br />

o<strong>der</strong> Stiftungsk<strong>in</strong><strong>der</strong> ke<strong>in</strong>e eigenen<br />

Opferstellen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba besitzen, so muß ihr<br />

Vorrecht e<strong>in</strong>mal dar<strong>in</strong> bestanden haben, daß<br />

ihnen <strong>der</strong> Mitgenuß an den Speiseopfern <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Weise gesichert war. daß sie wie se<strong>in</strong>e Familienangehörigen<br />

im Bilde an dem Mahl teilnahmen.<br />

Das geht schon aus dem Umstand hervor, daß<br />

<strong>die</strong> Stiftungsbrü<strong>der</strong> o<strong>der</strong> -k<strong>in</strong><strong>der</strong> meist nahe <strong>der</strong><br />

Opferstelle o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Speiseszene dargestellt<br />

wurden; so das .Stiftungsk<strong>in</strong>d" ^Anhtii'^k' auf dem<br />

äußeren Pfosten <strong>der</strong> südlichen Sche<strong>in</strong>tür (Giza IL<br />

Abb. 28); <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> und Brü<strong>der</strong> <strong>der</strong> Stiftung<br />

stehen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ma.^taba des Whtiiktj direkt unter<br />

fler Spei.setischszene auf <strong>der</strong> Südwand, bei Tntj<br />

ist<br />

<strong>die</strong> Figur des ,, Stiftungsbru<strong>der</strong>s 'L-.sn" auf <strong>der</strong><br />

Südsche<strong>in</strong>tür unmittelbar l<strong>in</strong>ks neben dem sj)eisenden<br />

Ehepaar angebracht, und auf <strong>der</strong> anschließenden<br />

Südwand stehen <strong>die</strong> Stiftungsgeschwister<br />

h<strong>in</strong>ter dem Grabherrn (L. D. II,<br />

37l:l!l.


zum<br />

8 Hermann Junker.<br />

kl, shd-hmw-k', hm-h fast nie feststellen, <strong>in</strong> wessen<br />

Dienst sie Uir Amt verwalteten.<br />

Der Friedhof <strong>von</strong> Giza konnte erst dann<br />

zum bevorzugten Begräbnisplatz <strong>der</strong> Priester <strong>der</strong><br />

verstorbenen Könige und <strong>der</strong> Toten<strong>die</strong>ner <strong>von</strong><br />

Privaten werden, als er längst aufgehört hatte,<br />

se<strong>in</strong>er ursprünglichen Bestimmung zu <strong>die</strong>nen,<br />

als nicht mehr Pr<strong>in</strong>zen und Hofwürdenträger hier<br />

ihre Ma.stabas anlegten. Je stärker das Vordr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>der</strong> neuen Klasse <strong>der</strong> Grab<strong>in</strong>haber sich<br />

bemerkbar macht, um so weiter müssen wir <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> 4. Dynastie abrücken. Es läßt sich dabei e<strong>in</strong>e<br />

Entwicklung <strong>in</strong> dem S<strong>in</strong>ne feststellen, daß vorerst<br />

Totenpriester m hohen Stellungen hier bestattet<br />

wurden, <strong>die</strong> den Dienst <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nekropole<br />

meist neben an<strong>der</strong>en Ämtern verwalteten. Später<br />

aber begegnen wir Grab<strong>in</strong>habern, <strong>die</strong> ,,<br />

Vorsteher<br />

o<strong>der</strong> Aufseher <strong>von</strong> K.'-<strong>die</strong>nern" o<strong>der</strong> ,,K.-<strong>die</strong>ner'<br />

als e<strong>in</strong>zigen Beruf angeben. Entsprechend s<strong>in</strong>d<br />

auch ihre Anlagen wesenthch e<strong>in</strong>facher. Erst<br />

durch das Auftreten <strong>der</strong> kle<strong>in</strong>eren Gräber, <strong>die</strong> den<br />

Totenpriestern o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en nie<strong>der</strong>en Beamten<br />

gehören, sich zwischen <strong>die</strong> großen Mastabas<br />

schieben und jede freie Stelle benutzten, hat sich<br />

das Aussehen des Friedhofs so wesenthch verän<strong>der</strong>t.<br />

Nach <strong>der</strong> Ausgrabung bot er das Bild<br />

e<strong>in</strong>es regellosen Durche<strong>in</strong>an<strong>der</strong>s; schmale Pfade<br />

schlängeln sich zwischen den Anlagen, <strong>über</strong>all<br />

stößt man auf verbaute Wege. Nur dadurch, daß<br />

im Westen manche Straßen frei blieben und bei<br />

den späteren großen Bauten im Ostteil noch e<strong>in</strong>e<br />

gewi.s.se Ordnung e<strong>in</strong>gehalten wurde, bewahrt <strong>der</strong><br />

Friedhof im ganzen noch etwas <strong>von</strong> <strong>der</strong> Monumentalität<br />

des ursprünglichen Planes. Wenn<br />

später <strong>der</strong> Abschnitt <strong>der</strong> Allgeme<strong>in</strong>heit zur Besichtigung<br />

freigegeben wird, sollte man <strong>die</strong><br />

kle<strong>in</strong>sten parasitären Anlagen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> und <strong>über</strong><br />

älteren Bauten stehen, ganz entfernen. Die unbedeutenden<br />

Gräber <strong>in</strong> den Straßen, <strong>die</strong> ke<strong>in</strong>erlei<br />

Beson<strong>der</strong>heiten aufweisen und ohne Namensbezeichnung<br />

blieben, könnten ebenso behandelt<br />

werden. Die entsprechertden Anlagen auf den<br />

großen Zwischenplätzen sollte man mit Sand zudecken,<br />

auch um <strong>die</strong> aus Ziegel erbauten Gräber<br />

vor völliger Vei^witterung zu bewahren. Auf <strong>die</strong>se<br />

Wei.se könnte <strong>der</strong> Westfriedhof den E<strong>in</strong>druck<br />

wie<strong>der</strong>gew<strong>in</strong>nen, <strong>der</strong> nach dem Plan se<strong>in</strong>er Erbauer<br />

beabsichtigt war.<br />

Weitere Anhalte für <strong>die</strong> zeitHche Ansetzung<br />

unserer Mastabas ergeben sich aus <strong>der</strong> Art ihres<br />

Aufbaues, <strong>der</strong> Anordnung <strong>der</strong> Räume, <strong>der</strong> Wahl<br />

und Verteilung <strong>der</strong> Darstellungen<br />

und Inschriften,<br />

aus <strong>der</strong> Behandlung <strong>der</strong> Leiche und <strong>der</strong> Art<br />

<strong>der</strong> Beigaben <strong>in</strong> den Sargräumen. Diese D<strong>in</strong>ge<br />

werden ausführlich <strong>in</strong> eigenen Abschnitten behandelt<br />

o<strong>der</strong> bei den e<strong>in</strong>zelnen Anlagen angeführt.<br />

Es sei daher hier nur zusammenfassend bemerkt,<br />

daß <strong>die</strong> meisten <strong>der</strong> im vorliegenden Bande behandelten<br />

Gräber aus dem Rahmen <strong>der</strong> Giza II<br />

veröffenthchten Anlagen <strong>von</strong> dem Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong><br />

5. Dynastie fallen. Nur das Grab des Njswtnfr<br />

weist noch den dort behandelten Typ auf. Bei den<br />

an<strong>der</strong>en ist <strong>die</strong> Verän<strong>der</strong>ung meist so wesentlich ,<br />

daß sie unbed<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong>en zeitlichen Abstand erfor<strong>der</strong>t.<br />

E<strong>in</strong> Ähnliches gilt für <strong>die</strong> Ausschmückung<br />

<strong>der</strong> Mastabas. Fast alle Gräber <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

s<strong>in</strong>d ohne e<strong>in</strong>gebaute Kultkammer und bis auf <strong>die</strong><br />

Opferplatte ohne Darstellungen und Inschriften.<br />

Zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie hatte sich e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e<br />

Art <strong>in</strong> Wahl und Ausführung <strong>der</strong> Reüefs<br />

herausgebildet. In unseren Mastabas ist <strong>die</strong> Entwicklung<br />

meist weiter fortgeschritten. Dem<br />

gleichen Wandel begegnen wir bei <strong>der</strong> Fürsorge<br />

<strong>der</strong> Leiche ; erstenmal treten hier <strong>die</strong> e<strong>in</strong>fachen<br />

Trogsärge auf, zum erstenmal f<strong>in</strong>den wir<br />

<strong>die</strong> Kanopenkrüge und <strong>die</strong> richtige Mumifizierung<br />

<strong>der</strong> Leiche.<br />

1. DIE ZEITLICHE BESTIMMUNG DER EIN-<br />

ZELNEN ANLAGEN.<br />

a) Ssnuifr.<br />

An erster Stelle soll <strong>die</strong> Mastabagruppe <strong>der</strong><br />

iS'.s'w/M//'-Familie besprochen werden. Denn ihrer<br />

genaueren zeithchen Ansetzung kommt e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er<br />

Wert zu, weil damit zugleich e<strong>in</strong> Anhalt<br />

für <strong>die</strong> Gräber <strong>der</strong> Ahnen und Nachfahren gegeben<br />

ist. Über <strong>die</strong> Frage wurde kurz Giza II,<br />

S. 25 gehandelt. Aber <strong>die</strong> dort vorgeschlagene<br />

Lösung muß als <strong>über</strong>holt angesehen werden.<br />

Denn erst später ist mir das ganze Inschriftenmaterial<br />

zugängHch geworden, und es hat sich<br />

herausgestellt, daß durch <strong>die</strong> gleichlautenden<br />

Namen fast aller Famihenmitglie<strong>der</strong> <strong>in</strong> verschiedenen<br />

Generationen, e<strong>in</strong> Glied <strong>in</strong> dem Stammbaum<br />

nicht beachtet wurde.<br />

Im folgenden werden zunächst alle Angehörigen<br />

des<br />

Geschlechtes <strong>der</strong> ^smnfr <strong>über</strong>sichtlich<br />

zusammengestellt, mit Namen und Titel».<br />

Nicht <strong>über</strong>all ist <strong>der</strong> Zusammenliang klar, aber<br />

es erschien nötig, sämtüche Angaben hier zu vere<strong>in</strong>igen,<br />

um beurteilen zu können, was feststehend<br />

ist und was noch <strong>der</strong> Klärung bedarf.


DkITTER BeKICIIT lliEK DIE GRAIilNGEN AlF DEM FRIEDHOF VOX GJZA.<br />

Bei <strong>der</strong> Auswahl war unter an<strong>der</strong>em maßgebend.<br />

daß e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> seltenen Fälle e<strong>in</strong>es Familiennamens<br />

vorliegt, o<strong>der</strong> besser gesagt, e<strong>in</strong>er bestimmten<br />

Anzahl <strong>von</strong> Namen, <strong>die</strong> sich <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Familie ständig wie<strong>der</strong>holen ; es s<strong>in</strong>d ^smnfr.<br />

Rhvr, Phnptli. Dazu s<strong>in</strong>d fast alle Angehörige <strong>der</strong><br />

Familie <strong>in</strong> dem gleichen Zweig <strong>der</strong> Verwaltung<br />

angestellt : Vorsteher <strong>der</strong> Schreiber des Königs-<br />

Archivs, <strong>der</strong> Urkunden des Königs, Schreiber des<br />

Buches o<strong>der</strong> ähnliches. Wo wir also e<strong>in</strong>en <strong>der</strong> drei<br />

Namen treffen und <strong>der</strong> Träger des Namens als<br />

Beamter des Archivs auftritt, so steht <strong>die</strong> Vermutung<br />

dafür, daß er zu unserer Schreiberfamilie<br />

gehört. Nach <strong>der</strong> Darlegung des Materials<br />

wird je<strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelne Fall kritisch behandelt. Es<br />

werden hiernach folgende Namen zur Erörterung<br />

gestellt, nach <strong>der</strong> vermutlichen zeitlichen Hciluuig<br />

Titel:<br />

geordnet :<br />

1. S&mnjr I, Giza Grab Lepsius 4ö -- (i 4i)4();<br />

siehe LD II 27—29, LD. Text I, 71.<br />


hU<br />

10 Hermann Jx'nker.<br />

Bru<strong>der</strong>: j)<br />

Ic<br />

Verwandte: 1. '',-f„ ,'^='<br />

4. i?'MT /, Grab K ant' Plan Porter-Moß 1. c<br />

S. 32: siehe Vorbericht 1913 S. 11 ff.<br />

Titel :<br />

S?5<br />

-I o<br />

Sohn: ^.__i^^^<br />

5. R'wr II, Grab Lepsius 32; siehe LD II 84'<br />

Titel :<br />

Erg. XXV, Text I, 61.<br />

•-f-- -^55 —<br />

Ai<br />

.3'<br />

(). Phnpth, Giza Grab 2320, siehe Annalcs XIII,<br />

S. 249, 250.<br />

l.SsmnfrlV, Südfriedhof, Grab Lepsius 53;<br />

siehe LD II 79—81, Erg. XXIII; Vorbericht<br />

1929 S. 97ff.<br />

^"^'-<br />

^ - Pt,t<br />

Mutter:]. O ci D<<br />

Ld^!,<br />

8. ^S'tnnfr Dahsur, De Morgan, Fouilles II,<br />

S. 2—21, Fig. 3—5, Plan auf pi. II.<br />

Titel: ;[^fl^^^^ -<br />

0. Ssiimfr vielleicht zu unser Famihe gehörend,<br />

De Rouge, Inscr. Hierogl. pl. LXV D:<br />

10. Ssmnfr, Grab südhch des arabischen Friedhofs<br />

<strong>in</strong> Giza, siehe Fetrie, Gizeh and<br />

Rifehpl. VIID.<br />

Ti.el:<br />

ftgö p_J<br />

Aus <strong>die</strong>ser Zusammenstellung seien zunächst<br />

<strong>die</strong> gesicherten ^Vrb<strong>in</strong>dungen herausgehoben.<br />

Dann erst soll versucht werden, <strong>die</strong> übrigen<br />

Glie<strong>der</strong> an ihre rechte Stelle zu rücken.<br />

äsmnfr II ist <strong>der</strong> Vater <strong>von</strong> ^smnfr III,<br />

denn Hnwtsn ersche<strong>in</strong>t bei ersterem als Gemahl<strong>in</strong>,<br />

bei letzterem als Mutter. Ebenso steht fest,<br />

daß Phnpth = G 2320 nicht <strong>der</strong> Sohn des<br />

Ssmnfr II ist, denn als se<strong>in</strong>e Mutter wird <strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong><br />

des Ssmnfr I genannt. E<strong>in</strong>e Doppelstatue<br />

aus 2320 trägt bei dem Mann <strong>die</strong> Inschrift:<br />

rh nj4wt, ss ' nj njswt Phnpth bei <strong>der</strong> Frau: mwi-f<br />

rh.t-njiivt Imndßs. Damit aber ist <strong>die</strong> im Vorbericht<br />

1914, S. 73 vertretene Ansicht <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

Stellung des R'wr I <strong>in</strong> <strong>der</strong> Familie zweifelhaft geworden.<br />

Es s<strong>in</strong>d hier drei R'wr bekannt: 1. Sohn<br />

des Ssmnfr I, 2. Sohn des Ssiimfr II. 3. e<strong>in</strong><br />

R'(/'r, <strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des t^-hnnfr III h<strong>in</strong>ter<br />

R'irr II steht.<br />

Es fragt sich nun, ob <strong>die</strong> Mastaba R'wr I,<br />

dem Sohn des i^smnfr I o<strong>der</strong> // gehört, <strong>die</strong> Ma-<br />

.staba R'xvr II, dem Sohn des iSsmnfr II o<strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>em R'wr aus e<strong>in</strong>er späteren Generation. Die<br />

Frage ist nicht mit unbed<strong>in</strong>gter Sicherheit zu<br />

entscheiden, aber zwei Umstände sprechen dafür,<br />

daß Grab R'ivr I <strong>von</strong> dem Sohn des äsmnfr I<br />

erbaut wurde: 1. es liegt unmittelbar neben <strong>der</strong><br />

des Phnpth, <strong>der</strong>, wie oben gezeigt wurde, <strong>der</strong> Sohn<br />

des Ssmnfr I ist. Phnpth und R'icr I wären so als<br />

Brü<strong>der</strong> <strong>in</strong> benachbarten Gräbern bestattet. 2. Es<br />

ist sicher, daß <strong>die</strong> Mastaba R'wr I schon stand, als<br />

Ssmnfr III se<strong>in</strong>e Anlage vollendete ; denn <strong>die</strong><br />

Westwand wird <strong>von</strong> ihm für <strong>die</strong> Vorhalle benutzt,<br />

und auch <strong>die</strong> Pfeilerhalle und <strong>der</strong> Statuenraum<br />

lehnen sich an sie an. Nun bestände an sich genommen<br />

<strong>die</strong> Möghchkeit, daß <strong>die</strong> beiden Gräber<br />

Brü<strong>der</strong>n gehörten, wie es zuträfe, wenn R'wr I <strong>der</strong><br />

Sohn des Ssmnfr II wäre, aber es ist doch wahrsche<strong>in</strong>licher,<br />

daß <strong>der</strong> mitbenutzte Bau früher anzusetzen<br />

ist^.<br />

' Das lim so mehr als /{Hvr I als Kern nicht o<strong>in</strong>t^<br />

<strong>der</strong> Maijtahas ,en cclielon' benutzte, son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong>en<br />

eigenen Tumulus errichtete ; außerdem ist zu bedenken,<br />

das R'ivr <strong>der</strong> jüngere Bru<strong>der</strong> wäre, <strong>der</strong> se<strong>in</strong> Grab vor<br />

•Ssmnfr III gebaut hätte.


Wenn<br />

DitiTrioi! JJjoiiK irr i i;i;i; nn; ( Ji; \i;r\(;io.\ aii' dio.m Kkiujuiof vo.n (üza.<br />

AV'c'iiu wir aimcli<strong>in</strong>uii. tlalJ RUrr 1 <strong>der</strong> Uriuler<br />

des Phnpth, des Sohnes <strong>der</strong> 'Imndfis ist, so ist<br />

damit für <strong>die</strong> Zuweisung <strong>der</strong> Anlage R^wr II notli<br />

nichts gewonnen. Denn hier haben wir wie<strong>der</strong> <strong>die</strong><br />

Wahl zwischen R'irr. dem Sohn des t^Smnfr II<br />

und (leni /i"/r/-. <strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer des i$*»/m/r ///<br />

an zweiter Stelle dargestellt ist. Nehmen wir den<br />

ersten Fall, so lägen wie<strong>der</strong> <strong>die</strong> (iräber <strong>von</strong> zwei<br />

Brü<strong>der</strong>n nahe zu.sammen: RHcr II = Grab Lepsius<br />

32 und S.-tw = (Jrab Lepsius 29. E<strong>in</strong> Vergleich<br />

<strong>der</strong> Titel spräche nicht gegen e<strong>in</strong>e Gleichsetzung;<br />

R'ur. <strong>der</strong> Sohn des Si<strong>in</strong>nfr II, ist im<br />

Grabe des Vaters sM sä-»' ' njnj.vrt. im (irabe des<br />

Bru<strong>der</strong>,]. genannt, <strong>der</strong> Besitzer des<br />

Grabes Lepsius 32 sib, i<strong>in</strong>j-r-- -s-s-ic. 'd mr, hrj-sM'.<br />

<strong>der</strong> ohne Verwandtschaftsbeziehung <strong>in</strong> SSmnJr HI<br />

dargestellt ist s'b, ihd ss-ir. E<strong>in</strong>e vollkommene<br />

Übere<strong>in</strong>stimmung liegt <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>em Fall vor. aber<br />

Unterschiede ließen sich jedesmal so erklären, daß<br />

verschiedene Stufen <strong>der</strong> Beamtenlaufbahn vorliegen.<br />

So verteilten sich <strong>in</strong> de<strong>in</strong> Familiculricdhut'<br />

<strong>der</strong> 6htmfr <strong>die</strong> Untergruppen folgen<strong>der</strong>nuißen :<br />

Grab 22ü(j— öl 70 gehören Shnnj'r II und se<strong>in</strong>em<br />

Sohn Si-mnjr III. und Gral) 2320 -- Grab k den<br />

beiden Brü<strong>der</strong>n RljniJl/j und R'ur I, Grab Lej)-<br />

sius 29—32 zwei Söhnen des >S.hi<strong>in</strong>fr II. Namens<br />

RUcr II und S'hr.<br />

Es besteht noch <strong>die</strong> Schwierigkeit, <strong>die</strong> \'erl)<strong>in</strong>dung<br />

zwischen l^.hnnjr I und S-siimfr II herzustellen.<br />

Gegen <strong>die</strong> Annahme, daß Ssmnfr I <strong>der</strong><br />

Vater des S.himfr II .sei, erhebt sich das Bedenken,<br />

daß se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong> <strong>die</strong> 'Imndps ist,<br />

während S.s-iiiuf>- II als Mutter <strong>die</strong> Mrrtlts an<br />

gibt. Die (üza II. S. 25. au.sgesprochene Möglichkeit,<br />

daß S.i))<strong>in</strong>fr I zwei Gemahl<strong>in</strong>nen hatte.<br />

'Ivmdf'/i und Mrrtit». bleibt e<strong>in</strong> Ausweg. Die<br />

dort angeführten Gründe entfallen zum großen<br />

Teil, nachdem sich herau-sgestellt hat. daß<br />

<strong>die</strong> Ubere<strong>in</strong>st<strong>in</strong>nnung <strong>der</strong> Namen <strong>der</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

sich durch nu-hrcrc (Jcschlechter wie<strong>der</strong>holt.<br />

Aus dem \erglci()7n nnri 22iHi<br />

si'hließl . sieh .nnh keiiu' liestimmte \'ei-<br />

Ij<strong>in</strong>dung zw ischen Sstiiufr I und ,i.s<strong>in</strong>nfr II herstellen<br />

läßt, so än<strong>der</strong>t das doch nichts an <strong>der</strong> Tatsache,<br />

daß beide zu <strong>der</strong> gleichen Familie gehören.<br />

Es kann ke<strong>in</strong> Zufall se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong>selben<br />

Namen und Ämter hier wie dort auftreten, zumal<br />

sich<br />

<strong>die</strong>selbe Namengebmig und <strong>die</strong> Anstellung<br />

im gleichen Verwaltungszweigauch durch weitere<br />

(iesclilechter fortsetzt. Da sich aus Äwm/r ///<br />

ergibt, daß mehrere Söhne denselben Namen<br />

Ssmnfr führen können, wäre es durchaus möglich,<br />

daß <strong>der</strong> Besitze!' <strong>von</strong> Grab J.iepsiu8 4.5 etwa <strong>der</strong><br />

Onkel


12 Hermann Junkek.<br />

mahl<strong>in</strong> des Inhabers <strong>von</strong> Grab 53 f<strong>in</strong>det. Denn<br />

nördlich <strong>der</strong> tiefen Kultkammer ist e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er<br />

Grabschacht angelegt. Übrigens ist es nicht<br />

unbed<strong>in</strong>gt erfor<strong>der</strong>lich, daß <strong>die</strong> Frau <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba<br />

ihi-es Mannes bestattet wird. Das zeigen <strong>die</strong><br />

Gräber <strong>der</strong> 4. Dynastie und später Kmjnjhot.<br />

Nfr, K--jhrpth, K.-fm'nh und an<strong>der</strong>e. Wenn aber<br />

<strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong> <strong>in</strong> dem gleichen Grab bestattet ist,<br />

so steht ihre Opferstelle nachweisbar immer <strong>in</strong><br />

ganz enger Verb<strong>in</strong>dung mit den Kulträumen des<br />

Grabherrn. Die Abson<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Anlage <strong>in</strong> unserem<br />

Falle sjjricht demnach gegen <strong>die</strong> Annahme,<br />

daß Htphrs <strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong> des Ss'itmfr IV war.<br />

Nun kennen wir <strong>in</strong> unserer Familie e<strong>in</strong>e Htphrs<br />

als Frau des Ssn<strong>in</strong>fr III. <strong>die</strong> zwei o<strong>der</strong> drei Söhne<br />

mit dem Namen äsmnfr hatte. Da liegt e.s<br />

nahe,<br />

eben <strong>die</strong>se Htphrs <strong>der</strong> Inhaber<strong>in</strong> des Grabes<br />

Lepsius 54 gleich zu setzen. Wenn hier als ihr<br />

Titel rh.t njswt dort «.•.< njswt ersche<strong>in</strong>t, so ist das<br />

ke<strong>in</strong> Grund gegen unsere Annahme, denn auch<br />

^smnjr III wird nur e<strong>in</strong>mal auf <strong>der</strong> Südwand<br />

„Leiblicher Königssohn" genannt, e<strong>in</strong> Titel, <strong>der</strong><br />

sonst nie <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Grabe ersche<strong>in</strong>t; es handelt<br />

sich offenbar um e<strong>in</strong>e später verliehene, ehrende<br />

Bezeichnung. In gleicher Weise ist das si.t njstrt<br />

<strong>der</strong> Htphrs zu werten, sie führt ja auch <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

gleichen Reihe vor ihrem Namen den ihr eigentlich<br />

nur zukommenden Titel 1 '^<br />

I.<br />

Ebensowenig spricht gegen <strong>die</strong> Gleich.setzung,<br />

daß Htphr-i <strong>von</strong> Grab 54 nur ,, Priester<strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Neith" genannt wird, während <strong>die</strong> Frau des<br />

§smnfr daneben auch ,,<br />

Priester<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hathor" ist.<br />

Wir begegnen solchen Unstimmigkeiten oft auch<br />

da, wo es sich sicher um <strong>die</strong> gleiche Person handelt.<br />

Für den Zusammenhang <strong>der</strong> ^smnjr vom<br />

West- und Südfriedhof ist weiter <strong>der</strong> Umstand<br />

<strong>von</strong> Bedeutung, daß e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> Söhne des äsmnfrl V<br />

Nfrssmpth heißt, wie <strong>der</strong> dritte Sohn des<br />

Ssn<strong>in</strong>fr III. und daß auch Ttj, <strong>der</strong> Inhaber des<br />

Ostflügels <strong>von</strong> Grab 53 mit se<strong>in</strong>em ersten Namen<br />


Dritter <strong>Bericht</strong> irer <strong>die</strong> Orabtxoex at"f dem Friedhof vox ('Aza. IS<br />

hr) njsirt (hrj ir.sir hr 'Inpir tpj dw-f. Es wäre<br />

also Osiris, dazu noch vor Anubis. genannt. Das<br />

ist erst <strong>in</strong> <strong>der</strong> 6. Dynastie möglich. Und selbst<br />

wenn man <strong>die</strong> Ergänzung nicht gelten lassen<br />

wollte, so beweist alle<strong>in</strong> das Deutezeichen ^ e<strong>in</strong>e<br />

ähnliche Ansetzung. Auch sei auf <strong>die</strong> Darstellung<br />

Abb. 4 h<strong>in</strong>gewiesen, <strong>in</strong> <strong>der</strong> neun Diener Salben.<br />

Schm<strong>in</strong>ke, Gewän<strong>der</strong> und Weihrauch br<strong>in</strong>gen, <strong>die</strong><br />

ersten Gaben, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferliste genannt<br />

werden. Opferträger <strong>die</strong>ser Art s<strong>in</strong>d bezeichnend<br />

für <strong>die</strong> angegebene Zeit und f<strong>in</strong>den sich <strong>in</strong> gleicher<br />

Weise auf Abb. 5 aus dem Grab des Snfnr<strong>in</strong>jiStf.<br />

Überhaupt kann gesagt werden, daß <strong>der</strong> ganze<br />

Friedhof nördlich <strong>der</strong> Umfassung-smauer mit <strong>der</strong><br />

oben erwähnten Ausnahme <strong>in</strong> das späte Alte Reich<br />

zu setzen ist. Ss<strong>in</strong>nfr <strong>von</strong> Dahsur dürfte daher<br />

e<strong>in</strong> Mitglied <strong>der</strong> n <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Beamten<br />

unter König ^.-hu-r' und NJrirkir\ Es ist nicht<br />

klar, wie und wann <strong>die</strong> Kiste an <strong>die</strong> Stelle kam.<br />

Man könnte vermuten, daß sie bei <strong>der</strong> Schuttauffüllung<br />

hierher geraten ist, da man dabei öfter<br />

auch große Scherben und ganze Gefäße f<strong>in</strong>det.<br />

Aber wahrsche<strong>in</strong>lich ist <strong>die</strong>se Annahme nicht.<br />

Es wäre eher möglich, daß man bei <strong>der</strong> Plün<strong>der</strong>ung<br />

des Grabes den seichten Schacht h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür aufwühlte und dorth<strong>in</strong> den Raub aus<br />

dem nahen (Jrabschacht brachte und <strong>die</strong> wertlosen<br />

D<strong>in</strong>ge <strong>in</strong> dem Kasten hegen üeß. Jedenfalls<br />

i.st <strong>die</strong> Zugehörigkeit <strong>der</strong> gesiegelten Verschlüsse<br />

zum Grab des Ditj nicht <strong>von</strong> <strong>der</strong> Hand zu weisen.<br />

Die auf dem Abdruck vorkommenden Titel<br />

müssen sich natürHch nicht auf D.-tj beziehen, <strong>die</strong><br />

Siegel können ebensogut <strong>von</strong> Beamten stammen,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> Krüge schließen ließen. Es ergäbe sich, daß<br />

<strong>die</strong> Mastaba frühestens aus <strong>der</strong> Zeit des Nfrirk.-r'<br />

stammte. Es bleibt e<strong>in</strong> Spielraum nach unten,<br />

da <strong>der</strong> Beamte auch e<strong>in</strong>en folgenden König erlebt<br />

haben kann, ganz abgesehen da<strong>von</strong>, daß sich <strong>der</strong><br />

Titel gegebenenfalls nicht auf den lebenden König<br />

beziehen könnte.<br />

Die Ma.staba des B'irr I muß aber später se<strong>in</strong><br />

als <strong>die</strong> des D-Ij. da sie <strong>die</strong> Rückwand <strong>von</strong> Grab<br />

Lepsius 31 mitbenutzt. S^hnnfr III benutzt<br />

se<strong>in</strong>erseits <strong>die</strong> Rückwand <strong>von</strong> R'vr I. Wir<br />

kommen damit für se<strong>in</strong>e Anlage tief <strong>in</strong> <strong>die</strong> 5. Dynastie<br />

h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>, gegen ihr t^nde zu. wenn wir. wie<br />

es wahrsche<strong>in</strong>Uch ist, <strong>in</strong> B'irr I den Sohn des<br />

^.hnnfr I zu erkennen haben.<br />

Auch für R^wr II. <strong>der</strong> wahrsche<strong>in</strong>Uch <strong>der</strong><br />

Sohn des l^S'<strong>in</strong>nfr II ist. haben wir e<strong>in</strong>en bestimmten<br />

zeithchen Anhalt. In .se<strong>in</strong>er Ma.staba<br />

fand sich e<strong>in</strong> Siegelabdruck mit dem Namen des<br />

Ddli'i'. des vorletzten Königs <strong>der</strong> 5. Dynastie.<br />

Da <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung des Königsnamens mit den<br />

übrigen hieroglyphischen Zeichen auf <strong>die</strong> Verwaltung<br />

fler Totenstiftungen h<strong>in</strong>weisen. l)raucht e<strong>in</strong>e<br />

(Gleichzeitigkeit nicht vorzuliegen und es ergibt<br />

sich nur e<strong>in</strong>e obere zeitliche (Jrenze. Es könnte <strong>die</strong><br />

Ma.staba aui'h näher an das Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

gehören. Dabei sei darauf h<strong>in</strong>gewiesen, daß <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

^[astabarcihe. <strong>die</strong> östlich <strong>von</strong> R'<strong>in</strong>- II liegt. Dorfbezeichnungen<br />

mit dem Namen des Ddkr' und<br />

Wni.'i auftreten und e<strong>in</strong>ige Gräber sicher <strong>der</strong><br />

fi. Dynastie angehören. Auf e<strong>in</strong>e späte Ansetzung<br />

wei.sen wohl auch <strong>die</strong> Beigaben <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Sargkammer.<br />

Bei SM<strong>in</strong>ifr I V . <strong>der</strong> nach dem oben Gesagten<br />

vielleicht dem folgenden (Jesehlecht angehört.<br />

gehen uns wied(


14 Hermann Ji^nker.<br />

nennungen <strong>der</strong> Stiftungsgüter e<strong>in</strong>en gewissen Anhalt.<br />

'Issj ist hier e<strong>in</strong> dutzendmal belegt. Wenigstens<br />

<strong>die</strong> endgültige Fertigstellung <strong>der</strong> Anlage<br />

fällt aber <strong>in</strong> <strong>die</strong> 6. Dynastie. Die Ausschmückung<br />

<strong>der</strong> Sargkammer läßt ke<strong>in</strong>e frühere Ansetzung zu.<br />

Auf ihrer Ostwand ist gegen<strong>über</strong> dem Sarg <strong>die</strong><br />

große Opferliste auf Stuck angebracht (Vorbericht<br />

1929, S. 125); das aber ist für den letzten<br />

Abschnitt des Alten Reiches bezeichnend. Pthhtp.<br />

<strong>der</strong> Sohn des i^mmfr IV. dessen Gralj im Hof <strong>der</strong><br />

großen Anlage Hegt, führt unter an<strong>der</strong>en Titeln<br />

auch den e<strong>in</strong>es Beamten an <strong>der</strong> Pyramide des Ttj.<br />

Auf Grund <strong>die</strong>ser Erwägungen .sei nun versucht,<br />

<strong>die</strong> Folge <strong>der</strong> Gräber <strong>der</strong> »'?.^ww/>-Familie<br />

im Alten Reich festzulegen :<br />

^smnfr I 4- ^Imndfts<br />

(Anfang <strong>der</strong> 5. Dyn.)<br />

liUrr I<br />

f'/<strong>in</strong>pl/i<br />

(Mitte <strong>der</strong> 5. Dyn.)<br />

X<br />

+ Mrrtils<br />

fihnnfr II -{- HtvwL<strong>in</strong><br />

(Vorgeschrittene 5. Dyn.)<br />

tiSmnfr III + Htphrs — R'wr II — S'hr<br />

(Späte 5. Dyn.)<br />

S.vmnfr IV<br />

(Anfang fi. Dyn.)<br />

((i.<br />

Pthhtp<br />

Dyn.)<br />

Nach dem ol)en Gesagten bestünde <strong>die</strong> Möglichkeit<br />

<strong>die</strong> folgende Reihung zu geben:<br />

X + Mrrtiti<br />

Ssmnj'r II<br />

+ Hnirtsn<br />

Ssmnjr III + Htphr.^<br />

— R'wr I<br />

Viel wahrsche<strong>in</strong>licher aber ist es. daß <strong>die</strong><br />

Gräber sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> zuerst gegebenen Ordnung<br />

folgen.<br />

)t) Dio (Jnippo Kmjnjkivt .<br />

Bei den Grabanlagen, <strong>die</strong> den Mitglie<strong>der</strong>n<br />

<strong>der</strong> Famihe Kmjnjmvt gehören, ist <strong>die</strong> zeitliche<br />

Folge bestimmt ; es handelt sich für <strong>die</strong> absolute<br />

Datierung nur darum, e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> Mitglie<strong>der</strong> <strong>der</strong><br />

Kette auf e<strong>in</strong>en Punkt festzulegen.<br />

Den Kern <strong>der</strong> Gruppe bildet das Grab des<br />

Kmjnjhvt I. das Giza II, S. 135 ff. beschrieben<br />

wurde. Der jüngste gleichnamige Sohn lehnte<br />

se<strong>in</strong>e Mastaba gegen <strong>die</strong> Front, <strong>der</strong> Enkel<br />

Ksnjnjsict III wahrsche<strong>in</strong>lich an <strong>die</strong> nördliche<br />

Schmalseite <strong>der</strong> Anlage des Ahnherrn.<br />

In <strong>der</strong> folgenden Zeit hat sich 'Irpir' se<strong>in</strong><br />

Grab <strong>in</strong> <strong>der</strong> Straße zwischen G. 4970 und 4990,<br />

gegen<strong>über</strong> K<strong>in</strong>jnjsirf III erbaut und se<strong>in</strong> Sohn<br />

'iihmr' <strong>die</strong> eigene Anlage östlich angeschlossen.<br />

Die Stellung des 'Irjnr' <strong>in</strong> dem Stammbaum<br />

ist nicht <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> klar. E<strong>in</strong>e Inschrift auf<br />

<strong>der</strong> südlichen Sche<strong>in</strong>tür se<strong>in</strong>es Grabes nennt ihn<br />

"'"<br />

1"¥"1^H&^;^ „Der Sohn<br />

des königlichen Verwandten Kmjnjsvt-^Irjnr'^'^^-<br />

Es fragt sich nun, ob mit rh-njsirt KmjnjSirt <strong>der</strong><br />

zweite o<strong>der</strong> dritte <strong>die</strong>ses Namens geme<strong>in</strong>t ist.<br />

Im ersteren Falle wäre 'Irjnr' <strong>der</strong> Bru<strong>der</strong>, im<br />

letzteren <strong>der</strong> Sohn des Kmjnjsirt III. Man muß<br />

aber wohl <strong>die</strong> Möghchlceit ausschließen, daß<br />

Kmjnj.sirt // bei <strong>der</strong> Angabe <strong>der</strong> Ab.stammung<br />

geme<strong>in</strong>t ist: denn rh-njiivt ist bei Kmjnjsirt III<br />

<strong>der</strong> ,stä7idig wie<strong>der</strong>kehrende Titel, bei .se<strong>in</strong>em<br />

Vater l


.<br />

Dritter BERifHT vukr <strong>die</strong> Grabitxgkn atf dem Frikdikif vox Oiza. 15<br />

T r t<br />

Njhvtnfr Irjnr' und 'nhmr' KmjnjSwt J —II<br />

K<strong>in</strong>jnjhnt III<br />

Alil). 2. Sclimihild <strong>der</strong> Gnibor <strong>der</strong> Familii-' K.-njnjAwt und do^ Nj-iwlnfr<br />

Pr<strong>in</strong>z KmjnjhH I<br />

(Anfanir 5. Dynast io)<br />

irr Uli] Sni^ rh njAtrl Kmjnjiwt II<br />

(voro;escliiittcnc ."».<br />

Dynastie)<br />

~~'.<br />

~~i<br />

hrj «/•• rlj iij^hrl Knijnj.ivt III<br />

(späte .").<br />

Dynastie)<br />

»/''/; hj.ivi slid hmir-k: 'Irjvr'<br />

(Knde Dynastie)<br />

.">.<br />

'nh»!)'<br />

(Anfan^i (1. Dynastie)<br />

Die absolute Datierung wird <strong>von</strong> <strong>der</strong> Mastal)a<br />

des Pr<strong>in</strong>zen K'njnj.sirl 1 ihren Ausgang<br />

nelimen. Denn hier alle<strong>in</strong> liegt e<strong>in</strong>e klare, nieht<br />

durch iiulJere rm.stände bee<strong>in</strong>flußte (Jrabforni<br />

vor. Sie wei.st <strong>in</strong> den Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> ö. Dynastie,<br />

wie tJiza li. S. 24ff. rlargelegl wird. Wir müssen<br />

also e<strong>in</strong>faeh für <strong>die</strong> antleren Ciräber je e<strong>in</strong> Oesehlecht<br />

weiter rechnen. Im e<strong>in</strong>zelnen ist zu beachten.<br />

daU <strong>die</strong> Ma.staba des K'njnj.iirl II ihre<br />

N'oilendungerst durch se<strong>in</strong>en Sohn erhielt, ferner,<br />

daß <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er (Jrabkam<strong>in</strong>er vier Kanopenkriige<br />

nuH Ton gefunden wurden, fiie uns sonst erst nur<br />

aus <strong>der</strong> vorgeschrittenen 5. Dynastie bekannt<br />

s<strong>in</strong>d. Über <strong>die</strong> Dauer <strong>der</strong> (Jeschlechtsfolgo krmm-n<br />

wir nieht e<strong>in</strong>mal \'ernnitung«Mi anstellen. Abel'<br />

wir dürften doch nicht fi'ldyeben. uc<strong>in</strong>i w ir unter<br />

Annahme e<strong>in</strong>er normalen Abfolge <strong>die</strong> späteste<br />

Anlage <strong>in</strong> den Anfang <strong>der</strong> 0. Dynastie setzen. Es<br />

ist mißlich, aus <strong>der</strong> Form <strong>von</strong> ärmlichen Gräbern,<br />

<strong>die</strong> sich nicht frei entfalten konnten. Schlüsse auf<br />

e<strong>in</strong>e genauere Zeit zu ziehen: aber es darf darauf<br />

aufmerksam gemacht werden, daß wir beispielsweise<br />

ähnlichen Fries<strong>in</strong>schriften wie bei 'Irjiu'<br />

gerade bei späteren Mastabas begegnen, wie<br />

'Inpirhip (Vorbericht 1926. S. 114). Ä".-/;// (Vorbericht<br />

1!)13. S. 25). K.jm'nh (Vorbericht 192G.<br />

Taf. IVa) und K.-jhrptli (Vorbericht 1!)14. S. 15).<br />

Die beiden letztgenannten Anlagen stammen<br />

aus dem Anfang <strong>der</strong> ß. Dynastie.<br />

c) Eiiizolii<strong>in</strong>s|nlias.<br />

Von den nieht zu e<strong>in</strong>er Ctruppe gehörenden<br />

bestimmte Anhalte<br />

Anlagen ergeben sich für A'-y<br />

aus Lage und (Jestalt. Das (Jrab ist zwischen<br />

VI s (G. 4650) und VT n (G. 4660) e<strong>in</strong>gebaut und<br />

sperrt vollkommen <strong>die</strong> große Ost-Weststraße, <strong>die</strong><br />

zwischen den ersten Mastabareihen <strong>der</strong> 4. Dyr\astie<br />

läuft: siehe etwa don Plan Porter-Moß 1. c.<br />

S. 32. Ks ist mit <strong>die</strong>ser Zu.setzung <strong>der</strong> Straßen<br />

lücht mir <strong>die</strong> Anordnung fies Friedhofabschnittes<br />

gest


Die<br />

.<br />

16 Hermann Jt'nkee.<br />

Es ist <strong>der</strong> Zwischenbau des Kij <strong>der</strong> erste<br />

naciiweisbare E<strong>in</strong>griff <strong>in</strong> <strong>die</strong> Anordnung des Alischnittes.<br />

Als 'Iwnw se<strong>in</strong>e Anlage nach Norden<br />

verlängerte, um e<strong>in</strong>en zweiten Schacht anbr<strong>in</strong>gen<br />

zu können, heß er noch e<strong>in</strong>en Pfad offen, <strong>der</strong> zur<br />

Mastaba des H^niumw führte. Whmkij. <strong>der</strong> Hausvorsteher<br />

des Pr<strong>in</strong>zen Kmjnjhrt legte se<strong>in</strong> Grab<br />

im Norden <strong>der</strong> Mastaba IV m (G. 4460) so an. daß<br />

<strong>die</strong> Vor<strong>der</strong>.seiten <strong>in</strong> gleicher L<strong>in</strong>ie lagen. Wir<br />

müssen daher für K;j e<strong>in</strong>en größeren Abstand <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> Zeit annehmen, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Giza noch Residenzfriedhof<br />

war, <strong>in</strong> des.sen Plan ke<strong>in</strong>e entscheidende<br />

Än<strong>der</strong>ung geduldet wurde. Der Bau selbst gibt<br />

uns e<strong>in</strong>ige weitere Anzeichen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>die</strong> gleiclie<br />

Zeit weisen :<br />

Verschiedenheit des Ste<strong>in</strong>materials,<br />

<strong>die</strong> Verwendung <strong>von</strong> Ziegeln auf <strong>der</strong><br />

Rückseite und das Auftreten <strong>von</strong> vier Schächten<br />

auf engem Raum, könnten teilweise auf ger<strong>in</strong>gere<br />

Mittel und <strong>die</strong> wenig bedeutende gesellschaftliche<br />

Stellung des K>j zurückzuführen se<strong>in</strong>. Aber <strong>die</strong><br />

Form des Statuenraumes und <strong>die</strong> Art e<strong>in</strong>iger Darstellungen<br />

lassen .sich nicht dadurch erklären.<br />

Auch tritt auf <strong>der</strong> Südwand <strong>der</strong> Kultkammer <strong>die</strong><br />

große Sjieiseliste <strong>in</strong> <strong>der</strong> Form auf. <strong>die</strong> sie erst nacli<br />

dem Anfang <strong>der</strong> 5. Dynastie erhalten hat.<br />

Bei Nj^irtnfr <strong>in</strong> <strong>der</strong> westlichen Reihe dos<br />

Friedhofs mit den abgetreppten<br />

Straßen ergil)t<br />

sich aus <strong>der</strong> Lage <strong>der</strong> Mastaba ke<strong>in</strong> Grund, <strong>von</strong><br />

dem Anfang <strong>der</strong> 5. Dynastie abzugeiien. Auch <strong>die</strong><br />

Ausgestaltung des Grabes durch Verbi'eiterung<br />

des Kernes und Aussparen e<strong>in</strong>es Kultraumes teilt<br />

sie mit Anlagen <strong>der</strong> frühen 5. Dynastie. Wenn<br />

aber <strong>die</strong> Umgestaltung wesentlich nachlässigere<br />

Arbeit aufweist, <strong>die</strong> Mauern zu wenig gebösciit<br />

•s<strong>in</strong>d, <strong>die</strong> Ummantelung nur an <strong>der</strong> Westseite und<br />

an <strong>der</strong> nördlichen<br />

Schmalseite durchgeführt ist.<br />

so s<strong>in</strong>d das doch Anzeichen e<strong>in</strong>er jüngeren Zeit,<br />

ebenso wie <strong>die</strong> wenig sorgfältige Ausmauerung<br />

des Südschachtes.<br />

Wir haben aber auch ganz bestimmte Anhalte<br />

für e<strong>in</strong>e spätere Ansetzung. Auf <strong>der</strong> Südwand<br />

<strong>der</strong> Kultkammer ist wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> frühen<br />

5. Dynastie <strong>der</strong> Grab<strong>in</strong>haber am Speisetisch dargestellt<br />

und <strong>über</strong> ihm <strong>die</strong> große Opferliste angebracht.<br />

Diese Liste aber erweist sich als e<strong>in</strong>e<br />

Abschrift aus <strong>der</strong> Mastaba des Ssithtp, wobei <strong>die</strong><br />

Anfänge <strong>der</strong> zweiten und dritten Zeile mißverständlich<br />

als selbständiger Teil aufgefaßt wurden<br />

;<br />

sieb.e unten bei <strong>der</strong> E<strong>in</strong>zelbeschreibung des<br />

Grabes. Damit ist Njswtnfr jedenfalls später als<br />

i^s^thtp erwiesen.<br />

Die Aufzählung <strong>der</strong> Titel des Grabherrn erfolgte<br />

nach e<strong>in</strong>em bestimmten Muster. Sie s<strong>in</strong>d<br />

nach den Gauen geordnet, <strong>in</strong> denen er beamtet<br />

war, und <strong>der</strong> Name des Gaues, meist <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Obertitel begleitet, ist wie e<strong>in</strong>e Überschrift<br />

waagerecht <strong>über</strong> <strong>die</strong> senkrechte Zeile gesetzt.<br />

H. Kees hat <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en ,, Beiträgen zur altägyptischen<br />

Prov<strong>in</strong>zialverwaltung IT ". S. 5881 (Jarauf<br />

aufmerksam gemacht, daß <strong>die</strong>se Form <strong>der</strong> üstenartigen<br />

Aufzählung <strong>der</strong> Titel für <strong>die</strong> erste Hälfte<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie bezeichnend sei. Er möchte aus<br />

den ebenda dargelegten Gründen als untere<br />

Grenze etwa Njivsrr' annehmen. Die Tatsache<br />

aber, daß sich unter den Inschriften und Darstellungen<br />

Kopien aus &sith.tp bef<strong>in</strong>den, läßt <strong>die</strong><br />

M()gliclikeit offen, mit <strong>der</strong> Ansetzung noch e<strong>in</strong><br />

wenig tiefer h<strong>in</strong>unter zu gehen.<br />

Wenn sich auch alle <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem Band zu beschreibenden<br />

Mastabas jünger erweisen, als <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> Giza II beschriebenen, so können sie doch nicht<br />

mit Sicherheit untere<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gereiht werden. Man<br />

erkennt daraus, wie schwer e<strong>in</strong>e ganz genaue zeitliche<br />

Ansetzung <strong>der</strong> Grabanlagen zu erreichen ist.<br />

Die Entwicklung <strong>der</strong> Mastabas verläuft nicht <strong>in</strong><br />

gera<strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie. Örtliche Verhältnisse bestimmen<br />

oft <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Form des Grabes. Ebenso kann<br />

<strong>die</strong> Familien<strong>über</strong>Ueferung <strong>von</strong> entscheidendem<br />

E<strong>in</strong>fluß .se<strong>in</strong>. Dazu kommt <strong>die</strong> Unsicherheit <strong>der</strong><br />

Bestimmung nach dem Vorkommen <strong>von</strong> Königsnamen<br />

hl den Benennungen <strong>der</strong> Stiftungsgüter.<br />

Sell)st <strong>die</strong> Siegelabdrücke geben nicht unter allen<br />

LTmständen e<strong>in</strong>en genauen Anhalt,<br />

wiewohl bei<br />

ihnen <strong>die</strong> MögHchkeit e<strong>in</strong>er genauen Datierung<br />

eher vorliegt. So verbleibt für <strong>die</strong> Reihung un-<br />

.serer Ma.stabas nur e<strong>in</strong> genaues Abwägen aller<br />

Möghchkeiten, wobei das Ergebnis natürlich<br />

ke<strong>in</strong>en Anspruch auf unbed<strong>in</strong>gte Gültigkeit haben<br />

kann. Bei dem Vergleich sche<strong>in</strong>t es, daß wir<br />

Njswtnfr und A'./ an erster Stelle nennen müssen,<br />

dann Kmjnjsirt II, ^.irnnfr III und RSrr I. Zum<br />

Schluß komjnen B'wr II, 'Irjnr' und ''nh')nr'.<br />

Nachrichtpn <strong>der</strong> Gesellschaft dei- <strong>Wissenschaften</strong><br />

'<br />

zu Gött<strong>in</strong>gen, riiilosojihisch-Historische Klasse, Fachgruiipe<br />

I, Nr. 2 1


DkITTEK J^EKH'JIT (liEK ])1K (jRAIirXOEX ATF DEM FRIEDHOF VOX GlZA.<br />

C. DIE GRABFORM.<br />

1. DER OBERBAU,<br />

a) Der Aiifhaii.<br />

Bei dem ältesten Teil des Friediiofs wurde<br />

zunäelist <strong>der</strong> Plan gelegt und da« Kernmauerwerk<br />

<strong>der</strong> Mastal)as aufgeführt. Ihr endgültiger Au.sbau<br />

blieb denen <strong>über</strong>lassen, denen durch königlichen<br />

Befehl e<strong>in</strong> Kernbau zugewiesen war. Diese Tatsache<br />

ist wesentlich für das Verständnis <strong>der</strong> Entwicklung,<br />

<strong>die</strong> wir bei dem Grabbau auf unserem<br />

Abschnitt verfolgen können. So wie <strong>die</strong> ältesten<br />

Mastabas heute vor uns liegen, sche<strong>in</strong>t es freilich,<br />

als ob das, was wir als Kern ansprechen, schon <strong>die</strong><br />

abgeschlossene Form des fJrabes darstellt, und<br />

daß <strong>die</strong> l^mmantelung mit glatten Qua<strong>der</strong>n nur<br />

als e<strong>in</strong>e gelegentliche A'ervf>llkommnung ange-<br />

.sehen werden darf. Doch wurde bei <strong>der</strong> ausführlichen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> frühen (Gräber <strong>in</strong> Oiza I.<br />

8. 1(). gezeigt, daß das jetzige Au.s.sehen nicht<br />

maßgebend ist. In vielen Fällen konnten noch<br />

Spuren <strong>der</strong> e<strong>in</strong>stigen Verkleidung nachgewiesen<br />

werden. Siehe Giza I. S. 134. Hi2. Itü). 1S|. 217.<br />

234 und auf dem Nachbarabschnitt <strong>der</strong> amerikanischen<br />

Konze.ssion G 4140, 4240, 4340. 2100.<br />

2110. 2120, 2130. So dürfen wir behaupten, daß<br />

\nn Haus aus .sämtliche Gräber e<strong>in</strong>e Ummantelung<br />

erhalten sollten. Das wird beson<strong>der</strong>s bei den<br />

Bauten aus <strong>der</strong> späteren 4. Dynastie deutlich.<br />

Denn hier zeigt <strong>der</strong> Kern nicht <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en glatten<br />

Würfel, wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Cheops-Zeit. son<strong>der</strong>n schwere<br />

Qua<strong>der</strong>n, nicht legelmäßig zugehauen, <strong>die</strong> Fugen<br />

mit grobem Mörtel verstrichen. In <strong>der</strong> Myker<strong>in</strong>os-<br />

Zeit ist <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>setzung beson<strong>der</strong>s nachlässig, <strong>die</strong><br />

(Iröße <strong>der</strong> Blöcke schwankt und <strong>die</strong> L<strong>in</strong>ien dei'<br />

Schichten verlaufen nicht gerade. Es ist völlig<br />

au.sgeschlossen. daß <strong>die</strong>se Bauten ilic endgültige<br />

Form e<strong>in</strong>es Tumulus darstellen<br />

Es darf nicht e<strong>in</strong>gewendet werden, daß tat<br />

sächlich viele <strong>der</strong> Ma.stabas nie e<strong>in</strong>e Verkleidung<br />

erhielten, wie Mrjhlp. Mastaba \' n . \'II n und<br />

an<strong>der</strong>e. Denn nicht je<strong>der</strong>. tU-r e<strong>in</strong>en Begräbnis-<br />

|)latz <strong>in</strong> (iiza erhalten hatte, fand <strong>die</strong> .Mittel zur<br />

\'(illeiidung <strong>der</strong> .Ma.staba. Nur wenigen wurden<br />

diireh be.son<strong>der</strong>e Gunst des Hofes aueh <strong>die</strong> Kalk-<br />

Ste<strong>in</strong>platten für dii- rmmantelung geliefert, w ie<br />

ilem Inhaber <strong>von</strong> S \'l auf ilem Friedhof südlich<br />

<strong>der</strong> Clieupspyramide: siehe X'orbericlit I!t2!».<br />

S. Hl f. Taf. I\'. Schon e<strong>in</strong>e allgeme<strong>in</strong>e Krwägung<br />

müßte übrigens flie Frage klarstellen. Das Königsgrab<br />

und <strong>die</strong> r<strong>in</strong>gsum liegenn<br />

He<strong>in</strong>, aber wahrsclie<strong>in</strong>lich ist dn-s nicht. Dann läge<br />

hier ilie erste Vers«>lbnti<strong>in</strong>dignng des TypH vor. — Unterile.s.sen<br />

s<strong>in</strong>d wie ich liftro <strong>in</strong> Siikkära frühe Ziegelmivst^ibaniit<br />

iil)Ketre])pteii Wi<strong>in</strong>diMi gefunden worden. Dnkonnte<br />

niitürlieh rlie Wrwenilnng iles gleirhen Typs <strong>in</strong><br />

.Ste<strong>in</strong> iii-e<strong>in</strong>fluüt In<strong>die</strong>n. K.s iimlerl iilier nichts an <strong>der</strong><br />

Talsiielie. s ursprünglichen<br />

KritMlhofs e<strong>in</strong>heitlich nnt irlatten Seitenwnialen geplnnt<br />

uiiren.<br />

(il/a<br />

III.


"<br />

Wenn<br />

.<br />

1^<br />

Hermann Junkkr.<br />

Freilich waren hier <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en Würfel <strong>von</strong><br />

Haus aus nicht als Verkleidung gedacht, denn es<br />

fehlt e<strong>in</strong> eigener Kern. Sie bildeten vielmehr wie<br />

hei allen Gräbern des Friedhofs ,en echelon' selbst<br />

<strong>die</strong> Außenseite des Kernbaues. Doch hat ^sähtp<br />

wie <strong>die</strong> Erweiterung des Grabes beweist, <strong>die</strong>se<br />

Art <strong>der</strong> Außenflächen als endgültig betrachtet ;<br />

denn <strong>die</strong> gleichen Abtreppungen zeigt auch <strong>die</strong><br />

<strong>von</strong> ihm erbaute neue Front, <strong>in</strong> <strong>die</strong> das Prunl


Drittt;k BKKif iiT 1 p,Ki: niK Öraiuxcjex atf dem Friedhof vox Oiza. lil<br />

Al)l). ."t. Siliiiilt c<strong>in</strong>rcli (iiiiliiT mil ViT-'fliii'dpiU'rii Anflmii.<br />

OliLii: >iiitUft: Mitt.- H'wr I: imt.ii: /)///.


entfiel<br />

.<br />

20 Hermann Junker.<br />

Nilschlammörtel verputzt s<strong>in</strong>d. Als Verkleidung<br />

werden kle<strong>in</strong>e Würfel aus weißlichem lokalem<br />

Kalkste<strong>in</strong> verwendet. Kümmerform <strong>von</strong> 1.<br />

c) Mastaba des Ditj ohne eigenes Kernmauerwerk.<br />

Für <strong>die</strong> Außenwände werden große<br />

Blöcke aus Numulit verwendet: Kle<strong>in</strong>schlag<br />

bildet <strong>die</strong> Füllung des Tumulus.<br />

Für <strong>die</strong> Beurteilung <strong>der</strong> verschiedenen Bauformen<br />

gibt <strong>die</strong> Behandlung <strong>der</strong> Schächte e<strong>in</strong>en<br />

guten F<strong>in</strong>gerzeig. Sie wurden zugleich mit den<br />

Außenwänden hochgeführt, und es kam das<br />

gleiche Material zur Verwendung. So benutzte<br />

man für <strong>die</strong> Auskleidung <strong>der</strong> Schächte bei Typ 1<br />

<strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en Würfel, bei Typ 2 <strong>die</strong> großen Qua<strong>der</strong>n.<br />

Wenn daher bei Typ 3 sowohl <strong>die</strong> Futtermauern<br />

als auch <strong>die</strong> Schachtwände aus klemen Bruchste<strong>in</strong>en<br />

aufgeführt werden, so zeigt das deutlicli.<br />

daß <strong>die</strong> Würfel <strong>der</strong> Außenwände als Verkleidung<br />

anzusehen s<strong>in</strong>d. Bei Typ 4 ist <strong>der</strong> Schacht mit<br />

denselben großen Blöcken ausgemauert, <strong>die</strong> auch<br />

für <strong>die</strong> Außenwände verwendet werden.<br />

Des weiteren ist <strong>die</strong> Art des Ste<strong>in</strong>materials<br />

bei <strong>der</strong> Entwicklung nicht außer Acht zu lassen.<br />

Das Kernmauerwerk <strong>von</strong> Typ 1 ist stets e<strong>in</strong><br />

weißer o<strong>der</strong> weißgelber lokaler Kalkste<strong>in</strong>, <strong>von</strong><br />

Typ 2 e<strong>in</strong> härterer, jetzt grau verfärbter lokaler<br />

Kalkste<strong>in</strong> mit großen Muschele<strong>in</strong>schlü.ssen, unter<br />

Myker<strong>in</strong>os Numulit. Der weißgelbe Ste<strong>in</strong> wurde<br />

gegen Ende <strong>der</strong> 4. Dynastie neuerüch verwendet,<br />

so ausschließüch bei den Tumuli des Friedhofs<br />

mit den abgetreppten Seitenstraßen.<br />

Zur Verkleidung nimmt man während <strong>der</strong><br />

ganzen 4. Dynastie nur Platten des fe<strong>in</strong>en Kalkste<strong>in</strong>es<br />

aus den Brüchen <strong>von</strong> Tura-Ma'.


.<br />

DkITTEK ReRK JlT lliEI! I)IK GraBINIJKX AlF DEM FRIEDHOF VON GiZA.<br />

war also jedenfalls schon <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> ö. Dynastie<br />

stark verbreitet.<br />

I))<br />

DtT IMan.<br />

Die Mas^abas aus dem Anfang <strong>der</strong> ö.<br />

Dynastie<br />

liaben auf de<strong>in</strong> Westfricdliof meist e<strong>in</strong>e<br />

ganz e<strong>in</strong>fädle Anordnung: im Südteil des Tumulus<br />

ist e<strong>in</strong>e Kultkammer ausgespart, an <strong>der</strong>en<br />

Westwanfl <strong>die</strong> beiden Sche<strong>in</strong>türen angebracht<br />

s<strong>in</strong>d. E<strong>in</strong>e weitere Opferstelle bef<strong>in</strong>det sich bei<br />

e<strong>in</strong>er dritten größeren Sche<strong>in</strong>tür. <strong>die</strong> im nördlichen<br />

Ende <strong>der</strong> Front e<strong>in</strong>ge.setzt wurde. Diese<br />

Anordnung f<strong>in</strong>den wir bei Mrjib. Kmjnjswt I<br />

äMnnfr I. Sstthtp und an<strong>der</strong>en. Auf dem Westfriedhof<br />

war es während <strong>der</strong> 4. Dynastie üblich,<br />

e<strong>in</strong>en Kultbau vor <strong>der</strong> Grabplatte zu errichten,<br />

mit Opferkamraer, Magaz<strong>in</strong>en und Raum für <strong>die</strong><br />

Besucher des Grabes. Diese Vorbauten wurden<br />

alle <strong>in</strong> Ziegelmauerwerk aufgeführt. Ausnahmsweise<br />

baute man den Opferraum aus Ste<strong>in</strong>; <strong>die</strong><br />

Ziegelkammern für das Nic<strong>der</strong>stellen des Gerätes,<br />

für <strong>die</strong> Libationsgefäße o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Besucher<br />

lagen davor. So bei Snfrw<strong>in</strong>b (G. 4340), Mastaba<br />

I n (Giza I. Abb. 36), I s (1. c. Abb. 30).<br />

Als mit <strong>der</strong> 5. Dynastie <strong>die</strong> Opferkammer<br />

endgültig <strong>in</strong> das Innere des Tumulus verlegt<br />

wurde, behielt man vorerst <strong>die</strong> Ziegelkammern<br />

vor dem E<strong>in</strong>gang noch bei. Bei t^s^lhtj) bilden sie<br />

e<strong>in</strong>en stattlichen Bau mit schweren Mauern; e<strong>in</strong><br />

Korridor verb<strong>in</strong>det sie auch mit <strong>der</strong> nördhchen<br />

Sche<strong>in</strong>tür. E<strong>in</strong> weiterer Schritt war, auch <strong>die</strong>se<br />

Vorräume, wie <strong>die</strong> Mastaba selbst aus Ste<strong>in</strong> zu<br />

erbauen. Bei den König.sgräbern, <strong>der</strong>en E<strong>in</strong>fluß<br />

stets zu berücksichtigen ist, waren <strong>die</strong> Kultbauten<br />

aus dem gleichen Material wie <strong>die</strong> Pyramide errichtet<br />

worden, und <strong>der</strong>selben E<strong>in</strong>heitlichkeit l)egegnen<br />

wir schon vor <strong>der</strong> ö. Dynastie bei bevorzugten<br />

Privatgräbern. Eigentlich war sie ja das<br />

fJegebene und man könnte vermuten, daß <strong>die</strong><br />

billigen Ziegelkammern lediglich e<strong>in</strong> Anzeichen<br />

mangehidcr Mittel o<strong>der</strong> ger<strong>in</strong>gerer Anteilnahme<br />

<strong>der</strong> Nachfahren waren, wie etwa bei tlen Ziegelkonstruktionen<br />

im Taltempel des Afyker<strong>in</strong>os, den<br />

se<strong>in</strong> Sohn nachträglich fertigstellen ließ. Aber<br />

Fälle wie Ifiiiiirtiir ((iiza 1. Abb. 18), 'lirnic<br />

(ebenda Abb. 30) <strong>in</strong>id an<strong>der</strong>e sprechen doch wohl<br />

dagegen.<br />

Es wird <strong>der</strong> CJedanke <strong>von</strong> E<strong>in</strong>fluß gel'mmaiiteli<strong>in</strong>K<br />

besftflit uns i<strong>in</strong>vorhältni.HmiiOifi «cbwcn'ii<br />

Tiira-I'lnttcn. Die AiiIiik)ili


,<br />

HeRMAXX JirXKKK.<br />

tritt uns daher <strong>in</strong> manchen Abarten entgegen.<br />

Die Architekten verstanden es meist, den zur<br />

Verfügung stehenden Raum <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nekiopole mit<br />

vielem Geschick auszubauen, unter Benutzung<br />

<strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nachbarschaft schon vorhandenen Anlagen.<br />

Nirgends s<strong>in</strong>d B<strong>in</strong>dungen an e<strong>in</strong> festes<br />

Schema zu gewahren. Wenn wir trotzdem manchen<br />

Anlagen begegnen, <strong>die</strong> unverkeiuibar ge<strong>in</strong>e<strong>in</strong>same<br />

Züge tragen, so darf man <strong>die</strong> Pläne<br />

nicht e<strong>in</strong>fach als Vertreter e<strong>in</strong>es gerade <strong>in</strong> Mode<br />

stehenden Typs ansehen. Man hat bei den \^ergleichen<br />

zu sehr e<strong>in</strong>en Hauptpunkt außer Acht<br />

gelassen, <strong>die</strong> Überlieferung <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

FamiUen. Dieser Zusammenhang liegt klar<br />

bei den Königsgräbern vor. Man beachte zum<br />

Beisjjiel <strong>die</strong> Übere<strong>in</strong>stimmung <strong>der</strong> Son<strong>der</strong>form<br />

<strong>der</strong> Mastabat el-Faraün mit dem Grab <strong>der</strong> König<strong>in</strong><br />

Hnthivs. Aber auch bei älteren Privat -<br />

gräbern ist <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>igen Fällen unverkennbar,<br />

wie zwisciien Nfrni.'t <strong>von</strong> Medüm und<br />

Hmiwnw <strong>von</strong> Giza und bei den h<strong>in</strong>tere<strong>in</strong>an<strong>der</strong>liegenden<br />

Mastabas <strong>von</strong> drei Geschlechtsfolgen :<br />

Nfrtknv, Nfrms^t und ^nfnrmb (Porter-Moß. 1. c.<br />

S. 42, Reisner ÄZ (MTaf. 2). Die Zahl <strong>der</strong> Fälle<br />

läßt sich sicher beträchtlich vermehren, wenn wir<br />

erst <strong>die</strong> Geschichte <strong>der</strong> Famihen besser kennengelernt<br />

haben.<br />

E<strong>in</strong> ganz klares Eeisi)iel liefert uns das Geschlecht<br />

<strong>der</strong> äsmnjr-. Die hier nachgewiesenen<br />

Familienverb<strong>in</strong>dungen geben uns den Schlüssel<br />

für <strong>die</strong> Übere<strong>in</strong>stimmung e<strong>in</strong>er ganzen Grupjie<br />

eigenartig angelegter Gräber, <strong>die</strong> im nordöst-<br />

Hchen Abschnitt des Friedhofs liegen. Als bezeichnend<br />

für den hier entwickelten Tyj) kann<br />

angeführt werden :<br />

a) Tumulus mit <strong>in</strong>nerer Kultka<strong>in</strong>mer im<br />

Süden.<br />

b) davor liegend e<strong>in</strong> Hof mit Ijcsondcrem<br />

E<strong>in</strong>gang,<br />

c) e<strong>in</strong> im Süden gelegener eigener Serdäbbau.<br />

Der Typ ist durch folgende Mastabas vertreten:<br />

1. iismnfr II, 2. Sstnnfr III. 3. R'wr 1<br />

4. R^vr II . Bei Phnpth f<strong>in</strong>den wir Anklänge an<br />

den Grundriß und eben.so glauljen wii- l)ci<br />

t^smnjr I V noch e<strong>in</strong>e Nachwirkung des Typs zu<br />

verspüren. Da <strong>die</strong> Inhaber <strong>der</strong> Gräber alle aus<br />

dem gleichen Geschlecht <strong>der</strong> äsmnfr stammen luid<br />

<strong>der</strong> Grundriß <strong>in</strong> <strong>die</strong>ser klai-en Form sonst nicht<br />

belegt ist. dürfen wir mit Recht <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Familientyp<br />

sprechen.<br />

Bei <strong>die</strong>sen Gräbern kann als erstes Untercheidungsmerknial<br />

gegen<strong>über</strong> an<strong>der</strong>en Anlagen<br />

<strong>der</strong> bcon<strong>der</strong>e Serdäbbau im Süden liezeichnet<br />

werden.<br />

Die Geschichte <strong>der</strong> Statuen und ihrer Unterbr<strong>in</strong>gung<br />

im Grab ist reichlich verwickelt. Wenn<br />

wir Giza geson<strong>der</strong>t betrachten, so waren <strong>in</strong> den<br />

Tempeln des Chefren Rundbil<strong>der</strong> des Königs <strong>in</strong><br />

großer Zahl aufgestellt. Im Taltempel standen sie<br />

an den Seitenwänden <strong>der</strong> tiefen Pfeilerhalle, im<br />

Totentempel <strong>die</strong> wichtigsten, für den Kult <strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er<br />

Weise bestimmten <strong>in</strong> nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong>liegenden<br />

Kapellen. E<strong>in</strong>e ähnüche Verteilung lag<br />

auch bei Myker<strong>in</strong>os vor und darf bei Cheops angenommen<br />

werden. Im offenen (Jegensatz dazu<br />

l)!eiben <strong>die</strong> meisten Mastabas <strong>der</strong> gleichen Zeit<br />

ohne Statuen. Bei den Pr<strong>in</strong>zengräbern auf dem<br />

Ostfriedhof ist freilich e<strong>in</strong>ige Male e<strong>in</strong> Typ vertreten,<br />

bei dem e<strong>in</strong>e Statue wohl im H<strong>in</strong>tergrund<br />

<strong>der</strong> tiefen Opferstelle aufgestellt war. In an<strong>der</strong>en<br />

Fällen wurde sie mit den Wandl)löcken aus e<strong>in</strong>em<br />

Stück gehauen.<br />

Auf dem Westfriedhol' muß <strong>die</strong> Mastaba des<br />

Hmiwniv mit je e<strong>in</strong>er lebensgroßen Statue h<strong>in</strong>ter<br />

den beiden Sche<strong>in</strong>türen als Ausnahme betrachtet<br />

werden. Außerdem ist dort aus <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

nur noch das Beispiel des 'hj anzuführen mit<br />

Statuenkannner h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür (Giza I,<br />

Abb. 55).<br />

Sonst kennen <strong>die</strong> typischen Mastabas <strong>der</strong><br />

Zeit <strong>von</strong> Cheops bis Myker<strong>in</strong>os auf dem Westabschnitt<br />

nur <strong>die</strong> sogenannten Ersatzköpfe, <strong>die</strong><br />

an <strong>der</strong> Verb<strong>in</strong>dung zwischen Schacht und Sargkammer<br />

aufgestellt waren. Als sich aber mit Beg<strong>in</strong>n<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie <strong>die</strong> Überlieferung hier zu<br />

lockern begaim, traten <strong>die</strong> Statuen wie<strong>der</strong> auf.<br />

Entwe<strong>der</strong> h<strong>in</strong>ter den beiden Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong><br />

Kultkammer o<strong>der</strong> nur h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> südlichen. Beispiele<br />

s<strong>in</strong>d Kmjnjsict /, i^s'tht/j. Njstvtnfr, Nfr,<br />

W.sr: siehe Vorbericht 1914, S. I3ff. K,-j hat e<strong>in</strong>en<br />

großen Serdäb h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Westwand des Opferraumes<br />

e<strong>in</strong> wenig nach Norden verschoben. Bei<br />

Niidrk-j{a,nden sich Spuren <strong>von</strong> Statuenkammern,<br />

freilich nicht ganz e<strong>in</strong>wandfrei, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte h<strong>in</strong>ter<br />

<strong>der</strong> Westwand und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südwand <strong>der</strong> Vorhalle.<br />

Wenn wir jetzt <strong>in</strong> <strong>der</strong>


»^ je<br />

I»<br />

3<br />

. o<br />

b "3<br />

- ^<br />

^<br />

O


24 Hermann Jcnker.<br />

Ähnliche Wahrnehmungen kann man aiuli <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en<br />

zwungen aus dem Umstand, daß <strong>die</strong> Hauptojifer-<br />

durch das Statuenhaus abgeschlossen. E<strong>in</strong> eigener<br />

Juibell, Sa()qaiu l'Jll — 12, pl. I. Torbau im Norden ist nicht sicher nachgewiesen.<br />

Zweigen <strong>der</strong> Archäologie machen. In unstelle<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe angebracht war; <strong>die</strong> beiden<br />

serem Falle läßt sich daraufh<strong>in</strong>weisen, daß schon Kultstellen sollten schon aus Gründen <strong>der</strong> BequemUchkeit<br />

nicht zu weit getrennt se<strong>in</strong>. Im e<strong>in</strong>-<br />

<strong>in</strong> älteren Mastabas gelegentlich im Süden des<br />

Korridors neben dem E<strong>in</strong>gang zur Kultkammer zelnen siehe <strong>die</strong> Grundrisse auf Abb. 1 und 4 — 5,<br />

e<strong>in</strong> eigener Statuenraum angebracht war: wie im ferner 36, 40, 44.<br />

Grab des Hsp. Von größerer Bedeutung aber äsmnfr II benutzt <strong>die</strong> Rückwand <strong>von</strong> G2310<br />

sche<strong>in</strong>t mir <strong>der</strong> Befund an <strong>der</strong> Pyramide des (Porter-Moß. 1. c. S. 32) für den Bau e<strong>in</strong>es großen<br />

Dsr. Hier ist zwar wegen <strong>der</strong> Nord-Südachse des Hofes; an se<strong>in</strong>em Anfang, da wo <strong>die</strong> Mastabas<br />

Totentempels <strong>die</strong> Himmelsrichtung <strong>der</strong> Kulträume<br />

2190, 2300. 2310 und 2200 zusammenstoßen,<br />

nicht <strong>die</strong> gleiche: aber wir sehen, wie ganz steht e<strong>in</strong> eigener Torbau ; siehe Boston Bulle-<br />

entsprechend l<strong>in</strong>ks neben dem Kulttempel e<strong>in</strong> t<strong>in</strong> XI. 20: ,,Along the eastern side were two<br />

eigener Bau für <strong>die</strong> Statue des Königs angebracht<br />

ist. <strong>der</strong> Serdäb mit Vorraum und Tor. davor e<strong>in</strong><br />

großer Hof. an dessen Nordende Räume liegen,<br />

<strong>die</strong> für den Kult <strong>der</strong> Statue bestimmt waren. Es<br />

chapels, together equalhng <strong>in</strong> length the east face<br />

of the Mastaba and fill<strong>in</strong>g the space between it<br />

and the adjo<strong>in</strong><strong>in</strong>g mastaba. The entrance was at<br />

the northern end and was divided <strong>in</strong>to three equal<br />

liegt zutage, daß wir e<strong>in</strong>e ganz entsprechende Anordnung<br />

spaces by two square limestone piers between<br />

bei äsmnfr vor uns haben, aber es antae. These were all <strong>in</strong>scribed with the name and<br />

braucht darum noch ke<strong>in</strong>e unmittelbare Anlehnung<br />

titles of Seshem-Nofer. Outside were found traces<br />

vorzuliegen.<br />

Es sche<strong>in</strong>t vielmehr <strong>von</strong> alter Zeit e<strong>in</strong>e verschiedene<br />

of a small vestibule of mud-brick which had been<br />

built aga<strong>in</strong>st the tomb after the orig<strong>in</strong>al structure<br />

Behandlung <strong>der</strong> Statuen bestanden zu had been completed. The first chapel occupied<br />

haben. E<strong>in</strong>mal wurden sie ganz eng mit <strong>der</strong> about two-thirds of the whole length. Its west<br />

Hau])topferstelle des Grabes verbunden und erhielten<br />

wall, formed by the slop<strong>in</strong>g face of the mastaba<br />

e<strong>in</strong>en Platz vor o<strong>der</strong> h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür. itself, was decorated with a series of shallow<br />

Daneben aber liegen schon früh Belege für e<strong>in</strong>e niches and near its southern end was a large<br />

getrennte Aufstellung und geson<strong>der</strong>te Riten vor. offer<strong>in</strong>g bas<strong>in</strong> sunk <strong>in</strong> the floor. Just beyond this<br />

So war im Grab des Mtn <strong>der</strong> Serdäb <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nische was the entrance to the <strong>in</strong>ner chapel, marked<br />

am Ende des Nordarmes <strong>der</strong> Kammer angebracht,<br />

only by two red granite bases foi' the piers, and<br />

unter se<strong>in</strong>em Schlitz <strong>in</strong>mitten <strong>der</strong> Zeilen by traces of antae on the adjo<strong>in</strong><strong>in</strong>g walls. As<br />

des Totengebetes steht <strong>die</strong> Beischrift: '^^w. c^^^^^<br />

usual <strong>in</strong> this period, the ma<strong>in</strong> offer<strong>in</strong>g-chamber<br />

was built <strong>in</strong>to the body of the mastaba itself,<br />

.,Für <strong>die</strong> Statue". Zu <strong>der</strong> gleichen Ordnung near the southern end of its face, and was entered<br />

gehören, nur weiter ausgebaut, <strong>die</strong> Statuen - directly from the second chapel."<br />

kammer des Dsr\ auf dem Friedhof östHch <strong>der</strong> Am Südende des zweiten Vorraums liegt <strong>der</strong><br />

Chefrenpyramide <strong>die</strong> zahlreichen Statuenräume E<strong>in</strong>gang zum Serdäbbau, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Straße zwischen<br />

In<strong>der</strong> Anlage des Ä'?r/- (siehe S. Hassan. Excav. I, G 2200 und 5070 füllt und östlich bis 5170 reicht.<br />

Vorsatzblatt) und auf dem Westfriedhof <strong>die</strong> Ssmnfr III weicht <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ajiordnung nur<br />

beiden freistehenden Serdäbbauten vor <strong>der</strong> Mastaba<br />

des B'fhnmic (L. D. I, 24 und Text I. 67).<br />

ganz wenig ab. Die ersteKapelle liegt auch hier im<br />

Osten des Tumulus, <strong>der</strong> Torbau öffnet sich nach<br />

Eigene, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südwand des Tumulus ausgesparte<br />

Osten zwischen R'-wr I und Phn/dh. Der Gang<br />

Statuenräume mit Fenstern nach <strong>der</strong> war ebenfalls an se<strong>in</strong>em nördlichen Teil durch<br />

Front, haben Kijmcd' (Vorbericht 1914. S. 13), Ziegelraauern zu e<strong>in</strong>em geschlossenen Raum ausgebaut<br />

Kflf) (ebenda). Htj (ebenda S. 37). Ät6 (Vorbericht<br />

worden. In se<strong>in</strong>em südhchen Teil dagegen<br />

1927, Abb. I) und an<strong>der</strong>e.<br />

ist e<strong>in</strong>e Pfeilerhalle aus Steni e<strong>in</strong>gelegt, <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Es ist also <strong>der</strong> Gedanke, <strong>der</strong> dem Plan <strong>der</strong> aus, wie bei Ssmnfr II e<strong>in</strong>e Tür im Westen zur<br />

i'^ämnfr-Anlage zugrunde liegt, durchaus nicht Kultkammer, im Süden zum Serdäb führt.<br />

neu. Das gilt sowohl für den vom Kultraum völlig<br />

R'^wr I ist e<strong>in</strong>facher gehalten. E<strong>in</strong> Hof wird<br />

getrennten Serdäb, wie für dessen Lage im <strong>von</strong> <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>seite des Tumulus und <strong>der</strong> Rückseite<br />

Süden des Grabes. Diese Lage ergab sich unge-<br />

<strong>der</strong> P^


Dritter Bkricht <strong>über</strong> <strong>die</strong> CrRAurNGEX avv dem Friedhof <strong>von</strong> Giza.<br />

Hier ist später e<strong>in</strong>e Mastalja e<strong>in</strong>gebaut worden,<br />

so daß sich <strong>der</strong> ursprüngliche Befund nicht mehr<br />

mit Bestimmtheit ermitte<strong>in</strong> lä(3t.<br />

In den drei angeführten Fällen war <strong>die</strong> Aiihige<br />

des \'orraums erleiciitert durcli e<strong>in</strong>e davorliegende<br />

Mastaba. Östlich R'irr II dagegen lag<br />

e<strong>in</strong> freier Raum; aber man hielt sich an den <strong>über</strong>lieferten<br />

Plan, zog e<strong>in</strong>e Mauer, dem Tumulus<br />

parallel und schloß ihn im Süden durch das<br />

Statuenhaus ab.<br />

Bei Phnpth, <strong>von</strong> dem <strong>der</strong> Plan noch nicht veröffentlicht<br />

ist, sche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong>e stärker abweichende<br />

Anordnung vorzuhegen, <strong>der</strong> Serd


Ich<br />

2(5 Hbrmann Junker.<br />

Mastaba bildete. Ssmnjr III und R'lrr I Inldeii<br />

bemerkenswerte Ausnahmen :<br />

Die Sfliaclitkappen.<br />

Der oberste Teil des Südschachtes war bei<br />

i?'«'/- / mit Ziegeln ausgemauert. An den Ecken<br />

<strong>der</strong> Mündung erkemit man nuch e<strong>in</strong>e Verengung,<br />

den Rest e<strong>in</strong>er ÜberkupiDelung. Bei Ssmnfr III<br />

haben sich auf <strong>der</strong> östlichen Hälfte des Schachtrandes<br />

noch zwei Lagen e<strong>in</strong>er gleichen Verschlußkonstruktion<br />

erhalten, aber hier ist das<br />

Material Ste<strong>in</strong>. Es ist trotz des schlechten Erhaltungszustandes<br />

fraglos, daß <strong>in</strong> beiden Fällen<br />

e<strong>in</strong>e gerundete Überdachung des Schaclites vorliegt.<br />

Das vollkommen erhaltene Beispiel e<strong>in</strong>er<br />

solchen Kappe fanden wir <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Mastaba des<br />

westlichen Abschnittes (Vorbericht 1926, S. 113).<br />

Zwei weitere Fälle stammen aus <strong>der</strong> Leipzig—<br />

Hildesheimer Grabung und liegen auf dem<br />

gleichen Abschnitt. Nach e<strong>in</strong>er mündüchen Mitteilung<br />

<strong>von</strong> Professor Selim Hassan s<strong>in</strong>d Schach t-<br />

kappen auch auf se<strong>in</strong>em C4rabungsfeld zweimal<br />

nachgewiesen, südlich des Aufwegs vom Taltemjiel<br />

zum Totentcmpel des Ghefren. In den unversehrten<br />

Beispielen des Westteiles war <strong>die</strong><br />

Wölbung aus Schichten <strong>über</strong>kragen<strong>der</strong> Ziegel gebildet;<br />

<strong>die</strong> Kappe hatte <strong>in</strong> dem <strong>von</strong> uns gesichteten<br />

Fall <strong>die</strong> Gestalt e<strong>in</strong>es hohen Kegels. Die<br />

Spuren an <strong>der</strong> Schachtmündung des R'tvr I aber<br />

passen durchaus nicht zu <strong>die</strong>ser Form. Sie lassen<br />

vielmehr auf e<strong>in</strong>e Halbkugel schließen. Auch<br />

sche<strong>in</strong>t ke<strong>in</strong> falsches Gewölbe vorzi<strong>die</strong>gen wie <strong>in</strong><br />

an<strong>der</strong>en genannten Fällen, son<strong>der</strong>n eher e<strong>in</strong>e<br />

richtige Kupi)el. Aber <strong>in</strong>folge des schlechten Erhaltungszustandes<br />

läßt sich ke<strong>in</strong> sicheres Urteil<br />

abgeben.<br />

Wesenthch günstiger liegen <strong>die</strong> Verluiltni.ssc<br />

bei dem Schacht des Ssmnfr 11/ .<br />

gebe zunächst<br />

den genauen Befund, zu dem man Abb. 6<br />

vergleiche. Über <strong>die</strong> Nordost- und Südostecke<br />

s<strong>in</strong>d Ste<strong>in</strong>platten gesetzt, dazwischen liegen zwei<br />

Platten <strong>in</strong><br />

Längsrichtung auf <strong>der</strong> Ostkante des<br />

Schachtes <strong>in</strong> gleicher Flucht mit <strong>der</strong> Auskleidung.<br />

Die zweite Lage besteht meist aus<br />

rechteckigen Platten, <strong>die</strong> so angeordnet s<strong>in</strong>d, daß<br />

e<strong>in</strong>e Schmalseite <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mauerfront liegt. Dieser<br />

Wechsel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Achse <strong>der</strong> Platten bei den zwei<br />

Schichten setzte sich wahrsche<strong>in</strong>lich <strong>in</strong> den<br />

höheren Lagen fort und entspricht dem Verfahren<br />

bei Ziegehnauerwerk, wo B<strong>in</strong><strong>der</strong> und<br />

Strecker sich ablösen. In <strong>der</strong> Nordostecke liegen<br />

h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> oberen Lage noch e<strong>in</strong>ige Platten so<br />

geordnet, daß ^^ir sie als Reste e<strong>in</strong>er zweiten<br />

parallelen Ste<strong>in</strong>lage ansehen müssen. Die Kappe<br />

hatte also e<strong>in</strong>e doppelte Mauerstärke, ähnlich wie<br />

bei Ziegelgewölben, <strong>die</strong> oft e<strong>in</strong>e Mächtigkeit <strong>von</strong><br />

mehreren Ste<strong>in</strong>en aufweisen, beisjiielsweise bei<br />

den Gräbern des Mittleren Reiches <strong>in</strong>El-Quatta^.<br />

Es erhebt sich <strong>die</strong> Frage, wie wir <strong>die</strong> Überdachung<br />

zu ergänzen haben, vor allem ob e<strong>in</strong><br />

falsches o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> echtes Gewölbe verwendet<br />

wurde. Für e<strong>in</strong>e echte Kupjiel sprechen zwei<br />

Gründe, <strong>die</strong> ausschlaggebend se<strong>in</strong> dürften; Erstens<br />

kragt <strong>die</strong> luitere auf <strong>der</strong> Ostkante des Schachtes<br />

ruhende Schicht <strong>über</strong>haupt nicht vor, und auch<br />

<strong>die</strong> zweite Lage kann für e<strong>in</strong> falsches Gewölbe<br />

nicht <strong>in</strong> Frage kommen; zwei <strong>der</strong> als B<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

<strong>die</strong>nende Platten s<strong>in</strong>d zwar e<strong>in</strong> wenig <strong>über</strong> den<br />

darunter liegenden Strecker geschoben, aber das<br />

mag nur eüie LTngenauigkeit se<strong>in</strong>, denn <strong>die</strong><br />

übrigen acht Blöcke <strong>der</strong> gleichen Lage ragen<br />

nicht vor, zwei s<strong>in</strong>d sogar e<strong>in</strong> wenig nach rückwärts<br />

geschoben. Das alles paßt aber nicht zu<br />

e<strong>in</strong>em falschen Gewölbe ; hier sollte <strong>die</strong> Verengung<br />

<strong>der</strong> Öffnung durch Vorragen <strong>der</strong> Sterne schon bei<br />

<strong>der</strong> untersten Schicht beg<strong>in</strong>nen. Entscheidend<br />

sche<strong>in</strong>t mir zweitens <strong>der</strong> Umstand, daß <strong>die</strong><br />

Blöcke <strong>der</strong> äußeren Ste<strong>in</strong>lage, <strong>die</strong> <strong>die</strong> unterste<br />

Schicht des Doppelgewölbes bilden, nicht waagerecht<br />

.sitzen, son<strong>der</strong>n nach <strong>in</strong>nen geneigt s<strong>in</strong>d.<br />

Diese Schräglage hätte bei e<strong>in</strong>er falschen Kuppel<br />

ke<strong>in</strong>en S<strong>in</strong>n, bei e<strong>in</strong>em echten Gewölbe aber wird<br />

sie gefor<strong>der</strong>t. Der Neigungsw<strong>in</strong>kel gibt uns<br />

übrigens e<strong>in</strong>e Handhabe zur Rekonstruktion. Der<br />

Scheitelpunkt <strong>der</strong> Wölbung lag etwa 1.10 m <strong>über</strong><br />

dem Schachtrand; nimmt man <strong>die</strong> Dicke mit<br />

0,80 m an, worauf <strong>die</strong> erhaltenen Schichten<br />

weisen. s(j ragte <strong>die</strong> Kappe rund 2 m empor.<br />

Damit bheben noch immer 0.50 m für <strong>die</strong> Deck-<br />

])latten des Daches <strong>der</strong> Mastaba.<br />

Noch vor wenigen Jahren hätte man den<br />

E<strong>in</strong>wand erheben können, daß <strong>die</strong> Ägyptejr <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

frühen Zeit noch nicht verstanden, e<strong>in</strong> Kuppelgewölbe<br />

<strong>in</strong> Ziegel, geschweige denn <strong>in</strong> Ste<strong>in</strong>, herzustellen.<br />

Aber das noch erhaltene Beispiel <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Ma.staba des Snb hat <strong>die</strong> Frage endgültig entschieden<br />

und bewiesen, daß <strong>die</strong> Konstruktion<br />

schon im Alten Reich M'ohl bekannt war;<br />

siehe<br />

Vorbericht 1927, S. lOlff, mit Angabe <strong>der</strong> späteren<br />

Nachweise S. 105. Unterdessen hat sich e<strong>in</strong><br />

noch früherer Beleg gefunden. Bei den Grabungen<br />

<strong>der</strong> Ägy])tischen Universität wurde 1936<br />

' f'haws<strong>in</strong>at, i'oi l^iuittah, Taf. i:{.


O 1<br />

-<br />

t<br />

' ''I<br />

2 M<br />

AMi. li. Iviipi).-! iiIhi iI. rii N..|il-.ili.nlil .1.- SAmnIr 111.


28 Hermann Junker<br />

im Osten clei' Mastaba des 'lumivmnw (Grab<br />

Lcpsius 92) e<strong>in</strong> Vorraum aus Ste<strong>in</strong> freigelegt, <strong>der</strong><br />

mit e<strong>in</strong>er Ziegelkuppel <strong>über</strong>dacht Mar. Das Gewölbe<br />

M^ar zwar vollkommen e<strong>in</strong>gestürzt, aber<br />

man konnte se<strong>in</strong>en Ansatz noch <strong>in</strong> den Ecken<br />

erkeimen. Das Grab stammt aus dem Ende <strong>der</strong><br />

4. o<strong>der</strong> dem Anfang <strong>der</strong> 5. Dynastie, und <strong>die</strong><br />

Kammer ist mehr als doppelt so groß wie <strong>der</strong><br />

Kuppelraum des §nh. Dieser neue Beleg zeigt,<br />

daß <strong>der</strong> Kuppelbau den Architekten des Alten<br />

Reiches durchaus geläufig war und bestärkt <strong>die</strong><br />

Annahme, daß man im Fall des Ssmnfr III versuchte,<br />

<strong>die</strong> Kappe <strong>in</strong> <strong>der</strong>selben Konstruktion aus<br />

Ste<strong>in</strong> auszuführen. Maßgebend war dabei nur <strong>die</strong><br />

größere Haltbarkeit des Materials. Gerade <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

uns beschäftigenden Zeit baute man alle für du<br />

Toten<strong>die</strong>nst bestimmten Kammern aus Qua<strong>der</strong>n<br />

statt aus Ziegeln. Da ist es begreifüch, daß man<br />

auch im Tumulus selbst den leichter vergänglichen<br />

Baustoff vermeiden wollte. DieVerwendung<br />

<strong>von</strong> Ziegeln bei <strong>der</strong> Schachtkappe des Rhcr I erklärt<br />

.sich daraus, daß se<strong>in</strong>e Anlage ganz wesentlich<br />

bescheidener ist als <strong>die</strong> des Ss^imfr III. Wir<br />

dürfen nun aus dem e<strong>in</strong>zigen bisher belegten Fall<br />

nicht e<strong>in</strong>fach schließen, daß <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>kuppel <strong>in</strong><br />

jener Zeit etwas gewöhnliches war.<br />

Gerade <strong>die</strong><br />

beson<strong>der</strong>en Gründe für <strong>die</strong> Verwendung des<br />

Materials beim Grabbau verbieten das. Im Profanbau,<br />

bei Häusern und Speichern, benutzte man<br />

zweifellos nur Ziegel. Aber es ist immerh<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Tatsache <strong>von</strong> ganz beson<strong>der</strong>er Bedeutung, daß<br />

man sich <strong>über</strong>haupt trauen konnte, e<strong>in</strong>e Ku]>p('l<br />

aus Qua<strong>der</strong>n aufzuführen.<br />

Für das Auftreten <strong>der</strong> Kappen <strong>über</strong> dei'<br />

Schachtmündung muß e<strong>in</strong>e befriedigende Erklärung<br />

gesucht werden. Es kann wohl <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong><br />

<strong>die</strong> Vermutung ausscheiden, daß man dadurch<br />

e<strong>in</strong>e größere Sicherheit für <strong>die</strong> Bestattung<br />

erstrebte. Die Ste<strong>in</strong>kuppel mag zwar e<strong>in</strong>em<br />

Grabräuber Wi<strong>der</strong>stand entgegengesetzt<br />

haben,<br />

aber er konnte nicht als ernstlich <strong>in</strong> Betracht<br />

kommen. Bei den Ziegelkappen vollends hatte er<br />

leichte Arbeit. Ebenso ist <strong>der</strong> Gedanke abzuweisen,<br />

daß man es dem Toten habe erschweren<br />

wollen, das Grab zu verlassen. Es steht <strong>die</strong> Ablehnung<br />

<strong>die</strong>ser Annahme mit <strong>der</strong> Beantwortung<br />

e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> grundsätzUchen Fragen im Zusammenhang,<br />

<strong>in</strong> wie weit nämlich im Totenglauben <strong>der</strong><br />

Völker <strong>von</strong> den Nachfahren <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>kehr des<br />

Toten gefürchtet und verh<strong>in</strong><strong>der</strong>t wurde. Für<br />

Ägypten muß jedenfalls verne<strong>in</strong>t werden, daß<br />

e<strong>in</strong>e solche Furcht den Grabbau bee<strong>in</strong>flußt hat.<br />

Alle Vorrichtungen zum Abschluß <strong>der</strong> Sargkammer<br />

haben hier den S<strong>in</strong>n, <strong>die</strong> Leiche vor<br />

Schädigmig und Beraubung zu sichern und nicht<br />

umgekehrt <strong>die</strong> H<strong>in</strong>terbliebenen vor dem Verstorbenen<br />

zu schützen. Es ist unverkennbar, daß<br />

man ihm den Weg zum Diesseits stets offenhalten<br />

und erleichtern wollte, soweit es nur mit <strong>der</strong><br />

Sicherheit des Begräbnisses vere<strong>in</strong>bar war. Daher<br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen, aus denen <strong>der</strong> Inhaber <strong>der</strong> Mastaba<br />

hervortreten sollte, daher <strong>die</strong> Rundbil<strong>der</strong><br />

vmd Flachbil<strong>der</strong>, <strong>die</strong> ihn aus dem Grabe schreitend<br />

darstellen. In den meisten Fällen wurden <strong>die</strong>Vorbereitvuigen<br />

für den Schutz <strong>der</strong> Leiche <strong>von</strong> dem<br />

Grabherrn zu se<strong>in</strong>en Lebzeiten geti-offen, und er<br />

wollte sich doch gewiß nicht selbst gegen das<br />

Diesseits verbarrika<strong>die</strong>ren. Ins L^ngemessene<br />

gehen <strong>die</strong> Sicherungen <strong>der</strong> Leiche im Königsgrab,<br />

und hier war <strong>der</strong> Beweggrund <strong>der</strong> Furcht <strong>von</strong><br />

vornhere<strong>in</strong> ausgeschlossen. Endlich zeigen <strong>die</strong> <strong>von</strong><br />

Gard<strong>in</strong>er-Sethe herausgegebenen Briefe an <strong>die</strong><br />

Toteni, daß <strong>die</strong> unterstellte Furcht vor ihrer<br />

Wie<strong>der</strong>kehr <strong>über</strong>haupt nicht vorhanden war.<br />

Wenn aber we<strong>der</strong> Gründe <strong>der</strong> Sicherheit,<br />

noch <strong>der</strong> Wunsch, den Toten fest <strong>von</strong> <strong>der</strong> Welt<br />

abzuschheßen, für <strong>die</strong> Anbr<strong>in</strong>gung <strong>der</strong> Schachtkapi^en<br />

angeführt werden können, so bleibt als<br />

Erklärung wohl nur das Nach^virken e<strong>in</strong>er Sitte<br />

übrig, <strong>die</strong> ihre ursprüngliclie Bedeutung verloren<br />

hatte. Es muß sich um den Tumulus handeln,<br />

den man <strong>von</strong> jeher <strong>über</strong> den e<strong>in</strong>fachen Begräbnissen<br />

aufhäufte. Nur wenigen Bevorzugten war es<br />

möglich, sich e<strong>in</strong>en Grabbau, e<strong>in</strong>e Mastaba, zu<br />

errichten. Die Mehrzahl <strong>der</strong> Bestattungen war<br />

ganz e<strong>in</strong>facher Art. Aber wir müssen annehmen,<br />

daß <strong>die</strong> Grabstätte <strong>von</strong> jeher aus <strong>der</strong> Umgebung<br />

hervorgehoben wurde. Es war das schon notwendig,<br />

um <strong>die</strong> Stelle wie<strong>der</strong>zuf<strong>in</strong>den und Speiseopfer<br />

vor ihr nie<strong>der</strong>zulegen. Dabei ergab sich <strong>die</strong><br />

gewölbte Form des Grabhügels <strong>von</strong> selbst, vor<br />

allem, wenn als Material Schotter, Erde o<strong>der</strong> Sand<br />

verwendet wurde. Für unseren Fall müssen wir<br />

uns nach Ziegelkonstruktionen umsehen, <strong>die</strong> als<br />

Vorbild <strong>die</strong>nen konnten. Wir f<strong>in</strong>den <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat<br />

Entsprechungen <strong>in</strong> Tura^. Abseits <strong>von</strong> dem frühgeschichtlichen<br />

Friedhof liegen im Osten zwei<br />

spätere Gruppen, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e um das große Grab<br />

27 ?ü 1 , <strong>die</strong> an<strong>der</strong>e auf <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie 27—28 /," siehe<br />

Alan H. Gard<strong>in</strong>er, Kurt Setlie, Egy]itian Letters<br />

to the Dead.<br />

2 Hermann Junker, <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen<br />

<strong>der</strong> K. <strong>Akademie</strong> <strong>der</strong> <strong>Wissenschaften</strong> <strong>in</strong> Wien auf dem<br />

Friedhof <strong>in</strong> Tara (1909— 1910).


Dritter <strong>Bericht</strong> f her <strong>die</strong> Grabuxgex auf dem Friedhof vox Oiza.<br />

den Plan am Ende des Buches. Die genaue zeitliche<br />

Bestimmung begegnet e<strong>in</strong>igen Schwierigkeiten.<br />

Taf. XLIII zeigt aus e<strong>in</strong>igen Gräbern <strong>der</strong><br />

ersten CJruppe e<strong>in</strong>e Ton ware, <strong>die</strong> uns aus dem<br />

Friedhof <strong>der</strong> 4. Dynastie <strong>von</strong> Giza bekannt ist :<br />

<strong>die</strong> Schalen mit e<strong>in</strong>gezogenem Rand (brimbowls).<br />

den großen Mörtelnapf, <strong>die</strong> Brotform und <strong>die</strong><br />

groben Krüge. Damit dürfte <strong>die</strong> Gruppe ungefähr<br />

festgelegt se<strong>in</strong>. Die Form des Grabes 27 w 1<br />

freilich mit dem Schrägzugang weist an sich auf<br />

e<strong>in</strong>e wesentlich frühere Zeit. Es ist möghch, daß<br />

<strong>die</strong> Anlage den Kern bildete, um den sich <strong>in</strong><br />

späterer Zeit <strong>die</strong> Bestattungen reihten. In <strong>der</strong><br />

zweiten Gruppe 27— 28 l fehlt jede Beigabe, aber<br />

<strong>die</strong> Lage <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nachbarschaft <strong>von</strong> 27—28 v legt<br />

auch e<strong>in</strong>en engeren zeitlichen Zusammenhang<br />

nahe. Es könnte höchstens <strong>die</strong> N'erb<strong>in</strong>dung mit<br />

10 /} 5 dagegen geltend gemacht werden. Aber es<br />

ist für unsere Zwecke <strong>von</strong> untergeordneter Bedeutung,<br />

ob <strong>die</strong> Gruppe aus <strong>der</strong> dritten o<strong>der</strong><br />

vierten Dynastie stammt. Sie gehört jedenfalls<br />

schon dem Alten Reich an und ihre Gräber zeigen<br />

e<strong>in</strong>en unverkennbaren Zusammenhang mit den<br />

Ziegelkapi)en <strong>über</strong> den Schächten <strong>in</strong> Giza. Wie<br />

<strong>in</strong> den drei Beispielen des Westabschnittes wird<br />

<strong>die</strong> Graböffnung durch e<strong>in</strong> hochgezogenes falsches<br />

{4ew()lbe aus <strong>über</strong>kragenden Ziegeln geschlossen ;<br />

<strong>die</strong> Außenseite ist mit e<strong>in</strong>er Xilschlammschicht<br />

bedeckt. Der e<strong>in</strong>zige Unterschied liegt im waagerechten<br />

Schnitt. Aber es mußte <strong>über</strong> dem länglichrechtcckigen<br />

Grabbau des Friedhofs e<strong>in</strong> eben-<br />

,solcher Tumulus sich eriicbcn, während für <strong>die</strong><br />

(juadratischen Schächte <strong>die</strong> runde Kapjie das<br />

(Jegebene wai-; siehe <strong>in</strong> Son<strong>der</strong>heit <strong>die</strong> Beispiele<br />

aus Tura, Taf XVII, Grab 18 und 1. So liegt bei<br />

den Schachtka|>])en e<strong>in</strong> Brauch vor. <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en<br />

bestimmten <strong>in</strong>neren Wi<strong>der</strong>s|)ruch zeigt : <strong>die</strong> Mastaba<br />

ist <strong>der</strong> Oberbau, <strong>der</strong> sich <strong>über</strong> dem Begräbnis<br />

erhebt, aber daneben wird <strong>über</strong> dem<br />

Schacht e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er Grabhügel errichtet, wie<br />

er bei e<strong>in</strong>fachen Bestattungen im Lande üblich<br />

war. Er verschw<strong>in</strong>det im Innern des Ste<strong>in</strong>baues:<br />

daß er aber <strong>von</strong> Haus ans als be,son<strong>der</strong>er Tumulus,<br />

als wirkliches Mal des (irabes zu gelten hatte.<br />

I)ewei8t <strong>der</strong> Umstand, daß er im Falle des<br />

Schachtes Vnrl»'n.ht I!t2tl. S. KJ, weiß tietün.ht<br />

war.<br />

Ii) hit' "^iMi^kiimmir.<br />

Im friihcn Alten Reich galt <strong>die</strong> Regel, daß<br />

<strong>die</strong> (irabkammer im Süden <strong>der</strong> Schachtsohle angebrai<br />

ht wurde. Diese Lage hatte bestimmt religiöse<br />

Gründe. Die Seele des N'erstorbenen sollte<br />

durch <strong>die</strong> im Norden gelegene Öffnung zum nördlichen<br />

Himmel, zu den Zirkumpolarsternen<br />

fliegen. \ox\ <strong>die</strong>sem Brauch wird auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> unmittelbar<br />

folgenden Zeit nur aus beson<strong>der</strong>en<br />

(Gründen abgegangen. So wenn bei Nsdrkij <strong>die</strong><br />

Kammer nach Norden verlegt wurde, mit Zugang<br />

im Süden, damit .sie ganz nahe dem Begräbnis<br />

des Vaters Hege (Giza II, S, 109),<br />

Im späteren Alten Reich tritt e<strong>in</strong> Wandel<br />

e<strong>in</strong>. Man verlegt oft den Sargraum an <strong>die</strong> Westseite<br />

<strong>der</strong> Schachtsohle ; <strong>die</strong> Öffnung ist damit nach<br />

Osten gerichtet. Der Tote, an <strong>der</strong> Westwand auf<br />

<strong>der</strong> Unken Seite gebettet, sollte <strong>die</strong> aufgehende<br />

Sonne schauen ; o<strong>der</strong> er sollte das Grab verlassen<br />

und <strong>in</strong> den strahlenden Tag treten: siehe Weiteres<br />

Vorbericht l'J2!>, S. 122ff.<br />

Unter den vorliegenden Gräbern f<strong>in</strong>den sich<br />

e<strong>in</strong>ige, <strong>die</strong> schon dem neuen Brauch zu folgen<br />

sche<strong>in</strong>en. So liegt bei dem nördlichen Schacht des<br />

Nj.iictnfr <strong>die</strong><br />

Kammer gegen Westen, und es ist<br />

fraghch. ob <strong>die</strong> schlechte Beschaffenheit des Geste<strong>in</strong>s<br />

an <strong>der</strong> Süd.seite e<strong>in</strong>e genügende Erklärung<br />

für den Wechsel bietet. Die frühere Anlage<br />

des Knijnjiwt I hat jedenfalls bei <strong>der</strong>gleichen<br />

LTmständung den Schacht tiefer getrieben, um <strong>die</strong><br />

Sargkammer an <strong>der</strong> <strong>über</strong>kommenen Stelle anbr<strong>in</strong>gen<br />

zu können: siehe Giza II, S. 141.<br />

Bei Knijnjsirt II treffen wir <strong>die</strong> Kammer<br />

im Norden, aber nach Westen gerichtet. Hier war<br />

wohl wie bei NMrkij für <strong>die</strong> Än<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />

Richtung <strong>der</strong> Wunsch maßgebend, dem Grabe<br />

des Vaters näher zu se<strong>in</strong>. Die Kammer liegt <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Tat unter de.ssen Mastaba. wie (üza Tl.<br />

Abb. 12 zeigt.<br />

Bei K'j ist vielleicht <strong>die</strong> Anbr<strong>in</strong>gung des<br />

Sargranmes im Westen umgekehrt darauf zurückzuführen,<br />

daß er bei südlicher Richtung<br />

unter <strong>der</strong> Mastaba <strong>der</strong> Stiftsherr<strong>in</strong> gelegen hätte.<br />

Das wäre aber nui- ihren nächsten Angehörigen<br />

gestattet gewesen un


.<br />

30 HeEMAXN Jl^NKKt?.<br />

irdische Kammer im Süden und greift unter <strong>die</strong><br />

Mastaba des Njsivtnfr, zu dem <strong>der</strong> Inhaber <strong>in</strong><br />

ke<strong>in</strong>er Beziehung steht ; er hat sich offenbar <strong>über</strong><br />

das Verbot h<strong>in</strong>weggesetzt, wie man für den Nachbarschacht<br />

skrupellos e<strong>in</strong>e gestohlene Sehe<strong>in</strong>tür<br />

als Bedachung verwendete.<br />

Die Wände und Decken <strong>der</strong> Sargräume .s<strong>in</strong>d<br />

entsprechend <strong>der</strong> Zeit mit wenig Sorgfalt behandelt.<br />

E<strong>in</strong>e Ausnahme machen Kmjnj.hrt II<br />

und Ssmnfrlll. bei dem <strong>die</strong> Süd-Kammer regelmäßig<br />

bearbeitet ist; an <strong>der</strong> Decke und am E<strong>in</strong>gang<br />

.s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Waagrisse erhalten. Auffallend unregebiiäßig<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Kammern sowohl bei H'irr I<br />

und B'wr II . <strong>die</strong> doch zu den größeren Anlagen<br />

zu rechnen s<strong>in</strong>d. Vielleicht trägt hier <strong>die</strong> Schuld<br />

das beson<strong>der</strong>s schlechte Geste<strong>in</strong> mit Rissen und<br />

Spalten. Bei den ärmeren Gräbern <strong>der</strong> Gruppe<br />

'Irjnr^-'nhnr' liegen meist ganz kle<strong>in</strong>e Kammern<br />

vor, eben groß genug, um <strong>die</strong> Leiche aufzunehmen;<br />

bei den Nebenbegräbnissen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba<br />

des Kij fand <strong>die</strong> Beisetzung e<strong>in</strong>fach auf <strong>der</strong><br />

Sohle des Schachtes .statt.<br />

Die kle<strong>in</strong>e viereckige Vertiefung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südostecke<br />

des Sargraumes, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

zur Aufnahme <strong>der</strong> E<strong>in</strong>geweide <strong>die</strong>nte, ist nur noch<br />

im Falle des Ä^»»?i/>-/// nachgewiesen. Bei R'irr ff<br />

f<strong>in</strong>det sich statt dessen e<strong>in</strong>e Nische <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südwand<br />

wie <strong>in</strong> den (iräbern <strong>von</strong> Medüm (Petrie. Mej'dum.<br />

pl. IV, 7, Meydum and Memphis S. 24ff.). <strong>in</strong><br />

Mastaba VIII n (Giza I, S. 40) und Mastaba VITI<br />

des Südfriedhofes (Vorbericht 1929, S. 90).<br />

(•)<br />

Die Särsc.<br />

Wenn hier vom Wec^hsel <strong>in</strong> Fo<strong>in</strong>i und Material<br />

<strong>der</strong> Särge gehandelt wird, so gelten tue Feststellungen<br />

zunächst mir vom Westfriedhof. Denn<br />

auf den übrigen Abschnitten liegt eiji abweichen<strong>der</strong><br />

Befund vor. Das hängt damit zusammen, daß<br />

hier <strong>die</strong> Gräber für Vertreter an<strong>der</strong>er Gesellschaftskla.s.sen<br />

bestimmt waren. So s<strong>in</strong>d östlich<br />

<strong>der</strong> großen Pyramide, wo König<strong>in</strong>nen und Pr<strong>in</strong>zen<br />

bestattet wurden, Granitsärge stark vertreten,<br />

<strong>die</strong> alle<strong>in</strong> auch für das Begräbnis <strong>der</strong> Herrscher <strong>in</strong><br />

Verwendung kamen. Meist haben <strong>die</strong> Särge <strong>der</strong><br />

Mastabas des Ostfriedhofes e<strong>in</strong>en gewölbten<br />

Deckel mit geraden Leisten an den Stirnseiten;<br />

so Mrjsfnh (= Boston Bullet<strong>in</strong> 1927, XXV 78,<br />

fig. 20). Mastaba 7340 (Museum Kairo 54934).<br />

WHrjn (Kairo 6007 = Annales XXX, S. 174).<br />

Auch <strong>in</strong> den Mastabas südlich <strong>der</strong> großen<br />

Pyramide wiegen <strong>die</strong> Granitsärge vor, wie <strong>in</strong> unseren<br />

Grabungen 1928/29 festgestellt wurde:<br />

Ma.staba I, (Jranitsarg ohne Verzierung<br />

= Vorbericht 1928, Taf. Illb,<br />

Mastaba II (Knnnfrt) Granitsarg mit Palastfront<br />

<strong>in</strong> vere<strong>in</strong>fachter Form = Vorbericht<br />

1928. Taf. Illa,<br />

Ma.staba III (Dcffhicfir) Granitsarg mit e<strong>in</strong>geritzter<br />

Palastfront = Vorbericht 1928,<br />

Taf. Va.<br />

Mafstaba VI glatter Granitsarg mit flachem<br />

Deckel = Vorberieht 1928, S. 166,<br />

Ma.staba VIII (Shmki) Granitsarg mit gewölbtem<br />

Deckel. Innensarg aus Tura-<br />

KaLkste<strong>in</strong> = Vorbericht 1929. S. 96 u.<br />

Taf. Vb.<br />

Auf den an<strong>der</strong>en Friedhofsabsehnitten ist<br />

Ciranit e<strong>in</strong> sehr seltenes Material. SüdöstHch <strong>von</strong><br />

Chefren ist Grab Lepsius 98 = L. D. I. 30 und<br />

Text I. S. 121 zu nennen; auf dem Westfriedhof<br />

ändmih = Boston Bullet<strong>in</strong> 1913, S. 58, fig. 10<br />

und i^snmfr II<br />

Sonst ist hier am liäufigsten Kalkste<strong>in</strong> verwendet<br />

worden, das allerbeste Material <strong>in</strong> den<br />

großen Anlagen <strong>von</strong> Cheops bis Myker<strong>in</strong>os. In<br />

<strong>die</strong>ser Zeit war entsprechend <strong>der</strong> allgeme<strong>in</strong>en<br />

festen Ordnung auch e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>heitlicher Typ <strong>der</strong><br />

Särge vorgesehen : e<strong>in</strong>e ganz fe<strong>in</strong> geglättete Truhe<br />

mit gefalztem, glattem Deckel, an dessen Schmalenden<br />

je zwei Handhaben angebractit s<strong>in</strong>d; siehe<br />

(Hzal.Abb. öundTaf. XI.<br />

Die Regelmäßigkeit des Vorkommens endet<br />

gegen Schluß <strong>der</strong> 4. Dynastie. Es hatte sich damals<br />

<strong>die</strong> Ordnung <strong>über</strong>hau])t gelockert, und es<br />

sche<strong>in</strong>t, daß <strong>die</strong> Särge nun nicht mehr vom König<br />

für <strong>die</strong> (»rab<strong>in</strong>haber zur Verfügung gestellt<br />

wurden. Mit <strong>der</strong> 5. Dynastie verschw<strong>in</strong>det <strong>die</strong><br />

alte Form vollständig und e<strong>in</strong> neue]' Typ tritt an<br />

ihre Stelle: e<strong>in</strong> trogähnliches L^nterteil mit leicht<br />

gewölbtem Deckel, <strong>der</strong> an den Schmalenden gerade<br />

Leisten mit Handhaben zeigt. War <strong>die</strong> glatte<br />

Kiste <strong>der</strong> 4. Dynastie wohl <strong>in</strong> Nachahmung des<br />

Sai'kophags des Cheops und Chefren und <strong>in</strong> Anlehnung<br />

an <strong>die</strong> e<strong>in</strong>fache L<strong>in</strong>ie <strong>der</strong> Architektur des<br />

Grabes gewählt worden, so greift <strong>der</strong> neue Typ<br />

auf alte Vorbil<strong>der</strong> zurück. Er tritt uns <strong>in</strong> Ste<strong>in</strong><br />

zum erstenmal <strong>in</strong> Grab 17 <strong>von</strong> Medüm entgegen<br />

(Petrie, Meydum and Memphis, pl. X, 4) und ist<br />

während <strong>der</strong> 4. bis 5. Dynastie bei den eben genannten<br />

Granitsärgen am häufigsten vertreten^.<br />

Es zeigt sich wie<strong>der</strong>um, wie auch <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zelheiten<br />

Wenige Sarkophage ahmen sjDäter den Palasttyp<br />

'<br />

des Myker<strong>in</strong>os nach, wie <strong>die</strong> beiden Exeni])lare aii.s<br />

Kalkste<strong>in</strong>, <strong>die</strong> Sei<strong>in</strong>i Ha.ssan 1933— 1936 gefunden hat.


DkIITIM: P>KRI( II T i |:KR DIF. ("iRATirXOEX ATF DK.M FRIKDIKir VON (;JzA. 31<br />

<strong>der</strong> Giza-Stil verlassen wird, und <strong>die</strong> zurückgedrängten<br />

Überlieferungen früherer Zeiten<br />

wie<strong>der</strong> an E<strong>in</strong>fluß gew<strong>in</strong>nen.<br />

Die neuen Kalkste<strong>in</strong>särge stehen h<strong>in</strong>ter denen<br />

<strong>der</strong> 4. Dynastie zurück. Sie s<strong>in</strong>d plumper, ungefüger<br />

und man hat den E<strong>in</strong>druck, daß mehr auf<br />

<strong>die</strong> Masse als auf <strong>die</strong> Form Wert gelegt wurde.<br />

Es fehlt das El)enniaß. das <strong>die</strong> früheren Sarkophage<br />

<strong>in</strong> so hohem (Jrad besitzen. Vielleicht<br />

sollten <strong>die</strong> wuchtigen Unterteile und schweren<br />

Deckel e<strong>in</strong>en besseren Schutz gegen Beraubung<br />

bieten. An<strong>der</strong>s kann man kamn <strong>die</strong> riesigen<br />

Exenij)lare deuten, <strong>die</strong> <strong>in</strong> den Kammern des<br />

^^ämnfr III (Vorbericht ]!)26, Taf. lila).<br />

ä»)nnfr IV {Vorbericht 1929. Taf. VITIa) und<br />

^^imnfr-Tlj (ebenda, Taf. Vlllb) stehen. Ke<strong>in</strong>er<br />

<strong>der</strong> Särge ist so tadellos geformt und geglättet.<br />

wie <strong>die</strong> kistenförmigen Sarkophage <strong>der</strong> 4. Dynastie,<br />

<strong>die</strong> <strong>über</strong>all nur .sauljerste Arbeit tat. Das<br />

früheste Bcisf)iel <strong>der</strong> neuen Form stammt <strong>von</strong><br />

unserem Abschnitt aus dei' (^rabkammer <strong>der</strong><br />

N/idrk'j (Gizall. S. 1 l(i). Die jüngsten Belege s<strong>in</strong>d<br />

K:jh,-plh (Vorbericht 1!)14, S. 15), Kijm'nh (Vorbericht<br />

l!)2(i. Taf. Va) und Hnmwnfr (Vorbericht<br />

1928. S. 189): <strong>in</strong> allen drei Fällen ist an <strong>der</strong> Ostseitc<br />

dicht unter dem Deckel e<strong>in</strong> Tnschriftenband<br />

angebracht. — Von den vorliegenden Mastabas<br />

fanden sich Särge des neuen Typs bei S.s<strong>in</strong>nfr III.<br />

B'n'r I luid R'icr 11 jeweils im Hau])tschaclit :<br />

Au.sschachten <strong>der</strong> Sargkammer ließ<br />

bei B'irr II s<strong>in</strong>d Unterteil und Deckel aus mehreren<br />

Stücken zu.samraengesetzt.<br />

Zum erstenmal ist e<strong>in</strong>e wesentlich e<strong>in</strong>fachere<br />

Art <strong>der</strong> Herstellung e<strong>in</strong>es Ste<strong>in</strong>sarges belegt<br />

: beim<br />

man e<strong>in</strong>en rechteckigen Block stehen, meist nahe<br />

<strong>der</strong> Wcstwand, sägte dessen oberen Teil ab, um<br />

ihn später als Deckel zu benutzen und höhlte <strong>in</strong><br />

dem Stumpf e<strong>in</strong>e rechteckige Vertiefung zur<br />

Aufnahme des Begräbnisses aus. Solchen Ste<strong>in</strong><br />

tn'igen begegnen wir <strong>in</strong> dem nördlichen Raum des<br />

Ji'irr I unfl <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer des K:njiij-siii II . Sie<br />

können für <strong>die</strong> Entwicklung <strong>der</strong> Sargform nicht<br />

hei'angezogen werden, da sie nur e<strong>in</strong>en Ersatz dai'-<br />

stellen.<br />

In an<strong>der</strong>en Fällen hat man


32 Hermanx J t<strong>in</strong>ker.<br />

D. DIE KULTKAMMER UND IHRE AUSSCHMÜCKUNG.<br />

1. ÜBERSICHT.<br />

Der Raum, <strong>in</strong> dem sich <strong>der</strong> Toten<strong>die</strong>nst abspielte,<br />

muß e<strong>in</strong>e geson<strong>der</strong>te Behandlung erfahren.<br />

Denn hier f<strong>in</strong>den sich <strong>die</strong> Darstellungen<br />

und Inschriften, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Gestalt des Grabherrn<br />

wie<strong>der</strong>geben, se<strong>in</strong>e Ämter und Würden mitteilen<br />

und uns <strong>die</strong> Szenen aus dem Kult <strong>über</strong>liefern.<br />

Was Plan und Anordnung des Raumes betrifft,<br />

so hielt man sich jetzt e<strong>in</strong>heitlich an <strong>die</strong><br />

Sitte, <strong>die</strong> sich zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie entwickelt<br />

hat : Die Kammer wird im südlichen Teil<br />

des Blockes au.sgespart. Der E<strong>in</strong>gang liegt im<br />

Nordosten, <strong>in</strong> <strong>die</strong> Westwand s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> beiden<br />

Sche<strong>in</strong>türen e<strong>in</strong>gesetzt. Das ist <strong>der</strong> Typ, dem wir<br />

bei den frühen Anlagen des i^Smnfr /, äSmnfr II.<br />

Mrjib. K<strong>in</strong>jnjswt I. Ssithtp und an<strong>der</strong>en begegnen.<br />

Er ist bei den hier zu beschreibenden Mastabas<br />

fast ausschließlich vertreten, bei Njiwtnfr, Kij,<br />

K<strong>in</strong>jnjswt II, SSmnfr III und R'wr I. Der ältere<br />

Brauch, auf <strong>der</strong> Westseite <strong>von</strong> <strong>der</strong> Kammer nur<br />

e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür anzubr<strong>in</strong>gen, wird <strong>von</strong> R'ivr II<br />

fortgesetzt; hier ist <strong>die</strong> Opferstelle <strong>in</strong> <strong>die</strong> Mitte<br />

<strong>der</strong> Wand gerückt. Bei 'Irjnr' lagen <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen<br />

anfänglich an <strong>der</strong> Außenfront, und <strong>die</strong><br />

schmale Kammei', eigentlich nur e<strong>in</strong> Gang, entstand<br />

erst später durch den Anbau des 'nhmr'.<br />

Gewöhnlich s<strong>in</strong>d jetzt alle Wände <strong>der</strong><br />

Kammer, auch <strong>die</strong> Leibungen des E<strong>in</strong>gangs, mit<br />

Reliefs bedeckt. Zunächst waren <strong>die</strong> Wahl <strong>der</strong><br />

(Jegenstände und ihre Verteilung im Raum wohl<br />

ke<strong>in</strong>er strengen Regel unterworfen. Aber bald<br />

liilden sich doch bestimmte Bräuche heraus, <strong>die</strong><br />

freilich nur für kurze Zeit <strong>in</strong> Geltung blieben.<br />

Dann treten neue Darstellungen auf, und <strong>die</strong><br />

alten Szenen ersche<strong>in</strong>en teilweise an an<strong>der</strong>er<br />

Stelle. Zu gleicher Zeit än<strong>der</strong>n sich Komposition<br />

und Stil <strong>der</strong> Reliefs. Es ist nun e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> wichtigsten<br />

Aufgaben, <strong>die</strong>sem Wandel nachzugehen<br />

und ihn mit <strong>der</strong> Abfolge <strong>der</strong> Zeit <strong>in</strong> feste Beziehung<br />

zu setzen. Wenn sich im Folgenden Beispiele<br />

e<strong>in</strong>er solchen gleichlaufenden Reihung mit<br />

Sicherheit ergeben, so darf nicht verges.sen werden,<br />

daß <strong>die</strong> Ergebnisse zunächst nur für Giza<br />

und <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e für den Westfriedhof Geltung<br />

haben.<br />

Bei dem eigentümliclien Verlauf, den <strong>die</strong><br />

ägyptische Kunst genommen hat, raiiß vorerst<br />

<strong>in</strong> pe<strong>in</strong>licher Kle<strong>in</strong>arbeit jeweils <strong>die</strong> örtliche Beziehung<br />

im engsten S<strong>in</strong>ne erfaßt werden, um<br />

dann den allgeme<strong>in</strong>en Zug <strong>der</strong> betreffenden Zeit<br />

herausarbeiten zu können. Gei'ade für das Alte<br />

Reich mangeln uns <strong>über</strong>all feste Anhalte, und<br />

<strong>die</strong> E<strong>in</strong>reih<strong>in</strong>ig <strong>von</strong> Reliefs, <strong>die</strong> außer Zusammenhang<br />

gefunden wurden, begegnet noch immer<br />

erheblichen Schwierigkeiten. Es können <strong>die</strong> vorliegenden<br />

Mastabas als feste Orientierungspunkte<br />

<strong>die</strong>nen. Sie s<strong>in</strong>d mit ziemlicher Sicherheit datiert,<br />

wenn wir sie auch nicht e<strong>in</strong>zeln auf <strong>die</strong> Regierungszeit<br />

bestimmter Herrscher festlegen können.<br />

Aber bei den Familiengruijpen wenigstens ist <strong>die</strong><br />

Zeitfolge gesichert, und wir können <strong>die</strong> Entwicklung<br />

<strong>von</strong> dem Grab des Ahnherrn zu dem des<br />

Urenkels verfolgen. So wird bei <strong>der</strong> folgenden<br />

Darstellung zunäclist e<strong>in</strong>e allgeme<strong>in</strong>e Übersicht<br />

<strong>der</strong> Reliefs und ihrer V'erteilung <strong>in</strong> den Kammern<br />

gegeben werden: nicht nur <strong>von</strong> den im vorliegenden<br />

Bande behandelten Mastabas, son<strong>der</strong>n<br />

<strong>von</strong> allen <strong>in</strong> Betracht kommenden Anlagen<br />

Gizas. Es wird damit e<strong>in</strong> mehrfacher Zweck erfüllt.<br />

Zunächst ergibt erst <strong>die</strong>se Zusammenstellung<br />

e<strong>in</strong> schnell zu erfassendes Bild <strong>von</strong> dem<br />

vorhandenen Material, und das ist nicht alle<strong>in</strong> für<br />

<strong>die</strong> vorliegende Untersuchung <strong>von</strong> Nutzen. Denn<br />

es kann nur so <strong>die</strong> Stellung auch <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en<br />

Gräber <strong>in</strong> <strong>der</strong> Entwicklung klar hervortreten.<br />

Endlich erübrigten sich dadurch <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> Darstellung<br />

notwendigen ständigen Stellenh<strong>in</strong>weise.<br />

Bei e<strong>in</strong>er Reihe bisher unvollständig veröffentlichter<br />

Anlagen werden Ergänzungen gegeben. Bei<br />

bekannten Mastabas w^irden Verbes.serungen vorgenommen<br />

o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Deutungen vorgetragen,<br />

ohne <strong>die</strong> Begründung mitzuteilen.<br />

Reihung :<br />

Die Liste gibt <strong>die</strong> Anlagen <strong>in</strong> folgen<strong>der</strong><br />

1. Die Mastabas <strong>der</strong> t^^mnfr-Familie xuid <strong>der</strong><br />

übrigen <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem Bande behandelten Anlagen.<br />

2. Die Mastabas des Westfriedhofs.<br />

3. Die Mastabas des Ostfriedhofs.<br />

4. Die Anlagen östlich und südöstlich <strong>der</strong> C'hefren-<br />

Pyramide.<br />

5. Die Mastabas südlich <strong>der</strong> Cheops-Pyramide.<br />

Innerhalb <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Abschnitte o<strong>der</strong><br />

Unterabteilungen wird, wenn möglich, <strong>die</strong> Ordnung<br />

nach <strong>der</strong> Zeitfolge vorgenommen. Doch s<strong>in</strong>d<br />

<strong>die</strong> Mastabas <strong>der</strong> Mitglie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>er Familie immer<br />

zu.sammengestellt. Bei <strong>der</strong> Beschreibung <strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>zelnen Kammern werden zvmächst <strong>die</strong> Reliefs<br />

des E<strong>in</strong>gangs angeführt, dann <strong>die</strong> <strong>der</strong> West-Süd-<br />

Ost- und Nordwand. Bei Anlagen mit mehreren<br />

Kammern wird mit <strong>der</strong> äußeren begonnen.


Dritter BF.RTfiiT <strong>über</strong> tiik Orart'xoex atf dem Friedhof vox Oiza. :13<br />

a) Die Mastabas <strong>der</strong> .S'.s»»»»»/j-Faniili(' und<br />

dor iibriucii im vdrlicgcndeii Baude ItcliaudclU'U<br />

Gräber.<br />

/. Sstunfr I.<br />

E<strong>in</strong>gang: Darstellungen unvollenclot.<br />

Westwand: (Jrabheir mit (iemahl<strong>in</strong> lel)ensgroß<br />

stehend; davor Söhne und Tochter: <strong>über</strong><br />

Ehepaar bis zum Süden <strong>der</strong> Wand Titelreihen.<br />

Auf den Pfosten <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür Totenpriester<br />

mit Weihrauch. Waschgerät, Le<strong>in</strong>en und Napf.<br />

Über <strong>der</strong> nördlichen Sehe<strong>in</strong>tür <strong>der</strong> Verstorbene<br />

am Speisetisch sitzend, se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong> ihm<br />

gegen<strong>über</strong>. Auf den Laibungen <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

Diener mit Gans. Opfertisch und Broten.<br />

Südwand: X'.v»«n/r auf e<strong>in</strong>fachem Stuhl<br />

sitzend, mit langem Stab <strong>in</strong> <strong>der</strong> Rechten, dar<strong>über</strong><br />

Titel; rechts zwei Diener mit Le<strong>in</strong>enstreifen.<br />

Ost wand: Fortsetzung <strong>der</strong><br />

Szene auf <strong>der</strong><br />

Südwand: <strong>die</strong> großen Opferlisten, daneben <strong>die</strong><br />

,<br />

.Brü<strong>der</strong> <strong>der</strong> Totenstiftung", unter ihnen Speiseträger.<br />

Li <strong>der</strong> unteren Reihe Zug <strong>der</strong> Stiftungsgüter<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> strengen Anordnung. Über dem E<strong>in</strong>gang<br />

und südlich anschließend Ru<strong>der</strong>- und Segelboote.<br />

Nordwand: Der (irabherr und .


Nördliche<br />

34 Hebmann Junker.<br />

5. R'ivr II. (Grab Leps<strong>in</strong>« 32).<br />

E<strong>in</strong>gang: Nicht erhalten.<br />

Westwand: Die e<strong>in</strong>zige Sche<strong>in</strong>tür liegt <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Grabherr am<br />

<strong>der</strong> Mitte; südlich da<strong>von</strong> sitzt<br />

Speisetisch, davor Priester und Diener, das Ritual<br />

nach <strong>der</strong> neuen Anordnung vollziehend. Nördlich<br />

<strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür zwei Reihen <strong>von</strong> Gabenbr<strong>in</strong>genden<br />

vor dem Verstorlienen. Darunter<br />

Schlachtszene.<br />

Südwand: i?"«?r sitzt im Lehnstuhl, hält <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Hand den Wedel und greift mit <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en e<strong>in</strong>e I^otosblume. Oben Speisen aller Art<br />

auf Schüsseln, Tischen und Matten, darunter<br />

Leute mit Geflügel, Blumen und Speisen. Unter<br />

<strong>der</strong> Darstellung l<strong>in</strong>ks Schlachtszene, rechts Harfenspiel<br />

und Gesang.<br />

Ost wand: Der Grabherr stehend, vor ihm<br />

fünf Reihen <strong>von</strong> Darstellungen: 1. zerstört:<br />

2. Schreiber mit Liste; dann: Esel dreschen und<br />

br<strong>in</strong>gen Säcke mit Garben weg. 3. Herbeiführen<br />

<strong>von</strong> Wild, am Schluß säugende Gazelle. 4. R<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

werden herbeigebracht, 5. Diener br<strong>in</strong>gen Geflügel<br />

heran.<br />

Nordwand: Ist ohne Darstellungen geblieben.<br />

Torraum:<br />

Westwand: Drei Bildstreifen mit Darstellungen<br />

<strong>der</strong> Jagd mit Hunden und Lasso auf<br />

Wildstier, Ste<strong>in</strong>böcke und Antilopen.<br />

Südwand: Beschauen <strong>der</strong> Erzeugnisse <strong>der</strong><br />

Weberei.<br />

Ostwand: Das Bereiten <strong>von</strong> Bier mit<br />

Stampfen des Kornes. Backen <strong>von</strong> Brot, Sieben<br />

usw.<br />

Nord wand: »Vatow/j- schaut dem Fischfang<br />

mit Schleppnetz zu.<br />

Pfeilerhalle :<br />

West wand: äußerer Pfosten neben Rücktritt<br />

<strong>der</strong> Tür: L<strong>in</strong>ks Ttj vor dem Grabherrn;<br />

rechts Grabherr, davor Zeilen mit Inschriften aus<br />

se<strong>in</strong>em Leben.<br />

Innerer Pfosten rechts und l<strong>in</strong>ks: Ttj vor<br />

iSSmnfr und se<strong>in</strong>er Tochter ?<br />

Südwand: Opfertiere werden zum Grabherrn<br />

geführt.<br />

Ost wand: äSmnfr schaut dem Fischfang<br />

mit Schleppnetz zu.<br />

Nord wand: Die Herden durchqueren den<br />

Fluß, im Wasser viele Nilpferde.<br />

6. Sdw-Htj (Lepsius 29).<br />

E<strong>in</strong>gang : Laibung Ehepaar<br />

stehend, dah<strong>in</strong>ter Figur e<strong>in</strong>es Mannes mit Buchrolle<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand.<br />

Westwand: Der Grabherr am Speisetisch,<br />

davor oben <strong>die</strong> Opferliste, unten drei Priester<br />

knieend, beim Vollzug des Rituals.<br />

Süd- und Ostwand: Ohne Darstellungen.<br />

Nordwand: L<strong>in</strong>ks steht <strong>der</strong> Grabherr auf<br />

se<strong>in</strong>en Stock gelehnt; davor drei Bildstreifen:<br />

1. <strong>von</strong> oben zwei Schreiber, dah<strong>in</strong>ter Mann mit<br />

R<strong>in</strong>d. 2—3. Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter. Körlje<br />

auf dem Kopf tragend", mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hand<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong> am Seil führend ; <strong>der</strong> letzte Dorfvertreter<br />

mit e<strong>in</strong>er Hyäne.<br />

Erster Ktdtraum:<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den Türdicken <strong>der</strong> Grabherr<br />

mit Söhnen und Begleitern.<br />

West wand: ^Smnfr schaut den Erntearbeiten<br />

zu. Oben Flachsernte und Hecheln des<br />

Flachses, darunter Kornernte. Im dritten Bildstreifen<br />

schleppen Esel <strong>die</strong> Säcke mit Garben<br />

weg, rechts das Anhäufen <strong>der</strong> Miete.<br />

Südwand: Reihen <strong>von</strong> Gabenträgern.<br />

Ostwand: Der Aufzug <strong>der</strong> Vertreter <strong>der</strong><br />

Stiftungsgüter mit Körben und Blumen<br />

; sie<br />

führen Tiere an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e, <strong>die</strong> <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>erem Maßstab<br />

gehalten s<strong>in</strong>d.<br />

Nordwand: Ernteszenen: Oben Dreschen<br />

und Zub<strong>in</strong>den <strong>der</strong> Säcke, unten Worfeln.<br />

7. Ssn<strong>in</strong>fr IV. (Grab Lepsius 53).<br />

Torbau: Rechts und l<strong>in</strong>ks vom E<strong>in</strong>gang <strong>der</strong><br />

Grabherr <strong>in</strong> den Marschen beim Fischstechen (und<br />

bei <strong>der</strong> Vogeljagd). Auf den Seitenwänden je fünf<br />

Reihen <strong>von</strong> Gabenbr<strong>in</strong>genden aus den Gütern,<br />

mit Speisen, Blumen und Tieren.<br />

Zweiter Kultraum:<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den Türwangen Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> Opfertieren.<br />

Westwand: Große Sche<strong>in</strong>tür mit Rundstab<br />

und Hohlkehle.<br />

Süd- und Nordwand: Reste vom Zug <strong>der</strong><br />

Opferträger. Auf e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> beiden Wände dürfte


Dritter Beruht ibeh dik (iRahungen atf dkm Friedhof <strong>von</strong> Giza. 35<br />

auch <strong>die</strong> Speisetischszene mit <strong>der</strong> Opferliste angebracht<br />

worden se<strong>in</strong>: <strong>von</strong> <strong>der</strong> Liste <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

späteren Anordnung wuirlen Bruchstücke gefunden.<br />

Annex mit Serdäb: Auf <strong>der</strong><br />

Westwand<br />

<strong>die</strong> Statue des Orabherrn <strong>in</strong> Relief, davor Ojil'erszene.<br />

stüclie. an e<strong>in</strong>er Stange hängend. Speisen. Gemüse<br />

und Früchte auf Tischen und Platten, Getränke<br />

auf Untersätzen. Darunter das Überreichen<br />

<strong>der</strong> Liste des Opfers und Wasserspende,<br />

l'nter <strong>der</strong> ganzen Darstellung e<strong>in</strong> Zug <strong>von</strong><br />

( ialjenbr<strong>in</strong>genden.<br />

8. äsmnfr-Ttj.<br />

Reste <strong>von</strong> folgenden Szenen s<strong>in</strong>d erhalten:<br />

Der Grabherr wird <strong>in</strong> gedeckter Sänfte getragen<br />

— Zug <strong>der</strong>V^ertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter — Gabenbr<strong>in</strong>gende<br />

— Speiseliste <strong>in</strong> <strong>der</strong> jüngeren Anordnung.<br />

Li <strong>der</strong> Kultkammcr wird <strong>die</strong> Westseite<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türe mit Hohlkehle unrl Rundstab<br />

e<strong>in</strong>genommen. Im Annex ist das Opfci- an<br />

<strong>die</strong> Statue dargestellt.<br />

,9. Xßwtnfr.<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf <strong>der</strong> nördlichen Türwange <strong>die</strong><br />

unvollendete Figur des Toten: <strong>die</strong> südliche ohne<br />

Darstellungen. Auf dem Rücksprung <strong>in</strong>ii(>ii <strong>die</strong><br />

verschiedenen Vasen mit den Ölen.<br />

Westwand: Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen das<br />

Ehepaar stehend, nach Süden gerichtet. Davor<br />

fünf Bildstreifen. 1. — 2. <strong>von</strong> oben Vertreter <strong>der</strong><br />

Stiftungsgüter, angeführt <strong>von</strong> Schreibern mit<br />

Listen, 3. Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter. 4. Herbeiführen<br />

e<strong>in</strong>er Antilope, davor Schreiber. 5. Hirten<br />

br<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>d und e<strong>in</strong>en Ste<strong>in</strong>bock. Auf dem<br />

l<strong>in</strong>ken .A)i(3cn|)fosten <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür Diener<br />

mit Libationskrug. Räuchergefäß. Opfertisch und<br />

Schenkel. .Auf dem rechten l*fosten <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür:<br />

1. <strong>von</strong> oben Nuliier mit Henkelgefäli<br />

und Kleiilcr.sack. 2. N\d)ier mit .Mantel. •>. Zwerg<br />

mit Ko|)fstütze uiul Bett. 4. Z-\\eig mit Stock und<br />

Sandalen.<br />

Südwand: \ j4tii>i fr luu Speisctiscli. davor<br />

Friestei'. <strong>die</strong> Riten <strong>der</strong> Speisung vollführend.<br />

Oben <strong>die</strong> große Opfcriistc. unten


Der<br />

^<br />

36 Hermann Junker.<br />

b) Die übrigen JIastabas des West-Friedhofes.i<br />

12. Hmiivmv, (Giza I. Abb. 23).<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf <strong>der</strong> nördlichen Außenseite<br />

des Tores steht <strong>der</strong> Verstorbene mit Stab <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Hand; vor ihm Inschriftzeilen. Die südliche<br />

Außenseite ist zer.stört. Auf <strong>der</strong> nördlichen Türwange:<br />

Hmiwnw am Speisetisch, davor Gaben<br />

auf Tischen, und Aufzählung <strong>von</strong> Opfern. Südliche<br />

Türwange zerstört.<br />

Kammer: Ke<strong>in</strong>e Spuren irgend e<strong>in</strong>er Darstellung.<br />

13. Mastaba II n (Giza I. Abb. 37).<br />

Fragmente aus <strong>der</strong> Kultkammer geben<br />

Spuren folgen<strong>der</strong> Szenen: 1. Zug <strong>der</strong> Vertreter<br />

<strong>der</strong> Stiftungsgüter. 2. <strong>der</strong> Grabherr wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

Sänfte getragen.<br />

Ost wand, südliche Hälfte: Der Grabherr<br />

stehend, davor das Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Gaben aus<br />

se<strong>in</strong>en oberägyptischen Besitztümern. Nördliche<br />

Hälfte: Der Grabherr stehend, vor ihm oben<br />

Speisen, unten Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Wild.<br />

17. Nfr, (Grab Reisner 2110).<br />

E<strong>in</strong>gang: Nördliche Türdicke: <strong>der</strong> Grabherr<br />

mit Stab und Szepter, stehend; vor ihm<br />

senkrechte Inschriftzeilen;<br />

darunter Schreiber.<br />

Südliche Türdicke: A7*" am Speisetisch; davor<br />

Opferzeremonien ^.<br />

West wand: Südlich <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zigen Sche<strong>in</strong>tür<br />

das Ehepaar sitzend, davor Opferträger; unten<br />

Sehlachtszene, oben zerstört.<br />

Südwand: Das Ehepaar stehend.<br />

Ost wand :<br />

ihm e<strong>in</strong>e Frauenfigur.<br />

Grabherr stehend, h<strong>in</strong>ter<br />

14. 'I,'btjt (Giza I. Abb. .51B).<br />

Kammer: Rechts und l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Vertieter <strong>der</strong> z<strong>in</strong>spflichtigen Güter dargestellt;<br />

unten br<strong>in</strong>gen Diener e<strong>in</strong>e R<strong>in</strong><strong>der</strong>keule<br />

und e<strong>in</strong>e Gans; e<strong>in</strong> hornloses R<strong>in</strong>d wird herbeigeführt.<br />

Auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>der</strong> Totenpriester K/j<br />

und se<strong>in</strong>e Familie.<br />

1.5. ,'hj (Giza I. Abb. 56-57).<br />

Aus <strong>der</strong> Kammer Reste <strong>von</strong> Darstellungen,<br />

<strong>der</strong> Grabherr stehend, h<strong>in</strong>ter ihTu e<strong>in</strong>e Tochter,<br />

vor ihm opfernde Diener.<br />

16. Divmr', (Grab Lepsius 44).<br />

E<strong>in</strong>gang: Nördliche Türwange, <strong>der</strong> Tote<br />

sitzend, e<strong>in</strong> Schreiber <strong>über</strong>reicht <strong>die</strong> Liste; dah<strong>in</strong>ter<br />

Diener mit Gewandstreifen, Klei<strong>der</strong>kasten<br />

usw. Die südliche Tür^\•ange zeigt e<strong>in</strong><br />

ähnliches Relief.<br />

Westwand: (Unvollendet). Der Grabherr<br />

mit Sohn, davor das Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n.<br />

Südwand: Divnir"^ stehend, vor ihm oben<br />

Gerichte auf Tischen und Untersätzen, unten<br />

Schlachtszene.<br />

1 Die Anlagen werden <strong>in</strong> ungefähr zeitlicher<br />

Reihnng gegeben; doch .s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Mastabas <strong>der</strong> Mitglie<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong>selben Familie zusammen aufgeführt. Die<br />

Anlagen mit mehreren Kultkammern werden getrennt<br />

am Schluß aufgezählt.<br />

18. Mrjib (L. D II 18-22).<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den beiden Außenseiten <strong>der</strong><br />

Tür <strong>der</strong> Grabherr stehend. Auf <strong>der</strong> südlichen<br />

Türwange Mrjib aus dem Grabe schreitend, vor<br />

ihm hocken se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong>, ,.Das Betrachten des<br />

Totenopfers'".<br />

Auf <strong>der</strong> nördlichen Laibung: ,,Das Betrachten<br />

<strong>der</strong> versiegelten D<strong>in</strong>ge"; e<strong>in</strong><br />

Schreiber<br />

<strong>über</strong>reicht Mrjib <strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Gaben, e<strong>in</strong> Diener<br />

br<strong>in</strong>gt Salböl und Le<strong>in</strong>wand.<br />

Westwand: Zwischen den beiden<br />

Sche<strong>in</strong>türen<br />

<strong>der</strong> Grabherr stehend und vor ihm sieben<br />

Bildstreifen. Oben <strong>die</strong> Schreiber <strong>der</strong> Listen, darunter<br />

zwei Reihen Gabenbr<strong>in</strong>gen<strong>der</strong>, dann drei<br />

Reihen Diener, <strong>die</strong> Mastvieh, Wild und Geflügel<br />

herbeiführen. Über <strong>der</strong> nördlichen Sche<strong>in</strong>tür <strong>die</strong><br />

Zeremonie des snm.t-ih vor Mrjib. L<strong>in</strong>ks <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür <strong>die</strong> Besichtigung <strong>der</strong> Gewebe;<br />

rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür Totenpriester und<br />

Diener.<br />

Südwand: Der Tote und se<strong>in</strong>e Mutter<br />

stehend, vor il<strong>in</strong>en Diener mit Weihrauch, Waschkrug,<br />

Gewandsti'eifen und Gans.<br />

Ostwand: In <strong>der</strong> Mitte oben <strong>die</strong> Vertreter<br />

<strong>der</strong> Stiftungsgüter, darunter Gabentragende und<br />

Schlachtszene, rechts <strong>der</strong> Grabherr alle<strong>in</strong>, l<strong>in</strong>ks<br />

mit se<strong>in</strong>er Mutter stehend. Über dem E<strong>in</strong>gang<br />

<strong>die</strong><br />

Schiffe.<br />

Capart, Mempliis Fi] 262.<br />

ebenda Fig. 344.


Dritter Bkricht t-RER dik Grabuncen äff dem Friedhof vox Giza. 37<br />

Nord wand: Das Ansehen <strong>der</strong> Liste des<br />

üpfermahlcs; Mrjib nimmt sitzend <strong>die</strong> Verzeichnisse<br />

entgegen, dar<strong>über</strong> l<strong>in</strong>ks Titelreihen, rechts<br />

Darstellung <strong>der</strong> Speisen : Fleischstücke s<strong>in</strong>d an<br />

e<strong>in</strong>er Stange aufgehängt, fünf Reihen Brote und<br />

Kuchen <strong>in</strong> Schüsseln, e<strong>in</strong>e Reihe mit Früchten<br />

und Gemüsen auf geflochtenen Untersätzen.<br />

Unter <strong>der</strong> ganzen Darstellung e<strong>in</strong>e Reihe Diener<br />

mit Waschbecken, Kuchen und Broten, rechts<br />

Schlachtszene und Wegtragen des Schenkels.<br />

<strong>die</strong> Priester bei <strong>der</strong> Zeremonie <strong>der</strong> ,, Speisung des<br />

Verklärten".<br />

Drei Priester knieend mit Näpfen,<br />

e<strong>in</strong>er stehend, <strong>die</strong> Hand zum Ruf erhoben.<br />

Ostwand: Ohne Darstellung.<br />

Nord wand: Das feierliche Mahl, <strong>der</strong> Grabherr<br />

im Lehnsessel, den Wedel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Rechten,<br />

nimmt mit <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ken e<strong>in</strong>e Lotosblume entgegen.<br />

Oben rechts sechs Reihen mit Speisen und Getränken,<br />

darunter Harfen- und Flötenspiel und<br />

Gesang. In <strong>der</strong> unteren durchlaufenden Reihe<br />

l<strong>in</strong>ks Sänger<strong>in</strong>nen, rechts Tänzer<strong>in</strong>nen.<br />

19. I\;tifi', (Reisner G 21.10).<br />

E<strong>in</strong>gang: Rechts außen das Ehepaar<br />

stehend, davor e<strong>in</strong> Sohn, dah<strong>in</strong>ter e<strong>in</strong> Totenpriester,<br />

rechts anschließend drei Reihen <strong>von</strong><br />

Gabentragenden mit Klei<strong>der</strong>n, Tüchern usw. Am<br />

Schluß e<strong>in</strong> Zwerg mit e<strong>in</strong>em .\ffen. L<strong>in</strong>ks: Ehepaar<br />

stehend.<br />

Westwand: Zwischen den l)eidcii Sche<strong>in</strong>türen<br />

<strong>der</strong> Grabherr stehend, <strong>über</strong> ihm Titelreihen,<br />

neben ihm se<strong>in</strong> Sohn Krjswds. Davor<br />

Totenpriester und Diener räuchernd und gabenbr<strong>in</strong>gend.<br />

L<strong>in</strong>ks an <strong>der</strong> südlichen Sche<strong>in</strong>tür zwei<br />

Opferträger und <strong>die</strong> beiden dr.t.<br />

Südwand: Grabherr auf Lehnsessel, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

l<strong>in</strong>ken Hand den Wedel, vor ihm e<strong>in</strong> Gabentisch<br />

mit Broten, Kuchen und Gans.<br />

Ost wand: Anschließend an <strong>die</strong> Darstellung<br />

<strong>der</strong> Südwand <strong>die</strong> Opferliste <strong>in</strong> <strong>der</strong> neuen Fassiuig.<br />

L<strong>in</strong>ks daneben und darunter <strong>der</strong> Zug <strong>der</strong> Vertreter<br />

<strong>der</strong> Stiftungsgüter, ganz unten Schlachtszene.<br />

Nord wa iid : Das Ehepaar stehend, daneben<br />

e<strong>in</strong>e Tochter.<br />

20. Kijsutl;<br />

(Gral) Lcpsiiis :!7 r^ LDH «5, Erg. XXVII-<br />

X.WllI, Snluides A'w/r <strong>von</strong> Nr. 19.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Ohne Darstellungen.<br />

West wand: Zwischen den beiden<br />

Sche<strong>in</strong>türen<br />

<strong>die</strong> Palastfa.ssade, mit e<strong>in</strong>em Tor <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Mitte. Die Südsche<strong>in</strong>t <strong>in</strong>- ohne Darstellung, nur<br />

Inschrift auf Architrav. Rechts auf dem Aulienpfosten<br />

<strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>in</strong> drei Reihen je zwei<br />

Diener mit (!aben: S|KMsetis(^l, Weihrauchgefäß.<br />

Le<strong>in</strong>enstreifen. Brote, (ians. Neben <strong>der</strong> Nord-<br />

Mche<strong>in</strong>tür flcsgleichen, mit Libationskrug. (ians,<br />

Schonkcl, Kuchen und F'leischstücken.<br />

Südwand: Die Speisetischs/.ene, dar<strong>über</strong><br />

<strong>die</strong> große Opfcrliste dci- ncni-n Fassung. Darunter<br />

21. Kitijnjsivt /,<br />

(Giza II S. U2ff. Abb. 15-22).<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf beiden Tünvangen Darstellungen<br />

de.s Grabherrn am Speisetisch, davor<br />

Priester, <strong>die</strong> Riten <strong>der</strong> Speisung vollziehend ; anschließend<br />

an <strong>die</strong> südliche Türdicke Diener mit<br />

Fleischstücken und Herbeibr<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>er Antilope.<br />

W e s t ^^• a n d : Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen steht<br />

das Ehepaar, ihm gegen<strong>über</strong> <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong>; h<strong>in</strong>ter<br />

<strong>die</strong>sen e<strong>in</strong>e Reilie Schreiber und e<strong>in</strong>e Reihe<br />

Totenpriester mit Waschgerät, Räucherbecken<br />

und Geflügel. Über <strong>der</strong> Szene Titelreihen, unter<br />

ihr Zug <strong>von</strong> Gabenbr<strong>in</strong>genden. Auf dem Pfosten<br />

<strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür Diener mit Gefäßen und Le<strong>in</strong>wand,<br />

auf dem Pfosten <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür Diener<br />

mit Libationskrügen und Waschgeräten.<br />

Südwand: Der Verstorbene am Speisetisch,<br />

dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> große Opferliste.<br />

Ostwand: Oben zwei Reiiien ilcr Dorfvertreter<br />

darunter l<strong>in</strong>ks Herbeiführen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n,<br />

rechts Schlachtszenen; im untersten Bildstreifen<br />

Diener mit Speisen nach Süden schreitend.<br />

Nordwand: L<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Grabherr <strong>in</strong> Galatracht<br />

vor drei Reihen <strong>von</strong> Schreibern, <strong>die</strong> Listen<br />

anfertigen, <strong>die</strong> <strong>von</strong> dem Hausverwalter <strong>über</strong>reicht<br />

werden.<br />

(Roe<strong>der</strong>.<br />

J2. Mhnik;,<br />

Die .Mas(aba des Uhemka).<br />

E<strong>in</strong>gang: Unvollendete Darstellung des<br />

Grabherrn und .se<strong>in</strong>er Frau.<br />

W ist w a nd: Drei Bildstreifen, unten l<strong>in</strong>ks<br />

\\ Iniik-! und se<strong>in</strong>e Frau am Spei.setisch. rechts<br />

drei Diener mit Waschgeräten. Krügen und<br />

Gänsen. Mittlere Reihe: Rechts Ehepaar mit<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong>n, l<strong>in</strong>ks Schwiegersohn und Tochter;<br />

(iazwiscjicn drei Reihen <strong>von</strong> (Jabenbr<strong>in</strong>gendcn.


38 Hermaxx JrXKER.<br />

auf den Grabherni zuschreitend. Obere Reihe:<br />

Whmki und Gemahl<strong>in</strong> am Opfertisch : rechts<br />

Riten <strong>der</strong> Sj^eisung vmd Gabenbr<strong>in</strong>gende, l<strong>in</strong>ks<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> und an<strong>der</strong>e Familienangehörige.<br />

Südwand: Oben Ehepaar am Speisetisch,<br />

rechts zwei Diener. Über <strong>der</strong> Darstellung <strong>die</strong><br />

große Opferliste. In <strong>der</strong> Mitte <strong>die</strong> Stiftungsbrü<strong>der</strong><br />

und Freunde des Verstorbenen. Unten Schlacht -<br />

szene und Wegtragen <strong>der</strong> Keule.<br />

Ostwand: Rechts <strong>die</strong> Eltern des Grabherrn<br />

stehend, nach Süden gewendet, hnks <strong>in</strong> entgegengesetzter<br />

Richtung Whrnh-^ und Gatt<strong>in</strong>:<br />

..Besichtigung <strong>der</strong> Herden <strong>der</strong> Stiftungsgüter<br />

und Ablegen <strong>der</strong> Rechnung." Die Verrechnung<br />

<strong>in</strong> drei Bildstreifen. Oben Schreiber mit Listen,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>die</strong> hkiw-hu-t mit Aufseher, unten<br />

drei Jungen mit Gänsen. Die Herden: R<strong>in</strong><strong>der</strong>.<br />

Esel, Schafe und Ziegen, <strong>über</strong> <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gangstür:<br />

dai-<strong>über</strong> e<strong>in</strong> Schiff. Unter dei- Darstellung dei'<br />

Abrechnung zwei Bil<strong>der</strong>reihen: In <strong>der</strong> oberen<br />

Männer mit Salben. Schmuck. Sandalen. Bett<br />

und Kopfstütze; <strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren Frauen mit Le<strong>in</strong>wand,<br />

Salbe, Gewand aus Pantherfell und Wedel.<br />

Nord wand: Oben Ehepaar mit Sohn, dah<strong>in</strong>ter<br />

<strong>die</strong> Großeltern. Unten zwei Reihen Gabentragen<strong>der</strong>,<br />

<strong>die</strong> oberen mit Körben auf dem Kopf,<br />

wie <strong>die</strong> DorfVertreter, <strong>die</strong> unteren mit Speisen<br />

und Getränken.<br />

23. Ss?mp,<br />

(Lepsius, Grab '.i& = Giza IL S. 172ff.,<br />

Abb. 25-33).<br />

E<strong>in</strong>gang: Nördliche Türwange, <strong>der</strong> Grabherr<br />

am Speisetisch, davor Priester, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Riten<br />

<strong>der</strong> Speisung vollziehen. Südliche Laibung: das<br />

Ehepaar auf e<strong>in</strong>em Sessel, davor e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> Söhne:<br />

anschließend auf <strong>der</strong> Wanddicke drei Bildreihen.<br />

Männer mit Kasten und J'leischstücken.<br />

Westwand: Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen<br />

rechts <strong>der</strong> Grabherr stehejid. vor und h<strong>in</strong>ter ihm<br />

se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong>; davor noch vier Bildstreifen: ,,Das<br />

Br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Totenopfer": Zwei Reihen <strong>der</strong> Dorfvertreter<br />

<strong>von</strong> listenführenden Schreibern geführt.<br />

Darunter werden Mastwild und e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>d<br />

gebracht, l<strong>in</strong>ks unten e<strong>in</strong> Mann mit Hyäne. Auf<br />

dem Pfosten <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür Diener mit<br />

Räuchergefäß. Salben. Libationskrügen, Le<strong>in</strong>wand<br />

und Opfertisch. Auf dem rechten äußeren<br />

Pfosten <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür Diener mit Libationsgefäß<br />

und Speisen. Nubier mit Le<strong>in</strong>ensack und<br />

Sandalen.<br />

SüdAsand: Der<br />

Grabherr am Speisetisch,<br />

<strong>die</strong> Priester opfern dem Verklärten. Über <strong>der</strong><br />

Darstellung <strong>die</strong> große Liste; unten Schlachtszene<br />

und Wegtragen <strong>der</strong> Fleischstücke.<br />

Ost wand, südlicher Teil: Das Ehepaar<br />

stehend, davor vier Bildstreifen. Auf den beiden<br />

oberen Diener mit Salben. Le<strong>in</strong>en. Waschgerät<br />

und Sänfte. Darunter Diener mit jungem Wild<br />

und Geflügel, Herbeiführen e<strong>in</strong>es Mastochsen.<br />

Unterste Reihe Schlachtszene und Wegtragen<br />

<strong>der</strong> Fleischstücke. Über dem E<strong>in</strong>gang <strong>die</strong> Schiffe.<br />

Nördlicher Teil, e<strong>in</strong> Ehepaar sitzend, davor vier<br />

Frauen, e<strong>in</strong>e fünfte unter dem Sessel kauernd.<br />

Unter <strong>der</strong> Darstellung Herbeiführen e<strong>in</strong>er Antilope<br />

und e<strong>in</strong>es Stieres.<br />

Nordwand: Das Ehepaar sitzend, <strong>über</strong><br />

ihm Titelreihen. Davor <strong>über</strong>reicht e<strong>in</strong> Schreiber<br />

<strong>die</strong> Liste des Opfers, h<strong>in</strong>ter ihm <strong>der</strong> Hausvorsteher<br />

und <strong>der</strong> Zahnarzt. Rechts oben s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

Speisen dargestellt, Fleisch. Brot und Kuchen,<br />

zmmterst (iemüse und Obst aufgeflochtenen Untersätzen.<br />

Unter <strong>der</strong> ganzen Darstellung Zug <strong>der</strong><br />

Diener mit Libationsvase, Speisetisch. Kuchen,<br />

We<strong>in</strong>krügen, Obst, Fleischstücken und Geflügel.<br />

24. Tntj,<br />

(Lepsius, Grab 47 = LD IL 30-31. Erg. XXVI)<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf beiden Türlaibungen ist <strong>der</strong><br />

Grabherr am Speisetisch dargestellt.<br />

Westwand: Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen vier<br />

Bi kistreifen, <strong>der</strong> oberste geht <strong>über</strong> <strong>die</strong> nördliche<br />

Sche<strong>in</strong>tür weg, <strong>die</strong> ke<strong>in</strong>e Platte hat. Dort rechts<br />

<strong>der</strong> Verstorbene stehend, vor ihm Schreiber,<br />

<strong>der</strong>en erster <strong>die</strong> Gabenliste <strong>über</strong>reicht. 2. <strong>von</strong><br />

oben. Diener mit Le<strong>in</strong>en. Waschgerät. Klei<strong>der</strong>-<br />

.sack. Bett, Stab und Fächer: 3. Räuchern und<br />

Libation: Geflügel und Jungwild werden gebracht.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong> herbeigeführt. 4. Gänseopfer;<br />

Diener mit Schenkel und Blut, zwei Diener mit<br />

großen Lotosblumensträußen, e<strong>in</strong> Diener mit<br />

Gänsen. Auf de<strong>in</strong> rechten Pfosten <strong>der</strong> nördlichen<br />

Sche<strong>in</strong>tür <strong>die</strong> Zeremonien des tvd.t-ih.t und des<br />

mm.t-,'h. Auf dem l<strong>in</strong>ken <strong>in</strong>neren Pfosten <strong>der</strong><br />

südlichen Sche<strong>in</strong>tür Diener mit Waschbecken,<br />

Räuchergefäß und Gänseopfer. Auf dem Außenpfosten<br />

e<strong>in</strong> Stiftungsbru<strong>der</strong>, zwei Diener. Gänsen<br />

den Hals mndrehend.<br />

Südwand: Der Grabheri' stehend, vor ihm<br />

Diener mit Le<strong>in</strong>en und Salbe, h<strong>in</strong>ter ihm <strong>die</strong><br />

Stiftungsgeschwister.


DkITTKR BeKUIIT tUEK DIE GRABUNGEN AUF DEM FRIEDHOF VON GlZA. 39<br />

Ostwaiid: Drei Bild.streifen. Oben rechts<br />

Tntj sitzend, auf ihn sehreiten <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong><br />

Stiftungsgüter zu; <strong>in</strong> <strong>der</strong> zweiten Reihe Fortsetzung<br />

des Zuges, <strong>in</strong> <strong>der</strong> dritten br<strong>in</strong>gen <strong>die</strong><br />

Hirten Geschenke und Abgaben an R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, am<br />

l<strong>in</strong>ken Ende e<strong>in</strong>e säugende Kuli.<br />

Nordwand: Oben sitzt <strong>der</strong> Grabherr am<br />

Speisetisch, rechts da<strong>von</strong> s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Gerichte aufgehäuft,<br />

<strong>der</strong> oberste Teil <strong>der</strong> Wand ist<br />

zerstört.<br />

Unter <strong>der</strong> Szene e<strong>in</strong>e Reihe Diener, <strong>die</strong> Speisen<br />

auf Schüsseln und We<strong>in</strong>krüge br<strong>in</strong>gen. Darunter<br />

Schlachtszenen.<br />

25. Nfr<br />

(Vorbericht 1912, S. 94— 96)i.<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf beiden Türlaibungen <strong>der</strong><br />

Grabherr, <strong>der</strong> sitzend <strong>die</strong> Verzeichnisse <strong>der</strong> Stiftung<br />

<strong>von</strong> .se<strong>in</strong>en Schreibern entgegennimmt.<br />

Westwand: Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong><br />

Grab<strong>in</strong>liaber am Speisetisch, dar<strong>über</strong> Opferliste.<br />

Rechts vom Speisetisch und <strong>über</strong> ihm Speisen luid<br />

Getränke auf Tischen, Matten, Schüsseln und<br />

Untersätzen. Rechts <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür das Ehepaar<br />

am Spei.setisch, neben dem E<strong>in</strong>gang Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n. Auf den Pfo.sten <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong> -<br />

türen räuchernde und gabenbr<strong>in</strong>gende Priester.<br />

Am Südende <strong>der</strong> Wand acht Bildstreifen: Alle<br />

Arten <strong>von</strong> Speisen und Getränken; <strong>die</strong> Platten<br />

s<strong>in</strong>d zum Teil mit Blumen verziert. Dariuiter<br />

Sclilachtszenen. Diese Darstellungen vervollständigen<br />

wolil <strong>die</strong> anscliließende Szene aiif <strong>der</strong><br />

Südwand.<br />

Südwand: Das Ehepaar im l^ehnsessel:<br />

Nfr nimmt e<strong>in</strong>e große Lotosbhime entgegen, dah<strong>in</strong>ter<br />

Diener mit zwei (Jansen. Oben l<strong>in</strong>ks Titelreihen,<br />

rechts e<strong>in</strong>ige Speisen. Unter <strong>der</strong> Darstellung<br />

e<strong>in</strong>e Reiiie <strong>von</strong> Harfen- und Flötenspielern,<br />

mit Sängern abwechselnd; darunter<br />

l<strong>in</strong>ks Sänger<strong>in</strong>nen, rechts Tänzer<strong>in</strong>nen.<br />

Ostwand: Am Südende Grabherr mit Sohn,<br />

davor vier Bildstreifen. 1. <strong>von</strong> oben drei Segelboote<br />

mit dem V'erstorbenen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kajüte, beim<br />

letzten Schiff Matro.>*tio uiiigobuiit.<br />

fang mit Klappnetz, 5. Esel mit Bündeln beladen<br />

kommen an, das Aufwerfen <strong>der</strong> Miete, 6. Säen<br />

und E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat durch Schafe.<br />

26. Njtctj,<br />

(Lepsius Grab 50 = LD II 89 Erg. XXX -XXXI)<br />

E<strong>in</strong>gang: Ohne Darstellungen. Die Inschrift<br />

des Architravs nennt Osiris neben Anubis.<br />

Westwand: Südlicher Teil neben <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür:<br />

Ehepaar stehend, dazwischen <strong>in</strong> mittlerer<br />

Höhe K<strong>in</strong>d an Lotosblume riechend. Davor<br />

drei Bildstreifen, das Vorführen <strong>von</strong> Mastwild<br />

und R<strong>in</strong><strong>der</strong>n darstellend ;<br />

<strong>der</strong> Zug wird <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Schreiber angeführt, <strong>der</strong> auf e<strong>in</strong>em entrollten<br />

Papyrus <strong>die</strong> Liste <strong>über</strong>reicht. Z^^dschen den zwei<br />

Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong> Grabherr am Speisetisch, davor<br />

<strong>die</strong> Riten des Opfers <strong>in</strong> <strong>der</strong> j üngeren Art ; Schlachtszene<br />

und Wegtragen des Schenkels.<br />

Ost wand: Rechts vom E<strong>in</strong>gang Njictj im<br />

Lehnstuhl mit Fliegenwedel <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Hand, mit<br />

<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en e<strong>in</strong>e Lotosblume entgegennehmend.<br />

E<strong>in</strong> Diener br<strong>in</strong>gt das Gänseopfer dar.<br />

27. K.'hjf<br />

(Kammer mit Pfeiler, Vorbericht 1913. S. 2öff.<br />

und Tafel VI.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Grabherr und Frau.<br />

West wand: Der Grabherr am Speisetisch<br />

sitzend, h<strong>in</strong>ter ihm ist e<strong>in</strong>e Matte aufgehängt.<br />

Vor ihm <strong>die</strong> Speisen auf Tischen und Schüsseln,<br />

(Jetränke <strong>in</strong> verzierten Krügen auf Untersätzen.<br />

E<strong>in</strong> Schreiber <strong>über</strong>reicht <strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Speisen;<br />

h<strong>in</strong>ter ihm e<strong>in</strong> Sohn des Grabherrn, das Gänseopfer<br />

vollziehend, dann zwei Söhne und e<strong>in</strong><br />

Totenpriester mit Fleischstücken. Unter <strong>der</strong><br />

Darstellimg zwei Schlachtszenen. Über <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür<br />

Speisetischszene, davor <strong>die</strong> große<br />

Opferliste; e<strong>in</strong> Sohn ruft das Verzeichnis <strong>der</strong><br />

Speisen aus. Rechts neben <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür<br />

s<strong>in</strong>d drei Söhne des Verstorbenen mit ihren<br />

Frauen dargestellt.<br />

Südwand: Rechts das Ehepaar am Speisetiscli,<br />

l<strong>in</strong>ks oben mehrere Reihen <strong>von</strong> (icriohten<br />

auf Tischen und Schüsseln, unten Konzert <strong>von</strong><br />

Enkeln und ?]nkcl<strong>in</strong>nen ausgeführt. Daneben<br />

drei weitere Enkel an niedrigen Sj)eiseti8chen<br />

kauernd.<br />

Ostwand: Rechts <strong>der</strong> (Jrabherr stehend,<br />

ru'l)cn ihm hockt se<strong>in</strong>e (Jemald<strong>in</strong>. davor vier<br />

Bildstreifen :<br />

. Das Be.sehon aller schönen Arbeiten . .


40 Heemanx Junker.<br />

<strong>die</strong> auf dem Felde verrichtet werden." Oberste<br />

Reilie: Pflügen, Säen, E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat durch<br />

Wid<strong>der</strong>, Fischfang mit Netz. 2. Reihe: Flachsernte,<br />

Hecheln des Flachses, Verarbeiten zu<br />

Stricken; l<strong>in</strong>ks Säcke und Eselherde, wohl zu<br />

<strong>der</strong> unteren Darstellung gehörend. 3. Reihe:<br />

Kornernte mit Flötenspiel, Abtransport <strong>der</strong><br />

Säcke mit Garben auf Eseln. 4. Reihe: Dreschen<br />

<strong>der</strong> Frucht durch Esel, Worfeln und Aufhäufen<br />

<strong>der</strong> Miete.<br />

Nordwand: L<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Grab<strong>in</strong>haber auf<br />

se<strong>in</strong>en Stab gelehnt betrachtet das Br<strong>in</strong>gen <strong>von</strong><br />

Geschenken aus se<strong>in</strong>en Gütern. H<strong>in</strong>ter ihm se<strong>in</strong><br />

junger Sohn Ddnfr. Vor ihm vier Bildstreifen ; <strong>in</strong><br />

den z-\vei oberen wird je <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Hirten e<strong>in</strong>e<br />

Koppel R<strong>in</strong><strong>der</strong> herbeigeführt. In <strong>der</strong> dritten e<strong>in</strong>e<br />

Antilope und e<strong>in</strong>e Gazelle, <strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten s<strong>in</strong>d<br />

Gänse und Enten abgebildet.<br />

28. ntpnjpth,<br />

(Grab Lepsius 25= LD II 71-72, Erg. XX,<br />

Kammer mit zwei Pfeilern.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den Ijeiden Türwangen steht<br />

<strong>der</strong> Verstorbene mit Stab und Taschentuch.<br />

West wand: In <strong>der</strong> Mitte e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür<br />

mit Rundstab und Hohlkehle. Südlich <strong>der</strong> Grabherr<br />

stehend mit se<strong>in</strong>em Sohn, davor Opferträger,<br />

darunter Gänseopfer und Diener mit Fleischstücken,<br />

Geflügel und Blumen. Nördhch <strong>der</strong><br />

Gi'abherr zwischen zwei Söhnen stehend, dann<br />

drei Reihen CJabentragen<strong>der</strong> mit Fleischstücken.<br />

Geflügel und Blumen. Unten Räuchernde und<br />

Diener mit Le<strong>in</strong>en, Fleischstücken, Jungwild und<br />

Geflügel.<br />

Südwand: Der Grabherr im Lehnsessel<br />

besieht <strong>die</strong> Arbeiten auf dem Felde. Vor ihm<br />

kauert se<strong>in</strong>e Frau, daneben steht e<strong>in</strong>e Tochter.<br />

Erhalten ist <strong>die</strong> untere Reihe mit Darstellung<br />

des Worfe<strong>in</strong>s und des Aufhäufens <strong>der</strong> Miete.<br />

Rechts <strong>die</strong> Dorfvertreter, <strong>die</strong> außer dem Korl)<br />

mit Gaben Blumen br<strong>in</strong>gen und Tiere an <strong>der</strong><br />

Le<strong>in</strong>e führen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>erem Maßstab gezeichnet<br />

s<strong>in</strong>d. Von <strong>der</strong> gleichen Wand stammt vielleicht<br />

das Bruch.stück e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en Szene, <strong>die</strong><br />

den Grabherrn mit se<strong>in</strong>en K<strong>in</strong><strong>der</strong>n zeigt, darunter<br />

<strong>die</strong> Verwaltungsbeamten des Stiftungsgutes.<br />

Ostwand: Der Grabherr vnvd auf e<strong>in</strong>er<br />

Sänfte getragen. Unter <strong>der</strong> Sänfte Hi<strong>in</strong>de, <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Zwergen geführt. Untere Reihe: Schreiber,<br />

Mann mit Stock, und Diener mit Gaben.<br />

Nord wand: Die Speisetischszene. Neben<br />

dem Sessel kauert e<strong>in</strong>e Tochter des Verstorbenen,<br />

h<strong>in</strong>ter ihm se<strong>in</strong>e Frau. Vor dem Opfertisch kniet<br />

e<strong>in</strong> Sohn mit zwei Näpfen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand, dah<strong>in</strong>ter<br />

stehen zwei Vorlesepriester mit Papyri, dann <strong>der</strong><br />

Schreiber des Gottesbuches und <strong>der</strong> Siegelbewahrer.<br />

Unter <strong>der</strong> Darstellung l<strong>in</strong>ks zwei<br />

Schlachtszenen, rechts das Nie<strong>der</strong>werfen des<br />

Opfertieres.<br />

29. Snb,<br />

(Vorbericht 1926 S. 113ff.)<br />

Alle Darstellungen s<strong>in</strong>d auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

angebracht. Auf den beiden Wangen <strong>der</strong> <strong>in</strong>neren<br />

Nische steht <strong>die</strong> große Speiseliste. Über <strong>der</strong> Nische<br />

zwei Augen darunter Titel und Namen des Grab<strong>in</strong>habers.<br />

L<strong>in</strong>ker Innenpfosten: Drei Bildstreifen,<br />

1. <strong>von</strong> oben ^nb wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Sänfte getragen,<br />

2. drei Diener mit Waschgerät, Weißbrot auf<br />

e<strong>in</strong>em Tisch, Braten auf e<strong>in</strong>er Platte, 3. drei<br />

Beamte des Grabherrn.<br />

Rechter Innenpfosten: Vier Bildstreifen,<br />

1. <strong>von</strong> oben, i§nb nimmt sitzend <strong>die</strong> Liste des<br />

Stiftungsgutes <strong>von</strong> se<strong>in</strong>em Hausvorsteher entgegen.<br />

H<strong>in</strong>ter <strong>die</strong>sem zwei Schreiber, 2. Familienszene:<br />

Die Gemahl<strong>in</strong> <strong>in</strong> Haustracht emi e<strong>in</strong>em<br />

Sessel, <strong>die</strong> beiden jungen K<strong>in</strong><strong>der</strong> reichen ihr e<strong>in</strong>e<br />

Lotosblume, an <strong>der</strong> sie riecht; <strong>die</strong> ältere Tochter<br />

kauert neben dem Sessel. 3.-4. Diener br<strong>in</strong>gen<br />

Speisen, Brot, Bier, Braten, Gans am Spieß, Obstschüssel.<br />

L<strong>in</strong>ker Au ßenj)fosten: Front: Oben In-<br />

.schriftzeilen mit Titel und Namen. Grabherr im<br />

Pantherfell sitzend, vor ihm räuchert e<strong>in</strong>er se<strong>in</strong>er<br />

Söhne. Dah<strong>in</strong>ter Schüsseln auf Untei'sätzen;<br />

unten zwei Diener mit Ochsenschenkeln. Wange:<br />

Sechs Reihen mit Schiffahrtsszenen. 1. Ru<strong>der</strong>n im<br />

Papyrusboot, 2. ^nb im Segelschiff, 3. i^nb im<br />

Papyrusboot pflückt Blumen. 4. — G. Holzkähne<br />

werden geru<strong>der</strong>t.<br />

Rechter Außenpfosten, Front: Oben<br />

Inschriftzeilen, darunter vier Bildreihen. 1. <strong>von</strong><br />

oben, Grabherr besichtigt stehend <strong>die</strong> ,, Gewebe<br />

<strong>der</strong> Weberei des Nordhauses", 2. Drei Schreiber<br />

machen E<strong>in</strong>tragungen <strong>über</strong> <strong>die</strong> gelieferten Gewebe.<br />

3. Abrechnung mit den Webern. 4. Weber<strong>in</strong>nen.<br />

Wange: Sieben Bildstreifen. 1. — 2. <strong>von</strong><br />

oben Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter, 3. Snb <strong>in</strong><br />

offener Halle auf nie<strong>der</strong>em Stuhl. Am E<strong>in</strong>gang<br />

e<strong>in</strong> Schreiber notierend: ,,Das E<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong>


:<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> (;rari*xgen' auf dem Friedhof vox Giza. 41<br />

Steuer"; vor ^nb se<strong>in</strong>e beiden Hunde. 4. Die<br />

Abrechnung mit den Hirten, l<strong>in</strong>ks macht e<strong>in</strong><br />

Schreiber E<strong>in</strong>tragungen, rechts wird e<strong>in</strong> Hirt <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Aufseher lierbeigeführt. 5.-7. Vieiiiierden :<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>, Esel. Ziegen und Schale mit Zalilcnangaben.<br />

30. Snfriclitp,<br />

(Giza, M<strong>in</strong>or Cemetery pl. 53—55).<br />

Westwand: Die südliche Sche<strong>in</strong>tür, dem<br />

Grab<strong>in</strong>haber gehörend, ist fast <strong>in</strong> <strong>die</strong> Mitte gerückt.<br />

L<strong>in</strong>ks <strong>von</strong> ihr oben Speisen auf Tischen<br />

und Schüsseln, Krüge auf Untersätzen. Darunter<br />

drei Reihen <strong>von</strong> Gabentragenden mit Schüsseln.<br />

Fieisch.stücken. (Jeflügel. Obst. Körben und<br />

Blumen. Rechts oberer Teil zerstört, erhalten<br />

drei Reihen <strong>von</strong> Gabentragenden wie auf <strong>der</strong><br />

l<strong>in</strong>ken Seite, <strong>in</strong> <strong>der</strong> mittleren Reihe zuerst zwei<br />

Diener, das Gänseopfer vollziehend. In <strong>der</strong><br />

unteren Reihe rechts Schlachtszene.<br />

Südwand: Der Grabherr am Speisetisch<br />

sitzend, <strong>in</strong> <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ken das Taschentuch. L<strong>in</strong>ks<br />

vier Diener <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>, räuchernd, e<strong>in</strong>e Gans<br />

opfernd, Ochsenschenkel und Weißbrot br<strong>in</strong>gend.<br />

Ostwand: Zwei Szenen. L<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Grabherr<br />

stehend, vor ihm .se<strong>in</strong> ältester Sohn, <strong>der</strong><br />

1 .<br />

Vollen<strong>der</strong> des Grabes. ^ Davor vier Bildreiiien.<br />

<strong>von</strong> unten <strong>der</strong> Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter, auf dem<br />

Kopf Körbe versdiiedener Form, <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien<br />

Hand Blumen. 2. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Vieh, <strong>über</strong><br />

e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Szene gemalt.- 3. Schlachtszene,<br />

<strong>über</strong> e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Darstellung gemalt. 4. Nicht<br />

mehr zu erkennen. Rechts: Der Grabherr beschaut<br />

<strong>die</strong> Arbeiten auf dem Felde, <strong>die</strong> <strong>in</strong> vier<br />

Bildstreifen wie<strong>der</strong>gegeben s<strong>in</strong>d. I. \ jbcn.<br />

E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat ?, 2. Ernte mit <strong>der</strong> Siclici.<br />

3. Anhäufen <strong>der</strong> Miete und Worfeln, 4. Dreschen<br />

mit Eseln auf <strong>der</strong> Tenne.<br />

30 u. Stk-,<br />

(Vorbericht 1914, Abb. 5).<br />

Nur <strong>die</strong> Westwand weist Darstell<strong>in</strong>igcn auf.<br />

Zwischen den beiden Sche<strong>in</strong>türen ist<br />

<strong>der</strong> (;ral>-<br />

' So i.st ilie Inschrift M<strong>in</strong>or Cometory, fS. löit, zu<br />

• leiiton, <strong>in</strong> ilo<strong>in</strong> mi<strong>in</strong> r>. vor 4. sotzt: ,,So<strong>in</strong> goliol)tor<br />

nItONtcr Sohn . . . .'iilj, gent<strong>in</strong>nl 'Jdir war es, dor (<strong>die</strong>s)<br />

se<strong>in</strong>em (Vntor) gemacht Iml, als ilieser znm \Vi.v.ten<br />

Kogi<strong>in</strong>gen wiir".<br />

' Wie OS sclio<strong>in</strong>t ul>er VertreCcr <strong>der</strong> (iiiter. si> diiU<br />

<strong>die</strong>ser gnnzo Ahschiiilt ur--|<strong>in</strong><strong>in</strong>Klii'li für <strong>die</strong> Horfprozossion<br />

bo.stimiiit way.<br />

herr zweimal Ijeim Spei.setiscli dargestellt, <strong>die</strong><br />

Szenen s<strong>in</strong>d gegen<strong>über</strong> gesetzt. Vor dem Speisetisch<br />

jedesmal <strong>die</strong> rituelle Speisung, <strong>in</strong> abweichen<strong>der</strong><br />

Fassung. Über <strong>der</strong> Darstellung <strong>die</strong><br />

große Opferhste, unter ihr zwei Schlachtszenen.<br />

Rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür s<strong>in</strong>d vier Bildstreifen<br />

angebracht: 1. <strong>von</strong> oben, Speisen,<br />

2.-3. Gabenträger, 4. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n<br />

und Wild.<br />

Mastal)a.s mit mehreren Kammern.<br />

31. Spiisk;f'Hlj und 'Ijutrj,<br />

(Grab Lepsius 16 = LD IL 49f., Erg. III-VII.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Nördliche Tünvange, <strong>der</strong> Grabherr<br />

im Segelboot, am Lande Matrosen und e<strong>in</strong><br />

R<strong>in</strong>d ; südliche Türwange desgleichen.<br />

Raum I<br />

West wand: Spishif^nh auf den Stab geleimt,<br />

neben ihm se<strong>in</strong> ältester Sohn 'Ijmrj. Davor<br />

vier Reihen <strong>von</strong> Darstellungen. 1. <strong>von</strong> oben.<br />

Totenprie.ster räuchernd, dah<strong>in</strong>ter Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> liornlosen R<strong>in</strong><strong>der</strong>n. Hirt mit Futter. Über<br />

E<strong>in</strong>gang zu Raum II oben Mastuild angebunden,<br />

unten Mästen <strong>von</strong> Ochsen. 2. Zwei R<strong>in</strong><strong>der</strong> angebunden,<br />

zwei werden herbeigefülirt. 3. E<strong>in</strong>e<br />

Mastantilope angebunden, e<strong>in</strong> Hirt zieiit rückwärts<br />

sciireitend e<strong>in</strong>e zweite herbei. 4. Kraniche,<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Hirten angcfülirt.<br />

Südwand: Fünf Reihen <strong>von</strong> Darstellungen<br />

<strong>der</strong> Handwerke: I. — 2. <strong>von</strong> oben Tischler.<br />

3. Metallarbeiter, 4. Le<strong>der</strong>arbeiter und Bildhauer,<br />

5. Ölpresse, Füllen <strong>der</strong> Krüge, Ölverkauf.<br />

Ostwand: 'Ijmrj stehend: ,,Das Ansehen<br />

des Br<strong>in</strong>gens des Totenopfers".<br />

Vier Bildreiiien:<br />

1. <strong>von</strong> oben sich <strong>über</strong> <strong>die</strong> Tür ziehend. Schreiber<br />

<strong>der</strong> Listen. 2. (Jänseopfer. e<strong>in</strong> hornloses R<strong>in</strong>d<br />

wird <strong>von</strong> rückwärts schreitendem Hirten herbcigcfüiirt.<br />

3. Och.sen. 4. Antilope und Ste<strong>in</strong>ljock.<br />

Nord wand: Oben .S'/w'.vA;/'«/( wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

Sänfte getragen, davor schreiten Diener mit Bett.<br />

Wedel, Sandalen usw. Oben l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> älteste<br />

Sohn 'Ijmrj mit se<strong>in</strong>en drei Söhnen und e<strong>in</strong>em<br />

Bru<strong>der</strong>. Mittlerer Streifen: .Mobilar. dabei Schreiber,<br />

unten Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter mit Körben<br />

verschiedener Form o<strong>der</strong> mit Käfig (xler Jungvieh,<br />

duneben Blumen. K:is»


:<br />

Hermann J<strong>in</strong>kek.<br />

RuK<strong>in</strong> II:<br />

Westwand: Um E<strong>in</strong>gang zu Raum III:<br />

We<strong>in</strong>lese, Feigenernte, dar<strong>über</strong> Scheuchen <strong>der</strong><br />

Vögel, l<strong>in</strong>ks We<strong>in</strong>presse und E<strong>in</strong>füllen <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Krüge.<br />

Südwand, westücher Teil: Große Szene<br />

des Festmahles <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Halle mit teppichbehangener<br />

Rück\\'and. 'Ijmrj im Lehnstuhl hält<br />

den Wetlel und fidirt e<strong>in</strong>e Lotosblume zur Nase;<br />

unter dem Sessel se<strong>in</strong> Hund schlafend. Vor ihm<br />

s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> mehreren Reihen <strong>die</strong> Speisen aiifgetürmt,<br />

auf Tischen und verzierten Schüssebi, Krüge mit<br />

Behang stehen auf Untersätzen. L<strong>in</strong>ks davor<br />

1. — 2. <strong>von</strong> oben Schlachtszenen, 3. <strong>die</strong> Küche,<br />

Ausnehmen <strong>der</strong> Tiere, Braten und Kochen.<br />

i. Gesang und Tanz <strong>der</strong> Männer, l<strong>in</strong>ks Leute des<br />

Haushaltes beim Essen.<br />

Östlicher Teil: Hirtenleben. 1. <strong>von</strong> oben<br />

Bereitung des Mahles, 2. Hirten mit R<strong>in</strong><strong>der</strong>n,<br />

3.-4. Kühe mit Kälbern, Melken.<br />

Ost wand: Leben <strong>in</strong> den Marschen: Papyrusernte,<br />

Vogeljagd im Boot, Ru<strong>der</strong>boot; rechts<br />

unten Mästen <strong>der</strong> Ochsen.<br />

Nord wand: westlicher TeU: 'Ijmrj betrachtet<br />

sitzend <strong>die</strong> Arbeiten auf dem Felde, <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> fünf Reihen dargestellt s<strong>in</strong>d. 1. <strong>von</strong> unten Aufhacken<br />

des Bodens, Säen und E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong><br />

Saat durch Schafe, 2. Pflügen, 3. Aufwerfen <strong>der</strong><br />

Miete, Esel br<strong>in</strong>gen <strong>die</strong> Garben <strong>in</strong> Säcken,<br />

4. Diener mit Stöcken treiben e<strong>in</strong>e Eselherde zu<br />

den Säcken, 3. Ernten des Kornes mit Sicheln,<br />

B<strong>in</strong>den <strong>der</strong> Garben; <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang Abrechnung<br />

und Szene <strong>in</strong> <strong>der</strong> Scheune. — Östlich<br />

'Ijmrj auf e<strong>in</strong>en Stab gelehnt, betrachtet : 1 . Vogeluncl<br />

2. Fischfang, 3. das Bauen <strong>der</strong> Papyrusboote<br />

und 4. das Fischerstechen.<br />

Raum III<br />

We s t w a n d : 'Ijmrj bei <strong>der</strong> feierlichen Speisetischszene,<br />

dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> Opferliste; rechts vom<br />

Opfertisch Priester, knieend mit Näpfen und<br />

Schalen, <strong>der</strong> letzte ruft <strong>die</strong> Speisen aus; rechts<br />

vier Reihen Diener.<br />

Südwand: Spssk.'f'nh im Lehnstuhl, den<br />

Wedel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Rechten nimmt <strong>die</strong> Lotosblume<br />

<strong>von</strong> se<strong>in</strong>em ältesten Sohn ; zu Füßen hocken dessen<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong>: Se<strong>in</strong> ältester Sohn Nfrbnvpth und drei<br />

weitere Söhne. H<strong>in</strong>ter '//mr/ Waschgerät, Speisen<br />

und am Schluß Diener; dar<strong>über</strong> br<strong>in</strong>gen Diener<br />

e<strong>in</strong>en Speisetisch, Fleischstücke und Früchte.<br />

Dar<strong>über</strong> drei Reihen Speisen auf Tischen, Platten<br />

und L^ntersätzen, We<strong>in</strong>- und Bierkrüge. Unter<br />

<strong>der</strong> ganzen Szene Harfenspiel, Gesang und Tanz.<br />

Ostwand: 'Ijmrj und Gemahl<strong>in</strong> betrachten<br />

.stehend <strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Gaben, <strong>die</strong> Geschenke für<br />

<strong>die</strong> Totenopfer: 1. <strong>von</strong> oben Schreiber, E<strong>in</strong>tragungen<br />

machend, e<strong>in</strong> Schreiber reicht se<strong>in</strong>em<br />

Kollegen e<strong>in</strong>en Papyrus, rechts versorgt e<strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong> Treiber zerrt rückwärts schreitend e<strong>in</strong>e<br />

zweiter e<strong>in</strong>e Rolle. 2. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Mastwild,<br />

Antilope. 3. Herbeiführen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n. 4. Gänseopfer<br />

und Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Geflügel; e<strong>in</strong><br />

Diener nimmt e<strong>in</strong>e Gans aus dem Käfig, e<strong>in</strong><br />

an<strong>der</strong>er kommt gelaufen mit Jungwild <strong>in</strong> zwei<br />

Käfigen, <strong>die</strong> an e<strong>in</strong>er Tragstange hätigen. Über<br />

<strong>der</strong> Tür <strong>die</strong> Tochter des Grabherrn.<br />

Nordwand: Vier Reihen Gabentragen<strong>der</strong>.<br />

Raum I:<br />

32. Nfrbiwpth.<br />

(Lepsius Grab 15 = LD II 55—58).<br />

Ost wand: Nördlicher Teil, <strong>der</strong> Grabherr<br />

stehend, <strong>die</strong> obere Reihe vor ihm zerstört. In <strong>der</strong><br />

mittleren Männer e<strong>in</strong>e Eselherde jagend (wie<br />

LD II 51 und II 73, 3). Untere Reihe: Esel<br />

br<strong>in</strong>gen Garben <strong>in</strong> Säcken, Aufwerfen <strong>der</strong> Miete.<br />

— Südlicher Teil: <strong>der</strong> Grabherr sitzend, davor —<br />

oben Abrechnung, anschließend wird <strong>der</strong> Verstorbene<br />

im Papyrusboot gestakt — Mitte<br />

Hacken und Pflügen, davor Schreiber — unten<br />

<strong>die</strong> Saat wird aus <strong>der</strong> Scheune genommen, ausgesät<br />

und <strong>von</strong> Wid<strong>der</strong>n e<strong>in</strong>getreten.<br />

Raum II:<br />

Architrav mit Inschrift ; auf den Pfeilern <strong>der</strong><br />

(jrrabherr, se<strong>in</strong> Vater und Großvater.<br />

Raum III:<br />

E<strong>in</strong>gang: Außenseite = Westwand <strong>von</strong><br />

Raum IL Der Verstorbene mit se<strong>in</strong>em Vater. Auf<br />

<strong>der</strong> nördlichen Tünvange: das Ehepaar sitzend,<br />

dabei e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Sohn, an Lotosblume riechend.<br />

Südliche Türwange; Räuchern und Gänseopfer<br />

vor dem sitzenden Ehepaar.<br />

Westwand: Zwischen den Sche<strong>in</strong>türen <strong>die</strong><br />

offizielle Speisetischszene, dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> Opferliste.<br />

Rechts vom Opfertisch s<strong>in</strong>d Speisen aufgehäuft,<br />

darunter e<strong>in</strong>e Reihe <strong>von</strong> Dienern mit Fleischstücken;<br />

ganz unten e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er Opfertisch<br />

mit Fleischstücken, Gans und Rimdbrot, e<strong>in</strong><br />

Totenpriester hockend, dah<strong>in</strong>ter fünf knieend<br />

mit Vasen.


:<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> iüer <strong>die</strong> Craiu-xoex atf dem Friedhof vox Giza. i:i<br />

Südwand; Das feierliche Alaiil: <strong>der</strong> (Jrabherr<br />

im Lehnstuiil. den Wedel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Rechten,<br />

nimmt e<strong>in</strong>e Lotosblume entgegen: h<strong>in</strong>ter dem<br />

Bilde Mattenbehang. Rechts fünf Reihen mit<br />

Speisen auf Tischen. Schüsseln und Mattengeflechten.<br />

Darunter Diener e<strong>in</strong>en Speisetiscli<br />

mit Gaben br<strong>in</strong>gend. Unter <strong>der</strong> Darstellung aclit<br />

Diener mit Ochsenschenkeln.<br />

Nordwand: Nfrbiwpth stehend, h<strong>in</strong>ter ihm<br />

se<strong>in</strong> Sohn NfrsSmpth, dann <strong>in</strong> vier Streifen ül)ere<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

Schreiber und Mastvieh mit Hirten.<br />

Vorhalle<br />

33. ^ndrnib-'Intj<br />

(Grab Lepsius 27, LD II 76—78.<br />

Erg. XVII—XXIII)<br />

(Raum I):<br />

AulJenwand südlich und nördlich Texte<br />

mit Briefen des Asosis. (Urk. I. 2. Aufl. S. 59f.).<br />

Rechts vom E<strong>in</strong>gang Grabherr im Papyrusboot<br />

auf <strong>der</strong> Vogeljagd, vor ihm se<strong>in</strong> Sohn<br />

Mhj, h<strong>in</strong>ter ihm Beamte; l<strong>in</strong>ks unten Harpunieren<br />

des Nilpferdes. — L<strong>in</strong>ks 'Fyitj im Pa-<br />

])yrusboot. speert Fische.<br />

Südliehe Schmalwand: Die große Figur<br />

des Grabherrn, davor <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>e .se<strong>in</strong>es Sohnes:<br />

darunter Szenen aus den Marschen; l<strong>in</strong>ks Texte,<br />

unter ihnen Transport des Sarkophags im Boot.<br />

Nördliche Schmalwand; Der Verstoibene,<br />

vor ihm .se<strong>in</strong> Sohn : darunter geleiten Hirten<br />

im Boot <strong>die</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong> durch den Strom: rechts Inschriftzeilen.<br />

Raum II:<br />

E<strong>in</strong>gang; Rechts und l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> (Jrabiicrr<br />

.stehend, ihm gegen<strong>über</strong> se<strong>in</strong> Sohn Mhj.<br />

Westwand: 'Intj im Papyrusboot mit Stab<br />

und Schweißtuch, sieht sich das Leben <strong>in</strong> den<br />

Marschen an. vor ihm e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Boot; Harpunieren<br />

<strong>der</strong> Niipfcrdr. L<strong>in</strong>ks Leben auf dem<br />

Felde<strong>in</strong> fünf Bildstreifen. I. Hirten beim Bereiten<br />

des Maldes. 2. e<strong>in</strong> Bulle bespr<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong>e Kuli.<br />

:i. Küiu> und Kiilber. Kalb saugend. 1. Hirten<br />

mit Vorräten. Anfertigen <strong>der</strong> Matten. ."><br />

.Melken<br />

<strong>der</strong> Kuh. tM)er <strong>der</strong> T<strong>in</strong>- zu l^aiim 111 .M;<strong>in</strong>uer<br />

laufend.<br />

Südwand; \'iei Bildstreifen. 1. \oii oben<br />

<strong>der</strong> firabherr wirfl <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Saufte getragen, dabei<br />

Wedelträger. Diener mit Bett, Hunde. 2. Diener<br />

mit Kasten und Wäschesnek. :i. Statuen des Verstorbenen<br />

<strong>in</strong> Sehre<strong>in</strong>en werden auf Schlitten<br />

gezogen. 4. Schlachtszenen.<br />

Ost wand; Vier Bil<strong>der</strong>reilien ; 1. <strong>von</strong> unten<br />

drei Ru<strong>der</strong>boote. 2. Drei Segelboote. 3. Fisclierstechen.<br />

I. Papyrusernte <strong>in</strong>id Bau <strong>von</strong> Papyrusbooten.<br />

Nord wand: Fünf Reihen mit Darstellungen<br />

des Handwerks: 1. <strong>von</strong> oben zerstört. 2. Tisclüer<br />

bei <strong>der</strong> Arbeit an Möbeln; Holzsägen; 3. Tischler.<br />

4. Bohren <strong>von</strong> Ste<strong>in</strong>gefäßen; ö. Anfertigung <strong>von</strong><br />

zwei Statuen. Auf den Wangen <strong>der</strong> Tür zu<br />

Raum D Ehejjaar, davor Sohn.<br />

Raum III<br />

E<strong>in</strong>gang; Auf den beiden Türwangen <strong>die</strong><br />

Vertreter <strong>der</strong> Stift<strong>in</strong>igsgüter. mit Körben verschiedener<br />

Art. <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand Geflügel und<br />

Blumen, o<strong>der</strong> Tiere <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>erem Maßstab am<br />

Strick führend. In den Namen <strong>der</strong> Dörfer wird<br />

auch König Asosis genannt.<br />

West wand ; Sechs Reihen <strong>von</strong> Darstellungen<br />

aus <strong>der</strong> Land\nrtschaft : 1. <strong>von</strong> oben Flachsernte<br />

? 2. Pflügen und E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat durch<br />

Schafe, 3. Kornernte, 4. Esel, Verschnüren <strong>der</strong><br />

Garbensäcke, ö. Abtransport <strong>der</strong> Säcke, G.<br />

Dreschen i<br />

Südwand = E<strong>in</strong>gang zu Raum IV.<br />

Ost wand; Sieben Reihen Bil<strong>der</strong> <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Viehabgabe; — 1. <strong>von</strong> oben R<strong>in</strong><strong>der</strong>, l<strong>in</strong>ks <strong>über</strong><br />

<strong>der</strong> Tür Mästen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n; 2. Abrechnung mit<br />

den Hirten: 3. Gänse und Jungwild werden herbeigebracht;<br />

4. (Jazelle mit Jungem und Hirsch;<br />

5. Gänse; 6. Enten und Tauben; 7. Mastr<strong>in</strong><strong>der</strong>.<br />

Nord wand: In den oberen Reihen We<strong>in</strong>lese,<br />

We<strong>in</strong>pressen und E<strong>in</strong>füllen <strong>in</strong> <strong>die</strong> Krüge; <strong>in</strong><br />

den unteren Scheunen mit verschiedener Körnerfrucht,<br />

dann Schreiber E<strong>in</strong>tragungen machend;<br />

Bereitung <strong>von</strong> Bier.<br />

Ru II w IV<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den beiden Tiirwangen <strong>die</strong><br />

N'ertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter mit Körben verschiedener<br />

.Art. <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand tu<strong>in</strong>gen sie<br />

(Jefiügel. Körbchen und Blumen o<strong>der</strong> führen<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> und Wild am Strick. (M. M. S. r>()-)ff. B.)<br />

Westwand; Wird <strong>von</strong> <strong>der</strong> großen Sche<strong>in</strong><br />

tür mit i^undstal) und Hohlkehle e<strong>in</strong>gemmimen ;<br />

<strong>in</strong> ilen Inscliriften ersehe<strong>in</strong>t auch Osiris als Totengott.<br />

Nord und Siulwauil: Der Verst»)rhenc<br />

am Spei.setisch ; dan<strong>in</strong>ter Reihe <strong>von</strong> Opfertrngorn.<br />

dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> Opferli.ste (M.M.D .S. 506).


:<br />

Oben<br />

,<br />

:<br />

44 Hebmann Junker.<br />

34 . ^ndtnib-Mlij<br />

(Lepsius, Grab 26, LDH 73-75, Erg. XI—XVI).<br />

Vorhof:<br />

Nord wand, rechts vom E<strong>in</strong>gang: Der<br />

Grabherr im Papyrusboot auf <strong>der</strong> Vogeljagd,<br />

2. kle<strong>in</strong>eres Boot, Harpunieren des Nilpferdes. —<br />

L<strong>in</strong>ks Mhj im Papyrusboot beim Fischstechen<br />

;<br />

rechts unten Fischen mit Reuse.<br />

Östliche Schmalwand : das<br />

, Ansehen<br />

<strong>der</strong> Gaben, <strong>die</strong> aus den Marschen gebracht werden"'<br />

durch den Grabherrn; Diener mit Papyrus<br />

und geflochtenen Körbchen. Unten, Hirten<br />

durchqueren mit <strong>der</strong> Herde den Fluß.<br />

Westliche Schmalwand: Oben Mhj stehend,<br />

vor ihm drei Reihen Gabenljr<strong>in</strong>gen<strong>der</strong>, unten<br />

Hirten <strong>in</strong> Booten, und tlie Herde den Fluß durchquerend.<br />

Raum I<br />

E<strong>in</strong>gang : Auf beiden Türdicken ist iSndmih<br />

dargestellt, ihm gegen<strong>über</strong> se<strong>in</strong> gleichnamiger<br />

Sohn.<br />

West wand: Sieben Bildstreifen, 1. <strong>von</strong><br />

oben zerstört, 2. Kornschneiden mit Sicheln,<br />

3. Beladen <strong>der</strong> Esel, 4. Esellierde, dah<strong>in</strong>ter<br />

Männer, laufend. B<strong>in</strong>den <strong>der</strong> Säcke, 5. Worfeln<br />

und Aufhäufen <strong>der</strong> Miete, 0. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong><br />

Vieh, Gänseopfer, 7. Nie<strong>der</strong>werfen des Opfertieres,<br />

zwei Schlachtszenen. Wegtragen des Schenkels.<br />

Südwand: westliclier Teil: Der Grabherr<br />

stehend, daneben 'Intj, davor vier Bildstreifen,<br />

1. <strong>von</strong> oben Kraniche, 2. Gänse, 3. Drei Diener<br />

zerren e<strong>in</strong>e Mastantilope herbei, zwei <strong>von</strong> ihnen<br />

dabei rückwärts schreitend, 4. Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

e<strong>in</strong>er Mastantilope. — Östlicher Teil: Grabherr<br />

im Lehnstuhl, vor ihm se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong>, <strong>die</strong> leibliche<br />

Königstochter Hntknci, kauernd ; er nimmt<br />

den Papyrus mit Abrechnungen entgegen. Die<br />

hknu werden tiefgebückt herbeigeführt, Schreiber<br />

machen E<strong>in</strong>tragungen, darunter Hirten mit Vieh.<br />

Die drei oberen Register zeigen Harfen- und<br />

Flötenspiel, Gesang und Tanz, oberste Ileilie<br />

zerstört.<br />

Ostwand: Drei Reihen <strong>von</strong> Darstellungen<br />

des Handwerkes. 1. <strong>von</strong> oben Bildhauer, 2. Metallarbeiter,<br />

3. l<strong>in</strong>ks Zwerge beim Anfertigen <strong>von</strong><br />

Schmuck, rechts Anfertigen <strong>von</strong> Töpfen.<br />

Nordwand: Westlich, Ehepaar stehend.<br />

daneben <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong>. Östlich fünf Bildstreifen.<br />

1. <strong>von</strong> oben zerstört, (Papyrusernte?), 2. Vogelfang<br />

mit Klappnetz, 3. rechts Pflügen, Säen,<br />

E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat ; l<strong>in</strong>ks Flachsernte, B<strong>in</strong>den<br />

und Hecheln des Flachses, 4. Fischfang im<br />

Schleppnetz, ö. Zug <strong>von</strong> Schreibern und Gabenbr<strong>in</strong>genden,<br />

mit Geflügel, Blumen, Jungvieh und<br />

Tieren, <strong>die</strong> <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>erem Maßstab gehalten s<strong>in</strong>d.<br />

Rmwi II<br />

E<strong>in</strong>gang: Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter,<br />

mehr <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> älteren Anordnung gehalten.<br />

West wand: Wird ganz <strong>von</strong> <strong>der</strong> großen<br />

Sche<strong>in</strong>tür mit Rundstab und Hohlkehle e<strong>in</strong>genommen.<br />

In den Totengebeten ersche<strong>in</strong>t Osiris.<br />

Südwand: Speisetischszene <strong>der</strong> <strong>über</strong>kommenen<br />

Art ; <strong>über</strong> dem Tisch mit den Broten s<strong>in</strong>d<br />

Speisen aller Art aufgehävift, dar<strong>über</strong> Krüge und<br />

Schüsseln auf Stän<strong>der</strong>n. L<strong>in</strong>ks Reihen <strong>von</strong><br />

Priestern und Dienern.<br />

Ostwand: Darstellungen zerstört.<br />

Nord wand: Speisetisch.szene wie auf <strong>der</strong><br />

Südwand. L<strong>in</strong>ks <strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten Reihe Gänseopfer,<br />

das erste durch den ältesten Sohn dargebracht.<br />

35. K;j<strong>in</strong>'uh<br />

(Vorbericht 1926, S. 76ff.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den beiden Türwangen <strong>der</strong><br />

Grabherr schreitend mit dem großen Stab <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Hand. Dar<strong>über</strong> Inscliriften mit Titeln und Namen.<br />

West wand: Wird <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er großen, flaciien<br />

Sciie<strong>in</strong>tür ausgefüllt.<br />

vSüdwand: Der Grabherr bei <strong>der</strong> <strong>über</strong>lieferten<br />

Speisetischszene. Dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> große<br />

Opferliste; l<strong>in</strong>ks drei Reihen <strong>von</strong> Priestern und<br />

Dienern. 1. <strong>von</strong> oben Vorlesepriester und Schreiber<br />

mit Papyrusbehälter, 2. <strong>die</strong> Speisungszeremonie<br />

nach dem neuen Ritus, 3. Gänseopfer<br />

und Diener mit Speisen und Geflügel.<br />

Ostwand: offen: auf <strong>der</strong> Außenseite des<br />

Architravs ist <strong>der</strong> Grabherr sechsmal dargestellt,<br />

jedesmal <strong>in</strong> verschiedener Kleidung und mit verschiedenen<br />

Titeln.<br />

Nord wand: Ksjm^nlj beim Fischstechen im<br />

Papyrusboot; vor ihm se<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Sohn. Am<br />

Ufer Diener mit <strong>der</strong> Beute, mit Sack, Eimer und<br />

Reuse.<br />

Korridor: Nur <strong>der</strong> Nordtei) <strong>der</strong> Westwand<br />

ist mit Darstellungen versehn. Am Südende <strong>die</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür <strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong>. Am Nordende das Ehepaar<br />

im Lehnstuhl beim Brettspiel, <strong>der</strong> Partner<br />

hockt gegen<strong>über</strong> <strong>in</strong> dem zweituntersten <strong>der</strong> vier<br />

Bildstreifen;, h<strong>in</strong>ter ihm Leute beim Schlangenspiel.<br />

Im untersten Streifen Gesang und Tanz,


Dritter <strong>Bericht</strong> üiser <strong>die</strong> fjRABrxoEX ai*f dem Friedhof vox Giza. 45<br />

im zweitohersten Harfenisten. Flötcnspieici- und<br />

Sänger. Im obersten hockend <strong>die</strong> 8öhne des V'erstorl)enen<br />

und <strong>die</strong> Beamten des Stiftungsgutes.<br />

Anschließend an den Architrav <strong>der</strong> Kammer:<br />

Das H<strong>in</strong>stellen des Lehnstuhles und das Beizeiten<br />

des unter e<strong>in</strong>em Baldach<strong>in</strong> stehenden Bettes.<br />

Sargkaimncr .<br />

Westwand: ll<strong>in</strong>tci' dem Sarg oberer Streifen:<br />

Viehzucht, H<strong>in</strong><strong>der</strong>, Melken. Kalben. Im<br />

untersten Streifen <strong>von</strong> rechts nacii l<strong>in</strong>ks: Vermessen<br />

des Saatkornes, Pflügen. Siien, Ernten.<br />

Nördlicher Teil: oben <strong>die</strong> (iewandkammer. <strong>die</strong><br />

Möbel- und (Jerätekammer, <strong>die</strong> Schiffswerft :<br />

<strong>der</strong> Crabherr fährt im Papyrussum7)f. Rechts<br />

imten Scheunen und Speicher.<br />

Südwand: Oben rechts an <strong>die</strong> Darstellung<br />

<strong>der</strong> Viehzuclit auf <strong>der</strong> West wand anschließend.<br />

<strong>die</strong> Hirten beim Bereiten des Mahles. L<strong>in</strong>ks da<strong>von</strong><br />

vier Bildstreifen. 1. <strong>von</strong> oben Möbel und Gerät.<br />

Betten, Kopfstütze. Klei<strong>der</strong>sack, Sessel; 2. <strong>die</strong><br />

Gefäße mit den sieben Ölen ; 3. Sänger<strong>in</strong>nen und<br />

Tänzer<strong>in</strong>nen, 4. Harfenspieler, Flötenspieler und<br />

Sänger. L<strong>in</strong>ks an <strong>die</strong> Speiseliste <strong>der</strong> Ostwand<br />

anschließend, Speisen und Getränke <strong>in</strong> fünf<br />

Reihen aufgestapelt: e<strong>in</strong> Priester bei dem Ritus<br />

des<br />

icdn-ih.1.<br />

Ost wand: Gegen<strong>über</strong> dem Sarge, das ist<br />

vor den Augen <strong>der</strong> Leiche, <strong>die</strong> große Opferliste:<br />

rechts da<strong>von</strong> <strong>die</strong> 'i'otcnpriester. ihre Riten vollziehend.<br />

L<strong>in</strong>ks und unten Diener mit Speisen und<br />

Gerät für das Mahl. Nördlich des E<strong>in</strong>ganges <strong>die</strong>i<br />

Reihen vf)n (Jabent ragenden mit Kciibcn <strong>in</strong>il<br />

dem Kopf; an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e führen sie e<strong>in</strong> K;ill)( licn.<br />

e<strong>in</strong>e Antilope und e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>rl.<br />

Nordwand: Obere Reihe reciits drei Segelboote<br />

<strong>in</strong> Fahrt, l<strong>in</strong>ks zwei Lastscliiffe stromabwärts<br />

gehencl. Im Mittelfelfl (Jän.se. Enten und<br />

Tauben. Untere Reihe <strong>von</strong> rechts und l<strong>in</strong>ks <strong>die</strong><br />

vier .v/.-./, Näpfe mit Broten. Krüge mit Bier und<br />

We<strong>in</strong>. Westlich untci- den Lastsdiiffen drei<br />

Bil<strong>der</strong>reihen: Oben Kociicn <strong>der</strong> Fleischgerichte,<br />

Braten «ler (ians; <strong>in</strong> dei Mitte und <strong>in</strong>iten Bereitung<br />

des Bieres.<br />

<strong>der</strong> Grabherr sitzend. Rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

Xfnnj't mit Stab und Tuch, vor ihm se<strong>in</strong> ältester<br />

Sohn H'fmfnr. L<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Sclie<strong>in</strong>tür das Ehepaar<br />

stehend.<br />

Südwand: Der Grabherr beim Mahle. Über<br />

ihm Inschriftzeilen, unter dem Stuhl se<strong>in</strong> Himd.<br />

L<strong>in</strong>ks oben mehrere Reihen <strong>von</strong> Speisen; We<strong>in</strong>krüge<br />

auf Untersätzen, Schüsseln, Näpfe mit<br />

fierichten. Unter <strong>der</strong> Szene Gesang (und Tanz).<br />

Ost wand: Das Ehepaar stehend, davor<br />

vier Bildstreifen: ..Das Besehen <strong>der</strong> Geschenke,<br />

<strong>die</strong> aus den (Gütern) <strong>der</strong> Stiftung gebracht<br />

werden." 1. <strong>von</strong> oben Reihe <strong>von</strong> Schreibern<br />

'.<br />

2. Herbeiführen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, 3. Antilope angepflockt.<br />

E<strong>in</strong>e zweite wird <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em i'ückwärts<br />

schreitenden Hirten vnrangezerrt. 1. E<strong>in</strong>e<br />

Reiiie <strong>von</strong> Kranichen.<br />

37. H'ßnfrui,<br />

(Grab Lepsius öß = LD II l« A.Z. 64 Taf. III.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Architrav mit Inschrift: südliche<br />

T<strong>in</strong>wange H'fsnfrw stehend mit Stab und Tuch;<br />

h<strong>in</strong>ter ihm se<strong>in</strong> Sohn; gegen<strong>über</strong> e<strong>in</strong> Priester<br />

'.<br />

räuchernd<br />

West wand: In <strong>der</strong> Mitte <strong>die</strong> Prunksche<strong>in</strong>tür:<br />

auf de<strong>in</strong> .Architrav Inschrift mit Bild<br />

des Giabhcrrn am Schlul.!.<br />

38. Dtljnnur,<br />

(Grab Lepsius 60 = LDH 33.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Nur <strong>die</strong> nördliche Laibung ist<br />

crlialten. Auf ihr das Ehepaar sitzend.<br />

Westwand: Südlich als e<strong>in</strong>zige Opferstelle<br />

<strong>die</strong> Prunksche<strong>in</strong>t<strong>in</strong>'. Auf ihren beiden Lail)ungen<br />

und auf dem Südteil <strong>der</strong> Wand <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong><br />

Stift ungsgüter. Nördlicii <strong>der</strong> Sclie<strong>in</strong>tür das Ehe-<br />

])aar stehend, e<strong>in</strong> Sohn hält sich am Stab des<br />

Vaters, <strong>die</strong> an<strong>der</strong>e Hand ist erhoben. Dann fünf<br />

Bildstreifen; 1. — 2. <strong>von</strong> oben zerstört, 3. Diener<br />

br<strong>in</strong>gen Gänse und Jungtiere auf den Armen.<br />

4. Diener mit zwei Gänsen, dah<strong>in</strong>ter Sehlachtszene<br />

<strong>in</strong>id Wegtragen des Schenkels. .">.<br />

zerstört.<br />

Süd- und Ostwaufi: Zerstört.<br />

() Dir >Lisl!ili:is ilsHii'li


4(i Hermann Junker.<br />

Nordwand: Vier Reihen <strong>von</strong> Darstellungen.<br />

1. <strong>von</strong> oben <strong>der</strong> C4rabherr stehend im Ru<strong>der</strong>boot.<br />

2. — 4. reichen nur bis zur Hälfte <strong>der</strong> Wand. Zwei<br />

Diener<strong>in</strong>nen br<strong>in</strong>gen Gerät: Kasten. Klei<strong>der</strong>sack.<br />

Le<strong>in</strong>en und Körbe. 3. Schlachtszene, (Antilope).<br />

4. zerstört.<br />

40. H'thwfw,<br />

(Annales XVI S. 258 ff.)<br />

E<strong>in</strong>gang zum Hof: Auf den beiden<br />

Laibungen <strong>die</strong> große Figur des Anubis. dabei<br />

Totengebet.<br />

E<strong>in</strong>gang zur Kammer: Außen südlich<br />

<strong>die</strong> Mutter des Grabherrn, ihren Sohn bei <strong>der</strong><br />

Hand fassend. Dah<strong>in</strong>ter drei Reihen mit je zwei<br />

Personen. 1. <strong>von</strong> oben Schreiber Listen <strong>über</strong>reichend,<br />

2. Beamte <strong>in</strong> Achtungstellung, 3. zerstört.<br />

— Nördlich: Der Grabherr mit Stab und<br />

B<strong>in</strong>de. H<strong>in</strong>ter ihm <strong>in</strong> drei Reihen: 1. Se<strong>in</strong>e<br />

beiden Söhne hockend, 2. Totenpriester mit<br />

Stab und Klei<strong>der</strong>sack, Schreiber mit Papyrusbehälter<br />

auf <strong>der</strong> Schulter und Sack <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand.<br />

S.Schreiber, zerstört. Südliche Türwange : ,,Das<br />

Betrachten <strong>der</strong> versiegelten D<strong>in</strong>ge, <strong>die</strong> aus dem<br />

Königshause gebracht werden." Der Grabherr<br />

sitzend, h<strong>in</strong>ter ihm se<strong>in</strong>e Frau stehend, an Lotosbl<strong>in</strong>ne<br />

riechend, vor ihm hockend se<strong>in</strong>e beiden<br />

Söhne. L<strong>in</strong>ks Titelreihen und Aufzählung <strong>der</strong><br />

(iahen. Nördliche Türwange: H'fhwfw sitzend,<br />

h<strong>in</strong>ter ihm se<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Tochter, vor ihm se<strong>in</strong>e<br />

beiden Söhne. Listen <strong>über</strong>reichend : ,,Das Ansehen<br />

des Totenopfers, das gebracht wird aus dem<br />

Königshau.se und aus den Dörfern des Stiftungsgutes."<br />

Rechts Titelreihen und Aufzählung <strong>der</strong><br />

Abgaben.<br />

Westwand: Gegen Süden <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige<br />

Sche<strong>in</strong>tür. Auf <strong>der</strong> Platte <strong>der</strong> Grabherr am<br />

Speisetisch, dar<strong>über</strong> und l<strong>in</strong>ks da<strong>von</strong> <strong>die</strong> große<br />

Opferliste. Auf <strong>der</strong> Innenseite des Rücksprunges<br />

l<strong>in</strong>ks fünf Diener mit Gans, Brot und Bier.<br />

Wässer, Libation und Weihrauch ; auf <strong>der</strong> rechten<br />

Seite desgleichen, mit Platte, We<strong>in</strong>. Ochsen -<br />

Schenkel, Sack und Weihrauch. ( ?) L<strong>in</strong>ks neben<br />

<strong>der</strong> Sehe<strong>in</strong>tür vier Dorfvertreter <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>,<br />

je<strong>der</strong> mit e<strong>in</strong>em Korb auf dem Kopfe, mit <strong>der</strong><br />

freien Hand e<strong>in</strong> Tier an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e führend. —<br />

Rechts das Ehejiaar stehend, dar<strong>über</strong> Inschriftzeilen,<br />

davor fünf Bildstreifen. 1. <strong>von</strong> oben fünf<br />

Dorfvertreter<strong>in</strong>nen mit Körben, <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien<br />

Hand Geflügel. 2. Schreiber E<strong>in</strong>tragungen<br />

machend: ..Das Zählen <strong>der</strong> Totenopfer, <strong>die</strong> aus<br />

se<strong>in</strong>en Dörfern des Stiftungsgutes gebracht<br />

werden." 3. Diener räuchernd, Diener mit Korb<br />

und Fächer und Sack, zwei Diener tragen e<strong>in</strong>en<br />

Stän<strong>der</strong> herbei, 4. Diener mit Speisen, 5. Diener<br />

mit zwei Gänsen, fünf Diener Jungvieh tragend,<br />

Südwand: Spei.setischszene. <strong>über</strong> dem Tisch<br />

<strong>die</strong> große Opferliste ; rechts unten <strong>in</strong> zwei Reihen<br />

<strong>die</strong> Totenpriester beim Vollzug des Rituals,<br />

Ost wand : Der Grabherr sitzend, h<strong>in</strong>ter ihm<br />

e<strong>in</strong>e Tochter, vor ihm vier Bildstreifen; 1, <strong>von</strong><br />

oben zerstört, man erkennt noch Vasen; 2, Zwei<br />

Diener mit Stoffen, dah<strong>in</strong>ter drei Stän<strong>der</strong>, mit<br />

je vier Ölvasen, 3. Mann mit drei Ölvasen. (Überreichen<br />

des versiegelten -stj-hh), Diener räuchernd,<br />

Diener mit Gefäßuntersätzen, fünf große Vasen<br />

mit ()1, e<strong>in</strong> Kasten mit Weihrauch ; 4, drei Dienerpaare<br />

br<strong>in</strong>gen je e<strong>in</strong>en Mantel.<br />

Nord wand: Der Grabherr stehend, h<strong>in</strong>ter<br />

ihm se<strong>in</strong>e Frau, ihm gegen<strong>über</strong> se<strong>in</strong>e Tochter mit<br />

Lotosblume <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand.<br />

41. Mrjsjnh III.<br />

(Boston Bullet<strong>in</strong> 1927, Vol. XXV. Fig. 1-20.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Architrav mit Inschrift; rechts<br />

und l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Tür je e<strong>in</strong>e Inschriftzeile. Türlaibungen:<br />

Südlich <strong>die</strong> König<strong>in</strong> stehend, an<br />

],iotosblume riechend. H<strong>in</strong>ter ihr zwei Diener<strong>in</strong>nen<br />

mit Kasten. Gegen<strong>über</strong> <strong>der</strong> Vorsteher <strong>der</strong> Totenjiriester.<br />

e<strong>in</strong>en Papyrus mit Listen <strong>über</strong>reichend.<br />

Oben große Figur des Anubis. dabei Totengebet.<br />

Nördlich <strong>die</strong> Grabherr<strong>in</strong> stehend, es werden ihr<br />

e<strong>in</strong>e Hyäne und e<strong>in</strong>e .Antilope gebracht.<br />

Ranm I<br />

(Halle)<br />

West wand: Oben durchlaufend e<strong>in</strong>e zweizeilige<br />

Inschrift,<br />

Im Südteile e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür. Es<br />

folgen nach Norden zwei Öffnungen mit Pfeiler<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte, dann im Nordteil <strong>der</strong> Wand <strong>die</strong><br />

Figur <strong>der</strong> Mutter, <strong>der</strong> blonden König<strong>in</strong> Htphri,<br />

<strong>die</strong> Grabherr<strong>in</strong> und ihr Sohn Nbmiht. Zwischen<br />

flen beiden König<strong>in</strong>nen e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong><br />

kauernd mit Lotosblume, e<strong>in</strong> junger Pr<strong>in</strong>z mit<br />

Wiedehopf und Lotosblume. H<strong>in</strong>ter Nbmiht <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

zwei Pr<strong>in</strong>zen und e<strong>in</strong>e Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong>.<br />

Südwand: L^nter den Reliefs s<strong>in</strong>d sechs<br />

Statuen <strong>von</strong> hockenden Totenjiriestern ausgehauen.<br />

Dar<strong>über</strong> fünf Bildstreifen mit <strong>der</strong> Grabausrüstung<br />

<strong>der</strong> König<strong>in</strong>: <strong>der</strong> Baldach<strong>in</strong>, das<br />

Bett, <strong>der</strong> Ses.sel, <strong>die</strong> Sänfte, <strong>die</strong> Kopfstütze,<br />

Untersätze mit Ölvasen, Klei<strong>der</strong> usw.<br />

Schlachtszene.


1<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> i'ber <strong>die</strong> Oraruxgex auf dem Friedhof vox Giza.<br />

Ostwand: nördlich des E<strong>in</strong>ganges: L<strong>in</strong>ks<br />

Knv'b, <strong>der</strong> Vater <strong>der</strong> König<strong>in</strong>. Daran anschließend<br />

rechts <strong>die</strong> Grabherr<strong>in</strong> mit ihrer Mutter im<br />

Papyrusboot, Blumen pflückend. Davor 1. <strong>der</strong><br />

Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter. 2. Vogelfang, 3. <strong>über</strong> den<br />

ganzen Abschnitt <strong>der</strong> Wand gehend. Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> Kranichen und R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, darunter<br />

4. Boote <strong>in</strong> den Marschen; rechts Säen und E<strong>in</strong>treten<br />

<strong>der</strong> Saat. Südlich des E<strong>in</strong>ganges: 1. — 2.<strong>von</strong><br />

oben Boote, <strong>in</strong> den oberen sitzt <strong>die</strong> König<strong>in</strong> auf<br />

e<strong>in</strong>em Sessel, es werden ihr Blumen gereicht.<br />

3. Anfertigen <strong>von</strong> Statuen <strong>der</strong> König<strong>in</strong>, zwei<br />

Statuen werden auf Kufen gezogen. 4. Anfertigung<br />

des (Jranitsarkophags, 5. Handwerker.<br />

Nord wand: Doppelarchitrav und In.schrift:<br />

auf den Pfeilern <strong>die</strong> König<strong>in</strong> stehend, vor ihr e<strong>in</strong><br />

junger Pr<strong>in</strong>z.<br />

Rd<strong>in</strong>ti 11 ( Nordkammer)<br />

In <strong>der</strong> Nordwand s<strong>in</strong>d zehn Statuen ausgehauen,<br />

<strong>über</strong> ihnen läuft e<strong>in</strong> Inschriftband. Die<br />

übrigen Wände <strong>der</strong> Kammei- blieben ohne<br />

Schmuck.<br />

Raum III<br />

(Westkammer)<br />

West wand: Südlich <strong>die</strong> Prunksche<strong>in</strong>tür.<br />

Daran sd<strong>die</strong>ßen sich zwei Statuen, e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>faclic<br />

Sclie<strong>in</strong>tür direkt <strong>über</strong> dem Schacht, dann Statuen<br />

und wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Prunksche<strong>in</strong>tür.<br />

Südwand: Die König<strong>in</strong> am Speisetisch,<br />

dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> Opferliste <strong>in</strong> <strong>der</strong> neuen Fassung. Vor<br />

<strong>der</strong> Szene: <strong>die</strong> ,, Verklärung" durch e<strong>in</strong>en Priestei'<br />

und Überreichen <strong>von</strong> Brot und Bier durcli den<br />

Darunter, <strong>über</strong> <strong>die</strong> ganze Wand laufend, <strong>die</strong><br />

wtj.<br />

Abrechnung mit den Bauern.<br />

Nordwand: Oben l<strong>in</strong>ks Überreichen e<strong>in</strong>er<br />

BIu<strong>in</strong>e( ?), Musikanten und Sänger<strong>in</strong>nen, 2. Tänzer<strong>in</strong>nen,<br />

3. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Speisen und Getränken<br />

aus «ler Küche. 4. desgleichen und Zubereiten<br />

dei- Speisen.<br />

FelHRräher.<br />

/?. //'/»"n/i,<br />

((irab l.cp,siiis 7.-. i.I) IT sff. un.l Krg. .\ .\\"l 1<br />

Text I. \y.\).<br />

E<strong>in</strong>gang: Südliche .\iilienscite. (Irabhcn<br />

mit Stab und Szepter nach Süden schreitend,<br />

vor ihm zwei se<strong>in</strong>er jungen Söhne, sicli l)oi ilor<br />

Hand fns.send. Nördlich //'/'""/' als beleibter<br />

Mann mit .'~;tal) und S/.pptcr. nach Norden<br />

schreitend, vor ihm e<strong>in</strong> Sohn h<strong>in</strong>ter ihm e<strong>in</strong>e<br />

Tochter.<br />

Westwand: Als Palastfront ausgearbeitet,<br />

mit sechs Türen; l<strong>in</strong>ks <strong>von</strong> <strong>der</strong> er.sten südlichen<br />

Sche<strong>in</strong>tür, <strong>der</strong> Grabherr mit<br />

Stab und Szepter,<br />

vor ihm se<strong>in</strong> Sohn. Rechts daneben ist <strong>die</strong> Statue<br />

des Verstorbenen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Nische ausgehauen,<br />

<strong>über</strong> ihr zwei Bildstreifen: Oben wird e<strong>in</strong>e fette<br />

Hyäne herbeigeführt, unten machen drei Schreiber<br />

E<strong>in</strong>tragungen. Auf <strong>der</strong> Platte <strong>der</strong> ersten<br />

Sche<strong>in</strong>tür das Ehepaar vor e<strong>in</strong>em Tisch mit zwei<br />

großen Broten und Gans. Auf dem südlichen<br />

Rücksprung fünf Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter<br />

(,,Das Br<strong>in</strong>gen des Totenopfers"). Auf <strong>der</strong> nördlichen<br />

e<strong>in</strong> Ehepaar, dar<strong>über</strong> zwei Reihen mit<br />

Angehörigen. Auf den <strong>in</strong>neren Türdicken Verzeichnis<br />

<strong>der</strong> Öle und Teile <strong>der</strong> Speiseliste.<br />

Südwand: Das Ehepaar vor e<strong>in</strong>em mit<br />

Speisen beladenen Tisch, unter dem Sessel e<strong>in</strong>e<br />

Tochter kauernd. Über dem Tisch drei Reihen<br />

mit Speisen auf Platten und Untersätzen. We<strong>in</strong>und<br />

Bierkrüge, Blumensträuße. Rechts sechs<br />

Reihen <strong>von</strong> Dar.stellungen. 1 . <strong>von</strong> oben Musik<br />

und Sänger, dah<strong>in</strong>ter kauern <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> des Verstorbenen,<br />

2. Diener mit Speisen, 3. Schlachtszene,<br />

4. Gänse, 5. Diener mit Gerichten, Fleischstücken,<br />

Fisch am Spieß, zwei Diener mit Gänsen,<br />

6. Bereiten <strong>der</strong> Spei.sen. Braten <strong>der</strong> Gans am<br />

Spieß.<br />

Ostwand: Ciraijherr bequem auf den Stab<br />

gelehnt, betrachtet <strong>die</strong> Arbeiten auf dem Felde,<br />

h<strong>in</strong>ter ihm .se<strong>in</strong> Bru<strong>der</strong>, neben ihm .se<strong>in</strong> Hund, vor<br />

ihm e<strong>in</strong> Diener mit großem Sdiirm. Rechts<br />

.sechs Bildstreifen : i . <strong>von</strong> oben Rucler- und Segelboote.<br />

2. Aufhäufen <strong>der</strong> Kornmiete. Wegscideppen<br />

<strong>der</strong> Garben, Dreschen mit Eseln, Aufwerfen<br />

<strong>der</strong> Miete, Worfeln. Stele <strong>der</strong> Erntegött<strong>in</strong>:<br />

3. Überreichen <strong>der</strong> Liste, Abrechnung mit den<br />

Hirten, rechts Kornernte, <strong>der</strong> <strong>der</strong> Grabherr zuschaut.<br />

Die (Jarben werden <strong>in</strong> Säcken verschnürt.<br />

4. Abrechnung mit den Hirten, rechts Vogelfang<br />

mit Klappnetz, dah<strong>in</strong>ter Ausweiden ( >.) und Wegtragen<br />

<strong>der</strong> Fische (zu ö, gehörend). 5. Vorführen<br />

<strong>von</strong> R<strong>in</strong>dvieh mit Zahlenangabe: — <strong>die</strong> Külie<br />

wenden sich nach den Kälbern »im: Ziegenherde<br />

mit Zaliien, Fischfang imSchlepjuiel/,. auf (>. <strong>über</strong>greifend.<br />


48 Hermaxn JrXKER.<br />

43. K;mnfrt,<br />

(Grab Lepsius 63 = LD II 91. Erg. XXIT<br />

und XXXII.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Südliche Laibung <strong>der</strong> Tür: Das<br />

Ehepaar, dar<strong>über</strong> Inschriftzeilen mit Titeln und<br />

Namen.<br />

West wand: L<strong>in</strong>ks zwei Sche<strong>in</strong>türen, dazwischen<br />

<strong>der</strong> Grabherr stehend. Rechts Statue<br />

des Ehepaares und zweier K<strong>in</strong><strong>der</strong> aus dem Fels<br />

gehauen.<br />

Südwand: Das Ehepaar stehend, vor ihnen<br />

e<strong>in</strong> Sohn, l<strong>in</strong>ks drei Bild.streifen. 1. <strong>von</strong> oben<br />

Überreichen <strong>der</strong> Liste, Schreiber, Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> Mastwild, 2. Vorführen <strong>von</strong> Pv<strong>in</strong><strong>der</strong>n, 3. Vorführen<br />

<strong>von</strong> Kranichen. Dah<strong>in</strong>ter Mann mit zwei<br />

Körben an e<strong>in</strong>er Tragstange, im ersten Korb<br />

Jungwild.<br />

Ostwand ,<br />

südUcher<br />

Teil : Grabherr auf Stab<br />

gelehnt, h<strong>in</strong>ter ihm Diener mit Wedel, Stab.<br />

Klei<strong>der</strong>sack, davor vier Bildstreifen. 1. <strong>von</strong> oben<br />

Schreiber, Eselherde und Treiber mit Stöcken<br />

im Laufschritt. 2. Aufhäufen <strong>der</strong> Miete, <strong>die</strong> Säcke<br />

mit Garben werden auf Eseln herbeigebracht,<br />

3. Pflügen mit R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, 4. Säen. E<strong>in</strong>stampfen <strong>der</strong><br />

Saat durch Wid<strong>der</strong>. — Nördlicher Teil: Drei<br />

Bil<strong>der</strong>reihen. L <strong>von</strong> oben Antilope und Ste<strong>in</strong>bock<br />

werden <strong>von</strong> rückwärts schreitenden Hirten vorangezerrt,<br />

2. Schlachtszene und Wegtragen des<br />

Schenkels, 3. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> zwei Ochsen;<br />

<strong>der</strong> zweite Hirt auf .se<strong>in</strong>en Stock gestützt, mit<br />

son<strong>der</strong>barer Fußstellung, führt e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>d, das den<br />

Kopf zurückwirft. — Über dem E<strong>in</strong>gang: zwei<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong> werden gemästet.<br />

Nord wand: Ehepaar auf Sessel mit Rücklehne,<br />

<strong>der</strong> Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester <strong>über</strong>reicht<br />

dem Grabherrn e<strong>in</strong>e Lotosblume, rechts<br />

drei Reihen mit Speisen und Getränken auf<br />

Tischen und Untersätzen. Darunter l<strong>in</strong>ks Kasten<br />

mit Klei<strong>der</strong>n, Klei<strong>der</strong>sack, Kopfstütze. Rechts<br />

Ge.sang und Tanz.<br />

44. Nstnn,',<br />

(Grab Lepsius 64 = LD II, 92, Erg. XXXIII)<br />

Westwand: Drei Sche<strong>in</strong>türen. Rechts <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> südlichen Ehepaar am Speisetisch, rechts <strong>der</strong><br />

Grabherr, l<strong>in</strong>ks <strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong>, an e<strong>in</strong>er Lotosblume<br />

riechend. Unter <strong>der</strong> Darstellung Diener mit<br />

Speisen und Getränken. Auf dem Pfosten <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür Diener mit Räuchergefäß, Libationskrug,<br />

Broten, Zeugstreifen und Kasten.<br />

Südwand: Grabherr im Lehnstuhl am<br />

Speisetisch, <strong>die</strong> Hand nach den Brothälften ausstreckend.<br />

Davor Speiseliste <strong>der</strong> neuen Fassung,<br />

<strong>in</strong> senkrechten Streifen angeordnet. Darunter<br />

drei Bildstreifen: 1. <strong>von</strong> oben, noch <strong>in</strong> <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie<br />

<strong>der</strong> Speisetischszene, zwei Diener das Gänseopfer<br />

vollziehend, Diener <strong>die</strong> gesenkten Fäuste <strong>in</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>haltend,<br />

zMei Diener br<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>en<br />

Speisetisch, zwei weitere tragen Brote, <strong>der</strong> Arzt<br />

Njksr' gibt Befehl zum Nie<strong>der</strong>legen des Opfers.<br />

2. Rechts s<strong>in</strong>d Speisen avifgestapelt : Fleischstücke,<br />

Brote, Gemüse, Obst, Blumenstrauß. L<strong>in</strong>ks<br />

Schlachtszene und Wegtragen <strong>der</strong> Keulen.<br />

3. Rechts Speisen und Getränke, l<strong>in</strong>ks Schlachtszenen<br />

mit Wegtragen <strong>der</strong> Keulen.<br />

Nord wand: Das Ehepaar stehend.<br />

(!) Die Gräber östlich und siidöstlieh <strong>von</strong> Chephrcn.<br />

45. Njkitn",<br />

(Grab Lepsius 87 == LD II 15. Erg. XXXV.)<br />

Rmtm A (siehe Plan LD Text I, 105).<br />

West wand: Die große Speisetischszene:<br />

Der Grabherr auf e<strong>in</strong>fachem Sessel, <strong>die</strong> Hand<br />

nach den Brothälften ausstreckend. Über ihm<br />

Titelreihen, anschließend rechts <strong>die</strong> große Opferliste.<br />

Darunter zwei Bildstreifen. In dem oberen<br />

(Anfang zerstört), Diener mit Zeugstreifen,<br />

Kasten und Geflügel, <strong>in</strong> dem unteren Schlachtszonen,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> rechten wird das Blut <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Gefäß aufgefangen.<br />

Der Gral)herr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Halle beim<br />

Süd w a n d :<br />

festlichen Mahle auf e<strong>in</strong>em Lehnstuhl sitzend, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> rechten Hand e<strong>in</strong>e Lotosblume. Der Rest<br />

<strong>der</strong> Wand ist<br />

fast völlig mit Gerichten aller Art<br />

ausgefüllt, <strong>die</strong> <strong>in</strong> sechs Reihen angeordnet s<strong>in</strong>d:<br />

Vom Deckbalken hängen Fleischstücke; <strong>in</strong><br />

Schüsseln, aiif Untersätzen und Matten liegen<br />

Brote, Kuchen, Gemüse, Obst; We<strong>in</strong> und Bier <strong>in</strong><br />

Krügen; auf e<strong>in</strong>em Tisch großer Lotosblumenstrauß;<br />

nahe <strong>der</strong> Hand des Grabherrn das große<br />

Waschgerät. Unten rechts <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ecke e<strong>in</strong><br />

Harfenspieler, e<strong>in</strong> Flötenspieler imd zwei Sänger.<br />

Nord wand: Das Ehepaar stehend, davor<br />

fünf Reihen <strong>von</strong> Darstellungen: ,,Das Ansehen<br />

(<strong>der</strong> Gaben, <strong>die</strong> gebracht werden) <strong>von</strong> den Dörfern<br />

<strong>der</strong> Stiftung." 1. <strong>von</strong> oben Schreiber, <strong>der</strong><br />

er.ste e<strong>in</strong>e Liste <strong>über</strong>reichend, 2. zwei Schreiber;<br />

dah<strong>in</strong>ter Diener mit Gerät, Herbeiführen e<strong>in</strong>es<br />

liornlosen R<strong>in</strong>des und e<strong>in</strong>es E.selsf i) 3. Dorf-


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> GR.vBrxoEN' auf dem Friedhof vox Giza. 49<br />

Vertreter, <strong>von</strong> Schreiber mit Liste angeführt.<br />

E<strong>in</strong>er <strong>der</strong> Bauern mit flacliem Korb auf dem<br />

Kopf und Blumenbündel <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand ;<br />

am<br />

Schhiß wird e<strong>in</strong> Ochse als Geschenk herbeige fülirt<br />

4. Vertreter des Stiftungsgutes, als letzter e<strong>in</strong><br />

Mann, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Masthyäne an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e fülirt.<br />

5. Schreiber, zwei Treiber führen e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>d heiliei.<br />

Raum B: größtenteils zerstört.<br />

West wand :<br />

Über Sciie<strong>in</strong>tür nahe Xordcnde<br />

l<strong>in</strong>ks Titel des Verstorbenen, anschheßcnd Stiftungsurkunde<br />

für Frau luul K<strong>in</strong><strong>der</strong> <strong>über</strong> (Jüter<br />

<strong>in</strong> verschiedenen Gauen. Anschließend auf <strong>der</strong><br />

Nordwand oben s<strong>in</strong>d Titel des Grabhcirii und<br />

se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> erhalten.<br />

46. Ä/im/v ,'»•.<br />

(Grab Lepsius 89 = LD II 41 — 42,<br />

Erg. XXXVI—XXXVII, Text I. S. 108ff.)<br />

E<strong>in</strong>gang: Rundbalken mit Inschriften, <strong>die</strong><br />

Inschriften auf <strong>der</strong> Türwange s<strong>in</strong>d zerstört.<br />

Westwand, südlich <strong>der</strong> Nische: Der (irabherr<br />

vor se<strong>in</strong>er Mutter, <strong>der</strong> König<strong>in</strong> Ihlthkniv:<br />

,,Das Besciuiuen <strong>der</strong> Schiffahrt." Zwei Bildstreifen<br />

mit Ru<strong>der</strong>booten. Die Darstellungen des<br />

unteren Teiles <strong>der</strong> Wand s<strong>in</strong>d zerstört. Zwischen<br />

den beiden Sche<strong>in</strong>türen <strong>die</strong> übliche Speisetischszene<br />

; l<strong>in</strong>ks <strong>über</strong> dem Grabherrn <strong>die</strong> Titel, davor<br />

Opferformel. Rechts (<strong>über</strong> dem Speisetisch) <strong>die</strong><br />

große Opferliste <strong>der</strong> neuen Fassung.<br />

Südwand: Rechts <strong>von</strong> E<strong>in</strong>gang 1. <strong>von</strong><br />

oben Bau e<strong>in</strong>es Holzbootes. 2. Ernte <strong>von</strong> (<br />

3. Große Kornmiete: rechts da<strong>von</strong> Worfeln: —<br />

l<strong>in</strong>ks vom E<strong>in</strong>gang 1. <strong>von</strong> oben Wild. 2. Vogelfang<br />

.3. unbestimmt.<br />

Ost wand, südlidici Teil: (iral)hcii' und<br />

CJemahl<strong>in</strong> im Lehnstuhl ,, Ansehen <strong>der</strong> (iaben <strong>der</strong><br />

Hirten (f und kj|) und <strong>der</strong> Beute des Fisch- und<br />

Vogelfanges aus den (iütern <strong>der</strong> Totenstiftung.-<br />

Davor fünf Biklstreifen. vun denen nur <strong>die</strong> drei<br />

oberen erhalten s<strong>in</strong>fl. 1. Von oben <strong>die</strong> vier K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

des Verstorbenen, hockend. Dah<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Zug<br />

<strong>der</strong> Dorfvertreter; mir zwei s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> üblichen<br />

Weise dargestellt, e<strong>in</strong>er mit großer Lotosblume<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand, flie übrigen tragen Geflügel<br />

und Jungvieh o<strong>der</strong> führen Wild o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> Kälbchen<br />

herbei, o<strong>der</strong> tragen Körlie o<strong>der</strong> Kasten auf<br />

<strong>der</strong> Schulter. 2. Totenpriester mit (Jansen.<br />

Diener mit junger (iazelle; Gän.se werden aus<br />

dem Käfig genommen; e<strong>in</strong> Diener lir<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong>en<br />

Käfig mit Geflügel: anschlicßiMid /.wci Mnmciilc<br />

lll


Bett<br />

50 Hermann Junker.<br />

Fleisch, Fisch, Brote, Kuchen, Gemüse, Obst,<br />

Südliche Laibung, oben ziehen Hirten nach l<strong>in</strong>ks<br />

Untersätzen, <strong>in</strong> Schüsseln, auf Matten, <strong>in</strong> Körben ;<br />

e<strong>in</strong>er großen Stele e<strong>in</strong>genommen wird. Die Süd-<br />

gerichtet, e<strong>in</strong>en Ste<strong>in</strong>bock und e<strong>in</strong>e Masthyäne Getränke, Bhuuensträuße auf e<strong>in</strong>er Matte mit<br />

nach rechts. Unten werden e<strong>in</strong>e Gazelle und e<strong>in</strong>e Früchten. In <strong>der</strong> vierten Reihe Harfen- und<br />

Antilope nach vorne gezerrt.<br />

Flötenspieler, Sänger. Unten Tänzer<strong>in</strong>nen, rechts<br />

We st wand: Zwei tiefe Nischen, dazwischen am Ende Zwerg<strong>in</strong> mit Klei<strong>der</strong>sack. L<strong>in</strong>ks vom<br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür.<br />

E<strong>in</strong>gang Inschriftzeile.<br />

Südwand: Das Ehepaar stehend (?); dah<strong>in</strong>ter<br />

Inschriftzeilen. L<strong>in</strong>ks fünf Büdstreifen ;<br />

Raum II:<br />

Südwand: Szene aus<br />

wohl Besichtigung <strong>der</strong> Erzeugnisse <strong>der</strong> Weberei<br />

dem Begräbnis.<br />

(und Werkstätte <strong>der</strong> Juweliere vergleiche Statue mit Schre<strong>in</strong> auf dem Dach <strong>der</strong> Mastaba<br />

? ) ; ;<br />

LD II 10.3 und Vorbericht 1927, S. 114-115.<br />

vor dem Schre<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Tisch mit Brot und Bier.<br />

Diener steigen h<strong>in</strong>auf, mit Gänsen, Fleischstücken,<br />

Brot und Bier. Dar<strong>über</strong> zweiter Tisch,<br />

H<strong>in</strong>ter dem Ehepaar Diener mit Fächer. Wild<br />

und Kasten.<br />

Ostwand, südUcher TeU: Das Ehepaar<br />

davor vier Priester knieend, e<strong>in</strong> fünfter ruft<br />

stehend <strong>die</strong> Opfer aus.<br />

stehend, vor ihm fünf Bildstreifen. 1 . <strong>von</strong> oben<br />

Darunter l<strong>in</strong>ks drei Opferr<strong>in</strong><strong>der</strong>.<br />

In <strong>der</strong> zweiten Reihe steht <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

:<br />

Anfertigung <strong>von</strong> Schmuck, 2. Bereiten <strong>von</strong> Öl<br />

Mitte<br />

e<strong>in</strong> Tisch mit Waschgerät, Broten,<br />

und E<strong>in</strong>füllen <strong>in</strong> Ste<strong>in</strong>krüge, 3. Bohren <strong>von</strong><br />

Kuchen und<br />

Ste<strong>in</strong>gefäßen,<br />

Anfertigen <strong>von</strong><br />

Getränken. Rechts da<strong>von</strong> Sänger<strong>in</strong>nen und<br />

Statuen, Tiscliler bei <strong>der</strong><br />

zwei<br />

Arbeit, 4. Schmelzen des Metalls, Ausgießen und<br />

Männer mit Stäben, l<strong>in</strong>ks Tänzer<strong>in</strong>nen. L<strong>in</strong>ks<br />

oben <strong>die</strong> große Speiseliste, daneben Priester<br />

Schlagen. 5. Anfertigen <strong>von</strong> Metallgefäßen,<br />

beim<br />

tvdn-ih.t<br />

Wägen. L<strong>in</strong>ks <strong>die</strong> zwei Affen, <strong>die</strong> ihren Herrn<br />

und snm-t-ih. Unter <strong>der</strong> Liste rechts <strong>der</strong><br />

begleiten. —<br />

Wtj Priester mit Stab, h<strong>in</strong>ter<br />

Nördhcher Teil; <strong>über</strong> <strong>der</strong> Tür: Der<br />

ihm Speisen und<br />

Getränke <strong>in</strong> fünf Reihen, e<strong>in</strong> Gestell<br />

Grabherr mit Schwester SpMkiw und Bru<strong>der</strong>, vor<br />

an dessen<br />

Stangen Fleischstücke und gesclüachtete<br />

ihnen ihre Mutter Mrjsfnh. Rechts<br />

Gänse<br />

drei Bil<strong>der</strong>reihen<br />

: 1 . <strong>von</strong> oben : unter e<strong>in</strong>em Baldach<strong>in</strong> ,<br />

hängen. Tische mit verschiedenen Speisen. Anschließend<br />

zwei Schlachtszenen.<br />

darauf Kopfstütze, e<strong>in</strong> Diener glättet <strong>die</strong> Decke,<br />

Unten e<strong>in</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> ganze Wand laufen<strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong> zweiter br<strong>in</strong>gt ....?. 2. Diener mit Zeugstreifen,<br />

Wedel, Klei<strong>der</strong>sack und Kasten. 3. Diener<br />

Bildstreifen : Rechts unter <strong>der</strong> Tanzszene, Brote ?,<br />

mit Stock, Klei<strong>der</strong>sack, Kasten,<br />

Krüge, drei mr.t auf Schlitten, Papyrusblumen<br />

Fächer,<br />

und Knospen mit senkrecht stehenden<br />

(2.-3. schließen sich an 1. an). L<strong>in</strong>ks<br />

Stengeln,<br />

oben zwei<br />

e<strong>in</strong><br />

Reihen mit Speisen auf Tischen und<br />

Mann mit zwei Geflügelkasten an e<strong>in</strong>er Tragstange,<br />

<strong>in</strong> Schüsseln.<br />

Darunter Nie<strong>der</strong>werfen des Opfertieres und<br />

Männer mit Geflügelkäfig und Lotosblumenstrauß,<br />

mit Gans, R<strong>in</strong>d, Ste<strong>in</strong>bock, Antilope<br />

und junger Hyäne. Der Ste<strong>in</strong>bock wird <strong>von</strong><br />

Schlachtszene. Unten Tänzer<strong>in</strong>nen.<br />

e<strong>in</strong>em Hirten vorwärtsgezerrt, <strong>der</strong> voranschreitet<br />

48. Dbhnj,<br />

und <strong>die</strong> Arme nach h<strong>in</strong>ten streckt.<br />

(Grab Lepsius 90 = LD II 35-37, Erg. XXXIV.) Ost wand: Reste <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er Szene aus den<br />

E<strong>in</strong>gang, Außenseite Süd: Grabherr Marschen, vielleicht Nilpferdjagd.<br />

stehend, vor ihm se<strong>in</strong> ältester Sohn als junges<br />

K<strong>in</strong>d. H<strong>in</strong>ter ihm Diener mit Stock und Klei<strong>der</strong>sack,<br />

Diener mit Krug und Brot, e<strong>in</strong> Slughi-<br />

(Grab Lepsius 95 = LD II 43 — 44,<br />

49. Wrhtciv,<br />

Hund. — Nord: Dbhnj stehend, e<strong>in</strong>e Tochter<br />

Erg. XXXVIII-XXXIX.)<br />

hält sich an se<strong>in</strong>em Stab. H<strong>in</strong>ter ihm Diener mit Vorraum: Auf <strong>der</strong> Süd- und Nordwand<br />

Kasten und Wedel, unten e<strong>in</strong>e Meerkatze.<br />

Inschriften <strong>von</strong> je neun senkrechten Zeilen.<br />

Kultkammer:<br />

Raum I:<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den Außenpfosten beidemal<br />

Ost wand: Dreizehn Nischen mit Statuen; <strong>der</strong> Grabherr und se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong> stehend. Südliche<br />

dar<strong>über</strong> Text, den Bau des Grabes betreffend.<br />

Türlaibung : Wrhww mit Stab und Szepter,<br />

Nord wand: Der Grabherr auf e<strong>in</strong>fachem vor ihm Inschriftzeüe ; nördUche desgleichen.<br />

Sessel, den Wedel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Unken Hand. Vor ihm Westwand: Tiefe Nische, eigentlich beson<strong>der</strong>er<br />

oben <strong>in</strong> drei Reihen Geräte auf Tischen und<br />

Raum, dessen ganze Westwand <strong>von</strong>


dar<strong>über</strong><br />

Dritter <strong>Bericht</strong> i'rer <strong>die</strong> GRARrxoEX .vrr dem Friedhof vox Giza. 51<br />

und Nordseite des Raumes s<strong>in</strong>d mit <strong>der</strong> Speiseliste<br />

l<strong>in</strong>d mit dem Totengebet bedeckt. In <strong>der</strong><br />

Opferformel ersche<strong>in</strong>t neben Anubis aucli Osiris.<br />

Rechts steht <strong>die</strong> Spei.sehste <strong>der</strong> neuen Fassung,<br />

l<strong>in</strong>ks e<strong>in</strong>e abweichende Fassung, <strong>die</strong> auch <strong>die</strong><br />

Geräte enthält. Zu beiden Seiten <strong>der</strong> Nische ist<br />

<strong>die</strong> Figur des Gral)lierrn aus dem Fels gehauen.<br />

Südwand: Oben rechts zerstört (ob Wrhiüw<br />

beim Festmahle ? ) Fünf Bildstreifen : 1 . <strong>von</strong> oben :<br />

Speisen auf Schüsseln ; 2. erhalten zwei Harfenspieler,<br />

3. Diener schleppen zu zweien Tische mit<br />

Speisen, 4. Tänzer<strong>in</strong>nen, 5. Vertreter<strong>in</strong>nen <strong>der</strong><br />

Stiftungsgüter, auf dem Kopf Körbe verschiedener<br />

Form, <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand Geflügel, Körbchen.<br />

Blumen, o<strong>der</strong> es werden am Seil Tiere geführt,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>erem Maßstab geiialten s<strong>in</strong>d.<br />

Ostwand: Oberster Bildstreifen l<strong>in</strong>ks, das<br />

Ehepaar mit zwei jungen Söhnen, davor auf<br />

Sesseln zAvei Familienmitghedcr (Vorfahren?);<br />

anschließend zAvei weitere, e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gegen<strong>über</strong>sitzend.<br />

Rechts Ehepaar, davor zwei Familienmitglie<strong>der</strong><br />

auf Sesseln. — Zweiter Bildstreifen:<br />

<strong>von</strong> rechts nach l<strong>in</strong>ks: Ernten mit Sicliel. (iarben.<br />

Wegschaffen <strong>der</strong> Säcke mit Garben auf E.seln.<br />

Garbenraiete. Dreschen mit Eseln. — Rechts <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> Tür: Oben Pflügen mit R<strong>in</strong><strong>der</strong>n: Mitte: Grablierr<br />

<strong>in</strong> Sänfte, <strong>die</strong> <strong>von</strong> zwei Eseln getragen<br />

wird, vor ihm Mann mit Stock. Unten : Wrhuyw auf<br />

Papyrusboot <strong>in</strong> den Marschen jagend. — L<strong>in</strong>ks<br />

<strong>von</strong> dem E<strong>in</strong>gang drei Reiiien: Obere: Rechts<br />

zwei Segelboote <strong>in</strong> Fahrt, l<strong>in</strong>ks zwei Ru<strong>der</strong>boote,<br />

stromabwärts gehend. Mittlere Reihe: Rechts<br />

Fischfang mit Schlepjjiietz. l<strong>in</strong>ks Vogelfang mit<br />

Klappnetz. Unten: Zug <strong>von</strong> Beamten?<br />

Nordwand: Grabheri- bequem im Lehnstuhl<br />

sitzend, <strong>der</strong> rechte Arm <strong>über</strong> rler Lehne, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken erhobenen Hand e<strong>in</strong>e Lotosblume.<br />

Er besieht <strong>die</strong> ..(ieschenke. <strong>die</strong> aus den Dörfern<br />

des Stiftungsgutes gebracht werden." Im obersten<br />

<strong>der</strong> sechs Bihlstreifen .sechs Männer, wohl <strong>die</strong><br />

Schreiber. 2. Drei Maimer br<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>en iiri-<br />

Ochsen und e<strong>in</strong> hornloses R<strong>in</strong>fl (hrj-dh').<br />

3. Schreiber mit entrolltem l'ajnrus. dah<strong>in</strong>ter<br />

führt man e<strong>in</strong> hn urul hrj-dh'. 4. Rechts br<strong>in</strong>gen<br />

Hirten wicflerum e<strong>in</strong> iirt uiui hrj-dh'. L<strong>in</strong>ks unter<br />

dem Sessel fies Grnbherrn. <strong>in</strong> entgegengesetzter<br />

Richtung schreitend. Diener mit Gewand. Kasten.<br />

Stab i<strong>in</strong>fl .">.<br />

Napf Rechts zwei Schlnclitszenen.<br />

l<strong>in</strong>ks Diener mit Klei<strong>der</strong>sack. Bett. Fächer unfi<br />

Wedel <strong>in</strong> gleicher l-{i


Reste<br />

52 Hebmann Junker.<br />

50a. H'fr"nh.<br />

(Neben Nr. 50.)<br />

PfeilerhaUe.<br />

West wand: Im Norden Sche<strong>in</strong>tür, etwa<br />

e<strong>in</strong>en Meter <strong>über</strong> dem Boden ;<br />

unter ihr s<strong>in</strong>d zwei<br />

Figuren des Verstorbenen aus dem Fels gehauen.<br />

Südwand: Fünf Statuen s<strong>in</strong>d unten aus<br />

dem Fels gehauen, dar<strong>über</strong> läuft e<strong>in</strong>e Hohlkehle.<br />

Ost wand: nördlicher Teil: Unten vier<br />

Nischen mit Statuengruppen aus dem Fels gehauen.<br />

Kultraum :<br />

E<strong>in</strong>gang: Über <strong>der</strong> Tür e<strong>in</strong> großer Architrav<br />

mit Inschrift. Auf dem rechten Außenpfosten<br />

steht <strong>der</strong> Grabherr, <strong>über</strong> ihm senkrechte<br />

Titelreihen, vor ihm Inschriftzeile: ,,Das Ansehen<br />

des Herbeibr<strong>in</strong>gens des phr, das gebracht<br />

wird aus den Dörfern <strong>der</strong> Totenstiftung." —<br />

L<strong>in</strong>ks desgleichen mit <strong>der</strong> Beischrift:<br />

..Ansehen<br />

des Br<strong>in</strong>gens des Totenopfers durch <strong>die</strong> Toten -<br />

priester des hwt-ki". — Auf <strong>der</strong> südlichen Türwange<br />

<strong>der</strong> Verstorbene stehend, vor ihm fünf<br />

Bildreihen : 1 . <strong>von</strong> oben Gänseopfer mit Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

<strong>von</strong> Schenkeln = <strong>in</strong>-t .ilp.l. 2. (Diener<br />

mit Zeugstreifen) und Herbeil)r<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>er Gazelle.<br />

3. Räuchern und Heranführen e<strong>in</strong>es Ste<strong>in</strong>bockes.<br />

4. Br<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Wild, 5. <strong>von</strong> R<strong>in</strong>d. —<br />

Die nördliche Türwange zeigt <strong>die</strong> gleiclien Bil<strong>der</strong>.<br />

51. R'ivr<br />

(= S. Hassan, Excavations I, S. Iff.).<br />

Haujite<strong>in</strong>gang: Architrav mit Totengebet.<br />

Zu beiden Seiten des E<strong>in</strong>ganges senkrechte<br />

Inschriftzeilen. Zwischen E<strong>in</strong>gang und<br />

Vestibül auf <strong>der</strong> Nordwand Reste e<strong>in</strong>er Szene:<br />

Ernten <strong>von</strong> Flachs, Beladen e<strong>in</strong>es Esels; rechts<br />

da<strong>von</strong> Papyrusboot im Wasser.<br />

Vestibül: Ostwand, <strong>der</strong> Grabherr auf<br />

e<strong>in</strong>em e<strong>in</strong>fachen Sessel, ihm gegen<strong>über</strong> se<strong>in</strong>e<br />

Mutter stehend.<br />

Opferhalle: Westwand, Prozession <strong>der</strong><br />

Dorfvertreter; auf dem Kopfe tragen sie Körbe<br />

und Kasten verschiedener Form, <strong>die</strong> bootförmigen<br />

Fruchtkörbe s<strong>in</strong>d hochbeladen; <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

freien Hand Krüge, Körbchen mid Blumen.<br />

Wand vor Serdäb Nr. 16: Dreschen mit<br />

Eseln, Aufwerfen <strong>der</strong> Garbenmiete. — Weiter<br />

südlich auf <strong>der</strong> Ostwand Reste <strong>von</strong> Gabenträgern,<br />

oben Totenpriester mit Weihrauchbecken,<br />

unten mit Schenkel.<br />

Unbestimmt: Bruchstücke aus zwei Bild-<br />

Oben aus <strong>der</strong> Kornernte. Verschnüren<br />

streifen:<br />

des Garbensackes, und Beladen des Esels, unten<br />

Fischerstechen ; Fischer mit Blumen geschmückt<br />

(Taf.XXXIV,2), Fragment vom feierUchen Mahl,<br />

oben Speisen <strong>in</strong> mehreren Reihen, darunter<br />

<strong>von</strong> Traubenernte, (Taf.<br />

Sänger (Taf. XXXIV,4) ;<br />

XXXIV, 7); <strong>von</strong> Schreibern (Taf. XXXIV, 5),<br />

vom Vogelfang o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en Szene <strong>in</strong><br />

den Marschen (Taf. XXXIV,3).<br />

52. IL'jmnfrt<br />

(S. Hassan. Excavations II. S. 112ff.)<br />

Vestibül A.<br />

Westwand:<br />

Zwischen den beiden Sche<strong>in</strong>türen<br />

Reste <strong>von</strong> Reliefs, unten Schlachtszene;<br />

hierher gehören vielleicht auch <strong>die</strong> Bruchstücke<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>er zweiten Schlachtszene, <strong>von</strong> Opferträgern<br />

und Tanz.<br />

Ost wand, oben: R<strong>in</strong><strong>der</strong> werden herbeigebracht;<br />

darunter Zug <strong>der</strong> Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter.<br />

N o r d w a n d ,<br />

neben E<strong>in</strong>gang :<br />

<strong>von</strong><br />

Darstellung des Fischfanges mit Schleppnetz;<br />

Boote im Wasser; Fischerstechen.<br />

Unbestimmt: Die Herde passiert <strong>die</strong> Furt ;<br />

Melken <strong>der</strong> Kühe. Gerät und Vorräte <strong>der</strong> Hirten.<br />

Vestibül B.<br />

Ostwand: Mit fünf Streifen. 1. <strong>von</strong> oben<br />

e<strong>in</strong> Inschriftt)and als Krönung, 2. zerstört,<br />

3. R<strong>in</strong><strong>der</strong> und Mastwild werden geschlachtet.<br />

4. Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, Antilopen, Ste<strong>in</strong>böcken,<br />

Gazellen, ö. Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter mit<br />

Körben verschiedener Form o<strong>der</strong> Kasten auf dem<br />

Kopf; <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand Geflügel, Krüge,<br />

Körbchen, Blumen o<strong>der</strong> es werden Kälbchen,<br />

Antilopen, Gazellen an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e gehalten.<br />

War ähnlich wie Ostwand mit<br />

W e s t w a n d :<br />

Reliefs bedeckt.<br />

Erhalten s<strong>in</strong>d <strong>von</strong> <strong>der</strong> untersten<br />

Reihe rund zwanzig Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter,<br />

dar<strong>über</strong> Herbeiführen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n. Von<br />

dem dritten Streifen bleiben nur Reste <strong>von</strong><br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>n und Wild.<br />

Kultkmmner D.<br />

Westwand: Zerstört; zwei Sche<strong>in</strong>türen,<br />

rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> nördlichen <strong>der</strong> Grabherr stehend.<br />

Südwand: Kijmnjrl vor dem Speisetisch<br />

mit den Brothälften sitzend, rechts <strong>die</strong> große<br />

Opferliste.


Dritter <strong>Bericht</strong> üher <strong>die</strong> (Jrabuxgen aik dem Friedhof vox Giza. 53<br />

üstwand: Ohcii rechts <strong>der</strong> Orahlierr<br />

sitzend, unter dem Sessel se<strong>in</strong> Hund; darunter<br />

Opferträger. L<strong>in</strong>ks zerstört. In <strong>der</strong> untersten<br />

Reihe Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter <strong>in</strong> <strong>der</strong> oben<br />

beschriebenen Anordnung.<br />

Unbestimmt: Vogelfang mit Klappnetz,<br />

Hirt mit Bündel Crünfutter h<strong>in</strong>ter e<strong>in</strong>em R<strong>in</strong>d;<br />

Mann mit Hund.<br />

Ö3. IVptnnjrt<br />

(S. Hassan, Excav. II, IV'.HT.).<br />

E<strong>in</strong>gang zum Vorhof:<br />

horizontalen<br />

Inschriftzeilen.<br />

Areliitrav mit zwei<br />

B] <strong>in</strong>gang zur westlichen Kammer: Archi-<br />

an <strong>der</strong>en Ende das Ehepaar<br />

trav mit Inschrift,<br />

sitzend. Außenseiten rechts und l<strong>in</strong>ks jcdesnuil das<br />

Ehepaar stehend, vor ihnen ihi' ältester Sohn 'Ibj.<br />

Nördliche Kammer: Nur <strong>die</strong> Ostwand<br />

trägt Reliefs auf ihrer südlichen Hälfte. L<strong>in</strong>ks:<br />

Der Grabherr stehend, den Stab <strong>in</strong> <strong>der</strong> rechten<br />

Hand, <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke zur Rede erhoben; vor ihm Inschrift,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> er dem ältesten Sohn den nördlichen<br />

Teil <strong>der</strong> Grabanlage vermacht; oben<br />

rechts kauernd <strong>die</strong> Zeugen, <strong>in</strong> vier Reihen luitere<strong>in</strong>an<strong>der</strong>.<br />

Darunter vier Bildstreifen, Handwerker<br />

bei <strong>der</strong> Arbeit; da<strong>von</strong> zu trennen s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

Darstellungen rechts, <strong>die</strong> <strong>in</strong> vier <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>gestellten<br />

Szenen <strong>die</strong> Bearbeitung des Brotes<br />

und Bieres wie<strong>der</strong>geben: Kornreiben, Bereiten<br />

des Teige.s, Backen <strong>der</strong> Brote, Entfernen <strong>der</strong><br />

Form, Bereiten <strong>der</strong> Krüge, Brauen.<br />

Von <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hälfte enthält Streifen 1. <strong>von</strong><br />

oben Kupferschmelzen. Ausgießen des glühenden<br />

Metalls, Schlagen des Kupfers. — 2. Anfertigen<br />

<strong>von</strong> zwei Statuen, Glätten e<strong>in</strong>es Sarkophags. —<br />

3. Polieren e<strong>in</strong>er Tür, Ti.schler beim Anfertigen<br />

e<strong>in</strong>e.s Ru<strong>der</strong>s. — 4. Zwei Paare <strong>von</strong> Zwergen beim<br />

Anfertigen voti HalskiiiL'cn.<br />

.>/. \jni:'tt-<br />

(S. Has.san. Excavations 11, S. 21 Iff.).<br />

E<strong>in</strong>gang zur Knltkammer: .\rchitrav mit<br />

Totengebet, Pfosten außen reciits und l<strong>in</strong>ks je<br />

zwei Insciiriftzeilen. an <strong>der</strong>en Enden <strong>die</strong> Figur<br />

des (Jrabherrn. — Hechte 'l'ürlaibung Elu'])aar<br />

mit ältestem Sohn, (hirunter X'ertretcr<strong>in</strong> e<strong>in</strong>es<br />

Stifti<strong>in</strong>gsgutcs (dal)ei e<strong>in</strong> H<strong>in</strong>d); l<strong>in</strong>ke hiiilu<strong>in</strong>;.'<br />

ebenso.<br />

VVestwand: .Ms große Tür behandelt.<br />

Hundstabe<strong>in</strong>fassi<strong>in</strong>i; mit ilolilUrlili' ; i<strong>in</strong>u'n<br />

an<br />

beiden Enden je e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür, dazwischen<br />

Palastfassade; rechts <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ecke <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

vier Diener mit (Jaben. Über <strong>der</strong> Hohlkehle<br />

Opfergaben verschiedener Art.<br />

Südwand: Speisetischszene, davor <strong>die</strong><br />

große Opferliste, bei <strong>der</strong> am Schlüsse des Namens<br />

e<strong>in</strong>es jeden Gerichtes e<strong>in</strong> Diener mit <strong>der</strong><br />

betreffenden Gabe dargestellt ist. Über <strong>der</strong><br />

Liste stehen verschiedene Spei.sen auf Tischen<br />

und <strong>in</strong> Schüsseln.<br />

Ostwand: Oben rechts Grabherr unter<br />

Schirm sitzend. Davor Fischerstechen und<br />

Vogelfang. Unten rechts Flachsernte, dar<strong>über</strong><br />

Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter. L<strong>in</strong>ks wird <strong>der</strong><br />

Grabherr <strong>von</strong> vierundzwanzig Dienern <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

bedeckten Sänfte getragen, e<strong>in</strong> Zwerg br<strong>in</strong>gt<br />

e<strong>in</strong>en<br />

Kammer <strong>der</strong><br />

Klei<strong>der</strong>sack und e<strong>in</strong>en Eimer.<br />

Stifh<strong>in</strong>gsschwestcr.<br />

E<strong>in</strong>gang: Auf den beiden Türwangen<br />

Xfrrj.i'i stehend, dar<strong>über</strong> Inschriftzeilen.<br />

Westwand: Die VerstorVjene zu beiden<br />

Seiten <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür stehend; h<strong>in</strong>ter ihr Diene-<br />

5.5. Köni'i<strong>in</strong> Bwnfv<br />

(Nördlicii des Grabmals <strong>der</strong> König<strong>in</strong> Hntknvs).<br />

Auf eleu E<strong>in</strong>fassungen <strong>der</strong> verschiedenen<br />

Türen Darstellungen aller Art: Vertreter <strong>der</strong><br />

Stiftungsgüter <strong>in</strong> <strong>der</strong> jüngeren Anordnvuig. mit<br />

bootförmigen Körben, Wild o<strong>der</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong> an <strong>der</strong><br />

Le<strong>in</strong>e führend — Mästen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, — Bearbeiten<br />

<strong>von</strong> Töpfen — Pressen <strong>von</strong> Trauben { ;).<br />

V^erschließen <strong>der</strong> Krüge. Bereiten v(jn Bier.<br />

.>6'.<br />

l<strong>in</strong>hv:.<br />

iMiigang: Südliche 'l'ünvangc <strong>der</strong> (Jrabherr<br />

mit tiemahl<strong>in</strong> Nfrrj.ii. darunter .sechs Söhne.<br />

Westwand: Zwiseiien den Sche<strong>in</strong>türen<br />

<strong>die</strong> große Speisetischszene; unten rechts vom<br />

Tisch <strong>die</strong> Riten <strong>in</strong> fler neuen Fassung. 1. <strong>in</strong>.l-rd.<br />

2. Kauern<strong>der</strong>, <strong>die</strong> beiden Hände ül)er e<strong>in</strong>en<br />

Kasten iu\ltend. :i. Räuchern<strong>der</strong> stehend. I. das<br />

rrlj.l khhw: E<strong>in</strong> Priester stehend, gießt aus e<strong>in</strong>em<br />

Krug <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Napf, <strong>in</strong> den e<strong>in</strong> Priester kauernd<br />

.se<strong>in</strong>e Hände hält.<br />

.">. Rufen<strong>der</strong> = lixi-ifi.l.<br />

Südwand: \'orführen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n und<br />

Wild, am Sdiluße e<strong>in</strong>e .Ma-stiiväne.<br />

Ostwand: Das feierlidic Mahl. Der IJrabherr<br />

im Sessel nimmt e<strong>in</strong>e Ixjtosblumo entgegen ;<br />

vor ihm kauert se<strong>in</strong>e zweite Fnm Slnhtj an


54 HeRMA>^N JrNKER.<br />

e<strong>in</strong>er Lotosblume riechend.<br />

Unten Flöten- und<br />

Harfenspieler, ihnen gegen<strong>über</strong> jedesmal e<strong>in</strong><br />

Sänger. L<strong>in</strong>ks Sänger<strong>in</strong>nen und Tänzer<strong>in</strong>nen.<br />

<strong>in</strong> ihrer Mitte e<strong>in</strong>e Nackttänzer<strong>in</strong> (wie bei <strong>der</strong><br />

entsprechenden Szene <strong>in</strong> Kijtnnh).<br />

Nord wand: Szenen aus <strong>der</strong> Küche ;<br />

Braten<br />

e<strong>in</strong>er Gans, Backen <strong>von</strong> Broten auf flachem<br />

rundem Ofen usw.<br />

e) Die Mastabas südlich <strong>der</strong> großen Pyramide.<br />

57. Kimnfrt<br />

(Vorbericht 1928, S. 159).<br />

Aus <strong>der</strong> Kammer stammen Reste <strong>von</strong> Darstellungen<br />

<strong>der</strong> Schiffe, <strong>die</strong> wohl auf <strong>der</strong> Ostwand<br />

<strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang angebracht waren.<br />

Außerdem Bruchstücke <strong>von</strong> Gabentragenden <strong>in</strong><br />

zwei Reihen <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>.<br />

.58. Ddfhwfw<br />

(Vorbericht 1928 S. 165).<br />

Kammer: West-, Ost- und Nordwand zerstört.<br />

Südwand: Der Verstorbene am Speisetisch;<br />

rechts unten ,,<strong>die</strong> Speisung des Verklärten"<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> alten Fassung. Oben <strong>die</strong> große<br />

Opferliste.<br />

Verwoi-fen fanden sich Bruchstücke,<br />

<strong>die</strong> den Grabherrn stehend, bei <strong>der</strong> Entgegennahme<br />

<strong>der</strong> Gaben <strong>der</strong> Stiftungsgüter zeigen.<br />

59. Shtnki<br />

(Vorbericht 1929. S. 92f.).<br />

Torbau: An den Wänden des Korridors<br />

und <strong>der</strong> Zwischenkammer lange Reihen <strong>von</strong><br />

Gabentragenden, <strong>die</strong> vom E<strong>in</strong>gang nach <strong>der</strong><br />

Halle schreiten.<br />

Vorhalle: Darstellungen sche<strong>in</strong>en zu fehlen.<br />

Kultraum.<br />

West wand: Zu beiden Seiten <strong>der</strong> tiefen<br />

Nische ^hmki stehend, <strong>von</strong> se<strong>in</strong>em Sohn 'Inj<br />

begleitet. Darunter <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter;<br />

e<strong>in</strong> Diener nimmt jedesmal <strong>der</strong> ersten<br />

Bäuer<strong>in</strong> den Korb vom Kopf.<br />

Südwand: ^hmki am Speisetisch; davor<br />

e<strong>in</strong> Diener, l<strong>in</strong>ks e<strong>in</strong>e Schlachtszene.<br />

Nord wand: Der Grabherr sitzend, vor<br />

ihm se<strong>in</strong> Sohn Kimnfrt, umblickend, und sich<br />

an den Stab se<strong>in</strong>es Vaters haltend. Rechts e<strong>in</strong>e<br />

Reihe Gabentragen<strong>der</strong>. Unten Darstellung <strong>von</strong><br />

Speisen verschiedener Art.<br />

Nischenraum .<br />

West wand: Zerstört. Hier war wohl <strong>die</strong><br />

Figur des Toten angebracht, zu <strong>der</strong> <strong>die</strong> Darstellungen<br />

auf <strong>der</strong> Süd- und Nordwand gerichtet<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

vSüdwand: Rechts neben <strong>der</strong> Rückwand<br />

<strong>der</strong> Nische e<strong>in</strong> Speisetisch; davor hockt e<strong>in</strong><br />

Priester mit zwei Näpfen <strong>in</strong> den Händen, dah<strong>in</strong>ter<br />

schreitet e<strong>in</strong> Diener mit zwei gebratenen<br />

Gänsen auf e<strong>in</strong>er Platte, es folgt e<strong>in</strong> zweiter;<br />

anschließend wird dem Schlachttier das Herz<br />

herausgenommen. Oben Reihen <strong>von</strong> Gabentragenden.<br />

1. Diener mit Ochsenschenkel, 2.-6.<br />

Diener mit Bratenschüsseln auf den Schultern.<br />

Die dar<strong>über</strong>liegende Reihe ist zerstört.<br />

Nord wand: Unten l<strong>in</strong>ks neben <strong>der</strong> Rückwand<br />

<strong>der</strong> Nische Speisetisch, <strong>über</strong> dem zwei<br />

Schenkel und zwei Herzen dargestellt s<strong>in</strong>d. Davor<br />

<strong>die</strong> Zeremonie des Speisens des Verklärten:<br />

1. Totenpriester knieend, mit zwei Krügen,<br />

2. Priester stehend mit Napf <strong>in</strong> <strong>der</strong> rechten,<br />

Brot und Bierkrug auf e<strong>in</strong>er Platte <strong>in</strong> <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ken,<br />

3. Ausrufer. Dah<strong>in</strong>ter <strong>in</strong> vier Reihen Speisen<br />

und Getränke auf Schüsseln und Untersätzen.<br />

In <strong>der</strong> zweiten Bildreihe <strong>von</strong> unten: 1. Gänseopfer.<br />

2.-4. Diener mit Kranichen und Gänsen,<br />

5.-6. Bauern im Mattenschurz mit Vogelkäfigen<br />

auf dem Kopf.<br />

60. Njumtr<br />

(Vorbericht 1928. S. 175).<br />

Die West wand alle<strong>in</strong><br />

trägt Darstellungen,<br />

zwei Bildstreifen zwischen Südwand und Sche<strong>in</strong>tür.<br />

Oben sitzt <strong>der</strong> Grabherr am Speisetisch,<br />

unter se<strong>in</strong>em Sessel e<strong>in</strong> Affe. Rechts hockt<br />

Njumtr <strong>der</strong> Jüngere und reicht zwei Näpfe; vor<br />

ihm e<strong>in</strong>e Gans mit abgeschnittenem Kopf. Anschließend<br />

e<strong>in</strong>e Schlachtszene, am Ende rechts<br />

e<strong>in</strong> Vorlesepriester mit erhobener Rechten; Beischrift<br />

änm-t-ih. Oben <strong>die</strong> große Opferliste. In<br />

<strong>der</strong> unteren Reihe l<strong>in</strong>ks Frau und Tochter vor<br />

niedrigen Tischen beim Mahle hockend; rechts<br />

Sänger<strong>in</strong>nen und Tänzer<strong>in</strong>nen. Über <strong>der</strong> Szene<br />

(iefäße mit Speisen und Getränken.<br />

61. ^htpic<br />

(Vorbericht 1929, S. 130).<br />

Die West wand wird <strong>von</strong> <strong>der</strong> großen<br />

Sche<strong>in</strong>tür mit Rundstab und Hohlkehle e<strong>in</strong>genommen.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof <strong>von</strong> Giza. 55<br />

Südwand: Der Grablierr besichtigt <strong>die</strong><br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>; h<strong>in</strong>ter ihm e<strong>in</strong> Diener mit Klei<strong>der</strong>sacii,<br />

e<strong>in</strong>en Slughi-Hi<strong>in</strong>d an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e führend, anf<br />

dessen Rücken e<strong>in</strong>e Meerkatze geklettert ist.<br />

Nordwand: tihtpw am Speisetisch sitzend,<br />

unter se<strong>in</strong>em Sessel se<strong>in</strong> Jagdhund. Rechts drei<br />

Bildstreifen: 1. <strong>von</strong> oben Speisen und Getränke,<br />

2. Gabenbr<strong>in</strong>gende Diener, 3. e<strong>in</strong> hornloses<br />

ttt)i-R<strong>in</strong>d wird herbeigeführt.<br />

2. DIE ENTWICKLUNG DES STILES.<br />

a) Allgeme<strong>in</strong>es.<br />

Bei dem Versuche, unsere Anlagen <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

allgeme<strong>in</strong>e Entwicklung des Friedhofes e<strong>in</strong>zureihen<br />

und umgekelirt <strong>von</strong> <strong>die</strong>ser Gruppe aus den<br />

Wandel <strong>in</strong> den Reliefs <strong>der</strong> Kultkammern Gizas<br />

zu beleuchten, müssen e<strong>in</strong>ige grundsätzliche Erwägungen<br />

im Auge behalten werden.<br />

a) Für <strong>die</strong> Ausgestaltung <strong>der</strong> Kulträume gibt<br />

68 ke<strong>in</strong>e unumstößlichen Regeln, auch nicht für<br />

ihren Plan. Zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 4. Dynastie wird zwar<br />

streng auf e<strong>in</strong>heitliche Behandlung des Hauptbaues,<br />

auch <strong>der</strong> Sargräume gehalten, und fast<br />

<strong>über</strong>all ersche<strong>in</strong>t <strong>die</strong> e<strong>in</strong>fache Grabplatte an <strong>der</strong><br />

Opferstelle. Aber <strong>die</strong> Gestaltung <strong>der</strong> Kammern<br />

im Ziegelvorbau ist durchaus nicht gleichförmig.<br />

Hier entschied <strong>die</strong> Wahl des E<strong>in</strong>zelnen. Das<br />

bleibt auch zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie, als <strong>die</strong><br />

eigentliche Opferkammer wie<strong>der</strong> <strong>in</strong> das Massiv<br />

<strong>der</strong> Mas^aba verlegt wairde. Man vergleiche beispielsweise<br />

<strong>die</strong> Vorbauten <strong>von</strong> äSilhtp und K<strong>in</strong>jnjiwt<br />

I. Für <strong>die</strong> Ausschmückung des Innenraumes<br />

läßt sich zur .selben Zeit zwar e<strong>in</strong>e Übere<strong>in</strong>stimmung<br />

im Allgeme<strong>in</strong>en feststellen, aber<br />

es herrscht durchaus ke<strong>in</strong> Zwang. Man f<strong>in</strong>det<br />

ke<strong>in</strong>e Kammer, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en genau gleicht,<br />

auch dann nicht, wenn e<strong>in</strong>e klarbewiesene Anlehnung<br />

vorliegt. Es waren offenbar Bil<strong>der</strong>folgen<br />

für <strong>die</strong> Grabausschmückung voriianden,<br />

<strong>die</strong> sich mit den Zeiten än<strong>der</strong>ten; neue Darstellungen<br />

wurden aufgenommen, alte sclncdcn<br />

aus o<strong>der</strong> wurden umgeänflcrt. Man hielt sich<br />

aber fast nie sklavisch an <strong>die</strong>se Vorlagen, we<strong>der</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Auswahl <strong>der</strong> Bil<strong>der</strong>, noch <strong>in</strong> <strong>der</strong>en Anordimng<br />

noch <strong>in</strong> ihrem Aufbau. Gcra


56 Hermann Junker.<br />

e<strong>in</strong>er Familie handelt. Für <strong>die</strong> Architektur<br />

sehen wir das klar bei unserer Gruppe <strong>der</strong><br />

äsmnfr-E'wr, ebenso unverkennbar s<strong>in</strong>d <strong>die</strong>se<br />

Verb<strong>in</strong>dungen bei den ^ndmib, Spssksf'nh und<br />

aus früherer Zeit bei <strong>der</strong> Gruppe Nfrtknv,<br />

Nfrmi't, Snfrwsnb. Ähnliche Zusammenhänge<br />

aber lassen hier sich auch bei den Reliefs feststellen,<br />

und das ist für <strong>die</strong> Beurteilung ihrer<br />

Entwicklung <strong>von</strong> nicht zu unterschätzen<strong>der</strong> Bedeutung.<br />

b) E<strong>in</strong>zeldarstelh<strong>in</strong>g.<br />

Bei <strong>der</strong> Besprechung des Reliefs gehen wir<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Grujjpe des äsmnjr aus. Die Mastaba<br />

des Dritten <strong>die</strong>ses Namens ist das älteste auf<br />

unserem Gebiete liegende Grab <strong>der</strong> Familie. Es<br />

steht mitten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Entwicklung, <strong>die</strong> sich <strong>von</strong><br />

se<strong>in</strong>em Ahnen t^smnfr I bis zu äsmnfr IV verfolgen<br />

läßt. Es soll nun an <strong>der</strong> Hand <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Darstellungen <strong>der</strong> Anlage versucht werden, e<strong>in</strong>e<br />

Übersicht <strong>über</strong> den Wandel zu geben, den <strong>die</strong><br />

Ausschmückung <strong>der</strong> Kultkammer <strong>in</strong> den vier<br />

Geschlechterfolgen aufweist :<br />

a) Die 8peisetischszene.<br />

Die wichtigste aller Darstellungen im Grabe<br />

war das Totenmahl. Es ersche<strong>in</strong>t an <strong>der</strong> OpfersteUe<br />

schon <strong>in</strong> <strong>der</strong> frühdynastischen Zeit und<br />

wird <strong>in</strong> den uns erhaltenen ältesten Mastabas<br />

immer <strong>über</strong> <strong>der</strong> fSche<strong>in</strong>tür angebracht. (Giza 11,<br />

S. 15ff.).<br />

Als man <strong>in</strong> den Gräbern <strong>der</strong> 4. Dynastie <strong>die</strong><br />

Kultkammer mit ihren Reliefs unterdrückte, behielt<br />

man alle<strong>in</strong> <strong>die</strong> Speisetischszene bei, auf <strong>der</strong><br />

Platte, <strong>die</strong> im Süden <strong>der</strong> Front e<strong>in</strong>gesetzt wurde.<br />

Die Wie<strong>der</strong>aufnahme des Kultraumes um <strong>die</strong><br />

Wende <strong>der</strong> 4. zur 5. Dynastie stellte <strong>die</strong> alte Ordnung<br />

wie<strong>der</strong> her, <strong>der</strong> Tote beim Mahle ersche<strong>in</strong>t<br />

wie<strong>der</strong> <strong>über</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür dargestellt, <strong>über</strong><br />

beiden Sche<strong>in</strong>türen, wenn zwei Opferstellen vorliegen.<br />

Unterdessen aber war <strong>die</strong> Speisung des<br />

Toten so stark <strong>in</strong> den Vor<strong>der</strong>grund getreten, daß<br />

sie auch für <strong>die</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Wände<br />

maßgebend ^\alrde. So fühlte man das Bedürfnis,<br />

<strong>die</strong> alt<strong>über</strong>kommene Speiseszene zu wie<strong>der</strong>holen,<br />

<strong>die</strong> den Verstorbenen an dem Tische sitzend<br />

zeigt, <strong>die</strong> Hand nach den daraufliegenden Broten<br />

ausstreckend. Auf <strong>der</strong> Platte konnte <strong>die</strong>se wichtigste<br />

Darstellung nur <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>en Maßen ausgeführt<br />

werden, dazu war sie noch beladen mit<br />

<strong>der</strong> Aufzählung <strong>der</strong> Speisen und des Geräts.<br />

Jetzt aber hatte man Raum für e<strong>in</strong>e größer angelegte<br />

Darstellung, doch mußte sie ihrem Inhalt<br />

und ihrer rituellen Rolle entsprechend, nahe <strong>der</strong><br />

Opferstelle angebracht werden, da wo <strong>der</strong> Tote<br />

aus <strong>der</strong> unterirdischen Kammer hervortreten<br />

sollte. Da standen zwei Flächen zur Verfügung:<br />

entwe<strong>der</strong> <strong>die</strong> Südwand, <strong>die</strong> dicht neben dem<br />

Hauptopferplatz lag, o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Westwand, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen standen. Die erstgenannte<br />

Lösung ist häufiger, wenigstens <strong>in</strong> <strong>der</strong> älteren<br />

Zeit. Sie f<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> folgenden Kammern:<br />

Njsivtnfr (9). Kij (10), K<strong>in</strong>fr (19), Kijswd! (20),<br />

Kmjnjswt 1 (21), Whmki (22), äUhtp (23),<br />

Snfrwht'p (30), Ksjm'nh (35), H'fhwfw (40),<br />

Nsmniw (44), NjUiwr' (45), Shmkir (46), Kimnfrt<br />

(52), Njmi'tr' (54), Ddfhivfio (58).<br />

Auf <strong>der</strong> Westwand: äsmnfr II (2), Shnnjr<br />

III (3), Rwr II (5), Kmjnjkvt II (11), Nfr<br />

(25), Njwtj (26), A'%7 (27), Spssksf'nh (31)<br />

Nfrbnrpth {^2) .'^ndmib-Mhj (U) Stki (30a) Kidivi<br />

(56) Njwnlr (60).<br />

Bei ändmib I f<strong>in</strong>det sich <strong>die</strong> Darstellung zweimal<br />

rechts und l<strong>in</strong>ks neben <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür, <strong>die</strong><br />

<strong>die</strong> ganze Westwand <strong>der</strong> Opferkammer e<strong>in</strong>nimmt,<br />

ähnlich wohl bei t^smnfr IV. Nur <strong>in</strong> wenigen<br />

Fällen ist <strong>die</strong> Szene auf <strong>der</strong> Nordwand, neben <strong>der</strong><br />

nördlichen Sche<strong>in</strong>tür angebracht, bei Tnlj (24)<br />

und Htpnjplh (28). >%tpiv (61) und nur ganz<br />

selten fehlt sie <strong>über</strong>haupt, wie Wfr"nh (42),<br />

Dbl<strong>in</strong>j (48), Wrhww (49). Wpmnjrt (53).<br />

Vere<strong>in</strong>zelt bleibt <strong>die</strong> Lösung des Mrjib und<br />

^smnfr I. Mrjib ließ <strong>die</strong> Speisetischszene auf den<br />

l)eiden Platten <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür und dann noch e<strong>in</strong>mal<br />

<strong>über</strong> dem Architrav <strong>der</strong> nördlichen Sche<strong>in</strong>tür,<br />

hier <strong>in</strong> größeren Maßen anbr<strong>in</strong>gen. Bei<br />

SSmnfr I sehen wir auf <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür den<br />

Grabherrn, auf <strong>der</strong> nördlichen se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong><br />

am Speisetisch ; <strong>über</strong> <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür sitzt das<br />

Ehepaar e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gegen<strong>über</strong> beim Mahle. —<br />

Über <strong>die</strong> Anbr<strong>in</strong>gung <strong>der</strong> Speisetischszene auf<br />

den Seiten des E<strong>in</strong>ganges siehe Giza II, S. 62f.<br />

In allen Fällen handelt es sich, wie erwähnt, um<br />

<strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>gabe <strong>der</strong> alt<strong>über</strong>kommenen Darstellung<br />

: Der Verstorbene sitzt vor dem mit Brothälften<br />

gedeckten Tisch und streckt e<strong>in</strong>e Hand<br />

nacii ihnen aus, während <strong>die</strong> an<strong>der</strong>e beim Mann<br />

geballt, bei <strong>der</strong> Frau geöffnet an <strong>der</strong> Brust liegt.<br />

Aber bei dem zur Verfügung stehenden<br />

größeren Raum erfährt <strong>die</strong> Szene e<strong>in</strong>ige Än<strong>der</strong>ungen<br />

gegen<strong>über</strong> dem uns <strong>von</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türplatte<br />

gewohnten Bild. Meist s<strong>in</strong>d <strong>über</strong> <strong>der</strong><br />

Figur des Grabherrn se<strong>in</strong>e Titel <strong>in</strong> senkrechten


DeITTER BeKICIIT i'BKR DIE ( I K A lilNCEX AlF DEM FRIEDHOF VOX GiZA. 57<br />

Zeilen angeljraclit. iiljer dem Upt'ertisch steht<br />

<strong>die</strong> große Speiseliste; vor ihm stehen <strong>die</strong> Totenpriester<br />

l<strong>in</strong>d vollziehen das Ritual des snm-t-;h<br />

und wdn ih.t^. Aber gerade bei <strong>der</strong> Wahl <strong>die</strong>ser<br />

Zeremonien macht sich gegen Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

e<strong>in</strong> auffallen<strong>der</strong> Wandel bemerkbar, <strong>in</strong> den<br />

uns beschäftigenden Mastabas zuerst bei R'icr II.<br />

Die alten Riten, Giza II, S. 62 beschrieben,<br />

werden nur mehr ganz vere<strong>in</strong>zelt dargestellt,<br />

vielleicht eben, weil sie durch neue ersetzt<br />

waren. Der iiockende wdpw mit den Vjeiden<br />

Näpfen und <strong>der</strong> ausrufende hrj-irdb werden, wenn<br />

auch nicht immer, beibehalten-. Der irtj mit <strong>der</strong><br />

eigentümlichen Armhaltung ist ganz verschwunden.<br />

Statt dessen treten Totenpriester <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en<br />

Funktionen auf:<br />

Bei Njwtj (26) kniet dem S])eisetisch zunächst<br />

e<strong>in</strong> Priester, <strong>die</strong> beiden Hände an e<strong>in</strong>en<br />

Napf haltend, <strong>in</strong> den e<strong>in</strong> dah<strong>in</strong>ter Stehen<strong>der</strong> aus<br />

e<strong>in</strong>em Kruge Wasser gießt; es ist <strong>die</strong> Zeremonie<br />

des ,,Spendens <strong>von</strong> kühlem Wasser". Es folgt<br />

<strong>der</strong> Ritus <strong>der</strong> sogenannten ,, Opferzuweisung":<br />

E<strong>in</strong> Mann ist nie<strong>der</strong>gekniet und legt <strong>die</strong> beiden<br />

Hände auf e<strong>in</strong>en vor ihm stehenden Kasten.<br />

Anschließend räuchert e<strong>in</strong> Priester und e<strong>in</strong><br />

zweiter ruft <strong>die</strong> Bestandteile des Maliles aus;<br />

es folgt das Gänseopfer: e<strong>in</strong>er Gans wird <strong>der</strong><br />

Hals umgedreht, e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e liegt sclion tot am<br />

Boden; zuletzt br<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong> Diener <strong>die</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>kculc.<br />

Bei R'wr II kommt dazu <strong>die</strong> Zeremonie des<br />

<strong>in</strong>.t rd, des ,,Verwischens <strong>der</strong> Spuren" ,•* audi ersche<strong>in</strong>t<br />

e<strong>in</strong> Diener mit zwei Zeugstreifen.<br />

In <strong>der</strong> Mastaba des Kijn<strong>in</strong>h (35) stellt vor<br />

dem Opfertisch <strong>in</strong> <strong>der</strong> obersten Reihe <strong>der</strong> hrj-hh<br />

aus e<strong>in</strong>em Papyrus lesend ; h<strong>in</strong>ter ihm e<strong>in</strong> Diener<br />

mit Papyrusbehälter; darunter 1. Zeremonie des<br />

<strong>in</strong>.t-rd, 2. Priester kauernd, <strong>die</strong> Hände auf e<strong>in</strong>en<br />

Kasten iialtend, 3. Zeremonie des rdj.t-khhir<br />

wie (26), 4. Priester kauernd, <strong>die</strong> Hände auf den<br />

Boden legend = /)/i-ili.l. ö. Räuchern. In <strong>der</strong><br />

<strong>in</strong>itersten Reihe Ciän.seopfer und Spei.senträger.<br />

//«)/• = S. Ha.ssan, Excav. II Fig. ÜHi =<br />

S. 166 zeigt rechts vom Spei.setisch <strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren<br />

Reihe: 1. In.t-rdf 2. mVi-ih.l. 3. Räiuliorn, 1.<br />

.Spende des kühlen Wassers'. In <strong>der</strong> obcion Hcihc<br />

'<br />

So nuHiiuli<strong>in</strong>sweisf auf ili'iii I'fiistcii >Iit ScIhiiiIiiiim<br />

(irulio fies Tntj (24).<br />

' Freilich vvunlon sie <strong>in</strong> ilir«>n Hoisciuit'tcii niclit<br />

mehr mit ihren nitcii Titeln l>ozoiol<strong>in</strong>ot.<br />

' Sie f<strong>in</strong>det Mich auch ln>i «lor OpfertiHfliMzonr iIcs<br />

,S/Mhtf')ili. S. Ka.HHiui, Kxoav. II, Vift. 27, s<strong>in</strong> wiril lii«>r<br />

<strong>von</strong> o<strong>in</strong>i-<strong>in</strong> Solmu «Ir.s \'


|<br />

i<br />

58 Hermann J unker.<br />

Ptahhetep II pi. XXXI. Ani aufschlußreichsten<br />

ist Mrrivki B 5 Westwand ; hier werden <strong>die</strong> Zeremonien<br />

<strong>von</strong> zehn Priestern verrichtet: 1. e<strong>in</strong><br />

Priester<br />

2. Räucherntler :<br />

gießt Wasser aus = Aci|n/\®<br />

^_nf(v,®;<br />

hockend, <strong>die</strong> Hände <strong>über</strong> e<strong>in</strong>em<br />

^ ^ U_i (htp dj njswt wdn ih.l).<br />

S.Priester<br />

L|--|J =1 A<br />

4. Vorlesepriester<br />

das Opfer ausrufend; 5. e<strong>in</strong>en Papyrus<br />

haltend = 1'^ — 6.-8. drei Männer <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Stellung <strong>der</strong> Hieroglyphe hn £r ,<br />

^5=fv ']<br />

ül^W-<br />

dabei<br />

^- Zevemonie des <strong>in</strong>.i-rd. 10. e<strong>in</strong><br />

Priester hockend, <strong>die</strong> Hände auf e<strong>in</strong>en LqJ -Kasten<br />

haltend, davor ijV^ J, £ßn usw. = ,, Zerbrechen<br />

<strong>der</strong> roten Krüge; Brothälften (Fleisch,<br />

Bier usw.)". Zu <strong>der</strong> zweiten Hälfte <strong>der</strong> Szene<br />

vergleiche QuibeU, Excavations at Saqqara I<br />

pi. XIX, wo <strong>die</strong> Zeremonie an das Ende <strong>der</strong><br />

Speiseliste anschließt.<br />

Man erkennt aus <strong>der</strong> Übersicht, daß <strong>die</strong><br />

neueren Darstellungen bei <strong>der</strong> Speiseszene sich<br />

aus drei Elementen zu.sammensetzt : 1. <strong>die</strong><br />

wichtigsten Riten s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> neuen des rdj.t-kbhw,<br />

ivdb-ih.t o<strong>der</strong> wdn-ih.t,wd-t-ih.t, ph-ih-t und <strong>in</strong>.i-rd.<br />

2. aus dem alten Ritual stammen <strong>der</strong> knieende<br />

Priester mit den Näpfen und <strong>der</strong> Ausrufer <strong>der</strong><br />

Speiseliste; beide Figuren werden aber nur teilweise<br />

aufgenommen; 3. <strong>die</strong> restlichen Opfcrhandlungen<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e nicht folgerichtig durchgeführte<br />

Auswahl aus dem ältesten Ritual, wir<br />

begegnen ihnen früher meist auf den Pfosten <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür, wie dem Räuchern, dem Gänseopfer,<br />

dem Br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> zwei Le<strong>in</strong>enstreifen, und den<br />

Dienern, <strong>die</strong> Schenkelstücke nie<strong>der</strong>legen; man hat<br />

den E<strong>in</strong>druck, daß gerade <strong>die</strong>se letzten Figuren<br />

zum Teil als Füllwerke bei <strong>der</strong> Szene benützt<br />

werden^.<br />

Die zeitlich festgelegten Mastabas, <strong>die</strong> <strong>die</strong><br />

neue Anordnung aufweisen, stammen alle aus<br />

dem Ende <strong>der</strong> 5. o<strong>der</strong> aus <strong>der</strong> 6. Dynastie, <strong>die</strong><br />

übrigen beweisen durch ihre Lage, ihren Aufbau<br />

o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>weitig ihre Zugehörigkeit zum späteren<br />

Alten Reich. Man darf daraus mit Recht schließen,<br />

daß <strong>die</strong>se Fassung <strong>der</strong> Speisetischszene <strong>über</strong>haujjt<br />

erst am Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie <strong>in</strong> Giza auftritt. Es<br />

Die Erklärung <strong>der</strong> Zeremonien siehe unten unLer<br />

ist <strong>die</strong> Zeit, <strong>in</strong> <strong>der</strong> sich auch an<strong>der</strong>e wesentliche<br />

Verän<strong>der</strong>ungen bemerkbar machen.<br />

ß) Das feierliche Mahl.<br />

Die unter a) beschriebene Szene zeigt <strong>die</strong><br />

Speisung des Toten <strong>in</strong> ihrer e<strong>in</strong>fachsten Form.<br />

Sie stammt aus <strong>der</strong> Zeit, da Brot <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat das<br />

Opfer am Grabe war, Brot ersche<strong>in</strong>t auch später<br />

im Ritus immer an erster Stelle ; man vergleiche<br />

den Spruch <strong>der</strong> Pyramidentexte :i) ,,Das was <strong>die</strong><br />

Menschen erhalten, wenn sie begraben s<strong>in</strong>d, s<strong>in</strong>d<br />

ihre tausend an Brot." Schon bald entsprach jedoch<br />

<strong>der</strong> Tisch mit den Broten nicht mehr dem<br />

wirklichen Mahl des Verstorbenen und wie man<br />

das '- ? -^-pr.t hrhrw später oft mit weiteren Zeichen<br />

wie '^^ ergänzte, (Giza II S. 77), so fügte man<br />

den Brothälften weitere Speisen h<strong>in</strong>zu. Aber auch<br />

das genügte nicht. Im Laufe des Alten Reiches<br />

tritt immer deiitlicher das Streben hervor, <strong>die</strong><br />

Wirklichkeit des Lebens <strong>in</strong> <strong>die</strong> Darstellungen <strong>der</strong><br />

Kultkammer zu tragen, <strong>die</strong> Grabriten treten<br />

zurück. So sehen Avir <strong>in</strong> Giza bald nach Beg<strong>in</strong>n<br />

<strong>der</strong> ö. Dynastie e<strong>in</strong>e neue Fassung des Totenmahles<br />

auftauchen, eigentlich das feierliche Mahl<br />

<strong>der</strong> Lebenden, wie es <strong>der</strong> Tote genießt. Bezeichnen<strong>der</strong>weise<br />

sieht man dabei ke<strong>in</strong>e Totenpriester<br />

beim Vollzug <strong>der</strong> Speiseriten, auch fehlen <strong>die</strong><br />

Opferliste und ihr Ausrufer. Es ist dargestellt,<br />

Avie es auf Erden bei e<strong>in</strong>em prunkvollen Gelage<br />

zug<strong>in</strong>g :<br />

Der Hausherr sitzt bequem im Lehnsessel,<br />

umr<strong>in</strong>gt <strong>von</strong> se<strong>in</strong>en K<strong>in</strong><strong>der</strong>n; Diener schleppen<br />

Eßtische herbei, <strong>in</strong> unabsehbarer Fülle s<strong>in</strong>d<br />

Speisen und Getränke rhigsum aufgebaut<br />

;<br />

Musik,<br />

Gesang und Tanz würzen das Mahl.<br />

Im Gegensatz zu <strong>der</strong> <strong>über</strong>kommenen rituellen<br />

Speiseszene wird <strong>der</strong> Grabherr nicht wirklich<br />

essend dargestellt. Man sche<strong>in</strong>t an <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>gabe<br />

Anstoß genommen zu haben und läßt ihn<br />

nicht nach den Speisen langen, son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong>e<br />

Lotosblume entgegennehmen, <strong>die</strong> ihm meist e<strong>in</strong>es<br />

se<strong>in</strong>er K<strong>in</strong><strong>der</strong> reicht. Später hat man aus dem<br />

gleichen Grunde <strong>die</strong> offizielle Speisetischszene<br />

oft geän<strong>der</strong>t. Der Verstorbene hält statt nach den<br />

Brothälften zu greifen, e<strong>in</strong>e Salbvase an <strong>die</strong> Nase,<br />

<strong>die</strong> Frau e<strong>in</strong>e Lotosblume.<br />

Wirklich essend luid tr<strong>in</strong>kend s<strong>in</strong>d vere<strong>in</strong>zelt<br />

Familienmitglie<strong>der</strong> dargestellt, wie <strong>die</strong><br />

Tochter des Njwnfr (Vorbericht 1928 Taf. VI 6)<br />

o<strong>der</strong> das Ges<strong>in</strong>de (LD II 52) beson<strong>der</strong>s bei den<br />

Pyr. 474.


Dkitter <strong>Bericht</strong> ibkk dik Grabvxgex avf dem Friedhof vox Giza.<br />

Szenen des täglielien Lebens, siehe dazu Balcz.<br />

Gefäßdarstellungen, <strong>in</strong> Mitteilungen Kaiio Bd. ö<br />

S. 53 f.<br />

Die Darstellung des festiit-lien ( Jelages sche<strong>in</strong>t<br />

aber ihre endgültige Fassung erst auf e<strong>in</strong>em Umweg<br />

erhalten zu haben. Man wollte nicht nur das<br />

Bild des Mahles lebensvoller gestalten, zugleich<br />

sollte auch <strong>die</strong> Fülle <strong>der</strong> Speisen und Getränke<br />

wie<strong>der</strong>gegeben werden, <strong>die</strong> dem Verstorbenen im<br />

Jenseits zur Verfügung standen. Das alte Bild<br />

<strong>der</strong> Speisen mit dem bescheidenen Mahle w iirde.<br />

wie erwähnt, schon früh dadurch ergänzt, daß<br />

man Opfer verschiedener Art, beson<strong>der</strong>s Braten<br />

<strong>über</strong> den Brothälften darstellte und <strong>die</strong> Namen<br />

an<strong>der</strong>er Speisen r<strong>in</strong>gsum aufzeichnete. Aber<br />

als <strong>die</strong> Möglichkeit gegeben war, <strong>die</strong>se Gaben<br />

auf den Sche<strong>in</strong>türpfosten und auf den Wänden<br />

<strong>der</strong> Kammer darzustellen, verschw<strong>in</strong>den zu Beg<strong>in</strong>n<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie <strong>die</strong> angehäuften Speisen<br />

<strong>über</strong> den Broten, meist auch bei <strong>der</strong> großen<br />

Opfertischszene auf <strong>der</strong> Südwanfl.<br />

Dieser Wandel ist nicht alle<strong>in</strong> darauf zurückzuführen,<br />

daß man e<strong>in</strong>e klarere Darstellung erstrebte,<br />

man hatte <strong>die</strong> alte Szene unterdessen<br />

entlastet und <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>gabe <strong>der</strong> reichen Gaben<br />

e<strong>in</strong>em besondei'en Bilde zugewiesen, dem ,,An-<br />

,sehen des V^erzeichnisses <strong>der</strong> Opfer" : Der Grabherr<br />

hat auf e<strong>in</strong>em Sessel Platz genommen, vor ihm<br />

steht se<strong>in</strong> Sohn o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> Beamter und <strong>über</strong>reicht<br />

auf e<strong>in</strong>em Papyrus <strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Speisen. Die<br />

obere Hälfte des Bildes ist dabei vollständig mit<br />

<strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>gabe <strong>der</strong> Opfer angefüllt. Z\i oberst<br />

hängen meist <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er Stange, <strong>die</strong> auf zwei<br />

gegabelten Pfosten ruht, <strong>die</strong> Fleischstücke herab.<br />

wie <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Fleischerladen, Schenkel. I^ipj)-<br />

stücke usw.' Darunter s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> mehreren Bildstreifen<br />

<strong>die</strong> übrigen Spei.sen aufgebaut : Brote,<br />

Kuchen, Gemüse und Früchte auf Tischen,<br />

Schüs,seln und geflochtenen Matten. Krüge mit<br />

Bier und We<strong>in</strong> auf Untersätzen, alles mit Sorg<br />

falt zum Mahle angerichtet. E<strong>in</strong> unterer Wandstreifen<br />

zeigt Diener mit VV'aschgerät, Räuchergefäß,<br />

Kuchen, Braten und CJeflügel. Beispiele<br />

<strong>die</strong>ser Darstellung s<strong>in</strong>d Njiivtnlr (0) Mrjib (IH),<br />

SSithtp (23). Auf den l<strong>in</strong>ieren Ziisammeniiang<br />

<strong>die</strong>ser Darstellung mit <strong>der</strong> Opfertisehszene weist<br />

aucli <strong>der</strong> Umstand, daß das ,, Anschauen des<br />

T


60 Hermann Junker.<br />

wesentlich länger als <strong>die</strong>se hielt und nicht später<br />

als sie auftrat. Das älteste Beispiel stammt aus<br />

dem Grabe des Nfrmi't, e<strong>in</strong>es Enkels des 6nfni\<br />

gehört also wahrsche<strong>in</strong>lich noch <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

an. Die Mast abas <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>zen weichen wie <strong>in</strong><br />

ihrer Gestalt, so auch <strong>in</strong> ihrer Ausschmückung<br />

<strong>von</strong> den gleichzeitigen Gräbern nicht un^^'esentlich<br />

ab und zeigen Kultraum und Reliefs zu e<strong>in</strong>er<br />

Zeit, wo auf dem Westfriedhof noch <strong>die</strong> Grabplatte<br />

verwendet wurde. Bei Nfrnn't hat <strong>die</strong><br />

Szene auf <strong>der</strong> Südwand noch nicht ihre endgültige<br />

Form, sie ist viel e<strong>in</strong>facher gehalten. Lei<strong>der</strong> läßt<br />

<strong>die</strong> Beschädigung <strong>der</strong> Mauer nicht mehr alle<br />

E<strong>in</strong>zelheiten erkennen. Der Pr<strong>in</strong>z sitzt beim<br />

Mahle, unter se<strong>in</strong>em Sessel hockt se<strong>in</strong> Hund.<br />

L<strong>in</strong>ks oben sieht man mehrere Reihen <strong>von</strong><br />

Speisen auf Schüsseln i<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Näpfen, We<strong>in</strong>krüge<br />

auf L^ntersätzen, <strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren Bildreihe Reste<br />

<strong>von</strong> Gesang, (Musik und Tanz).<br />

Auch <strong>in</strong> den Felsgräbern südöstlich Chephren,<br />

<strong>die</strong> aus dem Anfang <strong>der</strong> 5. Dynastie stammen,<br />

weist <strong>die</strong> Darstellung noch e<strong>in</strong>ige Abweichungen<br />

auf; bei Nbmiht (47) ist das Bild ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>gerissen,<br />

bei i§hmkn' (46) fehlt wohl <strong>die</strong> Überreichung<br />

des Lotos, <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>z und se<strong>in</strong>e Mutter<br />

sitzen vor <strong>der</strong> Speisehalle, <strong>von</strong> <strong>der</strong>en Deckbalken<br />

<strong>die</strong> Fleisclistücke herabhängen, Njkiwr' (45) sitzt<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Speisehalle i<strong>in</strong>d hält <strong>die</strong> Lotosblume <strong>in</strong><br />

se<strong>in</strong>er Rechten (sie wird nicht dargereicht) ;<br />

e<strong>in</strong>ige<br />

Musikanten s<strong>in</strong>d rechts unten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ecke dargestellt,<br />

<strong>die</strong> Tänzer<strong>in</strong>nen fehlen. Auf dem Westfriedhof<br />

dürften Sp-isk'/'n/j und ^Smnjr II <strong>die</strong><br />

ältesten Beispiele darstellen; hier hat also <strong>die</strong><br />

Darstellung erst später E<strong>in</strong>gang gefunden'.<br />

y) Das Anschauen <strong>der</strong> Lieferungen und<br />

Geschenke.<br />

Zu <strong>der</strong> Darstellung des Br<strong>in</strong>gens <strong>der</strong> (Jaben<br />

aus den Weilern <strong>der</strong> Totenstiftung gehören drei<br />

Gruppen ;<br />

zunächst <strong>der</strong> Aufzug <strong>der</strong> Vertreter <strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>zelnen Güter, dann .das Herbeiführen <strong>von</strong><br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, Wild, Geflügel, drittens das Br<strong>in</strong>gen <strong>von</strong><br />

Gaben. Wie eng <strong>die</strong>se drei Gruppen zusammengehören,<br />

zeigt beispielsweise <strong>die</strong> Mas^aba des<br />

iShmkir' (46), wo <strong>die</strong> Scheidung aufgehoben ist<br />

und <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter alle<strong>in</strong> auf-<br />

^ Bei Kmjnjswt II ist, ihr Vorhandense<strong>in</strong> vorausgesetzt;<br />

denn hier f<strong>in</strong>det sich <strong>die</strong> Überreichung <strong>der</strong><br />

Lotosbhime auf <strong>der</strong> südlichen Türwange, an e<strong>in</strong>er Stelle,<br />

an <strong>der</strong> oft <strong>die</strong> Speisung des Grabherrn dargestellt ist.<br />

Vergleiche auch <strong>die</strong> abgekürzte Szene Njwtj (26) Ostwand<br />

neben <strong>der</strong> Tür.<br />

treten, teils mit den üblichen Körben, teils mit<br />

Kasten, allerlei Gaben auf den Schultern, teils<br />

wie <strong>die</strong> Hirten das Vieh herbeiführend.<br />

Den ältesten Bestand bilden dabei <strong>die</strong> Dorfvertreter,<br />

<strong>die</strong> auf ihrem Kopf e<strong>in</strong>en geflochtenen<br />

Korb mit Gaben zum Grabe br<strong>in</strong>gen. Sie gehören<br />

neben dem am Speisetisch sitzenden Toten<br />

<strong>über</strong>haupt zu den ersten Bil<strong>der</strong>n, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kultkammer<br />

auftreten und ersche<strong>in</strong>en gerne ebenfalls<br />

auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür, denn sie sollen ja <strong>die</strong> Speisen<br />

und Getränke zu <strong>der</strong> Opferstelle br<strong>in</strong>gen, an <strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> Verstorbene aus dem Grabe hervortritf^.<br />

Diese Vorstellung wirkt auch <strong>in</strong> Giza noch nach.<br />

Wir f<strong>in</strong>den <strong>die</strong> Dorfvertreter auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

<strong>der</strong> 'Isbtjt (14) und teils auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür, teils<br />

auf <strong>der</strong> anschließenden Wand bei Ddfrnnw (38),<br />

rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür bei ährrCnh (39), rechts<br />

und l<strong>in</strong>ks bei H'fhivfw (40), zwischen den beiden<br />

Sclie<strong>in</strong>türen bei Ssifhtp (2'd) und Njswtnfr (9); es<br />

handelt sich hier durchweg um ältere Anlagen.<br />

Als <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türtafel nicht mehr <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige<br />

Stelle war, an <strong>der</strong> <strong>die</strong> Speisung des Grabherrn<br />

wie<strong>der</strong>gegeben wurde, begegnen wir verschiedenen<br />

Versuchen, <strong>die</strong> Darstellung <strong>in</strong> <strong>die</strong> neue Bil<strong>der</strong>folge<br />

e<strong>in</strong>zureihen. Sie war zudem unterdessen zu e<strong>in</strong>er<br />

selbständigen Szene ausgebildet und erweitert<br />

worden. Die Dorfvertreter schreiten nicht mehr<br />

zur Opferstelle, wie <strong>die</strong> Diener und Priester, das<br />

neue Bild zeigt auf e<strong>in</strong>er Seite den Verstorbenen<br />

stehend, seltener sitzend. Ihm kommen <strong>in</strong> langen<br />

Reihen <strong>die</strong> Dorfvertreter entgegen, angeführt<br />

<strong>von</strong> Schreibern, <strong>die</strong> <strong>in</strong> ihre Papyri <strong>die</strong> Abgaben<br />

jedes z<strong>in</strong>spflichtigen Gutes e<strong>in</strong>tragen. Die Szene<br />

heißt: ,,Das Anschauen <strong>der</strong> Gaben für das Totenopfer,<br />

<strong>die</strong> aus den Dörfern <strong>der</strong> Stiftung gebracht<br />

werden." Es verliält sich <strong>die</strong>se Darstellung zu den<br />

früheren, bei <strong>der</strong> <strong>die</strong> Figuren direkt zur Sche<strong>in</strong>tür<br />

schreiten, wie ,,Das Anschauen <strong>der</strong> Liste des<br />

Totenmahles" zu <strong>der</strong> Speisetischszene, (siehe<br />

oben S. 58). Da <strong>die</strong> Speisen <strong>in</strong> den Körben nicht<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige Lieferung <strong>der</strong> Güter waren, fügt man<br />

meist <strong>in</strong> weiteren Bildstreifen das Br<strong>in</strong>gen <strong>von</strong><br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, Wild und Geflügel h<strong>in</strong>zu. Meist werden<br />

<strong>die</strong>se Abgaben als ,,<br />

Geschenke" fnd-t-hr) bezeichnet<br />

und e<strong>in</strong> Schreiber notiert sie zum Beispiel<br />

bei äSitht-p <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er beson<strong>der</strong>en Liste. Li e<strong>in</strong>igen<br />

Fällen trennt man den Zug <strong>der</strong> Dörfer nach den<br />

Landesteilen, so bei Njsivtnfr und SSähtp; <strong>die</strong><br />

Stiftungsgüter aus Oberägypten sollen hier <strong>der</strong><br />

^ Auf <strong>der</strong> Tafel des Hknn ist <strong>die</strong> Dorfvertreter<strong>in</strong><br />

neben dem Speisetisch dargestellt; Capart, Debuts de<br />

l'art, fig. 177.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Orabuxgen at'f dem Friedhof vox C4izA. 61<br />

südlichen, <strong>die</strong> aus Unterägypten <strong>der</strong> nördlichen<br />

Sche<strong>in</strong>tüi' zugewiesen werden; e<strong>in</strong>e ähnliclic<br />

Zweiteih<strong>in</strong>g zeigt <strong>die</strong> Szene auf <strong>der</strong> Ostwand des<br />

Mrjib. wo <strong>die</strong> Stiftungsgüter zusammen mit<br />

Gabenbr<strong>in</strong>genden und <strong>der</strong> Sciilachtszcne dargestellt<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

Die Anordnung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des »S'.sjw«//- /<br />

ist für <strong>die</strong> Entwicklung beson<strong>der</strong>s lehrreich: Hier<br />

sitzt<br />

<strong>der</strong> Verstorbene auf <strong>der</strong> Südwand und <strong>die</strong><br />

Darstellungen <strong>der</strong> anstoßenden Ost wand s<strong>in</strong>d<br />

auf ihn gerichtet; <strong>die</strong> große Opferliste und<br />

daran direkt anschließend <strong>der</strong> Zug <strong>der</strong> Stiftungsgüter.<br />

Hier tritt <strong>die</strong> alte unmittelbare Verb<strong>in</strong>dung<br />

mit <strong>der</strong> Speisung zutage, ebenso <strong>der</strong> enge Zusammenhang<br />

mit <strong>der</strong> Speiseliste, <strong>über</strong> den unten<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em eigenen Abschnitt gehandelt wird. Die<br />

gleiche Anordnung liegt bei K<strong>in</strong>fr (19) vor, auch<br />

hier f<strong>in</strong>det man auf <strong>der</strong> Südwand <strong>die</strong> Speisetischszene<br />

und unmittelbar anschließend auf <strong>der</strong><br />

Ostwand <strong>die</strong> Speiseliste und den Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter.<br />

In <strong>der</strong> Folgezeit erleidet <strong>die</strong> Darstellung<br />

mehrfache Verän<strong>der</strong>ungen. Die Verb<strong>in</strong>dung mit<br />

dem Vorführen des Viehes ^^^rd zerrissen, aber<br />

so, daß jetzt oft <strong>die</strong> Abgabe <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, W'ild<br />

und Geflügel zwar selbständig ersche<strong>in</strong>t, <strong>die</strong><br />

Prozession <strong>der</strong> Stiftungsgüter aber nicht eigens<br />

dem Grabherrn vorgeführt wird, o<strong>der</strong> auch unter<br />

Bildstreifen an<strong>der</strong>er Art ersche<strong>in</strong>t. Wenn wir den<br />

Dorfvertietern bei ündmih-'Intj (33) und Siidmib-<br />

Mhj (34) auf den Wangen <strong>der</strong> Türen begegnen,<br />

so erklärt sich das wohl dadurch, daß <strong>die</strong> Kammere<strong>in</strong>gänge<br />

gerne auch mit <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong><br />

,<br />

.Speisung des Toten" o<strong>der</strong> des ..Anschauens <strong>der</strong><br />

fSaben geschmückt wurden.<br />

Bei <strong>der</strong> Familie <strong>der</strong> iS.huiifr-R'wr iuitte sich<br />

e<strong>in</strong>e feststellende Anordnung ausgebildet: Hier<br />

wird <strong>die</strong> Dorfjjrozession getrennt und <strong>der</strong> Nordwand<br />

zugewiesen; sie schreitet nach Westen uiul<br />

ist wohl entsprechend wie bei tS.hnnfr I mit <strong>der</strong><br />

auf <strong>der</strong> Westwand arigcbiiK liten Speisetischszene<br />

mit Opferlistc <strong>in</strong> N'cib<strong>in</strong>dung zu stellen.<br />

Das Vorführen <strong>der</strong> Schlachttiere und des (Geflügels<br />

als eigene Szene, getreimt <strong>von</strong> dem Zug<br />

iler Stiftungsgüter, begegnet uns ci)enso an ganz<br />

verschiedenen Stellen; bei Kihjf (27) und Kij (10)<br />

auf <strong>der</strong> Nordwand, bei Njwlj (2()) auf <strong>der</strong> Westwand,<br />

bei K<strong>in</strong>Difrt (43) auf <strong>der</strong> Südwand, aber<br />

CS sche<strong>in</strong>t doch e<strong>in</strong>e besoiulerc \'()rliel)e füi' <strong>die</strong><br />

Ostwand bestanden zu hal)en. Die Darstellung<br />

f<strong>in</strong>det sich hier <strong>in</strong>dem frühesten Beispiel Xfrun'l<br />

('Ml), <strong>in</strong> <strong>der</strong> späteren /eil bei .V/'' {-'>) bei S/i.s.skif'nh<br />

(31) und bei allen Mitglie<strong>der</strong>n <strong>der</strong> ^smnfr-<br />

Familie, soweit hier <strong>die</strong> Szene <strong>über</strong>haupt nachgewiesen<br />

ist: ^Smnjrll. 6hnnfr III, Ricr II. Es<br />

liegt übrigens bei den letzten Anlagen, Sp.iskif'nh<br />

mit e<strong>in</strong>geschlossen, e<strong>in</strong>e identische Darstellung<br />

vor; bei liümnfr III ist .sie <strong>von</strong> liSmnfr II kopiert,<br />

bei letzterem und Sp.s.4l,if'7ih steht ztir Frage, ob<br />

e<strong>in</strong>e Übernahme o<strong>der</strong> das Zurückgelien auf e<strong>in</strong>e<br />

geme<strong>in</strong>same Vorlage anzunehmen ist: .siehe<br />

unten unter d). Wie den Vertretern <strong>der</strong> Stiftungsgüter,<br />

so begegnen wir auch dem Herbeiführen<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>zelnen R<strong>in</strong><strong>der</strong>n o<strong>der</strong> <strong>von</strong> Mastwild gerne<br />

an den Innenwänden des E<strong>in</strong>gangs, entwe<strong>der</strong><br />

auf den eigentlichen Türwangen, o<strong>der</strong> auf <strong>der</strong><br />

Mauerdicke; so bei K<strong>in</strong>jnj.iwl I. ^Smnfr II,<br />

(rechts Koppel hornloser R<strong>in</strong><strong>der</strong>, l<strong>in</strong>ks Antilopen).<br />

i^Sithtp, R'wr I, Nfr. Der zugrundeliegende Gedanke<br />

ist <strong>in</strong> beiden Fällen <strong>der</strong> gleiche.<br />

5) Die Arbeiten auf dem Felde.<br />

Die Darstellung des Herbeibr<strong>in</strong>gens <strong>der</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>,<br />

des Wildes und des Geflügels erhält bei<br />

R'iür II e<strong>in</strong>e Ei'gänzung. <strong>die</strong> aus e<strong>in</strong>em ganz an<strong>der</strong>en<br />

Bil<strong>der</strong>zyklus stammt. Die oberste Reihe<br />

ist <strong>in</strong> den Anlagen se<strong>in</strong>er Vorfahren e<strong>in</strong>er Reihe<br />

<strong>von</strong> Schreibern vorbehalten, <strong>die</strong> übei' <strong>die</strong> E<strong>in</strong>gänge<br />

Listen führen. Hier nun hat man <strong>die</strong> Zahl<br />

auf e<strong>in</strong>en verm<strong>in</strong><strong>der</strong>t und h<strong>in</strong>ter ihm s<strong>in</strong>d Esel<br />

beim Dreschen und Wegbr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Säcke dargestellt.<br />

Die Bil<strong>der</strong> s<strong>in</strong>d den Szenen <strong>der</strong> Feldbestellung<br />

entnommen <strong>in</strong>icl bilden e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />

Ausschnitt aus den Erntearbeiten. Damit taucht<br />

<strong>in</strong> un.serer Gruppe zum erstenmal e<strong>in</strong> ganz neues<br />

Element auf. In allen (!iza I und II beschriebenen<br />

Mastabas und <strong>in</strong> denen des vorliegenden Bandes<br />

l)eschränken sich <strong>die</strong> Darstellungen auf das Mahl<br />

des Toten mid auf <strong>die</strong> unmittelbaren Vorbereitungen<br />

des.selben: Die Schlachtszene uiul das<br />

Herbeitragen <strong>der</strong> Geräte, das Br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> (Jaben<br />

durch flie Verti'eter dei- Stiftungsgüter, das Herl)eifidnen<br />

<strong>von</strong> Riiulern, Wild und (ieflügel. Das<br />

s<strong>in</strong>d alles Szenen, flie für das Ciral) und den Unterhalt<br />

des Toten im Jen.seits bestimmt s<strong>in</strong>d. Die<br />

Erntearbeiten aber s<strong>in</strong>d dem Diesseits entnommen,<br />

stammen aus dem I.K?ben auf den ( Jütern<br />

des Grabherrn. Manmnßsich <strong>über</strong> <strong>die</strong>sen wesentlichen<br />

Unterschied ganz klar se<strong>in</strong>, wenn man ver-<br />

>tchcii will, «ic <strong>in</strong> (.'i/.a <strong>die</strong> neue I?iclitv<strong>in</strong>g sich<br />

diiriiisct/.tc.<br />

Der Tatbestand ist folgen<strong>der</strong>: Ackt-ritauszenen<br />

s<strong>in</strong>d zeitlich zuerst nachgewiesen <strong>in</strong> dem<br />

nnter<strong>in</strong>lischen (Irali <strong>der</strong> KiMÜL'<strong>in</strong> Mr'i.ii'iih ///


«2 Hermann Junker.<br />

und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Felskammer des NbrnHit (47). ihres<br />

Sohnes; <strong>die</strong> Anlagen stammen aus <strong>der</strong> ersten<br />

Hälfte <strong>der</strong> .5. Dynastie; ferner <strong>in</strong> dem ungefähr<br />

gleichzeitigen Grabe des ähmkir (46), <strong>der</strong> noch<br />

unter äshwr^ lebte und Njswtntrpiv (50) aus <strong>der</strong><br />

gleichen Zeit. Auf dem Westfriedhof sche<strong>in</strong>en <strong>die</strong><br />

frühesten Belege aus <strong>der</strong> freiliegenden Gruppe<br />

des Spsskif'nh-'Iimrj-Nfrbrwpth zu stammen,<br />

(Grab Lepsius 15—16); <strong>die</strong> Anlagen weisen<br />

mehrere Kammern auf und dürften um <strong>die</strong> Mitte<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie begonnen se<strong>in</strong>. Die übrigen Belege<br />

s<strong>in</strong>d hier alle viel später: Nfr (25), Kihjf (27),<br />

Htpnjpth (28), Snfrwhtp (30), ändmib-Mhj und<br />

'Intj (33— 34), Kijm'nh (35). Auf dem Ostfriedhof<br />

begegnen uns <strong>die</strong> Szenen zuerst <strong>in</strong> den Felsgräbern<br />

des H'fr'nh (42) und Kimnfrt (43). Es<br />

folgt auf dem Friedhof östlich <strong>der</strong> Chephrenpyramide<br />

<strong>die</strong> weitläufige Anlage des R'wr (51).<br />

Von dem Südfriedhof ist nur §hnnfr IV (7) zu<br />

nennen. Wir dürfen <strong>die</strong> Darstellung <strong>der</strong> Feldarbeiten<br />

aber nicht für sich alle<strong>in</strong> betrachten, sie<br />

l)ilden nur e<strong>in</strong>en Teil <strong>der</strong> Szenen des täglichen<br />

Lebens, und es ist wenig mehr als e<strong>in</strong> Zufall, daß<br />

wir gerade <strong>die</strong>sem Stück zuerst <strong>in</strong> unserer Gräbei'-<br />

gruppe begegnen. So müssen wir versuchen, es <strong>in</strong><br />

Zusammenhang mit dem Ganzen zu stellen. Es<br />

kommen <strong>in</strong> Betracht <strong>die</strong> Darstellungen <strong>der</strong> Jagd,<br />

des Fischfanges mit dem Schleppnetz, des Vogelfanges<br />

mit dem Schlagnetz, <strong>der</strong> Papyrusernte, des<br />

Bootsbaues, des Hirtenlebens und <strong>der</strong> verschiedenen<br />

Handwerke, des Bierbrauens und <strong>der</strong><br />

Küchenarbeiten .<br />

Die Untersuchung zeigt, daß <strong>die</strong> Verbreitung<br />

<strong>die</strong>ser Darstellungen ungefähr Schritt hält mit<br />

dem Auftreten <strong>der</strong> Szenen <strong>der</strong> Landwirtschaft;<br />

das hier gewonnene Ergebnis wird dabei <strong>in</strong><br />

mancher H<strong>in</strong>sicht ergänzt. An <strong>der</strong> Spitze steht<br />

das Grab <strong>der</strong> Mrjifnh III; es wurde um <strong>die</strong><br />

Wende <strong>der</strong> 4. zur 5. Dynastie vollendet; es ist<br />

nicht ganz ausgemacht, ob das am E<strong>in</strong>gang angebrachte<br />

Datum sich auf iSpsskif o<strong>der</strong> auf e<strong>in</strong>en<br />

<strong>der</strong> ersten Könige <strong>der</strong> 5. Dynastie bezieht, doch<br />

ist letzteres viel wahrsche<strong>in</strong>licher. In den Felskammern<br />

<strong>die</strong>ser Anlage treffen wir zum ersten<br />

Male e<strong>in</strong>e Reihe <strong>von</strong> Szenen des täglichen Lebens :<br />

Die König<strong>in</strong> fährt mit ihrer Mutter im Papyrussumpfi,<br />

Blumen pflückend — Vogelfang mit dem<br />

' Das dürfte etwa <strong>der</strong> Jagd im Papyrussumpf <strong>in</strong><br />

den Gräbern <strong>von</strong> Männern entsprechen. — E<strong>in</strong> Bruchstück<br />

aus dem Grabe ihres Vaters Kiw'h (Bo.ston Bullet<strong>in</strong><br />

XXXII,3) gibt den Ausschnitt aus e<strong>in</strong>er Szene <strong>in</strong><br />

den Marschen, vergl. L. D. II, 12.<br />

Klappnetz — Metallarbeiter bei ihrer Tätigkeit —<br />

das Anfertigen <strong>von</strong> Statuen — das Bereiten <strong>von</strong><br />

Bier — Säen und E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat. Im Felsgrab<br />

ihres Sohnes Nhmsht s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Darstellungen <strong>die</strong>ser<br />

Art zahlreicher: Der Pr<strong>in</strong>z auf <strong>der</strong> Vogeljagd im<br />

Papyrusdickicht. Fischfang, Papyrusernte, Bau<br />

des Papyrusbootes, <strong>die</strong> Herde durchquert mit<br />

den Hirten e<strong>in</strong>en Tümpel, Vogelfang, Anfertigen<br />

<strong>von</strong> Schmuck. Bearbeiten <strong>von</strong> Ste<strong>in</strong>gefäßen, Anfertigen<br />

<strong>von</strong> Statuen, Tischler und Kupferschmiede<br />

bei <strong>der</strong> Arbeit. Feldarbeiten siehe oben.<br />

Bei iShml'ir' (46) aus gleicher Zeit läßt sich zufolge<br />

<strong>der</strong> Zerstörung e<strong>in</strong>iger Teile ke<strong>in</strong> abgeschlossenes<br />

Bild gew<strong>in</strong>nen. Außer den Erntearbeiten<br />

s<strong>in</strong>d nachgewie.sen : ,,Das Beschauen des<br />

Ru<strong>der</strong>ns <strong>der</strong> Boote", Vogelfang mit Schlagnetz,<br />

Fischfang mit Schleppnetz. Bei Bimfr (55), <strong>der</strong><br />

(iemahl<strong>in</strong> des Königs 8pssk;f f<strong>in</strong>den wir das Bereiten<br />

<strong>von</strong> Bier, Bearbeiten <strong>von</strong> Töpfen, Pressen,<br />

und Mästen <strong>von</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>n.<br />

Dbhnj hat uns aus <strong>der</strong>selben Zeit e<strong>in</strong> anschauliches<br />

Bild aus den Bestattungszeremonien<br />

lünterlassen : daß auch Szenen aus dem Leben<br />

nicht fehlten, beweist e<strong>in</strong> Bruchstück <strong>in</strong> Raum II,<br />

das vielleicht <strong>von</strong> <strong>der</strong> Nüpferdjagd stammt. In<br />

<strong>der</strong> Pfeilerhalle des Njsivtntrpw (50), <strong>der</strong> unter<br />

flen Königen Ddkn-' bis i^shwr' <strong>die</strong>nte, s<strong>in</strong>d dargestellt:<br />

Das Pflügen mit R<strong>in</strong><strong>der</strong>gespannen, das<br />

E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat durch Wid<strong>der</strong>, <strong>die</strong> Vogeljagd<br />

im Papyrusdickicht, das Durchqueren <strong>der</strong> Furt,<br />

Melken, Kalben, <strong>die</strong> Hirten bei <strong>der</strong> Mahlzeit.<br />

und e<strong>in</strong>e Anlage mit vielen Kammern<br />

Bei E'wr (51), <strong>der</strong> e<strong>in</strong> wenig später anzusetzen<br />

ist^,<br />

und Gängen erbaute, ist <strong>in</strong>folge <strong>der</strong> starken Zerstörung<br />

e<strong>in</strong> abgeschlossenes Urteil nicht möglich.<br />

Folgende Szenen s<strong>in</strong>d ganz o<strong>der</strong> <strong>in</strong> Bruchstücken<br />

nachgewie.sen : Kornernte, Flachsernte, Dreschen,<br />

Aufwerfen <strong>der</strong> Miete, Bil<strong>der</strong> ans den Marschen,<br />

Fischerstechen,<br />

Vom Westfriedhof ist zeitlich zuerst<br />

SpdM-jf'nh zu nennen; es s<strong>in</strong>d hier nahezu alle<br />

<strong>in</strong> Betracht kommenden Darstelhuigen vertreten,<br />

auf <strong>die</strong> zwei ersten Räume verteilt, während<br />

Raum III dem Toten<strong>die</strong>nst vorbehalten bleibt.<br />

Es s<strong>in</strong>d belegt: Der Grabherr im Boot auf <strong>der</strong><br />

Vogeljagd, <strong>die</strong> Papyrusernte, Bauen <strong>von</strong> Papyrusbooten,<br />

Fischfang und Vogelfang, Fischerstechen.<br />

Die landwirtschaftlichen Arbeiten s<strong>in</strong>d fast voll-<br />

'<br />

Die Inschrift <strong>über</strong> den \'orfall luiter Nfrirkir'<br />

gibt natürlich nur e<strong>in</strong>en Anhalt für <strong>die</strong> Mitte ; wievielen<br />

Königen er vor o<strong>der</strong> nach <strong>die</strong>sem Herrscher ge<strong>die</strong>nt<br />

hat, bleibt offen.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Orabixgen auf dem Friedhof vox Giza. tiS<br />

ständig vertreten: Pflügen, Hacken des Bodens.<br />

Säen und E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat, Ernte mit Sicheln,<br />

B<strong>in</strong>den <strong>der</strong> Garben, Abtransport, Aufwerfen <strong>der</strong><br />

Miete. Ferner We<strong>in</strong>lese, Traubenkeltern. E<strong>in</strong>füllen<br />

<strong>in</strong> Krüge, Feigenernte. Ölpresse, Abfüllen<br />

des Öls, Ölverkauf. — Leben <strong>der</strong> Hirten auf dem<br />

Felde, Werfen des Kalbes. Melken — Arbeiten <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Küche, Ausnehmen <strong>der</strong> Tiere, Braten. Kochen<br />

— Tischler, Metallarbeiter, Bildhauer, Le<strong>der</strong>arbeiter.<br />

Für das weniger reich ausgeschmückte<br />

Grab des Enkels siehe oben (32).<br />

E<strong>in</strong>er ausführlichen Darstellung des Lebens<br />

auf den Fel<strong>der</strong>n, <strong>in</strong> den Marschen und im Haushalt<br />

des Verstorbenen begegnen wir auf dem<br />

Westabschnitt erst wie<strong>der</strong> am Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

bei <strong>der</strong> Gruppe <strong>der</strong> lirvdmih (33—34), <strong>die</strong><br />

Szenen s<strong>in</strong>d auch hier auf <strong>die</strong> Hallen und Vorräume<br />

beschränkt, während <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferkammer<br />

nur <strong>die</strong> Speisung des Grabherrn dargestellt wird ;<br />

(<strong>über</strong> das E<strong>in</strong>zelne siehe oben Seite 43) <strong>in</strong> beiden<br />

Anlagen kehren fast alle <strong>in</strong> Betracht kommenden<br />

Darstellungen wie<strong>der</strong>.<br />

In den Mastabas. <strong>die</strong> nur e<strong>in</strong>e Kullkamnier<br />

besitzen, f<strong>in</strong>den wir Szenen aus dem täglichen<br />

Leben <strong>über</strong>haupt er.st ganz spät. R'wr 11 dürfte<br />

das erste Beispiel <strong>die</strong>ser Art .se<strong>in</strong>, und hier ist nur<br />

e<strong>in</strong> Ausschnitt aus e<strong>in</strong>er bestimmten Gruppe<br />

wie<strong>der</strong>gegeben. Ausführliclier s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Darstellungen<br />

<strong>in</strong> Nfr (25). <strong>der</strong> <strong>die</strong> Feldarbeiten fast<br />

vollständig enthält, daneben noch den Vogelfang<br />

im Netz. Auch Kihjf (27) bevorzugt <strong>die</strong> Bil<strong>der</strong> des<br />

Pflügens. Säens imd Ernten«; außer ihnen ist<br />

nur <strong>der</strong> Fischfang mit dem Sclileppnetz nachgewiesen,<br />

/^nfrwhtp ('.iO) stellt <strong>von</strong> den neuen Sujets<br />

nur <strong>die</strong> Feldarbeiten dar. In den e<strong>in</strong>kammerigen<br />

Felsgräbern auf dem Ostfriedhof f<strong>in</strong>den wir <strong>die</strong>se<br />

Vorliebe wie<strong>der</strong>, bei Knnnjrt (43) s<strong>in</strong>d alle<strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Landarbeiten aus dem neuen Bil<strong>der</strong>schatz aufgenommen<br />

worden, bei Il'jr"nh (42) außerdem<br />

noch <strong>der</strong> Fischfang, wie bei Kilijl. und Szenen<br />

aus den Marschen.<br />

Vielleicht hat <strong>die</strong> Bevorzugung ihren (iruixl<br />

<strong>in</strong> dem engeren Zusamnu-nhang, den <strong>der</strong> tJegenstand<br />

<strong>der</strong> Darstellungen mit den Lieferungen für<br />

das (;rab besitzt.<br />


V<br />

64 Hermann JrNKER.<br />

dah<strong>in</strong>ter kommt e<strong>in</strong> zweitei' Diener gelaufen, <strong>der</strong><br />

Tauben <strong>in</strong> zwei Käfigen br<strong>in</strong>gt, <strong>die</strong> an den Enden<br />

e<strong>in</strong>er Tragstange befestigt s<strong>in</strong>d. Auf dem gleichen<br />

Relief hat sich <strong>der</strong> Treiber des Ste<strong>in</strong>bockes ganz<br />

mngedreht, um das wi<strong>der</strong>spenstige Tier voranzuzerren.<br />

Bei E'wr II wird e<strong>in</strong>e jSäbelantilope <strong>in</strong><br />

gleicher Weise wie <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>bock <strong>in</strong> Ssmnfr III<br />

bei Hörnern und Schnauze herbeigezogen und<br />

<strong>die</strong> dah<strong>in</strong>terstehende Gazelle hat den Kopf zurückgewendet<br />

und säugt ihr Junges.<br />

E<strong>in</strong> sicherer Gradmesser für den Wandel<br />

des Stiles <strong>in</strong> unseren Mastabas ist <strong>die</strong> Behandlung<br />

<strong>der</strong> e<strong>in</strong>fachen Darstellung des Aufmarsches <strong>der</strong><br />

Dorfvertreter. Den allgeme<strong>in</strong>en Gang <strong>der</strong> Entwicklung<br />

im Alten Reich hat H. Balcz A.Z. 67,<br />

S. 12 geschil<strong>der</strong>t: durch <strong>die</strong> festere Datierung<br />

mancher Anlagen und durch neu h<strong>in</strong>zugetretenes<br />

Material läßt sie .sich jetzt noch genauer verfolgen,<br />

beson<strong>der</strong>s klar bei unserer Familiengruppe<br />

<strong>von</strong> vier aufe<strong>in</strong>an<strong>der</strong>folgenden Generationen:<br />

Bei i^Smnfr I s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Frauengestalten ganz<br />

gleich behandelt, alle im selben Gewand und <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong>selben Haltung; sie stützen mit <strong>der</strong> dem Beschauer<br />

abgewendeten Hand den Korli, während<br />

<strong>die</strong> an<strong>der</strong>e geöffnet herabhängt : bei den Männern<br />

ist <strong>die</strong>se Hand geballt o<strong>der</strong> sie faßt e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e<br />

Gabe, wie e<strong>in</strong>e Gans. Die Körbe haben immer <strong>die</strong><br />

gleiche konische Form, nur ihr Inhalt wechselt,<br />

<strong>in</strong> dem e<strong>in</strong>en stecken Spitzbrote, <strong>in</strong> dem an<strong>der</strong>en<br />

daneben Rundbrote, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em dritten nur flache<br />

Fladen. Wie an<strong>der</strong>s sieht <strong>der</strong> Zug schon <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

folgenden Generation bei Ssmnfr II aus, da<br />

tragen <strong>die</strong> Abgesandten <strong>der</strong> Stiftungsgüter Körbe<br />

<strong>von</strong> verschiedener Art und Kasten, <strong>die</strong> Last zum<br />

Teil mit beiden Händen stützend. Bei ^Smnfr III<br />

ist <strong>die</strong> Entwicklung noch weiter fortgeschritten,<br />

<strong>die</strong> Frauen tragen teils weiße, teils bunte Gewän<strong>der</strong>,<br />

<strong>die</strong> Körbe haben ganz verschiedene Formen,<br />

es treten <strong>die</strong> bootförmigen beson<strong>der</strong>s hervor,<br />

<strong>die</strong> mit Gaben aller Art und Gemüsen und<br />

Früchten beladen s<strong>in</strong>d, e<strong>in</strong>ige Frauen tragen<br />

Kasten o<strong>der</strong> Käfige mit Geflügel. Und je<strong>der</strong><br />

br<strong>in</strong>gt noch e<strong>in</strong>e Zugabe: Milchkrüge, B<strong>in</strong>senkörbchen,<br />

Tauben, Enten und Blumen. Gerade<br />

<strong>die</strong> Blumen s<strong>in</strong>d etwas ganz Neues bei <strong>der</strong> Darstellung.<br />

So wie nun dem Grabherrn beim Festmahle<br />

<strong>die</strong> Lotosblume gereicht wird, ersche<strong>in</strong>en<br />

jetzt auch Blumen bei den Gaben <strong>der</strong> Dorfvertreter,<br />

sie tragen Lotosknospen o<strong>der</strong> -Blüten<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> herabhängenden Hand, o<strong>der</strong> halten e<strong>in</strong><br />

Bündel Papyrus mit entfalteten Dolden, und<br />

Blumen s<strong>in</strong>d oft zwischen <strong>die</strong> Früchte und<br />

Kuchen <strong>in</strong> den Körben gesteckt. Auch <strong>die</strong> Haltung<br />

<strong>der</strong> Figuren hat ihre strenge E<strong>in</strong>tönigkeit<br />

verloren. Wenn jetzt neben dem Korb noch e<strong>in</strong><br />

Papyrusbündel gebracht wird, das nicht e<strong>in</strong>fach<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand getragen werden kann, son<strong>der</strong>n<br />

wi<strong>der</strong> <strong>die</strong> Brust gehalten werden muß, so geschieht<br />

da.s mit dem dem Beschauer abgewendeten<br />

Arm, während <strong>der</strong> ihm zugewendete den<br />

Korb stützt; <strong>in</strong>id ebenso geschieht es <strong>in</strong> zwei<br />

Fällen, wo e<strong>in</strong>e Ente und e<strong>in</strong>e Flasche gebracht<br />

werden. Die drittletzte Vertreter<strong>in</strong> stützt ihren<br />

Korb mit beiden emporgestreckten Armen, <strong>die</strong><br />

ganz symmetrisch gezeichnet s<strong>in</strong>d.<br />

In <strong>der</strong> folgenden Generation bei äsmnfr IV<br />

tritt zur Belebung <strong>der</strong> Darstellung e<strong>in</strong> neues<br />

Element h<strong>in</strong>zu : Die Stiftungsvertreter begnügen<br />

sich nicht mit dem üblichen Korb und e<strong>in</strong>er<br />

kle<strong>in</strong>en Beigabe, sie fühi-en nun auch an <strong>der</strong><br />

herabhängenden Hand junge R<strong>in</strong><strong>der</strong>, Gazellen<br />

und Antilopen herbei : dabei müssen <strong>die</strong> Figuren<br />

e<strong>in</strong> wenig ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>gezogen werden. Um aber<br />

den alten E<strong>in</strong>druck des Aufmarsches zu wahren,<br />

bei dem <strong>die</strong> Personen ganz hervortreten sollen,<br />

werden <strong>die</strong> Tiere <strong>in</strong> unverhältnismäßig kle<strong>in</strong>em<br />

Maßstab gehalten.<br />

Soweit ist <strong>der</strong> Wandel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Darstellung<br />

bei unserer Gruppe zu verfolgen. Aber <strong>die</strong> Entwicklung<br />

hat liier nicht Halt gemacht, <strong>der</strong> Raum<br />

zwischen den e<strong>in</strong>zelnen Figuren wird noch mehr<br />

ausgefüllt; man schleppt große Bündel <strong>von</strong><br />

Papyrus auf dem Arm ;<br />

<strong>die</strong> Hand, <strong>die</strong> das Leitseil<br />

<strong>der</strong> Tiere hält, faßt daneben noch e<strong>in</strong>e Blume<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> B<strong>in</strong>senkörbchen o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Krug —<br />

alles um zu zeigen, daß <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong> Güter<br />

i'eich beladen mit Gaben und Geschenken<br />

kommen, um den E<strong>in</strong>druck <strong>der</strong> Fülle zu geben,<br />

<strong>die</strong> dem Grabherrn für se<strong>in</strong> Mahl zur Verfügung<br />

steht.<br />

Zusammenfassung.<br />

Die Gräber des Geschlechtes <strong>der</strong> äSmnjr s<strong>in</strong>d<br />

e<strong>in</strong> Schulbeispiel, an dem deutlich <strong>die</strong> wesentlichen<br />

Verän<strong>der</strong>ungen aufgezeigt werden können,<br />

<strong>die</strong> bei <strong>der</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Kammer stattfanden.<br />

Der Gegensatz ist bei den sich unmittelbar<br />

folgenden Anlagen nicht so auffallend;<br />

Schritt für Schritt arbeitet sich <strong>die</strong> neue Art vor.<br />

Aber wenn wir <strong>die</strong> Reliefs des 6Sm.nfr I aus dem<br />

Anfang <strong>der</strong> 5. Dynastie mit denen des ^Smnfr I<br />

aus dem Anfang <strong>der</strong> 6. Dynastie vergleichen,<br />

spr<strong>in</strong>gt <strong>der</strong> große Abstand <strong>in</strong> <strong>die</strong> Augen. Es offenl)aren<br />

sich zwei ganz verschiedene Auffassungen


<strong>die</strong><br />

Dritter Bertcht <strong>über</strong> pte Orabtxgex att dem FRTEmroF vox Oiza. r.5<br />

<strong>über</strong> das (Tegenstäiidlielie unrl <strong>über</strong> rlio Aiisflrucksform.<br />

Treten wir <strong>in</strong> <strong>die</strong> Ktdtkamnier des Al<strong>in</strong>herrn.<br />

so werden wir gebannt <strong>von</strong> <strong>der</strong> Feierlichkeit<br />

l<strong>in</strong>d Ruhe, <strong>die</strong> uns umgibt. Würdevoll und<br />

ernst stehen <strong>die</strong> Bil<strong>der</strong> vor uns; <strong>in</strong> allen Darstellungen<br />

wie<strong>der</strong>holt sich <strong>der</strong> gleich e<strong>in</strong>fache<br />

Rhythmus; Zur großen Gestalt des Verstorbenen<br />

bewegen sich <strong>in</strong> gemessenem Schritt Priester,<br />

Diener, Gabentragende und Dorfvertreter, alle<br />

nach ihrem Herrn zu gerichtet. Ke<strong>in</strong>e auffallende<br />

Gebärde, ke<strong>in</strong>e hastige Bewegung stört den<br />

Gleichklang, ke<strong>in</strong>e selbständige Szene zieht im<br />

Zug den Blick auf sich. Und allen Darstellungen<br />

liegt <strong>der</strong> gleiche Gedanke zugrunde: Der Verklärte<br />

tritt aus se<strong>in</strong>em Grabe hervor und nimmt<br />

das Totenopfer entgegen: ob er<br />

mm am Speisetisch<br />

sitzt, o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Dorfvertreter mit (iaben<br />

empfängt o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Speisen und Getränke<br />

entgegennimmt, <strong>die</strong> für se<strong>in</strong> Mahl bestimmt<br />

s<strong>in</strong>d, alles vere<strong>in</strong>igt sich auf e<strong>in</strong>en Gedanken.<br />

Die e<strong>in</strong>zige Ausnahme bilden <strong>die</strong> Boote<br />

<strong>über</strong> <strong>der</strong> Tür. <strong>die</strong> den Toten auf den Gefilden <strong>der</strong><br />

Seligen fahren sollen.<br />

Wahl und Stil <strong>der</strong> Darstellungen stehen <strong>in</strong><br />

vollem E<strong>in</strong>klang mit <strong>der</strong> Grabarchitektui-. Die<br />

sehlichte Kultkammer ist <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zige Innenraum<br />

<strong>der</strong> wuchtigen .Mastaba. vor ihm liegt nur das<br />

schmucklose, weißgetünchte Magaz<strong>in</strong>.<br />

Der Wandel, den das Grab und se<strong>in</strong>e Ausschmückung<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> dritten Generation zeigt,<br />

kann nicht stärker gedacht werden. Bei <strong>der</strong> Anlage<br />

des SXmnlf IV liegt im Süden e<strong>in</strong> mächtiger<br />

Torbau mit zwei Säulen, <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er Hoidkehle<br />

gekrönt. Zu beiden Seiten des Aufganges s<strong>in</strong>d<br />

kle<strong>in</strong>e Obelisken aufgestellt, an <strong>der</strong> Frontmauer<br />

zwei Sitzstatuen des Grabherrn. Auf <strong>der</strong> Rückwand<br />

rechts und l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Tür s<strong>in</strong>d große Bil<strong>der</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Jagd <strong>in</strong> den Sümpfen angebracht:<br />

fiJmnfr im Papyrusboot stehend, sticht mit dem<br />

Speer weit ausholend Fische t<strong>in</strong>d schleu<strong>der</strong>t den<br />

Bunierang bei <strong>der</strong> Vf)geljagd. Auf den Sclunalwänden<br />

werden (iesciienke aus den (iütern gebracht.<br />

Treten wir (hirch das 'i'or <strong>in</strong> <strong>die</strong> sclimale<br />

N'orknmmer, so sehen wir l<strong>in</strong>ks <strong>die</strong> lebensvollen<br />

Darstellungen aus <strong>der</strong> W'üst'Mijagd. vnr uns den<br />

Fisclifang mit dem Schlei)pncl/.. auf <strong>der</strong> Ostwand<br />

rlas Bereiten des Bieres. Durch e<strong>in</strong>e enge<br />

Tür gelangen wir zu e<strong>in</strong>em Hof. mit großem,<br />

<strong>in</strong> den Boden e<strong>in</strong>gelassenen Libationstrog und<br />

<strong>der</strong> Palastsche<strong>in</strong>tür auf<strong>der</strong> Westrand. .Am Nordeiide<br />

liegt <strong>die</strong> Pfeilerhallf<br />

ihre Wände s<strong>in</strong>d r<strong>in</strong>gs-<br />

um mit Reliefs bedeckt, im Norden und Osten<br />

s<strong>in</strong>d es Darstellungen aus den Deltasümpfen. Der<br />

E<strong>in</strong>gang zu den eigentlichen Kultkammern liegt<br />

im Westen .Auf<strong>der</strong> Ostwand des ersten Raumes<br />

marschieren <strong>die</strong> V^ertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter auf,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> lebendigen oben beschriebenen Anordnung.<br />

Auf <strong>der</strong> gegen<strong>über</strong>liegenden Wand ist das frohe<br />

Treiben <strong>der</strong> Ernte dargestellt. In dem eigentlichen<br />

Opferraum nimmt <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür mit<br />

Rundstab und Hohlkehle <strong>die</strong> ganze Westwand<br />

e<strong>in</strong>, auf den Seitenwänden ist <strong>die</strong> Speisetischszene<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, darunter schreiten <strong>in</strong> langen<br />

Reihen <strong>die</strong><br />

Gabentragenden.<br />

So s<strong>in</strong>d wir vom Torbau aus durch das<br />

Leben des Grabherrn geschritten, haben ihn auf<br />

<strong>der</strong> Jagd <strong>in</strong> den Sümpfen und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüste begleitet,<br />

.se<strong>in</strong>e Herden <strong>in</strong> den Marschen, das Treiben<br />

auf se<strong>in</strong>en Gütern und <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Hause gesehen<br />

— und erst zum Schluß werden wir gewahr, daß<br />

<strong>die</strong>s Leben eigentlich <strong>der</strong> Vergangenheit angehört,<br />

soll ihm auch ewiger Bestand gewährleistet se<strong>in</strong>.<br />

Torbau, Tor. Pfeilerhalle und Vorraum führen<br />

nur durch das Diesseits, erst <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferkammer<br />

tritt uns das Jen.seits entgegen, hier wo <strong>die</strong> Diener<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> alten feierlichen Weise zur Sche<strong>in</strong>tür<br />

schreiten, h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tiefe <strong>der</strong> Sargkammer<br />

<strong>der</strong> Verstorbene ruht.<br />

E<strong>in</strong> tiefer Gegensatz trennt <strong>die</strong>.se Gräber des<br />

späteren Alten Reiches mit ihren Bil<strong>der</strong>n voll<br />

Leben und Dase<strong>in</strong>sfreude — <strong>von</strong> den älteren Anlagen,<br />

<strong>der</strong>en Reliefs Weihe und Feierlichkeit und<br />

Würde atmen. Es muß e<strong>in</strong> gruiulsätzlicher Wandel<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Auffassung angenommen werden. In<br />

erster L<strong>in</strong>ie s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> (Jrüiule <strong>in</strong> fler Eigenart <strong>der</strong><br />

großen Kunst beschlossen, flie <strong>in</strong> <strong>der</strong> (Jiza-Zeit<br />

<strong>der</strong> 4. Dynastie ihre Blüte erlebte. Inwieweit auch<br />

e<strong>in</strong> Waiiflel <strong>in</strong> religiösen Auffassungen mitbestimmend<br />

war. ist schwer festzustellen. Daß<br />

hier Zu.sammenhänge vorliegen mögen, ist nicht<br />

<strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> abzuweisen, handelt es sich doch<br />

ausschließlich um .sakrale Bauten. Aber es ist<br />

schwer zu den letzten religiö.sen Empf<strong>in</strong>dungen<br />

uufl Überzeugungen vorzudr<strong>in</strong>gen, <strong>die</strong> soh'h tiefgreifende<br />

rmgestaltungen hervorgerufen hätten.<br />

.Man hiit zur Erklärung auf


66 Hermann Junker.<br />

<strong>der</strong> Wüste (IX, XVII, XXVII). Des weiteren ist<br />

Keimen, Wachsen und Reifen auf dem Feld, <strong>in</strong><br />

" ebenda Bl. 54. den Bauten zugrunde lag, e<strong>in</strong>en Ausdruck im<br />

den Marschen und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüste. Im Totentempel das Grab <strong>der</strong> Mrjsfnh III (41) zu nennen, das zu<br />

sehen wir den König nicht nur als Mittelpunkt Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie fertiggestellt wurde, vor<br />

feierlicher Kulthandlungen, son<strong>der</strong>n auch bei <strong>der</strong> irgende<strong>in</strong>em <strong>der</strong> Königsdenkmäler <strong>von</strong> Abusir.<br />

Vogeljagd, beim Fischstechen und beim Harpunieren<br />

Hier begegnen wir unter an<strong>der</strong>em dem Blumen-<br />

des Nilpferdes. Überhaupt lassen sich pflücken im Papyrusdickicht, den Spazierfahi'ten<br />

bei <strong>die</strong>sen Königsdenkmälern trotz ihrer starken<br />

Zerstörung noch <strong>die</strong> meisten <strong>der</strong> <strong>in</strong> Rede stehenden<br />

im Boot, dem Vogelfang mit dem Klappnetz, den<br />

Bildhauern und Kupferschmieden bei <strong>der</strong> Arbeit,<br />

Szenen des täglichen Lebens nachweisen: den Musikanten, Sängern und Tänzer<strong>in</strong>nen, den<br />

Säen und Ernten <strong>von</strong> Korni, Flachsernte-, Arbeiten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Küche.<br />

Gartenbau*, Traubenernte*, Feigenernte^, Vogelfang^,<br />

Wir müssen daher <strong>die</strong> Frage an<strong>der</strong>s stellen<br />

Fischfang mit Netz', Vogeljagd mit Wurf-<br />

und nach e<strong>in</strong>er tieferen Ursache siichen. Die<br />

holz^, Fischstechen^, Jagd^** und Leben <strong>der</strong> Tiere Szenen des täglichen Lebens schmückten <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüste^^, Bauen <strong>von</strong> Papyrusbooteni-. Gräber bis zum Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 4. Dynastie, sie verschw<strong>in</strong>den<br />

Honigernte^^. Belohnung <strong>von</strong> Beamten^*, (iesang<br />

imd Tanz^^.<br />

Da läge es nahe zu vermuten, daß <strong>die</strong> Privatgräber<br />

dann vollkommen aus den Kammern<br />

und treten erst wie<strong>der</strong> zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

auf. Man hat also <strong>in</strong> <strong>der</strong> ersten Giza-Zeit wissentfolgt<br />

dem Beispiel <strong>der</strong> Königsdenkmäler gelich<br />

mit <strong>der</strong> Überlieferung gebrochen, zunächst<br />

seien, und das Leben im Sonnenheiligtum avif jeden Reliefschmuek verzichtet und als man<br />

und <strong>in</strong> den Tempehi <strong>der</strong> Sonnenkönige <strong>in</strong> <strong>die</strong> ihn ^vie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>führte, sich bewußt <strong>von</strong> den lebensfrohen<br />

Grabkammern gedrungen wäre, <strong>die</strong> bis dah<strong>in</strong><br />

Bil<strong>der</strong>n des Diesseits losgesagt und nur<br />

hauptsächlich <strong>die</strong> ernsten Darstellungen des Darstellungen gewählt, <strong>die</strong> mit dem Toten<strong>die</strong>nst<br />

Totenritus enthielten.<br />

<strong>in</strong> engerem Zusammenhang standen.<br />

Aber so läßt sich das Auftreten <strong>der</strong> neuen Es läßt sich <strong>die</strong>ser Wandel nicht trennen <strong>von</strong><br />

Darstellungen nicht e<strong>in</strong>fach erklären ;<br />

denn <strong>die</strong>se <strong>der</strong> Entwicklung, den <strong>die</strong> Architektur <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

f<strong>in</strong>den sich <strong>in</strong> Privatgräbern schon lange vorher,<br />

aiich vor <strong>der</strong> Gizazeit. InMedum (Petrie,Medrim,<br />

gleichen Zeit genommen hat. Die 4. Dynastie hat<br />

mit <strong>der</strong> vorangehenden Zeit gebrochen und e<strong>in</strong>en<br />

PI. IX—XXVIII) s<strong>in</strong>d wie<strong>der</strong>gegeben: Pflügen neuen Stil geschaffen, e<strong>in</strong>fach und klar, aber <strong>von</strong><br />

(XII, XVIII, XXVIII), Säen (X XVIII). Traubenkeltern<br />

erstaunliclier Gewalt und Größe. Wie sich <strong>die</strong>ser<br />

(XXV), Schlachten und Bereiten des Stil nicht nur <strong>in</strong> den äußeren L<strong>in</strong>ien <strong>der</strong> Monu-<br />

Mahles auf dem Feld (XVIII), Szene <strong>in</strong> den mente, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Form und Anordnung <strong>der</strong> Bauteile<br />

Marschen (X, XXIV), Vogelfang mit Klai)pnetz<br />

ausdrückt, son<strong>der</strong>n auch <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>sten<br />

(X, XVIII, XXII, XXIV), Fischfang mit Kammern, selbst <strong>die</strong> Iimenräume <strong>der</strong> Pyramiden,<br />

Schleppnetz (XI, XVIII), Ausweiden <strong>der</strong> Fische auch <strong>die</strong> Sargkammer <strong>der</strong> Mastabas gestaltet, so<br />

(XII), Wegtragen e<strong>in</strong>es großen '^.'-Fisches (XII), mußte er auch <strong>die</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Wände<br />

Bau e<strong>in</strong>es Papyrusbootes (XXIII), Bau e<strong>in</strong>es bee<strong>in</strong>flussen. Dei- Stil <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er re<strong>in</strong>sten Form<br />

Holzbootes auf <strong>der</strong> Werft (XI. XXV), Jagd <strong>in</strong> verschmähte jede Art des Schmuckes. Die Tempel<br />

<strong>der</strong> Könige kennen ke<strong>in</strong>e Reliefs, <strong>die</strong> Räume<br />

sollten nur durch ihre Form wirken, <strong>der</strong> E<strong>in</strong>druck<br />

durch das erlesene Material und <strong>die</strong> vollendete<br />

1 Njwsrr', Sonnenheiligtum AZ. 1900, S. 98.<br />

2 Njwsrr' m No-user-r' S. .38, Abi.. 17 (Heil. Mii.s.<br />

17906/7).<br />

' Njwirr', Bearbeitimg gehoben werden. Wenn man <strong>in</strong> den<br />

Sonnenheirigtum <strong>in</strong> ÄZ. 1900 Taf. \'.<br />

Mastabas zu Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> 5. Dynastie wie<strong>der</strong> auf<br />

* äshwr' <strong>in</strong> S.'hiire II, Bl. 51.<br />

* Njwirr' Sonnenheiligtum <strong>in</strong> ÄZ. 1900 Taf. V. <strong>die</strong> Reliefs zurückgreift, so war das ebenso e<strong>in</strong><br />

« Sihwr' 1. c. II, Bl. 15, NjtvSrr' ebenda S. 37,<br />

Abweichen <strong>von</strong> dem ursprünglichen Plan, wie<br />

Abb. 15.<br />

das Anbr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Innenkammer selbst, <strong>die</strong> den<br />

' Berl. Mus. 20039 (Klebs, A. K. S. ";">).<br />

festen Block des Baues lockerte. Aber das Stilgefühl<br />

8 iS,'hW ebenda II, Bl. I(i.<br />

ebenda.<br />

war so stark und so fe<strong>in</strong>, daß man <strong>der</strong> Ab-<br />

'<br />

" /S,'hwr' ebenda I, S. 14 Abb. S, II, Bl. 17.<br />

weichung kaum <strong>in</strong>ne wird. Man wollte nur Szenen<br />

'1 Njwirr\ Sonnenheiligtum, Berl. Mus. 20 03().<br />

aus dem Totenkult und <strong>die</strong> Art ihrer Wie<strong>der</strong>gabe<br />

>2 ebenda, Berl. Mu.s. 20037.<br />

^^ Njwsrr', Sonnenlieiligtum harmoniert vollkommen mit <strong>der</strong> Wüi'de mid<br />

AZ. 1900, Taf. V.<br />

" äihwr', II, Bl. 52—54.<br />

Weihe <strong>der</strong> Friedhofsanlage. Es hat <strong>die</strong> Idee, <strong>die</strong>


DkITTIJ! MKR<strong>in</strong>iT t'^BER DIE fiRAHrXOEX ATE DEM FlU RDIIOK VOX filZA. «7<br />

Bilde gefunden. Demi <strong>die</strong> Clrabdenknialer <strong>der</strong><br />

Könige <strong>der</strong> 4. Dynastie s<strong>in</strong>d wie <strong>die</strong> sie umgebenden<br />

Mastabas ganz füi' das Jenseits geschaffen :<br />

liier schweigt <strong>die</strong> VVelt. <strong>die</strong> Welt und <strong>die</strong> Zeit, das<br />

(Jrab ist <strong>in</strong> Wahrheit ..Haus <strong>der</strong> Ewigkeit". Ich<br />

liirchte nicht, flaß wir damit nur unsere eigenen<br />

(ledankeii <strong>in</strong> <strong>die</strong> Auffassung <strong>der</strong> Alten h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>t<br />

lagen odei- <strong>der</strong> oben gegebenen Erklärung des<br />

Stiles wi<strong>der</strong>sprechen; denn es ist e<strong>in</strong> 8til <strong>der</strong><br />

Grabdenkmäler und er kann nicht <strong>von</strong> <strong>der</strong> bestimmten<br />

Bedeutung <strong>die</strong>ser Bauten getrennt<br />

werden. So sprachen <strong>die</strong> ersten Reliefs <strong>von</strong> Oiza<br />

mir (Jedanken aus. <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> Ge.staltung <strong>der</strong><br />

Bauten mitgewirkt haben.<br />

Es ist ke<strong>in</strong> Zufall, daß « ir <strong>der</strong> .Aufnahme <strong>von</strong><br />

Darstellungen aus dem Dies.seits zuerst da begegnen,<br />

uti auch ke<strong>in</strong>e B<strong>in</strong>dungen an <strong>die</strong> Architektur<br />

des (irabes mehr vorlagen. Das erste Beisj)iel<br />

ist <strong>die</strong> Anlage <strong>der</strong> M)-)-sj'nhIII; es schließen<br />

sich an <strong>die</strong> Felsgräbei' des Nbmiht. ShmL'^-' und<br />

des Dhhnj. weiter <strong>die</strong> mit Höfen. Gängen und<br />

mehreren Kammern versehenen Anlagen des<br />

R'ivr und auf dem We.stfriedhof Spsikifnh und<br />

Sfrbiwpth.<br />

Die Zusammenhänge s<strong>in</strong>d hier i<strong>in</strong>al)-<br />

«eisiiar. .\u(h wende man nicht eiii, daß nur <strong>die</strong><br />

itaumfiag(' entscheidend gewesen sei. da man<br />

hei den .Mastabas mit nur e<strong>in</strong>er Kammei- zunächst<br />

<strong>die</strong> Darstellungen aus dem Totenritus anbr<strong>in</strong>gen<br />

mußte und daher für <strong>die</strong> Szenen des täglichen<br />

Lei>ens ke<strong>in</strong>en l'latz mehr zur Verfügung<br />

iiatte. (legen <strong>die</strong>se Lösung sprechen <strong>die</strong> CJräber<br />

<strong>von</strong> .Merlüm. .sowohl wie <strong>die</strong> Giza-Ma.stabas des<br />

späteren .Alten Reiches, wie Njr und Kiljjf. <strong>die</strong><br />

auf engem Raum beide Arten <strong>der</strong> Reliefs vere<strong>in</strong>igen.<br />

Das ist nui' so zu erklären, (hil.i tiuiii<br />

sowohl vor <strong>der</strong> (!iza-Zeit. wie vom Ende <strong>der</strong><br />

ö. Dynastie an. rlie Darstellungen aus dem Diesseits<br />

bei <strong>der</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Kammer nicht<br />

missen wollte, währeufl sie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Zwischenzeit<br />

wissentlich und willentlich weggelas.sen wui'den<br />

imfl zunächst <strong>in</strong> den CJräbern wie<strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang<br />

fanden, <strong>die</strong> auch <strong>in</strong> .Anlage odei- .Xufbiiu <strong>von</strong> dem<br />

neuen Stil weitei- abrückten.<br />

Killen ähnlichen N'erlauf können wir auch<br />

i)eim Wandel des Stiles dei' Mil<strong>der</strong> beoliachten.<br />

.Auch hier ist es nicht so. daß <strong>die</strong> lebenswahre .ViiffassiMig.<br />

<strong>die</strong> Freude an Leben und Bewegung erst<br />

mit <strong>der</strong> zweiten Hälfte des .Alten Keiches e<strong>in</strong>-<br />

.setzte. .Als man mil dem Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong><br />

.">. Dynastie<br />

<strong>die</strong> Kani<strong>in</strong>ern wie<strong>der</strong> mit Reliefs schmückte, war<br />

man bei <strong>der</strong> Wahl <strong>der</strong> Szenen, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Haltung <strong>der</strong><br />

Figuren ganz <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em c<strong>in</strong>heillichcii<br />

Stil!_'efulil<br />

geleitet. So wie man sich auf <strong>die</strong> feierlichen<br />

Szenen des Rituals beschränkte, so vermied man<br />

bei <strong>der</strong> Haltung und Bewegung <strong>der</strong> Personen<br />

alles, was den Ernst und <strong>die</strong> Weihe stören konnte.<br />

Es sei das an e<strong>in</strong>igen Beispielen erläutert. Der<br />

Zug <strong>der</strong> Hirten bewegt sieh gleichförmig zum<br />

( Jrabherrn, will e<strong>in</strong> störrisches Tier nicht voran, .so<br />

wagt <strong>der</strong> Hirt nicht, sich umzudrehen, er faßt es<br />

rückwärts mit den Armen und sucht es mit sich<br />

zu ziehen, bei ^l^ithtp (Giza 11, Abb. 28 besprochen),<br />

ohne den Kopf zu wenden, bei<br />

K<strong>in</strong>fnjswt I außerhalb <strong>der</strong> Szene (ebenda. Abb. 17)<br />

mit e<strong>in</strong>er Drehung des Oberkörpers. Wenn nun<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen Darstellung <strong>der</strong> Künstler im<br />

Grabe des ^Svwjr III und R'wr II den Treiber<br />

ganz umdreht, und ihn dem Grabherrn den<br />

Rücken wenden läßt, .so hat sich <strong>die</strong>se natürliche<br />

Art <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>gabe nicht erst jetzt entwickelt,<br />

sie war lange vorher vorhanden, wurde aber zur<br />

Zeit des strengeren Stils abgelehnt. Auch wenn<br />

man annimmt, daß man das wi<strong>der</strong>spenstige Tier<br />

auf verschiedene Weise mit sieh reißen konnte.<br />

mit o<strong>der</strong> ohne völlige Drehung des Körpers, so<br />

l)leibt doch das Entscheidende, daß man <strong>in</strong> den<br />

älteren Mastabas fast nur e<strong>in</strong>e Art wählte, <strong>die</strong> den<br />

Rhythmus des Zuges nicht störte. Abb. 7.<br />

Bei NIrmiH (Mediim 1. c. pl. XXVII) hat<br />

sich bei <strong>der</strong> Vorführung <strong>der</strong> Tiere <strong>der</strong> Treiber<br />

ganz gedreht und bearbeitet <strong>die</strong> störrische Mastantilope<br />

mit se<strong>in</strong>em Stock. Xoch lebensfrischer<br />

ist <strong>die</strong> Szene bei Nfnnt't <strong>von</strong> Giza (36). dea.sen<br />

(}rab wie <strong>die</strong> .Anlagen se<strong>in</strong>er Familie unci se<strong>in</strong>es<br />

(Uoßoheims Hmiwnw. e<strong>in</strong> wenig aus dem Rahmen<br />

<strong>der</strong> Entwicklung fällt: hier wirft sich <strong>die</strong> Antilope<br />

zurück, <strong>die</strong> H<strong>in</strong>terbe<strong>in</strong>e unter dem Leib, unfl <strong>der</strong><br />

Tieiber stemmt sich, um sie vorwärts zu br<strong>in</strong>gen.<br />

fest auf den Boden. >ii


Hermann Junker.<br />

Mastabas des Westfriedhofes <strong>von</strong> CTiza, bis zum<br />

Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie fehlen Nachweise vollkommen,<br />

auch da, wo wir den C4rabherrn mit<br />

se<strong>in</strong>er FamiUe beim Mahle sehen. Auf dem Ostfriedhof<br />

bildet Nfrnn't wie<strong>der</strong> <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige Ausnahme,<br />

se<strong>in</strong> Hund sitzt während des Mahles unter<br />

dem Sessel, im Felsgrab des DbJmj sehen wir an<br />

gleicher Stelle den Hausaffen.<br />

Die Bewußtheit, mit <strong>der</strong> man <strong>in</strong> Giza bei<br />

<strong>über</strong>kommenen Szenen an dem klaren Aufbau<br />

und den e<strong>in</strong>fachen L<strong>in</strong>ien festhält, auch als <strong>in</strong><br />

an<strong>der</strong>en Gräbern längst e<strong>in</strong>e reichere, abwechslungsvollere<br />

Fassung verwendet wurde, ist<br />

auch bei dem zum festen Bestände <strong>der</strong> Bü<strong>der</strong><br />

gehörenden Aufzug <strong>der</strong> Dorfvertreter e<strong>in</strong>wandfrei<br />

nachzuweisen. Man muß sich zunächst dar<strong>über</strong><br />

klar werden, daß <strong>die</strong> körbetragenden Männer und<br />

Frauen Symbole s<strong>in</strong>d; nicht nur <strong>in</strong> dem S<strong>in</strong>ne,<br />

daß sie <strong>die</strong> Stiftungsgüter verkörpern. Aucii ihre<br />

Gaben, <strong>die</strong> Brote und Kuchen, sollen nur andeuten,<br />

daß <strong>die</strong> Ezben <strong>die</strong> Ernährung des Toten<br />

<strong>über</strong>nommen haben. Ich kenne nur e<strong>in</strong> Beisi^iel,<br />

wo <strong>die</strong> wii-klich zu liefernden Abgaben <strong>von</strong> den<br />

DorfVertretern herbeigebracht werden, im Grab<br />

des Shmksr' (46), wo nur zwei <strong>der</strong> Leute, wie<br />

üblich mit dem Korb ersche<strong>in</strong>en, <strong>die</strong> übrigen mit<br />

Käfigen und Kasten auf <strong>der</strong> Schulter, mit Geflügel,<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>n und WUd. Sonst hat man <strong>die</strong><br />

Viehabgaben e<strong>in</strong>er eigenen Darstellung vorbehalten.<br />

In den älteren Mastabas nun hält man<br />

sich streng an <strong>die</strong> <strong>über</strong>kommene Dar.stellung des<br />

schüchten Aufmarsches; gelegentlicli trageji<br />

schon <strong>in</strong> Medüm <strong>die</strong> Vertreter <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand<br />

kle<strong>in</strong>ere Geschenke, (1. c. pl. XIX, XXI), und<br />

weitere Zutaten ersclie<strong>in</strong>en <strong>in</strong> Giza bis zum Ende<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie nicht; <strong>die</strong> S. 64 beschriebenen<br />

Verän<strong>der</strong>ungen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Haltung treten vere<strong>in</strong>zelt<br />

erst um <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong> 5. Dynastie auf^ — zu<br />

gleicher Zeit aber ist <strong>die</strong> weitere Entwicklung <strong>der</strong><br />

Darstellung an<strong>der</strong>norts schon lange belegt, wie <strong>in</strong><br />

den Heiügtümern <strong>von</strong> Abusir.<br />

So ist das Auftreten neuer Bil<strong>der</strong>zyklen und<br />

e<strong>in</strong>er freieren Komposition <strong>in</strong> Giza nicht als Entwicklung<br />

im üblichen S<strong>in</strong>ne des Wortes zu werten.<br />

^<br />

Die Darstellung im Grabe des H'ffjwfw (40) tlarf<br />

nicht als Ausnahme angeführt werden; hier führen nur<br />

<strong>die</strong> südlieh <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür angebrachten vier <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>stehenden<br />

E<strong>in</strong>zelfiguren e<strong>in</strong> vor ihnen schreitendes<br />

Tier am Leitseil; das ist aus dem fe<strong>in</strong>eren Gefühl<br />

heraus geschelien, daß hier für <strong>die</strong> Statik des Bildes<br />

e<strong>in</strong> Übergang durch e<strong>in</strong>e niedrigere Figur gefor<strong>der</strong>t<br />

werde.<br />

Im Rahmen des Gesamtablaufes wird e<strong>in</strong>e vorhandene<br />

Richtung <strong>der</strong> Kunst durch e<strong>in</strong>en Stil<br />

abgelöst, <strong>der</strong> nun <strong>in</strong> <strong>der</strong> ganzen 4. Dynastie alle<strong>in</strong><br />

herrscht. Dann macht sich e<strong>in</strong> Bestreben bemerkbar,<br />

das wie<strong>der</strong> <strong>von</strong> dem Geist <strong>der</strong> vorhergehenden<br />

Kunst getragen wird, aber nicht etwa<br />

ihre bloße Fortsetzung bedeutet. Es r<strong>in</strong>gen <strong>die</strong><br />

beiden Auffassungen mite<strong>in</strong>an<strong>der</strong>, bis schließlich<br />

<strong>die</strong> neue Kunst <strong>die</strong> Oberhand gew<strong>in</strong>nt, und<br />

bis ziuu Ende des Alten Reiches herrschend<br />

bleibt.<br />

(1) Die Vorlagen.<br />

1. Will man <strong>die</strong> Entwicklung <strong>der</strong> Reliefs im<br />

E<strong>in</strong>zelnen verfolgen, so muß man sich unbed<strong>in</strong>gt<br />

auch <strong>über</strong> <strong>die</strong> Vorgänge bei <strong>der</strong> Ausschmückung<br />

<strong>der</strong> Kultkammern klar werden. Die Ausführimg<br />

lag <strong>in</strong> den Händen <strong>von</strong> berufsmäßigen Künstlern,<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>e Gilde bildeten und <strong>über</strong> e<strong>in</strong>en reichen<br />

Vorrat an Vorlagen verfügten. Ihre Entwürfe<br />

wurden zunächst dem Erbauer des Grabes vorgelegt,<br />

<strong>der</strong> je nach se<strong>in</strong>em Verständnis und se<strong>in</strong>em<br />

Geschmack Anregungen für <strong>die</strong> Auswahl und den<br />

Aufbau <strong>der</strong> Darstelhmgen geben o<strong>der</strong> Än<strong>der</strong>ungen<br />

vorschlagen mochte. Es ist uns natürlich heute<br />

nicht mehr möglich festzustellen, <strong>in</strong>wieweit neben<br />

dem Künstler auch dem Bauherrn e<strong>in</strong> Ver<strong>die</strong>nst<br />

zuerkannt werden darf. Aber wir müssen unbed<strong>in</strong>gt<br />

mit e<strong>in</strong>er beson<strong>der</strong>en Anteilnahme des<br />

Auftraggebers rechnen und mit se<strong>in</strong>em E<strong>in</strong>fluß<br />

auf <strong>die</strong> Gestaltung des Werkes. So tritt er persönlich<br />

oft <strong>in</strong> den Inschriften hervor, <strong>die</strong> den<br />

Grabbau betreffen, beson<strong>der</strong>e Anordnungen für<br />

se<strong>in</strong>en Toten<strong>die</strong>nst enthalten o<strong>der</strong> Ereignisse aus<br />

se<strong>in</strong>em Leben l)erichten. Es rüiimt sich Mnck;<br />

(Vorbericht 1926 S. 98), daß er bei <strong>der</strong> Errichtung<br />

<strong>der</strong> Mastaba <strong>die</strong> Handwerker zufriedengestellt<br />

habe, ausführlicher Brnnwk? (S. Hassan, Excav.<br />

II Fig. 206). Im Grab des Dhhnj schil<strong>der</strong>t se<strong>in</strong><br />

Sohn, wie Myker<strong>in</strong>os <strong>die</strong> Ausführung <strong>der</strong> Anlage<br />

angeordnet habe (LD II, 37); Njk;wr' trifft Verfügungen<br />

<strong>über</strong> se<strong>in</strong>e Güter <strong>in</strong> verschiedenen<br />

Gauen (LD II, 1.5a) ; R'wr schil<strong>der</strong>t e<strong>in</strong>e Begebenheit<br />

mit König Nfrirkir'^ (S. Hassan, ebenda I,<br />

S. 18). Die.se Beispiele, <strong>die</strong> sich beliebig vermehren<br />

lassen, beweisen schon e<strong>in</strong>e Verb<strong>in</strong>dung<br />

zwischen Bauherrn und Künstler, aber für unsere<br />

Zwecke s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Fälle wichtiger, <strong>in</strong> denen sicii<br />

e<strong>in</strong>e persönliche Note aucii <strong>in</strong> den Darstellungen<br />

zeigt. Bei dem Versuch e<strong>in</strong>er Scheidung zwischen<br />

dem Üblichen und dem Beson<strong>der</strong>en ergibt sich.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabixgen auf dem Friedhof <strong>von</strong> Giza. 69<br />

Abb. 7. X'cr.scliii'driie Lö.si<strong>in</strong>gi-ii für tiii> llirbcibr<strong>in</strong>gcn vnii Htörrisohcn Tieren:<br />

I. Nlrmi'l Mtdiim (Petri.- |>1. XXVll)<br />

5. Kij (Abb. 18)<br />

•2. Sitlljlp (Giza II Abb. 28)<br />

3. NIrmiU Giz« 4. Mrjib (L. D. II, 19)<br />

(3(1)<br />

(i. Dbhnj (L. D. II, 35)


Heemaxx JrXKER.<br />

daß <strong>die</strong> Szenen, <strong>die</strong> nur e<strong>in</strong>malig für den Grabherrn<br />

geschaffen wurden, doch häufiger s<strong>in</strong>d, als<br />

man anzunelimen geneigt wäre.<br />

Im Grabe des 3nb nehmen <strong>die</strong> meisten Darstellungen<br />

deutlich auf <strong>die</strong> Geschichte des Grabherrn<br />

Bezug, <strong>der</strong> se<strong>in</strong>e Laufbahn als Klei<strong>der</strong>zwerg<br />

begonnen hatte, zu Reichtum. Riihm v<strong>in</strong>d<br />

Ehren gekommen war und e<strong>in</strong>e Dame aus vornehmem<br />

Hause als CJemahl<strong>in</strong> nehmen konnte<br />

(Vorbericht 1927 S. 106ff.). Njsivtnfr (s.unten)<br />

entnahm den größten Teil <strong>der</strong> Szenen e<strong>in</strong>em<br />

Nachbargrabe, aber auf <strong>der</strong> Ostwand ließ er. stolz<br />

auf se<strong>in</strong>e zahlreiche Nachkommenschaft, se<strong>in</strong>e<br />

sieben Söhne und neun Töchter <strong>in</strong> zwei Reihen<br />

vor sich aufmarschieren. IK/rmA;, <strong>der</strong> als Hausvorsteher<br />

des K<strong>in</strong>jnjswt 1 zu V^ermögen gekommen<br />

war, läßt <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Grabe auch viele Verwandte<br />

und Freunde darstellen, <strong>die</strong> wohl ke<strong>in</strong>e<br />

eigne mit Reliefs versehene Kultkammer besaßen<br />

(Roe<strong>der</strong>, Uhemka S. Idff.). Bei Wpmnfrt zeigt<br />

<strong>die</strong> Hauptdarstelhmg <strong>der</strong> Kammer <strong>die</strong> Szene <strong>der</strong><br />

Überweisiuig des nördlichen Teiles <strong>der</strong> Mastaba<br />

an se<strong>in</strong>en Sohn 'Ihj vor vielen Zeugen (S. Hassan<br />

Excav. II Fig. 219). Njumir ließ auf <strong>der</strong> Westwand<br />

<strong>der</strong> Kammer oben <strong>die</strong> feierliehe Speisung<br />

darstellen, mit üpferliste und Totenpriestern:<br />

<strong>in</strong> dem darunter liegenden Streifen aber sehen<br />

wir se<strong>in</strong>e Frau, se<strong>in</strong>e 'Pochter und se<strong>in</strong>en Enkel<br />

beim häuslichen Mahle, daneben Sänger<strong>in</strong>nen<br />

und Tänzer<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er sonst nicht belegten<br />

Aufstelh<strong>in</strong>g (Vorbericht 1928, Taf. VI- VII).<br />

Mrjsj'nh III zeigt sich <strong>in</strong> ihrem Grabe zweimal<br />

mit ihrer Mutter, <strong>der</strong> König<strong>in</strong> Htphri, e<strong>in</strong>mal <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er Dar.stelhmg <strong>der</strong> Familie, e<strong>in</strong> zweites Mal bei<br />

e<strong>in</strong>er Spazierfahit <strong>in</strong> den Sümpfen (Bo.ston<br />

Bullet<strong>in</strong> XXV, S. 71 Fig. 10). ^ndwib-'Intj ließ<br />

am E<strong>in</strong>gang zum (irabe Briefe des Königs Asosis<br />

aufzeichnen; ebenda steht <strong>der</strong>'JVansport des Granitsarges,<br />

den Asosis für '"Intj gestiftet hatte.<br />

Hierher gehören auch <strong>die</strong> Fälle, <strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Darstellungen<br />

sich zwar nicht direkt mit <strong>der</strong> Person<br />

des Grabherrn befassen, aber eigens für das Grab<br />

geschaffen wui'den und aus dem Rahmen des<br />

Üblichen fallen. Es werden beispielsweise LD 11<br />

35 Zeremonien bei dem Begräbnis des Dbhnj<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, <strong>die</strong> so viel ich sehen kann, ke<strong>in</strong><br />

Vorbild besitzen und auch später nicht wie<strong>der</strong>holt<br />

werden. Da <strong>der</strong> Sohn das Grab vollendete,<br />

wäre es möglich, daß es sich um Wie<strong>der</strong>gabe<br />

wirklicher Vorgänge handelte. Trauerszenen<br />

eigener Art f<strong>in</strong>den sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Kir<br />

an den beiden südlichen Flächen <strong>der</strong> Pfosten des<br />

E<strong>in</strong>gangs; <strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen Kammer ist als Rundbild<br />

am Fuße <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>die</strong> Büfäte des Grabherrn<br />

angebracht, <strong>die</strong> Hände s<strong>in</strong>d zum Empfang<br />

des Opfers ausgestreckt (Boston Bullet<strong>in</strong> XXXII,<br />

S. 12). K^jm^nh (35) nimmt schon dadurch e<strong>in</strong>e<br />

Aiisnahmestellung e<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> Darstellungen zum<br />

größten Teil <strong>in</strong> <strong>der</strong> unterirdischen Grabkammer<br />

angebracht s<strong>in</strong>d, hier immer ohne das Bild des<br />

Grabherrn, <strong>der</strong> ja im Sarg zugegen war; außerdem<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>ige <strong>der</strong> Bil<strong>der</strong> <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en Gräbern<br />

nicht<br />

nachzuweisen.<br />

Anzuschließen s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Fälle, <strong>in</strong> denen gewohnte<br />

Szenen e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e Än<strong>der</strong>ung erfahren.<br />

Bei i^htnk; (59) ist zum Beispiel <strong>die</strong> Speisung <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Weise dai'gestellt, daß auf den beiden Seitenwänden<br />

<strong>der</strong> tiefen Nische <strong>die</strong> Opfertische aufgestellt<br />

s<strong>in</strong>d und <strong>die</strong> Totenpriester ihres Amtes<br />

walten, während <strong>der</strong> Verstorbene selbst auf <strong>der</strong><br />

Rückwand abgebildet o<strong>der</strong> hier aus dem Grabe<br />

steigend gedacht war. Im gleichen Grabe nimmt<br />

bei dem Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter e<strong>in</strong> Diener jeweils<br />

<strong>der</strong> er.sten Bäuer<strong>in</strong> den Korb mit den Gaben vom<br />

Kopf.<br />

Bei Stirj haben sich bei <strong>der</strong> entsprechenden<br />

Darstelhuig <strong>die</strong> Bäuer<strong>in</strong>nen nie<strong>der</strong>gelassen,<br />

um <strong>die</strong> Lasten abzustellen (Vorbericht 1927<br />

S. 145). K<strong>in</strong>jnjiwl I (21) ersche<strong>in</strong>t <strong>in</strong> <strong>der</strong> Amtsstube<br />

se<strong>in</strong>er Schreiber, um <strong>die</strong> Listen <strong>der</strong> Abgaben<br />

entgegenzunehmen, Kij läßt sich auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

<strong>der</strong> ^hbtjt mit all se<strong>in</strong>en K<strong>in</strong><strong>der</strong>n darstellen<br />

(14); ^Sühtp (23) hat unter den Gabenbr<strong>in</strong>genden<br />

an <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür se<strong>in</strong>e beiden nubischen<br />

Diener verewigen lassen.<br />

Njswtnfr, dessen Reliefs<br />

stark <strong>von</strong> denen des l^sHhtp abhängig s<strong>in</strong>d,<br />

fügt<br />

noch .se<strong>in</strong>e beiden Zwerge h<strong>in</strong>zu. Särnnfr IV (7)<br />

ließ sich auf <strong>der</strong> Westwand des <strong>in</strong>neren Torraums<br />

als Jäger darstellen, <strong>der</strong> Wild verschiedener Art<br />

geschickt mit dem Lasso fängt. K,'h}f sitzt bei<br />

<strong>der</strong> Darstellung auf <strong>der</strong> Südwand am Opfertisch,<br />

während se<strong>in</strong>e Enkel mit Enkel<strong>in</strong>nen vor ihm<br />

musizieren o<strong>der</strong> an nie<strong>der</strong>en Tischen speisen (27).<br />

Diese und viele an<strong>der</strong>e Beispiele beweisen,<br />

daß num bei <strong>der</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Kulträume<br />

durchaus nicht e<strong>in</strong>fach schematisch verfahren<br />

hat. daß <strong>der</strong> Künstler bei aller Anlehmmg an Vorbil<strong>der</strong><br />

und trotz des Reichtums se<strong>in</strong>er Entwürfe<br />

immer dem beson<strong>der</strong>en Falle Rechnung tragen<br />

mußte, dem Bauherrn eigene Pläne vorlegte und<br />

dessen Anregungen und Son<strong>der</strong>wünschen entsj)racli.<br />

2. Auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite begegnen w ii' Darstelhuigen,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> den verschiedenen ({räbern so<br />

große Übere<strong>in</strong>stimmungen o<strong>der</strong> so deutliche An-


I O<br />

Dkittkk Bkkk jit i )!Ek <strong>die</strong> Gkauungex avf dem Fkiküiiüe vox GizA. 71<br />

klänge zeigen, «lau unbed<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong>e Abliängigkeit<br />

vorliegen muß. Die Erklärung, daß <strong>der</strong> gleiche<br />

Gegenstand <strong>in</strong> demselben Stil behandelt, notwendigerweise<br />

zu großen Übere<strong>in</strong>stimnn<strong>in</strong>gen<br />

führen müsse, genügt <strong>in</strong> vielen Fällen durchaus<br />

nicht. Wir sehen <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> <strong>von</strong> bestimmten,<br />

durch <strong>die</strong> Überlieferung gefor<strong>der</strong>ten Szenen ab.<br />

Bei <strong>der</strong> Speisung des Toten, <strong>die</strong>, verschiedene<br />

Zutaten abgerechnet, immer <strong>die</strong> gleiche Form<br />

zeigt, liegt e<strong>in</strong>e B<strong>in</strong>dung durch den Ritus vor.<br />

Aber wir f<strong>in</strong>flcn gleiche Bil<strong>der</strong> auch da, wo ke<strong>in</strong><br />

Zwang <strong>der</strong> Überlieferung den Künstler bee<strong>in</strong>flußte.<br />

Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten :<br />

entwe<strong>der</strong> wurde <strong>die</strong> Darstellung aus e<strong>in</strong>em an<strong>der</strong>en<br />

Grabe kojjiert, o<strong>der</strong> man benutzte bei <strong>der</strong><br />

Ausschmückung <strong>der</strong> verschiedenen Kammern <strong>die</strong><br />

gleiche Vorlage. Wir s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> glücklichen<br />

Lage, <strong>in</strong> mehreren Fällen noch entscheiden zu<br />

können, welche Form <strong>der</strong> Übernahme vorliegt.<br />

a) Kopien.<br />

E<strong>in</strong> klares Beispiel <strong>der</strong> AVjzeichn<strong>in</strong>ig liegt <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Kiütkamnier des ^Smnfr III vor. Die Szene<br />

auf


72 Heemaxn Junkek.<br />

V g


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Graruxgen atf üem Friedhof vox Giza. 73


I<br />

I<br />

I<br />

74 Hermann Junker.<br />

L.<br />

mm<br />

M<br />

«ik<br />

-5) u<br />

%<br />

E<br />

k<br />

f<br />

Ö<br />

(:=i<br />

ft<br />

)c^<br />

m<br />

,^\<br />

Abb. 9a)<br />

Die SpeisetLschszene auf <strong>der</strong> Südwand <strong>der</strong> Mastal)a des SAithtp.<br />

Siehe Giza II S. 181 ff.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabixgex atf dem Friedhof vox GizA. 75<br />

mV/'///////A i. OTL<br />

»MUBl<br />

JV-<br />

AM.. II li) Dir S])cisctiscli.sz.-iii' lUs Sjäiilnir kopiert ans .l.r Mii-(al>u ili-s .sV///i//*(9u).


7ß<br />

Hermann Junker.<br />

Opfei'verzeichnisses vor uns. <strong>die</strong> Abweichungen<br />

erklären sich aus e<strong>in</strong>er fehlerhaften Abschrift <strong>der</strong><br />

Vorlage aus dem Grabe des äsühtp. Hier stehen <strong>die</strong><br />

drei zuerst angeführten Hieroglyphen-Gruppen<br />

sche<strong>in</strong>bar gleichfalls <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er senkrechten Zeile,<br />

aber <strong>die</strong>se Stellung ergab sich durch das schmale<br />

Fenster, das den Anfang <strong>der</strong> Liste durchschneidet.<br />

Es ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat zu lesen :<br />

^»"« -^<br />

IPT^H<br />

Der »Schreiber aber, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Kopie für<br />

Njswtnfr anfertigte, nahm ke<strong>in</strong>e Rücksicht auf<br />

<strong>die</strong>sen Umstand i<strong>in</strong>d faßte <strong>die</strong> drei luitere<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

stehenden Zeichengruppen, <strong>die</strong> jeweils Zeile 1 — 3<br />

beg<strong>in</strong>nen, als e<strong>in</strong>e getrennte Zeile. Nur auf <strong>die</strong>se<br />

Weise kann <strong>der</strong> Befund erklärt werden, und es<br />

ergibt sich daraus e<strong>in</strong>e unmittelbare Abhängigkeit;<br />

siehe Abb. 9 a— b.<br />

Es ist übrigens nicht <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige Übernahme<br />

aus <strong>der</strong> Mastaba des SsHhtp <strong>in</strong> <strong>die</strong> Kammer des<br />

Njswtnfr; es zeigen auch <strong>die</strong> Darstellungen auf<br />

<strong>der</strong> Westwand deutliche Anklänge an das Vorbild.<br />

Vor allem ist bemerkenswert, daß an <strong>der</strong><br />

gleichen Stelle, rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Nordseiie<strong>in</strong>tür, <strong>der</strong><br />

nubische Diener ersche<strong>in</strong>t, dem wir sonst nirgends<br />

begegnen. Er trägt zwar hier nicht <strong>die</strong> gleichen<br />

Gegenstände, aber <strong>die</strong> Nachahnn<strong>in</strong>g ist fraglos.<br />

Es läßt sich nachweisen, daß man se<strong>in</strong>erseits<br />

aus <strong>der</strong> Kammer des Njsv>tnfr Kopien genommen<br />

Unter dem eben erwähnten Nu hier s<strong>in</strong>d zwei<br />

hat.<br />

Zwerge wie<strong>der</strong>gegeben, <strong>die</strong> ihrem Herrn den<br />

Stock, Sandalen, Kopfstütze und Ruhebett<br />

br<strong>in</strong>gen. Über e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> Figuren ist e<strong>in</strong> Netz mit<br />

kle<strong>in</strong>en Quadraten gezogen; das war <strong>die</strong> übliche<br />

Vorarbeit für e<strong>in</strong>e Kopie. Es ist <strong>die</strong> Figur bis<br />

jetzt noch <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en Kammer aufgefunden<br />

worden, aber es mag se<strong>in</strong>, daß e<strong>in</strong> Künstler<br />

<strong>die</strong> komische Figur nur abzeichnete, <strong>in</strong>n sie<br />

se<strong>in</strong>em Skizzenbuch e<strong>in</strong>zuverleiben.<br />

b) Die Vorlagen.<br />

Die besprochenen Fälle beweisen, daß wir bei<br />

Übere<strong>in</strong>stimmung <strong>von</strong> Darstelhmgen <strong>in</strong> verschiedenen<br />

Gräbern mit Übernahmen rechnen müssen.<br />

Es mochte <strong>der</strong> Bauherr o<strong>der</strong> se<strong>in</strong> Künstler auf<br />

dem Friedhof Umschau halten und aus den Kammern<br />

entwe<strong>der</strong> Anregungen für <strong>die</strong> eigene Mastaba<br />

erhalten o<strong>der</strong> auch e<strong>in</strong>zelne Darstellungen abzeichnen<br />

lassen.<br />

Aber es ist das nicht <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige Erklärung<br />

für <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>kehr bestimmter Reliefs. Die<br />

Übere<strong>in</strong>stimmung kann auch darauf zurückgehen,<br />

daß <strong>die</strong> gleiche Vorlage des Künstlers für mehrere<br />

Kammern benutzt wurde.<br />

Es seien zunächst e<strong>in</strong>ige Fälle besprochen, <strong>in</strong><br />

denen <strong>die</strong> Entscheidung trotz beson<strong>der</strong>s günstiger<br />

Umstände vorläufig noch nicht gegeben werden<br />

kann. Da weisen zunächst drei Mastabas gleichgeartete<br />

Reliefs auf den Türwangen auf: auf beiden<br />

Seiten <strong>die</strong> große Figur des Anubis J2^<br />

,<br />

<strong>die</strong><br />

fast <strong>die</strong> ganze Breite <strong>der</strong> Fläche e<strong>in</strong>nimmt; sie<br />

<strong>die</strong>nt zugleich als Wortzeichen, und <strong>die</strong> Titel des<br />

Gottes s<strong>in</strong>d dar<strong>über</strong> geschrieben. Mit unwesentlichen<br />

Verän<strong>der</strong>ungen f<strong>in</strong>det sich das Bild auf den<br />

Türen <strong>der</strong> König<strong>in</strong> Mrjsfnh III (41), des<br />

H'fhwfw (40) und des Njswtntrpw (50), sonst aber<br />

bei ke<strong>in</strong>er <strong>der</strong> mir bekannten Mastabas <strong>von</strong> Giza.<br />

Auf <strong>der</strong> Südwand <strong>der</strong> Sargkammer des<br />

K,'jm'nh (35) steht im Mittelpunkt <strong>der</strong> Szene des<br />

zweituntersten Bildstreifens e<strong>in</strong>e nackte Vortänzer<strong>in</strong><br />

;<br />

<strong>der</strong> gleichen Figur mit <strong>der</strong> charakteristischen<br />

Haltung des Kopfes und <strong>der</strong> Arme begegnen<br />

wir <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tanzszene auf <strong>der</strong> Ostwand <strong>der</strong><br />

Mastaba des K;dw? (56): Es ist schwer zu sagen,<br />

ob hier e<strong>in</strong>e Kopie vorliegt^ o<strong>der</strong> ob beide Bil<strong>der</strong><br />

auf e<strong>in</strong>e Skizze zurückgehen, <strong>die</strong> sich <strong>in</strong> den<br />

Mappen <strong>der</strong> Künstler fand. Ebenso bleibt <strong>die</strong><br />

Frage offen, wenn man <strong>die</strong> Schiffahrtsszenen <strong>über</strong><br />

dem E<strong>in</strong>gang <strong>der</strong> Gräber des Mrjib, Kmjnjswt I<br />

und Njiwtnjr vergleicht.<br />

Bei den Darstellungen, <strong>die</strong> allmählich zum<br />

festen Bestand <strong>der</strong> Grabbil<strong>der</strong> gehören, wie bei<br />

dem festlichen Gelage, muß man wohl e<strong>in</strong>en<br />

Entwurf, <strong>der</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er bedeuten<strong>der</strong>en Anlage zur<br />

Ausführung kam, als Urbild annehmen; mag man<br />

es auch luiter manchen Verän<strong>der</strong>ungen abgewandelt<br />

haben, es bleiben immer <strong>die</strong> gleichen Grundelemente:<br />

<strong>der</strong> Grabherr im Lehnsessel, den Wedel<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Hand, nimmt mit <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en <strong>die</strong> Lotosblume<br />

entgegen, <strong>die</strong> Speisen und Getränke s<strong>in</strong>d <strong>in</strong><br />

mehreren Streifen vor ihm gereiht, imten ist<br />

Musik, Gesang und Tanz dargestellt.<br />

Bleibt uns hier das Urbild unbekannt, so<br />

läßt sich bei <strong>der</strong> später zu beiden Seiten des<br />

Haupte<strong>in</strong>gangs auftretenden Szene <strong>der</strong> Vogeljagd<br />

1 Es könnte dabei <strong>die</strong> Übernahme nur durch Kijm-<br />

'nh erfolgt se<strong>in</strong>, da bei ihm das Bild <strong>in</strong> <strong>der</strong> imzugänglichen<br />

Sargkammer angebracht ist; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat ist <strong>die</strong><br />

Mastaba des Kidir; aucli früher anzusetzen.


Li-[_<br />

DrITTKR BeRTCTIT f'BER DIE ORABrXOEN ATF DEM FRIEniiOF VOX GiZA.<br />

und des Fischstechens <strong>in</strong> den Maischen vermuten,<br />

daß <strong>die</strong> Vorlagen aus dem königliehen Atelier<br />

stannnen. denn wir begegnen den gleichen Bil<strong>der</strong>n<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen Anordnung schon <strong>in</strong> den (irahtempeln<br />

<strong>der</strong> Herrscher aus <strong>der</strong> ersten Hälfte <strong>der</strong><br />

5. Dynastie^.<br />

Die Szenen aus dem täglichen Leben. Ackerbau,<br />

Viehzucht, Fisch- und Vogelfang. Hirtenleben,<br />

Schiffbau, Tischlerarbeit. Bildhauer beim<br />

Anfertigen <strong>von</strong> Statuen, Bierbrauen, Braten.<br />

Kochen und an<strong>der</strong>e zeigen oft so große Übere<strong>in</strong>stimnnmgen<br />

gerade <strong>in</strong> bestimmten E<strong>in</strong>zelheiten,<br />

daß man zur Erklärung das Vorhandense<strong>in</strong> <strong>von</strong><br />

Bil<strong>der</strong>bogen annehmen nniß, <strong>die</strong> dem Künstler<br />

<strong>in</strong>nner wie<strong>der</strong> als Grundlage <strong>die</strong>nten.<br />

Es ist freilich<br />

noch verfrüht, den Nachweis <strong>die</strong>.ser Zusammenhänge<br />

im E<strong>in</strong>zelnen zu führen. Es zeigt sich<br />

bei e<strong>in</strong>em Versuch sofort, daß man das Material<br />

une<strong>in</strong>geschränkt ziu' Verfügung haben und <strong>über</strong><br />

se<strong>in</strong>e zeitliche Reilunig im klaren se<strong>in</strong> muß. wenn<br />

man nicht fiefahr laufen will, e<strong>in</strong>e unvollständige<br />

o<strong>der</strong> auch irrige Darstelhnig zu geben. Es sei<br />

aber hier schon angedeutet, daß sich <strong>die</strong> Untersuchung<br />

nicht auf das Vorkommen <strong>der</strong> Szenen<br />

beschränken darf, ebenso wichtig ist <strong>der</strong> Vergleich<br />

aller Details <strong>der</strong> Darstellungen: <strong>der</strong> Aufbau beson<strong>der</strong>er<br />

Gruppen, <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>gabe e<strong>in</strong>zelner<br />

Handlungen, <strong>die</strong> Haltung und Bewegung <strong>der</strong> beteiligten<br />

Personen. Hier begegnet man oft nahe<br />

verwandten o<strong>der</strong> auch gleichen Ausführungen,<br />

auch wenn <strong>die</strong> Szene im Aufbau große Selbständigkeit<br />

aufweist.<br />

Man greift offenbar im e<strong>in</strong>zelnen<br />

gerne auf Lö.simgen zurück, <strong>die</strong> <strong>in</strong> dem Schatz<br />

<strong>der</strong> Vorlagen bereits enthalten waren.<br />

E. DIE GÜTER DER TOTENSTIFTUNG.<br />

1. DORFBEZEK'HXrXCiEX.<br />

Die Namen <strong>der</strong> Stiftungsgüter liarien nncli<br />

ihrer Auswertung, sowohl für <strong>die</strong> Wortforschung<br />

vne für <strong>die</strong> Landeskunde. .Auch können wii- uns<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Anlage und <strong>der</strong> Ausdehnung <strong>der</strong> Besitzungen<br />

ke<strong>in</strong>e genaue Vorstellung machen. Die<br />

Bezeichnungen J und © br<strong>in</strong>gen uns dabei nicht<br />

viel weiter, hir.t bedeutet wohl ursprüngUch e<strong>in</strong><br />

umschlos.senes Gehöft und 7nu\l e<strong>in</strong>e aus mehreren<br />

.-\nlagen bestehende Siedelung-. Aber J ersche<strong>in</strong>t<br />

.sehr<br />

oft mit dem Deutezeichen ©. nicht<br />

nur da, wo es sich um e<strong>in</strong>e Zusammensetzung <strong>in</strong><br />

Dorfnamen handelt, son<strong>der</strong>n :nuli <strong>in</strong> Bc/.ciclunnigcn<br />

wie<br />

I<br />

O. In vielen Fällen wird eben e<strong>in</strong><br />

N'erlauf vorliegen, wie wir ihn ähnlich bei <strong>der</strong><br />

Entwicklung un.serer Gehöfte o<strong>der</strong> <strong>der</strong> ,,Ezben"<br />

im heutigen Ägypten beobachten können; Um<br />

den aus e<strong>in</strong>er umfriedeten .•\nlage bestehenden<br />

Hof reihen .sich weitere Wohnstätten, vor<br />

alle<strong>in</strong> <strong>der</strong> Arl)eiter. .so


I<br />

78 HeRMANX JtrNKER.<br />

Überschrift alle Stifti<strong>in</strong>oen als ©; obwohl doch<br />

1^ 10.|^g 11.<br />

I<br />

den <strong>von</strong> den 14 Stiftungen<br />

Qy<br />

M. M. D 62, S. 353 J\"""'"f^ '^^ ^0 ® Cl l"^<br />

12.<br />

^<br />

S 1!».<br />

nicht anzunehmen ist. daß <strong>in</strong> <strong>die</strong>sen Fällen «irklich<br />

nur Dörfer zum Besitz gehören, mit Ausschluß<br />

<strong>von</strong> Höfen. In e<strong>in</strong>igen <strong>die</strong>ser Beispiele s<strong>in</strong>d<br />

dabei e<strong>in</strong>zelne Besitzungen ausdrücklich als hw.t<br />

bezeichnet. Als Belege seien angeführt: M. M. D 52.<br />

Hier wergenannt<br />

:<br />

24<br />

13—15 zerstört. 16. \_\'<br />

(m<br />

© 18 zerstört.<br />

PX@ 20.^^^© 21.^<br />

>ty rW— 23.<br />

© 25.J^'*^ 26—27zer-<br />

darunter o mit hw.t ziisammengesetzte Namen.<br />

Vergl. TjjA. c. S. 115f.<br />

Bei <strong>der</strong> Benennung neuer Gründungen kamen<br />

<strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie <strong>die</strong> Namen <strong>der</strong> Stifter und Art und<br />

Lage <strong>der</strong> Siedelung <strong>in</strong> Frage. Manchesmal dürfte<br />

es sich freilich nicht um e<strong>in</strong>e neue Namensgebung<br />

handeln; es macht vielmehr den E<strong>in</strong>druck, als<br />

lägen alte Dorf bezeichnungen vor. Wir begegnen<br />

ihnen gerade <strong>in</strong> den älteren Listen, später verschw<strong>in</strong>den<br />

sie fast vollständig. Vielleicht hängt<br />

es damit zusammen, daß man zu Beg<strong>in</strong>n weit<br />

mehr vorhandenes Kidturlaiid zur Verfügung<br />

hatte, während <strong>die</strong> späteren Siedelungen größtenteils<br />

Neugründungen darstellen, bei denen <strong>die</strong><br />

Anbaufläche erst gewonnen werden mußte.<br />

Der<br />

Unterschied <strong>in</strong> <strong>der</strong> Namengebung sche<strong>in</strong>t jedenfalls<br />

<strong>von</strong> großer Bedeutung, und es seien zum<br />

V'ergleich<br />

mit den im vorliegenden Bande veiöffentlichten<br />

Bezeichnungen solche aus <strong>der</strong> frülicn<br />

IV. Dynastie zusammengestellt, zunächst vollständige<br />

Verzeichnisse :<br />

a) B'htp = Petrie, Medum pl. XI — XV':<br />

4. ki^J/]<br />

J\\<br />

7. p==|.<br />

I© 10.<br />

K^\<br />

>^' 12. J@ 13.<br />

11.<br />

14. © 15.<br />

b) NfrnuH = Petrie Medum pl. XIX -XXI:<br />

"^ © 5. Ix y =£= 0—8 zerstört. 9.<br />

|<br />

n<br />

34—35 zersN'nt.<br />

-1'%^ © 33.<br />

o o<br />

c) 'Ijnfr = Annales III, S. 199.<br />

1.<br />

Lh\<br />

^,Ld©<br />

«AB<br />

M 11.<br />

3.<br />

)D;~]<br />

In den hier angeführten Beispielen kommen<br />

Dorfbezeichnungen mit Eigennamen gebildet nuizweimal<br />

vor: Mn\i änfrw und Grg.t-Nfnm\t.<br />

Bald aber nehmen sie den größten Raum e<strong>in</strong>. Wii'<br />

können ihr Vordr<strong>in</strong>gen schrittweise verfolgen.<br />

Zwar begegnen wir schon früh e<strong>in</strong>em Falle, <strong>in</strong> dem<br />

<strong>die</strong> nach dem Grabherrn benannten Stiftungen<br />

<strong>über</strong>wiegen, bei Mtn: ^^^<br />

|<br />

^,,^<br />

^©nil ,.Er gründete zwölf grg.t-Mfn (<strong>in</strong> Sais,<br />

Xois und Letopolis)" (Sethe, Urk. I, 14). Aber<br />

es liegt wohl e<strong>in</strong>e Ausnahme vor<br />

; es handelt sich<br />

um den Besitz e<strong>in</strong>es Beamten, <strong>der</strong> sich aus<br />

kle<strong>in</strong>en Anfängen zu e<strong>in</strong>er hohen Stellung emporgearbeitet<br />

hat. In den an<strong>der</strong>en Fällen dagegen<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Dorfvertreter <strong>in</strong> Mastabas <strong>von</strong> Mitglie<strong>der</strong>i^<br />

des Königshauses verzeichnet. Später läßt sich<br />

freilich hier e<strong>in</strong> grundsätzlicher Unterschied<br />

zwischen den Besitzungen <strong>von</strong> Pr<strong>in</strong>zen luid Privaten<br />

nicht mehr erkennen.<br />

Das Material aus <strong>der</strong> früheren (liza-Zeit ist<br />

äußerst dürftig; denn statt <strong>der</strong> mit Reliefs geschmückten<br />

Kammern werden glatte Bauten mit<br />

e<strong>in</strong>er Grabplatte <strong>in</strong> <strong>der</strong> Westwand verwendet. In<br />

unserem Abschnitt kommen nur zwei Beispiele<br />

<strong>in</strong> Betracht; auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>der</strong> ^hhtjt s<strong>in</strong>d


. . VOgol<br />

M<br />

.<br />

I.Dil<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> ther <strong>die</strong> Graih'xgen aitf dem Friedhof vox Oiza.<br />

24 Güter aufgeführt, <strong>von</strong> denen 4 nach dem Stifter<br />

benannt s<strong>in</strong>d (Giza 1. 225—226). \^on den<br />

sechs Besitzungen <strong>der</strong> Wtis.t s<strong>in</strong>d zwei mit grg.f-<br />

Eigennamen bezeichnet. In <strong>der</strong> frühen V. Dynastie<br />

halten sich <strong>die</strong> beiden Arten <strong>der</strong> Güternamen<br />

ungefiihr <strong>die</strong> Waage: K--HJnjswt nennt<br />

dreißig Besitzungen, <strong>von</strong> denen nur fünfzehn <strong>die</strong><br />

altertümlichen Bezeiciimmgen tragen (Giza II.<br />

S. 167 f.) und genau das.selbe Verhältnis liegt bei<br />

Mrjib vor, nämlic;li 8 : 8 (Ägyptische Inschriften<br />

Berl. Mus. II, S. 93) und bei äimnfr I = 5:ö<br />

(L. D. II 28). Es begegnen uns aber <strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen<br />

Zeit schon Listen, <strong>in</strong> denen ausschließlich mit<br />

Eigennamen, meist Konigsnamen, gebildete Beneiuuuigen<br />

auftreten, wie im Grab des //'/<br />

Hwfw, .\nnales 1«, S. 264. 266. 267. In <strong>der</strong> Folgezeit<br />

kann es als Regel gelten, daß <strong>die</strong> alten Ortsnamen<br />

entwe<strong>der</strong> vollständig fehlen o<strong>der</strong> mir ganz<br />

selten auftreten. Um e<strong>in</strong>e Vorstellung <strong>der</strong> Art<br />

ihrer Bildung zu vermitteln, .sei im Folgenden e<strong>in</strong>e<br />

Liste angelegt, zu <strong>der</strong> <strong>die</strong> oben (unter 2 — 3) genannten<br />

Verzeichnisse zu vergleichen s<strong>in</strong>d:<br />

I^S©<br />

"^^' '''''*'" '^*''''' (Jiza I. 22.-)<br />

t^S^ >3s=.'^,,Die Hügel des.S'W", l'rk. 1. ö. vergl.<br />

it.t-krh.wt, i.'.t-tiu\ ii.t-hir oben S. 7(S.<br />

^W//.MMD3S. isl.<br />

fl^'r'^"®<br />

C=3^^^_^-^-^-^© „Insel <strong>der</strong> Wölfe".<br />

Giza I. 22Ö<br />

>i:<br />

""<br />

,,Die schöne Insel" M M D 45 = 8. 300<br />

rDfi ^^© ..Insel des //»«./-Tieres" = Äg.<br />

Insclir. 1,93. ///*(./ ist im W1)."),.S0 iiuials Frauenname<br />

im MK belegt: siehe auch üankc. Agypt.<br />

Ztsciir. 60. S. HO.<br />

""'<br />

jiM^ "^ © ,, Insel des Laichkrauts". Äg.<br />

Inschr. I. 93, vergl. unten iis!.iii.<br />

^^* ® Wmii-Hr M M D 3 S. 181<br />

,,Die Gekenterte". Giza II, 116<br />

MMD 45, S. 305; vgl. B>rnfr<br />

^^^J^|(S.Has,sanExcav.ni)<br />

^<br />

Q<br />

">— ><br />

(|)^ ,, Akaziendorf " Giza l. S. 226<br />

^^w<br />

J^ %^ ^.'^"V® ,,Laiclikrautplat7. .<br />

Inschr. I, 93 Mrjib, vergl. m %^<br />

-^I<br />

3, S. 181<br />

, © .<br />

Äg.<br />

M D<br />

Ri-;)nsir'' Xj^hr<strong>in</strong>fr. s. unten<br />

"'^^'^'^ ,.R''-nlr Exe. Giza 1. S. II<br />

I I ©<br />

"^^^0<br />

^ ,.Rihi'' MMD 3 S. ISI. vergl.<br />

fe-r^?f®<br />

J%^c^>%^©<br />

..ÄW.-" Nj.sirhifis. unten<br />

,. II wehr- .M -M I) 3 S. 181<br />

y %.© ..Hniwtf Ssmiifr III. s. unten<br />

i \ 15^®<br />

••^/"' Xjsirttilr s. \mtcn<br />

iH''--it, Äg. Inschr. 1. !t3. Mrjih<br />

I-^Pil©<br />

rv.^^/1 ~ ,.Die Wüstenberge", (üza II. S. 16s<br />

014 l^'-l^^t®<br />

..iSih<strong>in</strong>iT-. Äg. Inschr. I. S. ii3.<br />

Mrj-ib<br />

n® üOQ § ^ c.-- ..Feld <strong>der</strong> //


80 Hermaxx Jfxkee.<br />

trei<strong>in</strong>ung <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em größeren Landgut. In <strong>die</strong>sem<br />

Falle konnte <strong>der</strong> Hof. <strong>der</strong> früher den Teil<br />

e<strong>in</strong>er Wirtschaft bildete, e<strong>in</strong>en beson<strong>der</strong>en Namen<br />

erhalten. E<strong>in</strong>e zweite Möglichkeit war durch Ankauf<br />

<strong>von</strong> Grundstücken aus fremdem Besitz gegeben;<br />

dabei konnte das Stiftungsgut entwe<strong>der</strong><br />

als Ganzes erworben o<strong>der</strong> durch Zusammenlegen<br />

<strong>von</strong> Parzellen verschiedener Herkunft gebildet<br />

werden. M<strong>in</strong> erwähnt beispielsweise Urk. I 4,<br />

daß er 200 Aruren <strong>von</strong> vielen Njswtjiv erworben<br />

habe: j]r"^§% ,(0 5. U'<br />

MÄ MÄ


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> GRABrxGEX at'f dem Friedtiof vox Giza. 81<br />

Bei den e<strong>in</strong>gangs ei-wäi<strong>in</strong>ten vorwiegenden<br />

Bildungen ist <strong>die</strong> Auswahl für den zweiten Bestandteil<br />

nicht sehr groß. Die älteste und häufigste<br />

Bezeichnung ist grg.t. ,,<strong>die</strong> Oründung''; sie<br />

weist sicher auf e<strong>in</strong>e neue Siedelung h<strong>in</strong>. <strong>die</strong> <strong>von</strong><br />

dem Träger des Personennamens e<strong>in</strong>gerichtet<br />

wurde. Die Anlage <strong>von</strong> 12 Grg.t-Mtn wurde oben<br />

S. 80 erwähnt. Von den dreißig Gütern des<br />

Kmjnjiu't heißen drei grg.t-Kmjnj.iwt und zehn<br />

weitere zeigen <strong>die</strong> Zusammensetzung <strong>von</strong> grg.t<br />

und an<strong>der</strong>en Eigennamen (Giza I, 8. 220 — 227).<br />

Nur vere<strong>in</strong>zelt tritt grg.t mit Königsnamen auf.<br />

»-^«<br />

(-S: Äs. Inschr. 11. S. 93. Bei<br />

Staatsgründtmgen werden ]iiunkv()llere Namen<br />

bevorzugt.<br />

Die Bestimmung des Gutes füi- den Toten<strong>die</strong>nst<br />

kommt <strong>in</strong> den Bildungen mit hir.l-k; zum<br />

Ausdruck. Beispiele s<strong>in</strong>d:<br />

n^==ttni-L© ..Totenstiftung des S&mnfr" =<br />

6Smnfr III. s. unten.<br />

4Ü' LDH. 46. Grab lö; U<br />

Tjj. Taf. ?,. \r. IS. ebenda Taf. 115. Xr. Kr.<br />

iPt^Tl"^ LD 11. 7(). Y^Qi f<strong>in</strong>nw'nh wird e<strong>in</strong><br />

westliches und e<strong>in</strong> südliches Stiftungsgut an-<br />

den heute mit (Jeziie + Personennamen gebildeten,<br />

wie (ieziret Mahrüs. (Jeziret Muhammed'.<br />

n n ^<br />

,, Insel des Tjj'- -= Tjj, I.e. Taf. 11 ö,<br />

Nr. 6. Mit Königsnamen:<br />

(irab<br />

15 vor<br />

><br />

V®<br />

"^ fismnfr 111, siehe unten;<br />

Excav. Giza I. S. 11.<br />

.Brunnen" liegt wohl L D II. 47 =<br />

D8 2SSQ<br />

,, Brunnen des Phnf\<br />

<strong>in</strong>.t. Es liegt nahe, <strong>die</strong> Bezeichnung als<br />

..Tal" zu fassen, wie auch ich es Giza I, S. 226,<br />

getan habe. Es kämen dabei <strong>die</strong> Siedelungen <strong>in</strong><br />

Betracht, <strong>die</strong> am Ausgang <strong>von</strong> Wüstentälern<br />

liegen, da <strong>die</strong> Wädis selbst nicht <strong>in</strong> Frage kommen.<br />

Aber auch so bleibt e<strong>in</strong>e Schwierigkeit, da<br />

<strong>die</strong> Wüstentäler meist nicht auf das Fruchtland<br />

stoßen, son<strong>der</strong>n auf e<strong>in</strong>en dazwischenliegenden,<br />

oft sehr breiten, sandigen Streifen. So f<strong>in</strong>den sich<br />

auch im heutigen Ägypten ke<strong>in</strong>e Siedelungen, <strong>die</strong><br />

e<strong>in</strong>en mit Wädi zusammengesetzten Namen<br />

tragen: als e<strong>in</strong>zige Ausnahme kenne ich Wädi-<br />

Halfa am zweiten Katarakt. Durchschlagend<br />

s<strong>in</strong>d freilich <strong>die</strong> ausgeführten Bedenken nicht.<br />

Aber es kommt dazu, ilaß <strong>die</strong> Schreibung nicht<br />

<strong>die</strong> im Alten Reich übliche ist. und daß e<strong>in</strong> Ortsname<br />

belegt ist. <strong>der</strong> auch den Plural <strong>von</strong> <strong>in</strong>.t<br />

52 = S. 3 1 7. Vere<strong>in</strong>zelt f<strong>in</strong>det sich auch H J^ © zeigt :<br />

°<br />

ohne Namen, wie L. 1). 11, .'>o. (hab Iti.<br />

Es folgen Bezeichnungen, <strong>die</strong> <strong>die</strong> .\rt des (Je-<br />

Inndes <strong>der</strong> Siedelung betreffen :<br />

kSii-j ii.t ..Hügel", dem heutigen Köm entsprechend,<br />

das ebenfalls mit Personennamen verbunden<br />

werden kann, wie Köm '.\li, Köm Simon.<br />

Köm Ja'qiib'.<br />

'(J<br />

M .M 1) 17. S. :5ii.-; .Körn de.-<br />

Nhftjki} .<br />

D 9 =S= t^-J ^^ ^, j-, ,j2, S. 353, vergl. fl<br />

''^^©<br />

I /wsAAA und<br />

o © o ® ®<br />

Es wird daher vor-<br />

.sichtiger se<strong>in</strong>, unser »«.< <strong>von</strong> i«./ ..Tal" zu trennen.<br />

wie <strong>die</strong>s auch Wörterbuch 1. S. 92 — 93 geschieht.<br />

Die Belege für Zusammensetzungen mit <strong>in</strong>.t<br />

s<strong>in</strong>d ;<br />

:$05<br />

;<br />

ihh<br />

(m\<br />

..Die beiden Könie fies 7'/) — ^JJ-<br />

'^^^- '^- ^''- •"'<br />

und 'J af. II.'i. Nr. IS. .Als Entsprechung siehe<br />

Kimän-Sa'id ..Die Hügel des .Sa'id" bei .Abu Tig-.<br />

I 1 ..Insoi' . Die<br />

Mezeichnungen entsprechen<br />

' .Sit>lii> Index of I'lni'i- Niimc-i, Kairo. ( iouvorntnoiit<br />

i'rc«ss 11(32 Nr. 10.->23. 10il2ri. liMi:<strong>in</strong>.<br />

' Klioiidii Nr. <strong>in</strong> .'itis.<br />

Ulla III.


j<br />

v\<br />

82 Hermann Junker.<br />

U>ta^= „We<strong>in</strong>garten", z. B. r^^|i^l7^'[5^<br />

Tij,l.c.,Taf. 115;Nr.33. ° § ^tp.] LDH, 71.<br />

Für das heutige Ägypten vergleiche <strong>die</strong> Zusammensetzungen<br />

<strong>von</strong> Karm + Eigennamen,<br />

wie Karm Ismail, Karm el-Hagg. Hierher gehört<br />

wohl auch bndt. das vielleicht e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>er<br />

Ausdruck für We<strong>in</strong>berg ist: ® ^^J"^®<br />

MMD6=S.186;n-^==^TJ'kl'|Wf- L^smnfr III,<br />

Nr. 30, s. unten; vergl. M M D 3, S. 181 :<br />

J "^<br />

W'^^ÜM®-<br />

Fe«'' ''•^''' = Frucht- o<strong>der</strong><br />

Baumgarten: r^n^^^^^oW© Tjj, Taf. 115,<br />

Nr. 17. Verwandt s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Fälle, <strong>in</strong> denen <strong>der</strong><br />

Eigenname mit dem Namen e<strong>in</strong>es Ba<strong>in</strong>nes verbunden<br />

wird; wohl weil <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe des Gutes<br />

e<strong>in</strong> Bestand <strong>die</strong>ser Baumart vorhanden war. Am<br />

häufigsten ist nh.l ,,Sykomore".<br />

^=^(Jn'^|r"d)MMD39=S. 276;<br />

® ö<br />

%r"A^MMD6 = S. 186; °ir"öt<br />

LDII47f. = Grabl5;|^^^()^^M.c.,<br />

Taf. 3. Auch <strong>der</strong> Dual ist belegt: ° I r-, A A©<br />

LDH, 46f.;ri^(J(J©Tjj,<br />

1. c, Taf. 115.<br />

imi. Nach Wörterbuch 1, S. 72, <strong>die</strong> männliche<br />

Dattelpalme: ® Ö^O A©M M D 6 = S. 185;<br />

n^^ kl®''"' ^- "'''"'•'•<br />

nbl-°l j n(|®LDII47, Grab 15; n y<br />

^_<br />

n<br />

© Tjj,l. c.,Taf. 3.<br />

In e<strong>in</strong>igen Namen f<strong>in</strong>det sich als zweites Glied<br />

e<strong>in</strong>e Bezeichnung <strong>der</strong> Art des Gutes o<strong>der</strong> se<strong>in</strong>er<br />

Bestimmung. Die Besitzungen werden genannt:<br />

® nhn, wohl Gebäude <strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>er runden Umfriedung<br />

; siehe Sethe,Äg! Zeitschr., 53, S. 57ff.i),<br />

Wörterbuch 2, 310 und vergleiche ~^ als Name<br />

des Sonnenheiligtumes des Wsrkif. Beispiele s<strong>in</strong>d :<br />

!"^^^ Excav. Giza II, Fig. 137; mit<br />

Königsnamen u J^'^sww/r III, s. unten.<br />

Speisezelt"<br />

|^~|~ff|© Tjj,<br />

1 Sethe hält es <strong>in</strong> Urgeschichte § 188 allerd<strong>in</strong>gs<br />

mehr für e<strong>in</strong>en Rundbau o<strong>der</strong> R<strong>in</strong>gwall.<br />

u.,T.«,N.8;uij,jr i<br />

Excav. Giza II. Fig. 137.<br />

Q^ = „Vorratsspeicher"<br />

r<strong>in</strong>m<br />

°|^<br />

Qn<br />

M M D 62 = S. 305. Die Lesung des Wortes<br />

bleibt unsicher, snw.t sche<strong>in</strong>t ausgeschlossen, da<br />

das Wortzeichen an<strong>der</strong>s geartet ist.<br />

Es kommen<br />

eher vier an<strong>der</strong>e Wörter <strong>in</strong> Betracht, <strong>die</strong> alle<br />

im Wörterbuch <strong>in</strong> <strong>die</strong>ser Bedeutung nicht angeführt<br />

s<strong>in</strong>d : 1 . idn.t, siehe oben S. 78 [1<br />

\<br />

r\'^<br />

aus <strong>der</strong> Mastaba des 'Ij-nfr. 2. tsr.t ;<br />

e<strong>in</strong>mal ausgeschrieben<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Ortsbezeichnung<br />

|<br />

T<br />

5^ '^^^^© Excav. Giza II. Fig. 137. Wörterbuch<br />

5. S. 356 kennt nur aus dem Mittleren<br />

Reich ^'*fe<br />

"„Li, ,,<br />

Festung", aus griechischrömischer<br />

Zeit aber ist e<strong>in</strong><br />

'^—^n Ver-<br />

Wahrungsstelle für Speisen" <strong>über</strong>liefert. Ur.t ,, Vorratsspeicher"<br />

und tir.t ,, Festung" werden beide<br />

auf e<strong>in</strong> Verbum Ur zurückgehen, das freilich erst<br />

später <strong>in</strong> <strong>der</strong> Bedeutung .unversehrt se<strong>in</strong>" <strong>über</strong>-<br />

,<br />

liefert ist, <strong>in</strong> <strong>der</strong> griechisch-römischen Epoche<br />

auch = .behüten". 3. 'Is.t .So M M D 6, S. 353<br />

,<br />

D ö _il-. n " r<br />

^<br />

J ^ ^j^j g Hassan, Excav. II,<br />

Fig. 137t_jl\ T"'^^!]"^ niEsisthierts.< =<br />

,,Vorratsraum" <strong>von</strong> dem Wörterbuch 1, S. 126 angeführten<br />

(]<br />

(\ ..Grenzste<strong>in</strong>' zu trennen, das<br />

Pyr. 1142 parallel ^ "^^ czscd f] genannt wird.<br />

4. Vielleicht gehört auch das Maspero, 1. c,<br />

8. 360, mit ,,la porte" <strong>über</strong>setzte fl^^^jxil<br />

hieriier ; das Wortzeichen stellt wohl e<strong>in</strong>en Kornspeicher<br />

mit rechteckigem Grundriß und flacher<br />

Bedachung dar.<br />

Zu den mit<br />

[ J<br />

zusammengesetzten Namen vergleiche<br />

f ucli<br />

^ ^ ^ ^<br />

Giza II. S. 168.<br />

Auf <strong>die</strong> Bestimmung <strong>der</strong> Stiftung, den Verstorbenen<br />

zu ernähren, weisen <strong>die</strong> bildlichen Bezeichnungen<br />

mn\t und hnm.t ,,Amme", ,, Wärter<strong>in</strong>"<br />

h<strong>in</strong>:<br />

^<br />

d ,,Amme" <strong>der</strong> *S'sss.


4<br />

'<br />

Dhittkr <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> dik Ctrabt-noex atf dem FRiEnnoF vox Cih.A. 83<br />

Petrie. Mediim ])!.<br />

XIX;<br />

£(°ffl<br />

Beni Hassan. (Jaulhiei'. Dictioniiaire des noius<br />

Ol<br />

geographiques III, 8. 30.<br />

.Wärter<strong>in</strong> <strong>der</strong> Säss.t."<br />

Mereruka B 3.<br />

UkJT^kS^'^-- Gi.aII.Fig.l37.<br />

Mit Königsnamen (o%'^'J fX.®^^*<br />

11. Abb. 28.<br />

Hierher gehört vs-ohl auch <strong>die</strong> häufige Verb<strong>in</strong>dung<br />

<strong>von</strong> , ^s>-^ c^ niit Personennamen wie<br />

^ V "^M M D 6 S. 185 ° "^ I L D II. 46.<br />

6 Ja o © w/^/-A o ®<br />

10%^"^^ M M I^ :^».<br />

"""^^t<br />

^—o'—' Jl c^ ©<br />

S. 276; mit Königs-<br />

namen[J_(lJ^^< LDH. 7(1'. Es wird<br />

<strong>die</strong> gleiche Bedeutunir haben wie<br />

©<strong>in</strong> dem<br />

Dorfnamen Excav. Cüza 1, S. 11^; das Fehlen <strong>der</strong><br />

Körner als Deutezeichen spricht nicht dagegen;<br />

wir begegnen ähnlichen Auslassungen <strong>von</strong> Deutezeichen<br />

häufig <strong>in</strong> den Schreibungen <strong>der</strong> Dorfnamen.<br />

^"^^ aber ist nicht zu ticiuicn <strong>von</strong> dem<br />

Wörterbuch 1. S. 11<br />

aufgeführten (l^ss-Mo .-•'^<br />

,,Korn als Abgabe'" aus <strong>der</strong> 18. Dynastie. In<br />

iru'.t erkennen wir e<strong>in</strong>e Entsprechung <strong>von</strong> (1 ^rs^<br />

^<br />

,-^-'—,<br />

..Abgabe <strong>von</strong> Vieh" : fiie Worte verhalten<br />

sich zue<strong>in</strong>anfier wie<br />

..Das zu Tuendo" und<br />

(1 -css-^ ,,J.)aszu Tuende" ; (\t'v (Jcijiauch nur hat<br />

so geschieden, clali //•(/• für X'iehsteuer. <strong>in</strong>r.l für<br />

<strong>die</strong> Kornlieferungen verwenflet wurde.<br />

.\usdr(icklich wird <strong>die</strong> Speisung fies Toten als<br />

Zweck <strong>der</strong> Stiftiuig bezeichnet (birrh •iliir: | t V'<br />

Lebensmitteln u. a." (Wörterbuch 4. S. 212). Es<br />

liegt e<strong>in</strong>e Kausativbildung <strong>von</strong> Ö %;> ..Nahrung.<br />

Speise" vor. entsprechend d//-«d//. Von dem kausativen<br />

Verbum wurde e<strong>in</strong> Substantiv gebildet, entsprechend<br />

jlsZTl .speisen",<br />

^<br />

, ['^-^'^^ ^'<br />

..E<strong>in</strong>kommen e<strong>in</strong>es Tempels'", Wörterbuch 4, S.<br />

384.<br />

b'ht ..Speisen<strong>über</strong>fluß": n f]<br />

Taf. 115. Nr. i. Mit Köniüsnamen :<br />

j<br />

s<br />

^ = Tjj<br />

(Q<br />

J"^SlDII, 8(1. Das Substantiv J^o<br />

Ä .siehe Wörterbuch 1. S. 448: vergl. auch<br />

D47. S. 305. Nr. 12i. ,..SV/i »•-;•' liatÜlierHulJ" M M<br />

2. DIE DORFNAMEX L'XD DIK<br />

SPEISELISTE.<br />

In den Dorfnamen tritt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> 5. Dynastie,<br />

auf unserem Abschnitt zum ersten Mal<br />

im Grab des ,'^ämnfr III. e<strong>in</strong>e deutliche Beziehung<br />

zum Totenmahle auf.'-<br />

E<strong>in</strong>e allgeme<strong>in</strong>e<br />

\'erb<strong>in</strong>dung wird durch <strong>die</strong> Bezeichnungen ,,Totenopfer",<br />

,,Speisen"", ,,Mahr" hergestellt, <strong>die</strong> bei<br />

' E<strong>in</strong>ige Namen dürften sich auf <strong>die</strong> K<strong>in</strong>.'setzi<strong>in</strong>R<br />

ilor .Stiftung lieziel<strong>in</strong>. wie<br />

f)<br />

n 1<br />

Nr. 15 und :j.i. Taf. I I f. Xr. 12<br />

o ^ci D<br />

Tjj a. i\. o. Taf. .'l<br />

1)2 S. 'ir^'.i. .Mit Konitf-mamei<br />

(¥B<br />

."?*«<br />

p Ci ©<br />

i'ir I I I Nr. ."{2 ~. iliitPn. ^ wird mit hnii ziisan<strong>in</strong>ifnliantien.da.-i<br />

auch <strong>von</strong> <strong>der</strong> Fe.st.-ietzunfS <strong>von</strong> Festen.<br />

Opfern und Spei.sen verwendet wir'l (\V1>. 4, 133), und<br />

ilürfte mit ..Stiftung" zu lihersetzen se<strong>in</strong>.<br />

—• .\hnlii'h<br />

i.st<br />

lyo^^z" erkitiren. <strong>von</strong><br />

lo^^\ <strong>über</strong>weisen, .vererben"<br />

n|^öij©Tjj. I.e.. Tal. II.-.. Nr. 31. .VAw ist<br />

sicher identisch niitrlem bisher nur ausgrieehischrfii S. TS.<br />

I<br />

(\V1.. 4. 78):r^nici%>©Tjj a. a. ... "mf. ."l. Nr. 3H.<br />

* .Auf fliese N'erh<strong>in</strong>dung hat schon Masper


'<br />

Z.<br />

=<br />

^<br />

84 Hermann Jttnker.<br />

<strong>der</strong> Aufzählung <strong>der</strong> Bestandteile des Opfers verwendet<br />

werden.<br />

pr.t-hr-hriv: n^'^ÖÜÖöTjj, 1. c, Taf. 115,<br />

Nr. 35. Es ist zu beachten, daß e<strong>in</strong>erseits <strong>die</strong><br />

Listen gerne mit pr.t-hr-hriv e<strong>in</strong>geleitet werden,<br />

wie Giza II, S. 187, und an<strong>der</strong>ei'seits <strong>der</strong> Aufmarsch<br />

<strong>der</strong> Dörfer als <strong>in</strong>.tpr.t-hr-hrw bezeichnet<br />

wird, wie Giza I,<br />

S.<br />

226:^o^^^|®P^<br />

Giza II, Abb. 28, Giza I, Abb. 51, wo zu dem<br />

Namen <strong>der</strong> Dörfer getrennt noch pr.t -hr-hrw gesetzt<br />

ist.<br />

Die Zeremonie <strong>der</strong><br />

Speisung des Toten ward<br />

auch % ^^^^ ® genannt (Giza II, S. 63). entsprechend<br />

ersche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong> n [|®yy© Tjj. Taf. 3,<br />

Nr. 27.<br />

Als E<strong>in</strong>leitung <strong>der</strong> Liste <strong>der</strong> eigentlichen<br />

Opferbestandteile f<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> endgültigen<br />

Fassung stets e<strong>in</strong> I ,,Das Mahl des<br />

Königs'". Belege für <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung ,,Mahr' -f-<br />

Eigenname s<strong>in</strong>d nicht selten: 9 ,<br />

-.<br />

MM D 62 = S. 353, bezeichnen<strong>der</strong>weise aber<br />

wiegen <strong>die</strong> Königsnamen bei weitem vor, wie<br />

'<br />

Excav.<br />

Giza I, S. 11<br />

^Simnfr. III, Nr. 7, s. unten.<br />

\@ Giza II, Abb. 28 (äSithtp)<br />

^L. D. II, 15.<br />

E<strong>in</strong> zweiter Schritt war es, <strong>die</strong> Namen <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Bestandteile des Mahles zur Bildung <strong>von</strong><br />

Dorfbezeichnungen zu verwenden. Auf den Wänden<br />

<strong>der</strong> Kultkammer sieht man <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong><br />

Güter zum Grabherrn li<strong>in</strong>schreiten. Von den<br />

Gaben, <strong>die</strong> sie vor ihm nie<strong>der</strong>legen^, soll das<br />

Totenopfer bereitet werden. Die Speisenfolge<br />

war auf <strong>der</strong> großen Liste verzeichnet und wurde<br />

<strong>von</strong> dem Vorlesepriester ausgerufen. Wenn nun<br />

zu gleicher Zeit <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Bestandteile des<br />

Mahles <strong>in</strong> den Dorfvertretern verkörpert erschienen,<br />

so wurde <strong>die</strong> Szene <strong>der</strong> Speisung <strong>in</strong> beson-<br />

' Im Grab des Stwj haben sich <strong>die</strong> Bäuer<strong>in</strong>nen<br />

gekauert (Vorbericht 1927 S. 145), im Grab des Shmki<br />

nimmt ilmen e<strong>in</strong> Diener den Korb vom Kopf (Vorbericht<br />

1929 Abb. 1).<br />

<strong>der</strong>er Weise verlebendigt: Neben <strong>die</strong> m Hieroglyphenschrift<br />

verzeichnete Liste trat e<strong>in</strong>e zweite,<br />

vers<strong>in</strong>nbildet <strong>in</strong> den Bauern und Bäuer<strong>in</strong>nen, <strong>die</strong><br />

den Namen <strong>der</strong> Speisen führten.<br />

Der Gedanke wurde niclit folgerichtig durchgeführt;<br />

es treten nicht sämtliche Gänge des<br />

Mahles auf, auch mrd <strong>die</strong> übliche Reihung nicht<br />

e<strong>in</strong>gehalten. Aber das än<strong>der</strong>t nichts an <strong>der</strong> Tatsache,<br />

<strong>der</strong> Vers<strong>in</strong>nbildung des Opfers: Es wurden<br />

<strong>die</strong> Namen <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Speisen auf <strong>die</strong> Höfe<br />

verteilt, <strong>der</strong>en Vertreter an den Totenfesten aus<br />

den verschiedenen Gegenden zusammenkamen,<br />

um dem Verstorbenen e<strong>in</strong> vollständiges Mahl zu<br />

bereiten. Diese Symbolik tritt noch klarer zutage,<br />

wenn <strong>die</strong> Opfergabe mit <strong>in</strong>jA verbunden ersche<strong>in</strong>t,<br />

wie<br />

D<br />

1 ö ^ ,,Die Brot dem Phnj br<strong>in</strong>gt" ; Sakkara.<br />

Grab 15.<br />

ebenda<br />

fi ^ ,,Die Bier dem Phnj br<strong>in</strong>gt";<br />

-vwvw ,,Die Wasser dem Tjj<br />

AA/WV\<br />

W<br />

br<strong>in</strong>gt" Tjj a. a. O., Taf. 115, Nr. 7.<br />

,,Die das gerö.stete Korn dem<br />

s<br />

Tjj br<strong>in</strong>gt"; ebd. Nr. 24.<br />

Bei dem Vergleich <strong>die</strong>ser Namen aus den verschiedenen<br />

Dorflisten fällt auf, daß <strong>die</strong> Speisen<br />

bevorzugt werden, <strong>die</strong> als unmittelbare Erträgnisse<br />

<strong>der</strong> Güter gelten können, vor allem Körnerund<br />

Baumfrüchte, wie We<strong>in</strong>trauben, Feigen,<br />

nbi, iSd, w'h, iht, hbnn.t, hnfw, bshi.t, 'gw.t, ferner<br />

Milch, Bier, We<strong>in</strong>, sowie verschiedene Sorten <strong>von</strong><br />

Broten und Kuclien. Fast ganz fehlen <strong>die</strong> Fleischspeisen,<br />

obwohl <strong>die</strong> Bäuer<strong>in</strong>nen oft Kälber, Antilopen,<br />

Gazellen, Ste<strong>in</strong>böcke an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e herbeiführen.<br />

Das Geflügel ist wohl <strong>in</strong> Qr^ zusammengefaßt<br />

:<br />

{J l\ t^"^^ ^=^© Excav. Giza II. Abb. 137.<br />

^ I '^==^©L D II, S. 47. = Grab 15.<br />

Q=>> ©Tjj, Taf. 115, Nr. 5.<br />

W'A' wird zwar sowohl vom Fisch- wie vom<br />

Vogelfang gebraucht, aber <strong>in</strong> den Dorfnamen<br />

dürfte für wh'.f nur Geflügel <strong>in</strong> Betracht kommen.<br />

Denn <strong>die</strong> Dorfvertreter br<strong>in</strong>gen meist Gänse und<br />

Enten zum Grabe, fast nie aber Fische, wenn wir<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>igen Fällen aus dem späteren Alten Reich<br />

absehen. Auch werden Fische <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>er Speiseliste


mnlU<br />

(oI -y -S- 1>


M<br />

;<br />

W<br />

—<br />

Nr. 63<br />

6, 8. 185;<br />

-\- =<br />

^<br />

;<br />

M M D 55, S. 324<br />

Nr. 66-67? "'s -°S ji"-«^? LDir46;<br />

A CS ^W-A^ Jj O AC©<br />

Hermann Ji^nkbr<br />

'mmd L D II, 4(i^-w<br />

Taf. 3, Nr. 9;<br />

S. 145.<br />

Nr. 84<br />

^ ÖTji. Taf. 3, Nr. 2 und Taf. 118, Nr. 13 115;<br />

Nr. 68 P ö^|l^gMMD6, 8.185. 276;<br />

Nr. 69 D- ® Ö%'-^'^^®MMD6,S.18Ö. Nr. 85<br />

c^<br />

Im Grab des ^ Ij<br />

M D 45 =<br />

305<br />

>S. 300 f<strong>in</strong>det sich als Nr. 7 e<strong>in</strong> als Nr. 86<br />

Nr. 8 e<strong>in</strong> ,<br />

Nr.71 ^J^* =^Ö^^%MMD Nr. 87<br />

S<br />

6. S. 185.<br />

J<br />

JO ®Tjj, Taf. 3, Nr. 30, vgl. Taf. 115, Nr. 14.<br />

Nr. 72<br />

MMD 55, 8. 325;<br />

D<br />

?<br />

f;©MMD6, n


Drittkk Beruht übek <strong>die</strong> Grabungex auf dem Friedhof vox Giza. 87<br />

2. h s=> ^<br />

, Pjrramidenliste, Sethe 32 a = (1<br />

s^=i ^<br />

Merenika B 3 § ; © Tj . j<br />

3.<br />

Taf. 3, Nr. 29.<br />

J^<br />

(]^<br />

'^^^^ o8t8«» Pyranndcntexte, Sethe Ü<br />

320=°!<br />

(^<br />

?<br />

1^^ ß © MM D 62. S. 353 ; mit<br />

Königsiiaiiieii<br />

( O l}^ ^[5< L D JI 7«. M7m<br />

F<strong>in</strong>det sich an erster Stelle <strong>in</strong> <strong>der</strong> er^^-iihnten<br />

Liste L D II, 43: ß'^^i^^ |6 sowie <strong>in</strong><br />

den<br />

Verzeichnissen Annales Ki. 200 und Mem. de<br />

la Mission I. 144, 173.<br />

Es ist anffallend. daß <strong>in</strong> allen Listen <strong>die</strong> We<strong>in</strong>trauben<br />

fehlen^). Auch ersche<strong>in</strong>en sie, soviel ich<br />

sehe, nicht unter den Ciaben, <strong>die</strong> <strong>von</strong> den Dorfvertretern<br />

herbeigebracht werden. Und doch<br />

wollte <strong>der</strong> Tote sie bei se<strong>in</strong>em Mahle nicht missen.<br />

me <strong>die</strong> Fruchtschüsseln bei den Darstellungen<br />

<strong>der</strong> Opfergerichte zeigen. In den Dorfnamen s<strong>in</strong>d<br />

entsprechend ciie 'I'rauben mehrfach vertreten,<br />

wie:<br />

Ci<br />

I<br />

'.v If—n~i<br />

Mereruka B 3.<br />

UkJTfl^? fTl<br />

137.<br />

jj^^fl^T^FTl®<br />

E-av.Gizall Fig.<br />

^ '^ ^^ ^"' ^'''"'' ^*^"<br />

E<strong>in</strong> (ihnhches gilt <strong>von</strong> den (Jemüsen. In den<br />

Opfeflisten werden nur <strong>die</strong> Zwiebeln envähnt,<br />

doch ersche<strong>in</strong>en auf den SpeisedarsteUungen aucli<br />

an<strong>der</strong>e Gemüse, wie Gurken. Letztere treten<br />

e<strong>in</strong>ige Male <strong>in</strong> Dorfnamen auf wie<br />

° !<br />

0"^^^ 5^®.,Die Gurke des PInij-. L 1) 11 4ii,<br />

A'.W^ I D o C/<br />

Grab 15;<br />

Vergleicht man <strong>die</strong> Namen dci Privatstiftniigen,<br />

mit denen <strong>der</strong> königliclien (iüter, so zeigt<br />

sich e<strong>in</strong>e auffallende V'erschiedcnlieit. Insbeson<strong>der</strong>e<br />

fehlen l)ei letzteren <strong>die</strong> Beziehungen zu <strong>der</strong><br />

Speiseliste voilstiiiidig. Das ist um so bonu'rkenswerter.<br />

als sonst im Totenkidt e<strong>in</strong>e starke Anlehnung<br />

an <strong>die</strong> Hofbriiuclie lest zustellen ist. Auch<br />

') AIh i><strong>in</strong>/,ii;i- .\ti?


:<br />

Hekmann Ji'NKER.<br />

ma<strong>in</strong>e etait cense lui devoir, et lui apporter<br />

comme redevance. Comme e'etait apres tout un<br />

precede des mo<strong>in</strong>s coüteux pour les survivaiits,<br />

on ne se faisait pas faute d'y recourir liberalement<br />

autant on avait de place, autant on poiivait<br />

figurer de ces donia<strong>in</strong>es fictifs."<br />

Für <strong>die</strong>se Ansicht könnte man geltend machen,<br />

daß <strong>die</strong> Speiselisten <strong>in</strong>sofern e<strong>in</strong>e Parallele bieten,<br />

als hier <strong>die</strong> Aufzeichnung <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Gänge<br />

dem wdi-klichen Totenmahl nicht entspricht, auch<br />

nicht dem Festmahl an den großen Totentagen;<br />

es könnte ebenso <strong>die</strong> Personifikation <strong>der</strong> Opferbestandteile<br />

bloß für den Kult geschaffen se<strong>in</strong>.<br />

Aber das ist zunächst nur e<strong>in</strong>e Möglichkeit, e<strong>in</strong><br />

Verdacht. Als e<strong>in</strong>zige positive Begründung führt<br />

Maspero an, daß <strong>die</strong> Gaben <strong>der</strong> m Rede stehenden<br />

Stiftungsgüter nicht ihrem Namen entsprechen.<br />

Doch gerade <strong>die</strong>se.s Fehlen e<strong>in</strong>er vollkommenen<br />

Übere<strong>in</strong>stimmung könnte eher darauf hmdeuten,<br />

daß nicht e<strong>in</strong>e Illustration <strong>der</strong> Opferliste vorliegt.<br />

Wesentlich e<strong>in</strong>facher wäre es, wenn jedes <strong>der</strong> genannten<br />

Güter Avirklich <strong>die</strong> Gabe brächte, <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Namen ersche<strong>in</strong>t. Dann wäre <strong>der</strong> Gegensatz<br />

zu den wirklichen<br />

Stiftungen offenbar,<br />

<strong>die</strong> Opfer aller Ai't liefern. Ferner ist es <strong>über</strong>haupt<br />

vergeblich, aus den Darstellungen <strong>die</strong> Natur <strong>der</strong><br />

Abgaben feststellen zu wollen. Die Wie<strong>der</strong>gabe<br />

<strong>der</strong> Opfer, <strong>die</strong> <strong>in</strong> den Körben herbeigetragen o<strong>der</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand gehalten werden, schwankt sehr.<br />

Oben S. 64 wurde <strong>die</strong> Entwicklung kurz angedeutet.<br />

Zu Beg<strong>in</strong>n br<strong>in</strong>gen <strong>die</strong> Dorfvertretei'<br />

hauptsächlich Brote, Kuchen, We<strong>in</strong> und Bier,<br />

und <strong>die</strong>se D<strong>in</strong>ge machen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat den Hauptgegenstand<br />

<strong>der</strong> Lieferungen für das Totenopfer<br />

aus^. Später werden <strong>die</strong> Gaben <strong>in</strong> den Körben<br />

mannigfaltiger und reicher; zuletzt s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Figuren<br />

beladen mit Speisen aller Art, br<strong>in</strong>gen Blumen<br />

und führen R<strong>in</strong><strong>der</strong> o<strong>der</strong> Wild an <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>e<br />

herbei. Aber <strong>die</strong> wirklichen Abgaben <strong>der</strong> Stiftungen<br />

haben sich darum nicht geän<strong>der</strong>t ; es werden<br />

nur jetzt <strong>die</strong> D<strong>in</strong>ge <strong>in</strong> den Vor<strong>der</strong>grund gestellt,<br />

<strong>die</strong> für das feierliche Mahl an Totenfesten bestimmt<br />

waren und zum großen Teil als Geschenk<br />

<strong>der</strong> Güter erhofft wurden. Die Vertreter <strong>der</strong> Dörfer,<br />

<strong>der</strong>en Namen e<strong>in</strong>en Opferbestandteil enthielt,<br />

werden <strong>in</strong> gleicher Weise wie <strong>die</strong> übrigen<br />

dargestellt und aus <strong>die</strong>ser Tatsache ist we<strong>der</strong> für<br />

ihre Wirklichkeit noch für ihr Sche<strong>in</strong>dase<strong>in</strong> e<strong>in</strong><br />

^ Bei Mtn ti'agen <strong>die</strong> BäuerLtmen <strong>in</strong> ihren Körben<br />

Brote und halten <strong>in</strong> <strong>der</strong> freien Hand e<strong>in</strong>en Henkelkrug<br />

mit Ausguß, daneben steht <strong>die</strong> Beisclirift a^^'^ .<br />

Anhalt zu gew<strong>in</strong>nen. Will man <strong>die</strong>se Dörfer ausscheiden,<br />

so darf man sich übrigens nicht auf <strong>die</strong><br />

Fälle beschränken, <strong>in</strong> denen e<strong>in</strong>e <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferliste<br />

genannte Speise ersche<strong>in</strong>t, man muß folgerichtig<br />

als Sche<strong>in</strong>güter alle <strong>die</strong>jenigen bezeichnen,<br />

<strong>in</strong><br />

<strong>der</strong>en Namen auch an<strong>der</strong>e Gaben auftreten,<br />

wie ,,<br />

Trauben des NN", ,, Gurke des NN", ,, Überfluß<br />

des NN", ,,<br />

Scheune des NN", ,, We<strong>in</strong>garten<br />

des NN" und ähnliche oben, S. 82, angeführte.<br />

Letztere gelten Maspero als wü'kliche Güter, aber<br />

es ist nicht angängig, sie <strong>von</strong> <strong>der</strong> ersten Gruppe zu<br />

trennen, da <strong>die</strong> Verhältnisse ähnlich s<strong>in</strong>d.<br />

Es könnten für <strong>die</strong> Auffassung <strong>die</strong>ser Dorfvertreter<br />

als re<strong>in</strong>e Symbole <strong>die</strong> Namensformen angeführt<br />

werden, <strong>die</strong> ständige Wie<strong>der</strong>holung <strong>der</strong><br />

Bildungen <strong>in</strong> den verschiedenen Gräbern, aber es<br />

müssen auch <strong>die</strong> ständig wie<strong>der</strong>kehrenden klangvollen<br />

Bezeichnungen <strong>von</strong> Gütern königlicher<br />

Gründung als Namen \virklicher ,,Ezben" angenommen<br />

werden, da wir Lieferungen aus ihnen<br />

kennen, und bei manchen <strong>die</strong> Lage <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em bestimmten<br />

Gau angegeben ist.<br />

Es bleibt noch Masj^eros H<strong>in</strong>weis zu besprechen,<br />

daß <strong>die</strong> Dörfer mit den Namen <strong>der</strong> Speisen als<br />

Füllmaterial bei den Darstellungen benutzt werden.<br />

E<strong>in</strong> bündiger Beweis ist dafür nicht zu erbr<strong>in</strong>gen.<br />

Denn es ist nicht so, daß sie erst allesamt<br />

am Schluß <strong>der</strong> übrigen auftreten, wenn auch <strong>die</strong><br />

mit Königsnamen zusammengesetzten Bezeichnungen<br />

oft an erster Stelle angeführt werden, und<br />

<strong>die</strong> Namen mit Gaben <strong>der</strong> Speiselisten gegen<br />

Ende des Zuges ersche<strong>in</strong>en, aber nicht geschlossen.<br />

Dazwischen treten auch Dörfer mit an<strong>der</strong>en<br />

Namen auf, <strong>die</strong> sicher nicht als Füllwerk betrachtet<br />

werden können. Immerh<strong>in</strong> ist <strong>die</strong> häufige<br />

Reihung am Schluß <strong>der</strong> Prozession bemerkenswert.<br />

Es wäre weiter zu untersuchen, <strong>in</strong>wieweit<br />

<strong>die</strong> Raumverhältnisse <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat e<strong>in</strong> Füllwerk erfor<strong>der</strong>ten.<br />

Im Fall <strong>von</strong> iSsmnfr III stehen beispielsweise<br />

<strong>die</strong> Figuren <strong>der</strong> Dorfvertreter gegen<strong>über</strong><br />

den an<strong>der</strong>en Reliefs sehr gedrängt zusammen<br />

und es hätten <strong>die</strong> Vertreter mit den verdächtigen<br />

Namen weggelassen werden müssen, um e<strong>in</strong>e<br />

Gleichmäßigkeit <strong>der</strong> Darstellungen zu erzielen.<br />

Hier kann also jedenfalls <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Füllwerk<br />

ke<strong>in</strong>e Rede se<strong>in</strong>.<br />

E<strong>in</strong>e weitere Handhabe für <strong>die</strong> Entscheidung<br />

<strong>der</strong> Frage könnte sich aus dem Verhältnis <strong>der</strong><br />

Zahl <strong>der</strong> Stiftungen zu <strong>der</strong> Größe <strong>der</strong> Anlage ergeben.<br />

Denn bei den meisten <strong>der</strong> <strong>in</strong> Rede stehenden<br />

Dörfer kommt e<strong>in</strong> E<strong>in</strong>kommen aus zweiter<br />

Hand, das wdb rd, nicht <strong>in</strong> Frage, da sie den


Dritter <strong>Bericht</strong> (bek <strong>die</strong> Gkabl'ngex auf dem Friedhof vox Giza. 89<br />

Grabherni als Grün<strong>der</strong> bezeicluien. Aliei- wir gelangen<br />

auf (iieseni Wege nicht zum Ziel, denn <strong>die</strong><br />

Ausdehnung <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Güter ist uns nicht<br />

bekannt; auch zeigt das Beispiel <strong>von</strong> Mhi, daß<br />

wr mit e<strong>in</strong>er größeren Zahl <strong>von</strong> Eigengründungen<br />

rechnen dürfen, er schied aus se<strong>in</strong>em Besitz<br />

zwölf ,,Ezben"' für den Toten<strong>die</strong>nst an se<strong>in</strong>em<br />

Grabe aus. So ist es schwer, e<strong>in</strong> klares Mißverhältnis<br />

zwischen <strong>der</strong> bauhchen Anlage und <strong>der</strong><br />

Fülle <strong>der</strong> Stiftungen festzustellen. Wir können<br />

höchstens darauf h<strong>in</strong>weisen, daß <strong>in</strong> manchen Gräbern<br />

hochgestellter Persönlichkeiten <strong>die</strong> Zahl <strong>der</strong><br />

Dörfer sehr bescheiden ist, sie beträgt bei <strong>der</strong><br />

König<strong>in</strong> Mrj


®<br />

, , Ces<br />

90 Hermaxx Jvnker.<br />

4. DIE VERWALTUNG DER<br />

8TIFTUNGSGÜTER.<br />

Die für den Toten<strong>die</strong>nst Ijestimmten Ezben<br />

treten <strong>in</strong> den älteren Mastabas nur durcli <strong>die</strong><br />

Bauern und Bäuer<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> Ersche<strong>in</strong>ung, <strong>die</strong> dem<br />

Grabherrn Pfliclitgaben und Geschenke br<strong>in</strong>gen.<br />

In den späteren Giäbern lernen wir auch den<br />

Betrieb auf <strong>die</strong>sen Gutshöfen keimen; denn alle<br />

<strong>die</strong> Darstellungen aus <strong>der</strong> Landwirtschaft, das<br />

Hacken, Pflügen und Säen, das E<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen des<br />

Getreides, <strong>der</strong> Fisch- und Vogelfang beziehen<br />

sich auf <strong>die</strong><br />

Stiftungsgüter. Wenn wir auch das<br />

hier Wie<strong>der</strong>gegebene auf den ganzen Gutsbesitz<br />

des Grabherrn <strong>über</strong>tragen und uns darnach e<strong>in</strong><br />

Bild <strong>von</strong> dem Leben und Treiben auf den Landgütern<br />

<strong>über</strong>haupt entwerfen dürfen, so zeigen<br />

<strong>die</strong> Beischriften doch deutlich, daß man bei den<br />

Szenen immer nur <strong>die</strong> Ezben im Auge hatte, <strong>die</strong><br />

dem Grabe z<strong>in</strong>spflichtig waren.<br />

Als oberste Verwaltungsbehörde ersche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong><br />

,,Verwaltungsrat des Stiftungsgutes", aber wir<br />

müssen annehmen, daß im Übrigen <strong>die</strong> Wirt.schaft<br />

hier genau so geführt wurde, wie auf den an<strong>der</strong>en<br />

Gütern, <strong>die</strong> zum Besitz <strong>der</strong> Lebenden gehörten.<br />

Von den verschiedenen Beamten und Angestellten<br />

des Gutes soll an erster Stelle e<strong>in</strong>e Klasse<br />

behandelt werden, <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> Verwaltung e<strong>in</strong>e<br />

Hauptrolle spielt, <strong>die</strong> |, m, |®. Beiden deutschen<br />

Ägyptologen ist <strong>die</strong> tlbersetzung ,, Dorfschulze"<br />

üblich, gelegentlich auch ,,Schech", Das<br />

Wörterbuch 5, 170 <strong>über</strong>setzt<br />

|<br />

,,Herrscher, Hen<strong>von</strong>";<br />

,, alle<strong>in</strong> a. <strong>von</strong> Dorfschulzen" ; unter il 0,1:<br />

[h ,,Ortsvorstelier, Dorfschulze — auch Verwalter<br />

e<strong>in</strong>er größeren Stadt (als Titel <strong>der</strong> Gaufürsten,<br />

bei <strong>der</strong> Gauverwaltung)." — Maspero<br />

trägt <strong>in</strong> BibHotheque d'fitudes (8, S. 534) folgende<br />

Auffassung vor: ,,Nous sa<strong>von</strong>s en effet<br />

que le pharaon dans ses- courses le long du Nil.<br />

distrjbuait ä ses fideles des terres prises parmis<br />

les terres libres de son doma<strong>in</strong>e, et qui devaient<br />

leur servir ä les nourrir, eux et leur famille: ils<br />

devenaient hiqou noiiit comme le montre<br />

|<br />

l'<strong>in</strong>scription de Benihassan, et ils devraient au<br />

pharaon outre l'impot en nature, le service railitaire<br />

contre ses ennemis. Les grands seigneur.s<br />

faisaient de leur terres des liberalites analogues ä<br />

Celles qui faisait le pharaon: si certa<strong>in</strong>s de leurs<br />

doma<strong>in</strong>es etaient adm<strong>in</strong>istr^s directement par<br />

eux et cultives par leurs propres esclaves,<br />

d'autres etaient aux ma<strong>in</strong>s de petits tenanciers<br />

libres qui etaient, eux aussi, f<br />

® hiqou nouit. et<br />

qui je n'ose appeler colons de peur damener une<br />

confusion entre les donnees de la loi Roma<strong>in</strong>e et<br />

la constitution politique en Egypte". — Hier sei<br />

auch <strong>die</strong> Ansicht Pirenne's wie<strong>der</strong>gegeben, <strong>die</strong> er<br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>er ,,Histoire des Institutions et du Droit<br />

prive" nie<strong>der</strong>gelegt hat; Bd. III, S, 272 steht<br />

unter Organisation du grand Doma<strong>in</strong>e: ,,La<br />

grande propriete est formee au contraire de<br />

quantite de petits doma<strong>in</strong>es , doma<strong>in</strong>es<br />

sont places sous l'autorite d'employes qui dans<br />

la tombe de Ra-shepses, portaient le titre de superieur<br />

de chateau — sehedj het — ou de regent<br />

de chateau — heqa het," In se<strong>in</strong>er Anmerkung<br />

wird h<strong>in</strong>zugefügt: ,, Heqa het, regent de chateau,<br />

est le titre porte sous la III^ dynastie par les<br />

gouverneurs de ville ou d'arrondisseraent. II prlt<br />

ici le sens de directeur de doma<strong>in</strong>e ; sous la VI"<br />

dynastie on le trouvera porte par les gouverneurs<br />

territoriaux mais aussi par les chefs de service".<br />

S. 27ö <strong>über</strong>setzt er <strong>die</strong> Beischrift im Grab des<br />

Tjj : ,, Verifier le compte des gerants (heqa) par<br />

le bureau du doma<strong>in</strong>e." Dies ..gerant" f<strong>in</strong>den wir<br />

auch sonst <strong>in</strong> französisch geschriebenen Veröffentlichungen.<br />

E<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>gehende Beschäftigung mit dem ganzen<br />

Umfang <strong>der</strong> Frage ließ gegen<strong>über</strong> <strong>die</strong>sen Auffassungen<br />

bald erkennen, daß <strong>die</strong> Stellung <strong>der</strong><br />

hk! bisher durchaus <strong>über</strong>schätzt worden ist, es<br />

handelt sich zunächst nur um Vormänner im<br />

technischen Betrieb des Gutes, um Gutshofmeister;<br />

sie haben mit <strong>der</strong> amtlichen Verwaltung<br />

nichts zu tun, <strong>in</strong> Son<strong>der</strong>heit auch nichts mit dem<br />

Bürobetrieb. Hki-hw.t dürfte auch nicht als ,,h\-i<br />

des Gutes" <strong>in</strong> dem S<strong>in</strong>ne zu fassen .se<strong>in</strong>, daß er<br />

das Gut verwaltet, son<strong>der</strong>n als ,hk;, <strong>der</strong> zum Gut<br />

gehört"; das ist <strong>die</strong> ursprüngliche Bedeutung;<br />

<strong>der</strong> Titel wurde dann <strong>in</strong> <strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong><br />

Staatsdomänen <strong>über</strong>nommen, erhielt aber hier<br />

e<strong>in</strong>en ganz an<strong>der</strong>en Inhalt, Der Beweisgang ist<br />

e<strong>in</strong> wenig umständlich, aber es mußte e<strong>in</strong>e Frage<br />

<strong>von</strong> so wesentlicher Bedeutung <strong>von</strong> allen Seiten<br />

behandelt werden.<br />

a) Wir gehen <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er Äußerlichkeit aus, <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> Tracht <strong>der</strong> Hh. Wo uns auch immer <strong>die</strong>se<br />

Leute begegnen, f<strong>in</strong>den wir sie betont ärmUch angezogen<br />

und als H<strong>in</strong>terwäldler gekennzeichnet.<br />

Der Ägypter nahm es mit <strong>der</strong> Tracht, wie dürftig<br />

sie auch immer war, sehr genau ; <strong>die</strong> gesellschaft-


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> GRABrxoEX a if dem FRiEnuoF vox Giza. !il<br />

liehe Stellung und <strong>der</strong> Rang im Amte geben sich<br />

stets im Gewand und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Haartracht kund.<br />

Unsere hki weiden dabei <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e ausgesprochen<br />

nie<strong>der</strong>e Klasse e<strong>in</strong>gereiht. Sie tragen um <strong>die</strong><br />

Lenden e<strong>in</strong>en Schurz aus Mattengeflecht , <strong>der</strong><br />

meist unordentlich herunterhangt: so ei'sche<strong>in</strong>eii<br />

sie nicht nur beim Hei'beiführcn <strong>der</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong>,<br />

son<strong>der</strong>n auch wenn sie amtlich zur Ablegung <strong>der</strong><br />

ilechiiung vorgeladen werden. Tritt e<strong>in</strong> hk; ausnahmsweise<br />

bei e<strong>in</strong>er feierlichen Handlung auf.<br />

so legt er auch hier ke<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Tracht an, abci<strong>der</strong><br />

abstehende Mattenunihang endet vorn <strong>in</strong><br />

Quasten; das war offenbar <strong>der</strong> Galascliurz. Desgleichen<br />

w ird auch ke<strong>in</strong> hki <strong>in</strong> <strong>der</strong> üblichen ägyptischen<br />

Haartracht wie<strong>der</strong>gegeben, und auch das<br />

ist e<strong>in</strong> Zeichen se<strong>in</strong>er nie<strong>der</strong>en Stellung. Die<br />

Strähnenfrisur war dem Grabherrn, ganz hohen<br />

Beamten und bestimmten Priestern vorbehalten,<br />

bei den nubischen Dienern war sie nationale<br />

Haartracht; alle Beamten. Angestellten und<br />

Diener wurden, we<strong>in</strong>i <strong>die</strong> Figuren ordentlich ausgearbeitet<br />

s<strong>in</strong>d, <strong>in</strong> <strong>der</strong> kurzen Löckchenpeiücke<br />

dargestellt. Die hk; dagegen ersche<strong>in</strong>en stets mit<br />

unordentlicher Frisur, <strong>der</strong> vor<strong>der</strong>e Teil ihres<br />

Schädels ist meist kahl; siehe so <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba<br />

des Nj-iivlnfr Abb. 27 und 3(i. Die gleiche e<strong>in</strong>faclu-<br />

Traclit. <strong>die</strong> für <strong>die</strong> Stellung des hki bezeichnend<br />

ist, tragen aucli <strong>die</strong> übrigen Vorraänner auf den<br />

Gütern, wie <strong>der</strong> i^ -^ ,<br />

Stallvorsteher" LD Erg.<br />

XXX, <strong>der</strong> ,Vorsteher <strong>der</strong> Herden"'<br />

Deir el Gebräu i F pl. VIII, ferner <strong>der</strong> .Vorsteher<br />

<strong>der</strong> Vogelfängei". Viehtreiber und Hirten. Daraus<br />

aber ergibt sich zw<strong>in</strong>gend, daß <strong>der</strong> hki zum technischen<br />

Personal des (iutes gehört, daß er e<strong>in</strong><br />

.Bauer' ist. Für jeden Gebildeten war <strong>der</strong> Le<strong>in</strong>enschurz<br />

vorgeschrieben; ihn trägt <strong>der</strong> e<strong>in</strong>fache<br />

Schreiber und <strong>der</strong> ger<strong>in</strong>gst« <strong>der</strong> Unterbeamten<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Verwaltung des Gutes; so daß sie sich <strong>in</strong><br />

den Darstellungen des Landlebens sofort <strong>von</strong><br />

den Arbeitern, aber auch <strong>von</strong> den Vormännern<br />

abheben. Man deutet ahnlicii bei an<strong>der</strong>en Szenen<br />

den Unterschied im Rang durch <strong>die</strong> verschiedene<br />

Behandlung <strong>der</strong> Kleidung an. Wenn auch im<br />

Haushalt des (iral)herrn je<strong>der</strong> e<strong>in</strong>en re<strong>in</strong>en<br />

Ijc<strong>in</strong>enschurz tragen muß. so wirfl iloch rlurcli<br />

<strong>die</strong> verschiedene Länge des (Jemandes und durch<br />

.se<strong>in</strong>en Schnift <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Stellung des Trägers<br />

gekennzeichnet, .Man vergleiclir beispielsweise auf<br />

<strong>der</strong> Westwand iIcs K nijuj.hil I .<br />

i'.'v/.n II ,\l.l.. IS<br />

<strong>die</strong> Tracht des Ha us Vorstehers mit dei" <strong>der</strong><br />

Schreiber und ihre Schurze mit denen des übrigen<br />

Peisonals.<br />

Rs ist auffallend, daß <strong>die</strong> Bauern und Bäuer<strong>in</strong>nen,<br />

<strong>die</strong> als Vertreter <strong>der</strong> Güter <strong>die</strong> Gai)en<br />

für das Totenopfer br<strong>in</strong>gen, .stets e<strong>in</strong>heitlich<br />

..städtisch"' geklfeidet s<strong>in</strong>d, <strong>von</strong> ihrem ersten Auftreten<br />

an bis <strong>in</strong> <strong>die</strong> späteste Zeit, <strong>die</strong> Männer <strong>in</strong><br />

schliclitem Le<strong>in</strong>enschurz untl mit kurzer Frisur,<br />

<strong>die</strong> Frauen <strong>in</strong> weißem, später zum Teil auch <strong>in</strong><br />

farbigem Kleid und mit Strähnenfrisur. Xie ist<br />

tier Versuch gemacht, <strong>die</strong> J^eute zu karrikieren.<br />

Das hängt wohl damit zusammen, daß sie als<br />

S<strong>in</strong>nbil<strong>der</strong> <strong>der</strong> Totenstiftungen gelten und daß<br />

man sich scheute, <strong>die</strong> zum Opfer Schreitenden<br />

als arme schmutzige Leute w ie<strong>der</strong>zugeben. Um so<br />

bedeutungsvoller ist es. daß gerade <strong>die</strong> [1 als<br />

erste <strong>in</strong> denKultkannnern als <strong>der</strong>be, ungeschlachte<br />

Bauern dargestellt werden, mit Mattenschurz<br />

und ungepflegtem Haar. Während bei den<br />

Schlächtern und Matrosen <strong>der</strong> e<strong>in</strong>fache Le<strong>der</strong>gürtel<br />

nur <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Tracht bei ihrer Beschäftigung<br />

w ie<strong>der</strong>gibt. zeigt <strong>die</strong> Aufmachung bei<br />

A(^\\ hki, daß man ihre Ursprünglichkeit belächelt.<br />

Ganz arme Schlucker, wie <strong>die</strong> Hirten. Fischer<br />

und Arbeiter <strong>in</strong> den Sümpfen zeichnet man gelegentlich<br />

ohne jedes Gewand, beispielsweise L.<br />

D. Erg. V, Davies. Ptahhetep II pl. XXVI;<br />

ebenso aber treten e<strong>in</strong>igemal <strong>die</strong> hki-u- bei <strong>der</strong><br />

Abrechnung auf. wie Tjj. Taf. 129. Kaho 1541.<br />

b) An zweiter Stelle soll untersucht werden.<br />

was <strong>die</strong> Obliegenheiten <strong>der</strong> hknr s<strong>in</strong>d, <strong>in</strong> welcher<br />

Umgebung w ir ihnen begegnen und wie ihr<br />

\'erhältnis gegen<strong>über</strong> den an<strong>der</strong>en Beamten und<br />

Angestellten des Gutshofs ist.<br />

Am häufigsten l)egegnen wir ihnen bei <strong>der</strong><br />

Abrechnung. Da werden sie <strong>von</strong> den Sciireibern<br />

herbeigeschleppt, beim (Jenick gefaßt und vorwärts<br />

getrieben, halb auf dem Bauch liegend<br />

müs.sen sie dann dem N'erwalter ihre Angaben<br />

machen. Bei <strong>die</strong>ser Szene spielt auch <strong>der</strong> Stock<br />

e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e Rolle; es muß dabei hervorgehoi)en<br />

werden, daß er mir hier <strong>in</strong> Anwendung<br />

kommt und .sonst bei ke<strong>in</strong>er Darstelh<strong>in</strong>g. we<strong>der</strong><br />

bei den Arbeiten im Hause noch bei den Handwerkern,<br />

noch <strong>in</strong> en<br />

hätte, e<strong>in</strong>en faulen (Gesellen nachdrückliciier. als<br />

es Worte vermCtgen. anzutreil)en. Aber hier seilen<br />

wir nur nnnitcres Trellx-n. Imren freundliche Zu-


Bei<br />

es<br />

92 Hermann Junker.<br />

<strong>der</strong> hksw rufe o<strong>der</strong> auch Gesang und Flötenspiel, um <strong>die</strong><br />

^^^-^ -^ -^- '^^^ Anschauen <strong>der</strong> Abgaben ,,Oberschreiber" wie ihre heutigen Kollegen re<strong>in</strong>e Verwaltungsbeamte<br />

' s<strong>in</strong>d.<br />

Arbeit <strong>in</strong> frohem Rhythmus zu halten. Bei <strong>der</strong><br />

und <strong>der</strong> Hirten." Es handelt sich bei den<br />

nnr-iii natürlich nur um Viehabgabe, bei den hki-w<br />

Abrechnung alle<strong>in</strong> geht es ernster zu ; hier spricht<br />

<strong>der</strong> Stock das letzte Wort. So ist es bei <strong>der</strong> E<strong>in</strong>treibung<br />

ebenfalls <strong>in</strong> den meisten Fällen, gelegentlich aber<br />

auch um Abgabe <strong>von</strong> Feldfrucht, wie H. Müller,<br />

<strong>von</strong> Abgaben und Steuern <strong>in</strong> Ägypten Mitteilungen des Instituts Kairo Bd. VII Abb. 2.<br />

meist gewesen, <strong>von</strong> alters her bis <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e unwahrsche<strong>in</strong>lich<br />

— Wir haben es also mit Leuten zu tun. <strong>die</strong><br />

nahe liegende Zeit. Wer s<strong>in</strong>d nun <strong>die</strong>se mitten i<strong>in</strong> Betrieb selbst stehen. Es wiu'de freilich<br />

hkm\ bei denen <strong>die</strong> nachdrückhchere Art <strong>der</strong> Abrechnung<br />

<strong>von</strong> Erman, Reden und Rufe S. 51, e<strong>in</strong>e Darstellung<br />

ange^\endet wird<br />

'.<br />

<strong>der</strong> Lieferung<br />

aus Mrrwki A 4 so gedeutet, daß <strong>die</strong><br />

<strong>der</strong> Abgaben des Gutes können sich Unregelmäßigkeiten<br />

bei den <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wirtschaft Angestell-<br />

Abrechnung mit Hilfe <strong>der</strong> f durchgeführt werde<br />

;<br />

damit würden sie zu den Verwaltungsbeamten<br />

ten und dann bei den mit <strong>der</strong> buchmcäßigen Verwaltung<br />

Betrauten ergeben; so wie bei <strong>der</strong><br />

gerechnet. Aber e<strong>in</strong>e Nachprüfung am Orte durch<br />

Steuere<strong>in</strong>ziehung Betrügereien durch falsche Angaben<br />

Dr. J. Spiegel ergab, daß <strong>die</strong> fn hier alle zu<br />

<strong>der</strong> Bauern o<strong>der</strong> durch falsche Buchungen den Rechnung Ablegenden gehören, und nicht<br />

<strong>der</strong> Beamten möglich waren. Die hknc können zu den kontrollierenden Beamten.<br />

dabei unbed<strong>in</strong>gt nur für <strong>die</strong> erste Gattung <strong>in</strong> Wenn wir uns zum Vergleich <strong>die</strong> heutige Güterverwaltung<br />

Frage kommen; sie s<strong>in</strong>d ke<strong>in</strong>e Schreiber, und <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> Ägypten ansehen, so f<strong>in</strong>den wir<br />

Leute, vor denen sie Rechenschaft ablegen ganz auffallende Entsprechungen zu <strong>der</strong> alten<br />

müssen, gehören zum Teil dem nie<strong>der</strong>en Beamtenstand<br />

dem (7 .v/s. ^entspricht.<br />

Zeit. Das Zentralbüro für e<strong>in</strong>en großen Besitz ist<br />

<strong>die</strong> Daira. <strong>die</strong> wörtlich<br />

an; iln- Vorsitzen<strong>der</strong> ist <strong>der</strong> n neben<br />

<strong>der</strong> Verwaltung <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Ezben wird scharf<br />

dem Cldicl pl. V), <strong>der</strong><br />

und geschieden zwischen den Beamten, <strong>die</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

E<strong>in</strong>nahmen und Ausgaben Buch führen und den<br />

Mrrwki A 4, <strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> verantwortlichen fachlichen Angestellten im Betrieb.<br />

Für alles was <strong>die</strong> Leitung <strong>der</strong> Wirtschaft<br />

und (Kairo lü4I) und älnilicii angeht, <strong>die</strong> Feldbestellung, das E<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong><br />

Ernte, <strong>die</strong> Viehzucht und Milchwirtschaft, ist e<strong>in</strong><br />

Es müssen unsere hh-w daher im Wirtschaftsbetrieb<br />

angestellt und für des.sen Führung ver-<br />

Vormann zuständig, <strong>der</strong> den Titel Holi führt. In<br />

se<strong>in</strong>en Händen liegt zwar <strong>die</strong> ganze Bewirtschaftung<br />

<strong>der</strong> Ezbe, aber nicht <strong>die</strong> buchmäßige<br />

antwortüch se<strong>in</strong>. E<strong>in</strong>e Bestätigung f<strong>in</strong>det <strong>die</strong>se<br />

Auffassung <strong>in</strong> dem Umstand, daß gelegentlich<br />

\"erwaltung; <strong>die</strong>se wird <strong>von</strong> dem Bäs-Kätih gefülu't,<br />

dem je nach <strong>der</strong> Ausdehnung des Besitzes<br />

statt ihrer Angestellte <strong>der</strong> gleichen Klasse bei den<br />

Abrechnungsszenen auftreten. Deir el Gebräwi I<br />

Gehilfen, Knt.ibs. zur Seite stehen. Das ist genau<br />

pl. VIII wird unter Anwendung des Stockes<br />

e<strong>in</strong> Mann herbeigebracht, <strong>die</strong> Beischrift lautet<br />

das Bild <strong>der</strong> allen E<strong>in</strong>teilung: <strong>der</strong> !lw<br />

^ im<br />

[Jp]<br />

entspricht<br />

; muß<br />

dem Bds-katib auch wörtlich, und <strong>der</strong> f<br />

also<br />

dem HÖH.<br />

hier <strong>der</strong> ,,Vorsteher <strong>der</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>herden" Rechenschaft<br />

ablegen. Aber auch <strong>die</strong> Hirten werden<br />

Ähnliche V'crliältiiisse f<strong>in</strong>den sich auch auf<br />

manchen deutschen Gütern, wo bei ausgedehntem<br />

genannt ,,Das Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Geschenken<br />

Besitz e<strong>in</strong>e Teilung <strong>der</strong> Verwaltung im angegebenen<br />

S<strong>in</strong>ne vorkommt. ^ Herr v. Bothmer sagt<br />

durch <strong>die</strong> Hirten, <strong>die</strong> auf den Fel<strong>der</strong>n s<strong>in</strong>d<br />

-j:ikM^m%^^^ "<br />

. . .<br />

mir, daß <strong>in</strong> Pommern <strong>der</strong> dem Holi entsprechende<br />

Angestellte ,,<br />

Hofmeister" heißt, und das wäre<br />

<strong>die</strong> Abrechnung <strong>der</strong> Hirten für <strong>die</strong> Viehsteuer zu<br />

wohl <strong>die</strong> beste deutsche Übersetzung <strong>von</strong> [1; da<br />

sehen" (LD. II, 30—31); vergleiche jnj ^ k^<br />

aber ,,<br />

Hofmeister" auch e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Bedeutung<br />

<strong>in</strong><br />

^)^<br />

<strong>der</strong> Mastaba des ^^nb, Vorbericht 1927. angenommen hat, wäre ,,<br />

Gutshofmeister" vorzu-<br />

S. 116. Die hkiw und Hirten werden nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong>genannt<br />

'<br />

E<strong>in</strong> Unterscliied besteht freilich dar<strong>in</strong>, daß unsere<br />

LD. II, 4: -^"^ ^ -VWVVA? schaft gründlich ausgebildet werden, während <strong>die</strong> alten<br />

,, Verwalter" und ,, Inspektoren" auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Landwirt-<br />

f\


1<br />

1<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof <strong>von</strong> G!za. 93<br />

ziehen. Man könnte den Holiauch den ..Schaffer"<br />

des Gutes? nennen, weniger gut wäre „Vormann",<br />

weil <strong>die</strong>.s Wort nicht se<strong>in</strong>e ganze Tcätigkeit e<strong>in</strong>scliUeßt;<br />

eben.sowenig,, Schweizer" weil sich se<strong>in</strong><br />

Amt nicht auf <strong>die</strong> Vieh- und Milchwirtschaft<br />

beschränkt. „Verwalter", .geranf eignet sich<br />

nicht weil wir mit dem Woit auch <strong>die</strong> amtsmäßige<br />

Verwaltung verb<strong>in</strong>den<br />

; ,tenancier' entspricht<br />

garnicht und ebensowenig das bei uns<br />

e<strong>in</strong>gebürgerte<br />

,<br />

Schulze',<br />

,<br />

Dorfschulze".<br />

Halten wir uns <strong>die</strong> Gleichung hk;-/iw.t =<br />

,, Gutshofmeister" vor Augen, so verstehen wii'.<br />

wie ke<strong>in</strong> Wi<strong>der</strong>spruch dar<strong>in</strong> liegt, daß wir dem<br />

hki e<strong>in</strong>mal als e<strong>in</strong>fachen Bauern begegnen, und<br />

dann wie<strong>der</strong> als Rcspektspeison; daß ei- <strong>die</strong><br />

Arbeiten <strong>über</strong>wacht, aber auch selb.st Hand anlegt.<br />

Er führt eigenhändig das Schlachtvieh dem<br />

Grabherrn zu, steht aber bei Nj.'


"^<br />

—<br />

94 Hermaxx Jfnker.<br />

Totenbuch, Kap. 99. 32—34 spricht deiFluß ..Sag<br />

mir de<strong>in</strong>en Namen B^ Y<br />

'^.^^^^(J^X^yr"<br />

<strong>die</strong> Erde: ..Sag mir de<strong>in</strong>en Namen B^<br />

% J\ ^ ^<br />

'<br />

''~<br />

^"^'^'<br />


Dritter <strong>Bericht</strong> fBER <strong>die</strong> Orabtnoex ai'f dem Friedhof vox Oiza.<br />

trennbarer Ausdruck ist. zeigt sicii beim Plural,<br />

<strong>der</strong> immer lautet ..Die Hofmeister <strong>der</strong> Güter"<br />

und nioht ..<strong>die</strong> Gutshofmeister":<br />

T»fel 1.....<br />

IHtSs-^^i<br />

nM^tdB8''sr •""•""<br />

[ [ f^<br />

Tjj.<br />

Urk.1 258,<br />

2. Neben <strong>die</strong>sen ..Hofmeistern" <strong>die</strong> sich auf<br />

den Ezben plagen, gibt es ..Hofmeister" <strong>die</strong> große<br />

Herren s<strong>in</strong>d und hohe Ämter bei Hof bekleiden,<br />

wie auch bei uns ..Hofmeister" zwei ganz verschiedene<br />

Bedeutungen haben kann. Wir müssen<br />

<strong>die</strong>se Titel streng scheiden; es läßt sich dabei<br />

feststellen j.. daß es sich bei den neuen hlu zunächst<br />

um Verwaltungsbeamtc handelt, <strong>die</strong> <strong>der</strong><br />

König <strong>über</strong> <strong>die</strong> <strong>in</strong> den e<strong>in</strong>zelnen Gauen liegenden<br />

Domänen setzte. Ji. daß <strong>in</strong> ihrem Titel hh-hv.t<br />

bedeutet: „<strong>der</strong> das Gut o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Stadt verwaltet"<br />

V. daß <strong>die</strong>se Benennung aber letzten Endes auf<br />

den Titel <strong>der</strong> „Guts-Hofmeister" zurückgeht.<br />

a. Für <strong>die</strong> Auffa.-^sung. daß <strong>die</strong> i\\ <strong>in</strong> erster<br />

L<strong>in</strong>ie für <strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong> Staatsdomänen e<strong>in</strong>gesetzt<br />

wurden, sei nur auf Mtn verwiesen: <strong>in</strong><br />

allen Distrikten <strong>in</strong> denen er beamtet war. unterstanden<br />

ihm als<br />

|<br />

<strong>die</strong><br />

~^©, und se<strong>in</strong>e übrigen<br />

Titel i)ezichen sich zum größtenTeil auf <strong>die</strong> Ackerbauverwaltung:<br />

siehe auch unten unter htr.t-<br />

';./. Daß wir dal)ei wenigstens sj^äter mit Gütern<br />

zu rechnen haben, <strong>die</strong> verschiedenen Ressorts zugeteilt<br />

waien, zeigt <strong>die</strong> Inschrift des '//>/ Urk. T<br />

'^'H^klST^^^ ..alsichVerwaiter<br />

des (iutes des pr-<strong>in</strong>' war." Da htc.t « ie<br />

jiju'.t .sowohl e<strong>in</strong>e Ezbe o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Weiler, wie auch<br />

e<strong>in</strong>e große Stadt bedeuten kann, so i.st es klar, daß<br />

man im K<strong>in</strong>zolfall oft schwer unterscheiden kann,<br />

ob es sich bei<br />

| J<br />

um e<strong>in</strong>e ger<strong>in</strong>gere o<strong>der</strong> sehr<br />

gehobene Stellung handelt : siehe auch unter •,-<br />

[i. Zum Beweis dafür, daß hh-hir.t als Beamtentitel<br />

soviel heißt wie .,\'crwalter des Gutes"<br />

braucht <strong>in</strong>u- auf <strong>die</strong> ir>(y-Inschrift verwiesen zu<br />

worden, .•rd im i.T CS Trk. I. 102 heißt<br />

\J<br />

©.<br />

..<strong>die</strong> Inr.irl imd njir.irt. <strong>die</strong> .sie beheri-<br />

1—^1 © :<br />

sehen"; vgl. ebentla 21(5<br />

^2ü<br />

^J,:'<br />

Mas pcro.Biblioth«'r|ued'ßtudesS, 353 Anni. macht<br />

Alten Reiches das spätere ±=,©©^if<br />

A '^^"^^^^<br />

entauf<br />

<strong>die</strong> Stellen aus <strong>der</strong> Inschrift des Nhrj aufraerk<br />

"<br />

sam :<br />

^^ und f ' ^ ^^^<br />

f<br />

^<br />

und weist darauf h<strong>in</strong>. daß dem<br />

^1^7 des<br />

spricht.<br />

Die Schreibung des Plurals<br />

Urk. I 102 zeigt, wie im Gegensatz zu den .Hof-<br />

,<br />

meistern <strong>der</strong> Güter" hier hh-hir.t e<strong>in</strong>e feste Verb<strong>in</strong>dung<br />

darstellt.<br />

--. Trotz des ganz we.sentlichen Unterschieds<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Bedeutung zwischen hh-hw.t im Gutsbetrieb<br />

mit hki-hw.t <strong>in</strong> <strong>der</strong> staatlichen Verwaltung,<br />

muß doch <strong>der</strong> zweite Titel vom ersten abgeleitet<br />

se<strong>in</strong> ; zumal da sich e<strong>in</strong> B<strong>in</strong>deglied f<strong>in</strong>det .<br />

das Gut, dessen praktischen Betrieb <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

<strong>über</strong>wacht, <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e se<strong>in</strong>e Verwaltung. Es verschlägt<br />

dabei nichts, daß <strong>der</strong> Abstand <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

.sozialen Stellung so bedeutend i.st. er wird sich<br />

auch vielleicht erst im Laufe <strong>der</strong> Zeit so stark<br />

entwickelt haljen. Man vergleiche wie bei uns <strong>die</strong><br />

Titel ,. Marschall". .,Truchseß'". ..Kämmerer<br />

sich ebenfalls <strong>von</strong> ganz e<strong>in</strong>fachen Ämtern ableiten.<br />

In Ägvpten dürfte <strong>der</strong> '^^^ ..Gauleiter"<br />

ursprünglich den Auf.seher <strong>der</strong> Kanalbauten bezeichnet<br />

haben. Wir haben aber auch aus dem<br />

(iutsiietrieb e<strong>in</strong>e bezeichnende Entsprechung.<br />

Der(}i^ ist auf <strong>der</strong> Ezbe. wie L I) II 7(i, <strong>der</strong><br />

Auf.seher <strong>der</strong> Hirten, also e<strong>in</strong> Angestellter wie deihh.<br />

daneben führt den Titel aber auch e<strong>in</strong> hoher<br />

Beamter <strong>der</strong> 4. Dynastie, pn^^f^l ""<br />

(1(|( Annales<br />

XIIl. S. 236). <strong>der</strong> Inhaber <strong>der</strong> Mastaba 1235 auf<br />

dem Westfriedhof <strong>von</strong> Giza. Wir raü.ssen <strong>die</strong>sen<br />

Befund wohl so erklären, daß dem nie<strong>der</strong>en Amt<br />

auf e<strong>in</strong>em e<strong>in</strong>fachen (iute bei den riesigen Domänen<br />

des Königs e<strong>in</strong> hoher verantwortungsvoller<br />

Posten entsprach, daß hier e<strong>in</strong>e Aufsicht<br />

nicht genügte, .son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong>e lieson<strong>der</strong>e \'orwaltung<br />

erfor<strong>der</strong>lich war. So s<strong>in</strong>d Aufgabenbereich<br />

und Rang an<strong>der</strong>s geworden. al>er ilie Benennung<br />

ist geblieben.<br />

Ks sei hier e<strong>in</strong> Fall (>rwähnt. <strong>in</strong> dem man<br />

zweifeln kami. welcher hkt geme<strong>in</strong>t ist. <strong>der</strong> Hofmeister<br />

o<strong>der</strong> <strong>der</strong> (iutsverwalter; Dr. Spiegel<br />

hat mich darauf aufmerksam genuicht ; Journal<br />

It; S. l!t.'> Zc 10:<br />

'<br />

Im Ori^<strong>in</strong>iil >tflil<br />

J<br />

mit «Im Kii|i|fn mhi Knie,<br />

i-iiili'ii, (lii- <strong>in</strong> iliri'ii lluniliii •'<strong>in</strong> " liiilli'n. lotzkv <strong>über</strong>setzt ..When the niler (rather the


j<br />

|<br />

Hermaxx Junker.<br />

nomarch than the k<strong>in</strong>g) co<strong>in</strong>ited ray cattle, he<br />

found that ray posessions had <strong>in</strong>creased". Nach<br />

den obigen Ausführungen wird man aber sowohl<br />

den König wie den Nomarchen ausschließen und<br />

entwe<strong>der</strong> den Holi annehraen, dem <strong>die</strong> V'iehzucht<br />

unterstand o<strong>der</strong> den Gutsverwalter, dem <strong>die</strong> Abrechnung<br />

oblag.<br />

Es erübrigt noch, auf <strong>die</strong> Grundbedeutung<br />

<strong>von</strong> hki e<strong>in</strong>zugehen. Es wäre verführerisch, <strong>in</strong><br />

dem Hirtenstal), e<strong>in</strong> Wortzeichen, nicht e<strong>in</strong> Lesezeichen<br />

zu sehen, und das Nennwort als ,<br />

Hirten',<br />

das Zeitwort als ..hüten", ,,beaufsichtigen" zu<br />

fassen. Daraus hätte sich dann <strong>die</strong> <strong>über</strong>tragene Bedeutimg<br />

..verwalten". ..beherrschen" ergeben.<br />

Ähnlichen Entwicklungen begegnen wir ja auch<br />

bei den übrigen Wörtern, <strong>die</strong> ,<br />

Hirten' und ,hüten'<br />

bezeichnen, bei mjnw, nrw und ssw; vergleiche<br />

<strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e den Titel m\®-<br />

Für <strong>die</strong>.se Auffassung<br />

könnte angeführt werden, daß <strong>der</strong><br />

hauptsächlich <strong>in</strong> <strong>der</strong> ViehWirtschaft auftritt; so<br />

stark, daß man beispielsweise bei <strong>der</strong> Vorführung<br />

dei- R<strong>in</strong><strong>der</strong> <strong>in</strong> den Mastabas des iS.iithtp und des<br />

Njhvtnfr den E<strong>in</strong>druck haben könnte, als gehörten<br />

sie <strong>von</strong> Hause aus <strong>über</strong>haupt nur zu den<br />

Herden. Die Schwierigkeit ist freilich, daß sicii<br />

Mv <strong>in</strong> <strong>der</strong> angenommenen Grundbedeutung<br />

,,hüten" nii'gends mehr nachweisen läßt, aber es<br />

wird auch av«), das nach se<strong>in</strong>er ältesten Schreibung<br />

zu schließen vom Viehhüten kommt, <strong>in</strong> <strong>die</strong>ser Bedeutung<br />

nicht raehr verwendet.<br />

d.<br />

•44" ist <strong>von</strong> <strong>der</strong>a hh-hw.t = Gutsverwalter<br />

nicht zu trennen und stellt nur e<strong>in</strong>e höhere Stufe<br />

<strong>in</strong> dem gleichen Beamtenstand dar. Der Titel betrifft<br />

zunäc'hst ausschließlich und später <strong>in</strong> erster<br />

L<strong>in</strong>ie <strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong> Staatsgüter. Es befand<br />

sich <strong>in</strong> jedem Gau e<strong>in</strong> Im.t 'id; es ist <strong>die</strong> Hauptdomäne,<br />

<strong>der</strong> alle Güter <strong>der</strong> betreffenden Prov<strong>in</strong>z<br />

unterstehen, und <strong>der</strong> Sitz des obersten Güterverwalters.<br />

Es ist nicht anzunehmen, daß <strong>die</strong><br />

Domänen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Gau alle an e<strong>in</strong>em Ort zusammenlagen,<br />

sie dürften sich auf das ganze Gebiet<br />

verteilt haben. Aber ebenso sicher bestand<br />

für sie alle e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>heitliche Verwaltung, sie<br />

schloß sich naturgemäß an <strong>die</strong> Hauptdomäne an.<br />

Aber selbst wenn nur e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>ziger riesiger Besitz<br />

im Gau vorhanden war, mußte er aus praktischen<br />

Gründen <strong>in</strong> mehrere Güter geteilt werden ; so wie<br />

beispiehsweise <strong>in</strong> Nordwestdeutschland und Polen<br />

bei großen Besitzen zur Entlastung des Betriebs<br />

Vorwerke bestehen, <strong>die</strong> .selbständig bewirtschaftet<br />

[<br />

werden, <strong>der</strong>en Verwaltung aber vom ,Hauptgut',<br />

<strong>der</strong>a Sitz <strong>der</strong> Herrschaft, geführt wird.<br />

So bildete <strong>die</strong> hw.t ';.t den Mittelpunkt des<br />

königlichen Grundbesitzes im ganzen Gau, und<br />

se<strong>in</strong>e oberste Verwaltung lag <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand des<br />

|<br />

Es ist verständlich, daß <strong>die</strong> Gauverwalter, zu<br />

<strong>der</strong>en ersten Obliegenheiten gerade <strong>die</strong>se Verwaltung<br />

gehörte, <strong>die</strong> hu\t-';.t als ihre Residenz<br />

\\ählten und sie damit zum Mittelpunkt <strong>der</strong> Gesaratverwaltung<br />

machten; aber sie bleibt auch<br />

dann <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie <strong>die</strong> Zentraldomäne.<br />

Diese Auffassung läßt sich unter an<strong>der</strong>em aus<br />

den Titeln <strong>der</strong> Gauverwalter <strong>der</strong> 5. Dynastie erschließen;<br />

sie nennen sich alle hh-hw.t-'i.t; ihre<br />

übrigen Titel betreffen <strong>die</strong> königlichen Aufträge,<br />

<strong>die</strong> militärische Sicherung des Gaues, <strong>die</strong> Leitung<br />

<strong>der</strong> Königsleute; da selbstverständlich <strong>der</strong> staatliche<br />

Grundbesitz noch immer <strong>die</strong> bedeutendste<br />

Rolle spielt und se<strong>in</strong>e Verwaltung nicht <strong>in</strong> an<strong>der</strong>er<br />

Hand liegen konnte, so bleibt nur -~R» für <strong>die</strong>sen<br />

|<br />

Zweig se<strong>in</strong>er Tätigkeit übrig. Dann ist <strong>die</strong> Entsprechung<br />

zu dem hh-hw.t zu bedenken; es ist<br />

nicht möglich, daß wir <strong>die</strong> beiden Titel trennen<br />

und sie verschiedenen Ressorts zuweisen. Wenn<br />

aber wie feststeht <strong>der</strong><br />

| M <strong>der</strong> Verwalter <strong>der</strong><br />

Güter war, so muß <strong>der</strong> hh-hw.t-'s.t se<strong>in</strong> Kollege<br />

o<strong>der</strong> Vorgesetzter se<strong>in</strong>. Ferner ergeben <strong>die</strong> Inschriften<br />

des Mhi, daß dem , Hauptgut' <strong>die</strong> Ezben<br />

des Gaues unterstanden; se<strong>in</strong> Titel ^ •°ra'<br />

[<br />

I 1 4; läßt sich nur so erklären ; ebenso s<strong>in</strong>d<br />

se<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>en entsprechenden Titel zu deuten,<br />

t®"^^-<br />

Endlich sei auf <strong>die</strong><br />

Stellen verwiesen, nach denen das ,<br />

Hauptgut",<br />

<strong>die</strong> Stelle ist, an <strong>die</strong> <strong>die</strong> Abgaben geliefert werden,<br />

wie Sawiet el Meit<strong>in</strong> L D II, 105, wo <strong>über</strong> den<br />

Leuten, <strong>die</strong> Jungtiere zum Gauvorsteher br<strong>in</strong>gen,<br />

steht<br />

flg^J^fcr^.<br />

Die hier vertretene Auffassung <strong>von</strong> <strong>der</strong> Bedeutimg<br />

des hv\t - '!.t <strong>in</strong> <strong>der</strong> Gauverwaltung erhält<br />

e<strong>in</strong>e Bestätigung durch <strong>die</strong> Tat.sache, daß <strong>die</strong><br />

gleiche E<strong>in</strong>richtung auch bei an<strong>der</strong>en Güterverwaltungen<br />

bestand. So <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e bei dem Wakf<br />

verstorbener Könige und König<strong>in</strong>nen; er ist <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er hn-.f zusammengefaßt, wie ..hir.t des Königs<br />

//»•" bei Mtn Urk. I, .,hio.t <strong>der</strong> König<strong>in</strong> Mrjsj'nh,<br />

bei Phrnfr (Maspero, fitudes eg. II, 248). An <strong>die</strong>sen<br />

hw.t waren Gutshofmeister angestellt, und <strong>die</strong><br />

Oberverwaltung lag <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand des hk' hw.t 'f.t.


doch<br />

^<br />

was<br />

'<br />

DiuTTKit Berk HT i'-nKR <strong>die</strong> ORAnrxoEX \vv dem Friedhof vox Giza. 97<br />

wie Phrnfr. eheud-a: (


I<br />

^<br />

Hermann Junker.<br />

und Weberei, sie unterstand dem j^<br />

man vergleiche hierzu <strong>die</strong> DarsteUungen auf <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür des X'n&, Vorbericht 1924 S. lUf. mit<br />

LDH 103.<br />

Die Gesamtheit <strong>der</strong> auf dem Gute beschäftigten<br />

Leute heißt wr.t, wie Urk. I, 145 <strong>von</strong> dem Acker<br />

<strong>der</strong> Totenstiftung<br />

„samt<br />

den Leuten me<strong>in</strong>er Totenstiftung", vergleiche ferner<br />

Annales III 256 ,,<br />

se<strong>in</strong>e hhw und se<strong>in</strong>e mr.t"<br />

oben S. 93. Die auf den Fel<strong>der</strong>n beschäftigten<br />

Männer werden zusammenfassend isw.t genannt :<br />

sie unterstehen e<strong>in</strong>em Reis, dem S^ J J<br />

|<br />

wie<br />

,<br />

Kaii'O 1531, Davies, Ptahhetep; sie werden genauer<br />

bezeichnet als <strong>die</strong> JNN Vn^ Vir Vir ^1<br />

,,Die Arbeitertruppe des Stiftungsgutes". Wir<br />

treffen sie beim Hacken. Pflügen und Ernten :<br />

ri<br />

..Das Hacken<br />

seitens se<strong>in</strong>er Leute se<strong>in</strong>es Stiftungsgutes" (LDH<br />

40); ebenso ski ebenda. In Davies, Schech Said<br />

pl. XVI sche<strong>in</strong>en Unterabteilungen <strong>der</strong> isw.t bestanden<br />

zu hallen; da steht e<strong>in</strong> ^^ 600 tjsic<br />

m\ ct^ ^1 neben e<strong>in</strong>em ;sh <strong>in</strong> | ^9^= ; ebendort<br />

erschienen, vielleicht zur Aushilfe, <strong>die</strong> ,, Diener<br />

^ ® T<br />

..Ernten des Spelts durch <strong>die</strong> hiii-w njswt".<br />

des Königs"<br />

^^f ^Jl^ü^^^<br />

Die Feldarbeiter<strong>in</strong>nen heißen div.t; wir treffen<br />

sie vor allem beim Worfeln des Getreides, wie<br />

Kshjf, Vorberieht 1913, Taf. VI. Über <strong>der</strong> Figur<br />

e<strong>in</strong>er Diener<strong>in</strong>, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>en Korb mit Gaben br<strong>in</strong>gt<br />

stellt Kairo 1636 ^^t^^""~^ ^ ..Diener<strong>in</strong><br />

se<strong>in</strong>es<br />

Stiftungsgntes".<br />

F. DIE SPEISUNG DES TOTEN.<br />

1. Die Opferlisten.<br />

Die wichtigste Zeremonie des Toten<strong>die</strong>nstes<br />

bleibt nach wie vor <strong>die</strong> Speisung des Grabherrn<br />

unter Hersagung des großen Verzeichnisses, das<br />

<strong>die</strong> Bestandteile des Mahles enthält. Der Vorgang<br />

ist <strong>in</strong> allen Kammern, <strong>der</strong>en Wände Reliefs<br />

tragen, an hervorragen<strong>der</strong> Stelle wie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Die Liste hat jetzt e<strong>in</strong>e endgültige Fassung erhalten,<br />

und nur im Falle des Njiwtnjr ist <strong>die</strong><br />

ältere Form beibehalten worden, aber nur weil<br />

sie aus e<strong>in</strong>er früheren Mastaba e<strong>in</strong>fach abgeschrieben<br />

wurde.<br />

(iiza II S. 71ff. wurde <strong>über</strong> das Zustandekommen<br />

<strong>der</strong> Speiseliste gehandelt und vor allem<br />

auf <strong>die</strong> verschiedenen Bestandteile h<strong>in</strong>gewiesen,<br />

aus denen sie erwachsen ist. Am deutlichsten<br />

hebt sich <strong>der</strong> Anfang, Nr. 1 — 12 ab; <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

äußeren Anordnung zeigt sich das klar im Falle<br />

des Whmk!. Hier werden <strong>über</strong> dem Speisetisch<br />

aiifgezählt :<br />

lO<br />

O c<br />

O<br />

O Q<br />

*I<br />

Über <strong>der</strong> ganzen Szene ist <strong>die</strong> Wand durch<br />

Leisten <strong>in</strong> drei waagerechte Streifen geteilt; <strong>in</strong><br />

dem unteren stehen l<strong>in</strong>ks Titel und Namen des<br />

(Jrab<strong>in</strong>habers und se<strong>in</strong>er ( Jemaiil<strong>in</strong>, rechts beg<strong>in</strong>nt<br />

<strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Opfer mit I<br />

o — l^^l —<br />

d. i. Nr. 16, 17. Deuthciier kann <strong>der</strong> große E<strong>in</strong>schnitt<br />

<strong>in</strong>nerhalb des Verzeichnisses nicht veranschaulicht<br />

werden.<br />

Ebenso wie <strong>der</strong> Anfang hebt sich auch das<br />

Ende <strong>von</strong> dem Hauptteil ab. Die Nr. 77 — 87,<br />

mit hnfn- beg<strong>in</strong>nend, f<strong>in</strong>den wir auf frühen Grabplatten<br />

gerne <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe des Opfertisches an<br />

gebracht (Giza II, S. 84).<br />

Sie gehören <strong>der</strong> älteren<br />

Schicht <strong>der</strong> Liste an und gerade aus il<strong>in</strong>en werden<br />

verliältnismäßig viele zia- Bildung <strong>von</strong> Namen<br />

<strong>der</strong> Stiftungsgüter verwendet; siehe oben S. 84.<br />

Mit dem Auftreten <strong>der</strong> letzten Fassung <strong>der</strong><br />

leiste ersche<strong>in</strong>en am Schluß e<strong>in</strong>ige weitere Nummern,<br />

<strong>die</strong> mit den vorhergehenden <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>er<br />

organischen Verb<strong>in</strong>dung stehen. Sie reihen sich<br />

nicht <strong>in</strong> <strong>die</strong> Speisefolge e<strong>in</strong> und bezeichnen zum<br />

großen Teil, wie unten unter 2. dargelegt wird,<br />

bestimmte Riten, <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> feierlichen Speisung<br />

des Verstorbenen vollzogen wurden.<br />

Es folgen nun zum Zwecke des Vergleichs<br />

<strong>die</strong> Verzeichnisse aus den e<strong>in</strong>zelnen hier beschriebenen<br />

Mastabas.<br />

Zuerst Nj-iwlnfr mit <strong>der</strong><br />

altertümlichen Fassung, dann Kij mit e<strong>in</strong>em abweichenden<br />

Schluß, <strong>der</strong> ebenfalls älteren Zusammenstellungen<br />

entnommen ist, endlich <strong>die</strong><br />

Vertreter <strong>der</strong> neuen Form: Kmjnjswl II und


Dritter Herfcht üher <strong>die</strong> CiRAiuxcEN wv dem FRiEniiOF vox Oiza. 9!I<br />

^hnnjr III. bei dem .sich das Verzeichnis zwei- daß <strong>die</strong> Übere<strong>in</strong>stimmungen und Abweichungen<br />

mal, auf <strong>der</strong> West- und Ost wand, f<strong>in</strong>det. Jedem sofort ersichtlich s<strong>in</strong>d. Weitere Bemerkungen<br />

Bestandteil wird wie Giza II S. Soff, <strong>die</strong> für <strong>die</strong> werden <strong>in</strong> <strong>der</strong> E<strong>in</strong>zelbeschreibung <strong>der</strong> Mastabasge-<br />

Xormalliste verwendete Nummer beigefügt, so geben, doch wird <strong>der</strong> Text dort nicht wie<strong>der</strong>holt.<br />

1. NjAirtnfr.<br />

I|s (44) _ 17 (32) - ^-^ u -<br />

o^ö - ?- (-) - Tj^ (-)<br />

J><br />

ö _ ^n _ -^^ö _ ^ _ ^i(38)-§i- Z:/^^- \rZ± (14.27)-<br />

töö (-) - PIT


I<br />

I -CJ^i<br />

100 Hermann Junker.<br />

_- n D y^^ MM (49) % ^^^^ [liber den 3 folgenden Nr.] (50) Q<br />

c=p§(52) — ?<br />

A '^-=^ ^ ^ (53—54) - - P<br />

^=^ (55)<br />

-<br />

^^"^^<br />

"*~<br />

^ (51)-- 11<br />

(56) - ""^(^ (57) —<br />

p ,.,8) _ =«£*(.«, - °~i(60) - "^ ;• ^ II (61) - i'-^n<br />

'"-> --<br />

k<br />

~S^r,«- ^-00 I"'- Aon""- flTn\n


Dritter <strong>Bericht</strong> riiER <strong>die</strong> (jRAnrNOEX at^f dem Friedhof <strong>von</strong> GizA. 101<br />

^nf (47) -^^-s' m - p°«. - ,«) - ^s^ (50) --<br />

i-i (M, -<br />

;;^<br />

l^i m- ir,<br />

- ^5^n '-'- ^^n - - tili w- PS»<br />

'<br />

.iiiiiii -ipiiii -pnriii -IUI -p=ii<br />

I<br />

'(ek?<br />

I<br />

"""-fllu<br />

I<br />

- ^S<br />

I "" II<br />

IT<br />

"iiiiiii :^^<br />

I<br />

^s<br />

1<br />

-<br />

IT<br />

II<br />

''" ""<br />

J>n ""<br />

:z.M


"^n<br />

1<br />

102 Hermann Junker.<br />

"=^ ° (34) _ Do (35) _ ^='[\ ^ (36) _ c.f (37) — ^ ^ (38) —<br />

D^iiii ^ > ^^iiii ^ ^ vww>l nil ^ ' =iiiii ^ ' ^u=_iiii<br />

Inciiiii MtM ^$m =iiiii K.=^iiii<br />

Mij;;?,;;, - 4k),;^, - iiiiiiiiiii -<br />

nil nil [=1 '<br />

-.^si I e<br />

'<br />

< T<br />

I<br />

f-^«) - P


DkITTKR BkKKIIT i'HEU DIE GkAHIXOE-V auf DEM FRIEDHOF VOX GlZA. 103<br />

2. Die ()|»f<br />

wie <strong>von</strong> <strong>der</strong> ersten Figur <strong>der</strong> ( !ruppe 4 zu trennen<br />

ist.<br />

Der I'riester hält <strong>die</strong> Hände zu o<strong>in</strong>eni Napf.<br />

'<br />

Die \v


104 Hermann Junker.<br />

Kügelchen" ; hd ist hier und <strong>in</strong> ähnlichen Fällen<br />

als selbstverständlich ausgelassen worden.<br />

Zu 1. Die Richtigkeit <strong>der</strong> Behauptung ergibt<br />

sich ohne weiteres aus <strong>der</strong> Darstellung selbst.<br />

Wenn es sich darum handelte, den Ritus <strong>der</strong><br />

Re<strong>in</strong>igung durch Natronwasser darzustellen, so<br />

konnte <strong>der</strong> Vorgang <strong>in</strong> verschiedenen Phasen<br />

wie<strong>der</strong>gegeben werden. Bei '/nr (siehe oben)<br />

kniet e<strong>in</strong> Priester und hält den Napf mit Natron<br />

(rdj.t bd), dah<strong>in</strong>ter steht e<strong>in</strong> zweiter, den Wasserkrug<br />

zum Ausgießen bereithaltend. In an<strong>der</strong>en<br />

Krug fließt.<br />

Fällen ist <strong>der</strong> Fortschritt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Handlung dadurch<br />

angegeben, daß das Wasser schon aus dem<br />

Beidemal aber kommt <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>gabe<br />

des Natron zu kurz, wir erkennen se<strong>in</strong> Vorhandense<strong>in</strong><br />

nur aus <strong>der</strong> Beischrift. Der Künstler<br />

des Kir hat dagegen den Augenblick festgehalten.<br />

<strong>in</strong> dem <strong>der</strong> Hockende, nach dem er e<strong>in</strong>es <strong>der</strong><br />

beiden Natronkügelchen <strong>in</strong> den Napf gelegt hat,<br />

das zweite <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand hält, um es <strong>in</strong> das Wasser<br />

zu werfen, das se<strong>in</strong> Kollege ausgegossen hat. Wir<br />

verstehen nun auch <strong>die</strong> Abbildung <strong>die</strong> loa rechts<br />

gegeben ist und aus e<strong>in</strong>er Schreibung <strong>von</strong> y^'<br />

Kairo 1758 stammt ;<br />

hier hegen <strong>die</strong> beiden Natronkügelchen<br />

auf <strong>der</strong> Erde und <strong>über</strong> sie gießt <strong>der</strong><br />

Vollstrecker des Ritus das Wasser aus.<br />

Zu 2. Daß das so hergerichtete Natronwasser<br />

zur kultischen Re<strong>in</strong>igung beim Tüten<strong>die</strong>nst <strong>die</strong>nte,<br />

ergibt sich mit Sicherheit aus <strong>der</strong> Stellung <strong>der</strong><br />

Zeremonie <strong>in</strong>nerhalb des Ritus, nicht mir an<br />

unseren Stellen, son<strong>der</strong>n auch<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> üpferliste;<br />

siehe unter an<strong>der</strong>em Giza II, S. 81. Der rituelle<br />

Vorgang ist aber dem täglichen Leben entnommen .<br />

und wir können aus dem oben Gesagten schließen,<br />

daß <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat das Natronwasser <strong>von</strong> den alten<br />

Ägyptern zur Waschung und Re<strong>in</strong>igung verwendet<br />

wurde. Ich habe ke<strong>in</strong>e ausführliche Darstellung<br />

<strong>über</strong> <strong>die</strong> Wirkungen <strong>von</strong> gelöstem Natron ünden<br />

können, aber <strong>die</strong> Tatsache, daß unsere Seifen<br />

neben Fett als wesentlichsten Bestandteil Natronlauge<br />

enthalten, zeigt zur' Genüge <strong>die</strong> Wii'ksamkeit<br />

des altägyptischen Waschmittels. i)<br />

Zu 3.<br />

Die Behauptung, daß S? auch Wassertropfen<br />

bedeute, gründet sicli nur auf <strong>die</strong> Ver"<br />

b<strong>in</strong>dungPÖi^; siehe Wb. 5, H4rl : ,,a: Tropfen:<br />

belegt seit Pyr. <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferliste <strong>in</strong> <strong>der</strong> Verb<strong>in</strong>dung:<br />

zwei Tropfen kühlen Wassers" sonst ist<br />

'<br />

Nach Mitteilung <strong>von</strong> M. cl Amir Effendi w<strong>in</strong>)<br />

Natron <strong>in</strong> Oberägypten heute noeli zum Waschen <strong>von</strong><br />

Klei<strong>der</strong>n benutzt.<br />

/.•<br />

nur als Kügelchen <strong>von</strong> Natron und Weihrauch,<br />

als Korn <strong>von</strong> Getreide und als Perle bekannt.<br />

Nun genügt Abb. 10 a schon alle<strong>in</strong>, um <strong>die</strong>ser<br />

Auslegung <strong>die</strong> Grundlage zu entziehen; <strong>in</strong> dem<br />

Beispiel aus ly-r hält <strong>der</strong> Priester e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> beiden<br />

/ <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand, und Kairo 1758 liegen <strong>die</strong> beiden<br />

/ am Boden, während aus dem Krug nicht zwei<br />

Tropfen fallen, son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong> Wasserstrahl sich ergießt.<br />

In <strong>der</strong> Opferliste w ird ^ mit ^ determ<strong>in</strong>iert,<br />

was nur zwei Kügelchen <strong>über</strong> e<strong>in</strong>em Napf<br />

mit Wa.sser bedeuten kann; bei Dbhnj steht<br />

y^Y' '^^®^ ^^^ J^*"'*^<br />

Deutung als Tropfen<br />

immöglich.<br />

E<strong>in</strong> zw<strong>in</strong>gen<strong>der</strong> Beweis für <strong>die</strong> Richtigkeit<br />

<strong>der</strong> hier vertretenen Auffassung ergibt sich ferner<br />

aus <strong>der</strong> Tatsache, daß kbh tj 2 <strong>in</strong> den Opferlisten<br />

an <strong>der</strong> Stelle steht, an <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e und zumeist<br />

ältei'e Verzeichni.sse hbh bd h 2 o<strong>der</strong> ähnlich zeigen ;<br />

.siehe Giza II S .83—84, 86 und Whmk.- oben S.98;<br />

man vergleiche auch Fyr. 23.<br />

S..^<br />

wechseln.<br />

wo<br />

und<br />

In den älteren Texten wird übrigens meist<br />

e<strong>in</strong>e stärkere Mischung angegeben, bis zu acht<br />

Kügelchen. Später hat man an den gleichen<br />

Stellen <strong>die</strong> Natronkügelchen e<strong>in</strong>fach als bezeichnet<br />

und /;cZ als selbstverständlich ausgelassen.<br />

Mit dem Naciiweis aber, daß hier e<strong>in</strong>e gekürzte<br />

Schreibung vorliegt ist <strong>die</strong> Übersetzung =<br />

/.-<br />

..Wassertropfen"' h<strong>in</strong>fällig geworden.<br />

Die Nummern 2 — 4 gehören eng zusammen;<br />

sie betreffen <strong>die</strong> Wasserspende und geben verschiedene<br />

Formen <strong>der</strong>selben wie<strong>der</strong>. Es handelt<br />

sich ursprünglich wohl um ganz verschiedene<br />

Zeremonien, später aber sche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong>e re<strong>in</strong>liche<br />

Scheidung nicht mehr möglich zu se<strong>in</strong>.<br />

Nr. 2 stellt den Priester dar, <strong>der</strong> aus e<strong>in</strong>er<br />

y -Flasche Wasser ausgießt; im Falle des 'Irw<br />

hält er e<strong>in</strong>en nnd.t-Kvug;<br />

beidemal steht als Beischrift<br />

A ^ ; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Mrrwks wird<br />

1<br />

'<br />

als weitere Erklärung h<strong>in</strong>zugefügt<br />

i \V<br />

=<br />

,, Re<strong>in</strong>igen".<br />

Die Figur des wasserspendenden Priesters ist<br />

uns aus früheren Gräbern geläufig, es sei nur auf<br />

Giza II, Abb. 18, 28, 29 verwiesen, wo sie bei <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür angebracht ist; Beischriften s<strong>in</strong>d hier<br />

.sehr selten; im Falle des H'fhu'/iv (Boston<br />

Bullet<strong>in</strong> XXII, 2, Fig. 2) trägt e<strong>in</strong> Priester e<strong>in</strong>e


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof <strong>von</strong> Giza. 105<br />

Al.l.. I... Dir vorHchiodenen Zeremonien vor dem SpeisotiNcli im Hpatn-.-n Alten Reich.


. . . De<strong>in</strong><br />

106 Hermann Junkek.<br />

Abb. 10 a) Die Zeremonie ties rdj-t kbhw U 2, l<strong>in</strong>ks ans Kii\ reclits Kairo 17;)8.<br />

A.s-Flasclie <strong>in</strong> <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Hand, <strong>in</strong> <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en<br />

e<strong>in</strong>en Wassere<strong>in</strong>ier, dabei steht i.\ [Q • Auf<br />

<strong>der</strong><br />

Süd- Sche<strong>in</strong>tür des Njswtnfr gießt <strong>der</strong> Vorstelicr<br />

<strong>der</strong> Totenpriester Wasser aus <strong>der</strong> V ; <strong>die</strong> Zerenionie<br />

wird als A aa^a^a "V^<br />

,, Spenden des<br />

Wassers <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung" bezeichnet; (hmn vergleiche<br />

man auf <strong>der</strong> Grabplatte des Nfrt (Giza II<br />

S. 83) 1"^^^ parallel ^_ij^[1^.<br />

Nr. 3 ist ganz e<strong>in</strong>deutig; es werden Waschschüssel<br />

und Wasserkrug herlieigebracht. so wie<br />

heute TiM und Ibril: zmn Waschen <strong>der</strong> Hände<br />

vor und nach <strong>der</strong> Mahlzeit. Ausnahmsweise wird<br />

<strong>die</strong> Überreichung des Waschgerätes schon früher<br />

bei <strong>der</strong> Speisetischszene dargestellt, wie i)ei<br />

Kmjnjswt (Giza II Abb.. 15); bei Nfr hat <strong>der</strong><br />

Priester den Napf <strong>in</strong> <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e, den Krug <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

an<strong>der</strong>e Hand genommen (Cajjart. Memphis Fig.<br />

344), und auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür des H'fhivfw ist <strong>der</strong><br />

Vorgang des Ausgießens dargestellt (Boston Bullet<strong>in</strong><br />

XXXII, 2, Fig. 2), als Beischrift steht hier<br />

A ^ wj-^ . Der gleichen Beischrift aber begegneten<br />

wir oben bei Nr. 2 <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Njswtnfr,<br />

mit dem Zusatz cs^jj T^. Es muß daher mit<br />

e<strong>in</strong>em Ine<strong>in</strong>an<strong>der</strong>fließen <strong>der</strong> Riten gerechnet<br />

werden.<br />

In <strong>die</strong>sem Zusammenhang ver<strong>die</strong>nt Beachtung,<br />

daß <strong>in</strong> den älteren S[)eiselisten als Nr. 27<br />

oft ersche<strong>in</strong>t, gefolyft <strong>von</strong><br />

r<br />

den jüngeren Fassungen dagegen<br />

dessen i-egelmäßig w/v^^<br />

. Da<br />

ü ,<br />

II<br />

teht<br />

ni<br />

statt<br />

aber an<strong>der</strong>erseits<br />

gerade <strong>in</strong> frühen (Jräbern <strong>die</strong> beiden Riten 2 und<br />

3 getrennt aufgeführt werden, wie bei H'fhwfiv,<br />

K<strong>in</strong>jnjswt und an<strong>der</strong>en, so können nicht e<strong>in</strong>fach<br />

verschiedene Fassungen vorliegen. Es muß wohl<br />

so se<strong>in</strong>, daß Nr. 3 für <strong>die</strong> Handwaschung bestimmt<br />

war, während Nr. 2 für alle übrigen<br />

rituellen Re<strong>in</strong>igungen galt, <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e auch<br />

für <strong>die</strong> Fälle, bei denen noch Natron verwendet<br />

wurde, wie Nr. 14 <strong>der</strong> OpferlLste:<br />

Re<strong>in</strong>igung nach <strong>der</strong> Räucherung.<br />

^y"^^,<br />

<strong>die</strong><br />

Bei den Zeremonien kommt <strong>die</strong> Wasserspende<br />

für <strong>die</strong> Re<strong>in</strong>igung, vor allem als Vorbereitung<br />

zum Mahle, <strong>in</strong> Frage^; man vergleiche<br />

dazu aus den Pyramidentexten unter an<strong>der</strong>em<br />

Spruch 459f. : ,,Nimm dir <strong>die</strong>s de<strong>in</strong> re<strong>in</strong>es Wasser<br />

Wasser ist aus Elefant<strong>in</strong>e, de<strong>in</strong> Natron<br />

(hd) aus 'Irw, de<strong>in</strong> Natron (hsmn) aus Oxyrhynchos,<br />

de<strong>in</strong> Weihrauch aus Nubien". Dann<br />

folgt <strong>die</strong> Auffor<strong>der</strong>ung, sich nie<strong>der</strong>zusetzen und<br />

sich an den Speisen gütlich zu tun. Es ist <strong>die</strong><br />

' Reisaer <strong>in</strong> Boston Bnllet<strong>in</strong> XXXIJ, iS 'In one<br />

case he is actually pour<strong>in</strong>g the water over the iif;lit l<strong>in</strong>nd<br />

lield out over the bas<strong>in</strong> by the chief figure".


(C


108 Hermann Junker.<br />

So läßt sich e<strong>in</strong>e Ziiwei-sung e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> <strong>in</strong> Fi-age<br />

stehenden Zeremonien <strong>der</strong> Wasserspenden zu dem<br />

5./ am Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong> Opferliste (Giza II S. 85) nicht<br />

vornehmen; es sei aber noch erwähnt, daß audi<br />

5.-^ sich wohl nur auf <strong>die</strong> Re<strong>in</strong>igung beziehen kann,<br />

da Räuchern und Salben folgt.<br />

Die häufige Verb<strong>in</strong>dung <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung durch<br />

Natron mit <strong>der</strong> Wasserspende, läßt es möglich ersche<strong>in</strong>en,<br />

daß <strong>in</strong> <strong>der</strong> Gruppe 4 <strong>der</strong> Ritus vollzogen<br />

wird, <strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferliste als Nr. 14a —<br />

und Nr. 27 — 28 auftritt; siehe auch das zu oben,<br />

Figur 1 Gesagte.<br />

Nr. 5 ist aus den früheren Darstellungen vor<br />

dem Speisetisch <strong>über</strong>nommen, ersche<strong>in</strong>t aber nur<br />

selten neben den neuen Riten, auch kniet <strong>der</strong><br />

Priester jetzt, hockt nicht wie auf den alten<br />

Bil<strong>der</strong>n, man vergleiche etwa H^fhicfw (Boston<br />

Bullet<strong>in</strong> XXXII, 2 Fig. 2),.S'.s;/A^/j(GizaII, Abb.:33)<br />

mit Kmjnjswt II s. i<strong>in</strong>ten. und Hniv (S. Hassan,<br />

Excav. I, Fig. 185).<br />

Nr. 6 stellt e<strong>in</strong>en knieenden Priester dar, <strong>der</strong><br />

se<strong>in</strong>e beiden Hände <strong>über</strong> e<strong>in</strong>en Kasten hält. Der<br />

Kasten zeigt <strong>in</strong> gut erhaltenen Beispielen e<strong>in</strong>en<br />

Unterteil mit senkrechten Striclien und e<strong>in</strong>en<br />

<strong>über</strong>greifenden Deckel. Es gilt zunächst, <strong>die</strong> Bedeutung<br />

<strong>die</strong>ses Behälters festzustellen; <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Kammer des Ssühtp .s<strong>in</strong>d auf dem südlichen<br />

Gewände des E<strong>in</strong>gangs und atif dem Südpfosten<br />

<strong>der</strong> Hauptsche<strong>in</strong>tür Diener dargestellt, <strong>die</strong> Kasten<br />

<strong>der</strong> beschriebenen Art tragen \<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en Hand e<strong>in</strong>e Papyi'usrolle halten (Giza II<br />

Abb. 27 und 28); das beweist <strong>die</strong> Be.stimnnuig für<br />

e<strong>in</strong>en beson<strong>der</strong>en Ritus. >)<br />

Dieser wird uns durch<br />

<strong>die</strong> verschiedenen Beischriften erklärt.<br />

i ycirjO U wdb = ,,<br />

Zuweisen des Opfers" ist<br />

<strong>der</strong> Titel <strong>der</strong> Zeremonie bei R'wr II (LDH 84);<br />

im Grabe des Mrnrk; B 5 steht als Überschrift<br />

richtet wird und als Opfer dargebracht werden<br />

Brothälften, Kuchen, Bier usw. und daß alle<br />

<strong>die</strong>se Gaben <strong>in</strong> dem Kasten enthalten s<strong>in</strong>d, <strong>über</strong><br />

den <strong>der</strong> kniende Priester se<strong>in</strong>e Hände hält.<br />

Damit aber ist klar, daß e<strong>in</strong> zeremonielles Opfer<br />

vorliegt, nicht e<strong>in</strong>e Speisung <strong>der</strong> Art, wie sie <strong>in</strong><br />

den Reliefs <strong>der</strong> Kammern dargestellt ist, mit<br />

e<strong>in</strong>er Fülle <strong>von</strong> reich bemessenen Gerichten. Es<br />

wird ke<strong>in</strong> Zufall se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> Zeremonie erst<br />

so spät im Alten Reich wiedei'gegeben wird,<br />

das<br />

Symbolische im Toten<strong>die</strong>nst verdrängt das<br />

Wirkliche erst allmählich. Damit sei nicht behauptet,<br />

daß es nicht schon früher e<strong>in</strong>e große<br />

Rolle spielte; das be\veisen schon <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en<br />

Sche<strong>in</strong>vasen <strong>in</strong> den Grabkammern <strong>der</strong> frühen<br />

4. Dynastie. Aber <strong>in</strong> den Reliefs wird zunächst<br />

das Wirkliche — wenn auch zum großen Teil<br />

als W\<strong>in</strong>schbild — betont.<br />

Man hat <strong>in</strong> unserem Falle, wie es sche<strong>in</strong>t, <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er geschlossenen Kiste all das vere<strong>in</strong>t, was bei<br />

e<strong>in</strong>em Totenopfer als notwendig galt: Brot,<br />

Kuchen, Bier, Fleisch, süße Früchte, <strong>von</strong> allem<br />

mir e<strong>in</strong>e Probe. Die Kiste wurde zur Kammer<br />

gebracht, an <strong>der</strong> Opferstelle nie<strong>der</strong>gestellt und<br />

<strong>der</strong> Totenpriester <strong>über</strong>wies sie dem Grabherrn<br />

durch das Auflegen <strong>der</strong> Hände. i) Das war aber<br />

wohl mir <strong>der</strong> Anfang <strong>der</strong> Zeremonie. Die Gaben<br />

wird man dann e<strong>in</strong>zeln herausgenommen und<br />

luiter Sprüchen auf e<strong>in</strong>en Opfertisch gelegt haben,<br />

siehe Figiu' 7 und 8.<br />

Nun f<strong>in</strong>det auch das Auftreten des Kastens<br />

an an<strong>der</strong>en Stellen se<strong>in</strong>e Erklärung. Wenn so<br />

Pyr. Spruch l!t!» am Ende ^^l'^^^n^p steht,<br />

so wissen wir jetzt, daß <strong>die</strong> Verrichtung <strong>der</strong><br />

ZeremonieNr. 6geme<strong>in</strong>tist; e<strong>in</strong>eähnliche Bezeichnung<br />

f<strong>in</strong>det sich ja auch LD 11 84. Weiterh<strong>in</strong><br />

verstehen wir <strong>die</strong> Verwendung <strong>von</strong> Lj—j-l als<br />

Deutezeichen h<strong>in</strong>ter Totenfesten, wie ^ L|—jJ ;<br />

ZD.<br />

Danmter werden<br />

,<br />

Rundbrote<br />

aufgezählt <strong>die</strong><br />

Bier, ih.t bnr.t<br />

& & &<br />

und an<strong>der</strong>e Gerichte am Schluß steht dann<br />

mehrmals wie<strong>der</strong> <strong>der</strong> Kasten LqJ als Hieroglyphe.<br />

Die Erklärung, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Beischrift dem Bilde gibt,<br />

will besagen, daß <strong>die</strong> htp-dj-njsivt-ZevQmon\e\ev-<br />

es soll zum Ausdruck kommen, daß an <strong>die</strong>sen<br />

Tagen e<strong>in</strong>e feierliche Speisung stattf<strong>in</strong>de, mit<br />

Gaben wie sie <strong>der</strong> Opferkasten enthält.<br />

Bei den Festangaben wechselt das Deutezeichen<br />

LqJ mit [^ und [q] ,<br />

(.siehe Giza II S. 60 — 01).<br />

Das führt uns zu e<strong>in</strong>er<br />

') Das Herbeibr<strong>in</strong>gen des Opferka-stens f<strong>in</strong>det .sich<br />

auch im Grab de.s ähmki— Ste<strong>in</strong>dorf f, Kunst <strong>der</strong> Ägypter<br />

S. 196 und M. M. C 2 S. 155, beidemal ebenfalls auf dem<br />

Türgewändc.<br />

^) Man vergleiche, wie <strong>in</strong> Davics- Gard<strong>in</strong>er, Antefoker<br />

pl. XVIII bei <strong>der</strong> Zeremonie des wdn htp -ntr <strong>der</strong><br />

Priester stehend tue Hände <strong>über</strong> den Opfertisch hält,<br />

auf dem e<strong>in</strong> Ochscusohenkel liegt.


DiuTTKR <strong>Bericht</strong> i'liER <strong>die</strong> CJrahi'xgex atf dem FRiEniioF vox (iiZA. lOil<br />

anfielen X'ervvendung de.s Kastens, als Deutezeichen<br />

bei hnk.t. Unter l<strong>in</strong>k verstand man<br />

zunächst das Darreichen <strong>von</strong> Trankspenden, wie<br />

aus dem Wortzeichen hervorgeht: Murray. Saqqara<br />

Mastabas pl. XXI s<strong>in</strong>d zwei hockende irij-<br />

Priester vor dem Speiseverzeichnis abgebildet,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> l)eiden Händen Q -Vasen halten, <strong>über</strong><br />

ihnen steht jedesmal 8 ^WA^ '^Ci. Hiik.t<br />

wurde aber dann auch allgeme<strong>in</strong> für ,, Opferspende'"<br />

verwendet, zu <strong>der</strong> neben den Getränken<br />

auch Speisen, beson<strong>der</strong>s R<strong>in</strong><strong>der</strong>keule und Gänsebraten<br />

gehörten (siehe auch unten S. 113), und so<br />

fügte man den Ojjferkasten als Deiitezeichen<br />

h<strong>in</strong>zu.<br />

[q] kann übrigens <strong>in</strong> doppelter Weise erklärt<br />

werden: entwe<strong>der</strong> sollen <strong>die</strong> Krüge <strong>die</strong><br />

Trankspende bezeichnen (statt ) und <strong>der</strong><br />

ö ö r;<br />

Kasten <strong>die</strong> Speiseopfer — o<strong>der</strong> es soll angedeutet<br />

werden, daß <strong>der</strong> Kasten auch das 'I'rankopfer<br />

enthalte, etwa wie<br />

mit Körnern gefüllt ist.<br />

r^^ angibt, daß <strong>die</strong> O-Vase<br />

Die durch Figur ß wie<strong>der</strong>gegebene Zeremonie<br />

erhält übrigens im Grabe des Mrrirki<br />

mehrfach <strong>die</strong> Beischrift<br />

'T<br />

,,das Zerbrechen<br />

<strong>der</strong> roten Krüge'' an erster Stelle; es<br />

folgen giw. Kuchen, Fleisch, Bier und an<strong>der</strong>e (iahen,<br />

wie sie <strong>in</strong> den gleichen Szenen im .selben<br />

(!rab nach <strong>der</strong> Haupt<strong>über</strong>schrift htp dj njiwt<br />

ii-dn ih.l stehen. Es ist somit das M dSr.wt aufs<br />

engste mit <strong>der</strong> Zeremonie <strong>der</strong> Überweisung des<br />

Opferkastens verbunden'.<br />

Nr. 7 ist nur selten belegt ; es wird wie<strong>der</strong>gegeben,<br />

wie <strong>der</strong> Priester den SpeLsetisch vor dem<br />

(Jrabe nie<strong>der</strong>gestellt hat und se<strong>in</strong>e Hände <strong>über</strong><br />

ihn hält. Die Zeremonie dürfte <strong>der</strong> Nr. 15 <strong>der</strong><br />

Spei.seliste entsprechen = ^l^^'^T''<br />

«'t^"'!«'<br />

Pyi'- Spruch 82. Bei Kir sche<strong>in</strong>t <strong>der</strong> Ritus <strong>die</strong><br />

Überreiclnmg des Opferkastens zu ersetzen, und<br />

Quibell, Saqqara 1. c. pl. XIX beg<strong>in</strong>nt flic Beischrift<br />

mit gsir wie bei Nr.


,,Verklären<br />

110 Hermann Jt*nkek.<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, <strong>die</strong> zeigen, wie hier Lebensmittel<br />

je<strong>der</strong> Art <strong>über</strong>wiesen wurden; M. M. D. 19:<br />

„Vorsteher <strong>der</strong> beiden s.t-dfi, Vorsteher <strong>der</strong> s.trt<br />

<strong>der</strong> Opfer und Speisen, Vorsteher <strong>der</strong> Leiter aller<br />

Schreiber <strong>in</strong> dem Hause hrj-irdb <strong>der</strong> Freien und<br />

Hörigen, Vorsteher <strong>der</strong> Verwaltung <strong>der</strong> Vogelfangplätze,<br />

Vorsteher <strong>der</strong> Schlachttiere (R<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

undGef\üge\).n)dw-rhj.f. hrj-irdh <strong>der</strong> rhj.t. Iirj-irclh<br />

des Lebenshau.ses".<br />

Man vergleiche dazu <strong>die</strong> Stelle aus Kees.<br />

Re-Heiligtum S. (5.<br />

Nun ist es nicht mehr <strong>der</strong> königliche Beamte<br />

<strong>der</strong> Opferzuweisungen, <strong>der</strong> selbst bei <strong>der</strong> Speisung<br />

des Verklärten auftritt, an se<strong>in</strong>e Stelle ist jetzt<br />

immer <strong>der</strong> hrj-hh getreten. Das sche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong><br />

Schritt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kichtx<strong>in</strong>g zu se<strong>in</strong>, <strong>die</strong> wir auch sonst<br />

bei den Totenopfern verfolgen können: das Verlassen<br />

<strong>der</strong> Wirklichkeit und das starke Auftreten<br />

des S<strong>in</strong>nbildlichen. Später wird das Hersagen<br />

alle<strong>in</strong> genügen, um den Verstorbenen <strong>in</strong> den Besitz<br />

alles des.sen zu setzen, dessen er im Jenseits<br />

zu se<strong>in</strong>em Unterhalt bedarf.<br />

Daß Nr. 14 nur e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Fassung <strong>der</strong><br />

gleichen Szene ist, geht schon aus ihrer Reihung<br />

hervor ;<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em unveröffentlicliten (irabe D <strong>der</strong><br />

Ste<strong>in</strong>dorff'schen Konzession kniet vor dem Speisetisch<br />

zuerst e<strong>in</strong> Priester, <strong>der</strong> den Opferkasten<br />

<strong>über</strong>weist^ es folgen zwei opfernde Priester, und<br />

den Beschluß bildet unsere Figur. Es ist aber<br />

gerade <strong>der</strong> Ausrufer fast immer h<strong>in</strong>ter den<br />

Opfernden wie<strong>der</strong>gegeben, wie Kmjnjswt ((liza IT<br />

Abb. 15), ,^sHhtp (ebenda Abb. 25 und 33), Njumtr<br />

(Vorbericht 1928 S. 1 75). Ähnlich ist <strong>die</strong> Reihung<br />

bei <strong>der</strong> Speisetischszene im Grab 2340 (Sdiv-<br />

Htj), hier kniet <strong>der</strong> Rufende h<strong>in</strong>ter den Priestern,<br />

<strong>die</strong> das Trankopfer spenden, ebenso bei Orab Hi<br />

= LD Erg. Taf. IV.<br />

Nr. 15 tritt erst gegen Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

bei <strong>der</strong> Spei.setischszene auf; es ist <strong>der</strong> Vorlesepriester,<br />

<strong>der</strong> mit })eideii Händen e<strong>in</strong>en Papyrus<br />

hält.<br />

fi /L !<br />

ersche<strong>in</strong>t<br />

Als Beischrift ersche<strong>in</strong>t meist<br />

durch e<strong>in</strong>en hrj-hh" ; als Variante<br />

Z^ l'?x<br />

'<br />

,,Das Lesen <strong>der</strong> Verklärungen"<br />

(f4emnikai II Taf. XXIX). 2)<br />

' In abweiohendei- Fa.ssi<strong>in</strong>g; er liält <strong>die</strong> Reelite<br />

<strong>über</strong> den Kasten, <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke Hanfl abei' ist e<strong>in</strong> wenig erhoben<br />

und nach oben gewendet.<br />

2) Vorgl. Kairo KiSO; <strong>in</strong> LD II 71 «//./ r ih-f neben<br />

nis dblt.t<br />

hlpw.<br />

Nr. 16 ist mit <strong>der</strong> Zeremonie verwandt, <strong>die</strong> <strong>in</strong><br />

den älteren Mastabas vom w/y'-Priester ausgeführt<br />

wird; siehe Giza II S. 62f. ; se<strong>in</strong>e Haltung ist sehr<br />

ähnlich, wenn auch nicht ganz <strong>die</strong> gleiche wie bei<br />

Nr. 16. Hier hockt <strong>der</strong> Priester, durch <strong>die</strong> Kleidung<br />

meist als hrj-hb gekennzeichnet, und hält<br />

<strong>die</strong> Faust gegen <strong>die</strong> Brust; den an<strong>der</strong>en Arm<br />

streckt er. ebenfalls mit geballter Hand, <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Höhe.<br />

In dem Grab des Gemnikai (ebenda) s<strong>in</strong>d<br />

drei Priester <strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen Haltung dargestellt,<br />

<strong>über</strong> ihnen steht H'^ ^ 4^ 1 |/I\J ; sie<br />

folgen unmittelbar Nr. 15. Die Verumständung<br />

ist <strong>die</strong> gleiche <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer des Mrrwk?. Wir<br />

dürfen daraus vielleicht entnehmen, daß <strong>der</strong><br />

stehende Vorlesepriestei' das Ritual hersagt,<br />

Mährend se<strong>in</strong>e hockenden Kollegen ihn als Chor<br />

begleiten o<strong>der</strong> best<strong>in</strong>mite Teile <strong>der</strong> vorgetragenen<br />

Sprüche wie<strong>der</strong>holen, wie e<strong>in</strong>en Refra<strong>in</strong>.<br />

In Giza<br />

ist <strong>die</strong> Zeremonie äußerst .selten; im Grab des<br />

Nfr, das im dritten Bande <strong>der</strong> Excavations <strong>von</strong><br />

Prof. S. Hassan veröffentlicht wird, hocken zwei<br />

§f<br />

ihnen.<br />

und <strong>der</strong> .Rufende' (Nr. 13) steht h<strong>in</strong>ter<br />

Nr. 17 hat <strong>die</strong> Beischrift H'^^'^^^; <strong>in</strong>j.t<br />

hätte bei <strong>der</strong> üblichen Übersetzung ,, Verwischen<br />

<strong>der</strong> Fußsp<strong>in</strong>en" <strong>die</strong> Bedeutung ..wegnehmen",<br />

<strong>die</strong> ja auch <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en Verb<strong>in</strong>dungen belegt ist;<br />

rd müßte ,, Fußspur" bedeuten, wofür wir ke<strong>in</strong>en<br />

sicheren Nachweis haben. Immerh<strong>in</strong> kann <strong>die</strong><br />

Richtigkeit <strong>der</strong> geläufigen Übersetzrmg <strong>von</strong><br />

<strong>in</strong>j.t rd kaum bezweifelt werden, da <strong>die</strong> bildliche<br />

Darstellung sie for<strong>der</strong>t : <strong>der</strong> Priester schreitet vom<br />

Speisetisch weg und läßt e<strong>in</strong>en besenartigen Gegenstand<br />

<strong>über</strong> den Boden schleifen; <strong>die</strong> freie<br />

Hand ist gesenkt o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> wenig gehoben, gelegentlich<br />

hält sie e<strong>in</strong>e Papyrusrolle.<br />

Schwieriger ist es. den S<strong>in</strong>n <strong>der</strong> Handlung zu<br />

erklären; im Tempelritual liegt ihr wohl <strong>der</strong> Geflanke<br />

zugrunde, daß jede Spur menschlicher Anwesenheit<br />

getilgt werden solle. Aber ob das <strong>die</strong><br />

ursprüngliche Bedeutung <strong>der</strong> Zeremonie war,<br />

stehe dah<strong>in</strong>.<br />

Die Darstellungen des Alten Reichs,<br />

<strong>von</strong> denen wir ausgehen müssen, lassen nicht e<strong>in</strong>mal<br />

mit Sicherheit erkennen, ob <strong>die</strong> Handlung<br />

vor o<strong>der</strong> nach <strong>der</strong> Speisung .stattfand. Aus <strong>der</strong><br />

Reihung <strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>iger Darstelhmgen könnte<br />

man schließen, daß es sich um e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>leitende<br />

Zeremonie handelte, man hätte dann das <strong>in</strong>-t rd<br />

vollzogen, um den Platz vor <strong>der</strong> Opferstelle <strong>von</strong><br />

allen Spuren zu säubern, ehe man <strong>die</strong> Speisen


wo<br />

Drittkh <strong>Bericht</strong> Cber <strong>die</strong> (jRvBrxoEX auf dkm Friedhof vox Giza. Ill<br />

nie<strong>der</strong>legte. V^ielleicht war <strong>der</strong> ursprüngliche<br />

S<strong>in</strong>n <strong>über</strong>haupt nur e<strong>in</strong> Fegen des Ortes, und <strong>die</strong>s<br />

wäre erst später als Verwischen <strong>der</strong> Spuren gedeutet<br />

worden, etwa damit ke<strong>in</strong> an<strong>der</strong>er an dem<br />

folgenden Mahle teilnehme. Die gleiche Deutung<br />

könnte freilich auch vorliegen, wenn man <strong>die</strong><br />

Zerenu)ni(> nacii dem Nie<strong>der</strong>legen <strong>der</strong> Speisen<br />

vollzog.<br />

Als F^<strong>in</strong>ieitung <strong>der</strong> Opferriten könnte iiij-l nl<br />

<strong>in</strong> (l(Mi Fallen ersehe<strong>in</strong>en, <strong>in</strong> denen Figur 17 vor<br />

den an<strong>der</strong>en Priestern dargestellt wird, wie hei<br />

Ksdw? (s. oben S. 57). SpssL;f'nh (S. Has.san.<br />

Excav. II, Fig. 27), R'wr II (LD II. 84) »nid<br />

Kijm'nh (s. oben S. 57). An<strong>der</strong>erseits steht <strong>der</strong><br />

Priester mit dem Besen bei Gemnikai (ebenda II.<br />

Taf. XXIX) <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte, bei A>/- (s. oben S. 57)<br />

und Mrrwki gegen Ende <strong>der</strong> Reihe, und <strong>in</strong> den<br />

Speiselisten wie Kairo 1491 und 1492 nimmt<br />

<strong>in</strong>.t rd den letzten Platz e<strong>in</strong>. Vielleicht ist <strong>die</strong><br />

Anbr<strong>in</strong>gung <strong>der</strong> Figur 17 ganz nahe dem Opfertisch<br />

dadurch zu erklären. dalJ <strong>der</strong> Priester ja<br />

gerade <strong>die</strong>sen Platz zu fegen hatte, sei es vor o<strong>der</strong><br />

nach <strong>der</strong> Zeremonie <strong>der</strong><br />

Speisung.<br />

b) D'ip Opfeniten <strong>in</strong> de?' Speiseliste.<br />

iici dei- Beschreibung <strong>der</strong> Darstellungen vor<br />

dem Opfertiscli wurde wie<strong>der</strong>holt auf ihre Verb<strong>in</strong>dung<br />

mit bestimmten Nummern <strong>der</strong> Speiseliste<br />

h<strong>in</strong>gewiesen. Bevor e<strong>in</strong>e (Jegen<strong>über</strong>stellung<br />

gegeben «ird. sollen e<strong>in</strong>ige Fragen geklärt werden,<br />

<strong>die</strong> den Schluß <strong>der</strong> Aufzählung <strong>der</strong> Opfer<br />

l)etreffen. Seit <strong>der</strong> Übernahme <strong>der</strong> endgültigen<br />

Fassung (Giza II S. 85ff.) ersche<strong>in</strong>en hier e<strong>in</strong>ige<br />

früher nicht belegte Nummern ; sie treten zwar<br />

nicht alle <strong>in</strong> je<strong>der</strong> Liste auf, aber aus dem Vergleich<br />

ergibt sich ungefähr folgendes Bild: das<br />

letzte E<strong>in</strong>zelgericht ist Xr. S7<br />

folgen dann :<br />

l\<br />

^"'k^Ä<br />

^T.<br />

?!?kaVn - ^<br />

,.Möge ihm e<strong>in</strong> Totenopfer gegeben<br />

werden aus dem Palast, — Ger.ste und<br />

Spelt aus den beiden Scheunen. — Klei<strong>der</strong> aus<br />

den beiden Schatzhäusern. — Öl aus den beiden<br />

Werkstätten, — w'h aus dem Haus <strong>der</strong> E<strong>in</strong>künfte,<br />

— alle süßen D<strong>in</strong>ge aiis dem pr-isd.'' Es<br />

kann sich bei pr-iM aber<br />

f<strong>in</strong>- Früchte handeln.<br />

nur um e<strong>in</strong>e Scheune<br />

Bei 89: = rnpw-t iih.l ist man geneigt an e<strong>in</strong>e<br />

ähnliche Zusammenfassung zu denken; es wird<br />

auch Wb. 2. S.4:35 rnpir.t mit dem Stamm rnp =<br />

,.giünen" verbunden und als Über.setzung gegeben.<br />

II. ,, Pflanzen und Früchte als Erzeugnisse<br />

des Gartens und Ackers". Die Deutezeichen<br />

weisen sche<strong>in</strong>bar <strong>in</strong> <strong>die</strong> gleiche Richtung:<br />

i^ 'jzii^ <strong>in</strong> Kmjnjswt II. 1 c^ ^z^ Kairo<br />

1418. Aber es machen sich gegen <strong>die</strong> Übersetzung<br />

große Bedenken geltend; Wb. wird angegeben:<br />

, .auch gebraucht . zugleich auch Tiere gebracht<br />

werden."' Ks läßt sich aber e<strong>in</strong>e solche Erweiterung<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Bedeutung nur schwer erklären,<br />

und CS sche<strong>in</strong>t sich <strong>der</strong> Nachweis erbr<strong>in</strong>gen zu<br />

lassen, daß das Wort gar nicht <strong>von</strong> rnp .grünen"<br />

son<strong>der</strong>n <strong>von</strong> .rnp.V Jahr abzuleiten i.st: An<br />

mehreren Stellen <strong>der</strong> Pvramidentexte ist <strong>von</strong> dem<br />

.Bodenhacken für den Spelt" und dem .PHügen<br />

für <strong>die</strong> Gerste" o<strong>der</strong> <strong>von</strong> .Dreschen <strong>der</strong> Gerste"<br />

und dem .Ernten des Spelts" <strong>die</strong> Rede, worauf<br />

jedesmal e<strong>in</strong>e Angabe <strong>über</strong> <strong>die</strong> Bestimmung <strong>von</strong><br />

Gerste und Spelt<br />

Pvr. Sethe ti57<br />

folgt:<br />

«8<br />

- »"<br />

i^.<br />

®*^ ^ * *<br />

91<br />

92<br />

iOO -<br />

94<br />

'ÖOÖ<br />

D<br />

93^^^<br />

''KZ:-<br />

Sv. 88 = ifi.l nli.l hiiiJ cnlhalt e<strong>in</strong>e Zusan<strong>in</strong>u-nfass<strong>in</strong>ig:<br />

<strong>die</strong>se dürfte sich aber nicht auf <strong>die</strong><br />

ganze Liste, son<strong>der</strong>n wohl mu- auf <strong>die</strong> letzte<br />

(irupjM'. <strong>die</strong> allerlei Früchte luMuit , erstrecken.<br />

Kairo I I.U (Stijnnifr) lautet <strong>der</strong> Wunsch für<br />

den riilci'lialt des \'erstorbenen :<br />

.Si®* • •<br />

1748<br />

1950<br />

874<br />

mmmHk<br />

ll^


112 Hermann Jt^ker.<br />

Aus <strong>der</strong> Zusammenstellung ergibt sich, daß<br />

Weizen und Gerste für <strong>die</strong> Opferfeste bestimmt<br />

se<strong>in</strong> sollen; als solche werden e<strong>in</strong>mal allgeme<strong>in</strong><br />

hbw genannt, wobei daran er<strong>in</strong>nert sei, daß am<br />

Schluß <strong>der</strong> Totengebete nach <strong>der</strong> Aufzählung <strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>zelnen Totenfeste zusammenfassend steht<br />

V\ ril^:z:7 ,,an jedem Feste". Im Beispiele ööS<br />

werden <strong>die</strong> Monats- und Halbmonatsfeste genannt,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> den Totengebeten nie fehlen (C4iza II<br />

S. 60f.). Wenn nun im gleichen Zusammenhang<br />

rnpw.t ersche<strong>in</strong>t, so kann nicht e<strong>in</strong> allgeme<strong>in</strong>es<br />

Wort wie Unterhalt' vorliegen (Wb. 2,<br />

, 435),<br />

son<strong>der</strong>n es muß entwe<strong>der</strong> allgeme<strong>in</strong> <strong>über</strong>setzt<br />

werden ,, [Opfer] de<strong>in</strong>er Feste im Jahre", entsprechend<br />

hbiv. o<strong>der</strong> es s<strong>in</strong>d bestimmte Feste des<br />

Jahres' geme<strong>in</strong>t, das wp-rnp.t und tpj-rnp.t. Für<br />

,<br />

<strong>die</strong>se Beschränkung auf <strong>die</strong> , Jahresfeste' spricht<br />

<strong>die</strong> Stelle Pyr. 1880: ,,Ich hacke dir <strong>die</strong> Erde für<br />

den Spelt und pflüge dir für <strong>die</strong> Gerste '' ~w>aa jO<br />

<strong>die</strong> Gerste für de<strong>in</strong> u»,'gr-Fest, und <strong>der</strong> Spelt für<br />

de<strong>in</strong>e ,Jahresfest()pfer'. Hier können sich nur bestimmte<br />

Totenfeste gegen<strong>über</strong>stehen; man vergleiche<br />

dazu, was Giza II S. 62 <strong>über</strong> wp rnp.t<br />

tpj-rnp.t und wsg gesagt ist.<br />

^Idwt pl. XX sitzt <strong>die</strong> Grabherr<strong>in</strong> l<strong>in</strong>ks auf<br />

e<strong>in</strong>em Sessel und vor ihr ist <strong>die</strong> Wand <strong>in</strong> mehrere<br />

Bildstreifen geteilt. Oben wird e<strong>in</strong>e un<strong>über</strong>sehbare<br />

Fülle <strong>von</strong> Speisen und Getränken wie<strong>der</strong>gegeben,<br />

ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gedrängt und aufe<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

getürmt. In zwei weiteren Reihen führen Hirten<br />

Wild <strong>der</strong> Wüste und Mastr<strong>in</strong><strong>der</strong> herbei. .Als Beischrift<br />

steht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er senkrechten Zeile:<br />

,,Das Anschauen <strong>der</strong> Geschenke und aller schönen<br />

rnpio.t, <strong>die</strong> ihr aus ihren Höfen und Gütern gebracht<br />

werden."<br />

Hier muß schon auffallen, daß rnpw.t verwendet<br />

wird, wo Pflanzen und Früchte <strong>über</strong>haupt<br />

ke<strong>in</strong>e Rolle spielen. Fernfer, daß rnpw.t nb.t den<br />

Zusatz nfr.t erhält, <strong>der</strong> bei <strong>der</strong> unterstellten Bedeutung<br />

gar nicht passen will. Die Lösung geben<br />

uns <strong>die</strong> Beischriften zu den e<strong>in</strong>zelnen Masttieren :<br />

bei dem ersten R<strong>in</strong>d steht ihp.t rn iw;. -^ ^ /wv/wa j ,<br />

bei dem zweiten ähnlich, bei dem dritten +><br />

^<br />

1 \ . Das<br />

ergibt nur e<strong>in</strong>en S<strong>in</strong>n, wenn<br />

man e<strong>in</strong>s bis zwei allgeme<strong>in</strong> faßt als ,, Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

e<strong>in</strong>es jungen Ochsen als Geschenk für <strong>die</strong><br />

Jahresfeste" und drei beson<strong>der</strong>s ..Geschenk für<br />

<strong>die</strong> Feier des Neujahres".<br />

In e<strong>in</strong>em <strong>über</strong> <strong>die</strong> ganze Wand laufenden unteren<br />

Streifen br<strong>in</strong>gen Diener R<strong>in</strong><strong>der</strong>keulen, Geflügel<br />

imd Speisen; anschließend s<strong>in</strong>d fünf<br />

Schlachtszenen dargestellt.<br />

Erläutert werden <strong>die</strong><br />

Darstellungen durch e<strong>in</strong> durchlaufendes waagerecht«<br />

Schr,ft,»„


.<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> i-rer niE ORABrxoEx auf dem Friedhof vox Giza. 113<br />

Lehrreich s<strong>in</strong>d auch <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dungen <strong>von</strong><br />

rnp.irf nh.t mit h.t und ih.l wie Mrncka A (i<br />

Südwand l^^.\a. ^{^YJT^^^^<br />

„Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> dem Besten aller Jahresfestopfer<br />

für se<strong>in</strong>en Ka'. hi.i = ..das Beste <strong>von</strong>'"<br />

paßt zu iiip.wt = „Grünes" garnicht, wohl aber<br />

zu den Speiseopfern, <strong>die</strong> zum Totenfestmahl gebracht<br />

zu werden pflegten (<strong>die</strong> Parallele hat<br />

I<br />

„Das Nie<strong>der</strong>legen <strong>von</strong> allen schönen Jahresfest-Opfergaben".<br />

Die Verb<strong>in</strong>dung mit ilj.t ist<br />

noch stärker beweisend: ih.t als „Mahl" wird<br />

gerade mit Ausdrücken verbunden, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e bestimmte<br />

Zeit angeben, wie L D II. 60; Erg. 41 :<br />

e<strong>in</strong> Ijrj-db'-R<strong>in</strong>d *^c iJolyc für <strong>die</strong> Morgen -<br />

mahlzeit. e<strong>in</strong> /»•-Ochse ^®M für das Nacht-<br />

mahl. vgl. Pyr. Tlfi. Murray; Saqq. Mast. XXI<br />

ist flasR<strong>in</strong>d ?* i/j.f 'hdir.t ..für das Monatsfestopfer'<br />

— und <strong>die</strong>sen Angalien ents])reehend steht unsei'<br />

ih.t rnpir.t —<br />

, .Opfer <strong>der</strong> Jahresfeste".<br />

Es wird übrigens rnp.iri <strong>von</strong> den Acgypte<strong>in</strong><br />

selbst <strong>in</strong> Zusammenhang mit rnp.t — ..Jahr"<br />

gebracht: Pyr. !»64f. ..Es kommt N. zu dir. o<br />

Herr des Himmels, es kommt N. zu dir. o Osiris.<br />

damit er de<strong>in</strong> Gesicht re<strong>in</strong>ige und dich mit dem<br />

göttlichen Gewand bekleide. .<br />

ä'<br />

*S^—<br />

Sothis, de<strong>in</strong>e geliebte Tochter.<br />

bereitet dir de<strong>in</strong>e Jahresfestopfer <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem ihrem<br />

Namen Rnp.l.- Es soll also Osiris zum Mahle<br />

gere<strong>in</strong>igt und mit dem Festgewand bekleidet<br />

werden (s. oben S. 106) vuid <strong>die</strong> Festopfer <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> (iött<strong>in</strong> erhalten, nach <strong>der</strong> <strong>die</strong> Festtage bestimmt<br />

werden. Der Zu.sammenhang i.st ganz<br />

klar luid nur dir Schreibung mit ^ ko<strong>in</strong>ite e<strong>in</strong><br />

Bedenken erregen, aber erstens ist sie nur bei<br />

N. erhalten, bei W. fehlt <strong>der</strong> Spruch <strong>über</strong>haupt,<br />

und dann fehlt das beanstatulete Deutezeii'hen<br />

bei rien übrigen Schi'cib<strong>in</strong>igen <strong>von</strong> nip.irl (Pyr.<br />

H74. 1 !>.)()). Un.ser Text leitet also /h/j.«7 „Jahresfestopfer<br />

<strong>von</strong> <strong>in</strong>p.t ,.Jahr" ab. Es liegt e<strong>in</strong>e<br />

NisbfMIdung vor. wiesle ähnlich <strong>von</strong> //' = Zeitabschnitt<br />

gebildet wird. Nach freundlicher Mitteilung<br />

<strong>von</strong> Dr. Spiegel <strong>über</strong>.setzte Sellic dcn'i'cxt<br />

-^ ,. Besichtigen <strong>der</strong> zu <strong>der</strong> Jahreszeit des Sommers<br />

und fler Jahreszeit des W<strong>in</strong>ters gehörenden<br />

D<strong>in</strong>ge: aller Arbeiten, <strong>die</strong> auf dem Felde verrichtet<br />

werden", itr-ir s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> zu den Jahreszeiten<br />

gehörigen Verrichtungen (Wd. I. 147, 7 — 8).<br />

wie rnp.irt <strong>die</strong> zu bestimmten Zeiten des Jahres<br />

dargebrachten Festopfer. Wir müssen also Wb.<br />

II, 435 <strong>die</strong> verschiedenen rnp.irt trennen — zu<br />

rnp.wt ,, Jahresopfer" gehören 1 und 5— 8, zu rnpj<br />

,,grünen" <strong>der</strong> Rest.<br />

""'"'<br />

Es folgt als Nr. 90 ^<br />

§<br />

hnl-.t. Wie<br />

A>—ta i<br />

oben S. 109 bemerkt wurde, bedeutete es ursprünglich<br />

<strong>die</strong> ..Trankspende" und <strong>in</strong> den späten Opferlisten,<br />

<strong>die</strong> bei je<strong>der</strong> Nummer e<strong>in</strong>en Diener mit <strong>der</strong><br />

betreffenden Gabe zeigen, ersche<strong>in</strong>t bei Nr. 90<br />

<strong>der</strong> Kniende mit e<strong>in</strong>er o Vase, wie 'Idivt, 1. c.<br />

pl. XVIII. In Wirklichkeit aber war hnk.t unterdessen<br />

e<strong>in</strong> Wort für .Opfer' geworden, für e<strong>in</strong> vollständiges<br />

Opfer, zu dem außer den Getränken<br />

auch Speisen aller Art gehörten, als Deutezeichen<br />

tritt früh <strong>der</strong> oben beschriebene Opferkasten<br />

li<strong>in</strong>zu^. Unter den <strong>in</strong> hilc.f e<strong>in</strong>begriffenen (iaben<br />

tritt später beson<strong>der</strong>s <strong>die</strong> Gans hervor, <strong>der</strong> man<br />

den Kopf umdrehte und abriß; so wird bei<br />

K;»j}}j.


114 Hermann Junker.<br />

auf den runden Speisetisch gelegt wurden; <strong>die</strong><br />

gsw bleiben auf lange Zeit das E<strong>in</strong>zige, was direkt<br />

auf dem Tisch dargestellt w\u-de.<br />

In <strong>der</strong> Opferliste<br />

war <strong>die</strong>s e<strong>in</strong>fache Mahl längst durch reiche<br />

Speisen ersetzt worden, aber <strong>der</strong> alte Ritus war<br />

offenbar gebheben und wird nun am Ende des<br />

Verzeichnisses angemerkt. In den Listen des<br />

t^smnfr III ist das Deutezeichen (o<strong>der</strong> Wortzeichen)<br />

<strong>von</strong> Nr. 91 beidemal Ä ebenso<br />

,<br />

MMD 39, S. 273<br />

Bei Nr. 92—93<br />

^ÖOÖ und _S^<<br />

5 Ö O ö ist es <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> klar, daß ke<strong>in</strong>e<br />

bestimmte Speise geme<strong>in</strong>t ist; es wird dem Verstorbenen<br />

gewünscht, daß ihm e<strong>in</strong> pkr-Opfer und<br />

das ,,<br />

Beste <strong>von</strong> <strong>der</strong> Anrichte" gegeben werde.<br />

Vielleicht aber haben wir dabei unter den beiden<br />

Ausdrücken nicht allgeme<strong>in</strong> <strong>die</strong> Speisung zu verstehen,<br />

son<strong>der</strong>n bestimmte Riten <strong>der</strong> Darbr<strong>in</strong>gung<br />

des phr und des h?.tv'dlm; bei <strong>der</strong> oben<br />

erwähnten Darstellung Quibell Saqqara 1905/6<br />

pl. XIX steht bei <strong>der</strong> Zeremonie <strong>der</strong> Herrichtung<br />

des Speisetisches (Nr. V) j j j und ,=^-i ^. Fü7'<br />

h;.t ivdhw konnte e<strong>in</strong> Nachweis für <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung<br />

mit e<strong>in</strong>er beson<strong>der</strong>en Zeremonie noch nicht erbracht<br />

werden, wdhw hat übrigens <strong>die</strong> gleiche<br />

Entwicklung <strong>der</strong> Bedeutung «ie hnk' zu verzeichnen;<br />

zunächst handelte es sieh um das<br />

Trankopfer und dann um den Tisch, <strong>der</strong> Speisen<br />

aller Art trug; aber noch ^Idwt 1. c. pl. XVIII<br />

ersche<strong>in</strong>t <strong>in</strong> <strong>der</strong> Speiseliste unter dem Rechteck<br />

mit Nr. 93<br />

_S <br />

l\^<br />

e<strong>in</strong> Diener, <strong>der</strong> den Q-Krug reicht.<br />

Nr. 94<br />

D<br />

^ ^^^ ^*'^ ^^^^ Spende<br />

tritt erst <strong>in</strong> <strong>der</strong> späteren<br />

5. Dynastie auf, <strong>die</strong> <strong>in</strong> Giza II behandelten<br />

Mastabas kennen es noch nicht. Jetzt aber wird<br />

es <strong>über</strong>all verwendet und bildet den Schluß des<br />

Verzeichnisses. Das Auserwählte' bezieht sieh<br />

,<br />

nicht wie ,,das Beste" <strong>in</strong> Nr. 93 allgeme<strong>in</strong> auf e<strong>in</strong><br />

erlesenes Mahl, son<strong>der</strong>n auf den Ritus <strong>der</strong> Übcr-<br />

Vergleiohe<br />

P\r.<br />

D<br />

^:<br />

n r^^ ,,Wende dich um und sieh <strong>die</strong>s phr-Opier,<br />

das dir <strong>der</strong> König bereitet hat, das dir <strong>der</strong> Erste <strong>der</strong><br />

Westlichen bereitet hat" ; .siehe auch <strong>die</strong> bei Nr. 94 herangezogene<br />

Stelle aus Mrjij'nh III.<br />

reichung ganz bestimmter Fleischspeisen, des<br />

Ochsenschenkels und <strong>der</strong> Gans (o<strong>der</strong> Ente).<br />

Die<br />

Reliefs geben gerade <strong>die</strong>se beiden Zeremonien beson<strong>der</strong>s<br />

häufig wie<strong>der</strong>: es wird e<strong>in</strong> Vor<strong>der</strong>schenkel<br />

<strong>von</strong> dem noch lebenden Tier^ abgetrennt und<br />

dem am Opfertisch sitzenden Grabherrn gebracht,<br />

und auch <strong>in</strong> dem Aufmarsch <strong>der</strong> gabenbr<strong>in</strong>genden<br />

Totenpriester nehmen tlie Träger <strong>der</strong> Ochsenschenkel<br />

meist e<strong>in</strong>en beson<strong>der</strong>en Platz e<strong>in</strong>. Ebenso<br />

fehlt das Gänseopfer fast nie; dem Tier wird<br />

<strong>von</strong> dem Priester <strong>der</strong> Hals umgedreht und abgerissen<br />

o<strong>der</strong> abgeschnitten ; siehe dar<strong>über</strong> Giza II<br />

S. 151. Nr. 94 <strong>der</strong> Speiseliste bezieht sich also<br />

auf <strong>die</strong>se Zeremonien. Es ist dabei freilich e<strong>in</strong>e<br />

merkwürdige Unsicherheit festzustellen. Das<br />

e<strong>in</strong>e Mal sche<strong>in</strong>t mit Mp.t nur <strong>die</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>keule geme<strong>in</strong>t<br />

zu se<strong>in</strong>, das an<strong>der</strong>e Mal nur <strong>die</strong> Gans. Im<br />

Totengebet <strong>der</strong> Mrjsj'nh III steht x I<br />

Pg^PP^^>^')<br />

„Möge ihr e<strong>in</strong> phr-<br />

Opfer nie<strong>der</strong>gelegt luid das Erlesene' ausgewählt<br />

,<br />

werden". 'Idwt 1. c. pl. XI und XVII treten<br />

Diener auf, <strong>die</strong> Ochsenschenkel tragen und Geflügel<br />

br<strong>in</strong>gen, dem sie den Hals umdrehen; <strong>die</strong><br />

Beischrift lautet 1" „c:7^^>. ; das doppelte<br />

Deutezeichen f<strong>in</strong>det .sich auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Speiseliste<br />

MMD 16 S. 216. In dem Verzeichnis <strong>der</strong> \Idwt<br />

(pl. XVIII) steht als Nr. 94 R<br />

aber<br />

D c<br />

<strong>in</strong> dem dazugehörigen unteren Rechteck ist e<strong>in</strong><br />

Diener abgebildet, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e gerupfte Gans auf<br />

e<strong>in</strong>er Platte rei(^ht; Murray. Saqqara Mastabas<br />

1)1. VII steht bei dem Diener, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Gans br<strong>in</strong>gt<br />

[l®p^^ (.ihp.t ilp.i).<br />

Wenn <strong>in</strong> den Mastabas des vorliegenden<br />

Bandes Nr. 94 nur <strong>die</strong> R<strong>in</strong><strong>der</strong>ketde als Deutezeichen<br />

erhält, so liegt das vielleicht daran, daß<br />

man, wie Kmjnjswt II zeigt, das Gänseopfer mit<br />

Nr. 90 (hnk.t) verbunden hat.<br />

Nr. 95 A<br />

«,^<br />

tritt wie es sche<strong>in</strong>t erst<br />

ganz spät <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferliste auf; es steht <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>er<br />

tuimittelbaren Verb<strong>in</strong>dung mit <strong>der</strong> Überreichung<br />

<strong>der</strong> Speisen, son<strong>der</strong>n begleitet sie mn-, vorbereitend<br />

o<strong>der</strong> abschließend. Kairo 1491 und 1492<br />

wird unter <strong>die</strong> Zeichengruppe, wie bei den e<strong>in</strong>zelnen<br />

Gerichten des Verzeichnisses, schematisch<br />

e<strong>in</strong> Strich gezogen und darunter e<strong>in</strong><br />

(<br />

gesetzt =<br />

,,Verwischen<br />

'<br />

<strong>der</strong> Fußspuren — e<strong>in</strong>mal".<br />

Siehe Giza I, 104 Anm. 2 und unten /?'i/v //.<br />

Geflecktes R<strong>in</strong>d.


1<br />

:<br />

Dritter BERrcitT i'nER <strong>die</strong> ORA<strong>in</strong>xciEX atf dem Friedhof vox Oiza. 115<br />

Bei <strong>der</strong> folgenden (Jegen<strong>über</strong>stellung <strong>der</strong><br />

Zeremonien vor dem Speisetiseli mit e<strong>in</strong>zelnen<br />

Nummern <strong>der</strong> Opferlistc sei daran er<strong>in</strong>nert, daß<br />

<strong>die</strong> E<strong>in</strong>fügung <strong>der</strong> Riten <strong>in</strong> das Verzeichnis erst<br />

verhältnismäßig spät erfolgte. Giza II S. 7!)<br />

wird gezeigt, daß beispielsweise hd bei ^^Aithtp<br />

noch außerhalb, nahe <strong>der</strong> Figur des Orabherrn<br />

steht. Wenn ferner siebzehn Riten aufgezählt<br />

werden, so sei betont, daß <strong>die</strong> Darstellungen vor<br />

dem Opfertisch meist nur e<strong>in</strong>e Auswahl enthalten,<br />

daß <strong>die</strong> früher auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür wie<strong>der</strong>gegebenen<br />

Riten stark zurücktreten <strong>in</strong>id gerade <strong>die</strong> neu auftretenden<br />

Zeremonien häufiger ersche<strong>in</strong>en. Im<br />

e<strong>in</strong>zelnen ents])rp(hen :<br />

Figur I ; Nr. 14a u. 2.s <strong>der</strong> Sjieiseliste:<br />

<strong>die</strong> Figuren 2 — I = Xr. I, 14 und 27;<br />

Figur ti = Nr. 91— !)2;<br />

Figur 7 = Nr. IT);<br />

Figur il = Nr. 2 und 1:5:<br />

Figm- Kl r^ Nr. «4 o<strong>der</strong> 00:<br />

Figur 1 = Nr. 94<br />

Figur 12 = Nr. 12;<br />

Figur 17 = Nr. 95.<br />

Zu den Figuren 1:5 ff. vergleiche, daß htp dj njhct<br />

.sowohl bei flen .Rufenden" steht, wie auch oft zu<br />

Beg<strong>in</strong>n o<strong>der</strong> nni P.ikIc ilor Spciscliste.<br />

In späteren (iräl)ern treten h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Speiseliste<br />

noch weitere Angaben nach Nr. 88 o<strong>der</strong> 9.5<br />

auf: sie enthalten meist Riten, <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> feierlichen<br />

S])ei.sung zu vollziehen waren, und bestätigen<br />

damit <strong>die</strong> oben gegebene Auffassung <strong>von</strong><br />

<strong>der</strong> Ents[)rechung <strong>der</strong> Nummern mitbestimmten<br />

Angaben <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> Speiseliste, (iunn. Teti<br />

Pyr. f 'emet. I S. 9.-) steht nach Nr. 93 (hi.l irdhw) :<br />

..Re<strong>in</strong>ige Dich —setze Dich zum Mahle (Nr. 18)<br />

.... das Verwischen <strong>der</strong> Spuren (Nr. 9ö) — das<br />

Zerbrechen <strong>der</strong> roten Krüge — da.s Zuwenden<br />

(irdb) des Königsopfers (Nr. 17) — das Re<strong>in</strong>igen<br />

(n,__ii J^ij^)<br />

— j««'s/_rstellnngen bei den .Ägyptern .selbst nicht<br />

immer <strong>die</strong> gleichen blieben und «laß <strong>die</strong> Kntwicklung<br />

nicht nur unwcscni liihr Punkte lietrilYt.<br />

Daß noch so starke Meiiumgsverschiedenheiten<br />

<strong>über</strong> das We.sen des Ka bestehen, ist trotzdem<br />

verwun<strong>der</strong>lich, da uns schon <strong>in</strong> den ältesten<br />

Te.xten e<strong>in</strong>e Fülle <strong>von</strong> Belegen zur Verfügung<br />

.steht.<br />

So s<strong>in</strong>d uns gerade aus dem Alten Reich<br />

zahlreiche Kigenuamen erhalten, <strong>die</strong> Ka als e<strong>in</strong>en<br />

ihrer J-Jestandteile aufweisen, und es ersche<strong>in</strong>t auf<br />

den ersten Blick leicht, aus <strong>die</strong>sen Verb<strong>in</strong>dungen<br />

Schlüs.se auf se<strong>in</strong>e Natur zu ziehen, aber allenthall)en<br />

stellen sich Schwierigkeiten entgegen.<br />

.Nehmen wir beis|)ielswei.se <strong>die</strong> Zu.sammen.setzung<br />

<strong>von</strong> .Afljektiven o<strong>der</strong> adjektivischen Verben mit<br />

Ka wie W'A-h. Wr-h. W'xr-k-. ^•Aw-^•, Sp.is-k->.<br />

Es geht nicht an, <strong>die</strong> Bezeichnungen e<strong>in</strong>fach<br />

auf ilen Ka des Trägers do.s Namens zu Iwziehcn.<br />

denn es mögen Kuiv.namen vorliegen; so nennt<br />

sich<br />

%1t_JULJ<br />

"""'' ^^'^r-k-irlj'fr' (Ranke.


116 Hermann Junker.<br />

Namenwörterbuch 86, 13— 14)i. Entsprechend<br />

mag auch <strong>in</strong> den übrigen Fällen <strong>der</strong> Name e<strong>in</strong>es<br />

Gottes o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>es Königs zuzufügen se<strong>in</strong> ;<br />

oft ersche<strong>in</strong>t<br />

ja <strong>in</strong> den Inschriften nur <strong>der</strong> kürzere Rufname<br />

des Grabherrn. Bei 1-V-j j<br />

macht Ranke auf<br />

OJl-^- [_]' aufmerksam (ebenda 301, 14—15).<br />

Ebenso wäre p|®fN^t_J<br />

(319,18) vielleicht zu<br />

^P}®U (319,19) o<strong>der</strong> |^fl}®|;^U ^"<br />

stellen. Jedenfalls ist auffällig, daß wir zu allen<br />

<strong>in</strong> Rede stehenden Namen Beispiele entwe<strong>der</strong> mit<br />

zugefügtem Gottes- o<strong>der</strong> Königsnamen haben<br />

o<strong>der</strong> das gleiche adjektivische Verb statt mit Ka<br />

mit e<strong>in</strong>em Gottes- o<strong>der</strong> Königsnamen verbunden<br />

sehen; z. B. W'S-h (74,12) und W-s-h-H'fr'<br />

(417,16); Wr-h (81,26) und Wr-k.--Pth (82,1);<br />

Wsr-h (86,12) und Wsr-h-R'; Spss-h (327,1)<br />

und ;§jjss-h-R'; Dd.t-k< (412,19) und Dd-k-R':<br />

Nfr-h (200,16) und Nfr-h.-R\ Mn-Ii< (150,19),<br />

Mn-hw (150,21) und Mn-law-R', Mn-hw-Hr.<br />

Der gleichen Ersche<strong>in</strong>ung begegnen wh' auch<br />

bei an<strong>der</strong>en Verb<strong>in</strong>dimgen mit Ka wie Nj-knr<br />

(180,18) und Nj-ktw-'Inpw (180,19), Nj-hw-Plh<br />

(180,20); zu Nb-h (192,6) stelle ma^n Nb-h-R\<br />

zu '/»•M;-/c/(40,21)e<strong>in</strong>en 'Jrw-k!-Pth,'Irw-ki-Hwfw;<br />

zu 'nh-m'-ki (64,4) e<strong>in</strong> 'nh-m'-R' und 'nh-m^-Hr.<br />

Es soll damit nicht gesagt se<strong>in</strong>, daß unbed<strong>in</strong>gt<br />

und <strong>in</strong> jedem Falle <strong>in</strong> den Privatnaraen <strong>die</strong>ser<br />

Art Aussagen <strong>über</strong> den Ka e<strong>in</strong>es Gottes o<strong>der</strong><br />

Königs vorliegen, aber <strong>in</strong> manchen Beispielen ist<br />

es so und für den Rest bleibt immerh<strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Zweifel.<br />

Das sollte mu- veranschaulichen, wie spröde das<br />

Material i.st i<strong>in</strong>d wie sich das Ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>gehen<br />

<strong>der</strong> Me<strong>in</strong>ungen <strong>über</strong> das Wesen des Ka leicht<br />

erklärt. Er wml als Schutzgei.st, als Doppelwesen,<br />

als Lebenskraft, als Nahrung des Menschen bezeichnet.<br />

E<strong>in</strong>e neue Deutung wird <strong>von</strong> J. Spiegel,<br />

Die Idee vom Totengej-icht, S. 9, Anm. 3 gegeben:<br />

,,Denn <strong>der</strong> Ka ist eben nicht <strong>der</strong> nachlebende<br />

Tote (das ist <strong>die</strong> Seele 6;), son<strong>der</strong>n dürfte<br />

vielleicht eher als <strong>die</strong> zu unverän<strong>der</strong>licher Dauer<br />

erhobene Ganzheit des Inhalts und Wesens se<strong>in</strong>er<br />

Persönlichkeit anzusehen se<strong>in</strong>." Wenn ich mich<br />

auch <strong>die</strong>ser Auffassung nicht anzuschließen vermag,<br />

so ist <strong>in</strong> ihr doch etwas enthalten, was für<br />

unsere Fi-age <strong>von</strong> beson<strong>der</strong>er Bedeutung se<strong>in</strong><br />

kann. Es muß erörtert werden, <strong>in</strong>wieweit <strong>der</strong> Ka<br />

' Um unnötige Stellennachweise zu vermeiden, wird<br />

e<strong>in</strong>fach auf Rankes Namenwörterbuch verwiesen.<br />

e<strong>in</strong>en wesentlichen Teil o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e notwendige<br />

Ergänzung <strong>der</strong> Persönlichkeit darstellt. Sollte<br />

sie als <strong>der</strong>en Vollend<strong>in</strong>ig gefaßt werden, so kann<br />

das freilich nur so geme<strong>in</strong>t se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong><br />

,<br />

Ganzheit<br />

des Inhalts und Wesens' nicht <strong>der</strong> Ka selbst<br />

ist, son<strong>der</strong>n daß sie sich aus <strong>der</strong> endgültigen Verb<strong>in</strong>dung<br />

des Menschen mit dem Ka ergibt, <strong>die</strong> im<br />

Jenseits erfolgt. Der Ka trägt also nur zur V^ollendung<br />

<strong>der</strong> Persönlichkeit bei.<br />

Diese abweichende Auffassvnig ergibt sich aus<br />

zahlreichen Stellen, <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e <strong>der</strong> Pyramidentexte.<br />

Aus den Grab<strong>in</strong>scln-iften stammt <strong>der</strong> Ausdruck<br />

für den Verstorbenen — n~ ^-^^^ ,<br />

,,Der zu se<strong>in</strong>em Ka geeilt ist" (Sethe, Urk. I, 50<br />

Z. 15); 'Isj-n-hf wird Urk. I, 71 direkt für<br />

U^-M°\ —rr '<br />

,,<br />

sterben" o<strong>der</strong> ,,<br />

begraben werden" gebraucht:<br />

u<br />

,<br />

'~<br />

,^<br />

-^==*<br />

'^^ ,, Der ist e<strong>in</strong> Geehrter des großen<br />

Gottes, e<strong>in</strong>er, <strong>der</strong> zu se<strong>in</strong>em Ka eilt <strong>in</strong> sehr liohem<br />

Alter"; hier steht <strong>der</strong> Ausdruck für das übliche<br />

krstw-f} An an<strong>der</strong>en Stellen bedeutet er soviel<br />

wie <strong>der</strong> ,<br />

Heimgegangene'. Daß dar<strong>in</strong> zugleich<br />

auch <strong>der</strong> Aiisdruck e<strong>in</strong>er bestimmten Weihe und<br />

Würde enthalten ist, ergibt sich aus dem Umstand,<br />

daß auch <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Bezeichnungen für<br />

den Ver.storbenen ähnlich abgestimmt s<strong>in</strong>d: ,,Der<br />

Verklärte", ,,<strong>der</strong> Ehrwürdige Verklärte", später<br />

,,<strong>der</strong> Gerechtfertigte."<br />

In den Pyramidentexten begegnen wir den<br />

isj-n-ki <strong>in</strong> gleicher Verwendung <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e <strong>von</strong><br />

den Göttern, <strong>die</strong> <strong>von</strong> <strong>der</strong> Erde zum Himmel e<strong>in</strong>gegangen<br />

s<strong>in</strong>d; Pyr. 1165: ,,Du durchfährst den<br />

H<strong>in</strong>nucl und verweilst im Speisefeld v\ vv<br />

'1'1'1-;T" Vi.'^AAAl-ly |1 ynter den Göttern, <strong>die</strong><br />

zu ihren Kas geeilt s<strong>in</strong>d'<br />

vergleiche 948: ,,Zu<br />

U U U<br />

(<br />

au dem Ort <strong>der</strong> Götter, <strong>die</strong> zu ihren Kas geeilt<br />

s<strong>in</strong>d". Pyr. 598 c f<strong>in</strong>det sich als Parallele zu<br />

Sonst wird isj hr bevorzugt, wie Pyr. 826<br />

'<br />

Vgl. Sethe. Urk. 134 p^^^P»^^® 7^'ww«[J K.=_<br />

,als er zu se<strong>in</strong>em Ka gegangen (d. i. begraben) war".<br />

entsprechend<br />

^ y^^;^:^ ebenda I, 30.<br />

%:>^


. ehe<br />

DkITTKH ÜKKICIIT i-KKK DHC riKABINdEX WV DEM FkIKDHOF VON GlZA. 117<br />

14 :g<br />

1431.<br />

Hat<br />

blcil)t<br />

U<br />

und Pyr. 82!) «/«y /«r 11 1(11:^<br />

UUUP'"'"'<br />

;<br />

vergleiche .s32 und<br />

<strong>der</strong> Verstorbene se<strong>in</strong>en Ka erreicht, so<br />

er mit ihm <strong>in</strong> enger und ewiger Vere<strong>in</strong>igung:<br />

__D U '|\ .^j U |-x "^ f u<br />

v\ \?<br />

j I 'SN Q „Der e<strong>in</strong>e Arm de<strong>in</strong>es<br />

Ka ist vor dir, <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Ai'ni de<strong>in</strong>es Ka ist<br />

h<strong>in</strong>ter dir. Der e<strong>in</strong>e Fuß de<strong>in</strong>es Ka ist vor dir, <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>e Fuß de<strong>in</strong>es Ka ist h<strong>in</strong>ter dir". (Pyr. 18).<br />

Die W'rh<strong>in</strong>dung mit dem Ka verbürgt das<br />

glückliche Leben im Jenseits; Pyr. 907 8 .,Der<br />

Himmel steht Pjpj offen, er hat das ].,eüpardenfell<br />

angelegt und hält das .ms-Zepter <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er<br />

Hand<br />

;<br />

•^'^<br />

i^i:<br />

f ''•r<br />

N.<br />

,Pii>)<br />

ist heil mit se<strong>in</strong>em Fleisch, und Pjpj geht es gut<br />

mit se<strong>in</strong>em Namen, und Pjpj lebt mit se<strong>in</strong>em<br />

Ka." So haben wir wohl auch Pyr. 832 mit 833<br />

UHicrucn<br />

J<br />

N.<br />

O<br />

u<br />

verb<strong>in</strong>den. ~ri 75"<br />

,Es<br />

eilt, wer da eilt zu se<strong>in</strong>em Ka;') es eilt Pjpj zu<br />

.se<strong>in</strong>em Ka. O Pjpj, du bist weggegangen und<br />

lebst, nicht l)ist du weggegangen und stirbst."<br />

Der König lebt eben chiruni weiter, weil er se<strong>in</strong>en<br />

Ka gefunden hat.<br />

VV'e<strong>in</strong>i daher Ka siruibildlich verwendet wird,<br />

so ist es <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie als Spen<strong>der</strong> und Erhalter<br />

des Lebens. Pyr. 1(523 wird Geb angeredet:<br />

^^p.-.-


I<br />

118 Hermann Ji^nker.<br />

aber zeigt sich <strong>die</strong> Auffassung, daß <strong>der</strong> Ka mit<br />

dem Verstorbenen <strong>in</strong> dessen Grab weilt: , .Diese<br />

Pyramide und <strong>die</strong>ser Tempel für Pjpj und für<br />

se<strong>in</strong>en Ka." (Pyr. 1277).<br />

In den Inschriften <strong>der</strong> Mastabas ist bisher nur<br />

<strong>die</strong>se letzte Vorstellung belegt, hauptsächlich <strong>in</strong><br />

zwei Formeln des Totengebets, alle aus dem<br />

späten Alten Reich. In <strong>der</strong> ersten wird dem<br />

Toten gewünscht. ..daß <strong>der</strong> Westen ihm se<strong>in</strong>en<br />

Arm entgegenstrecke mid daß er gefolgt wird<br />

(sms-tw-j) <strong>von</strong> se<strong>in</strong>en Kas-- ('Itj, Vorbericht 1914,<br />

S. 24). ,,That he may walk upon the good roads,<br />

that he may be followed by his kas, received by<br />

the great god" f'ldw, Boston Bullet<strong>in</strong> XXXII, 11).<br />

VJ =111 (M.MF<br />

.S.433). Für e<strong>in</strong>e weitere<br />


A<br />

'<br />

DRITTKR IJkkKIIT I üKK IHK (iUMUNUKN All' DKM FRIEDHOF VON (iliZA. 119<br />

stiftete Gut", das i«t <strong>die</strong> Ezbe, <strong>der</strong>en Ertrag liir<br />

den Toten<strong>die</strong>nst bestimmt ist. So fuiiren manche<br />

<strong>der</strong> K<strong>in</strong>zelgüter den Namen Hw.t-k> (siehe oben<br />

8. 8]), an<strong>der</strong>erseits werden alle Stil'tungsgüter so<br />

bezeichnet<br />

l<br />

c^ c^ c^<br />

Ka-Höfcn <strong>der</strong> Totenstif'tung."<br />

c c c<br />

U U U<br />

„Das gebracht wird ans den<br />

Es heißen hu\l-ki dann aber auch <strong>die</strong> Temjjelkapellen,<br />

<strong>in</strong> denen Statuen <strong>der</strong> Verstorbenen aufgestellt<br />

waren. Wie weit <strong>die</strong> Sitte z<strong>in</strong>-ückreicht.<br />

sicii außer dem (Jrab auch Opfcr.sl ollen <strong>in</strong> den<br />

Heiligtümern zu sichern, wissen wir niclit.') Es<br />

waren zuer.st <strong>die</strong> Könige des Alten Reiches, <strong>die</strong><br />

neben dem Totentempel ihrer Pyramide e<strong>in</strong>en<br />

Statuenkult auch <strong>in</strong> den Tempeln des Landes besaßen.<br />

Sie bedachten auch <strong>die</strong>se Kapellen mit<br />

beson<strong>der</strong>en Stiftungen, aus <strong>der</strong>en Erträgnissen<br />

<strong>die</strong> Opfer geliefert wurden. Später haben auch<br />

.Mitglie<strong>der</strong> <strong>der</strong> königlichen Familie und hohe Beamte<br />

ihre Totenkapellcn <strong>in</strong> verschiedenen Heiligtümern.<br />

So wissen wir, daß Df'j-H'jjj e<strong>in</strong>e Statue<br />

im Tempel des Anubis aufstellen ließ, für <strong>die</strong> er<br />

Ijestimmte Opfer festsetzte; sie war dem Ka-<br />

Priester <strong>in</strong> ( )bhut gegeben :<br />

^-— ^Zt^'<br />

^ n | ^(\ af<br />

((iriffith. 'I'lie <strong>in</strong>scriptions of Siut, PI. ti).<br />

ffi<br />

'OJ^'<br />

Belege iüvhw.l-k-i = Statuen kapelle f<strong>in</strong>den sich<br />

unter an<strong>der</strong>em <strong>in</strong> den Schutzdekreten <strong>von</strong> Ko|)-<br />

12, 13,<br />

]t; 17. khirer noch rZ]|^|"'\5i<br />

de<strong>in</strong>er Totenstiftung, welches sich im Tempel dos<br />

.M<strong>in</strong> <strong>von</strong> Koptos bef<strong>in</strong>det" (Trk. I, :5fl2, I ">).<br />

III<br />

mLUcrr^'<br />

„Alle de<strong>in</strong>e Statuen, alle de<strong>in</strong>e Opferste<strong>in</strong>e und<br />

alle de<strong>in</strong>e Ka-Kapellen, <strong>die</strong> sich <strong>in</strong> irgend e<strong>in</strong>em<br />

Tempel o<strong>der</strong> <strong>in</strong> irgend e<strong>in</strong>em Heiligtum bef<strong>in</strong>den"<br />

(Urk. I, 304/5).<br />

Der Toten<strong>die</strong>nst wurde im Grab vor <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>tür vollzogen, durch <strong>die</strong> <strong>der</strong> Verstorbene aus<br />

se<strong>in</strong>er unterirdischen Kammer zum Diesseits<br />

treten sollte.<br />

Zu gleicher Zeit war aber e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er<br />

Dienst auch für <strong>die</strong> Statuen e<strong>in</strong>gerichtet,<br />

vor allem, wenn sie e<strong>in</strong>e eigene Kammer o<strong>der</strong><br />

gar e<strong>in</strong>en eigenen Bau besaßen ; siehe l^smnfr IV,<br />

\'orbericht 1929, S. 112 und <strong>die</strong> dort <strong>in</strong> <strong>der</strong> Anmerkung<br />

gegebenen Belege. Es war <strong>die</strong> Aufstellung<br />

<strong>der</strong> Standbil<strong>der</strong> aber nicht an das Grab<br />

gebunden und ihre Unterbr<strong>in</strong>g<strong>in</strong>ig <strong>in</strong> den Tempeln<br />

hatte e<strong>in</strong>enseits den Vorteil, daß sie den<br />

Verstorbenen <strong>in</strong> <strong>die</strong> Nähe <strong>der</strong> Götter brachte, <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> dem Heiligtum wohnten, an<strong>der</strong>erseits wurde<br />

<strong>der</strong> Statuenkult dadurch <strong>in</strong> den Tempel<strong>die</strong>nst<br />

e<strong>in</strong>geglie<strong>der</strong>t, dessen Stetigkeit verbürgt war.<br />

Dm-cli <strong>die</strong> Statue war <strong>der</strong> Verstorbene <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Kapelle gegenwärtig : auf welche Weise aber ?<br />

Se<strong>in</strong> Leichnam war im Grab geborgen, se<strong>in</strong> Ba<br />

kehrte immer wie<strong>der</strong> zum Körper zurück. So<br />

muß es eben <strong>der</strong> Ka .se<strong>in</strong>, <strong>der</strong> dem Bild des Verstorbenen<br />

Leben verleiht, und <strong>der</strong> Raum, <strong>in</strong> dem<br />

<strong>die</strong> Statue steht, ist daher das ,Haus des Ka".<br />

Aber selb.st wenn wir <strong>die</strong> Anwesenheit des Toten<br />

im Rundbild an<strong>der</strong>s erklären wollten', .so gilt doch<br />

immer, daß <strong>der</strong> Ka bei ihm gegenwärtig se<strong>in</strong><br />

nmß und daß es dem Ka <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie zu verdanken<br />

ist, wenn e<strong>in</strong>e wirkliche <strong>in</strong>id dauernde<br />

Belebmig e<strong>in</strong>tritt; denn, wer <strong>in</strong>s Jenseits gegangen<br />

ist, lebt nur vollkommen, so lange er mit<br />

se<strong>in</strong>em Ka vere<strong>in</strong>t bleibt.<br />

Wenn aber <strong>die</strong> Statuenkannner <strong>in</strong> den Tempeln<br />

hu'.l-kt geiumnt wird, so ergäbe .sich <strong>die</strong>se Bezeich<br />

luuig ents])rechend auch für den Serdäb-<br />

Bau. Aber gerade hier waren <strong>die</strong> Me<strong>in</strong>ungen sehr<br />

geteilt. Ste<strong>in</strong>dorff bestreitet <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Aufsjvtz<br />

Ä. Z. IH, S. 152 den näheren Zusammeidiang<br />

zwischen dem Ka und <strong>der</strong> Statue und nimmt<br />

hu't.-ki nur als Bezeichnung des (irabes im allgeme<strong>in</strong>en<br />

an. .Maspero hatte dagegen mehrfach<br />

gerade den Serdäb als .maismi du Ka" bezeichnet,<br />

wie fitudes de mylhologie et d'archeologic S. 77,<br />

Menuion, Bd. VJ, S. 12rif. Da fanden wir 1913<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Ma.sjaba des IVut I als Fries <strong>über</strong> dem vom<br />

') ViTgl. S. HuHsiiii Ivxciiv. II Fi«. 135: ulli<br />

gutKit D<strong>in</strong>f


120 Hermann Junker.<br />

Grab getrennten Statiienbaii e<strong>in</strong>e Inschrift, <strong>die</strong><br />

<strong>die</strong>sen Anbau klar als Jr> . ~^ bezeichnet. Die<br />

e<strong>in</strong>zelnen Blöcke waren h<strong>in</strong>unter gefallen,<br />

aber<br />

es konnte ke<strong>in</strong> Zweifel an ihrer ursprünglichen<br />

Lage se<strong>in</strong> und ebensowenig an <strong>der</strong> Bedeutung des<br />

Textes. Im Vorbericht 1913, S. 13 wurde das<br />

Ergebnis des Fundes zusammengefaßt: ,,Die Inschrift<br />

an <strong>der</strong> Mastaba des Rawer wird <strong>die</strong> Frage<br />

wesentlich för<strong>der</strong>n luid gibt <strong>der</strong> Auffassung Masperos,<br />

was <strong>die</strong> Beurteilung des Verhältnisses<br />

zwischen Ka und Statuen angeht entschieden<br />

recht. Hier haben wir, was 8te<strong>in</strong>dorff . . . for<strong>der</strong>te<br />

und bisher nicht f<strong>in</strong>den konnte. Klar und<br />

deutlich ist hier <strong>die</strong> Statuenkammer als Haus des<br />

Ka bezeichnet, nicht das ganze Grab und nicht<br />

<strong>die</strong> Opferkammer mit den Sche<strong>in</strong>türen. Damit<br />

ist <strong>die</strong> enge Beziehung zwischen Ka und den<br />

Statuen unbed<strong>in</strong>gt gegeben."<br />

Aber <strong>die</strong>se Feststellung .sollte nicht lange unwi<strong>der</strong>sprochen<br />

bleiben. Im folgenden Jahre veröffentlichte<br />

A. Moret <strong>in</strong> <strong>der</strong>Ä. Z. 52, S. 88f. e<strong>in</strong>en<br />

Aufsatz ,Serdab et mai.son du Ka', <strong>in</strong> dem er zu<br />

<strong>der</strong> Inschrift Stellung nimmt: ,,J'ai exam<strong>in</strong>e cet<br />

hiver au Musee du Caire les pierres de l'<strong>in</strong>scription;<br />

le texte est grave en süperbes caracteres.<br />

J'ai constate qu'avant les titres et noms de<br />

R'wr on pouvait lire un groupe de signes que<br />

M. Junker n'avait pas signale:<br />

L'ensemble signifie ,,Les deux yeux du hd-ki<br />

de R'wr" En resume, le .serdab de R^-wr<br />

se nomme Hrtj; il fait partie d'un ensemble appele<br />

hit-h. On ne saurait done tirer de ce tombeau<br />

aucune preuve que la cha<strong>in</strong>bre aux statues, on<br />

serdab, soit specialement la ,maison du Ka.'<br />

Bald darauf befaßte sich A. Blackman im Journal<br />

III, S. 2.50f. mit <strong>der</strong> Inschrift. Er bezieht sie<br />

nicht auf den Statuenbau selbst, son<strong>der</strong>n auf den<br />

Schlitz, <strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> Wand, freilich<br />

drei Ste<strong>in</strong>lager tiefer angebracht ist. Se<strong>in</strong>e<br />

Untersuchungen faßt er am Schluß so zusammen :<br />

,,Thus we now know def<strong>in</strong>itely that the Egyptian<br />

name for the serdab, anyhow <strong>in</strong> the Vlth Dynasty<br />

was pr-twt ,, statue-house", and, at the same time,<br />

we have good reasons for believ<strong>in</strong>g a) that the<br />

squ<strong>in</strong>t was called the ,,eyes of the ka-house",<br />

and b) that ka-house was a term for the chamber<br />

or group of chambers, form<strong>in</strong>g the tomb-chapel."<br />

Die Aufgabe, mich mit <strong>die</strong>sen E<strong>in</strong>wendungen<br />

ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>zusetzen, ist sehr leicht; denn <strong>die</strong><br />

5s.a= existieren <strong>über</strong>haupt nicht. Es entbehrt<br />

nicht ganz <strong>der</strong> Komik, daß zwei durchaus methodische<br />

Abhandlungen <strong>über</strong> e<strong>in</strong>e nicht vorhandene<br />

Zeichengruppe verfaßt wurden. Es sei aber<br />

gleich h<strong>in</strong>zugefügt, daß sie durchaus nicht umsonst<br />

geschrieben s<strong>in</strong>d, da sie auch an<strong>der</strong>e<br />

Punkte berühren und für unsere Frage wertvolle<br />

Beiträge liefern.<br />

Es verhält sich so, daß <strong>die</strong> Blöcke wegen <strong>der</strong><br />

Bedeutung <strong>der</strong> Inschrift bei <strong>der</strong> Teilung <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Ägyptischen Altertumsverwaltung dem Museum<br />

<strong>in</strong> Kairo zugewiesen wurden. Hier hat sie Moret<br />

besichtigt und glaubte, <strong>die</strong> oben <strong>von</strong> ihm angegebene<br />

Zeichengruppe zu sehen. Die e<strong>in</strong>zelnen<br />

Ste<strong>in</strong>e wm-den sjmter <strong>von</strong> <strong>der</strong> Museumsverwaltung<br />

zusammengesetzt und an <strong>der</strong> Südwand des<br />

vor <strong>der</strong> Bibliothek gelegenen Raumes angebracht.<br />

Dabei erschienen aber <strong>die</strong> =s:s= nicht<br />

am Anfang <strong>der</strong> Inschrift, und man sagte mii-,<br />

daß e<strong>in</strong> Irrtum Morets vorliege. Es war mir aber<br />

nicht klar, wie er zustande gekommen war. Um<br />

völlig sicher zu gehen, bat ich Dr. Naumann,<br />

nochmals <strong>die</strong> genauen Maße des Serdäb-Baues<br />

zu nehmen, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Stücke des Frieses zu<br />

vermessen und auf ihre Zusammengehörigkeit<br />

nachzuprüfen. Er hat <strong>die</strong> beiliegende Rekonstruktion<br />

entworfen und das Ergebnis se<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>gehenden<br />

Untersuchungen folgen<strong>der</strong>maßen zusammengefaßt.<br />

,,Der Inschriftfries besteht aus vier Blöcken<br />

<strong>von</strong> <strong>in</strong>sgesamt 5,5 m Länge und 0,5 m Höhe. Die<br />

Blöcke 1, 2 und 4 s<strong>in</strong>d vollständig erhalten, <strong>der</strong><br />

Block 3 jedoch ist <strong>in</strong> zwei Teile zerbrochen. Der<br />

Block 4 hat an se<strong>in</strong>em rechten Ende e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>kl<strong>in</strong>kung<br />

<strong>von</strong> 6 cm Breite und 27 cm Höhe, welche<br />

CS ermöglicht <strong>die</strong> lu'sprüngliche Lage des Frieses<br />

genau und e<strong>in</strong>wantlfrei zu bestimmen. Ergänzt<br />

man <strong>über</strong> <strong>der</strong> obersten erhaltenen Schicht <strong>der</strong><br />

Ma.staba zwei weitere Schichten mit <strong>der</strong> gleichen<br />

Ste<strong>in</strong>hölie <strong>von</strong> 39 cm, so <strong>über</strong>ragt <strong>die</strong> Oberkante<br />

<strong>der</strong> zweiten Schicht <strong>die</strong> letzte Schicht des Querbaues,<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> nur zwei Ste<strong>in</strong>e am rechten und<br />

l<strong>in</strong>ken Ende <strong>in</strong> situ erhalten s<strong>in</strong>d, um 27 cm, um<br />

denselben Betrag also, den <strong>die</strong> E<strong>in</strong>kl<strong>in</strong>kung am<br />

Block 4 aufweist. Der Block 4 schloß also immittelbar<br />

an <strong>die</strong> <strong>in</strong> je<strong>der</strong> Schicht um 6 cm zurückspr<strong>in</strong>gende<br />

Mastabawand an und <strong>der</strong> Fries bildete<br />

<strong>die</strong> Schicht <strong>über</strong> den beiden e<strong>in</strong>zelnen Ste<strong>in</strong>en <strong>der</strong><br />

jetzt obersten Schicht des Querbaus, also <strong>die</strong> dritte<br />

Schicht <strong>über</strong> dem Fensterschlitz.<br />

Der Block 3, <strong>der</strong> <strong>in</strong> zwei Teile gebrochen und<br />

an <strong>der</strong> Oberseite stark beschädigt ist, weist


^<br />

122 Hermann Junker.<br />

trotzdem we<strong>in</strong>e ganze ursprüngliche Länge auf.<br />

Nach dem vor<strong>der</strong>en Rand <strong>der</strong> Bruchfläche zu<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>ige 8phtter des recliten Blockes weggeplatzt,<br />

so daß <strong>die</strong> Blöcke niir noch auf e<strong>in</strong>e<br />

ganz kle<strong>in</strong>e Strecke <strong>von</strong> 3 cm Bruch an Bruch<br />

passen. Da jedoch das Zeichen fj|i| <strong>von</strong> dem e<strong>in</strong>en<br />

Bruchstück auf das an<strong>der</strong>e <strong>über</strong>greift und <strong>die</strong><br />

Breite des Zeicliens bekannt ist, kann <strong>die</strong> Ziisammengehörigkeit<br />

<strong>der</strong> Bruchstücke und ihr Abstand<br />

zue<strong>in</strong>andei- nicht bezweifelt werden. Die<br />

Beschädigung des Stückes sche<strong>in</strong>t durch E<strong>in</strong>wirkung<br />

<strong>von</strong> Hitze entstanden zu se<strong>in</strong> ; <strong>die</strong>s zeigt<br />

sich e<strong>in</strong>mal dar<strong>in</strong>, daß <strong>der</strong> Bruch nicht e<strong>in</strong>fach<br />

durch das Stück geiit, son<strong>der</strong>n kle<strong>in</strong>ere Stücke<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Bruchfläche abgesprengt worden s<strong>in</strong>d,<br />

und dann durcii <strong>die</strong> Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Oberfläche<br />

<strong>der</strong> beiden Blöcke, <strong>die</strong> rechts und l<strong>in</strong>ks vom<br />

Bruch <strong>in</strong> dünnen Scliichten abblättert. Hierdurch<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Schriftzeiclien unklar geworden,<br />

jedoch mit Sicherheit lesbar bis auf das oberste<br />

Zeichen <strong>der</strong> rechten C4riippe des l<strong>in</strong>ken Blockes.<br />

Dieses Zeichen deutet Moret als Augenpaar. E<strong>in</strong>e<br />

genaue Untersuchung zeigt jedocli, daß es sich<br />

nicht um zwei E<strong>in</strong>tiefungen handelt, son<strong>der</strong>n um'<br />

um e<strong>in</strong>e durchgehende <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Länge <strong>von</strong> 27 cm,<br />

({. Ii. <strong>der</strong> gleichen Länge, <strong>die</strong> auch das darunter<br />

bel'<strong>in</strong>diiche Zeichen A^w.A besitzt. Die bogenförmige<br />

Vertiefung, <strong>die</strong> allenfalls <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Auge stammen<br />

könnte, bef<strong>in</strong>det sieh genau <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte des<br />

Zeichens, man wird <strong>in</strong> ihm daher am ehesten e<strong>in</strong>e<br />

Buchrolle mit iiirem Verschhiß erkennen können.<br />

Die senkreciite L<strong>in</strong>ie rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Gruppe, flie<br />

Moret für <strong>die</strong> E<strong>in</strong>rahnmng <strong>der</strong> Insciirift hält, gehört<br />

zweifellos zu dem Zeiciien wie schon<br />

oben erwähnt wurde" (H. N.).<br />

Es bleibt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat ke<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Erklärungsmöglichkeit<br />

für das Versehen Morets. Es kommt<br />

nach dem Vergleich se<strong>in</strong>er oben wie<strong>der</strong>gegebenen<br />

(Jruppe mit dem Text aqf nebenstehen<strong>der</strong> Abbildung<br />

nur <strong>die</strong> Stelle <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte des Inschriltbandes<br />

<strong>in</strong> Frage. Es ist damit erwiesen, daß<br />

1. das Zeichen auch wenn es -^3--^&- gelesen<br />

würde, nicht an den Anfanc; <strong>der</strong> Inschrift gehört.<br />

son<strong>der</strong>n mitten zwischen Titehi steht, so daß es<br />

sich <strong>über</strong>haupt nicht auf den Bau bezielien kann ;<br />

2. daß, wenn wirklich e<strong>in</strong> -^&- ,^s~ auf irgend e<strong>in</strong>em<br />

Ste<strong>in</strong>block gestanden hätte, <strong>die</strong>ser Block nicht<br />

zum Fries gehörte, da <strong>die</strong> Masse <strong>der</strong> Inschrift mit<br />

den des Baiies genau <strong>über</strong>e<strong>in</strong>stimmen. Aber es<br />

ist zweifellos, daß Moret den fraglichen Block<br />

me<strong>in</strong>t mid ebenso sicher ist, daß das verwitterte<br />

Zeichen nicht so zu lesen ist, wie er annimmt.<br />

Die erhaltenen Konturen passen durchaus nicht<br />

dazu. Man vergleiche axich <strong>die</strong> Zeichnung auf<br />

.Vbb. 1 1 und <strong>die</strong> Photographie aufTafelXIII. Dabei<br />

verschlägt es nichts, daß <strong>die</strong> Schreibung<br />

aii-ww«<br />

<strong>in</strong>igewöhnlich ist luid daß wir den Titel iu <strong>die</strong>ser<br />

Form <strong>in</strong> den Grab<strong>in</strong>schriften nicht nachweisen<br />

Ivönnen, da <strong>die</strong> ganze Kammer mit ihren Reliefs<br />

verschw<strong>in</strong>iden ist. Vielleicht ist ss-mds.t nj.t<br />

iijswt zu lesen ; man vergleiche auch das imerklärtc<br />

fßi"'^'""' MM H 15, S. 455. Wie dem auch<br />

immer sei, es ist jedenfalls <strong>der</strong> ganzen Erörterung<br />

<strong>über</strong> <strong>die</strong> Augen des hiv.t-k' <strong>der</strong> Grund<br />

entzogen und <strong>die</strong> Fries<strong>in</strong>schrift beweist, daß <strong>der</strong><br />

Bau, <strong>in</strong> dem <strong>die</strong> Statuen untergebracht s<strong>in</strong>d,<br />

das Ka-Haus des R'ivr genannt wü'd.<br />

Nach den<br />

vorangehenden Darlegungen darf man aber<br />

durc'haus nicht schließen, daß hw.t-k-i <strong>über</strong>haupt<br />

nur den Serdab bezeichnet, es ist auch e<strong>in</strong> Name<br />

für das (irab neben is und hi.f. Aber da <strong>von</strong><br />

allen Teilen des Grabes nur das Statuenhaus beson<strong>der</strong>s<br />

auch hw.t-k' genannt wird, ebenso wie<br />

<strong>die</strong> Statuenkapellen <strong>in</strong> den Tempeln, müssen wir<br />

folgern, daß e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er Zusammenhang<br />

zwischen dem Kn und den Statuen besteht.<br />

'<br />

Die -a js; voll denen Moret <strong>in</strong>id ßlackman<br />

s|)iechen, hoffe ich an an<strong>der</strong>er Stelle behandeln zu<br />

können; es sei hier nur vorweg genommen, daß sie ptr<br />

zu lesen s<strong>in</strong>d miil etwa ,, Ausguck" bedeuten, nicht e<strong>in</strong><br />

Fenster, son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong> Gebäude o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> Oebäudeteil mit<br />

Tür luid Fenster. H. Grapow macht mich auf das Vorkommen<br />

<strong>in</strong> den Pyramidentexten aufmerk.sam; dort<br />

steht z.H. 120.'!: ,, Geöffnet s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Türen des ptr<br />

r<br />

,<br />

offen stehen <strong>die</strong> Tore <strong>der</strong> unteren ii.t,"<br />

-=2>--


IL DIE BESCHREIBUNG DER<br />

EINZELNEN MASTABAS.<br />

A. DIE MASTABA DES K>j.<br />

(Al)l). 12-l.Sunci<br />

e<strong>in</strong>igen Söhnen des Königs. Kij aber war i)loß e<strong>in</strong><br />

Miittleicr |{eamler, dem solche N'orrechtc gevsiß<br />

nicht gc«iUirt worden waren. In entsprechenden<br />

Källen wurden solche kle<strong>in</strong>e .Anlagen außerhalb<br />

<strong>der</strong> großen ( iral)ri'ilicn angelegt; so baute sich<br />

Whmki, <strong>der</strong> Hausverwalter des Pr<strong>in</strong>zen K<strong>in</strong>jnjswt<br />

se<strong>in</strong>e Mastaba auf dem fi'eien Platz zwischen<br />

dem südlichen und dem nördlichen Friedhof, an<br />

<strong>die</strong> nördliche Schmalseite e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> großen Anlagen<br />

angelehnt, so daß we<strong>der</strong> das Bild <strong>der</strong><br />

Straßen gestört, noch <strong>der</strong> Zugang zu den Xachbarnui.stabas<br />

geh<strong>in</strong><strong>der</strong>t wurde.<br />

Man darfauch nicht e<strong>in</strong>wenden, daß e<strong>in</strong> ganz<br />

beson<strong>der</strong>er Grund für <strong>die</strong> Anlage des Grabes an<br />

<strong>die</strong>ser Stelle vorlag: Kij war Totenpriester <strong>der</strong><br />

Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong> 'Iibtjt und auch se<strong>in</strong>e Frau und alle<br />

"<br />

se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong> hatten Stiftungen aus ihrem ,Wakf<br />

<strong>in</strong>ne. Es war daher naheliegend, daß er se<strong>in</strong>e<br />

Mastaba <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe des Grabes <strong>der</strong> Stifter<strong>in</strong><br />

anlegte, zumal dann später .se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong> den<br />

Toten<strong>die</strong>nst für <strong>die</strong> Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong> und für ihn selbst<br />

leicht verb<strong>in</strong>den konnten. Das Verhältnis zwischen<br />

Totenpriester und Stifter sche<strong>in</strong>t <strong>in</strong> unserem<br />

Falle noch beson<strong>der</strong>s eng gewesen zu se<strong>in</strong>.<br />

da Ksj <strong>die</strong> Kapelle <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong> erneuern o<strong>der</strong><br />

erweitern ließ (s. unten). Wir begegnen übrigens<br />

<strong>in</strong><br />

(Üza mehreren Fällen, <strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Ka-Diener<br />

sicii ihr (rrab <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe <strong>der</strong> .Ma.staba ihres Stifters<br />

errichten ließen. So liegen auf dem Abschnitt<br />

liei- Ägyjitischen Universität <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe <strong>der</strong> König<strong>in</strong>nen<br />

H'mrrnbt) und Htilkiiii>- <strong>die</strong> Anlagen<br />

ihrer Totenpriester, ähnlich im Falle e<strong>in</strong>er <strong>der</strong><br />

Töchter des Chephren. <strong>der</strong>en Ma.st«ba südlich<br />

lies<br />

großen Aufweges liegt.<br />

Al)er <strong>die</strong>se Zusammenhänge hätten nicht genügt,<br />

e<strong>in</strong>e solche .Ausnahme für <strong>die</strong> Anlage e<strong>in</strong>es<br />

( irabes außerhalb des Straße<strong>in</strong>ietzes zu gestatten,<br />

als <strong>der</strong> Friedhof noch au.-


124 Hermann Junker.<br />

ill<br />

bestatteten Großen des Reiches,<br />

Giza fast nur mehr <strong>die</strong> Nachkommen <strong>der</strong> dort<br />

bestimmte Beamtengeschlechter<br />

und Nekropolenangestellte<br />

sich Gräber erbauten. Dabei dürfen wir nicht<br />

nahe an <strong>die</strong> 4. Dynastie lieranrücken, denn <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> ersten Zeit nach <strong>der</strong>en Ablavif wirkt <strong>die</strong> Ordnung<br />

des ursprünglichen Planes noch nach. Es<br />

wird daher eher <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong> 5. Dynastie als<br />

zeitliche Ansetzung für das Grab des Kij <strong>in</strong> Frage<br />

kommen.<br />

In <strong>die</strong> gleiche Zeit weisen auch e<strong>in</strong>ige weitere<br />

Umstände. So gilt es <strong>in</strong> <strong>der</strong> 4. Dynastie als Regel,<br />

daß <strong>die</strong> Mastaba mit Tura-Kalkste<strong>in</strong> ummantelt,<br />

o<strong>der</strong> wenigstens <strong>die</strong> Kultkammer <strong>in</strong>nen mit dem<br />

besten Ste<strong>in</strong> verkleidet wurde. Bei Ksj dagegen<br />

ist<br />

<strong>die</strong> Frontmauer aus kle<strong>in</strong>en Würfeln lokalen<br />

Kalliste<strong>in</strong>es erbaut, <strong>die</strong> Rückwände sogar aus<br />

Ziegeln, und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kultkammer wechseln gute<br />

Tu ra blocke mit solchen aus schlechterem Material<br />

mit zahlreichen Muschele<strong>in</strong>schlüssen.<br />

Aus den Darstellungen im Kultrau<strong>in</strong> an sich<br />

s<strong>in</strong>d Schlüsse für <strong>die</strong> zeitüche E<strong>in</strong>reihung nicht<br />

zu ziehen, aber <strong>die</strong> Behandlung e<strong>in</strong>zelner Szenen<br />

und <strong>der</strong> Umstand, daß auf <strong>der</strong> Südwand <strong>die</strong><br />

Speiseliste <strong>in</strong> ihrer späteren endgültigen Fassung<br />

ersche<strong>in</strong>t, verbieten es, <strong>über</strong> <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

h<strong>in</strong>aufzugehen.<br />

2. DIE BESCHREIBUNG.<br />

a) Der Oberbau.<br />

Die Anlage läßt sich nicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en <strong>der</strong> gewohnten<br />

Mastabatypen e<strong>in</strong>reihen, da ihre Gestalt<br />

durch den vorhandenen Raum bed<strong>in</strong>gt war. Es<br />

mußte sich beispielsweise <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> das übliche<br />

Länge-Breiteverhältnis verschieben, da <strong>die</strong><br />

Entfernung zwischen <strong>der</strong> Mastaba <strong>der</strong> 'Iibtjt und<br />

VI n nur rund 7 m betrug. Die Anlage erhielt dadurch<br />

e<strong>in</strong>e gedrungene Form (7,38x8,75). Die<br />

erhaltene Höhe 3,50 m ist nicht <strong>die</strong> ui'sprüngliche,<br />

es fehlen noch rund 80 cm. Das ergibt sich zunächst<br />

aus <strong>der</strong> Bedachung <strong>der</strong> Kultkammer. Die<br />

Deckplatten ragen mit <strong>der</strong> Oberseite etwa 60 cm<br />

<strong>über</strong> das Mauerwerk <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>seite, <strong>über</strong> ihnen<br />

muß aber noch e<strong>in</strong>e Abschhißschicht gelegen<br />

haben. Ferner ist <strong>die</strong> Mauer, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Ostseite des<br />

Nordwestschachtes fortsetzt, 50 cm <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

oberste Ste<strong>in</strong>lage <strong>der</strong> Front erhalten. Fügen wir<br />

<strong>die</strong> 80 cm zu den erhaltenen 3,50 cm, so schloß<br />

das Dach <strong>der</strong> Mastaba mit <strong>der</strong> Oberseite <strong>der</strong><br />

Nachbaranlagen ab. Das Bild war also <strong>von</strong> dem<br />

heutigen ganz verschieden, bei dem Ksj zwischen<br />

VI s und VI n e<strong>in</strong>en Sattel bildet. E<strong>in</strong>e gerade<br />

Oberkante lief ursprünglich öö m weit <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Südecke <strong>der</strong> ^Isbtjt bis zum Nordende <strong>von</strong> VI n.<br />

Als Süd- und Nordwand wurden <strong>die</strong> Stirnwände<br />

<strong>von</strong> VI s und VI n benützt. Da <strong>die</strong>se geneigt<br />

s<strong>in</strong>d, mußte sich <strong>der</strong> Zwischenbau Kij'a<br />

nach oben erweitern; <strong>der</strong> Längenunterschied<br />

zwischen <strong>der</strong> Grundl<strong>in</strong>ie und dem oberen Abschluß<br />

beträgt rund 2 m. Er müßte an sich noch<br />

bedeuten<strong>der</strong> se<strong>in</strong>, aber man hatte, um Raum zu<br />

gew<strong>in</strong>nen, <strong>die</strong> unterste Lage <strong>der</strong> schrägen Blöcke<br />

<strong>von</strong> VI n senkrecht abgearbeitet; bei VI s<br />

('hbtjt) war <strong>die</strong> nördliche Schmalwand mit Turakalkste<strong>in</strong><br />

verkleidet. Die LTmmantelung war<br />

aber nie vollendet worden und wies, als Kij<br />

se<strong>in</strong>en Bau begann, nur drei Lagen auf. Die Bossen<br />

waren noch nicht ganz abgearbeitet. In <strong>die</strong><br />

Qua<strong>der</strong>n wurden <strong>die</strong> unteren Schichten <strong>der</strong><br />

Frontmauer verzahnt und griffen dann auf <strong>die</strong><br />

Oberfläche <strong>der</strong> letzten Schicht <strong>über</strong>. Für <strong>die</strong> drei<br />

unteren Lagen <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>seite benutzte man<br />

größere Blöcke <strong>von</strong> ungleicher Mächtigkeit. Die<br />

größten Maße betrugen bei <strong>der</strong> ersten Schicht<br />

80 cm, bei <strong>der</strong> zweiten 60, bei <strong>der</strong> dritten 40 cm.<br />

Weiter h<strong>in</strong>auf aber kamen nur mehr kle<strong>in</strong>ere<br />

Würfel <strong>in</strong> Verwendung, <strong>die</strong> Maße nehmen allmählich<br />

ab, <strong>die</strong> vierte Reihe ist 30, <strong>die</strong> fünfte<br />

25 cm stark, <strong>die</strong> restlichen Schichten s<strong>in</strong>d rund<br />

20 cm breit. Der NeigungsAv<strong>in</strong>kel <strong>der</strong> Wand ist<br />

ganz ger<strong>in</strong>gfügig, sie wirkt fast senkrecht. Die<br />

Rückwand <strong>der</strong> Mastaba wird durch e<strong>in</strong>e Ziegel<strong>in</strong>auer<br />

gebildet. In Verwendung kamen hellgelbe<br />

und schwarze Ziegel; e<strong>in</strong>e feste Regel für den<br />

Wechsel des Materials besteht nicht. Die dunklen<br />

Ziegel bestehen aus Nilschlamm, dem Häcksel<br />

beigemischt ist, <strong>die</strong> hellen avis Lehm, <strong>der</strong> mit<br />

Sand uiul Kieseln durchsetzt ist. Die Ste<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d<br />

<strong>in</strong> groben Nilschlamm gebettet, <strong>in</strong> den man we<br />

heutzutage auch Kiesel und Scherben gepreßt hat.<br />

Die Mauer beg<strong>in</strong>nt nicht mit <strong>der</strong> Westl<strong>in</strong>ie <strong>der</strong><br />

Nachbarmastabas VI.s und VI«, <strong>von</strong> <strong>der</strong> Unterkante<br />

<strong>der</strong> letzteren ist sie 90 cm entfernt. Der<br />

Grund für <strong>die</strong>se Rücksetzung ist e<strong>in</strong>leuchtend:<br />

Die Rückwand <strong>der</strong> Mastaba des Ksj ist senkrecht,<br />

während <strong>die</strong> anschließenden Anlagen geböschte<br />

Außenseiten haben. Hätte <strong>die</strong> Ziegelmauer<br />

auf <strong>der</strong> gleichen L<strong>in</strong>ie liegonnen, so wäre<br />

ihr Oberteil nach Westen vorgestanden. Da <strong>die</strong><br />

Dachkante <strong>von</strong> VIw um rund 30 cm westlicher<br />

liegt, als <strong>die</strong><strong>der</strong>'/;6


120 Keemanx Jt'xker.<br />

Am Nordende, diclit gegen <strong>die</strong> Südostecke voii<br />

Mastaba VI« gebaut, bef<strong>in</strong>det sich <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang<br />

zur Kultkammer. Die Mauer spr<strong>in</strong>gt auf e<strong>in</strong>er<br />

Breite <strong>von</strong> 1,70 m gegen <strong>die</strong> Front um .30 cm<br />

zurück. Die Pfosten werden a^is luehreren<br />

Blöcken gebUdet, selbst <strong>der</strong> Architrav zeigt ajn<br />

Xordende e<strong>in</strong>e Anstückelung. Auf ihm bef<strong>in</strong>det<br />

sicli e<strong>in</strong>e 65 cm hohe Lage geglätteter Blöcke, dar<strong>über</strong><br />

zeigt das Mauerwerk wie<strong>der</strong> <strong>die</strong> kleiuen<br />

rauhen Würfel <strong>der</strong> übrigen Wand.<br />

Die Pfosten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> vier Lagen <strong>von</strong> Blöcken<br />

gebaut, <strong>die</strong> sich nicht entsprechen. Für den Nordpfosten<br />

s<strong>in</strong>d zum Teil <strong>die</strong> Blöcke <strong>der</strong> Mastaba<br />

VIn entsprechend abgearbeitet. Die Ecke des<br />

Südpfostens ist zweimal durch Flickste<strong>in</strong>e ausgebessert,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e sauber au.sgeführte Vertiefung<br />

gesetzt und mit fe<strong>in</strong>em Mörtel gebunden<br />

wurden.<br />

Was das verwendete Material betrifft, so hat<br />

man den E<strong>in</strong>druck, daß nicht genügend gute<br />

Ste<strong>in</strong>e zur Verfügung standen, auch nicht <strong>in</strong> den<br />

erfor<strong>der</strong>lichen Maßen und daß man sich schlecht<br />

und recht behelfen mußte. So zeigt beispielsweise<br />

<strong>der</strong> Südpfosten untenNummulit, obenTuraste<strong>in</strong>;<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>en NummuHtblock ist e<strong>in</strong> Flickste<strong>in</strong><br />

aus bestem Kalkste<strong>in</strong> e<strong>in</strong>gesetzt. Bei dem nördlichen<br />

Pfosten s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Qua<strong>der</strong>n schlecht auf<br />

Fug geschnitten. Die Ritzen, bis zu 1 cm breit,<br />

wurden mit e<strong>in</strong>em blaßrosa Mörtel verschmiert,<br />

<strong>in</strong> den dann auch Teile <strong>der</strong> Hieroglyphen geschnitten<br />

s<strong>in</strong>d. Der Mörtel ist stark rieselig, auch<br />

s<strong>in</strong>d Nachweise <strong>von</strong> gemahlenen '["onscherben<br />

vorlianden. Die Türrolle, dei' .\rchitrav. sowie <strong>die</strong><br />

<strong>über</strong> ihm liegende Schicht bestehen aus Tura-<br />

Kalkste<strong>in</strong>. Die Decke und <strong>der</strong> Rollbalken weisen<br />

Spuren e<strong>in</strong>es dunkelroten Anstriches auf.<br />

Der E<strong>in</strong>gang mündet <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en HO cm breiten<br />

Rücksprung <strong>der</strong> östlichen Kammerwand, so daß<br />

an beiden Seiten Raum für <strong>die</strong> Angel und den<br />

Anschlag <strong>der</strong> Holztür bleibt. Oben an <strong>der</strong> Nordostecke<br />

sieht man noch, wie <strong>der</strong> harte Ste<strong>in</strong> mit<br />

dem Zapfenloch e<strong>in</strong>gesetzt war (vergl. Giza II,<br />

Abb. 4); <strong>in</strong> dem Deckbalken des Rücksprunges<br />

ist e<strong>in</strong>e Vertiefung mit dem Schnitt e<strong>in</strong>es umgekehrten<br />

Paralleltrapezes ausgehauen, das heißt,<br />

<strong>die</strong> Längsseiten (40 cm) und <strong>die</strong> Schmalseiten<br />

(22 cm) verbreitern sich nach oben. An <strong>der</strong> LTnterseite<br />

steht nördlich noch das Flickstück, das<br />

nach E<strong>in</strong>setzen des durchlochten Zapfenste<strong>in</strong>es,<br />

untergeschoben wurde. Über <strong>der</strong> Lochung war <strong>der</strong><br />

Deckbalken selbst noch e<strong>in</strong> wenig ausgehöhlt, <strong>der</strong><br />

Durchmesser <strong>die</strong>ses Zapfenlochendes beträgt 8 cm.<br />

Im Innern <strong>der</strong> Kammer sehen wir das gleiche<br />

Bild des unzureichenden Materials. Es s<strong>in</strong>d drei<br />

verschiedene Ste<strong>in</strong>sorten vertreten: Der Sockel<br />

l)esteht unten zum größten Teil ausNummulit. auf<br />

<strong>der</strong> Ostwand f<strong>in</strong>den sich auch Blöcke aus e<strong>in</strong>em<br />

härteren Kalkste<strong>in</strong> mit grollen Muschele<strong>in</strong>schlüssen.<br />

In <strong>der</strong> zweiten Lage wurde meist fe<strong>in</strong>erer<br />

Kalkste<strong>in</strong> verwendet. Für den oberen Teil <strong>der</strong><br />

Wände, <strong>der</strong> Darstellungen und Inschriften trägt,<br />

lienützte man als Verkleidung Turaplatten, nur<br />

an e<strong>in</strong>igen Stellen Nummulit : In<strong>der</strong> oberenrechten<br />

und unteren l<strong>in</strong>ken Ecke <strong>der</strong> Nordwand, im unteren<br />

Teil <strong>der</strong> Südwand und <strong>über</strong> <strong>der</strong> nördlichen<br />

Sche<strong>in</strong>tür. Der Unterschied wirkt sieh deutlich<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Erhaltung aus. Die fe<strong>in</strong>en Tura-Blöcke<br />

zeigen nicht <strong>die</strong> ger<strong>in</strong>gste Verän<strong>der</strong>ung, während<br />

l)ei den gewöhnhcheren Platten <strong>die</strong> Oberfläche<br />

lauh und bröselig geworden war; <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong> hat<br />

offenbar unter E<strong>in</strong>wirkung <strong>der</strong> atmosphärischen<br />

Luft zu arbeiten begonnen. Die Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong><br />

Mastabas s<strong>in</strong>d gewöhnlich e<strong>in</strong> Wertmesser für<br />

<strong>die</strong> beim Bau aufgewendete Sorgfalt und für <strong>die</strong><br />

Besitzverhältnisse des Grab<strong>in</strong>habers. In reichen<br />

Anlagen s<strong>in</strong>d sie meist aus e<strong>in</strong>em e<strong>in</strong>zigen Block<br />

des besten Materials gearbeitet. Damit war e<strong>in</strong>e<br />

bessere Gewähr für <strong>die</strong> Sicherheit <strong>der</strong> dah<strong>in</strong>terliegenden<br />

Statuenräume und für den Bestand<br />

des wichtigsten Teiles <strong>der</strong> Kultkammer, <strong>der</strong><br />

Opferstelle gegeben. In unserem Falle s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

Sche<strong>in</strong>türen aus je fünf Teilen zusammenge.setzt.<br />

wobei unten Blöcke aus Nummulit, oben aus Tura-<br />

Kalkste<strong>in</strong> verwendet wui'den. Bei <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür<br />

ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte e<strong>in</strong> Qua<strong>der</strong> des härteren<br />

lokalen Mateiials mit größeren E<strong>in</strong>sc^hlüssen verbaut.<br />

Die Bearbeitung <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>e läßt manches zu<br />

wünschen übrig. Im oberen Teil, <strong>der</strong> Bil<strong>der</strong> und<br />

Beschriftung trägt, ist <strong>der</strong> Fugenschnitt sorgfältig<br />

und <strong>die</strong> Glättung meist tadellos. Der<br />

Sockel dagegen ist e<strong>in</strong>fach nachlässig gearbeitet.<br />

Die Blöcke stoßen zum Teil <strong>in</strong> unregelmäßigen<br />

L<strong>in</strong>ien ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong> und <strong>die</strong> Oberfläche weist wie<strong>der</strong>holt<br />

Vertiefungen auf, <strong>die</strong> mit Mörtel ausgefüllt<br />

s<strong>in</strong>d. Diese wenig sorgfältige Behandlung<br />

<strong>der</strong> unteren Wände tritt heute stark hervor, war<br />

aber ursprünglich nicht zu gewahren. Denn danials<br />

trugen alle Flächen e<strong>in</strong>heitlich e<strong>in</strong>e fe<strong>in</strong>e<br />

Putzschicht, <strong>die</strong> alle Verschiedenheiten des Materials,<br />

alle Ungleicliraäßigkeiten <strong>der</strong> Fugen und<br />

Unebenheiten <strong>der</strong> Oberfläche verdeckte, so daß<br />

<strong>die</strong> Kammer wie aus e<strong>in</strong>em Guß gearbeitet erschien.<br />

Spuren <strong>die</strong>ses fe<strong>in</strong>en Verputzes gewahrt


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Orabfnoen atf dem Friedhof <strong>von</strong> Ciza.<br />

Tn^l-


128 Hermann Junker.<br />

man an verschiedenen Stellen, <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e dicht<br />

unter dem roten Streifen, <strong>der</strong> 120 cm <strong>über</strong> dem<br />

Pflaster, <strong>die</strong> Flächen mit den Darstellungen <strong>von</strong><br />

dem Sockel trennt.<br />

Das Pflaster <strong>der</strong> Kammer besteht aus Kalkste<strong>in</strong>platten,<br />

<strong>die</strong> unregehnäßig geschnitten, niclit<br />

genau ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong>passen und nur oberflächlich<br />

geglättet s<strong>in</strong>d. An <strong>der</strong> Westseite sitzt <strong>die</strong> Mauer<br />

auf den Platten auf; im Norden ist e<strong>in</strong> Block <strong>der</strong><br />

südlichen Schmalseite <strong>von</strong> Mastaba VI« bis zur<br />

Pflastertiefe abgearbeitet.<br />

Die Bedachung des Raumes erfolgte durch<br />

vier mächtige Kalkste<strong>in</strong>blöcke, <strong>der</strong>en Oberseite<br />

ganz unbearbeitet ist und zimi Teil bis dicht unter<br />

<strong>die</strong> Bedachungsschicht <strong>der</strong> Ma.staba reichte. Dicht<br />

h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Westwand liegt <strong>der</strong> Statuenraum ;<br />

er<br />

ist fast so lang wie <strong>die</strong> Kammer selb.st und se<strong>in</strong><br />

Boden lag auf gleicher Höhe mit ihrem Pflaster '..<br />

dagegen besteht e<strong>in</strong> Höhenunterschied <strong>von</strong> 95 cm.<br />

Die Bedachung bilden schwere Kalkste<strong>in</strong>blöcke,<br />

nur auf <strong>der</strong> Unterseite bearbeitet; e<strong>in</strong>ige <strong>der</strong>selben<br />

lagen noch an ihrer ursprünglichen Stelle.<br />

Der Serdcäb war <strong>in</strong> früherer Zeit geplün<strong>der</strong>t worden<br />

und enthielt ke<strong>in</strong>e Reste <strong>von</strong> Statuen.<br />

1)) Die unterirdischen Räume.<br />

Die Mastaba enthielt drei Begräbnisse. Der<br />

Hauptschacht bef<strong>in</strong>det sich unmittelbar neben<br />

<strong>der</strong> Statuenkammer, <strong>die</strong> Nebenschächte liegen<br />

im westhchen Teil des Mas.sivs, symmetrisch angeordnet.<br />

Für <strong>die</strong> Maße siehe <strong>die</strong> Pläne Abb. 12<br />

und 13. Die Ausmauerung <strong>der</strong> Schächte entspricht<br />

<strong>in</strong> Giza durchweg <strong>der</strong> Art des äußeren<br />

Kernmauerw'erkes. Bei den kle<strong>in</strong>würfligen Anlagen<br />

<strong>der</strong> 4. Dynastie werden beispielsM'eise <strong>die</strong><br />

gleichen kle<strong>in</strong>en Ste<strong>in</strong>e verwendet, bei den aus<br />

großen Blöcken aufgetürmten Tumuli <strong>der</strong> Chephren-<br />

und Myker<strong>in</strong>os-Zeit <strong>die</strong>.selben schweren Qua<strong>der</strong>n*.<br />

Es wurden eben <strong>die</strong> Schächte mit den<br />

Außenmauern gleichzeitig hochgeführt. In unserem<br />

Falle haben wir e<strong>in</strong>e Vor<strong>der</strong>seite aus Hauste<strong>in</strong>en<br />

mit Bruchste<strong>in</strong>h<strong>in</strong>termauerung und e<strong>in</strong>e<br />

Rückseite aus Nilschlammziegeln. Dem gleichen<br />

Wechsel des Materials begegnen wir auch liei den<br />

Schächten. Auf <strong>der</strong> Ostwand des Hauptschachtes<br />

sehen wir unmittelbar <strong>über</strong> dem Fels drei<br />

Lagen guter Hauste<strong>in</strong>e, es folgen dann: e<strong>in</strong><br />

großer Qua<strong>der</strong>, e<strong>in</strong>e Lage Bruchste<strong>in</strong>e und zwei<br />

Lagen Ziegel, drei Lagen Bruchste<strong>in</strong>e und zwei<br />

Lagen Ziegel, <strong>die</strong> luiförmlicli groß, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en groben<br />

Nilschlamm -Mörtel gesetzt s<strong>in</strong>d, <strong>der</strong> Sand, Kiesel<br />

und Tonscherben enthält. Für weitere E<strong>in</strong>zelheiten<br />

siehe <strong>die</strong> Schnitte auf Abb. 13. An <strong>der</strong><br />

Sohle des Hauptschachtes führt e<strong>in</strong> kurzer Gang<br />

zu dem im Westen gelegenen Sargraum. Die Lage<br />

<strong>der</strong> Kammer bedarf <strong>der</strong> Erklärung. Für <strong>die</strong> 4. bis<br />

5. Dynastie gilt als Regel, daß <strong>der</strong> für <strong>die</strong> Leiche<br />

bestimmte <strong>in</strong>iterirdische Raum im Süden des<br />

Schachtes liegt, se<strong>in</strong>en Ausgang also nach Norden<br />

hat. Dieser Brauch ist <strong>von</strong> den Königsgräbern<br />

<strong>über</strong>nommen, <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang <strong>der</strong> Pyramiden<br />

liegt stets im Norden. Denn <strong>der</strong> Ba des Königs<br />

sollte zu den Circumpolarsternen, den ,, Unvergänglichen",<br />

steigen und wie<strong>der</strong> zum Leichnam<br />

zurückkehren. Die gleiche Vorstellung liegt <strong>der</strong><br />

Richtung des Sargraumes <strong>in</strong> den Mastabas zugrunde.<br />

Erst mit Ende <strong>der</strong> 5. und Beg<strong>in</strong>n <strong>der</strong><br />

(). Dynastie begegnen wir häufigeren Ausnahmen<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Regel. Die unterirdische Kammer wird<br />

im Westen des Schachtes angelegt, sodaß ihr<br />

Au.sgang nach Osten führt. Dieser Wandel hängt<br />

gewiß mit dem stärkeren Durchdr<strong>in</strong>gen des Totenkultes<br />

durch <strong>die</strong> Sonnenreligion zusammen.<br />

Jetzt herischt <strong>der</strong> Wunsch vor, daß <strong>der</strong> Tote <strong>die</strong><br />

aufgehende Sonne schaue und sich des Tageslichtes<br />

erfreue*. Es fragt sich nun, ob wir <strong>die</strong> Anordnung<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Kt] schon <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem<br />

S<strong>in</strong>ne zu erklären haben. Der Befund <strong>in</strong> den<br />

meisten an<strong>der</strong>en gleichzeitigen Mastabas spricht<br />

dagegen. Das müßte freilich nicht unbed<strong>in</strong>gt<br />

maßgebend se<strong>in</strong>, es könnte e<strong>in</strong> erster Ansatz zu<br />

dem späteren Brauch vorliegen. Es gibt aber auch<br />

an<strong>der</strong>e äußere und <strong>in</strong>nere Gründe, aus denen e<strong>in</strong><br />

Abweichen <strong>von</strong> <strong>der</strong> Regel erfolgen konnte. So,<br />

wenn das Geste<strong>in</strong> an <strong>der</strong> Südseite des Schachtes<br />

zu schlecht war und e<strong>in</strong>e Aushöidung für <strong>die</strong><br />

Kammer erschwerte. Bei A'?/ dürfte aber <strong>die</strong>s <strong>der</strong><br />

Grund nicht gewesen se<strong>in</strong>. — Im Falle <strong>der</strong> NMrkij<br />

^\'urde <strong>die</strong> Sargkammer im Norden des Schachtes<br />

angebracht, damit sie nahe <strong>der</strong> ihres Vaters liege.<br />

Ähnliche Gründe lagen bei Kmjnjswt II vor und<br />

bei Schacht 894.<br />

Vielleicht veranlaßte Ksj e<strong>in</strong>e entgegengesetzte<br />

Erwägung, <strong>von</strong> dem Brauch <strong>der</strong> Zeit abzugehn.<br />

Hätte er <strong>die</strong> Sargkammer, wie üblich, im Süden<br />

des Schachtes angebracht, so wäre sie unter <strong>der</strong><br />

Ma.staba <strong>der</strong> ''Iibtjt gelegen. Das wäre e<strong>in</strong>er Mitbenützung<br />

des Grabes <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong> gleichgekommen,<br />

wie <strong>die</strong> oben angeführten Beispiele<br />

1 Siehe Giza I, S. 40. » Siehe Vorbericht 1929 S. 122f.


Drittkk BERrniT i'BKR DIE Orahtx(;ex atf DEM Friedhof vox Giza. 12!t


130 Hermann Jttnkee.<br />

zeigen. Nun verdankt aber Kij se<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>künfte<br />

nicht zum ger<strong>in</strong>gen Teil <strong>der</strong> '1,'btjt und er hat <strong>in</strong><br />

Anerkennung <strong>die</strong>ser Tatsache ihren Kultraum<br />

neu herrichten lassen. So f<strong>in</strong>den wir es verständlich,<br />

daß er sich scheute, durch <strong>die</strong> Anlage se<strong>in</strong>es<br />

Grabraumes <strong>die</strong> Unversehrtheit ihrer Mastaba zu<br />

verletzen.<br />

Die Kammer ist niedrig und wenig sorgfältig<br />

ihr Boden ist uneben und ihre Wände<br />

gearbeitet ;<br />

s<strong>in</strong>d unregelmäßig ausgehauen. Von <strong>der</strong> Bestattung<br />

fanden wir nichts mehr vor ; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe<br />

gefundene, besser gearbeitete Sche<strong>in</strong>vasen aus<br />

Ton dürften <strong>von</strong> den Beigaben stammen.<br />

Der südwestliche Schacht hat wesentlich ger<strong>in</strong>gere<br />

Ausmaße. Er führt vom erhaltenen Rand<br />

durch Mauenverk aus Bruchste<strong>in</strong>en und Ziegeln<br />

nur noch 0,64 m im Fels fort. E<strong>in</strong>e eigene Grabkammer<br />

ist nicht vorhanden. Die Leiche lag auf<br />

<strong>der</strong> Sohle des Schachtes, nord-südlich, den Kopf<br />

im Norden, und war mit e<strong>in</strong>em Halbgewölbe <strong>von</strong><br />

Bruchste<strong>in</strong>en <strong>über</strong>deckt. Das e<strong>in</strong>e Ende <strong>der</strong> Wölbung<br />

ruht auf zwei größeren Bruchstemen, das<br />

an<strong>der</strong>e liegt auf <strong>der</strong> Felskante auf, <strong>die</strong> hier gegen<br />

das Mauei-w'erk um 12 cm zurücktritt. Das Skelett<br />

war so schlecht erhalten, daß e<strong>in</strong>e Bergung<br />

unmöglich war. Beigaljen waren nicht vorhanden.<br />

Der nordwestliche Schacht ist enger, aber<br />

tiefer. Se<strong>in</strong>e Maße s<strong>in</strong>d 1,10 x 1.10—5.92 m. Die<br />

Ausmauerung zeigt den gleichen Wechsel an<br />

Material: nach e<strong>in</strong>er untersten Schicht <strong>von</strong><br />

Bruchste<strong>in</strong>en folgen 11 Lagen Ziegel, <strong>der</strong> Rest<br />

ist wie<strong>der</strong> Bruchste<strong>in</strong>mauerwerk. Der <strong>in</strong> den<br />

Fels getriebene Teil mißt 1,23 m. Zur Aufnahme<br />

<strong>der</strong> Leiche wurde auf <strong>der</strong> Sohle e<strong>in</strong>e trogartige<br />

Vertiefung, Süd-Nord verlaufend aiisgehauen.<br />

Als Bedachung <strong>die</strong>nten zwei schwere<br />

Platten, <strong>die</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Trogkanten gelegt wurden.<br />

Der Tote lag wie im Südwestschacht zusammengekauert<br />

auf <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Seite, <strong>der</strong> Kopf im Norden.<br />

Es fehlte auch hier jede S]mr <strong>von</strong> Beigaben.<br />

3. DIE DARSTELLUNGEN.<br />

a) Verteilung <strong>der</strong> Reliefs, ihre Art<br />

und B e m a 1 u n g<br />

.<br />

1 . Das Tor ist ganz mit Darstellungen und<br />

Hieroglyphen bedeckt: <strong>der</strong> Architrav, <strong>der</strong> Rundbalken,<br />

<strong>die</strong> Pfosten und <strong>die</strong> Türlaibvmgen. Im<br />

Innern <strong>der</strong> Kammer tragen <strong>die</strong> West-, Süd- und<br />

Nordwand Reliefschmuck. Die Ostwand dagegen<br />

blieb frei. Ob <strong>die</strong>s absichtlich geschehen ist ?<br />

Über <strong>die</strong> Beschränkung <strong>der</strong> Reliefs auf bestünmte<br />

Teile des Kidtraumes wurde Giza II,<br />

S. 99 gehandelt. Aber <strong>die</strong> Verhältnisse liegen hier<br />

an<strong>der</strong>s. Vielleicht wurde <strong>die</strong> Rückwand vernachlässigt,<br />

weil dem E<strong>in</strong>tretenden zunächst nur <strong>die</strong><br />

Westwand und dann <strong>die</strong> Schmalwände im Süden<br />

und Norden sichtbar waren. Es mag aber auch<br />

<strong>die</strong> vollständige Ausschmückung des Raumes<br />

ursprünglich geplant worden se<strong>in</strong>. Denn <strong>der</strong><br />

OberteU <strong>der</strong> Ostwand ist ganz mit erlesenen Tura-<br />

Blöcken verkleidet; das wäre unnötig gewesen,<br />

denn <strong>die</strong> freien Flächen erhielten alle e<strong>in</strong>en<br />

Stuck<strong>über</strong>zug.<br />

2. Die Darstellungen imd Inschriften an dem<br />

E<strong>in</strong>gang s<strong>in</strong>d alle <strong>in</strong> vertieftem Relief hergestellt.<br />

Ebenso <strong>die</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong> Kammer und<br />

<strong>der</strong> zwischen ihnen gelegenen Fläche.<br />

Die Beischriften<br />

s<strong>in</strong>d hier dagegen <strong>in</strong> erhöhtem Relief,<br />

mit Ausnahme des Namens <strong>der</strong> Frau. In Hochrelief<br />

gehalten s<strong>in</strong>d auch <strong>die</strong> Szenen <strong>über</strong> den<br />

Sche<strong>in</strong>türen und alle Darstellungen <strong>der</strong> Nordwand.<br />

Auf <strong>der</strong> Südwand wie<strong>der</strong>um f<strong>in</strong>det sich<br />

nur Tiefrelief. Es ist sch-wierig, <strong>die</strong>sen Wechsel<br />

zu erklären. Das Tiefrelief wurde bei den Türen<br />

<strong>der</strong> Kultkammern oft wohl darum vorgezogen,<br />

weil <strong>die</strong> Licht- <strong>in</strong>id Schatten^\^rkung bei ihm<br />

stärker ist. Vielleicht auch, weU es dauerhafter<br />

war, denn <strong>die</strong> Figuren fanden <strong>in</strong> <strong>der</strong> Vertiefung<br />

besseren Schutz gegen Venvitterung. Desgleichen<br />

erklärt sich<br />

das Tiefrelief auf den Sche<strong>in</strong>türen,<br />

<strong>der</strong>en Material Granit se<strong>in</strong> sollte, <strong>der</strong> sich für<br />

Hochrelief nicht eignete, siehe dar<strong>über</strong> Giza II,<br />

S. 100 ff. Diese Erklärungen versagen aber für<br />

den Mittelteil <strong>der</strong> Westwand und für <strong>die</strong> Südwand.<br />

Vielleicht fehlten <strong>die</strong> Mittel für e<strong>in</strong>e gleichmäßige<br />

Durchführung. Das Hochrelief ist <strong>die</strong><br />

bessere, kostspieligere Arbeit. Es ist <strong>in</strong> unserer<br />

Kammer sehr sorgfältig ausgeführt. E<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>s<br />

gute Arbeit zeigen <strong>die</strong> Tierdarstellungen auf<br />

<strong>der</strong> nördlichen Schmalwand. Bei dem vertieften<br />

Relief dagegen haben wir oft den E<strong>in</strong>druck <strong>der</strong><br />

Nachlässigkeit. Es mag daher so se<strong>in</strong>, daß man <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Kammer zunächst mit dem HochreUef angefangen<br />

hat und dann zum vertieften Relief<br />

<strong>über</strong>g<strong>in</strong>g, weil man <strong>in</strong> Eile war, o<strong>der</strong> weil <strong>die</strong><br />

Mittel nicht mehr reichten.<br />

3. Die Bemalung war beim Auff<strong>in</strong>den <strong>der</strong><br />

Mastaba vollkommen erhalten. Die Sche<strong>in</strong>türen<br />

auf <strong>der</strong> Westwand zeigten leuchtende Farben, als<br />

ob sie eben aufgetragen wären. Im allgeme<strong>in</strong>en<br />

haben sie sich beim vertieften Relief besser erhalten.<br />

Vielleicht war das Hochrelief zu glatt,


Dritter Bertcht übek <strong>die</strong> Grabungen ax'f dem Friedhof <strong>von</strong> ClizA. 131


I Die<br />

132 Hermann Junker.<br />

so daß <strong>der</strong> dünne Überzug abfiel, während er<br />

beim Tiefrelief <strong>in</strong> <strong>der</strong> Versenkung besser haftete.<br />

Denn <strong>die</strong> Farben s<strong>in</strong>d nicht auf den Ste<strong>in</strong> direkt<br />

aufgetragen. Die Gefahr des Abbröcke<strong>in</strong>s <strong>der</strong><br />

Stuckschicht lag bei dem versenkten Relief nur<br />

bei größeren ungeglie<strong>der</strong>ten Flächen vor, wie bei<br />

den lebensgroßen Figuren des Grabherrn und<br />

se<strong>in</strong>er Frau.<br />

Bei dem Tiefrehef ergab sich wegen des erhöhten<br />

Randes e<strong>in</strong>e Schwierigkeit <strong>in</strong> <strong>der</strong> Bemalung.<br />

Sie hätte sich auf das Innere <strong>der</strong> Vertiefung<br />

beschränken müssen. In unserer Mastaba<br />

sche<strong>in</strong>t es aber Regel zu se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> rote Umrißzeichnung<br />

immer <strong>der</strong> scharfen Kante entlang lief<br />

und <strong>die</strong> ganze e<strong>in</strong>gerahmte Fläche mit den entsprechenden<br />

Farben bemalt wrirde. Das bee<strong>in</strong>flußte<br />

<strong>die</strong> Form, da auch <strong>die</strong> senkrechte Innenseite<br />

des Randes Farbe erhielt, <strong>die</strong> nun <strong>über</strong> den<br />

eigentlichen Umriß des Bildes h<strong>in</strong>ausg<strong>in</strong>g. Das<br />

war bei großen Flächen ohne Belang, es bee<strong>in</strong>trächtigte<br />

aber <strong>die</strong> Wirkung, wenn kle<strong>in</strong>ere Figuren<br />

vorlagen. Außerdem ei'gaben sich leicht<br />

folgende Unregelmäßigkeiten: Erstens folgt <strong>die</strong><br />

Umrißl<strong>in</strong>ie nicht genau <strong>der</strong> spitzen Kante, son<strong>der</strong>n<br />

liegt e<strong>in</strong> wenig nach außen o<strong>der</strong> nach <strong>in</strong>nen.<br />

Zweitens wurde beim Absetzen des P<strong>in</strong>sels <strong>die</strong><br />

neue L<strong>in</strong>ie nicht genau an <strong>die</strong> alte angeschlossen.<br />

Drittens bestand <strong>die</strong> Gefahr, daß <strong>die</strong> Färbung<br />

<strong>über</strong> <strong>die</strong> Umrißl<strong>in</strong>ie h<strong>in</strong>ausg<strong>in</strong>g. Solchen Fehlern<br />

begegnen wir verschiedentlicli, z<strong>in</strong>n Beispiel bei<br />

<strong>der</strong> großen Figur des Grabherrn auf <strong>der</strong> Westwand,<br />

auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür bei Tritj und Nfrism,<br />

und bei Hsjr' auf <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür.<br />

In e<strong>in</strong>igen Fällen Moirden <strong>die</strong> Zeichen direkt<br />

<strong>in</strong> Farbe auf den Stuck gesetzt, ohne Vorzeichnungen<br />

durch erhöhtes o<strong>der</strong> vertieftes Relief. So<br />

bei dem Titel und Namen des //«/?•', M:'l.hp<br />

und des Tntj.<br />

Die Innenzeichnung <strong>der</strong> Figuren müßte <strong>in</strong><br />

Ste<strong>in</strong> bei Hoch- und Tiefrelief <strong>in</strong> gleicher Weise<br />

angegeben sem. Aber <strong>in</strong> unserer Kultkammer ist<br />

e<strong>in</strong> deutlicher Unterschied zu gewahren. Es werden<br />

zwar auch bei dem erhöhten Relief manches<br />

Mal dem Maler E<strong>in</strong>zelheiten <strong>über</strong>lassen, v>ne <strong>die</strong><br />

fe<strong>in</strong>en Muster auf <strong>der</strong> Decke des hornlosen R<strong>in</strong>des<br />

o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Andeutung <strong>der</strong> Fe<strong>der</strong>n auf Flügel<br />

und Unter.seite des Kranichs. Aber im allgeme<strong>in</strong>en<br />

war <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>metz hier bestrebt, e<strong>in</strong> möglichst<br />

genaues Bild zu geben. Bei dem vertieften Relief<br />

dagegen hat er sich weit mehr mit Umrißzeichnungen<br />

und den nötigsten Angaben <strong>der</strong> E<strong>in</strong>zelheiten<br />

begnügt. Auf dem Architrav und den Außenpfosten<br />

des E<strong>in</strong>ganges ersche<strong>in</strong>en im Tiefrelief<br />

^zz^, ^zz:^, r-^-'—., O, |, O^S^ immer mit Innenzeichnungen,<br />

meist auch Aasgeier und Eule. Auf<br />

<strong>der</strong> nördlichen Türlaibung weisen dagegen <strong>die</strong>se<br />

Zeichen meist nur <strong>die</strong> Umrißl<strong>in</strong>ien auf. Ebenso<br />

<strong>die</strong> Zeichen ^^-5,'^^^, t.\ ,<br />

—«—<br />

,<br />

|aufdenArchitraven<br />

<strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türen und alle Zeichen auf <strong>der</strong><br />

Südwand. Im oberen Teil <strong>der</strong> Westwand aber s<strong>in</strong>d<br />

<strong>die</strong> Hieroglyphen bei dem Hochrelief fast stets<br />

mit allen fe<strong>in</strong>en E<strong>in</strong>zelheiten ausgeführt.<br />

Was <strong>die</strong> Wahl <strong>der</strong> Farben angeht, so werden<br />

bei den Darstellungen wie üblich <strong>die</strong> Männer mit<br />

brauner, <strong>die</strong> Frauen mit gelblicher Hautfarbe<br />

dargestellt. Bei den Hieroglyphen ist manches<br />

Mal e<strong>in</strong>e Abkehr <strong>von</strong> <strong>der</strong> natürhchen Färbung<br />

o<strong>der</strong> auch e<strong>in</strong> Wechsel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Farbengebung zu<br />

gewahren. Im e<strong>in</strong>zelnen seien angeführt:<br />

"^i^ Der Aasgeier weiß, <strong>der</strong> untere Teil <strong>der</strong> Flügel<br />

blau, <strong>der</strong> Kopf und Schnabel rot, rote Schopfhaare,<br />

roter Tupfenkranz am Hals.<br />

^r^Die 5.--Gans Kopf rot, Flügel blau, gegen<br />

Y<br />

Ende gelb.<br />

Die Flasche rot.<br />

—H— Der Riegel rot.<br />

y<br />

Der geflochtene Strick grün o<strong>der</strong> gelb.<br />

1 Die Matte gelb, meist ohne Querl<strong>in</strong>ien <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Mitte.<br />

IJ<strong>in</strong>se grün.<br />

(]<br />

Das Schilfblatt grün, e<strong>in</strong>mal gelb.<br />

=== Die Buchrolle weiß mit roter Innenzeichnung.<br />

Die Eule gelb, Hals, Brust und Be<strong>in</strong>fe<strong>der</strong>n<br />

IfS."<br />

weiß.<br />

'<br />

Der Anpflockstrick gelb mit rotei' Bezeichnung<br />

<strong>der</strong> W<strong>in</strong>dungen.<br />

Herz und Luftröhre weiß<br />

mit roter Innenzeichnung.<br />

Die Placenta, e<strong>in</strong>mal auf <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>türplatte<br />

grün.<br />

Das Schreibgerät rot, <strong>die</strong> Palette grün, <strong>die</strong><br />

Vertiefungen auf ihr rot, e<strong>in</strong>mal kreisförmig,<br />

das an<strong>der</strong>e Mal halbkreisförmig.


Dritter <strong>Bericht</strong> (ber <strong>die</strong> (iKAiu ngen wy dkm Friedüue vox Giza. 133


134 Hermann Ji'xkku<br />

'^zzTs Der Korb mit Henkel gelb ;<br />

<strong>von</strong> dem tieflecht<br />

werden nur <strong>die</strong> waagerechten L<strong>in</strong>ien angegeben,<br />

während bei dem Hochrelief auch <strong>die</strong><br />

senkrechten e<strong>in</strong>gemeißelt s<strong>in</strong>d.<br />

"^57 Die Alabasterschale weiß, mit roter Innenzeichnung,<br />

e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>es Mal gelb mit mehreren<br />

roten Querl<strong>in</strong>ien .<br />

^^z:^ Der Korb ist e<strong>in</strong>mal grün, e<strong>in</strong>mal rot.<br />

fT| Bei <strong>der</strong> Halle s<strong>in</strong>d .Seiten und Dach gelb, <strong>der</strong><br />

Pfosten ist rot.<br />

Die Sonne ist gelb, mit rotem l'unkt <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Mitte.<br />

® Das psn Brot ist weiß mit roter Innenzeichnung.<br />

^ hp ist grün.<br />

^-o—. Bei htp ist <strong>die</strong> Matte grün.<br />

c^^Bei sm ist <strong>der</strong> obere Teil blau, <strong>die</strong> Be<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d<br />

rot.<br />

Rot s<strong>in</strong>d auch das Be<strong>in</strong>, <strong>der</strong> Arm, <strong>der</strong> Mund,<br />

das Taschentuch und <strong>die</strong> .Säule.<br />

b) Inhalt.<br />

1. Die Reliefs stehen fast sämtlich <strong>in</strong> unmittelbarer<br />

Beziehung zur .Speisung des (Jrabherrn.<br />

Nicht e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>zige Darstellung ist dem <strong>die</strong>sseitigen<br />

Leben gewidmet. Auf dem Architrav <strong>über</strong><br />

<strong>der</strong> Tür sitzt Kij mit se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> beim Toten -<br />

mahle. Auf dem äußeren Pfosten ist er mit ihr<br />

aus dem Grabe hervorgetreten^, entwe<strong>der</strong> um<br />

<strong>die</strong> Sonne zu schauen und <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit <strong>der</strong><br />

Diesseitswelt zu treten o<strong>der</strong> auch um den Anverwandten<br />

und Totenpriestern entgegenzugehen.<br />

<strong>die</strong> das Grab besuchen und Gaben für das Mahl<br />

herbeibr<strong>in</strong>gen. Diese letzte Deutiuig kommt alle<strong>in</strong><br />

bei den Darstellungen auf den Türlaibungen <strong>in</strong><br />

Frage. Hier sitzt <strong>der</strong> Verstorbene auf e<strong>in</strong>em<br />

.Sessel und erwartet das Nie<strong>der</strong>legen <strong>der</strong> .Speisen.<br />

Denn auch <strong>die</strong> E<strong>in</strong>gangstür zu <strong>der</strong> Kultkanuneiwurde<br />

als Opferstelle betrachtet. In entsprechenden<br />

Fällen sehen wir den Grabherrn hier vor dem<br />

.Speisetisch dargestellt o<strong>der</strong> es werden vor ihm<br />

Gaben angehäuft und ihre Arten und Mengen<br />

verzeichnet. So ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Hfniwniv<br />

hier <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zige Opferszene dargestellt (Giza I,<br />

Abb. 23c). Bei ^sithtp f<strong>in</strong>det sich <strong>die</strong> .Speismig<br />

des Toten genau wie auf <strong>der</strong> »Südwand <strong>der</strong> Kammer<br />

neben <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür (Giza II. .S. 181 vuv\<br />

' Zu <strong>der</strong> I'jrklänuig sielie (!i/,a 11. tS. I2.jf,<br />

Abb. 25). Vergleiche auch M rjib ^'Qh.A II, S. 27f.<br />

In dei' Kannner selbst wird <strong>die</strong> Darstellung des<br />

Toten am Speisetisch fünfmal wie<strong>der</strong>holt. Sie<br />

ersche<strong>in</strong>t auf den Platten <strong>der</strong> beiden Sche<strong>in</strong>türen,<br />

<strong>über</strong> je<strong>der</strong> .Sche<strong>in</strong>tür und auf <strong>der</strong> Südwand,<br />

hier <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit <strong>der</strong> großen Speiseliste.<br />

Auf den Pfosten <strong>der</strong> .Sciie<strong>in</strong>türen sehen wir <strong>die</strong><br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> des Toten und e<strong>in</strong>en Gabenträger. In <strong>der</strong><br />

Mitte <strong>der</strong> WestA\'and stehen Ksj und se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong><br />

lebensgroß. Sie s<strong>in</strong>d aus <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür<br />

hervorgetreten und blicken den Opfernden<br />

entgegen. Wir können <strong>die</strong> Figuren aber auch <strong>in</strong><br />

Beziehung zu den Darstellungen <strong>der</strong> Nordwand<br />

br<strong>in</strong>gen, auf <strong>der</strong> zw unterst Schenkel <strong>in</strong>id Herz<br />

des Schlachttieres gebracht werden, während <strong>in</strong><br />

den oberen drei Reihen Diener <strong>die</strong> Opfertiere<br />

herbeiführen, R<strong>in</strong><strong>der</strong>, Wild und Geflügel. Der<br />

Zug bewegt sich nach Westen, also dem Grabherrn<br />

entgegen, dazwischen liegt nur <strong>die</strong> Nordsche<strong>in</strong>tüi'.<br />

E<strong>in</strong>em ähnlichen Übergreifen <strong>der</strong><br />

.Szene auf e<strong>in</strong>e anschließende Wand begegnen<br />

wii' beispielsweise auch im Grab des K<strong>in</strong>jnjswt,<br />

(Jiza IL Abb. 18, 19, 20.<br />

Die völlige Beziehung <strong>der</strong> Darstellungen auf<br />

diiw Toteii<strong>die</strong>nst im engeren S<strong>in</strong>ne ist für <strong>die</strong><br />

Mastabas <strong>der</strong> ersten Hälfte <strong>der</strong> 5. Dynastie bezeichnend.<br />

In unserem Falle besteht freilich <strong>die</strong><br />

Schwierigkeit, daß <strong>die</strong> Ostwand wohl für <strong>die</strong> Aufnahme<br />

<strong>von</strong> Darstellungen bestimmt war, <strong>die</strong><br />

Reliefs aber hier nie ausgeführt wurden. Es läge<br />

somit <strong>die</strong> Möglichkeit vor. daß an<strong>der</strong>s geartete<br />

.Szenen vorgesehen waren.<br />

2. E<strong>in</strong>zelbeschreibung. Das Tor <strong>der</strong><br />

Kan<strong>in</strong>uir zeigt <strong>die</strong> üblichen Darstellungen: Rechts<br />

und l<strong>in</strong>ks des E<strong>in</strong>gangs auf den Außenpfosten<br />

schreitet <strong>der</strong> Grabherr <strong>von</strong> se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> begleitet;<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Hand hält er den Stab, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en das .Szepter. Auf dem Unken Pfosten hat<br />

<strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>metz freilich vergessen, den Stab auszumeißeln,<br />

auf <strong>der</strong> rechten das .Sze])ter; <strong>die</strong> ge-<br />

Ijallten Hände beweisen aber, daß sie vorgesehen<br />

waren. Man hat <strong>die</strong> LTnterlassung gewiß dadurch<br />

gut gemacht, daß man <strong>die</strong> fehlenden .Stücke auf<br />

<strong>die</strong> Stuckschicht aufmalte, <strong>die</strong> ursprünglich<br />

sämtliche Reliefs bedeckte. Rechts trägt Kij <strong>die</strong><br />

Sti'ähnenfrisur, den Halskragen, e<strong>in</strong>en Fältelschurz<br />

und <strong>die</strong> unten zu beschreibende Weste<br />

mit breitem .Schiilterband. l<strong>in</strong>ks das kurze natürliche<br />

Haar und den weiten Lendenschurz;<br />

<strong>der</strong> Halsschmuck fehlt. Auf dem nördlichen<br />

Pfosten steht se<strong>in</strong>e Frau sche<strong>in</strong>bar h<strong>in</strong>ter ihm.


II<br />

—<br />

DkITTKK JJeKUJIT iUER DIK (JrABI'XGEN ATF DEM FRIEDHOF VOX GlZA. 135<br />

^<br />

<br />

o<br />

mn nil<br />

JL<br />

#i<br />

w<br />

^<br />

^ /H<br />

^~-^-<br />

Ä?;^«ÄJ5:k<br />

0Ö ^j^ÄÄÄJÄ ^<br />

ÄftA


13fi<br />

Hermann Junker.<br />

ill Wirklichkeit zu se<strong>in</strong>er L<strong>in</strong>ken ; ihr l<strong>in</strong>ker Ann<br />

hängt herab, ihre rechte Hand liegt auf se<strong>in</strong>er<br />

rechten Schulter. Der Damnen ist dabei, wie <strong>in</strong><br />

allen ähnlichen Darstellungen <strong>der</strong> Mastaba <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Höhe gestreckt <strong>in</strong>id im Profil gesehn, während<br />

<strong>die</strong> übrigen F<strong>in</strong>ger schräg <strong>über</strong> <strong>die</strong> Schulter ihres<br />

Gemahls gelegt, vor<strong>der</strong>ansichtig wie<strong>der</strong>gegeben<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

Gegen<strong>über</strong> auf dem Südpfosten steht Whtk^<br />

zur Rechten ihres Gemahls, ihre l<strong>in</strong>ke Hand faßt<br />

•se<strong>in</strong>e l<strong>in</strong>ke Schulter, während <strong>die</strong> rechte Hand<br />

ausgestreckt auf se<strong>in</strong>em Oberarm ruht. Über den<br />

Paaren stehen ihre Titel und Namen. Die Inschriftzeilen<br />

.s<strong>in</strong>d durch senkrechte L<strong>in</strong>ien getrennt;<br />

auf <strong>der</strong> Nordseite f<strong>in</strong>det sich <strong>der</strong> Trennungsstrich<br />

nur zwischen <strong>der</strong> zum Mann und <strong>der</strong><br />

zur Frau gehörenden Beischrift.<br />

Die Türlaibungen tragen bei<strong>der</strong>seitig den<br />

Verstorbenen auf e<strong>in</strong>em Prunksessel sitzend . <strong>die</strong><br />

Stuhlstempel ahmen R<strong>in</strong><strong>der</strong>füße nach, unter den<br />

Hufen bef<strong>in</strong>det sich das gerillte Aufsatz.stück.<br />

E<strong>in</strong>e fe<strong>in</strong>e Unterscheidung wird bei <strong>der</strong> Verzierung<br />

<strong>der</strong> seitlichen Leisten <strong>der</strong> Sitzbretter gemacht.<br />

Auf <strong>der</strong> Südseite enden sie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Blüte<br />

<strong>der</strong> oberägyptischen Wappenpflanze, auf <strong>der</strong><br />

Nordseite <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Papyrusdolde. Dieser Wechsel<br />

hätte eigentlich nur im Grabe e<strong>in</strong>es Herrschers<br />

Bedeutung, <strong>der</strong> auf <strong>der</strong> Südseite als König des<br />

Südreiches, auf <strong>der</strong> Nordseite als König <strong>von</strong> Unterägypten<br />

auftritt. Man sieht an unserem Beispiel,<br />

wie stark <strong>die</strong> Nachahmung <strong>der</strong> Hofbräuche<br />

war, allgeme<strong>in</strong> kommt sie bei <strong>der</strong> Anlage <strong>von</strong><br />

Sche<strong>in</strong>türen im Süden und Norden <strong>der</strong> Kultkammer<br />

zum Ausdruck.<br />

Bei <strong>der</strong> Darstellung auf <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Türlaibung<br />

sitzt Whtki zur Rechten ihres Gemahls, ihn<br />

mit beiden Armen umfassend. Aber da <strong>die</strong> Figuren<br />

nach l<strong>in</strong>ks blicken, also entgegengesetzt <strong>der</strong> bei<br />

Schrift und Darstellung<br />

bevorzugten Richtung,<br />

ergab sich für den ägyptischen Zeichner e<strong>in</strong>e<br />

Schwierigkeit. Die Lösiuig gibt e<strong>in</strong>en wertvollen<br />

Beitrag für <strong>die</strong> Behandlung des ägyptischen<br />

Reliefs. Zugrunde lag e<strong>in</strong>e Haltung wie bei dem<br />

stehenden Paare auf dem südlichen Außenpfosten<br />

: <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ke Arm liegt auf dem Rücken des<br />

Gemahls und <strong>die</strong> Hand faßt se<strong>in</strong>e l<strong>in</strong>ke Schulter,<br />

während ihre reclite Hand auf se<strong>in</strong>em rechten<br />

<strong>über</strong>arm ruht; l)eim Umkehren <strong>der</strong> Gruppe lag<br />

e<strong>in</strong>e doiJjielte Möglichkeit vor. Entwe<strong>der</strong> mußte<br />

nun Whth zur L<strong>in</strong>ken ihres Mannes sitzen, aber<br />

dann hätte sie dessen Gestalt <strong>über</strong>schnitten, was<br />

nicht angängig war. Bei dem gleichen Fall auf<br />

dem nördlichen Außenpfosten wurde es dadurch<br />

vermieden, daß man <strong>die</strong> beiden Figuren getrennt<br />

h<strong>in</strong>tere<strong>in</strong>andei- stellte. O<strong>der</strong> man konnte <strong>die</strong><br />

Reihung belassen. Dabei spielte es ke<strong>in</strong>e Rolle,<br />

daß das Band des Oberkleides mm unter <strong>der</strong><br />

l<strong>in</strong>ken Ach.sel durchlief. Aber es hätte jetzt wie<br />

bei <strong>der</strong> rechts gerichteten Gruppe <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke<br />

Hand auf <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke, entferntere Schulter des<br />

Mannes, <strong>die</strong> rechte auf se<strong>in</strong>en rechten Oberarm<br />

gehört. Statt dessen begegnen wir e<strong>in</strong>er Lösung,<br />

wie sie ähnlich bei den stehenden Figuren zur<br />

rechten Seite <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gänge üblich ist, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>em<br />

LTmklappen <strong>der</strong> Gestalten nahe kommt. Auf den<br />

ersten Blick sieht unsere Gruispe nicht so befremdlich<br />

aus, bis man sich vergegenwärtigt,<br />

daß <strong>die</strong> sich nur wenig <strong>über</strong>schneidenden Gestalten,<br />

nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> luid nicht h<strong>in</strong>tere<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

zu denken s<strong>in</strong>d. E<strong>in</strong> Punkt zeigt dann sofort,<br />

wie <strong>die</strong> Anordnung aufzufassen ist. Die l<strong>in</strong>ke<br />

Hand <strong>der</strong> Frau sche<strong>in</strong>t den l<strong>in</strong>ken Olserarm<br />

ihres Gemahls zwischen Daumen und Handfläche<br />

zu fassen. Aber dabei müßte ihr Unterarm<br />

unnatürlich gedreht werden. In <strong>der</strong> Tat aber ist<br />

<strong>der</strong> Handrücken gezeichnet, wie <strong>die</strong> F<strong>in</strong>gernägel<br />

beweisen. Es liegt also e<strong>in</strong>e Umklappung vor,<br />

<strong>die</strong> entsprechend bei den Figuren auf dem rechten<br />

Außenpfosten das Szepter h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Figur<br />

durchgehen läßt. Bei imserer Gruppe gehörte <strong>die</strong><br />

ganze Hand auf den Arm des K;j. wird aber unter<br />

ihm durchgeführt. Nur den Daumen läßt man<br />

<strong>über</strong>greifen, um das Anfassen anzudeuten. Auf<br />

<strong>die</strong>ses e<strong>in</strong>fache, nicht auf <strong>die</strong> Wirklichkeit Rücksicht<br />

nehmende Umdrehen dürfte es auch zurückzuführen<br />

se<strong>in</strong>, daß für <strong>die</strong> rechte Hand <strong>der</strong><br />

Frau, <strong>die</strong> auf <strong>der</strong> rechten Schulter des Kij ruhen<br />

soll,<br />

ke<strong>in</strong>e Andeutung vorhanden ist.<br />

Auf <strong>der</strong> gegen<strong>über</strong>liegenden nördlichen Türlaibung<br />

ist <strong>der</strong> Grabherr <strong>von</strong> zweien se<strong>in</strong>er K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

l)egleitet. Unten vor dem Stuhl steht ,,se<strong>in</strong><br />

leiblicher Sohn Hsjr'". Er umschl<strong>in</strong>gt mit dem<br />

l<strong>in</strong>ken Arm den Stab des Krj, wendet den Kopf<br />

und legt <strong>die</strong> rechte Hand zu dem Knie des Vaters.<br />

H<strong>in</strong>ter dem Oberteil <strong>der</strong> Figur steht ,, se<strong>in</strong>e Tochter<br />

Nfrj," <strong>in</strong> <strong>der</strong> übhchen Haltxmg <strong>der</strong> Mädchen.<br />

Beim E<strong>in</strong>tritt <strong>in</strong> <strong>die</strong> Kammer zieiien <strong>die</strong><br />

großen Gestalten auf <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> Westwand zuer.st<br />

unseren Blick auf sich. Es s<strong>in</strong>d Krj und se<strong>in</strong>e<br />

Gemahl<strong>in</strong>, lebensgroß den ganzen Ra<strong>in</strong>n füllend.<br />

Ähnlich sehen wir <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Mrjib, des<br />

H^fhwfiv und des ^sstht'p am gleichen Ort <strong>die</strong><br />

mächtigen Figuren <strong>der</strong> Grab<strong>in</strong>haber <strong>die</strong> Wand<br />

beherrschen. In unserem Falle ist <strong>die</strong> Wirkung


DkITTKK BeHKÜT iHKK DIK (iH.VlUNGEN All" DEM P^KIEDUol VON GlZA. 137<br />

iiocli<br />

stiiiker, da das Paar alle<strong>in</strong> dasteht und <strong>der</strong><br />

Blick nicht durch <strong>die</strong> Figuren <strong>der</strong> Sclii-eiber, Dorfvertreter<br />

und Diener abgezogen wird. Whtk'! ist<br />

übrigens wie meist bei <strong>der</strong> Darstellung e<strong>in</strong>es Ehepaares<br />

e<strong>in</strong> wenig kle<strong>in</strong>ei' als ihi- CJemahl gezeichnet.<br />

Kij hält <strong>in</strong> <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hand den großen tStal).<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> herabhängenden Rechten das Taschentuch.<br />

Se<strong>in</strong>e Tracht Ijedarf <strong>der</strong> Erklärung. Um <strong>die</strong><br />

Hüften ist e<strong>in</strong> weiter Le<strong>in</strong>enschuiz gebunden, dazu<br />

trägt er e<strong>in</strong>e vorne offene Weste, <strong>die</strong> <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Isreiten Band gehalten wird, das unter <strong>der</strong><br />

rechten Ach.sel durchgeht und <strong>über</strong> <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke<br />

Schulter läuft. Das muß <strong>die</strong> richtige Lage des<br />

Bandes se<strong>in</strong>, denn wir begegnen ihr üljerall da.<br />

wo <strong>die</strong> Gestalt nach rechts gewendet ist; außerdem<br />

ist es selbstverständlich, daß man den rechten<br />

Arm für <strong>die</strong> Bewegung frei hält. Um uns e<strong>in</strong>e<br />

rechte Vorstellung <strong>von</strong> dem Gewandstück zu<br />

machen, müssen wir uns den Oberkörpei' um<br />

90 Grad gedreht denken. Nur .so ist ja auch<br />

<strong>die</strong> Zeichnung <strong>der</strong> beiden Schulterbän<strong>der</strong> des<br />

Frauengewandes zu erklären. Kij trägt demnach<br />

e<strong>in</strong>e Weste, <strong>die</strong> auf dem Rücken bis zur Schulterhöhe<br />

reicht, und sich nach vorn bis zur Bauclimitte<br />

abschrägt. Sie wird geiialten <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em<br />

breiten Band, das quer <strong>über</strong> <strong>die</strong> Brust läuft und<br />

rechts unter <strong>der</strong> Ach.sel, l<strong>in</strong>ks h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Scliulter<br />

befestigt ist. Da ke<strong>in</strong>erlei Schniirung zu sehen ist,<br />

wie etwa bei dem Leopardenfell, könnten <strong>die</strong><br />

Träger dauernd mit <strong>der</strong> Weste verbunden und<br />

das Gewand e<strong>in</strong>fach <strong>über</strong>gezogen worden se<strong>in</strong>.<br />

Da ferner ke<strong>in</strong> LTnterschied im Stoff, noch e<strong>in</strong>e<br />

eigene Verschnürung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hüftenhöhe zu erkennen<br />

ist, wäre mit <strong>der</strong> Möglichkeit zu rechnen,<br />

daß Weste und Schurz aus e<strong>in</strong>em Stück gearbeitet<br />

wurden.<br />

Dagegen könnte man vielleiciit<br />

e<strong>in</strong>wenden, daß e<strong>in</strong>mal tier c<strong>in</strong>faclie, das an<strong>der</strong>e<br />

Mal <strong>der</strong> gefältelte Sclnirzersciie<strong>in</strong>t. An den Füßen<br />

trägt Kij Sandalen, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Art <strong>der</strong> Befestigung<br />

noch erkennen lassen: An <strong>der</strong> Solde waren rechts<br />

und l<strong>in</strong>ks vor <strong>der</strong> Ferse Oscnlappcn angebraciit,<br />

mit .senkreciitem Schlitz. Durch <strong>die</strong>sen wurden<br />

<strong>die</strong> Seitenbän<strong>der</strong> gezogen, <strong>die</strong> am Ende verbreitert<br />

unfl gespalten warei\. Beim Zuziehen klemmte<br />

sich {las Ende an den Schlitz, wie <strong>die</strong> Knden lies<br />

(iürtels. <strong>die</strong> den Schurz festigen. Die Knotung<br />

<strong>der</strong> Bän<strong>der</strong> erfolgte auf dem Rist. Mit tier Schleife<br />

wurde <strong>der</strong> Riemen veri)un(len, <strong>der</strong> an <strong>der</strong> Sohle<br />

befestigt zwischen rier großen u<strong>in</strong>l <strong>der</strong> /weilen<br />

Zehe durchlief. Es ergibt sich somit e<strong>in</strong>e iil<strong>in</strong>lii-lic<br />

Schnürung. wie sie Krmenne S. 2(tf. uml Mlall<br />

l bis 2 bescliriebcn wurden ist.<br />

Die lebensgroßen Köpfe des Ehepaares s<strong>in</strong>d<br />

so wohl erhalten, und <strong>die</strong> Figuren auf den<br />

Pfosten und Laibungen <strong>der</strong> Tür bieten e<strong>in</strong> so<br />

gutes Vergleichsmaterial, daß untersuciit Averden<br />

muß. ob lebenswahre Bil<strong>der</strong> vorliegen. Auf<br />

<strong>der</strong> Westwand sche<strong>in</strong>en <strong>die</strong> Köpfe <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat e<strong>in</strong><br />

persönliches Gepräge zu tragen. Kij hat e<strong>in</strong>e fast<br />

spitze Nase mit zarten Flügeln; vom Nasenbe<strong>in</strong>,<br />

das <strong>in</strong> <strong>der</strong> Höiie <strong>der</strong> Augenmitte liegt, fülirt e<strong>in</strong>e<br />

leichtgewölbte L<strong>in</strong>ie zum Ansatz des Haares. Die<br />

Augenbrauen zeigen e<strong>in</strong>e flachere W'ölbung als<br />

<strong>die</strong> Li<strong>der</strong>. Die l^nterUppe tritt gegen <strong>die</strong> obere<br />

zurück, das K<strong>in</strong>n ist scharf. Bei W/ßk,' s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

L<strong>in</strong>ien wesentlich weicher, das K<strong>in</strong>n ist voller<br />

<strong>die</strong> Unterlippe tritt e<strong>in</strong> wenig hervor, <strong>die</strong> Nase<br />

ist gerundeter, ihre Flügel s<strong>in</strong>d breiter, ihr Ansatz<br />

liegt höher, <strong>die</strong> L<strong>in</strong>ie <strong>der</strong> Augenbrauen läuft<br />

<strong>der</strong> <strong>der</strong> Li<strong>der</strong> parallel. Man könnte <strong>in</strong> <strong>die</strong>sen Verschiedenheiten<br />

lediglich das Bestreben erblicken,<br />

e<strong>in</strong> Frauenantlitz <strong>von</strong> dem e<strong>in</strong>es Mannes zu unterscheiden.<br />

Das mag zwar bei e<strong>in</strong>igen <strong>der</strong> aufgeführten<br />

Merkmale Gelt<strong>in</strong>ig haben, aber nicht bei<br />

allen. Träfen wir <strong>die</strong> gleichen Verschiedenheiten<br />

bei den an<strong>der</strong>en Darstellungen des Ehepaares,<br />

.so<br />

könnte man woiil behaupten, daß e<strong>in</strong>e Wie<strong>der</strong>gabe<br />

ihrer beson<strong>der</strong>en Ersche<strong>in</strong><strong>in</strong>ig beabsichtigt<br />

war. Aber hier ist es schwierig, <strong>die</strong> gleichen i)er-<br />

•sönlichen Züge wie<strong>der</strong>zuf<strong>in</strong>den. Am ehesten s<strong>in</strong>d<br />

sie noch auf <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> südlichen Türlaibung<br />

zu verfolgen. Auf dem rechten Außenpfosten<br />

dagegen versagt <strong>der</strong> Nachweis. Darf man<br />

trotzdem schließen, daß wenigstens bei den lebensgroßen<br />

Darstellungen e<strong>in</strong>e gewisse Portraitähnlichkeit<br />

vorliegt<br />

'.<br />

Die Beantwortung wäre erleichtert.<br />

Mcnn wir wüßten, <strong>in</strong>wieweit <strong>über</strong>haupt<br />

Ijei Statuen luul Reliefs Lebenswahrheit erstrebt<br />

und erreicht Murdc. Es fehlen aber für <strong>die</strong> Beant-<br />

^^ortung noch alle Vorarbeiten. Es liegen tlie Verhältnisse<br />

klar bei den sogenannten Kr.satzköpfen.<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>deutig i'ortraits s<strong>in</strong>d. Sie sollen ja auch<br />

<strong>der</strong> vom Nordli<strong>in</strong>imel zuiiickkehrenden Seele das<br />

Wie<strong>der</strong>erkennen des Körpers si<strong>die</strong>rstellen'.<br />

Desglcitiien<br />

tragen <strong>die</strong> Statuen des Djo.ser. ('iiephren<br />

und Myker<strong>in</strong>os deutlich persönliche Züge. Man<br />

halte nur neben ihre (lerl)eren (Jesiclit^r mit betonten<br />

Backenknochen das fe<strong>in</strong>e ovale Gesicht<br />

des Pdfr\ Fraglos s<strong>in</strong>d Portraits <strong>die</strong> Statuen de«<br />

K'/ilp und <strong>der</strong> Xfrl. des Schech el beied, des<br />

IVnfr. !^nh und an<strong>der</strong>er. Daneben aber steht e<strong>in</strong>e<br />

Legion <strong>von</strong> Rundbil<strong>der</strong>n, <strong>die</strong> offenbar schema<br />

tiscii gearl)eitet s<strong>in</strong>d.<br />

'<br />

Uiza I, S. öTfl.


138 Hermann Junker.<br />

Wesentlich schwieriger liegen <strong>die</strong> Verhältnisse<br />

bei den Reliefs, da hier nur e<strong>in</strong>e Seitenansicht<br />

und <strong>die</strong>se <strong>in</strong> beson<strong>der</strong>em Stil gehalten vorüegt.<br />

Außerdem s<strong>in</strong>d aus <strong>der</strong> ersten Zeit des Alten<br />

Reiches nur wenig Beispiele vorhanden. Die<br />

Köpfe des H'bncskr luid <strong>der</strong> Nfrhtphthr s<strong>in</strong>d <strong>in</strong>iverkennbar<br />

Portraits. Desgleichen <strong>die</strong> des Hsjr\<br />

<strong>der</strong> Wns.t und an<strong>der</strong>er. Aber wie<strong>der</strong>um stehen<br />

wir e<strong>in</strong>er unabsehbaren Menge <strong>von</strong> Flachbil<strong>der</strong>n<br />

ratlos gegen<strong>über</strong>. Viele <strong>von</strong> ihnen s<strong>in</strong>d sicher<br />

schematisiert o<strong>der</strong> idealisiert, beispielsweise <strong>die</strong><br />

Vertreter <strong>der</strong> Dörfer und <strong>die</strong> meisten <strong>der</strong> Bauern,<br />

Hirten und Diener. Oft fehlen uns auch gute<br />

Wie<strong>der</strong>gaben, sei es <strong>in</strong> Photographie o<strong>der</strong> Zeichnung,<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong> Urteil <strong>über</strong>haupt erst ermöglichen.<br />

So ist vorläufig noch ke<strong>in</strong> zeitlich und sachlich<br />

geordnetes Vergleichsmaterial vorhanden, das<br />

<strong>in</strong> zweifelhaften Fällen e<strong>in</strong>e Entscheidung erleichterte.<br />

Vor dem Ehepaar steht <strong>in</strong> kleüieren Maßen<br />

gehalten, ihr Sohn Hsjr"^. Se<strong>in</strong>e L<strong>in</strong>ke faßt den<br />

Stab des Vaters, <strong>die</strong> Rechte hält e<strong>in</strong>e Papyrusrolle,<br />

<strong>die</strong> auf den Schreiberstand deutet, Avenn er<br />

auch <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en Titeln nicht zum Ausdruck<br />

kommt.<br />

Übei' dem Ehepaar s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> vier getrennten<br />

senkrechten Zeilen Namen und Titel verzeichnet.<br />

Die Hieroglyphen wurden mit Ausnahme des<br />

Namens <strong>der</strong> Frau <strong>in</strong> Hochrelief ausgeführt.<br />

Zu beiden Seiten <strong>der</strong> Mitteldarstellung hegen<br />

vollkommen symmetrisch angeordnet <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen.<br />

Die Bemalung <strong>der</strong> nicht bebil<strong>der</strong>ten o<strong>der</strong><br />

beschrifteten Stellen soll Granit als Material vortäuschen.<br />

Der hellrosa Untergrund ist mit dunkelroten<br />

Tupfen besät. Sie wurden <strong>in</strong> <strong>der</strong> Weise<br />

hergestellt, daß man den P<strong>in</strong>sel e<strong>in</strong>fach senkrecht<br />

aufsetzte o<strong>der</strong> nach dem Aufsetzen kurz zur Seite<br />

führte. Auf dem Rundbalken und dem darunter<br />

gelegenen eigentlichen Türe<strong>in</strong>gang s<strong>in</strong>d daneben<br />

noch schwarze Tupfen aufgemalt. Ob damit e<strong>in</strong>e<br />

Verschiedenheit des<br />

Granits angedeutet A\erden<br />

soll ? Die Teile, <strong>die</strong> Inschriften und Darstellungen<br />

erhielten, s<strong>in</strong>d schneeweiß gehalten, wurden aber<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Bande mit Granitfärbung e<strong>in</strong>gefaßt<br />

(siehe Giza II, S. 100).<br />

Die Anordnung auf den Sche<strong>in</strong>türen ist <strong>die</strong><br />

übliche und auf beiden <strong>die</strong> gleiche, mit kle<strong>in</strong>en<br />

Verschiedenheiten, <strong>die</strong> bewußt dem E<strong>in</strong>druck<br />

e<strong>in</strong>töniger Symmetrie entgegenarbeiten. So steht<br />

auf dem äußersten Pfosten am Nordende <strong>der</strong><br />

Wand //sjV mit e<strong>in</strong>er großen Inschriftzeile <strong>über</strong><br />

ihm, <strong>der</strong> äußerste Südpfosten dagegen ist <strong>in</strong> zwei<br />

Fel<strong>der</strong> geteilt luid zeigt oben e<strong>in</strong>en <strong>der</strong> Söhne<br />

Kif^ räuchernd, unten e<strong>in</strong>en Totenpriester mit<br />

Le<strong>in</strong>wandstreifen. E<strong>in</strong> weiterer Wechsel ergab<br />

sich dadurch, daß auf den Innenpfosten zwei verschiedene<br />

Geschwisterpaare ersche<strong>in</strong>en, im Norden<br />

Hsjr', <strong>die</strong> rechte Hand auf se<strong>in</strong>er Bru.st, <strong>die</strong><br />

Unke herabhängend und ihm gegen<strong>über</strong> MiHhp<br />

<strong>in</strong> entsprechen<strong>der</strong> Haltung, üu Süden Tntj auf<br />

e<strong>in</strong>em Papyrus schreibend, ihm gegen<strong>über</strong><br />

Nfrt'nh. Auf den unteren Architraven wechseln<br />

<strong>die</strong> Titel des Verstorbenen, auf den oberen <strong>die</strong><br />

Totengebete <strong>in</strong>id auf den Opferplatten <strong>die</strong> Bezeichnungen<br />

<strong>der</strong> Opfergaben. Auch s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

Speisetische verschieden, rechts ist <strong>der</strong> Untersatz<br />

zyündrisch mit Standrmg am Fuß, und <strong>die</strong><br />

dreizehn Brothälften stehn dicht zusammen auf<br />

<strong>der</strong> Platte <strong>in</strong> zwei Teilen gegene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gesetzt;<br />

l<strong>in</strong>ks verbreitert sich <strong>der</strong> Untersatz dem Boden<br />

zu und <strong>die</strong> elf Brothälften stehen weiter ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

und s<strong>in</strong>d alle nach rechts gewendet. Auf<br />

beiden Platten verdecken <strong>die</strong> Füße des Kij den<br />

vor<strong>der</strong>en Stempel des Sessels; während <strong>in</strong> den<br />

dar<strong>über</strong>liegenden Darstellungen beide Stuhlbe<strong>in</strong>e<br />

sichtbar s<strong>in</strong>d^<br />

Über den beiden Sche<strong>in</strong>türen ist je wie<strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>e Speisetischszene dargestellt. Diese Wie<strong>der</strong>holung<br />

ist selten. Wü" begegnen ihr <strong>in</strong> Giza <strong>in</strong> den<br />

Mastabas des Mrjib und des Ssmnfr I. Während<br />

auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türplatte bis tief <strong>in</strong> das Alte Reich<br />

<strong>über</strong>lieferungsgemäß <strong>der</strong> Tisch mit den Brotliälften<br />

ersche<strong>in</strong>t, zeigen bei Kij <strong>die</strong> <strong>in</strong> Rede<br />

stehenden Darstellungen e<strong>in</strong>e Tafel mit den verschiedensten<br />

Speisen. Über <strong>der</strong> südlichen Sche<strong>in</strong>tür<br />

nimmt e<strong>in</strong> großes Weißbrot <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong><br />

Platte e<strong>in</strong>; daneben stehen Brote i<strong>in</strong>d Kuchen<br />

verschiedener Form; auf <strong>die</strong> rechte Kante ist<br />

kühn e<strong>in</strong>e flache Schüssel mit e<strong>in</strong>em Ochsensc^henkel<br />

gestellt, dar<strong>über</strong> e<strong>in</strong>e mit <strong>der</strong> Tibia,<br />

daran reihen sich Näpfe und Platten mit Kuchen,<br />

gerupften Gänsen und Gemüse. Unter dem<br />

Speisetisch stehen rechts Stän<strong>der</strong>, <strong>die</strong> Schalen<br />

tragen, auf ihnen Deckel mit Handgriffen^. Daneben<br />

e<strong>in</strong> Stän<strong>der</strong> mit We<strong>in</strong>lcrug. L<strong>in</strong>ks imter<br />

dem Tisch ist nur <strong>der</strong> Anfang <strong>der</strong> <strong>über</strong>kommenen<br />

ßeischrift angebracht: ,, Tausend an Brot und<br />

Bier". Vor dem speisenden Grabherrn stehen<br />

se<strong>in</strong> Sohn Tntj, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>er Gans den Hals umdreht<br />

und <strong>der</strong> Totenpriester Njm.iHntr mit e<strong>in</strong>er<br />

R<strong>in</strong>dskeule.<br />

' Siehe dazu Giza II, S. 1 10 13 1.<br />

- Siehe Balcz, <strong>in</strong> den Mitteikmgen des In.stitut.s,<br />

Baud III Abb. 21.


Dhittkk <strong>Bericht</strong> iüeh <strong>die</strong> Grabungex atf dem Fkiedkui' <strong>von</strong> (üza. 139<br />

.\l)l>. Is. l).i M.iMiil'i»


140 Hermaxn Junker.<br />

Die Dar.stelli<strong>in</strong>g <strong>über</strong> <strong>der</strong> nördlichen Sche<strong>in</strong>tür<br />

ist stark zerstört ;<br />

<strong>die</strong> Oberfläche des Nnmmulitcjua<strong>der</strong>s<br />

ist abgebröckelt und hat <strong>von</strong> dem erhöhten<br />

Relief nur mehr Spuren h<strong>in</strong>terlassen. Man<br />

erkennt rechts den Grabherrn auf dem Sessel und<br />

l<strong>in</strong>ks se<strong>in</strong>en räuchernden Sohn Hsjr'. Dazwischen<br />

ist <strong>die</strong> Fläche ganz mit verschiedenen Tischen<br />

und Stän<strong>der</strong>n angefüllt, <strong>über</strong> denen sich Platten<br />

mit allerlei Speisen türmen, We<strong>in</strong>krüge stehen<br />

auf Untersätzen. Die Nord wand ist <strong>in</strong> vier Bildstreifen<br />

geteilt. Alle Darstellungen s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> erhöhtem<br />

Relief gehalten. Ihre Ausführung ist meist<br />

ausgezeichnet, wenn auch nicht alle Figuren <strong>die</strong><br />

gleiche sorgfältige Bearbeitung aufweisen. Zu<br />

Unterst ist e<strong>in</strong>e Schlachtszene wie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Es wird dem lebenden R<strong>in</strong>de (siehe Oiza 1.<br />

S. 104) <strong>der</strong> rechte Vor<strong>der</strong>schenkel abgetrennt.<br />

Der Gehilfe faßt das Be<strong>in</strong> <strong>über</strong> dem Huf und<br />

drückt es mit aller (Gewalt zurück, <strong>der</strong> Schlächter<br />

faßt mit se<strong>in</strong>er L<strong>in</strong>ken darunter und reißt,<br />

während er es mit dem Messer an <strong>der</strong> Wurzel<br />

trennt. Die Szene atmet wirkliches Leben; <strong>der</strong><br />

Gehilfe hat den rechten Fuß fest auf das Horn<br />

des R<strong>in</strong>des gesetzt ; bei dem starken Vorwärtsdrücken<br />

hebt sich <strong>die</strong> Ferse des l<strong>in</strong>ken Fußes und<br />

<strong>der</strong> Oberkörper neigt sich nach vorn. Der Kopf<br />

folgt <strong>der</strong> BeA\-egung. Die Anstrengung spannt <strong>die</strong><br />

Muskeln aufs Äußerste und ihr Spiel ist beson<strong>der</strong>s<br />

bei den Be<strong>in</strong>en un<strong>über</strong>troffen wie<strong>der</strong>gegeben<br />

;<br />

es wirkt heute nach Abfall <strong>der</strong> Putzschicht bei<br />

dem glatten weißen Ste<strong>in</strong> noch stärker. L<strong>in</strong>ks<br />

A'on <strong>der</strong> Gruppe steht e<strong>in</strong> zweiter Metzger und<br />

schärft se<strong>in</strong> Messer mit dem Wetzste<strong>in</strong>, <strong>der</strong> an<br />

se<strong>in</strong>em Gürtel befestigt ist. Es reihen sich, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Richtung <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür schreitend, zwei Diener<br />

an, <strong>von</strong> denen <strong>der</strong> vor<strong>der</strong>ste <strong>in</strong> beiden Händen<br />

e<strong>in</strong>en Schenkel hält, <strong>der</strong> zweite trägt <strong>die</strong> Keule<br />

auf <strong>der</strong> rechten Schulter, mit <strong>der</strong> herabhängenden<br />

l<strong>in</strong>ken Hand faßt er das Herz des R<strong>in</strong>des.<br />

In <strong>der</strong> z\\eiten Reihe br<strong>in</strong>gen Diener Geflügel<br />

und Jungtiere. Jedesmal .mit an<strong>der</strong>er Haltung<br />

<strong>der</strong> Arme. Den Kranich faßt <strong>der</strong> erste bei Schnabel<br />

und Füßen, <strong>die</strong> Gans hält <strong>der</strong> Zweite im rechten<br />

Arm und greift ihre Füße mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken<br />

Hand. Die junge Antilope ruht auf den Unterarmen<br />

des dritten Dieners, <strong>der</strong> vierte steckt den<br />

l<strong>in</strong>ken Arm zwischen den H<strong>in</strong>terfüßen des jungen<br />

Kalbes durch, während <strong>die</strong> rechte Hand um den<br />

Hals des Tieres liegt. Der letzte faßt <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>e<br />

Gazelle am Halse und bei den Vor<strong>der</strong>be<strong>in</strong>en; sie<br />

ist dabei aber so hoch gestellt, daß das H<strong>in</strong>terteil<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Luft schwebt. In den beiden obersten<br />

Bildstreifen werden Großvieh und Wild herbeigeführt.<br />

Der Ste<strong>in</strong>bock sträubt sich und stemmt<br />

<strong>die</strong> vorgesetzten Vor<strong>der</strong>füße entgegen; se<strong>in</strong> Treiber<br />

steht vor ihm, nimmt <strong>die</strong> Hörner <strong>in</strong> das l<strong>in</strong>ke<br />

Armgelenk und faßt sie mit <strong>der</strong> rechten Hand,<br />

um das Tier vorwärts zu reißen. Das hornlo.se<br />

R<strong>in</strong>d dagegen folgt se<strong>in</strong>em Hirten willig. Auf dem<br />

Rücken trägt es e<strong>in</strong>e breite Decke o<strong>der</strong> Matte,<br />

<strong>der</strong>en Rän<strong>der</strong> im Ste<strong>in</strong> ausgehauen s<strong>in</strong>d; <strong>die</strong><br />

fe<strong>in</strong>en Innenzeichnungen dagegen waren nur <strong>in</strong><br />

Farben auf den Stuck aufgetragen^. Die Mastantilope<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> obersten Reihe muß ihr Führer<br />

\\ie<strong>der</strong> vorwärtszerren, er faßt sie bei Hörnern<br />

und Schnauze und sucht sie mit sich zu ziehen.<br />

Auch das schwere R<strong>in</strong>d will nicht vorwärts, se<strong>in</strong><br />

Treiber hat sich umgewendet, reißt fest an dem<br />

Halsstrick und bearbeitet den Kopf mit se<strong>in</strong>em<br />

Stock.<br />

Die Verschiedenheit <strong>in</strong> <strong>der</strong> Bewegung <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Gr nippen und <strong>der</strong> Wechsel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Richtung<br />

und Haltung <strong>der</strong> Treiber br<strong>in</strong>gt <strong>in</strong> <strong>die</strong> Reihen e<strong>in</strong><br />

stärkeres Leben, als wir es <strong>in</strong> den früheren Ma.stalias<br />

bei ähnlichen Darstellungen gewöhnt s<strong>in</strong>d.<br />

Man vergleiche beispiels\\ei.se Giza II. Abb. 20<br />

aus dem Grab des Kmjnjswt und Abb. 28 aus <strong>der</strong><br />

Kultkammer des i^sUhtp. Und da, wo wir dem<br />

Vonvärtszerren wi<strong>der</strong>spenstiger Tiere begegnen,<br />

wie ebenda Abb. 17, zeigen <strong>die</strong> Bewegungen wesentlich<br />

ger<strong>in</strong>gere Natürlichkeit und Lebendigkeit.<br />

Die Südwand wurde, wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> uns beschäftigenden<br />

Zeit üblich (Giza II, S. 63) <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Speiseszene und <strong>der</strong> Opferliste e<strong>in</strong>genommen.<br />

Rechts unten sitzt Kij beim Mahle; se<strong>in</strong>e rechte<br />

Hand greift tief <strong>in</strong> <strong>die</strong> Tischplatte h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>. So weit<br />

sie reicht, fehlen <strong>die</strong> Brothälften, sei es, daß man<br />

i'berschneidungen vermeiden o<strong>der</strong> andeuten<br />

wollte, daß er schon mit e<strong>in</strong>em Teil <strong>der</strong> Brote<br />

aufgeräumt habe. Es fehlen vor dem Tisch <strong>die</strong><br />

Priester, <strong>die</strong> <strong>die</strong> ,, Speisung des Verklärten" vornehmen,<br />

wie bei ff'fhwfw, Kmjnjswt, Njiwtnfr<br />

und an<strong>der</strong>en (Giza II, S. 6). Es dürfte auch das<br />

vielleicht e<strong>in</strong> Zeichen jüngerer Zeit .se<strong>in</strong>. Die entsprechende<br />

Stelle wird <strong>von</strong> Inschriften e<strong>in</strong>genommen,<br />

iir denen für Kij e<strong>in</strong> ständiges wohlausgerü.stetes<br />

Opfermahl erbeten wird.<br />

Über dem großen wagerechten Schriftband,<br />

das <strong>die</strong> Szene abschließt, ist <strong>die</strong> Speiseliste an-<br />

'<br />

Für (las Auftreten des hornlosen Rüidos mit<br />

\'erschnüri<strong>in</strong>g <strong>der</strong> .Schnauze und In<strong>in</strong>ter Decke siehe<br />

unter an<strong>der</strong>em Giza I. Abb. 21, Stallriiid genannt.<br />

Ähnlich Giza II Ab)). 20 und (irab des Nfr, Vorbericht<br />

1912 S. 12.


"<br />

n<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> i'ber <strong>die</strong> Grabttngex auf dem FRiEnnoF <strong>von</strong> Giza. 141<br />

gebracht. Durch senkrechte und wagerechte<br />

L<strong>in</strong>ien vvLi-cl <strong>die</strong> Fläche <strong>in</strong> gleichmäßige Rechtecke<br />

geteilt. Jedes Rechteck hat am unteren<br />

Ende e<strong>in</strong>en schmalen Streifen, <strong>in</strong> den <strong>die</strong> Zahl<br />

<strong>der</strong> ()})feigaben e<strong>in</strong>gesetzt wird. Bei Ktnjnjsirt.<br />

liisthip. Njswtnfr. Whmh und an<strong>der</strong>en früheren<br />

Mastabas fehlen <strong>die</strong> senkrechten Zwischenleisten<br />

ganz; bei SSmnfr I und // <strong>die</strong> Streifen für <strong>die</strong><br />

Zahl <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Speisen. Die <strong>über</strong>sichtliche<br />

Anordnung <strong>in</strong> unserer Kammer ^\^^d erst später<br />

allgeme<strong>in</strong>; und wenn man vielleicht auch ke<strong>in</strong>e<br />

b<strong>in</strong>denden Schlüsse aus <strong>die</strong>.sem Befund für <strong>die</strong><br />

zeitliclie Ansetzung ziehen darf, so weist er doch<br />

entsclneden <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Zeit, <strong>die</strong> nacli den ()l)en genannten<br />

Anlagen liegt.<br />

4. DIE INSCHRIFTEN,<br />

a) Idj und se<strong>in</strong>e Familie.<br />

Name und 'i'itcl<br />

des Cialt<strong>in</strong>li a bcrs.<br />

Der Grabheri- wird <strong>in</strong> <strong>der</strong> KultUam<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>uiHJzwanzigmal<br />

'^^^^^^^(j genannt, mit <strong>der</strong><br />

Valiante<br />

(<br />

j ^^<br />

.<br />

(|<br />

Nur e<strong>in</strong>mal auf dem Architrav<br />

<strong>über</strong> <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gangstür ersche<strong>in</strong>t statt dessen<br />

1 '^ Es geht daraus hervor, daß Kip-njiwt<br />

zwar <strong>der</strong> eigentliche volle Name ist, daß aber<br />

als Rufname <strong>die</strong> Abkürzung Kij venvendet<br />

wurde. Die.ser alle<strong>in</strong> kommt auf <strong>der</strong> Stele <strong>der</strong><br />

'Iibtjt vor (Giza I, Abb. 51).<br />

Kijmj^vt ist nur selten belegt. Er f<strong>in</strong>det sich<br />

nur ebimal Giza II, S. 112f. Ranke. Namen-<br />

Mörterbuci) S. 339. kennt ke<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>en Belege.<br />

fJiza H. I. c, ist 1 ^^ D<br />

'"•* Kip<strong>in</strong>ijswl umschrieben<br />

worden. Aber man liest wohl besser<br />

Kij-pir-nj)iirl = ..Me<strong>in</strong> Ka ist <strong>der</strong> des Königs".<br />

Ährdi.h sitid <strong>die</strong> i;ildi<strong>in</strong>gen°|'-''^. "''^'-'%.<br />

•J-a,'-'^. Die Weglassung des //• nach dorn /;<br />

ist wohl f)hne Bedeutung, wie <strong>die</strong> \'ariauten I. c.<br />

zeigen. Im Merl<strong>in</strong>er \V(">rterbuch. Band ö. S. I0:5.<br />

wird als Titel des .Alten Heiclies e<strong>in</strong> 1<br />

/.eichnet. mit <strong>der</strong> \'ariante |<br />

vertu<br />

< belegt ist.<br />

Kl) führt <strong>in</strong> .se<strong>in</strong>em Grabe folgende Titel und<br />

Amtsbezeichnungen :<br />

1.<br />

I <br />

rÄ-nisit»/ = .Bekannter des Königs",<br />

,<br />

meist an erster Stelle genannt, auch als e<strong>in</strong>ziger<br />

Titel vorkommend.<br />

2. io [4 PI<br />

=s= .Schreiber <strong>der</strong> Urkunden des<br />

Königs", mit den Schreib-Varianten ijlk ^"^t"".<br />

1<br />

3. tf^ n ,, Hausverwalter".<br />

4. Kl- rnj ,,Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester".<br />

Der Titel ist nie so ausgeschrieben, meist ersche<strong>in</strong>t<br />

hm-/:; mit ;)r zusammen, nach imj-ri:<br />

[7^1 0| e<strong>in</strong>mal mit Titel 5 verbunden. Daß aber<br />

nicht zu <strong>über</strong>.setzen ist : Hausvorsteher und Totenjniester,<br />

ergibt sich aus <strong>der</strong> Stele <strong>der</strong> 'Iibtjt (Giza<br />

II. Abb. öl).<br />

Hier wird imj-ri wie<strong>der</strong>holt: ^ [TU ft^ ;ö]<br />

Auch ersche<strong>in</strong>t hier Krj an <strong>der</strong> Spitze zahlreichei-<br />

Familienmitglie<strong>der</strong>, <strong>die</strong> alle dns .Amt e<strong>in</strong>es Toten-<br />

))riesters <strong>in</strong>ne haben.<br />

5. 1^ X ün,,Vorsteher <strong>der</strong> Häuser <strong>der</strong><br />

^—^n<br />

Königsk<strong>in</strong><strong>der</strong>", mit den Varianten ^ nTci^<br />

3 ""^<strong>in</strong>n!<br />

(). 1 o/^*^ ,,ir'6-Priester des Königs". Varianten<br />

1<br />

7. \jSf^, nur e<strong>in</strong>mal belegt.<br />

S. UhAA A ..Schreibcr<strong>der</strong> .Mannschaften"; nur<br />

e<strong>in</strong>mal belegt.<br />

Die meisten Titel bedürfen ke<strong>in</strong>er weiteren Erklärung.<br />

Nur zu 3. und 5. .seien e<strong>in</strong>ige Bemerkungen<br />

gemaclit. ^ n bezeichnet Kij als Hnusvorsteher.<br />

Es wird bei clie.ser Bezeichnung im<br />

eigenen (irab fast nie angegeben. we.s.son Haus<br />

verwaltet wird. So nucli nicht bei W'l<strong>in</strong>di. <strong>von</strong><br />

dem wir wissen, daß er Hausvorstoher des Pr<strong>in</strong>zen<br />

K<strong>in</strong>jiijiiirl war ((liza 11. S. lt>4). Ähnlich<br />

bleibt Ih'I dem Titel ,.\'orsteher <strong>der</strong> Tott-iiprie-<br />

^


'<br />

,<br />

"<br />

Titel ö bezeichnet Kij als ,<br />

Vorsteher <strong>der</strong> Häuser<br />

desselben anzunehmen ist^.<br />

42 Hermann Jfnker.<br />

ster" i<strong>in</strong>bestim<strong>in</strong>t, welchen Totenpriestern <strong>der</strong><br />

->—<br />

s t;. "CM. M. D. 28, <strong>der</strong> zugleich <strong>die</strong> Titel<br />

Betreffende vorsteht^.<br />

Nur durch Zufall erfahren ^^^r. daß Krj <strong>der</strong><br />

Q^*^ " führt<br />

: , .Richter, Vor-<br />

Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>zess<strong>in</strong><br />

'lihtjt war. E<strong>in</strong> gleicher glücklicher Zufall Steher <strong>der</strong> Schreiber, Vorsteher des Waffenhauses".<br />

sche<strong>in</strong>t uns auch den Namen des Herrn bewahrt<br />

zu haben, dessen Haushalt Ktj vorstand. Auf <strong>der</strong><br />

Ostwand <strong>der</strong> Kultkanimer des Njsictnfr br<strong>in</strong>gen <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> untersten Reihe <strong>die</strong> Beamten Opfergaben. Unter<br />

ihnen ersche<strong>in</strong>t an vierter Stelle _M. n "K M<br />

Ferner ist er Priester des Nfrirhr'^ und<br />

Wsrkif und Priester <strong>von</strong> zwei Sonnenheiligtümern<br />

und e<strong>in</strong>er Pyramide.<br />

Sp.i


Als<br />

'<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> (Iraiu^ngex atf dem Friedhof vox Giza. 143<br />

Die Familie des Kij.<br />

( j<br />

Auf den Darstellungen wird Kij meist <strong>von</strong><br />

se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> begleitet, <strong>der</strong> <br />

I<br />

^\ ^<br />

. .königlichen<br />

Verwandten 117''-/'''" Als K<strong>in</strong><strong>der</strong> werden<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba nur drei Söhne und drei<br />

Töchter genannt. Die Hauptnjlle spielte <strong>der</strong><br />

Sohn Hsj-R\ tier viermal dargestellt ist. Er war<br />

wohl <strong>der</strong> Erstgeborene, wenn er auch nie ausdrücklich<br />

snmv genannt wird. Auf <strong>der</strong> nördUchen<br />

Türlaibung ist er als kle<strong>in</strong>es Khid dargestellt ;<br />

^<br />

I. In<strong>der</strong> Hauptszene auf <strong>der</strong><br />

Westwand als Erwachsener mit Buchrolle <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

rechten Hand: ^^"^^Ifl]!]. Auf <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür<br />

zweimal auf dem äußeren südlichen<br />

Pfosten mit e<strong>in</strong>er BuchroUe : 55V<br />

X<br />

X<br />

""'^<br />

auf dem äußeren nördlichen Pfosten mit <strong>der</strong> Überschrift<br />

1 ,w/^<br />

I y ö '<br />

„Königlicher<br />

Verw i<strong>in</strong>dter des Hofes Hsjr'. Für <strong>die</strong> Deutung <strong>der</strong><br />

Bezeichnuii " 4' O<br />

ist <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit p/-'i<br />

<strong>von</strong> Wichtigkeit. Sie ist e<strong>in</strong>e Bestätigung <strong>der</strong><br />

Giza II, S. 10 vertretenen Annahme, daß rh-njhcl<br />

nicht <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie sich auf <strong>die</strong> Blutsvenvandtschaft<br />

mit dem Herrscher beziehen könne.<br />

Es ver<strong>die</strong>nt fe.stgestellt zu werden, daß //s/r'<br />

alle<strong>in</strong> <strong>von</strong> allen K<strong>in</strong><strong>der</strong>n den Titel rh-njswl führt,<br />

<strong>der</strong> .sich wie e<strong>in</strong> Adel auf <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> vererbt.<br />

mamliMial auch wenn Vater o<strong>der</strong> Mutter alle<strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Bezeichnung tragen (Giza II, S. 40). In unserem<br />

Falle werflen beide Eltern rh-nj.iwt genannt.<br />

Dürfte man annehmen, daß Hsj-r' alle<strong>in</strong> <strong>von</strong><br />

Whtki abstammte und <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en K<strong>in</strong><strong>der</strong> <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>er Nebenfrau<br />

'.<br />

Anhalt könnte flie starke<br />

Bevorzugung des Hsj-r' <strong>in</strong> den Darstellungen<br />

gelten, ferner das Auftreten an<strong>der</strong>er nicht erwähnter<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> auf <strong>der</strong> Stele <strong>der</strong> 'Iihljl und vielleicht<br />

auch <strong>die</strong> Tatsache, daß <strong>in</strong> <strong>der</strong> .Mastaba drei<br />

Schächte angebracht waren, wold füi- Kij. Wljlki<br />

<strong>in</strong>id nxjr' bcst<strong>in</strong>nnt. O<strong>der</strong> gab es a\ißer dem erblichen<br />

Adel, den unter an<strong>der</strong>em alle Königsk<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

trugen, auch e<strong>in</strong>en, <strong>der</strong> verliehen wurde und<br />

nicht ohne weiteres auf dir K<strong>in</strong><strong>der</strong> <strong>über</strong>tragen<br />

werflen konnte (<br />

.Außer ffsjr' werden noch zwei Söhne genannt<br />

55i»<br />

: i(j


Es<br />

hk.t<br />

I<br />

..l^ausend<br />

144 Hermann Junker.<br />

«»(.s'./-Krug für <strong>die</strong> Waschung". Nr. 2 hat <strong>die</strong> ungewöhnliche<br />

:Q ,,E<strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Ochsenschenkel <strong>in</strong> <strong>der</strong> DarsteUung <strong>über</strong> <strong>der</strong><br />

Statt des üblichen ait steht<br />

(Vorbericht 1928, S. 165).<br />

gleichen Sche<strong>in</strong>tür. So M'ar <strong>der</strong> Dienst am Grab<br />

sehr bescheiden. Dazu stimmt auch <strong>die</strong> E<strong>in</strong>fachheit<br />

Sehreibung 1<br />

Tl) |<br />

ls=> ,, Weihrauch<br />

<strong>der</strong> Bestattung; <strong>in</strong> den Nebenschächten auf <strong>die</strong> Flamme". Nr. 10 bis 11 wird zusammenge-<br />

fehlte, wie erwähnt, jede Beigabe und <strong>die</strong> Leichen zogen als ^IJl^p^^ ^ 2wei Beutel grüner<br />

waren hier auf <strong>der</strong> Schachtsohle, nicht <strong>in</strong> beson<strong>der</strong>en<br />

Grabkammern<br />

und schwarzer Schm<strong>in</strong>ke". Siehe ähnlich Nr. 18;<br />

beigesetzt.<br />

<strong>die</strong> Auffor<strong>der</strong>ung zum Nie<strong>der</strong>setzen am Speisetisch<br />

Die Totengebete.<br />

fehlt. Nach Nr. 31 'O t^rth Mgt statt<br />

a) Die übliche Opferformel wird dreimal angeführt,<br />

des dsr.t wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> entsprechenden Folge des<br />

<strong>über</strong> den drei Opferstellen: Über den 'b-ri <strong>in</strong> Nr. 29 bis .32. Nr. 23 hat wm.s.< hk.t hnms.<br />

beiden Sche<strong>in</strong>türen und <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang zur Nr. 53 bis 54 wivA zusammengezogen. Bei Nr. 66<br />

Kultkammer. Denn auch letzterer galt, wie oben<br />

erwähnt, als Ort, an dem <strong>der</strong> Grabherr <strong>die</strong> Speisen<br />

bis 68 ist <strong>die</strong> Reihenfolge :<br />

(67), hk.t-hnms (66)<br />

shpj (68), wobei 67 und 68 <strong>in</strong> dem gleichen Rechtecke<br />

entgegennahm. Hier ist auf dem großen Architrav<br />

stehn. Nach hnk.t (90) s<strong>in</strong>d 91 und 92 aus-<br />

das Gebet am ausführlichsten wie<strong>der</strong>gegeben,<br />

gelassen, nach 93 aber folgt noch e<strong>in</strong> Mp.t.<br />

drei waagerechte Zeilen, <strong>die</strong> durch Leisten Daran reiht sich <strong>die</strong> Aufzählung <strong>der</strong> Gaben,<br />

getrennt s<strong>in</strong>d. Vor <strong>der</strong> Trennung steht, <strong>die</strong> ganze <strong>die</strong> sonst unter dem Opfertisch verzeichnet werden,<br />

Breite des Architravs e<strong>in</strong>nehmend, als E<strong>in</strong>gang<br />

jedesmal <strong>von</strong> T begleitet; <strong>die</strong> Zahlenangabe<br />

<strong>die</strong> Formel 1 A ^^ r-^^ A . Dieser Anfang <strong>in</strong> <strong>der</strong> schmalen unteren Spalte kommt dabei <strong>in</strong><br />

T I<br />

Wegfall. ,, Tausend an Brot, Bier, Kuchen, Alabasterschalen<br />

für Öl, und Klei<strong>der</strong>, tausend an<br />

gilt sowohl für <strong>die</strong> erste Zeile, mit <strong>der</strong> e<strong>in</strong>fachen<br />

Fassung des Gebetes, ohne <strong>die</strong> (jiza II, S. 57 ff.<br />

jungen R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, Antilopen, Ste<strong>in</strong>böcken und Gazellen,<br />

tausend an Kranichen, n- und /rp-Gänsen<br />

besprochene Erweiterung, wie auch für <strong>die</strong> zweite<br />

Zeile, <strong>die</strong> mit pr.t-hr-hrw beg<strong>in</strong>nt und <strong>die</strong> Totenfeste<br />

aufzählt. Die Formeln ersche<strong>in</strong>en getrennt<br />

und s


dreimal<br />

'<br />

das<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Orabfn-oex atf dem Friedhof vox Oiza. 14Ö<br />

Von den Beischriften auf <strong>der</strong>Norchvand bedaif<br />

<strong>der</strong>Erklän<strong>in</strong>ir. Das<br />

<strong>über</strong> dem Stier <strong>in</strong> <strong>der</strong> oberen Reilie<br />

f<strong>in</strong>det sich auch als Zusatz<br />

im (irah Lcpsius 10. Raum II F. Ostwand: „<br />

//a<br />

T—c<br />

Die Übeisetzuufi nuiß la\iten: ...Junges Weidetier"<br />

und ..A'gr/M'-R<strong>in</strong>d <strong>der</strong> Weide". Die Bezeichnung<br />

f<strong>in</strong>det iiire Entsprechung <strong>in</strong> dem erstere Art bei weitem.<br />

. . . nj-md.t = ..StaUvieh "", wieLepsius Grab 95 =<br />

Erg.<br />

XXXVIII<br />

(j<br />

^<br />

-.^^ fT ,<br />

als Beischrift<br />

zu langgehörnten Ochsen. Es wird also<br />

so .se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> Ägypter des Alten Reiches <strong>die</strong><br />

Schlaclitr<strong>in</strong><strong>der</strong> für z\\ei Arten <strong>von</strong> Fleisch züchteten<br />

: <strong>die</strong> Mast- o<strong>der</strong> Stallochsen und das Weidevieh<br />

mit wenigem Fett, aber besserem Fleisch.<br />

Nach den Denkmälern zu urteilen, <strong>über</strong>wiegt <strong>die</strong><br />

B. DIE MASTABA DES KiNJNJSWT II UND SEINER NACHKOMMEN.<br />

1. DER STAMMBAUM DER FAMILIE<br />

K.NJNJ,^WT.<br />

Kmjnjswt. <strong>der</strong> Besitzer <strong>der</strong> Giza II. S. 135ff.<br />

beschriebenen Mastaba ist das erste uns bekannte<br />

Mitglied <strong>der</strong> Familie, <strong>die</strong> wir durch mehrere<br />

Geschlechter verfolgen können. Die Frage.<br />

ob er ihr Ahnherr ist, wäre entschieden, wenn er.<br />

se<strong>in</strong>em Titel si npwt nj hi-l-f entsprechend, wirklich<br />

als e<strong>in</strong> ,,<br />

leiblicher Königssoi<strong>in</strong>" e<strong>in</strong>es <strong>der</strong><br />

Herrscher gelten könnte. Aber Giza II, S. 159 f.<br />

wurden entscheidende Gründe gegen <strong>die</strong>se Annahme<br />

vorgebracht. Es darf nach ihnen als<br />

sicher gelten, daß K<strong>in</strong>jnjdwt I nicht unmittelbar<br />

<strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Herrscher abstammte. Der Grün<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> Familie ist demnach se<strong>in</strong> Vater gewesen, e<strong>in</strong><br />

Pr<strong>in</strong>z, dessen Namen wir nicht keimen. So<br />

müssen wir <strong>die</strong> Geschichte <strong>der</strong> Familie mit<br />

Kmjnjswt I beg<strong>in</strong>nen. Se<strong>in</strong>e hohen Titel, <strong>die</strong><br />

Größe und Ausschmückung se<strong>in</strong>es (irabes. <strong>die</strong><br />

Zahl se<strong>in</strong>er Beamten und Diener und <strong>die</strong> Ausdehnung<br />

se<strong>in</strong>es Toteiulienstes zeigen, daß er e<strong>in</strong>e<br />

ganz hervoriagende Stelle i<strong>in</strong>ie hatte und <strong>über</strong><br />

e<strong>in</strong> ausgedehntes Vermögen verfügte. i'l)ei' <strong>die</strong><br />

Art se<strong>in</strong>er E<strong>in</strong>künfte und das Zustandekommen<br />

se<strong>in</strong>es Besitzes können \nr uns froilidi ke<strong>in</strong>e<br />

klare V'orstellung machen. Die Hofämter e<strong>in</strong>es<br />

,, E<strong>in</strong>zigen Freuntles", des ..Kenners <strong>der</strong> Geheimnisse<br />

des Morgenhau.ses" und ähnliche<br />

werden unbesohlet gewesen se<strong>in</strong>. .Auch waren<br />

..Gauleiter <strong>von</strong> Dp. Mund aller Leute <strong>von</strong> /'. und<br />

Vorsteher <strong>von</strong> Elkab" zu fiieser Zeit vielleicht<br />

schon mehr odor weniger Khrenbezeicl<strong>in</strong>iuigcn.<br />

Inwieweit aus den l'riesteränitern Kiiuiahmeu<br />

flössen, können wir nicht beurteilen. Kiiu- sicher<br />

besoldete Stelle wai- dir e<strong>in</strong>es ..X'orstehers clor Zuweisungen<br />

des l,el)(Misliauses E<strong>in</strong>e ". bes.sere Vorstellung<br />

gcu <strong>in</strong>nen wir M<strong>in</strong> ilrni Landbesitz des<br />

Pr<strong>in</strong>zen. Wenn er alle<strong>in</strong> dreißig Güter für den<br />

'J'oten<strong>die</strong>nst stiften konnte, so wird se<strong>in</strong> Gesamtbesitz<br />

an Liegenschaften wohl e<strong>in</strong> Mehrfaches betragen<br />

haben. Er setzte sich, wie <strong>die</strong> Namen <strong>der</strong><br />

Stiftungen beweisen,<br />

nur zum ger<strong>in</strong>gen Teil aus<br />

königUchen Zuweisungen zusammen. Die Familie<br />

hatte offenbar ausgedehnten Eigenbesitz.<br />

Diese<br />

Feststellungen waren nötig zum Verständnis<br />

<strong>der</strong> weiteren Familiengeschichte.<br />

Nur <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em <strong>der</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> K nijnjiwt's I<br />

ist uns weitere Kunde erhalten. Die Gräber des<br />

ältesten Sohnes Hrwr und <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zigen Tochter<br />

Widthtp konnten nicht festgestellt werden. Der<br />

jüngste Sohn, <strong>der</strong> den Namen se<strong>in</strong>es Vaters<br />

trägt.<br />

,,K<strong>in</strong>jnj.4wt <strong>der</strong> Jüngere" bekleidet nicht<br />

e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> Ämter se<strong>in</strong>es Vaters, trägt nicht e<strong>in</strong>en<br />

.se<strong>in</strong>er Titel. Vielleicht g<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>ige <strong>der</strong>selben<br />

auf den ältesten Sohn Hrwr <strong>über</strong>, aber auch für<br />

e<strong>in</strong>en Nachgeborenen bedeutet <strong>die</strong> Stellung<br />

Knijnj-swt's II entschieden e<strong>in</strong>en .\bstieg. Den<br />

e<strong>in</strong>zigen höheren Rantr bezeichnet<br />

)•<br />

„^ ..Der<br />

n<br />

größte <strong>der</strong> Zehn <strong>von</strong> Oberägypten", zu dem <strong>der</strong><br />

Titel ..Priester <strong>der</strong> Mi't" e<strong>in</strong>e Ergänzung bedeutet,<br />

da es sich um e<strong>in</strong> Richterkollegium hanflelt.<br />

Das Grab K<strong>in</strong>jnjiwt's II ist sehr bescheiden,<br />

wenn man es mit dem se<strong>in</strong>es Vaters<br />

vergleicht. Es war bei .se<strong>in</strong>em Tode noch unvollendet<br />

und se<strong>in</strong> Sohn ließ <strong>die</strong> notwendigsten Reliefs<br />

und Inschriften anbr<strong>in</strong>gen. Von Toteiistiftungen<br />

hören wir nichts. Kben.sowenig steht<br />

e<strong>in</strong> Name bei den Grah<strong>die</strong>nern. Von den Opfern-<br />


I<br />

<br />

146 Hermann Junker.<br />

tonen; beim Vorhandense<strong>in</strong> an<strong>der</strong>er Ka-Diener<br />

wäre doch wohl <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e o<strong>der</strong> <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e im Grabe<br />

vere^vigt worden.<br />

Von Kmjnjswt III ist sicher nur <strong>der</strong> Titel<br />

<strong>über</strong>liefert, vielleicht wai' er noch "^<br />

und .<br />

unten. Es läßt sich nicht<br />

mehr mit Sicherheit feststellen, wo er selbst bestattet<br />

wurde, aber wahrsche<strong>in</strong>lich gehört ihm<br />

<strong>die</strong> Anlage, <strong>die</strong> gegen <strong>die</strong> nördliche Schmalwand<br />

<strong>der</strong> Mastaba des Kmjnjswt I gebaut war (Giza II.<br />

Abb. 12).<br />

Sie nimmt <strong>der</strong>en ganze Breite e<strong>in</strong> und weist<br />

zwei Räume auf, e<strong>in</strong>en Ost-West gerichteten<br />

Vorraum und e<strong>in</strong>e Kultkammer mit Süd-Nordachse.<br />

Die e<strong>in</strong>zige Sche<strong>in</strong>tür ist im südlichen<br />

Teil <strong>der</strong> Westwand angebracht. Rechts <strong>von</strong> ihr<br />

fanden sich Reste <strong>von</strong> Darstellungen und Inschriften,<br />

<strong>die</strong> jedoch vollkommen verwittert<br />

waren. Die Anlage enthält zwei Schächte. Beide<br />

dicht an <strong>der</strong> Schmalwand <strong>der</strong> großen Mastaba<br />

liegend. E<strong>in</strong>er ist im Massiv <strong>der</strong> Westseite angebracht,<br />

<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e im Vorraum. Es wurde<br />

Giza II, S. 163 als möglich h<strong>in</strong>gestellt, daß das<br />

Grab den beiden K<strong>in</strong><strong>der</strong>n des Pr<strong>in</strong>zen, Hrwr imd<br />

Widthtp gehöre. E<strong>in</strong>e erneute Abwägung <strong>der</strong><br />

Gründe für <strong>die</strong>se Zuweisung läßt es aber als wahrsche<strong>in</strong>licher<br />

gelten, daß Kmjnjswt III hier bestattet<br />

wurde. Die Anlage ist wesentlich ärmlicher,<br />

als <strong>die</strong> des Kmjnjswt II, des jüngsten<br />

Sohnes des Pr<strong>in</strong>zen. Se<strong>in</strong> älterer Bru<strong>der</strong> hätte<br />

wohl e<strong>in</strong> m<strong>in</strong>destens ebenso großes Grab erhalten.<br />

Zum gleichen Ergebnis führt <strong>der</strong> Vergleich<br />

<strong>der</strong> Bauten.<br />

Die Entwicklung führt deutlich<br />

<strong>von</strong> Kmjnjhct I <strong>über</strong> den Vorbau im Osten<br />

zu dem Anbau im Norden. Die große Mastaba<br />

mit <strong>der</strong> Kultkammer und dem Ziegelvorbau zeigt<br />

<strong>die</strong> gewöhnliche Form <strong>der</strong> Gräber aus <strong>der</strong> beg<strong>in</strong>nenden<br />

5. Dynastie. Die Anlage im Osten ist<br />

nach e<strong>in</strong>em ähnlichen Plan gebaut. Der Anbau<br />

im Norden dagegen weicht <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Anordnung<br />

wesentlich <strong>von</strong> dem Typ <strong>der</strong> früheren Gräber ab.<br />

Das Massiv ist bis auf e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en Block im<br />

Westen zusammengeschrumpft und statt dessen<br />

ward dem Kultraum e<strong>in</strong>e zweite Kammer vorgelagert.<br />

So nehmen <strong>die</strong> Innenräume den grüßten<br />

Teil <strong>der</strong> Anlage e<strong>in</strong>. Dieser Grabtyp begegnet uns<br />

erst <strong>in</strong> späterer Zeit, wie bei Pthhtp und t^tki<br />

(Vorbericht 1914, Abb. 5), hei ^Smnfr IV und Ttj<br />

Vorberieht 1929, S. 97 ff.), 'Ilj (Vorbericht<br />

1926, S. 76ff.). Jedenfalls führt <strong>die</strong> Entmcklung<br />

<strong>von</strong> den Mastabas mit nur e<strong>in</strong>em Raum für den<br />

Kult zu den Anlagen, <strong>die</strong> den massiven Kern<br />

durch E<strong>in</strong>bauen mehrerer Kammern auflösen.<br />

Es bestehen natürlich auch <strong>in</strong> dem späteren<br />

Alten Reich <strong>die</strong> älteren Typen neben den neueren<br />

weiter. Aber <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Grabkoniplex. wie er hier<br />

vorliegt, ist es doch viel wahrsche<strong>in</strong>licher, daß<br />

<strong>die</strong> fortgeschrittenere Anordnung aucli wirklich<br />

<strong>die</strong> jüngere ist.<br />

Wenn wir auch <strong>über</strong> <strong>die</strong> Stellung des Kmjnjswt<br />

III ke<strong>in</strong>e sicheren Angaben besitzen, so läßt<br />

sich doch erschließen, daß er <strong>über</strong> e<strong>in</strong>iges Vermögen<br />

verfügte. Das geht zunächst aus <strong>der</strong> Grabanlage<br />

im Norden <strong>der</strong> Hauptmastaba hervor.<br />

Da es jedoch nicht ganz sicher ist, ob sie wirklicii<br />

ihm zugehört, muß <strong>die</strong>ser Punkt ausscheiden.<br />

Aber KmjnjSwt III hat <strong>die</strong> Mastaba se<strong>in</strong>es<br />

Vaters vollenden, sie wenigstens mit Reliefs<br />

schmücken lassen. Außerdem geht aus den Inschriften<br />

<strong>der</strong> Mastaba des 'Irjnr' hervor, daß<br />

für se<strong>in</strong>en Toten<strong>die</strong>nst mehrere Ka-Diener angestellt<br />

Maaren. Sie standen unter <strong>der</strong> Aufsicht des<br />

'Irjnr', <strong>der</strong> als ihr imj-r; wohl den Hauptteil <strong>der</strong><br />

Stiftung erhalten hat.<br />

Die Verarmung <strong>der</strong> Familie schreitet <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

vierten Generation weiter. Die Mastaba des<br />

^Irjnr' ist vor <strong>der</strong> des K<strong>in</strong>jnjiwt III gelegen und<br />

lehnt sich an <strong>die</strong> nördliche Schmalwand des<br />

Njiwtnfr an. Ursprünglich war sie nur e<strong>in</strong><br />

kle<strong>in</strong>er Block mit zwei e<strong>in</strong>fachen Sche<strong>in</strong>türen an<br />

<strong>der</strong> Ostseite und vier engen Schächten mit<br />

kle<strong>in</strong>en Grabkammern. Es ist für den Nie<strong>der</strong>gang<br />

<strong>der</strong> Familie bezeichnend, daß man sich<br />

nicht scheute, zur Bedeckung <strong>der</strong> nordwestlichen<br />

Bestattung <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür e<strong>in</strong>er fremden<br />

Mastaba, des Hkmv, zu benutzen. Sie wurde<br />

<strong>von</strong> ihrem Platz gerissen, an den Enden zugeliauen<br />

und mit <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>seite nach unten <strong>über</strong><br />

<strong>die</strong> Graböffnung gelegt. So waren <strong>die</strong> Nachkommen<br />

des Pr<strong>in</strong>zen zu Dieben geworden.<br />

'Irjnr' bekleidete nur untergeordnete Stellen,<br />

ci' war ,,<br />

Aufseher <strong>der</strong> Gottes<strong>die</strong>ner und w'b-<br />

Priester des Königs'". Außerdem bezog er E<strong>in</strong>künfte<br />

aus dem Wakf se<strong>in</strong>es Vaters als Vorsteher<br />

<strong>von</strong> dessen Ka-Dienern ; imj-n hrnw-k? steht an<br />

<strong>der</strong> Spitze se<strong>in</strong>er Titel. Unter <strong>die</strong>sen fehlt zum<br />

erstenmal<br />

O<br />

auch se<strong>in</strong> Sohn führt ihn nicht<br />

mehr; <strong>der</strong> Adel war <strong>der</strong> Familie endgültig verloren<br />

gegangen.<br />

So wie Kmjnjiwt III pietätvoll das Grab<br />

se<strong>in</strong>es Vaters vollendete, tritt 'nhmr' als Stifter


DlUTTER BeKKIIT i'P.KR OTF. fiRABrXOEN ATF DEM FrTKHHOF VOX OlZA. 147<br />

r<br />

m' -^<br />

¥1<br />

«'<br />

! «i<br />

10*


148 Hermann Junker.<br />

im Grabe se<strong>in</strong>es Vaters 'Irjnr' auf. Er hat se<strong>in</strong>e<br />

Mastaba östlich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>iger Entfernung errichtet<br />

und den Raum zwischen l^eiden Anlagen als<br />

Korridor ausgebaut. Am E<strong>in</strong>gang desselbeii<br />

setzte er e<strong>in</strong>e Tür e<strong>in</strong>, <strong>der</strong>en Wangen er mit Reliefs<br />

schmücken ließ. Gerade hier wird <strong>der</strong> Unterschied<br />

gegen<strong>über</strong> den früheren Anlagen deutlich.<br />

Wenn auch <strong>die</strong> Ausschmückung <strong>der</strong> Kammer des<br />

Ksnjnjswt II sich mit <strong>der</strong> des Hauptgrabes nicht<br />

messen kann, so stellt sie doch immerh<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Dagegen s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Figuren und<br />

gute Arbeit dar.<br />

Hieroglyphen bei 'Irjnr ganz schlecht ausgeführt;<br />

<strong>der</strong> Verfall könnte nicht klarer zum<br />

Ausdruck kommen.<br />

Die Gründe des Abstieges <strong>der</strong> Familie<br />

bleiben uns verborgen. Es läßt sich nur vermuten,<br />

daß unter an<strong>der</strong>em <strong>der</strong> Wechsel <strong>der</strong> Dynastie<br />

daran schuld trug. Dei; Ahnherr war mit<br />

dem Herrscherhaus <strong>der</strong> 4. Dynastie eng verwandt,<br />

bei längerer Dauer <strong>der</strong>selben hätte <strong>die</strong><br />

Familie ihren Rückhalt bei Hofe gefunden. Das<br />

neue Herrschergeschlecht aber fühlte wohl weniger<br />

Verpflichtung, <strong>die</strong> Nachkommen <strong>der</strong> früheren<br />

Könige zu unterstützen.<br />

E<strong>in</strong>er beson<strong>der</strong>en<br />

För<strong>der</strong>ung hätten sie wohl weniger bedurft,<br />

wenn <strong>die</strong> E<strong>in</strong>künfte nicht, wie es sche<strong>in</strong>t, zum<br />

großen Teil aus dem Grundbesitz geflossen<br />

wären. Ksnjnjdwt I muß <strong>über</strong> zahlreiche Güter<br />

verfügt haben (siehe oben S. 145). Wenn nun<br />

ke<strong>in</strong>e neuen königlichen Verleihungen h<strong>in</strong>zukamen,<br />

verblieb bei <strong>der</strong> Erbteilung für K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

und K<strong>in</strong>desk<strong>in</strong><strong>der</strong> nur mehr e<strong>in</strong> bescheidener<br />

Bestand. Dazu müssen wir <strong>die</strong> jeweils für den<br />

Toten<strong>die</strong>nst ausgeschiedenen Güter <strong>in</strong> Abzug<br />

br<strong>in</strong>gen. Es blieb nur e<strong>in</strong> Mittel, den Abstieg zu<br />

verlangsamen, <strong>die</strong> Belehnung mit e<strong>in</strong>träglichen<br />

Beamtenposten. Aber es wT.irde schon bemerkt,<br />

daß <strong>der</strong> Pr<strong>in</strong>z Kmjnjiwt I <strong>die</strong> ganz hohen Hoftitel<br />

nicht führt (Giza II S. 160), und <strong>der</strong> größere<br />

Teil se<strong>in</strong>er Ämter mehr o<strong>der</strong> weniger Ehren -<br />

stellen waren. Bei se<strong>in</strong>en Nachkommen nehmen<br />

<strong>die</strong> Titel an Zahl und Bedeutung schnell ab und<br />

es ist bezeichnend, daß nicht e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> Ämter<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Familie bleibt, wenigstens bei den uns<br />

bekannten K<strong>in</strong><strong>der</strong>n und Enkeln nicht.<br />

2. DIE ANLAGE DES K^NJNJSWT II.<br />

a) Der Oberbau.<br />

Die Mastaba lehnt sich dicht an <strong>die</strong> Front<br />

<strong>der</strong> Anlage des Pr<strong>in</strong>zen Ksnjnjswt I an und benützt<br />

sie als Westwand. Der Bau liegt nicht<br />

symmetrisch zur Mutteranlage, son<strong>der</strong>n ersche<strong>in</strong>t<br />

um 1.25 m nach Süden verschoben. Der<br />

Grund liegt wohl dar<strong>in</strong>, daß beim Nordwärtsrücken<br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südnordstraße h<strong>in</strong>ter<br />

Ct. 4980 gelegen hätte, während er so frei am Ende<br />

<strong>der</strong> Ostweststraße liegt, <strong>die</strong> zwischen G 4980 und<br />

Njswtnfr durchführt. Auch mag mitbestimmend<br />

gewesen se<strong>in</strong>, daß <strong>in</strong> <strong>der</strong> jetzigen Lage e<strong>in</strong>e engere<br />

Verb<strong>in</strong>dung mit den Kulträumen des Vaters hergestellt<br />

war. Man verband <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat <strong>die</strong> Ziegelkammer<br />

vor dem E<strong>in</strong>gang <strong>der</strong> Hauptanlage<br />

durch e<strong>in</strong>e Mauer mit <strong>der</strong> Südwand des Anbaues.<br />

Dadurch wurde e<strong>in</strong> Vorhof geschaffen, siehe<br />

Giza II, Abb. 12. Die engere räumliche Verb<strong>in</strong>dung<br />

spielt ja bei den Familienanlagen e<strong>in</strong>e<br />

beson<strong>der</strong>e Rolle, wie <strong>die</strong> Beispiele <strong>der</strong> Nsdrkij,<br />

(Giza II, S. 97f.), des 'Irjnr' (siehe unten), des<br />

Ddnfr (Vorbericht 1913, S. 29) und an<strong>der</strong>er<br />

zeigen.<br />

Für <strong>die</strong> Außenwände <strong>der</strong> Ma.staba wurde als<br />

Material lokaler Kalkste<strong>in</strong> verwendet, Nummulit<br />

und Qua<strong>der</strong>n mit Muschele<strong>in</strong>schlüssen verschiedener<br />

Art. Die meisten Blöcke s<strong>in</strong>d grau<br />

o<strong>der</strong> drab, an<strong>der</strong>e zeigen dunkle bis schwarze<br />

große Flecken; <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>e <strong>die</strong>ser Art s<strong>in</strong>d beson<strong>der</strong>s<br />

hart, wie Wacken; ähnlichen Qua<strong>der</strong>n<br />

begegnen wir bei den Mastabas aus <strong>der</strong> Zeit des<br />

C'hephren. Aber Art und Wechsel <strong>der</strong> Bauste<strong>in</strong>e<br />

zeigen, daß das Material unserer Anlage nicht<br />

aus den Brüchen stammt, <strong>die</strong> während <strong>der</strong><br />

4. Dynastie für <strong>die</strong> Grabbauten des Westfriedhofes<br />

verwendet wurden.<br />

Die Aufmauerung ist sorgfältig. Die e<strong>in</strong>zelnen<br />

Ste<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d gut auf Fug geschnitten, wenn<br />

auch nicht annähernd so genau, me wir es bei<br />

den Verkleidplatten <strong>der</strong> 4. Dynastie gewohnt<br />

s<strong>in</strong>d. Die Schichten verlaufen regelmäßig, <strong>die</strong><br />

Höhe <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Lagen beträgt 45 cm, nur <strong>die</strong><br />

zweite <strong>von</strong> unten ist breiter (50 cm). Die Blöcke<br />

s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mehrzahl rechteckig geschnitten,<br />

manchesmal aber haben sie <strong>die</strong> Form <strong>von</strong> Rhomben<br />

o<strong>der</strong> Trapezen. Die Nachbarste<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d dann<br />

auf <strong>die</strong> Schrägl<strong>in</strong>ien abgepaßt. Wir begegnen<br />

<strong>die</strong>sem Wechsel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Form <strong>der</strong> Qua<strong>der</strong>n<br />

häufig. Man wollte dadurch wohl den Mauerverband<br />

festigen. Die Blöcke s<strong>in</strong>d nur oberflächlich<br />

zugehauen, nicht geglättet, wie es bei<br />

<strong>der</strong> Verkleidung <strong>von</strong> besseren Anlagen üblich<br />

war. Man könnte freilich annehmen, daß auch<br />

Kmjnjhvt II beabsichtigt habe, <strong>der</strong> Mastaba<br />

glatte Außenwände zu geben, daß aber <strong>die</strong> Bossen<br />

stehen geblieben s<strong>in</strong>d, weil er vorzeitig starb.


Drittkr <strong>Bericht</strong> üker <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof vox Giza. 149<br />

Aber e« si^richt e<strong>in</strong> gewichtiger CJrund gegen <strong>die</strong><br />

Vermutung, daß <strong>die</strong> Mauei'n e<strong>in</strong>fach als unfertig<br />

gelten müssen: <strong>die</strong> Fugen s<strong>in</strong>d sorgfältig mit<br />

Mörtel ausgeschmiert. Das wäre vollkommen<br />

zwecklos gewesen, wenn man e<strong>in</strong>e weitere Abarbeitung<br />

<strong>der</strong> Blöcke beal)sichtigt hätte. Es ist<br />

also <strong>die</strong> AuBenfläclie <strong>in</strong> ihrer vorliegenden Form<br />

als endgültig angesehen worden, was auch immer<br />

<strong>der</strong> ursprüngli<strong>die</strong> Plan für <strong>die</strong> Ausgestaltung<br />

gewesen se<strong>in</strong> mag. Die Fläche des Rücksprunges<br />

für den E<strong>in</strong>gang zur Kultkammer ist dagegen<br />

gut abgearbeitet, <strong>die</strong> Pfosten Ane <strong>der</strong> Architrav,<br />

so daß sieh ihre glatte Fläche wirkungsvoll aus<br />

<strong>der</strong> Rustikawand hervorhebt. Diese Art <strong>der</strong> Behandlung<br />

<strong>der</strong> Außenmauer steht nicht alle<strong>in</strong> da,<br />

wir f<strong>in</strong>den fe<strong>in</strong> abgearbeitete Bauteile, <strong>von</strong><br />

rohem Geste<strong>in</strong> umrahmt, mehrfach. Beson<strong>der</strong>s<br />

bei NMrk-ij (Giza II, S. 108). siehe auch unten<br />

Njhvtnfr, C. 1. Es sei zugegeben, daß den Anlaß<br />

zu <strong>die</strong>sem Wechsel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>bearbeitung<br />

<strong>die</strong> Fälle gegeben haben, <strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Bossen<br />

stehen geblieben waren, weil <strong>der</strong> Bau nicht vollendet<br />

werden konnte, und man sich damit begnügen<br />

mußte, nur <strong>die</strong> wichtigeren Teile zu<br />

glätten. Aber dann fand man an dem (Jegensatz<br />

<strong>von</strong> Rustika und glatten Flächen Gefallen und<br />

venv'endete ihn absichtlich. Auf e<strong>in</strong>en gleichen<br />

Vorgang s<strong>in</strong>d ja auch <strong>die</strong> Mastabas mit abgetreppten<br />

Lagen kle<strong>in</strong>erer Ste<strong>in</strong>würfel zurückzuführen.<br />

Von Hause aus bildete <strong>die</strong>se Form nur<br />

den Kern <strong>der</strong> Anlage, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Verkleidung <strong>von</strong><br />

glatten 'Purablöcken erhalten sollte. Da <strong>die</strong> Ummantelung<br />

aber <strong>in</strong> vielen Fällen unterblieb, bildete<br />

sich e<strong>in</strong>e selbständige Form <strong>der</strong> al)gestuften<br />

Tumuli, bei <strong>der</strong> dann <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>würfel liesser geglättet<br />

^mrden. Wir begegnen Herleitungen aus<br />

Fehlformcn auch im Kle<strong>in</strong>en, wie bei dem Dekor.<br />

So verdanken <strong>die</strong> rotpolierten schwarzgebän<strong>der</strong>tcn<br />

Vasen <strong>der</strong> Vorgeschichte letzten Endes<br />

ihre Entstehung e<strong>in</strong>em Fehlbrand, und <strong>die</strong> fe<strong>in</strong>geriefelten<br />

Näpfe <strong>der</strong> Badärizeit e<strong>in</strong>er unvollkommenen<br />

Politur.<br />

Nach dem Nordciidc. <strong>der</strong> Ostwand zu. liegt<br />


150 Hermann Jixkek.<br />

den beiden Sche<strong>in</strong>türen erhalten, weil an <strong>die</strong>sen<br />

Stellen Bil<strong>der</strong> und Inschriften angebracht wurden.<br />

Bei den Türwangen ^^alrden <strong>die</strong> Fugen zwischen<br />

den verschiedenen Blöcken (siehe oben) verschmiert<br />

und <strong>die</strong> ganze Fläche erhielt nach Anbr<strong>in</strong>gung<br />

<strong>der</strong> Darstelhnigen e<strong>in</strong>en fe<strong>in</strong>en Stuck<strong>über</strong>zug.<br />

Die Figuren s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> auffallend dünnem<br />

Relief gehalten. Auf <strong>der</strong> Westwand ist e<strong>in</strong><br />

Streifen <strong>in</strong> nuttlerer Höhe bel)il<strong>der</strong>t. Hier liegen<br />

zwei Blöcke, <strong>die</strong> vom Südende <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür<br />

bis zum Nordende <strong>der</strong> Wand reichen. Zwischen<br />

den Sche<strong>in</strong>türen ist <strong>die</strong>se Fläche vollkommen geglättet<br />

und <strong>die</strong> Stoßfuge mit Mörtel ausgefüllt.<br />

Die Reliefs s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong> wenig kräftiger als <strong>die</strong> <strong>der</strong><br />

Türlaibungen.<br />

Auf Abb. 19 liegt <strong>die</strong> Kammer tiefer als <strong>der</strong><br />

E<strong>in</strong>gang, aber es ist sicher, daß <strong>die</strong>ser Unterschied<br />

im Niveau rricht im ursprünglichen Plan<br />

vorgesehen war. Der Boden des Kiiltraumes<br />

sollte noch e<strong>in</strong> Plattenpflaster erhalten. Darauf<br />

weist schon <strong>der</strong> Umstand h<strong>in</strong>, daß bei <strong>der</strong> Fundamentlage<br />

<strong>die</strong> Bossen meist stehen geblieben<br />

s<strong>in</strong>d. So erklärt sich auch, daß <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen<br />

nur bis 70 cm <strong>über</strong> den Boden reichen. Das<br />

Pflaster war <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Mächtigkeit <strong>von</strong> 46 cm vorgesehen,<br />

so daß <strong>der</strong> untere Abschluß <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türen<br />

nur mehr 24 cm höher lag. Dieser Teil war<br />

vielleicht für <strong>die</strong> Anbr<strong>in</strong>gung e<strong>in</strong>er Opferplatte<br />

belassen, wie etwa <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ma.staba des Ksnjnjsvil<br />

o<strong>der</strong> des ^Sithlp (Giza 11. Abb. 3 und 23).<br />

Die Bedachung <strong>der</strong> Kultkammer erfolgte<br />

durch Platten lokalen Kalkste<strong>in</strong>es; es wurden<br />

nur zwei am Nordende <strong>in</strong> ihrer ursprünglichen<br />

Lage gefunden. Sic s<strong>in</strong>d ii<strong>in</strong>d 50 cm breit.<br />

Ii) Die untcr<strong>in</strong>lisch«' .\nlaK('.<br />

Der Grabschacht liegt im Süden <strong>der</strong> Kultkammer,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte zwischen <strong>der</strong>en Schmalwand<br />

und <strong>der</strong> Außenmauer. Diese Anordnung ist<br />

ungewöhnlich. Man erwartete umgekehrt den<br />

Kultraum im Süden <strong>der</strong> Anlage und den Schacht<br />

nördlich <strong>von</strong> ihr. Das umsomehr. als man durch<br />

<strong>die</strong> Umstellung gezwungen war, nunmehr entgegen<br />

<strong>der</strong> Regel (siehe Giza I, S. 60), <strong>die</strong> Grabkammer<br />

nördlich an <strong>die</strong> Schachtsohle anzuschließen,<br />

denn sonst wäre sie außerhalb <strong>der</strong><br />

Mastaba gelegen. E<strong>in</strong>en <strong>über</strong>zeugenden Grund<br />

vermag ich nicht zu erkennen. Man könnte<br />

höchstens vermuten, daß man e<strong>in</strong>erseits <strong>die</strong><br />

Kammer <strong>in</strong> <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong> Ostwand legen und<br />

an<strong>der</strong>erseits das Südende des Baues möglichst<br />

nahe an <strong>die</strong> Kultkammer des Vaters rücken<br />

wollte. Sollte mm <strong>der</strong> Schacht trotzdem nördlich<br />

liegen, so hätte man <strong>die</strong> Anlage wesentlich verlängern<br />

müssen. Denn zwischen Kammer und<br />

nördlicher Außen.seite steht hier nur e<strong>in</strong>e 1,40 m<br />

dicke Mauer. Der Sargraum hat e<strong>in</strong>e Ost-West<br />

gerichtete Längsachse; se<strong>in</strong> westlicher Teil liegt<br />

unter dem Massiv <strong>der</strong> Mastaba des Kmjnjswt I.<br />

Es ist <strong>die</strong>se Anordnung gewiß nicht zufällig. Wie<br />

im Falle <strong>der</strong> Nsdrkij sollte das Begräbnis nahe<br />

<strong>der</strong> Bestattung des Vaters se<strong>in</strong> ;<br />

<strong>die</strong> Sargkammern<br />

s<strong>in</strong>d nur drei Meter <strong>von</strong> e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> entfernt.<br />

Die Westseite des Schachtes liegt wi<strong>der</strong> <strong>die</strong><br />

Front <strong>der</strong> Mastaba des Kmjnjswt I. Er führt<br />

3,30 m durch den Oberbau luid noch 7,30 m<br />

durch den Fels, was e<strong>in</strong>e Gesamttiefe <strong>von</strong><br />

10,80 m ergibt. E<strong>in</strong> Gang <strong>von</strong> 1 m Länge führt<br />

zu dem <strong>in</strong> gleicher Tiefe liegenden Sargraum. Der<br />

Zugang war mit Kalkste<strong>in</strong>qua<strong>der</strong>n vermauert.<br />

An <strong>der</strong> Westwand war <strong>in</strong> ihrer ganzen Länge e<strong>in</strong><br />

Sarko])hag aus dem Felsgeste<strong>in</strong> gehauen, 60 cm<br />

hoch, mit e<strong>in</strong>er verhältnismäßig kle<strong>in</strong>en Aushöhlung.<br />

Den Verschluß bildete e<strong>in</strong> Deckel <strong>von</strong><br />

25 cm Dicke, (k-r gleichfalls an Ort und Stelle<br />

ausgehauen war. In <strong>der</strong> Südostecke stand e<strong>in</strong><br />

kle<strong>in</strong>er viereckiger Ste<strong>in</strong>aufbau, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Stelle <strong>der</strong><br />

cjuadratischen Bodenvertiefung <strong>in</strong> den Mastabas<br />

<strong>der</strong> 4. Dynastie e<strong>in</strong>nimmt (Giza I, S. 49f.) und<br />

zur Aufnahme <strong>der</strong> E<strong>in</strong>geweidekrüge bestimmt<br />

war. Es lagen <strong>in</strong> unserem Falle vier Tonkrüge <strong>in</strong><br />

dem abgegrenzten Raum, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Form <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>kanopcn<br />

hatten: ganz breite Schultern, e<strong>in</strong>en<br />

Wulst am Rande <strong>der</strong> Öffnung und e<strong>in</strong>e<br />

Aufsatzfläche.<br />

glatte<br />

Die Grabkammer war <strong>in</strong> früherer Zeit erbrochen<br />

worden und wir fanden <strong>die</strong> Leiche vollkommen<br />

durc^hwühlt; aber <strong>die</strong> <strong>in</strong>nherliegenden<br />

Beigaben waren fast unversehrt. Sie bestanden<br />

hauptsächlich aus Sche<strong>in</strong>gefäßen aus Alabaster,<br />

für das Opfermahl bestimmt, im Ganzen dre<strong>in</strong>ndachtzig<br />

Stück, <strong>die</strong> ungefähr den e<strong>in</strong>zelnen<br />

Gängen <strong>der</strong> Mahlzeiten entsprechen. Darunter<br />

befanden sich mehrere fast zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>ische Vasen<br />

für <strong>die</strong> Salböle und Krüge jnit Untersatz, <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>em Stück gearbeitet, für Getränke. Außerdem<br />

war, wie häufig, das Modell e<strong>in</strong>es Speisetisches<br />

aus Alabaster mitgegeben. Siehe Tafel IXb.<br />

Kndlich fanden sich e<strong>in</strong>e Reihe kle<strong>in</strong>er Knpferwerkzeuge<br />

<strong>der</strong> üblichen Form, sowie zwei Tonverschlüsse<br />

mit Siegelabdrücken.


f<br />

^<br />

Abi). H). Dio M(i»Val>u (!(« Kmjnjiwt II, oben Tiirrolle, unton da« nördlicho TUrgewOndo.


152 Hebmann Junkkr.<br />

3. DIE DARSTELLUNGEN.<br />

Als Kmjnjswt II starb, war se<strong>in</strong> Grab noch<br />

nnvoUendet. Im Rohbau dürfte er es freilich<br />

fertiggestellt haben, aber <strong>die</strong> <strong>in</strong>nere Ausschmückung<br />

fehlte ganz. Se<strong>in</strong> gleichnamiger<br />

Sohn ließ daher am E<strong>in</strong>gang und auf <strong>der</strong> West-<br />

Avand e<strong>in</strong>ige Reliefs und Texte anbr<strong>in</strong>gen, also<br />

an den Stellen, an denen <strong>der</strong> Verstorbene <strong>die</strong><br />

Opfergaben entgegennehmen sollte (siehe Giza II,<br />

S. 70). Eigentlich hätten freilich vor allem <strong>die</strong><br />

Sche<strong>in</strong>türen beschriftet werden müssen. Aber da<br />

<strong>die</strong>selben sehr schmal und aus vielen Blöcken<br />

zusammengesetzt waren, zog man es vor, e<strong>in</strong>e<br />

Fläche zwischen ihnen zu glätten und mit Bil<strong>der</strong>n<br />

und Beischriften zu versehen. Man wählte<br />

natürlich <strong>die</strong> notwendigste Szene, <strong>die</strong> Speisung<br />

des Toten, <strong>die</strong> sonst auf <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türplatte und<br />

neben <strong>der</strong> südhehen Sche<strong>in</strong>tür meist auf <strong>der</strong> Südwand<br />

angebracht wird. Auf dunkelgrauem H<strong>in</strong>tergrund<br />

gezeichnet, sehen wir K<strong>in</strong>jnjsict <strong>in</strong><br />

Galatracht vor dem Opfertisch. Er hat das<br />

Pantherfell <strong>über</strong>geworfen, das an <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken<br />

Schulter durch e<strong>in</strong>e Schließe gehalten wird. Die<br />

rote Klaue am rechten Vor<strong>der</strong>fuß des Panthers<br />

liegt dicht unter <strong>der</strong> Schließe, <strong>die</strong> Pianke des<br />

rechten<br />

H<strong>in</strong>terfußes auf dem Knie. H<strong>in</strong>ter <strong>der</strong><br />

Tatze zeigt das Fell schwarze Tupfen auf weißlichem<br />

Untergrund, sonst auf gelblichem. Unter<br />

dem FeU trägt Kmjnjswt II e<strong>in</strong>en Schurz, tiefer<br />

getönt. Er ist vom Gürtel bis zur aufliegenden<br />

Kralle rot gestrichelt, um <strong>die</strong> Fältelung anzudeuten.<br />

Das Stück unterhalb <strong>der</strong> KraUe blieb<br />

ohne Strichelung. Der Sessel ist gelb getönt.<br />

Se<strong>in</strong>e Stempel, <strong>die</strong> Löwenfüße nachahmen, s<strong>in</strong>d<br />

beson<strong>der</strong>s sorgfältig ausgearbeitet. Zehen und<br />

Fuß werden durch e<strong>in</strong>e erhabene L<strong>in</strong>ie getrennt,<br />

auf gleiclie Weise ist <strong>die</strong> A<strong>der</strong> des H<strong>in</strong>terfußes<br />

kenntlich gemacht, wie bei den geschnitzten<br />

Elfenbe<strong>in</strong>füßen. Rechts vom Opfertisch ist <strong>in</strong><br />

sechs waagrechten Reihen <strong>die</strong> Speiseliste aufgezeichnet.<br />

Die waagrechten Leisten werden<br />

durch senkrechte geschnitten, so daß sich Rechtecke<br />

ergeben, <strong>in</strong> <strong>die</strong> <strong>die</strong> Namen <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Speisen gesetzt wurden. Rechts schließt sich<br />

dicht e<strong>in</strong>e Opferdarstellung <strong>in</strong> drei Reihen an,<br />

so daß <strong>von</strong> den sechs waagrechten Leisten <strong>der</strong><br />

Liste immer <strong>die</strong> zweite als Grundl<strong>in</strong>ie weitergeführt<br />

wird. Zij oberst ist e<strong>in</strong> Aufbau <strong>von</strong> verschiedenen<br />

Speisen wie<strong>der</strong>gegeben, e<strong>in</strong>em Stillleben<br />

ähnlich. Die Zusammenhäufung <strong>der</strong> Gerichte<br />

und <strong>die</strong> gegenseitigen Überschneidungen<br />

<strong>der</strong> Fleischstücke, Brote und Gefäße muten uns<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> vorliegenden Zeit befremdend an. Da<br />

liegen zuunterst zwei Ochsenschenkel, gekreuzt,<br />

<strong>die</strong> Hufe nach <strong>in</strong>nen gerichtet. Über dem l<strong>in</strong>ken<br />

ist e<strong>in</strong>e Gans, wie auf ihm stehend, gezeichnet.<br />

Auf ilirem Rücken liegt <strong>in</strong> umgekehrter Richtung<br />

e<strong>in</strong>e zweite Gans, dah<strong>in</strong>ter schauen zwei Kuchen<br />

und e<strong>in</strong> Ripjienstück hervor. H<strong>in</strong>ter dem rechten<br />

Schenkel stehen zwei große Tonvasen, quer <strong>über</strong><br />

ihnen liegt e<strong>in</strong> riesiger Brotlaib. Durch <strong>die</strong> symmetrische<br />

Anordnung <strong>der</strong> Schenkel wird dter<br />

Aufbau zwar an <strong>der</strong> Grundl<strong>in</strong>ie zusammengehalten<br />

und gestützt, dar<strong>über</strong> aber vermissen<br />

wir <strong>die</strong> gewohnte Festigkeit und Ausgeglichenheit.<br />

Wir kennen zwar aus dem Ende des Alten<br />

Reiches noch kühnere Zusammenstellungen,<br />

ganz zu schweigen <strong>von</strong> den Auftürmungen <strong>der</strong><br />

Opfergaben auf den Speiselisten des Mittleren<br />

und Neuen Reiches.<br />

Aber zur Zeit des Kmjnjswt II herrschte sonst<br />

e<strong>in</strong>e strengere Zucht <strong>in</strong> dem Aufbau <strong>der</strong> Opfergaben.<br />

Bei <strong>der</strong> offiziellen Opferszene stehen auf<br />

<strong>der</strong> Platte nur <strong>die</strong> Brothälften regelmäßig angeordnet.<br />

Wenn <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e im frühen Alten<br />

Reich weitere Speisen ersche<strong>in</strong>en, so werden sie<br />

e<strong>in</strong>zeln auf Schüsseln <strong>über</strong> den Broten dargestellt,<br />

unter Vermeidung je<strong>der</strong> Überschneidung.<br />

Erst im späteren Alten Reich werden gelegentlich<br />

statt des Tisches mit Broten auch bei <strong>der</strong><br />

Hauptdarstellung des Totenopfers Platten mit<br />

verschiedenen Speisen verwendet. In Nebenszenen<br />

treten sie schon früher auf. Aber man<br />

vermeidet zunächst den Tisch zu <strong>über</strong>laden vnid<br />

verteilt <strong>die</strong> Gerichte auf danebenstehende Stän<strong>der</strong>,<br />

Untersätze, Körbe und Schüsseln, <strong>die</strong> meist<br />

klar und <strong>über</strong>sichtlich gereiht s<strong>in</strong>d. Der gleichen<br />

regelmäßigen Verteilung begegnen wir bei <strong>der</strong><br />

Übergabe des Speiseverzeichnisses, wie auf <strong>der</strong><br />

Nordwand des äSdhtf (Giza II, Abb. 29), des<br />

Njiwtnfr (s. unten), des Kihjj (Vorbericht 1913,<br />

S. 29). Hier s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Platten im Bildstreifen<br />

säuberlich nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> ge.stellt. Ganz<br />

entsprechend <strong>der</strong> klaren Reihung <strong>der</strong> üb''yen<br />

Szenen.<br />

Mit dem Aufgeben <strong>der</strong> straffen Ordnung und<br />

des strengen Stiles än<strong>der</strong>t sich im vorgeschrittenen<br />

Alten Reich auch <strong>die</strong> Wie<strong>der</strong>gabe <strong>der</strong><br />

Speisen. Jetzt begegnen wir öfter e<strong>in</strong>er Häufung<br />

<strong>der</strong> verschiedenen Gerichte; Braten, Brote,<br />

Kuchen, Gemüse imd Früchte werden hochaufgetürmt.<br />

Statt des Tisches mit den Brothälften<br />

steht e<strong>in</strong> üppiges Mahl vor dem Toten,


Al)l>. J I. Dif Mu^ttobu «Its K<strong>in</strong>jujiivt II, ilus ttiuilicho Tiirgowi<strong>in</strong>do.


—<br />

154 Hermann Junker.<br />

beispielsweise im Grab des Njtv?i[r (Vuiljericht<br />

1928, Taf. VI).<br />

Freiüch herrscht <strong>die</strong> <strong>über</strong>komnieiie Daisteüung<br />

<strong>der</strong> Speisen auch dann noch immer vor.<br />

80 seilen «ir auch <strong>in</strong> unserem Falle Krnjnjsivt II.<br />

vor dem e<strong>in</strong>fachen Opfertisch sitzend, <strong>die</strong> aufgehäuften<br />

Gerichte s<strong>in</strong>d <strong>von</strong> <strong>der</strong> Szene durch <strong>die</strong><br />

Liste getrennt.<br />

In <strong>der</strong> zweiten und dritten Reilie knieeii je<br />

zwei Totenpriester. Sie lialten <strong>in</strong> beiden Händen<br />

Näpfe für Trankspenden. Die Form wechselt,<br />

<strong>die</strong> RandUppe ist verschieden, aber jedenfalls<br />

handelt es sich immer, wo <strong>die</strong> L<strong>in</strong>ien nachweisbar<br />

s<strong>in</strong>d, um Gefäße, nicht um Brote (siehe Giza II,<br />

S. 62f.). Rechts <strong>von</strong> <strong>der</strong> Gruppe steht, <strong>in</strong> größerem<br />

Maßstab gezeichnet, Kmjnjswt III, <strong>die</strong> Unke<br />

Hand gesenkt, <strong>die</strong> rechte erhoben. Die Erklärung<br />

<strong>der</strong> Szene ergibt sich aus verwandten<br />

Darstellungen mit Sicherheit, es ist <strong>die</strong> rituelle<br />

,, Speisung des Verklärten". L<strong>in</strong>ks sitzt K<strong>in</strong>jnjswt<br />

II am Opfertisch und <strong>die</strong> rechte Gruppe ist<br />

direkt vor ihm zu denken, allenfalls gehören<br />

noch <strong>die</strong> Speisen <strong>der</strong> oberen Reihe zmschen<br />

den Grabherrn und <strong>die</strong> Totenpriester. Zum Vergleich<br />

siehe etwa <strong>die</strong> Szene auf <strong>der</strong> Südwand<br />

des J^^nhtp (Giza II, Abb. 33), des Njdwtnfr<br />

(oben Abb. 9b). Dazu beachte man, <strong>die</strong> Giza II,<br />

S. 63 namhaft gemachten Parallelen. Ihnen<br />

gegen<strong>über</strong> ist unsere Szene vere<strong>in</strong>facht. Es fehlt<br />

<strong>die</strong> Zeremonie des vtj. Die vier Totenpriester<br />

üben das Amt des irdpw aus, <strong>der</strong> sonst mit den<br />

Näpfen direkt an dem Speisetisch kniet.<br />

Der Sohn des Verstorbenen hat das Amt<br />

des hrj-wdb <strong>über</strong>nommen, an dessen Stelle<br />

später das des hrj-hb tritt. Er ruft <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

Bestandteile <strong>der</strong> Speiseliste aus, wodurch <strong>der</strong><br />

Verstorbene des Mahles teilhaftig wird.<br />

Die Beiscluift<br />

besteht aus <strong>der</strong> e<strong>in</strong>fachen Formel des<br />

hlp'dj-njswt und prj-nf-hr-hrw; dadiuch wird ausgedrückt,<br />

daß es sich um <strong>die</strong> große rituelle Speisung<br />

handelt und daß <strong>der</strong>. Verklärte auf den Ruf<br />

des Priesters, hier se<strong>in</strong>es Sohnes, zu dem .wolilausgerüsteten<br />

Mahle'<br />

ersche<strong>in</strong>e.<br />

Die Darstellungen auf den Türwangen s<strong>in</strong>d<br />

gleichgeordnet. Beide Male sitzt Ksnjnjswt II<br />

dem Ausgang zugewendet auf e<strong>in</strong>em Sessel und<br />

nimmt Opfer entgegen. Auf <strong>der</strong> Nordseite trägt<br />

er den Schurz imd <strong>die</strong> kurze Löckchenperücke,<br />

<strong>der</strong> Halskragen fehlt. In <strong>der</strong> rechten Hand hält<br />

er das aufgerichtete Ar^;- Szepter, <strong>in</strong> <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken<br />

den vorgesetzten Spazierstock. Vor ihm ist <strong>die</strong><br />

Fläche durch e<strong>in</strong>e waagrechte Leiste <strong>in</strong> zwei Abschnitte<br />

getrennt :<br />

oben hält e<strong>in</strong> Diener e<strong>in</strong>e Gans<br />

mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hand bei den Flügeln und dreht<br />

ihr mit <strong>der</strong> rechten den Hals um (siehe Giza II,<br />

S. 151 f.), unten reicht e<strong>in</strong> zweiter Diener den<br />

Waschnapf, <strong>in</strong> dem <strong>der</strong> Wasserkrug mit gebogenem<br />

Ausguß steht. — Auf <strong>der</strong> Südseite hat<br />

Ksnjnjswt II <strong>die</strong> große Strähnenperücke angelegt<br />

und trägt K<strong>in</strong>nbart und Halskragen.<br />

Se<strong>in</strong>e<br />

l<strong>in</strong>ke Hand ruht ausgestreckt auf dem Oberschenkel,<br />

mit <strong>der</strong> rechten faßt er e<strong>in</strong>e Lotosblume,<br />

<strong>die</strong> ihm se<strong>in</strong> Sohn reicht. Da <strong>die</strong> Blume<br />

<strong>der</strong> Größe des Grabherrn angepaßt, Kmjnjsivtlll<br />

aber <strong>in</strong> wesentlich kle<strong>in</strong>erem Maßstab gezeichnet<br />

ist, steht sie zu ihm <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Mißverhältnis, es<br />

sche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong> Riesenlotos zu se<strong>in</strong>, dessen Stengel<br />

er mit beiden Händen faßt. E<strong>in</strong>er ähnlichen<br />

Lösung begegnen wir bei fast allen Darstellungen<br />

<strong>der</strong> gleichen Art. Sie ist ja auch <strong>die</strong><br />

nächstliegende, im umgekehrten Falle müßte<br />

<strong>der</strong> Grab<strong>in</strong>haber e<strong>in</strong>e w<strong>in</strong>zige Blume <strong>in</strong> Empfang<br />

nehmen. In <strong>der</strong> oberen Hälfte ist Kmjnjswt III<br />

noch e<strong>in</strong>mal dargestellt, vor se<strong>in</strong>em Vater<br />

räuchernd. Dar<strong>über</strong> stehen <strong>in</strong> vier senkrechten<br />

Zeilen <strong>der</strong> Name \uid <strong>die</strong> Titel des Verstorbenen.<br />

Die Bedeutimg <strong>der</strong> Darstellungen wird aus<br />

den Reliefs klar, <strong>die</strong> sich <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en Mastabas<br />

an gleicher Stelle f<strong>in</strong>den. Der E<strong>in</strong>gang zur<br />

Kammer galt, wie<strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>e<strong>in</strong>gang zum Grabe,<br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür, als Opferplatz. Hier wie dort sehen<br />

wir den Verstorbenen am Speisetisch sitzend,<br />

daneben <strong>die</strong> Gaben o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Priester bei <strong>der</strong> Verrichtung<br />

<strong>der</strong> Zeremonie, wie auf <strong>der</strong> Südwand<br />

neben <strong>der</strong> Haupto2:)ferstelle. O<strong>der</strong> es wird hier<br />

<strong>die</strong> Liste <strong>der</strong> Gaben <strong>über</strong>reicht, <strong>die</strong> zum Grabe<br />

gebracht werden sollen. In unserem Falle gehören<br />

das Opfer <strong>der</strong> Gans, das Räuchern und <strong>die</strong><br />

Überreichung <strong>von</strong> Waschnapf und Wasserkrug<br />

ganz eng zum Totenmahle. Der Überreichung<br />

<strong>der</strong> Lotosblume begegnen wir wie<strong>der</strong>um gerade<br />

<strong>in</strong> den Szenen des festlichen Mahls. Die Blumen<br />

gehören eben dazu, wie <strong>die</strong> Wohlgerüche. Deshalb<br />

sehen wir im späteren Alten Reich, wie <strong>der</strong><br />

Grab<strong>in</strong>haber auch bei <strong>der</strong> offiziellen Speisetischszene<br />

oft e<strong>in</strong>e Salbvase zur Nase führt, se<strong>in</strong>e<br />

Gemahl<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Lotosblume.<br />

Die Darstellungen <strong>der</strong> Westwand weisen<br />

zum großen Teil noch Bemalung auf. Die Tönung<br />

<strong>der</strong> Figur des Grabherrn wurde schon oben<br />

Seite 152 erwähnt<br />

Von den Hieroglyjihen s<strong>in</strong>d:<br />

rot: <strong>die</strong> Körperteile , LJ, , .=<br />

d, < -^=-^ .


Die Mastaba des K<strong>in</strong>jnjiwt II, Westwand (de • Teil gehört rechts an den oberen).


<strong>die</strong> Matte Q, <strong>der</strong> Korb ^:z:^ , aber<br />

,<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Okaiuncjen avv dem Friedhoe vox (iizA. 155<br />

das Fleischstück *


statt<br />

<br />

-^<br />

I<br />

'<br />

156 Hermann Junker.<br />

Darstelliiiigen anbr<strong>in</strong>gen ließ, wie <strong>die</strong> Wid<strong>in</strong>un2.s<strong>in</strong>schrift<br />

bekundet : v>« I<br />

1 t<br />

^ ^^ T O T .^,Wv^^ '<br />

;^^=^^=^ 5/-/ rh-njswt Kmjnjiwt irj-nf n it-f.<br />

,,Se<strong>in</strong> Sohn <strong>der</strong> Verwandte des Königs Kmjnjswt<br />

hat (<strong>die</strong>s) für se<strong>in</strong>eu Vater gemacht".<br />

Die Speiseliste selbst zeigt den Typ, <strong>der</strong> seit<br />

Mitte <strong>der</strong> 5. Dynastie üblich geworden war. Von<br />

E<strong>in</strong>zelheiten sei erwähnt, daß Ns. 2 und 13<br />

sntr mit dem Weihrauchbecken bezeichnet ist,<br />

für <strong>die</strong> Schm<strong>in</strong>ke <strong>der</strong> Beutel 1 1, w^--^ UScife,<br />

was sicher zu ergänzen ist: ,,Das ist für De<strong>in</strong>en<br />

Ka" o<strong>der</strong> ,,für den Ka des ^ndrnib". E<strong>in</strong>e entsprechende<br />

Ergänzi<strong>in</strong>g ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> obersten Reihe bei<br />

<strong>der</strong> Libation vorzunehmen, wo nur (J^J<br />

erhalten ist.<br />

l.^~vvw<br />

In Sakkara wird <strong>die</strong> Formel öfter auch bei<br />

deiT Gabenträgern verwendet, wie Capart, Rue<br />

de tombeaux pl. 56 ,,Das Herbeibr<strong>in</strong>gen des iwf<br />

njhrt'^^^^hhi-— LJ für ^.s^ (und?) für<br />

se<strong>in</strong>en Ka".<br />

Im Grabe des Mrrwli, genannt Mrj,<br />

f<strong>in</strong>den sicli dabei folgende Varianten, <strong>die</strong> sowohl<br />

für den Bedeutungswandel <strong>von</strong> n la n N. zu e<strong>in</strong>fachem<br />

,,für jemanden", wie auch für <strong>die</strong> Verwendung<br />

<strong>der</strong> Badal-Fornii lehrreich s<strong>in</strong>d:<br />

u<br />

u_ -<br />

In beiden Fällen wird<br />

l]<br />

statt des üblichen vvw,<br />

stehen. "^ Diese Schreibung ist zwar sehr ungewöhnUch,<br />

steht aber nicht vere<strong>in</strong>zelt da. Gard<strong>in</strong>er<br />

führt <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Grammatik zwei weitere Beispiele<br />

an: § 148, .5<br />

ffi<br />

(S 1=316=1<br />

„mangels e<strong>in</strong>es Boten" und § 155<br />

I<br />

V).'<br />

§h<br />

für n-mrwt; er bezeichnet <strong>in</strong> als <strong>die</strong> emphatische<br />

Form <strong>der</strong> Präposition n. Hier wie <strong>in</strong> unserem<br />

Falle steht <strong>in</strong> vor e<strong>in</strong>em Substantiv und hatte<br />

<strong>die</strong> Aussprache *«, wie ü des Koptischen. Die<br />

'<br />

Über e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Lö.sung .siehe luilcn bei R'ivril.<br />

5. DIE MASTABA DES 'IRJNR'.<br />

ii.<br />

Der Hiiu.<br />

Die Form des Grabes wurde durch <strong>die</strong> Lage<br />

mitbestimmt, <strong>die</strong> Lage durch den Wunsch, e<strong>in</strong>e<br />

Bestattung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe <strong>der</strong> Gräber <strong>der</strong> Ahnen<br />

zu besitzen. Der Begrün<strong>der</strong> des Geschlechtes<br />

<strong>der</strong> Kmjnjhvt hatte se<strong>in</strong>e Mastaba <strong>in</strong> <strong>der</strong> vor<strong>der</strong>sten<br />

Reihe des Friedhofs <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

angelegt, .se<strong>in</strong> Sohn baute se<strong>in</strong> Grab an <strong>der</strong>en<br />

Front, se<strong>in</strong> Enkel an <strong>die</strong> Nordseite.<br />

So verblieb<br />

1<br />

Siehe Spiegel A.Z. 71. S. 56 ff, vergleiche aber<br />

dazu oben S. 117.


Dritter Brkicht <strong>über</strong> <strong>die</strong> ORABrxaEN atf dem Friedhof vok Gfza. 15-<br />

Kjn<strong>in</strong>süjt: E Vorbau<br />

21 V6


-<br />

158 Hermann Jfxker.<br />

'Irjn/ ausdrücklich als Vorsteher <strong>der</strong> Tot en<br />

j^riester am Stiftungsgnt se<strong>in</strong>es Vaters bezeichnet<br />

•n-ird.<br />

Die Länge des ganzen Baues beträgt 10 m.<br />

se<strong>in</strong>e Breite 3.60 m. Er wird durch e<strong>in</strong>en <strong>von</strong><br />

Nord nach Süd verlaufenden Gang <strong>in</strong> zwei ungleiche<br />

Teile geschieden: <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en küi'zeren westlichen,<br />

<strong>der</strong> bis zur Nordwestecke <strong>der</strong> Mast aba<br />

des Njswt7ifr reicht, und <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en längeren östlichen,<br />

<strong>der</strong> h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Nordostecke <strong>der</strong> gleichen<br />

Anlage beg<strong>in</strong>nt.<br />

Zum Gang führt e<strong>in</strong>e schmale Tür, <strong>der</strong>en<br />

westlicher Pfosten noch <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er ursprünglichen<br />

Lage gefunden wurde. Die Breite <strong>der</strong> Platten,<br />

<strong>die</strong> als Wangen <strong>die</strong>nten, beträgt 50 cm, ihre Dicke<br />

20 cm. An ihrem oberen Ende war e<strong>in</strong> Auflager<br />

für <strong>die</strong> Türrolle abgearbeitet. Ln Schutt wurden<br />

zwei ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong> anschließende längliche Ste<strong>in</strong>platten<br />

gefunden, <strong>in</strong> <strong>die</strong> Titel und Xamen des<br />

(irabherrn <strong>in</strong> großen vertieften HieroglypJaen<br />

e<strong>in</strong>geschnitten s<strong>in</strong>d. Sie l)ildeten wohl nicht den<br />

Architrav. denn <strong>der</strong> müßte aus e<strong>in</strong>em Stück hergestellt<br />

se<strong>in</strong> und <strong>die</strong> üpferformcl tragen. Es<br />

handelt sich vielmehr um Teile e<strong>in</strong>es Frieses, <strong>der</strong><br />

am oberen Rand <strong>der</strong> Nordseite e<strong>in</strong>herlief, genau<br />

wie bei den Mast abas des Kihjf (V^orbericht 1913<br />

S. 25f.) und des 'Inpwhtp (Vorberieht 1926 S.<br />

113); vergleiche auch Kijhrpth (V^orbericht 1925<br />

S. 151). Auch <strong>in</strong> <strong>die</strong>sen Fällen besteht <strong>der</strong> Fries<br />

aus kle<strong>in</strong>eren ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong> gepaßten Blöcken und<br />

weist <strong>die</strong> gleiche Art <strong>der</strong> Inschrift auf.<br />

In <strong>der</strong> Westwand des Ganges s<strong>in</strong>d zwei<br />

Sche<strong>in</strong>türen e<strong>in</strong>gesetzt, <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke beg<strong>in</strong>nt 50 cm<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Südwand, <strong>die</strong> rechte ist 90 cm <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

ersten entfernt. Die südliche Sche<strong>in</strong>tür, jetzt im<br />

kunsthistorischen Museum <strong>von</strong> Wien war gut<br />

(^halten, <strong>von</strong> <strong>der</strong> nördlichen ist <strong>der</strong> größere Teil<br />

<strong>der</strong> Oberfläche vollkommen venvittert. Beide<br />

Stücke s<strong>in</strong>d aus e<strong>in</strong>em Block gearbeitet und<br />

weisen e<strong>in</strong>e vere<strong>in</strong>fachte Form auf, oime Opferplatte<br />

und ohne Andeutung des Rundbalkens<br />

(Abb. 24).<br />

Das ungewöhnliche Länge-Breiteverhältnis<br />

<strong>der</strong> Mastaba <strong>in</strong>id <strong>die</strong> Art des Kultraums lassen<br />

Zweifel entstehn. ob <strong>der</strong> Bau <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> <strong>in</strong><br />

<strong>die</strong>ser Form geplant war. Der Verdacht wird bestärkt<br />

durch <strong>die</strong> Anlage <strong>der</strong> Schächte im Ostteil,<br />

<strong>die</strong> nicht zum Kultraum gerichtet s<strong>in</strong>d, und durch<br />

<strong>die</strong> auffallende Aufmauerung <strong>der</strong> Tür.<br />

E<strong>in</strong>e Inschrift auf <strong>der</strong> östlichen Türwange<br />

des Korridors berichtet, daß das Grab .se<strong>in</strong>e Vollendung<br />

durch den Sohn des 'Jrjnr erhielt. Man<br />

muß daher für den Bau Avohl zwei Abschnitte<br />

annehmen :<br />

1. Den ältesten Teil <strong>der</strong> Anlage bildet <strong>der</strong><br />

westliche Block, <strong>der</strong> vier Schächte für den Grabherrn<br />

und se<strong>in</strong>e Familie enthielt. Im Osten<br />

wurde er diirch e<strong>in</strong>e Frontraauer abgeschlossen,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> zwei Sche<strong>in</strong>türen saßen. E<strong>in</strong> Kultraum<br />

fehlte ; denn <strong>die</strong> Ostwand des jetzigen Korridors<br />

hat ke<strong>in</strong>e Außenfläche, son<strong>der</strong>n ist im Verband<br />

mit dem getrennten Ostblock gemauert.<br />

Solchen<br />

Anlagen ohne Kammer, mit Opferstellen unter<br />

freiem Himmel begegnen wir auf unserem Felde<br />

öfter, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe beispielsweise das Grab des<br />

Ddnfr, das sicli an <strong>die</strong> Mastaba se<strong>in</strong>es Vaters<br />

K'.hjf anlehnt.<br />

2. Später legte sich <strong>der</strong> älteste Sohn 'nhmr'<br />

se<strong>in</strong> Grab östlich <strong>von</strong> dem des 'Irjnr' an, <strong>in</strong><br />

gleicher Breite vuid nach gleichem Plan. Er<br />

mußte freilich <strong>der</strong> Opferstellen wegen e<strong>in</strong>en<br />

kle<strong>in</strong>en Raum z^^^schen <strong>der</strong> Rückwand se<strong>in</strong>er Anlage<br />

luid <strong>der</strong> Front des väterlichen Grabes<br />

lassen. Dadurch ergab sich <strong>von</strong> selbst e<strong>in</strong> Gang,<br />

<strong>der</strong> als Kultraum <strong>die</strong>nen konnte; er ^vurde <strong>über</strong>dacht<br />

und erhielt im Norden e<strong>in</strong>e Tür; ihre<br />

Wangen werden <strong>von</strong> zwei Ste<strong>in</strong>platten aus je<br />

e<strong>in</strong>em Stück gebildet. Auf <strong>der</strong> östlichen ist <strong>die</strong><br />

oben erwähnte Widmungs<strong>in</strong>schrift des Sohnes<br />

angebracht. Gerade <strong>die</strong> Art <strong>der</strong> E<strong>in</strong>setzung <strong>der</strong><br />

Tür aber weist auf e<strong>in</strong>e spätere H<strong>in</strong>zufügung.<br />

Die Platten s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>fach gegen <strong>die</strong> Front des<br />

W'estteils und <strong>die</strong> Rückwand des Ostbaues gestellt,<br />

nicht im Verband gemauert, und <strong>die</strong> betreffenden<br />

'{'eile <strong>der</strong> Wände zeigen ke<strong>in</strong>e Spur<br />

e<strong>in</strong>er Abarbeitung zwecks festeren Halts <strong>der</strong><br />

Laibungen. Nur h<strong>in</strong>ter dem rechten Pfosten hat<br />

man offenbar e<strong>in</strong>en vorspr<strong>in</strong>genden Block <strong>der</strong><br />

dritten Lage weggenommen und durch drei<br />

kle<strong>in</strong>e<br />

Bruchste<strong>in</strong>e ersetzt.<br />

Die Opferstellen des 'nh^nr' lagen gewiß wie<br />

üblich an <strong>der</strong> Ostseite des Grabes; wir dürfen<br />

annehmen, daß hier zwei Sche<strong>in</strong>türen e<strong>in</strong>gesetzt<br />

waren. Wir fanden zwar ke<strong>in</strong>e <strong>der</strong>.selben, aber<br />

das spricht nicht gegen den ursprünglichen Befund,<br />

denn <strong>die</strong> ganze Ostseite war auf e<strong>in</strong>en Meter<br />

Breite vollständig abgetragen und nur mehr <strong>in</strong><br />

den Grundl<strong>in</strong>ien nat^hzuweisen.<br />

I).<br />

Der Inhaber des Grabes.<br />

Der Eigentümer des Westteils läßt sich e<strong>in</strong>deutig<br />

bestimmen. Im Vorbericht 1926 S. 69 ist<br />

auf Grund e<strong>in</strong>er Inschrift des Architravs <strong>der</strong> süd-


—<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen äff dem Friedhof vox Giza. 159<br />


160 Hermann Junker.<br />

Sethe hat Urk. I. 234 <strong>die</strong> Inschrift wie<strong>der</strong>gegeben;<br />

er bezieht me ich smr zu R'wr. schlägt<br />

aber für <strong>die</strong> ganze Gruppe e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Übersetzung<br />

vor :<br />

faßt er als e<strong>in</strong>en Titel<br />

und <strong>über</strong>setzt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Anmerkung : , .Leibeigener des<br />

Rwr.'' Aber es läßt sich zu dem unterstellten<br />

^°^ = d-ij<br />

,<br />

Leibeigener' ke<strong>in</strong> an<strong>der</strong>er Beleg anführen,<br />

erst im Mittleren Reich ist e<strong>in</strong> ^1 hI J|<br />

und zwar nur als Kollektiv nachgewiesen. S. Hassan<br />

Exe. 1. c. hatte ich dagegen vorgeschlagen, <strong>die</strong><br />

Gruppe<br />

als e<strong>in</strong>e Voranstellung zu betrachten<br />

und <strong>die</strong> folgenden Titel da<strong>von</strong> abhängig<br />

se<strong>in</strong> zu lassen: ,,Der Aufseher <strong>der</strong> jungen Mannschaft<br />

<strong>der</strong> Verwaltung des Stiftungsgutes des<br />

imr R'wr." Es ist <strong>die</strong>se Auffassung durch den<br />

Parallelte.xt aus 'Irjnr' gesichert; dem In<br />

^"^ ^ ()<br />

cs> ^0<br />

entspricht das<br />

]=<br />

^^^<br />

J^TOl, das nur als ,,<br />

Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

an <strong>der</strong> Stiftung des KmjnjSwt" gedeutet<br />

werden kann. Für <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung <strong>von</strong> hm-ks und<br />

d.t gibt es genügend Beispiele, wie Annales<br />

XIII, 247 (]<br />

"^ n /WW«<br />

iN^rY]"^<br />

,<br />

,sie sollen Totenpriester<br />

me<strong>in</strong>er Stiftung .se<strong>in</strong>." j,<br />

f jö^ ^^ ,,<strong>die</strong><br />

Totenpriester me<strong>in</strong>er Stiftung" Urk. T, 256.<br />

E<strong>in</strong>e<br />

Parallele zur Inschrift <strong>in</strong> unserem Grabe f<strong>in</strong>det<br />

sich Mus. Berl. 14108:<br />

._£^D<br />

setzt werden kann: ,.Die Totenpriester<strong>in</strong> Ppj,<br />

Tochter des Totenpriesters an <strong>der</strong> Stiftung <strong>der</strong><br />

Königsmutter //


Dritter BKRirirT i'-bkr <strong>die</strong> Oraiu-xoex aif oem Friedhof vox CiiZA. 161<br />

ist auf <strong>der</strong> nördlichen Sche<strong>in</strong>tür nur mehr e<strong>in</strong><br />

•-'. Ohne E<strong>in</strong>lfilunq<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Ämter aufgezählt. 80 könnte man<br />

Sche<strong>in</strong>tür (1 ^'^''''IL \'n den Tntcnucbctcn<br />

<strong>in</strong> unserem Falle e<strong>in</strong>e ähnliche Neigung annehmen,<br />

zunächst <strong>die</strong> Stelle zu nennen, an <strong>der</strong> da.s<br />

Ende erhalten:<br />

||^|Pe^^^ ..{Der<br />

Amt ausgeübt wurde und daiui erst <strong>die</strong>s Amt König und Anubis mögen geben, daß) er begraben<br />

näher zu bezeiclmen: ,,An <strong>der</strong> Stiftung des NX wci-de <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nekropole".<br />

Totenpriester'".<br />

Der östliche Teil <strong>der</strong> Mastaba gehörte, wie<br />

<strong>die</strong> im folgenden behandelte Inschrift nahelegt,<br />

dem ältesten Sohn des 'Irjnr'; vielleicht ist<br />

'nkmr' auf<br />

lautet <strong>die</strong> Titelreihc auf dem<br />

dem rechten Außenpfosten<br />

.Architiav<br />

<strong>der</strong> nördlichen<br />

Sche<strong>in</strong>tür dargestellt, <strong>von</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong><br />

H C\ y<br />

iTTir<br />

- 'ife='.>^r|] (s. Hassan. Excav. Tür weg nach rechts schreitend.<br />

II, S. 67). Hier könnte <strong>über</strong>setzt werden : ..Der Auf <strong>der</strong> östlichen Wange des E<strong>in</strong>gangs zur<br />

sm-Priester und Leiter des Schurzes, <strong>der</strong> Totenpriester<br />

K^ultkammer schreitet 'Irjnr aus dem Grabe,<br />

<strong>der</strong> Stiftung des e<strong>in</strong>zigen Fre<strong>in</strong>ides<br />

<strong>über</strong> ihm stehen se<strong>in</strong>e Titel und se<strong>in</strong> Xame: oben<br />

Rhvr" ; aber eben.sogut auch: ..Der Totenpriester<br />

h<strong>in</strong>ter ihm ist folgende Inschrift angebracht<br />

<strong>der</strong> Stift<strong>in</strong>ig des .vw* -Priesters, des Leiters des<br />

Schurzesund e<strong>in</strong>zigen Freundes R'wr", und <strong>die</strong>se<br />

Übersetzung dürfte vorzuziehen se<strong>in</strong>. Denn R'irr<br />

(<strong>die</strong>s) se<strong>in</strong> ältester Sohn 'nhmr' gemacht". Der<br />

führt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat alle <strong>die</strong>.se Titel (E.xcav. 1. c. Anfang <strong>der</strong> Inschrift ist verwittert, aber<br />

S. '!) und an<strong>der</strong>erseits ist es nicht wahrsche<strong>in</strong>lich,<br />

daß <strong>der</strong> Inhaber des ärmlichen Grabes, <strong>der</strong><br />

und !^^=_ s<strong>in</strong>d .sicher, '.-v^-a ist nur mehr <strong>in</strong> Spuren<br />

zu erkennen*. Die grammatische Erklärung des<br />

sonst nur irj 'n.wl ist, <strong>die</strong> hohen Auszeichnungen<br />

Satzes begegnet großen Schwierigkeiten. Die<br />

e<strong>in</strong>es sm und hrp Sndw.l erhalten hat.<br />

Möglichkeiten ergeben sich leichter aus e<strong>in</strong>er Zusammenstellung<br />

<strong>der</strong> versciiiedenen Formeln, <strong>die</strong><br />

Für <strong>die</strong> grammatische Auffassung <strong>der</strong> untersuchten<br />

Konstruktionen siehe jetzt Spiegel <strong>in</strong><br />

für e<strong>in</strong>e solche Widmung im Alten Reich im<br />

ÄZ. 71, öGff.<br />

(4ebrauch s<strong>in</strong>d: sie weisen e<strong>in</strong>e große Mannigfaltigkeit<br />

auf:<br />

Zu .se<strong>in</strong>en .Ausi'ühi'ungen S. 74 jj<br />

Hi— 17 i.st zu<br />

bemerken, daß <strong>in</strong> unserem Falle beson<strong>der</strong>e<br />

1. Mit K<strong>in</strong>leUung<br />

(iründe für \'erwendung <strong>der</strong> Apposition vorliegen,<br />

<strong>die</strong> wohl niclit nur aus <strong>der</strong> dort angeführten a) und //• <strong>in</strong>: '\ O<br />

Eigenart <strong>der</strong> Den kungswei.se <strong>der</strong> Agyjiter erklärt<br />

werden können. Die aus Elirfurcht vor den<br />

(Urk. I. 227).<br />

-~ ""<br />

Ahnen crwach.sene Vorausstelhmg ihi-er Namen<br />

bei den Filiationsangaben ist im Neuen Reich b) In<br />

(Urk. I, 227)<br />

vollständig aufgegeben und wird dunli <strong>die</strong> <strong>in</strong><br />

un.sercr Sprache übliclie Heilumg ersetzt.<br />

Oo .^j -


und<br />

das<br />

162 Hermann Junker.<br />

b) E<strong>in</strong>fache Konstruktion<br />

a) Nom<strong>in</strong>alsatz<br />

bei ihrer ger<strong>in</strong>gen Ausdehnung konnten sie<br />

Hockerbestattungen enthalten.<br />

nur<br />

ß) sdm-nf<br />

3. Seltenere Formeln.<br />

a) Passivische Konstruktion<br />

(Urk. I, 32).<br />

(Urk. I 73) l.pers.<br />

(ebenda 161) 1. pars.<br />

Giza I, S. 2211.<br />

b) Substantivierte Relativform<br />

"^1^<br />

c) Prospektivische Form<br />

.=_t^ N. N. (Urk. I, 34).<br />

(ebenda 220).<br />

(Urk. I, 67).<br />

(ebenda 9).<br />

^^^^"^^^^^^<br />

Für unsere Beischrift bestünde demnach e<strong>in</strong>e<br />

zweifache Möglichkeit <strong>der</strong> Erklärung: entwe<strong>der</strong><br />

2 b ß, das sonst nur <strong>in</strong> <strong>der</strong> ersten Person belegt<br />

ist: ,,irj-w n-f s,'-f „Se<strong>in</strong> Sohn hat (es) ihm gemacht"<br />

o<strong>der</strong> 3b irj.tn n-f s?-/ „Das (ist) was se<strong>in</strong><br />

Sohn ihm gemacht hat". In beiden Fällen<br />

müssen wir mit e<strong>in</strong>er Auslassung rechnen, /^^w»<br />

o<strong>der</strong> o ; <strong>in</strong> beiden Fällen ist <strong>die</strong> Schreibung<br />

unregelmäßig.<br />

1. Westteil.<br />

(•)<br />

Die Bestattungen.<br />

In dem ältesten, <strong>von</strong> 'Irjnr' erbauten Teil<br />

wurden vier Begräbnisse angelegt. Sie s<strong>in</strong>d nicht<br />

symmetrisch angeordnet, <strong>die</strong> beiden nördlichen<br />

ersche<strong>in</strong>en gegen<strong>über</strong> den südlichen e<strong>in</strong> wenig<br />

nach Westen verschoben. Die Nr. 2146 und 2149<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>fache Schächte ohne seithche Kammer;<br />

ihre Maße betragen 94x90—170 und 95x90—<br />

200 cm. Beide Anlagen waren geplün<strong>der</strong>t, aber<br />

'<br />

Sethe Urk. I 155 macht auf <strong>die</strong> ungewöhnliche<br />

Schreibung <strong>von</strong> nw und den fehlenden Dativ aufmerksam<br />

und schlägt <strong>die</strong> Le.sung<br />

sprechen <strong>die</strong> Spuren dagegen.<br />

vor; doch<br />

Nr. 21 48 ist e<strong>in</strong>e größere und bessere Anlage ;<br />

<strong>in</strong> ihr war wohl 'IrJ7ir' bestattet : denn <strong>der</strong> Schacht<br />

liegt direkt h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> Hauptopferstelle im Süden.<br />

Die ()ffnung mißt 105 x 105 cm; bei 330 cm Tiefe<br />

öffnet sich <strong>die</strong> Kammer (170x120+90 cm) im<br />

Süden; im Boden ist e<strong>in</strong>e 70 cm breite und 50 cm<br />

tiefe trogähnliche Vertiefung angebracht, <strong>die</strong> zur<br />

Aufnahme <strong>der</strong> Leiche <strong>die</strong>nte. Der Verschluß erfolgte<br />

durch <strong>über</strong>gelegte Ste<strong>in</strong>platten, wie viele<br />

erhaltene Beispiele gleicher Anlagen zeigen.<br />

Bei Nr. 2147 liegt <strong>die</strong> Grabkammer im Westen<br />

am Boden des Schachtes; sie ist so kle<strong>in</strong>, daß<br />

sie nur für e<strong>in</strong>e Hockerbestatti<strong>in</strong>g <strong>in</strong> Frage kam.<br />

Als Bedachung des Schachtes <strong>die</strong>nte e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür,<br />

<strong>die</strong> man aus e<strong>in</strong>er fremden Mastaba gerissen<br />

und zurecht geschlagen hatte ; man legte sie mit<br />

ihrem Gesicht nach unten <strong>über</strong> <strong>die</strong> Öffnung. Auf<br />

dem Rundbalken <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür stand noch <strong>der</strong><br />

Name ihres Besitzers: x ö<br />

!<br />

Hknw konnte nicht festgestellt werden.<br />

2. Ostteil.<br />

Grab des<br />

Hier liegen <strong>die</strong> Bestattungen des jüngsten<br />

Zweiges <strong>der</strong> Familie <strong>der</strong> Kmjnjiwt, des '^nhmr'^ und<br />

se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> ? Die beiden Schächte, 2150 und<br />

2151, s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> Anlage mehr nach Westen gerückt,<br />

200 cm <strong>von</strong> <strong>der</strong> Rückwand, 240 cm <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Front entfernt. Das bedeutet e<strong>in</strong>e Abweichung<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Regel, nach <strong>der</strong> <strong>die</strong> Begräbnisse <strong>der</strong> im<br />

Osten gelegenen Opfer.stelle näher liegen sollten.<br />

Man könnte e<strong>in</strong>wenden, daß <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türen <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Front des Ostteiles nicht sicher nachgewiesen<br />

s<strong>in</strong>d und <strong>die</strong> Bestattungen darum mehr nach<br />

Westen liegen, weil <strong>der</strong> kle<strong>in</strong>e Kultraum sowohl<br />

für 'Irjnr' wie für 'nhrnr' gelten sollte. Aber dagegen<br />

sprechen zwei Gründe ; wir erwarteten dann<br />

erstens dort e<strong>in</strong>e eigene Kultstelle für 'nhmr', und<br />

zweitens e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Blickrichtung <strong>der</strong> Leichen,<br />

<strong>die</strong> nach Osten gewendet s<strong>in</strong>d.<br />

Im e<strong>in</strong>zelnen ist zu bemerken, daß bei<br />

Schacht 2150, <strong>der</strong> wahrsche<strong>in</strong>lich das Begräbnis<br />

des '7ihmr' enthielt, <strong>die</strong> Trennung zwischen<br />

Schacht und Kammer nach e<strong>in</strong>em unregelmäßigen<br />

Vorsprung im Norden erfolgt, während ihre<br />

Südwand <strong>in</strong> <strong>der</strong> gleichen L<strong>in</strong>ie weitergeführt wird.<br />

Bei Schacht 2151 dagegen liegt <strong>die</strong> Kammer quer<br />

Beide Kammern konnten<br />

<strong>in</strong> Süd-Nordrichtung.<br />

<strong>in</strong>folge ihrer ger<strong>in</strong>gen Maße nur Hockerbestattungen<br />

avifnehmen. Die Leichen lagen <strong>in</strong><br />

beiden Fällen auf <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Seite, den Kopf im


später <strong>über</strong>wiegt e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Vorstellung :<br />

Dritter Bertcht i'-rer iite (trabuxoex atf dem Friedhof <strong>von</strong> Oiza. 103<br />

Norden: <strong>der</strong> Blick war somit nach Osten gewendet.<br />

Das ist <strong>die</strong> <strong>in</strong> (iiza übliche Orientierung; sie<br />

wurde anfänglich gewählt, damit <strong>der</strong> Verstorbene<br />

den zum Totenopfer Kommenden entgegen -<br />

schaue<br />

;<br />

<strong>der</strong> Tote sollte <strong>die</strong> aufgehende Sonne schauen und<br />

sich am Lichte des Tages freuen. Diese Deutung<br />

ist v-or allem da gegeben, wo auch <strong>der</strong> Ausgang<br />

<strong>der</strong> Kammer wie <strong>in</strong> unserem Falle im Osten, statt<br />

wie früher im Norden, liegt : .siehe oben S. 29.<br />

C. DIE MASTABA DES NJSWTNFR.<br />

"<br />

NJS WT - NEFER-, OST- F P. O nT<br />

Abb. -2.^.<br />

Die Ma'^taba des NjAu'tnfr. Vordpransicht.<br />

1. DER BAU.<br />

(Abb. 2.5—26).<br />

Die Mastaba stellt e<strong>in</strong>en rechteckigen Block<br />

<strong>von</strong> 23.80 m Länge und 10 m Breite dar. Ihre<br />

jetzige Fonn hat sie erst durch e<strong>in</strong>e Erweiterung<br />

<strong>der</strong> lu'sprimglichen Anlage erhalten, e<strong>in</strong>es kle<strong>in</strong>würfligen<br />

Kernes <strong>in</strong> <strong>der</strong> westlichen Reihe des<br />

Friedhofs mit den abgetreppten Seitenstraßen:<br />

siehe oben S. 1. Die (Jräber <strong>die</strong>ses Abschnittes<br />

wurden alle aus kle<strong>in</strong>en Würfeln weichen Kalk-<br />

.ste<strong>in</strong>s errichtet, <strong>der</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em nahestehenden<br />

Bruch ansteht. Sie waren massive Bauten ohne<br />

Innenraum: denn zur Zeit ihrer Entstehung, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Übergangsperiode <strong>von</strong> <strong>der</strong> 4. bis zur 5., o<strong>der</strong><br />

zu Anfang <strong>der</strong> ."). Dynastie, waren Ma.stabas mit<br />

Kultraum <strong>in</strong> dciii I'lan des Friedhofes nidit voige.sehen.<br />

rntordes.sen alier war <strong>die</strong> alte Anordnung<br />

wiedci aufgenommen, und Xjsirltifr legte<br />

im Südosten des Blockes e<strong>in</strong>e Kamnu-r an. <strong>in</strong>dem<br />

er z<strong>in</strong>iächst <strong>in</strong> <strong>der</strong> Front auf etwa 4 m Breifceiiie<br />

Nische <strong>von</strong> rund 2 m Tiefe ausbrechen ließ. Die<br />

Wände wurden mit starken l'latten weißen Kalk<br />

.ste<strong>in</strong>s verkleidet, und im Osten zog nu<strong>in</strong> e<strong>in</strong>


164 Hebmann Junker.<br />

worden ist. Man vollendete sie an <strong>der</strong> Ostwand,<br />

da <strong>die</strong>se zunächst den Besuchern sichtbar war<br />

und an <strong>der</strong> Nordwand, an <strong>der</strong> entlang <strong>der</strong> Weg<br />

zu <strong>der</strong> Mastaba des Ksnjnjswt I führte. Dann s<strong>in</strong>d<br />

offenbar <strong>die</strong> Mittel ausgegangen; auf <strong>der</strong>en<br />

Knapi^heit weisen auch <strong>die</strong> Beschaffenheit <strong>der</strong><br />

Verkleidungsblöcke und <strong>die</strong> Art ihrer Aufmauerung.<br />

An dem südlichen Teil <strong>der</strong> Front,<br />

nahe dem E<strong>in</strong>gang zur Kultkammer, werden teilweise<br />

größere Blöcke verwendet, wie 1,30 x 0,50 m,<br />

weiter nach Norden aber werden <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>e<br />

kle<strong>in</strong>er. Die L<strong>in</strong>ien <strong>der</strong> Schichten s<strong>in</strong>d im allgeme<strong>in</strong>en<br />

e<strong>in</strong>gehalten, verlaufen aber zum Teil<br />

ganz unregelmäßig, und gerade bei <strong>der</strong> Verkleidung<br />

hielt man doch sonst immer auf saubere<br />

Arbeit. Am Südende <strong>der</strong> Front s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>e<br />

abgearbeitet, an den übrigen Stellen dagegen hat<br />

man <strong>die</strong> Bossen stehen lassen. Das würde bei<br />

e<strong>in</strong>em aus schweren Qua<strong>der</strong>n errichteten Bau,<br />

wie etwa bei DUj nichts verschlagen, wirkt aber<br />

bei den ger<strong>in</strong>gen Massen <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>e und <strong>der</strong> Unregelmäßigkeit<br />

ihrer Schichtung sehr störend.<br />

Ganz entgegen <strong>der</strong> Regel steigen <strong>die</strong> Wände <strong>der</strong><br />

Verkleidung fast senkrecht an. Die erhaltene<br />

Höhe <strong>der</strong> Mastaba beträgt 4,40 m, doch ist den<br />

heute vorhandenen sieben Schichten <strong>von</strong> 0,60 m<br />

noch m<strong>in</strong>destens e<strong>in</strong>e h<strong>in</strong>zuzufügen, so daß mit<br />

e<strong>in</strong>er ursprünglichen Höhe <strong>von</strong> rund 5 m zu<br />

rechnen ist.<br />

Die Front zeigt e<strong>in</strong>e doppelte Unterbrechung:<br />

3,80 m <strong>von</strong> <strong>der</strong> Nordost-Kante entfernt ist <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Verkleidung e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür angebracht, 0,45 jii<br />

breit und 3 m hoch. Im Süden, 3,45 m <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Südost-Ecke, beg<strong>in</strong>nt e<strong>in</strong> 2,77 m breiter und<br />

0,30 m tiefer Rücksprung, <strong>in</strong> dem <strong>die</strong> Tür zur<br />

Kultkammer liegt ; sie ist nicht ganz <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte<br />

angebracht, son<strong>der</strong>n um 10 cm nach Süden verschoben.<br />

Der E<strong>in</strong>gang wird <strong>von</strong> 1,73 m hohen<br />

Pfosten umrahmt, <strong>von</strong> denen <strong>der</strong> nördliche aus<br />

e<strong>in</strong>em Stück besteht ; dar<strong>über</strong> liegt e<strong>in</strong> Block mit<br />

dem Rundbalken und e<strong>in</strong> schwerer, 80 cm hoher,<br />

Architrav. Der Rücksprung <strong>der</strong> Mauer setzt sich<br />

auch <strong>über</strong> dem Architrav fort und muß daher<br />

wohl bis zur Dachkante gereicht haben. Se<strong>in</strong>e<br />

Wände s<strong>in</strong>d sorgfältig geglättet, nur an e<strong>in</strong>igen<br />

Stellen zeigen sich Nachlässigkeiten. Das Türgewände<br />

besteht aus 2 Platten, auf denen <strong>der</strong><br />

Ste<strong>in</strong>block mit <strong>der</strong> Türrolle liegt, an den sich e<strong>in</strong><br />

nach Osten vorkragen<strong>der</strong> Block anschließt. Unter<br />

ihm spr<strong>in</strong>gt <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang nach beiden Seiten um<br />

0,19 m zurück, für das E<strong>in</strong>setzen und den Anschlag<br />

<strong>der</strong> e<strong>in</strong>flügligen Holztür. In <strong>der</strong> nördlichen Ecke<br />

bemerkt man oben e<strong>in</strong>e Aushöhlung mit trapezförmigem<br />

Schnitt zum E<strong>in</strong>setzen des Angelste<strong>in</strong>es<br />

o<strong>der</strong> Holzkeiles. Die Ausarbeitung sche<strong>in</strong>t<br />

später vorgenommen worden zu se<strong>in</strong>, denn <strong>die</strong><br />

l<strong>in</strong>ke untere Ecke <strong>der</strong> auf dem Block angebrachten<br />

Darstellung fehlt; vielleicht war <strong>die</strong> Stelle<br />

verschmiert und bemalt worden.<br />

Die Kultkammer hat <strong>die</strong> lichten Maße <strong>von</strong><br />

sjjäter<br />

3,10 xl,28 + 2,65m. Ihr Dach bilden vier breite<br />

Platten aus Nummulit. An den beiden Enden <strong>der</strong><br />

Westwand s<strong>in</strong>d Sche<strong>in</strong>türen e<strong>in</strong>gesetzt, nicht ganz<br />

symmetrisch, <strong>die</strong> südliche ist um 9 cm nach rechts<br />

gerückt. H<strong>in</strong>ter den Sche<strong>in</strong>türen war je e<strong>in</strong><br />

Serdäb ausgespart, <strong>der</strong> durch e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />

Schlitz unter dem Rundbalken mit <strong>der</strong> Kammer<br />

<strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung stand. Das Material <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>türen<br />

und <strong>der</strong> <strong>in</strong>neren Verkleidung ist e<strong>in</strong>heitlich<br />

Nummulit, nur <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e Platte <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang<br />

fe<strong>in</strong>er 'Pura-Kalkste<strong>in</strong>. Wie Giza II, S. 2 erwähnt<br />

wü'd, ist es für <strong>die</strong> Zeit nach <strong>der</strong> 4. Dynastie bezeichnend,<br />

daß sowohl für <strong>die</strong> Ummantelung des<br />

Grabes wie für <strong>die</strong> Verkleidung <strong>der</strong> Kammer das<br />

billigere, lokale Material verwendet wird.<br />

Es kann dabei ferner das Maß <strong>der</strong> verwendeten<br />

Platten als Wertmesser für <strong>die</strong> Güte <strong>der</strong> Arbeit<br />

und damit mittelbar für den Besitz und <strong>die</strong> Bedeutung<br />

des Grabherrn gelten. Bei Njiwtnfr zeigt<br />

sich auch hier e<strong>in</strong> Zurückbleiben h<strong>in</strong>ter dem guten<br />

Diu'chschnitt. So werden auf <strong>der</strong> schmalen Südwand<br />

1 2 Blöcke gezählt, auf <strong>der</strong> Ostwand 22, beide<br />

Male den Sockel mit e<strong>in</strong>geschlossen. Die nördliche<br />

Sche<strong>in</strong>tür alle<strong>in</strong> besteht aus 5 Blöcken, <strong>von</strong> denen<br />

freilich <strong>die</strong> 3 Unken tief auf <strong>die</strong> anschließende<br />

Wand reichen. Das Pflaster <strong>der</strong> Kammer besteht<br />

aus schweren Platten unregelmäßiger Form, mit<br />

schlec^ht abgearbeiteten Kanten.<br />

Für <strong>die</strong> Schächte und Grabkammern siehe <strong>die</strong><br />

nebenstehende Abbildung.<br />

Ursprünglich war nur<br />

<strong>der</strong> nördliche Schacht vorhanden ; das ergibt sich<br />

schon aus dem Umstand, daß nur se<strong>in</strong>e Auskleidung<br />

mit dem Mauerwerk des Kernbaues<br />

<strong>über</strong>e<strong>in</strong>stimmt ; es werden Würfel <strong>der</strong>.'selben Art<br />

und <strong>der</strong> gleichen Masse verwendet. Beim Südschacht<br />

dagegen s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>er und<br />

schlechter abgearbeitet, <strong>die</strong> meisten müssen als<br />

Bruchste<strong>in</strong>e gelten. Es konnte daher auch <strong>die</strong><br />

Schichtung nicht so regelmäßig se<strong>in</strong>, wie bei dem<br />

Nordschacht. Der Südschacht ist offenbar erst<br />

angelegt worden, als man an den weiteren Ausbau<br />

des Grabes schritt.<br />

Der Nordschacht hat beim E<strong>in</strong>stieg <strong>die</strong> lichten<br />

Maße 1,90x1.90 m und verengt sich bis auf


Dritter <strong>Bericht</strong> üuer <strong>die</strong> Grabungen" auf dem Friedhof vox Giza. 165<br />

Alili. '-'il. l>i


16(3 Hermaxx Junker.<br />

1,75x1,60 m an <strong>der</strong> Sohle. Hier öffnet er sich<br />

nach Westen zu e<strong>in</strong>er rechteckigen Kammer <strong>von</strong><br />

2,75 X 1,85 m. Der Fels war hier stark zerklüftet,<br />

se<strong>in</strong>e Risse wurden mit Lehm verschmiert. Wir<br />

fanden <strong>die</strong> Vermauerung des E<strong>in</strong>gangs erbrochen<br />

und das Begräbnis beraubt. Im Schutt wurde<br />

noch gesichtet: e<strong>in</strong>e geriefelte Amphore <strong>in</strong><br />

Stücken, abgebildet Giza I, Abb. 14 Nr. 11, das<br />

Bruchstück e<strong>in</strong>er roten Schüssel und e<strong>in</strong>ige<br />

Kupferwerkzeuge. Meißel und Stichel <strong>der</strong> üblichen<br />

Art.<br />

Die Sai'gkammer des Südschachtes war wesentlich<br />

geräumiger, 3,12x3,24 m; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südost-<br />

Ecke ist e<strong>in</strong> Stück nicht bis zum Boden abgearbeitet.<br />

Der E<strong>in</strong>gang liegt zwar im Süden <strong>der</strong><br />

Schachtsohle, aber <strong>der</strong> Raum wendet sich nach<br />

Westen. Hier ist am Ende, U,32 m <strong>von</strong> <strong>der</strong> Westwand<br />

entfernt e<strong>in</strong>e Vertiefung <strong>von</strong> 2,77 x 1,20 —<br />

0.90 m ausgehauen; sie <strong>die</strong>nte zur Aufnahme<br />

e<strong>in</strong>es Holzsarges, <strong>von</strong> dem noch Bruchstücke festgestellt<br />

werden konnten.<br />

Die Kultkammer <strong>der</strong> Mastaba hat <strong>in</strong> <strong>der</strong> Spätzeit<br />

als Begräbnisstätte ge<strong>die</strong>nt. Wir fanden<br />

gleich bei ihi-em E<strong>in</strong>gang (Photo 20.S u. 217)<br />

e<strong>in</strong>e Leiche <strong>in</strong> ausgestreckter l.,age, <strong>der</strong> Kopf im<br />

Osten, <strong>die</strong> Hände auf den Oberschenkeln<br />

;<br />

sie war<br />

mit Le<strong>in</strong>enb<strong>in</strong>den umwickelt und dann <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Umhüllung <strong>von</strong> langen Hohrstäben gesteckt<br />

worden, um <strong>die</strong> man wie<strong>der</strong> Zeugstreifen gewunden<br />

hatte. Halb <strong>über</strong> <strong>die</strong>ser Leiche lag <strong>die</strong><br />

e<strong>in</strong>es K<strong>in</strong>des, dabei e<strong>in</strong>e Kette <strong>von</strong> Fayenceperlen,<br />

e<strong>in</strong>ige Skarabäen, e<strong>in</strong> grünes Fayence -<br />

figürchen <strong>der</strong> Toeris und e<strong>in</strong> blaues <strong>der</strong> Bastet.<br />

Südlich neben <strong>der</strong> Leiche des Firwachsenen und<br />

ihr parallel lagen zwei große Tongefäße, e<strong>in</strong> langes<br />

zyl<strong>in</strong>drisches mit spitzem Boden <strong>in</strong>id e<strong>in</strong> birnenförmiges<br />

mit zw-ei Henkeln. Südlich <strong>der</strong> genannten<br />

Bestattungen fanden sich zw-ei weitere Leichen,<br />

schlecht erhalten und ohne Beigaben.<br />

2. DIE DARSTELLUNGEN.<br />

(Abbildungen 27—31).<br />

Die ganze Kultkammer ist mit Rehefs geschmückt,<br />

auch das Gewände des E<strong>in</strong>gangs sollte<br />

Darstellungen tragen, doch blieb man mitten <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Arbeit stecken ; auf <strong>der</strong> nördUchen Türdicke<br />

ist <strong>der</strong> Oberteil e<strong>in</strong>er Sitzfigur des Grabherrn im<br />

ersten Verfahren im Umriß ausgemeißelt. Geplant<br />

waren wohl Darstellungen, wie wir sie im<br />

E<strong>in</strong>gang <strong>der</strong> Mastaba des t^silhtp f<strong>in</strong>den, <strong>die</strong> dem<br />

Künstler hauptsächhch als Vorbild <strong>die</strong>nte (Giza<br />

II, Abb. 25 26). Die Türrolle des E<strong>in</strong>gangs trägt<br />

e<strong>in</strong>e Inschrift, <strong>der</strong> Architrav dagegen nicht, offenliar<br />

weil man <strong>die</strong> Arbeit unterbrechen mußte.<br />

Sämtliche Darstellungen und Hieroglyphen s<strong>in</strong>d<br />

<strong>in</strong> Flachrelief ausgeführt, nur an e<strong>in</strong>er Stelle, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> untersten Reihe <strong>der</strong> Westwand hat man e<strong>in</strong>en<br />

Namen bloß <strong>in</strong> Farbe aufgetragen, und oben ist<br />

<strong>der</strong> Fries <strong>über</strong> den Darstellungen niu' gemalt^ ; <strong>die</strong><br />

Decke <strong>der</strong> Kammer war rot gestrichen. Die Reliefs<br />

s<strong>in</strong>d <strong>von</strong> mittlerer Stärke, wie es <strong>in</strong> <strong>der</strong> uns<br />

beschäftigenden Zeit üblich ist, <strong>die</strong> großen Figuren<br />

erheben sich entsprechend höher vom<br />

H<strong>in</strong>tergrund.<br />

Die Ausführung geht im allgeme<strong>in</strong>en nicht <strong>über</strong><br />

den Durchschnitt. Wir müssen freilich beachten,<br />

daß <strong>der</strong> Unterschied gegen<strong>über</strong> so vielen vollendeten<br />

Flachbil<strong>der</strong>n an<strong>der</strong>er Gräber nicht zuletzt<br />

auch auf den Wechsel im Ste<strong>in</strong>material und im<br />

Aufbau <strong>der</strong> Wände zurückzuführen ist. In <strong>der</strong><br />

4. Dynastie kam hier fast ausschließlich <strong>der</strong> gute<br />

Kalkste<strong>in</strong> <strong>von</strong> Tura zur Verwendung, <strong>der</strong> dem<br />

Künstler es ermöglichte, alle Fe<strong>in</strong>heiten bei <strong>der</strong><br />

M(xleliierung des Kör])ers und alle E<strong>in</strong>zelheiten<br />

liei den Hieroglyphenzeichen wie<strong>der</strong>zugeben.<br />

Aber auch <strong>die</strong> beste Sorte des jetzt verwendeten<br />

Nummulits setzte se<strong>in</strong>er Bemühung erhebliche<br />

Schwierigkeiten entgegen. Der Ste<strong>in</strong> war zu grobkörnig<br />

und zu ungleich <strong>in</strong> .se<strong>in</strong>er Zusammensetzung.<br />

Da mochte man bei den großen Gestalten<br />

des Grabherrn und se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> noch<br />

bessere Arbeit leisten können, bei den kle<strong>in</strong>eren<br />

Bil<strong>der</strong>n dagegen mußte man sehr oft darauf verzichten,<br />

durch Erhöliungen und Vertiefungen den<br />

Bau des Körpers und <strong>die</strong> Arbeit <strong>der</strong> Muskeln<br />

w-ie<strong>der</strong>zugeben und manche Figuren bleiben flach<br />

l<strong>in</strong>d platt. Wie sehr <strong>die</strong> Beschaffenheit des Ste<strong>in</strong>materials<br />

dabei <strong>von</strong> E<strong>in</strong>fluß war, zeigt sich <strong>in</strong><br />

unserer Kammer dar<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> beste Arbeit <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Schiffahrts- Szene vorliegt, <strong>die</strong> auf dem Block<br />

aus fe<strong>in</strong>em Tura-Kalkste<strong>in</strong> <strong>über</strong> <strong>der</strong> Tür angebracht<br />

ist. Der Künstler war weiter dadurch beh<strong>in</strong><strong>der</strong>t,<br />

daß er bei den Wänden, <strong>die</strong> aus vielen<br />

Platten zusammengesetzt waren, <strong>über</strong>allFugen begegnete,<br />

<strong>die</strong> mitten durch <strong>die</strong> Figuren führten ; liier<br />

mußte er oft Zwischenstücke <strong>in</strong> Gips modellieren.<br />

Das schlechte Material hatte noch e<strong>in</strong>en an<strong>der</strong>en<br />

Nachteil. Durch ii'gend e<strong>in</strong>en Zufall waren<br />

<strong>die</strong> Blöcke an e<strong>in</strong>er Stelle gebrochen worden, <strong>die</strong><br />

'<br />

Über <strong>die</strong> Bedeutung <strong>die</strong>se.sMu.sters siehe H. Schäfer,<br />

.Die angebliche Entstehung <strong>der</strong> ägyptischen Wandbil<strong>der</strong><br />

aus Wandbehang' <strong>in</strong> <strong>der</strong> Deutschen Literatur-<br />

Zeitung 192G, 39. Heft, S. 1880f. mit Abb. 2,


R^^jgii


ff^QJl^^^l


Dhitter <strong>Bericht</strong> üukr <strong>die</strong> Grab<strong>in</strong>oen ale dem Frieüjiof <strong>von</strong> Giza. IG-<br />

ANSCHLIESSEND ABB. 28<br />

WW<br />

o z<<br />

LU


The<br />

168 Hermann Junker.<br />

e<strong>in</strong>en starken Gehalt an Salpeter aufwies; <strong>die</strong>ser<br />

arbeitete sich mit <strong>der</strong> Zeit durch <strong>die</strong> Putzschicht<br />

und zersetzte fast e<strong>in</strong> Drittel <strong>der</strong> Oberfläche <strong>der</strong><br />

Kammer und <strong>über</strong>zog sie an vielen Stelleu mit<br />

Kristallen ; <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong> <strong>von</strong> Tura dagegen ist immer<br />

ganz salpeterfrei.<br />

Sämtliche Darstellungen und Schriftzeichen<br />

waren sorgfältig bemalt. Die Farben «aren auf<br />

e<strong>in</strong>en Kalkanstrich aufgetragen, mit dem man <strong>die</strong><br />

ganze Kammer <strong>über</strong>zogen hatte. Wenn aus früherer<br />

Zeit Beisi^iele e<strong>in</strong>er unmittelbaren Bemalung<br />

des Ste<strong>in</strong>es nachgewiesen s<strong>in</strong>d, so ist das dadurch<br />

zu erklären, daß das verwendete beste Material<br />

e<strong>in</strong>es beson<strong>der</strong>en Untergrundes nicht bedurfte.<br />

Als man aber <strong>die</strong> Kammer mit Nummulit-Platten<br />

verkleidete, wäre bei dem Wechsel <strong>von</strong> Ste<strong>in</strong> und<br />

E<strong>in</strong>schlüssen <strong>die</strong> Bemalung nicht e<strong>in</strong>heitlich geworden,<br />

und man war daher gezwungen, e<strong>in</strong>e<br />

glatte und homogene Fläche herzustellen. C.<br />

Ransom -Williams hat <strong>die</strong> ganze Entwicklung<br />

<strong>die</strong>ser Technik <strong>in</strong> ihrem Buch : Decoration<br />

of the Tomb of Per-neb S. 20ff. ausführlich beschrieben<br />

und auch darauf h<strong>in</strong>gewiesen, wie das<br />

notwendige Verschmieren dei' Fugen <strong>die</strong>se Entwicklung<br />

mit bee<strong>in</strong>flußte. In unserem Falle waren<br />

<strong>die</strong> Wandflächen durch <strong>die</strong> Verwendung vieler<br />

kle<strong>in</strong>erer Blöcke, wie <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em Fugenmuster bedeckt.<br />

Um so stärker mußte <strong>die</strong> Putzschicht se<strong>in</strong>,<br />

je mehr Unebenheiten <strong>die</strong> Oberfläche aufwies.<br />

Dabei bleibt aber immer das Flachrelief im Ste<strong>in</strong><br />

<strong>die</strong> Hauptsache. Erst später ist e<strong>in</strong>e ärmere Art<br />

nachgewiesen, bei <strong>der</strong> <strong>die</strong> Figuren auf <strong>der</strong> Putzschicht<br />

modelliert und im Ste<strong>in</strong> <strong>die</strong> Umrisse nur<br />

flüchtig ausgehauen werden; siehe Vorbericht<br />

1913, S. 2ö, ebenso s<strong>in</strong>d auch <strong>die</strong> Bil<strong>der</strong> im Grabe<br />

des Mrivki angefertigt, Vorbericht 1926, S. 98.<br />

In Njsivtnfr tritt das Relief durchaus hervor,<br />

wenn auch <strong>die</strong> Putzschicht wesentlich mehr ist,<br />

als e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>facher Anstrich. Man hat entwe<strong>der</strong> <strong>die</strong><br />

Wände mehrere Male <strong>über</strong>tüncht, o<strong>der</strong> zum Anstrich<br />

e<strong>in</strong>e dickflüssige Mischung gebraucht; an<br />

e<strong>in</strong>igen Stellen schält sich <strong>der</strong> Putz <strong>in</strong> Blättern ab.<br />

Auf dem so hergerichteten ganz glatten Untergrund<br />

erhielten <strong>die</strong> Reliefs bis <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>ste E<strong>in</strong>zelheiten<br />

gehende Bemalung. Manche Teile haben<br />

sie noch vollkommen frisch bewahrt, <strong>die</strong> Farben<br />

leuchten, als wenn sie erst kürzlich aufgetxagen<br />

wären. Vor allem haben sich Fe<strong>in</strong>heiten da gehalten,<br />

wo es sich <strong>in</strong>n Wechsel auf kle<strong>in</strong>en Flächen<br />

handelt, wie bei den Hieroglyphen. So ist bei c^^^,<br />

dem Zeichen für das Gebirge, am Fuß e<strong>in</strong> dünner<br />

grüner Streifen zu sehen, <strong>der</strong> das Fruchtland darstellt;<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüste selbst s<strong>in</strong>d auf den gelben<br />

Untergrund rote Punkte gesetzt und kle<strong>in</strong>e<br />

Büsche durch grüne Flecken angedeutet. Bei dem<br />

Zeichen R| erkennt man <strong>die</strong> Bündelung des gelben<br />

Schilfes, <strong>die</strong> B<strong>in</strong>dungen an den oberen Ecken<br />

durch frische grüngefärbte Stengel; das <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Erde gesetzte untere Ende ist blau gefärbt. Bei<br />

dem Zeichen für nb -^z:^ und bei den Körben, <strong>die</strong><br />

<strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong> Güter tragen, sieht man deutlich<br />

<strong>die</strong> bunten Muster des Geflechtes. E<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e<br />

Auswahl solcher Innenzeichnungen ist auf Tafel<br />

VI wie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Als den Grundgedanken bei <strong>der</strong> Ausschmückung<br />

<strong>der</strong> Kammer des Njsivtnfr erkennt man <strong>die</strong><br />

Versorgung<br />

des Grabiierrn mit reichlichem Unterhalt<br />

im Jenseits. Es ist das. wie oben S. 65 dargelegt<br />

^\urde. für alle Mastabas des frühen Alten Reiches<br />

bezeichnend. Wenn unser Grab, das um <strong>die</strong> Mitte<br />

<strong>der</strong> 5. Dynastie anzusetzen ist, sich noch streng<br />

an <strong>die</strong> alte Regel hält und auch im Aufbau <strong>der</strong><br />

Szenen noch ke<strong>in</strong>e Ansätze <strong>der</strong> Entwicklung<br />

zeigt, <strong>die</strong> wir <strong>in</strong> an<strong>der</strong>en gleichzeitigen Gräbern<br />

bemerken, so ist das zum großen Teil darauf<br />

zurückzuführen, daß sich <strong>der</strong> Künstler <strong>die</strong> Arbeit<br />

leicht gemacht und <strong>die</strong> Darstellungen aus Nachbargräbern<br />

kopiert hat, (Siehe oben S. 76). Es<br />

erübrigt sich daher e<strong>in</strong>e ausführliche Abhandlung<br />

<strong>über</strong> das E<strong>in</strong>fügen <strong>der</strong> Reliefs <strong>in</strong> den Prozeß <strong>der</strong><br />

Entwicklung <strong>der</strong> CJrabbil<strong>der</strong>, und es müssen vielmehr<br />

an Hand <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Szenen Art und<br />

Grad <strong>der</strong> Abhängigkeit <strong>von</strong> den Vorbil<strong>der</strong>n besprochen<br />

werden.<br />

Auf <strong>der</strong> Westwaud ist das Herbeibr<strong>in</strong>gen des<br />

Totenopfers aus den Stiftungsgütern dargestellt.<br />

Diese Szene zeigt zwar <strong>in</strong> den meisten alten<br />

Gräbern große Übere<strong>in</strong>stimmungen, aber es läßt<br />

sich doch noch e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>er Zusammenhang<br />

mit Ssithtp nachweisen; man halte neben unsere<br />

Abb. 27 aus Giza II, Abb. 28. Da ist <strong>die</strong> gleiche<br />

E<strong>in</strong>fassung <strong>der</strong> unteren Reihen durch <strong>die</strong> senkrechte<br />

Inschriftzeile <strong>in</strong>j.t prj.t hr hrw; nur, daß<br />

<strong>der</strong> Zeichner fälschlicherweise <strong>die</strong> Angabe <strong>über</strong><br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> Oberägypten gelegenen Dörfei' rechts, <strong>über</strong><br />

<strong>die</strong> unterägyptischen l<strong>in</strong>ks gesetzt hat, statt umgekehrt,<br />

wie es richtig bei Ssithtp steht. Die e<strong>in</strong>zelnen<br />

Reihen werden <strong>in</strong> beiden Fällen <strong>von</strong><br />

Schreibern angeführt, <strong>die</strong> E<strong>in</strong>tragungen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

Papyrus machen, und <strong>die</strong> Beischriften s<strong>in</strong>d wörtlich<br />

<strong>die</strong> gleichen. Da <strong>die</strong> Fläche bei Njswtnfr<br />

schmaler ist, mußte e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Anordnung <strong>in</strong><br />

dem Aufmarsch <strong>der</strong> Dorfvertreter und Hirten ge-


Dritter Bkkicht ühek <strong>die</strong> (iRAUixcjEX alf dem Friedhof vox C4izA. Kiit<br />

Abb. Uli. Dil- MiLstabii dos NjAwIn/r, clie üurstclhiiiK "nf


170 Hermaxn Junker.<br />

tioffen werden, sie s<strong>in</strong>d auf 5 statt auf 4 Reihen<br />

verteilt, aber man erkennt sofort bestimmte<br />

Gruppen wie<strong>der</strong>, wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> zweituntersten Reihe<br />

den Treiber mit <strong>der</strong> Antilope, <strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten<br />

den Hirten mit dem iw.'-R<strong>in</strong>d. Geschickt hat <strong>der</strong><br />

Künstler bei ersterem noch e<strong>in</strong>en zweiten Hirten<br />

li<strong>in</strong>zugefügt. <strong>der</strong> das Tier <strong>von</strong> h<strong>in</strong>ten vorwärts<br />

schiebt, und bei dem Ste<strong>in</strong>bock <strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten<br />

Reihe den Treiber umgedreht, so daß er rückwärtsschreitend<br />

sieht, während se<strong>in</strong> Kopf gewendet<br />

und <strong>der</strong> Bück nach dem Grabherrn gerichtet<br />

ist. Der E<strong>in</strong>druck ist also <strong>der</strong>, daß dem<br />

Künstler e<strong>in</strong>e Kopie aus ^ssthtp vorlag, <strong>die</strong> er<br />

aber nicht sklavisch nachahmte, son<strong>der</strong>n als<br />

Unterlage benutzte und Än<strong>der</strong>ungen anbrachte,<br />

wo es ihm gut schien. Dasselbe gilt <strong>von</strong> den übrigen<br />

Teilen <strong>der</strong> Westwand, wobei man beson<strong>der</strong>s beachte,<br />

daß hier wie dort <strong>die</strong> Untersätze mit<br />

Schalen und Krügen auf dem (iewände <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür<br />

angebracht s<strong>in</strong>d.<br />

Manche E<strong>in</strong>zelheiten s<strong>in</strong>d entschieden ,,<br />

mo<strong>der</strong>nisiert",<br />

und gerade <strong>die</strong>ser Unterschied <strong>in</strong> <strong>der</strong> Beliandlung<br />

ist <strong>von</strong> großer Bedeutung. So stehen <strong>die</strong><br />

Schreiber, <strong>die</strong> <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Gruppen <strong>der</strong> Geschenkebr<strong>in</strong>genden<br />

begleiten, dort steif und gerade<br />

,<br />

während sie sich bei Njsivtnfr geschäftig <strong>über</strong> den<br />

Papyrus neigen. Auf dem Pfosten <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tüi-en<br />

stehen Grabherr und Gemahl<strong>in</strong> <strong>in</strong> feierlicher<br />

Haltung, aber <strong>der</strong> Künstler hat e<strong>in</strong>mal Njmvtnfr<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, wie er lässig auf e<strong>in</strong>en Stab gelehnt<br />

dasteht, das e<strong>in</strong>e Be<strong>in</strong> ist gekrümmt und<br />

se<strong>in</strong> Fuß steht nur mit <strong>der</strong> Spitze auf. Auf <strong>der</strong><br />

Fläche l<strong>in</strong>ks <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür hat er <strong>in</strong> jeden<br />

Streifen nur je e<strong>in</strong>en Tütenpriester dargestellt,<br />

statt <strong>der</strong> zwei <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Vorlage; <strong>die</strong> Riten s<strong>in</strong>d<br />

<strong>die</strong> gleichen, aber <strong>die</strong> Auffassung ist völlig an<strong>der</strong>s.<br />

Dort sche<strong>in</strong>t es, als hielten <strong>die</strong> Priester nur <strong>die</strong><br />

Gefäße, hier aber beugt sich Hknwdjdj vor, um<br />

das Wasser aus dem Krug zu gießen und Tntj<br />

reckt<br />

den Arm hoch, um den Weihrauchduft zu<br />

se<strong>in</strong>em Herrn gelangen zu lassen.<br />

Noch selbständiger ist <strong>die</strong> Beaibeitung des<br />

Streifens am gegen<strong>über</strong>liegenden Ende <strong>der</strong> Westwand,<br />

rechts neben <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür. Hier<br />

f<strong>in</strong>den wir zwar wie sonst nur bei ^ssthtp e<strong>in</strong>en<br />

Nubier als Kammer<strong>die</strong>ner, aber <strong>der</strong> Künstler hat<br />

noch e<strong>in</strong>en zweiten h<strong>in</strong>zugefügt und darunter<br />

zwei Zwerge gesetzt, <strong>von</strong> denen <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e das Ruhebett<br />

und <strong>die</strong> Kopfstütze, <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e den Stock<br />

und <strong>die</strong> Sandalen br<strong>in</strong>gt.<br />

Über <strong>die</strong> Südwand wurde oben S. 76 ausführlich<br />

geschrieben und <strong>die</strong> vollkommene Abhängigkeit<br />

<strong>von</strong> dem Vorbild nachgewiesen. Das e<strong>in</strong>zige, was<br />

<strong>der</strong> Zeichner <strong>über</strong>haupt än<strong>der</strong>te, ist <strong>die</strong> Schlachtszene<br />

: hier verteilt er <strong>die</strong> Figuren <strong>der</strong> Träger <strong>der</strong><br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>keulen auf <strong>die</strong> beiden Enden, zum Vorteil<br />

<strong>der</strong> Darstellung, und än<strong>der</strong>t <strong>die</strong> Haltung <strong>der</strong><br />

Schlächter e<strong>in</strong> wenig.<br />

Zur Nordwand vergleiche man Giza II, Abb . 29.<br />

Auch hier ist <strong>die</strong> Anlehnung unverkennbar; <strong>die</strong><br />

Beischrift m?s ss nj phr ist ganz <strong>die</strong> gleiche. Die<br />

Verän<strong>der</strong>ungen liegen m <strong>der</strong> gleichen L<strong>in</strong>ie mit<br />

den auf <strong>der</strong> Westwand beobachteten. Dadurch,<br />

daß <strong>die</strong> Figur des jungen Sohnes vor dem Grabherrn<br />

weggelassen wurde, war mehr Raum für <strong>die</strong><br />

gegen<strong>über</strong>stehenden Figuren vorhanden, und es<br />

wurde <strong>der</strong> E<strong>in</strong>druck <strong>der</strong> Enge vermieden, <strong>der</strong> sich<br />

bei t^sstfUp bemerkbar macht. Es hat <strong>der</strong> Sohndes<br />

Njsu'tnfr selbst <strong>die</strong> Überreichung des Opferverzeichnisses<br />

<strong>über</strong>nommen, und hält, sich vorneigend,<br />

den Papyrus dem Vater entgegen. In<br />

dem darunter liegenden Streifen gießt Njswtj,<br />

ebenfalls sich nach vorn beugend, Wasser <strong>in</strong> das<br />

aufgestellte Becken. Dah<strong>in</strong>ter ist jedesmal e<strong>in</strong><br />

hh dargestellt, <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Mattenschurz, <strong>die</strong><br />

Rechte ehrfürchtig auf <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke Schulter legend.<br />

Unter <strong>der</strong> Darstellung schreiten <strong>in</strong> beiden<br />

Mastabas acht Diener, <strong>in</strong> beiden Fällen als erster<br />

e<strong>in</strong> Totenpriester, <strong>in</strong> gebückter Haltung Wasser<br />

aus e<strong>in</strong>em Ö spendend. Die Art <strong>der</strong> übrigen<br />

Gaben ist zum Teil verschieden; <strong>die</strong> opferbr<strong>in</strong>gendeii<br />

Diener waren dem Zeichner so geläufig,<br />

daß er nicht nötig hatte, sich fest an e<strong>in</strong><br />

N'orbild zu halten, und doch begegnen wir zwei<br />

gleichen Figuren :<br />

e<strong>in</strong>em Diener, <strong>der</strong> den Ochsenschenkel<br />

gegen <strong>die</strong> Schulter lehnt (bei Njiwtnfr<br />

Nr. 4. bei ^sithtp Nr. 7) und e<strong>in</strong>em an<strong>der</strong>en, <strong>der</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en Hand zwei gerupfte Enten, <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en das Herz des Opfertieres hält (Nr. 3 und<br />

Nr. 8).<br />

Die Ostwand alle<strong>in</strong> ist nach e<strong>in</strong>em selbständigen<br />

Plan gebildet worden. Es konnte auch<br />

^sithtp schon deshalb nicht als Vorbild <strong>die</strong>nen,<br />

weil dort <strong>die</strong> Wand durch <strong>die</strong> ungewöhnliche Anbr<strong>in</strong>gung<br />

<strong>der</strong> Tür <strong>in</strong> zwei Teile zerlegt war, <strong>die</strong><br />

verschiedene Darstellungen tragen: <strong>die</strong> nördliche<br />

Hälfte zeigt den Grabherrn ( ?) und se<strong>in</strong>e Töchter,<br />

<strong>die</strong> südliche das Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Speisen und<br />

Gerät, sowie e<strong>in</strong>e Schlachtszene. Njswtnfr läßt<br />

dagegen vor sich und se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong> <strong>in</strong> den<br />

zwei oberen Reihen se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong> aufmarschieren,<br />

<strong>die</strong> sieben Söhne und neun Töchter. Das ist ganz<br />

ungewöhnlich, und es spricht daraus wohl <strong>der</strong>


DrITTEK BeKICHT i'BER DIE C4RAIirXGEX AlF DEM FRIEDHOF VOX GlZA. 171<br />

fr<br />

/Os<br />

^^ £3<br />

I^O<br />

c:^<br />

a<br />

M<br />

_^--i r- dj<br />

Al>l>. Ml. I>n' Miwtabn ili-s SjAwliifr, uln-ii Tiimillc. iiiitcii l<strong>in</strong>k« ( irwiiiulc «ler Xonlscho<strong>in</strong>tur.<br />

ifohts, neben Südju'wnnde cIi>h K<strong>in</strong>gan^H.


17i; Hermann Ji'nkek.<br />

Stolz auf se<strong>in</strong>e zahlreiche Nachkomnieiischaft. In<br />

den zwei unteren Reihen sprengen Totenpriester<br />

Wasser und spenden Weihrauch, Beamte und<br />

Diener des Hauses br<strong>in</strong>gen Speisen, Öl, Geflügel<br />

und Jungvieh.<br />

Über dem E<strong>in</strong>gang s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Boote für <strong>die</strong> Fahrt<br />

nach dem Westen angebracht, <strong>in</strong> zwei Reihen<br />

<strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> oben e<strong>in</strong> Papyrus-Kahn gefolgt <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Holzschiff, unten e<strong>in</strong> größeres und e<strong>in</strong><br />

kle<strong>in</strong>eres Holzlwot. Da bei lisstMp <strong>der</strong> entsprechende<br />

Teil <strong>der</strong> Wand sehr zerstört ist, läßt<br />

sich nicht mehr feststellen, wie weit hier e<strong>in</strong>e Abhängigkeit<br />

vorliegt; hier waren jedenfalls im<br />

ganzen zwei Boote vorhanden, doch ver<strong>die</strong>nt Erwähnung,<br />

daß das erhaltene Schiff dem zweiten<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren Reihe des Njswtnfr vollkommen<br />

gleicht, nur, daß hier vier statt dort drei Ru<strong>der</strong>er<br />

rechts und l<strong>in</strong>ks neben dem (Irab<strong>in</strong>liabei- \\ie<strong>der</strong>gegeben<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

3. DIE INSCHRIFTEN,<br />

a) Der (ilrabherr.<br />

a) Ämter und Würden <strong>in</strong> <strong>der</strong> (rauverwaltung.<br />

Die Ämter, <strong>die</strong> Njswtnfr <strong>in</strong> den verschiedenen<br />

Gauen ausübte, sche<strong>in</strong>t er als <strong>die</strong> wichtigsten betrachtet<br />

zu haben ; denn sie werden am häufigsten<br />

aufgeführt : auf <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> Westwand und auf<br />

den Sche<strong>in</strong>türen, auf <strong>der</strong> Süd- und Ostwand; <strong>die</strong><br />

an<strong>der</strong>en Titel f<strong>in</strong>den sich nur auf <strong>der</strong> Nordwand.<br />

Njswtnfr war mit <strong>der</strong> Verwaltung <strong>in</strong> drei Gauen<br />

betraut, aber nichts weist darauf h<strong>in</strong>, daß sie ihm<br />

gleichzeitig unterstanden. In den Titeln <strong>der</strong><br />

Großen des Alten Reiches werden ja meist alle<br />

Ämter aufgeführt, <strong>die</strong> sie <strong>in</strong> ihrer Laufbahn bekleideten,<br />

manches Mal <strong>in</strong> zeitlicher Reihenfolge,<br />

wie etwa bei iV<strong>in</strong> und Nhbw (Urk. I, S. 219ff.).<br />

Von jedem Gau werden <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Amtsobliegenheiten<br />

angegeben ;• sie betreffen <strong>die</strong> militärische<br />

und zivile Verwaltung, und wenn sich<br />

Njhvtnfr e<strong>in</strong>mal ,, Gauleiter" nennt, so<br />

soll das wohl e<strong>in</strong>e allgeme<strong>in</strong>e Bezeichnung für<br />

se<strong>in</strong> Amt <strong>in</strong> den verschiedenen Gauen se<strong>in</strong>.<br />

Zunächst werden <strong>die</strong> Titel mit ihren Varianten<br />

aufgeführt :<br />

1.<br />

Westwand; auf <strong>der</strong> Ostwand folgen sich<br />

mniv, njsivtjw, wp.ivt, ssni-t,', hki-hw.t-'i.t.<br />

V<br />

H -M-^oilW-l'<br />

1 1^ p£3<br />

^töööNI<br />

Variante auf <strong>der</strong> Südwand :<br />

ÖÖO l<br />

auf <strong>der</strong> Südsoheiutür ebenfalls :<br />

1 r^ M<br />

Tööölii<br />

2r<br />

Die Reihenfolge ist <strong>in</strong>nner 1, 2, 3, nur auf <strong>der</strong><br />

Südwand folgen sich 2, 1, 3.<br />

Ehe aus den Ämtern Schlüsse auf <strong>die</strong> damalige<br />

Gauverwaltung gezogen werden, wird es notwendig<br />

se<strong>in</strong> ,<br />

e<strong>in</strong>ige <strong>der</strong> Titel genauer zu besprechen.<br />

In allen drei Gauen war Njsivtnfr <strong>der</strong> imj-ri<br />

lanw-w.<br />

Das Zeichen »<strong>in</strong>w stellt nicht e<strong>in</strong>en Turm mit<br />

Z<strong>in</strong>nen dar, wie man nach dem Umriß und aus<br />

dem Umstand vermuten könnte, daß Rundtürme<br />

<strong>die</strong>ser Art <strong>in</strong> Modellen und Zeichnungen belegt<br />

s<strong>in</strong>d; siehe Schäfer, Kiuist des alten Orients,<br />

S. 169. Der obere Teil ist [M^ das Gebirgsland, <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> üben S. 168 besprochenen Weise bemalt: Mit<br />

schmalem grünem Rand als Grundl<strong>in</strong>ie, gelblichem<br />

Sand, roten Ste<strong>in</strong>en und grünen Büschen.<br />

Es soll also angedeutet werden, daß das Gebäude<br />

an dem Bergrand liegt. Bei <strong>der</strong> Aufgabe, zwei<br />

ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong>stoßende Gegenstände wie<strong>der</strong>zugeben,<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>e verschiedene Lage im Raum haben,<br />

konnte <strong>von</strong> den Ägyptern ke<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Lösung<br />

erwartet werden: das Gebirge wird <strong>in</strong> Vor<strong>der</strong>ansicht,<br />

das Gebäude <strong>in</strong> Aufsicht gezeichnet. Das<br />

Gebäude ist blau gemalt, war also aus Ziegeln aufgeführt<br />

; <strong>die</strong> waagerechten Striche müssen Mauern<br />

darstellen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> regelmäßigen Anständen <strong>die</strong><br />

Längswände verbanden und lange schmale<br />

Räume schufen, <strong>die</strong> mit Ziegelgewölben <strong>über</strong>dacht<br />

waren, etwa <strong>in</strong> <strong>der</strong> Art <strong>der</strong> nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong>liegenden<br />

Scheunen h<strong>in</strong>ter dem Ramesseum. Es lassen<br />

sich wohl nur so <strong>die</strong> Innenzeichnungen und <strong>die</strong><br />

durchgehende blaue Färbung verstehen. Es sei<br />

dah<strong>in</strong>gestellt, ob <strong>die</strong> Zeichnungen <strong>der</strong> <strong>in</strong>neren<br />

Anlage genau o<strong>der</strong> nur <strong>in</strong> großen L<strong>in</strong>ien angebracht<br />

s<strong>in</strong>d, ob <strong>in</strong> Son<strong>der</strong>heit <strong>der</strong> Bau ganz mit<br />

Kammern ausgefüllt war und nicht auch e<strong>in</strong>en<br />

Hof o<strong>der</strong> offenen .seitlichen Gang hatte. Bei den<br />

Hieroglyphenzeichen ist e<strong>in</strong>e Wie<strong>der</strong>gabe aller<br />

E<strong>in</strong>zelheiten wohl nicht zu erwarten. An <strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>en Längsseite ist e<strong>in</strong>e ZiegeltreiDpe angebracht,


außerdem<br />

DrITTEK HeRIOIT I'liEH »IE (iRAm^XOEX AUF DEM FRIEDHOF VON GlZA. 173<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> dei' Hichti<strong>in</strong>o zum Oebirgc führt ; dei- Ban<br />

hatte also ke<strong>in</strong>en ebenerdigen Zugang und kann<br />

daheT' nicht e<strong>in</strong>fach Wolmzwecken ge<strong>die</strong>nt liaben ;<br />

es kommen so nur Speicher o<strong>der</strong> Festungen<br />

<strong>in</strong> Betracht. Bei Speicliern führt e<strong>in</strong>e 'J'repi)c<br />

o<strong>der</strong> Leiter zum Dach, um <strong>die</strong> r<strong>in</strong>gsum gescldossenen<br />

Behälter o<strong>der</strong> Räume <strong>von</strong> oben her zu<br />

füllen. In unserem Falle aber kann es sich niciit<br />

um \'orratskamniern hande<strong>in</strong>. denn <strong>die</strong> uns aus<br />

dem Alten Reich bekannten Silos s<strong>in</strong>d an<strong>der</strong>s<br />

angeordnet ; waren <strong>die</strong> Scheunen <strong>der</strong><br />

königlichen Domäne angeschlossen, <strong>der</strong>en Verwaltung<br />

<strong>in</strong> dem Titel hlr> Ijir.t-U.t eigens angefühlt<br />

ist ;<br />

endlich läßt <strong>der</strong> Znsammenhang, <strong>in</strong> dem mnir<br />

<strong>in</strong> den i'yramidentexten genannt wird, ke<strong>in</strong>e<br />

Deutung auf Speicher zu. So verbleibt nui- <strong>die</strong><br />

Auffassung des Zeichens als Festung, <strong>die</strong> ja für<br />

ii<strong>in</strong>ir feststeht. Die Treppe, <strong>die</strong> zu ihr h<strong>in</strong>aufführt,<br />

f<strong>in</strong>det sich auch bei den oben erwähnten<br />

Wachttüi'men. I*]s ersche<strong>in</strong>t ganz ausgeschlossen,<br />

daß <strong>der</strong> Zeiclmer etwa e<strong>in</strong> solches Bild, wie<br />

Schäfer ebenda S. 1 69 oben rechts, mißverstanden<br />

hä.tte; es handelt sich ja um D<strong>in</strong>ge, <strong>die</strong> zu se<strong>in</strong>er<br />

Zeit noch vorhanflon waien.<br />

E<strong>in</strong>er Erkläi-ung l)cdiirfcn auch <strong>die</strong> Ici^ ^ Jl<br />

Die Gruppe muß wohl njiiwtj-ir zu lesen se<strong>in</strong>.<br />

Fü7-<br />

<strong>die</strong> Lesung sirtjir. <strong>die</strong> W()rtpibuch II, 334 vorgeschlagen<br />

wird, liegt ke<strong>in</strong> Anhil.i \or. ic^ ohne<br />

^w>A^ ist <strong>die</strong> bevoi'zugte Schreil)ung <strong>von</strong> vj-sirt im<br />

Alten Reich: wie wir etwa bei 1


O<strong>der</strong><br />

174 Hermann Ji'nker.<br />

neu wii' ja auch im Grab des Wh<strong>in</strong><br />

Älllll^V<br />

110 Text II, 61, Sawiet el Meit<strong>in</strong>).<br />

Wir müssen uns <strong>die</strong> Bedeutung <strong>die</strong>ser Titel vor<br />

Augen halten: es bestanden nach ihnen <strong>in</strong> jedem<br />

Gau Befestigungswerke, <strong>die</strong> im Krieg o<strong>der</strong> zu<br />

unruhigen Zeiten den Fe<strong>in</strong>den wehren und <strong>der</strong><br />

Bevölkerimg e<strong>in</strong>e Zufluchtsstätte bieten sollten.<br />

Dann hatte <strong>der</strong> König <strong>in</strong> jedem Gau ausgedehnten<br />

Landbesitz und eigene Hörige; wir dürfen uns<br />

wohl vorstellen, daß Güter und Leute letzten<br />

Endes <strong>von</strong> den früheren Herrschern <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen<br />

selbständigen Gaue stammten, <strong>der</strong>en Eigentum<br />

den Königen zufiel, als sie das Gebiet eroberten ;<br />

das muß natürlich auf vorgeschichtliche Zeiten<br />

zurückgehen, <strong>in</strong> denen sich das oberägyptische<br />

Reich bildete, wie im Delta das Reich <strong>der</strong> Ostund<br />

Westgaue. Die Könige fühlen sich ja immer<br />

noch als Häuptl<strong>in</strong>ge <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Gaue, und<br />

wenn auch zu Beg<strong>in</strong>n des Alten Reiches durch <strong>die</strong><br />

straffe Zentralisation <strong>der</strong> Verwaltung <strong>die</strong> Bildung<br />

<strong>von</strong> örtlichen Gewalten vollkommen ausgeschlossen<br />

war, so muß doch <strong>der</strong> Gedanke an den<br />

Aufbau des Staates aus den Gauen stets lebendig<br />

geblieben se<strong>in</strong>. Das beweisen unter an<strong>der</strong>em <strong>die</strong><br />

Votivstatuen <strong>der</strong> (iaue im Taitempel des Myker<strong>in</strong>os.<br />

Das Eigenleben <strong>der</strong> Gaue mit ihren beson<strong>der</strong>en<br />

Gottheiten und ihren Überlieferungen<br />

blieb bestehen, und <strong>die</strong> Art <strong>der</strong> Verwaltung trug<br />

<strong>die</strong>sen Verhältnis.sen Rechnung. So lange <strong>die</strong><br />

Nomarchen, <strong>die</strong> <strong>die</strong> volle militärische und zivile<br />

Befehlsgewalt ausübten, wie an<strong>der</strong>e Beamte<br />

wechselten und auf Befehl <strong>der</strong> Residenz <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Gau <strong>in</strong> den an<strong>der</strong>en versetzt o<strong>der</strong> aus dem<br />

Verwaltungs<strong>die</strong>nst an<strong>der</strong>en Ressorts <strong>über</strong>wiesen<br />

wurden, war ke<strong>in</strong>e Zersplitterung möglich : aber<br />

das Gefahrenmoment blieb bestehen ; denn es bildeten<br />

<strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen fJaue geschlo.ssene E<strong>in</strong>heiten<br />

<strong>der</strong> Verwaltung und wenn sie auch <strong>von</strong> <strong>der</strong> Zentralverwaltung<br />

absolut abhängig waren, so war<br />

doch e<strong>in</strong> direkter E<strong>in</strong>griff <strong>in</strong> ihre e<strong>in</strong>zelnen Ressorts<br />

nicht leicht möglich; es mußte alles <strong>über</strong><br />

den Gauleiter gehen, und wenn wir <strong>der</strong>en Ämter<br />

zusammenfassen, so bleibt nichts <strong>von</strong> Bedeutung,<br />

was den Zentralbehörden hätte unmittelbar unterstehen<br />

können. Falls sich Bestrebungen<br />

größerer Selbständigkeit bemerkbar machen sollten,<br />

fand sich <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> Gauverwaltung<br />

selbst ke<strong>in</strong> Gegengewicht. Diese Verhältnisse<br />

gelten aber zunächst nur <strong>von</strong> Oberägypten. Kees<br />

hat Beiträge II, S. 588 schon darauf aufmerksam<br />

gemacht, daß <strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong> Delta-Gaue<br />

nicht <strong>die</strong> gleiche gewesen ist. In Heliopolis-Ost<br />

waren zum Beispiel <strong>die</strong> Obliegenheiten e<strong>in</strong>es Gauleiters<br />

offenbai' ganz an<strong>der</strong>er Art. Njswtnfr ist<br />

hier we<strong>der</strong> ..Landesleiter", noch Verwalter des<br />

Hauptgutes, noch Vorsteher <strong>der</strong> Hörigen des<br />

Königs. Der e<strong>in</strong>zige gleichgeartete Titel betrifft<br />

<strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong> Festungen. Aber auch hier<br />

stimmt <strong>die</strong> Bezeichnung nicht wörtlich <strong>über</strong>e<strong>in</strong>;<br />

statt imj-r; mmv-w steht 1.1^8^ I<br />

I ffl. Ob <strong>die</strong> Be-<br />

>TÖÖ0<br />

Zeichnung ,,könighche" Festung darauf h<strong>in</strong>weist,<br />

daß sie nach <strong>der</strong> Eroberung des Landes durch <strong>die</strong><br />

Tlüniten angelegt wurde '.<br />

ob es sich um<br />

e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e Befestigung handelt, <strong>die</strong> den<br />

Namen Mnir-njswt führt l Der Titel ist sonst<br />

nur noch e<strong>in</strong>mal, bei dem Gaufürsten ^Intj <strong>von</strong><br />

Desääe belegt (Kees. Beiträge II, S. 589, Anm. 2).<br />

Auch <strong>die</strong> beiden übrigen Ämter, <strong>die</strong> Njswtnfr <strong>in</strong><br />

Heliopolis <strong>in</strong>ne hatte, betreffen mehr <strong>die</strong> militärische<br />

Verwaltung: ,,Vorsteher <strong>der</strong> Wüsten" und<br />

..Vorsteher <strong>der</strong> rthiv". X v^ 5 i— möchte<br />

Kees mit<br />

..Festung" zusammenstellen<br />

und <strong>über</strong>setzt es mit ,, Sperren": es müßte sich<br />

dann um den Schutz <strong>der</strong> nach Osten führenden<br />

Wadis handeln. Aber bei dem Fehlen e<strong>in</strong>es Deutezeichen<br />

mag es sich bei rth auch lun irgend e<strong>in</strong><br />

an<strong>der</strong>es, bisher nicht bekanntes Wort handeln'.<br />

Es fehlen also <strong>in</strong> Fleliopolis-Ost alle Ämter <strong>der</strong><br />

Zivilverwaltung; das ist freilich alle<strong>in</strong> noch ke<strong>in</strong><br />

Beweis, daß im Delta <strong>über</strong>haupt <strong>die</strong> Gauverwaltiuig<br />

e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e als <strong>in</strong> Oberägypten war.<br />

Heliopolis dürfte e<strong>in</strong>en Son<strong>der</strong>fall darstellen,<br />

nicht nur wegen <strong>der</strong> Nähe <strong>der</strong> Residenz, son<strong>der</strong>n<br />

auch <strong>in</strong>folge <strong>der</strong> Bedeutung se<strong>in</strong>er Hauptstadt<br />

'Iwnw. <strong>der</strong> zweifellos manche aus alter Zeit stammende<br />

Vorrechte erhalten geblieben waren. E<strong>in</strong><br />

glücklicher Zufall hat uns aus dem frühen Alten<br />

Reich e<strong>in</strong>en Domänenverwalter <strong>von</strong> Heliopolis<br />

bewahrt, <strong>der</strong> nicht zugleich auch Leiter des Gaues<br />

ist, Phrnfr; siehe Maspero, ßtudes EgyptiennesII.<br />

'<br />

An sich könnte e<strong>in</strong> Mann <strong>von</strong> <strong>der</strong> Stellung de.s<br />

Njswtnfr auch e<strong>in</strong> ,, Vorsteher <strong>der</strong> rthiv- Bäcker" se<strong>in</strong>;<br />

denn Phrnfr, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en höheren Rang als unser Grabherr<br />

<strong>in</strong>ne hatte, führt <strong>die</strong>sen Titel: Maspero, fitudes 6g. II,<br />

248 ist zu lesen ..Leiter<br />

<strong>der</strong> r


I ,,<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> tber <strong>die</strong> GRABrxoEX aitf dem Friei^hof <strong>von</strong> Giza.<br />

248: e. nennt sich ^If^igngig^;<br />

<strong>die</strong> Varianten geben, ebenda S. 264, n r!.Ö<br />

und ,ö"TiS-<br />

Maspero <strong>über</strong>setzt :<br />

..regent de grand chateau pour la mai.son d'Heliopohs<br />

et la banlieue d'Heliopolis"; das entspricht<br />

ungefähr dem S<strong>in</strong>n des Titels; <strong>in</strong> dem phr haben<br />

wir das n Wb. 1, 548 zu erkennen, das dort<br />

für das Mittlere Reich belegt ersche<strong>in</strong>t ..<strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Clutsbezirk auf dem Lande (im Gegensatz<br />

zum Hause und Ort)" ; im Stellennachweis werden<br />

<strong>die</strong> Kahunpapyri XVII If. und Louvre C 15 angegeben.<br />

Phrnfr hatte also <strong>die</strong> Hauptgutsverwalt<strong>in</strong>ig<br />

für den Stadt- und Landbezirk <strong>von</strong> Heliopolis.<br />

während er niciit auch <strong>der</strong> Gauleiter <strong>von</strong><br />

Heliüpülis war.<br />

Die gleichen ^Verhältnisse dürfen<br />

wir auch für spätere Zeiten annehmen, und so erklärt<br />

es sich leicht, warum Njiirtnfr v.wSiV an<strong>der</strong>e<br />

wichtige Ämter <strong>in</strong> Heliopolis-Ost <strong>in</strong>ne hatte, aber<br />

nicht den Titel hk-- lnr.t-',-.t führte wie <strong>in</strong> den<br />

übrigen Gauen <strong>von</strong> Th<strong>in</strong>is und Aj)hroditop()Ms.<br />

Aber <strong>die</strong> <strong>von</strong> Kees ebenda, S.589ff. angeführten<br />

Tatsachen ergeben, daß sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> beschäftigenden<br />

Zeit <strong>die</strong> Verwaltung <strong>der</strong> beiden Reichshälften<br />

wesentlich unterschied. Nicht ebenso deutlich<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Gründe für <strong>die</strong>se Entwicklung aus e<strong>in</strong>er<br />

zu Beg<strong>in</strong>n des Alten Reiches nachgewie.scMcii<br />

gleichen Ordnung für <strong>die</strong> beiden Landesteile.<br />

dürfte niciit genügen, auf <strong>die</strong> Wirtschaft ücIrmi<br />

Unterschiede h<strong>in</strong>zuweisen, zumal sich <strong>der</strong> Unterschied,<br />

hier Ackerland, dort Weideland, <strong>in</strong> <strong>die</strong>ser<br />

Form nicht aufrcciit erhalten läßt. Wir s<strong>in</strong>d noch<br />

weit da<strong>von</strong> entfernt, den tatsächlichen Unterschied<br />

<strong>in</strong> den Wrhältni.s.sen feststeilen zu ki<strong>in</strong>nen.<br />

(Janz auszuschließen ist auch <strong>der</strong> (iedanke nicht,<br />

daß <strong>in</strong>folge <strong>der</strong> gewaltsamen Besitznahme des<br />

Deltas flurch <strong>die</strong> Th<strong>in</strong>iten e<strong>in</strong>erseits <strong>der</strong> Landbesitz<br />

<strong>der</strong> Krone hier beträchtlicher und an<strong>der</strong>er-<br />

.seits <strong>der</strong> K<strong>in</strong>fluß <strong>der</strong> Zentralregierung stärker<br />

war als <strong>in</strong> Oberägypten..So mag <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>e straffere politische Verwaltung <strong>in</strong> Untorägypten<br />

e<strong>in</strong>geführt worden .se<strong>in</strong>; wenn a<strong>in</strong>li zeitwei.se.<br />

wie z\i Begi<strong>in</strong>i <strong>der</strong> l. Dynastie, ke<strong>in</strong> Untei -<br />

schied <strong>in</strong> <strong>der</strong> (Jnuverwaltung dei- Reich.shälften<br />

nachgewiesen ist, so kami tioch das urspri<strong>in</strong>glichc<br />

Bestreben, den Laiidesteil fester <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand zu<br />

haben, wicfier nachgewirkt haben. Kndli«-h mag<br />

<strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Siedlungsarl mit wesentlich stärkeren<br />

An.sanunlungen <strong>in</strong> Städten uiui Dörfern<br />

(le.s Deltas <strong>von</strong> liedeulung gewesen .se<strong>in</strong>. Ks ist<br />

Ks<br />

zwar aiißücli. aus vorgeschichtlicher Zeit Schlüsse<br />

auf <strong>die</strong> Zu.stände des Alten Reiches zu ziehen,<br />

aber bei <strong>der</strong> Beharrung, <strong>die</strong> uns <strong>in</strong> Ägj^ten so<br />

stark entgegen tritt, dürften wir wohl mit dem<br />

Weiterleben <strong>der</strong> Unterschiede rechnen,<br />

ß) Ämter <strong>in</strong> <strong>der</strong> Pyramidenstadt,<br />

Ebenso wie <strong>die</strong> Titel <strong>der</strong> Gauverwaltung, s<strong>in</strong>d<br />

auch <strong>die</strong> nun zu besprechenden Ämter unter e<strong>in</strong>er<br />

Überschrift zusammengefaßt, <strong>die</strong> den Ort <strong>der</strong><br />

Amtstätigkeit angibt. Auf <strong>der</strong> Nordwand steht<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er vvaagerechten Zeile f © j "^^^ A ^'^i'-<br />

ramidenstadt des f'hefren"<br />

rechten Zeilen :<br />

1,<br />

^<br />

© ^<br />

MM<br />

darunter <strong>in</strong> .senk-<br />

,, Verwalter des südlichen<br />

Grenzbezirks"<br />

,. Vorsteher des Palastes"<br />

Leiter dei- Phylen"<br />

., Richter. ( Jchcimraf<br />

..Vorsteher <strong>der</strong> Priester"<br />

..Priester des Chefren"<br />

..Priester <strong>der</strong> Königs-<br />

.statue [des Chefren] ".<br />

Es kann nach <strong>die</strong>.sem äußeren Aufbau <strong>der</strong> Inschrift<br />

ke<strong>in</strong>e Frage se<strong>in</strong>, daß <strong>die</strong> unter 1— 7 genannten<br />

Titel nur e<strong>in</strong>em bestimmten Amtsbezirk<br />

gelten, für <strong>die</strong> Totenstarlt. <strong>die</strong> zu <strong>der</strong> zweiten<br />

Pyramifle gehört. Das ist für den Dienst an den<br />

Königsgräbei'u <strong>von</strong> we.sentliciier Hedeuttmg. Wii'<br />

müssen dabei bedenken, daß es sieh lun den<br />

(Jrabbezirk e<strong>in</strong>es verstorbenen Königs handelt,<br />

und nicht um <strong>die</strong> Residenz e<strong>in</strong>es lebenden Herrschers.<br />

Die Titel 5— 7 bieten dabei ke<strong>in</strong>e Schwierigkeit;<br />

Njhvtnfr ist \'orsteher <strong>der</strong> Priester, <strong>die</strong><br />

bei <strong>der</strong> Pyramide des Chefren angestellt s<strong>in</strong>d (5),<br />

selbst h<strong>in</strong>titr des Chefren ((>) und /im-ii[r <strong>der</strong> Statue<br />

<strong>die</strong>ses Heri-schers. <strong>die</strong> ihn als König <strong>von</strong> Oberägypten<br />


17fi<br />

Hermann Junker.<br />

Schwieriger wird <strong>die</strong> Erklärung bei den Ämtern,<br />

<strong>die</strong> ke<strong>in</strong>e unmittelbare Beziehung zu dem<br />

Toten<strong>die</strong>nst haben<br />

; bei -i = sib hrj-ssU müssen<br />

wir annehmen, daß Njmvtnfr Richter und Geheimrat<br />

eben nur für <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Totenstadt beamteten<br />

und angestellten Leute war. 3 =<br />

^g«88


„Die<br />

Drittkr Beruht Cher <strong>die</strong> (Irabfngex a if hem Friedhof vox Oiza.<br />

b) Die Familie.<br />

a) Die Fran.<br />

Sie eischeiiit fünfmal neben Njiirtnjr mit <strong>der</strong><br />

BezeidHumg |21{|1f ^^fffilT -Prie-<br />

Ster<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hathor. Priester<strong>in</strong> <strong>der</strong> Neitii. \'erwandte<br />

des Königs. Hut": <strong>der</strong> Name ist e<strong>in</strong>e<br />

Knrzform fies vollen Xamens<br />

(<br />

e<strong>in</strong>mal auf <strong>der</strong><br />

|. deiiuir<br />

Darstellung <strong>der</strong> Nordwand ausgeschrieben<br />

ist. Nirgends ist das V'erhältnis zum<br />

Grabherrn ausdrücklich angegeben, aber es läßt<br />

sich mit Sicheriieit erschließen, daß sie se<strong>in</strong>e Gemahl<strong>in</strong><br />

war: auf ihrer Statue steht ..<strong>die</strong> königliche<br />

A'erwandte Hnt. ihr Sohn Hirdw . Nun ist<br />

aber auf <strong>der</strong> Ostwand unter den ., leiblichen Nachkommen'"<br />

des Nj-iwlnfr an zweiter Stelle e<strong>in</strong> Wrrwdw<br />

dargestellt und Rwdiv wird se<strong>in</strong> Kurzname<br />

se<strong>in</strong>. Auf <strong>der</strong> gleichen Statue wird auch ihre<br />

Abstammung angegeben: ,,Die Enkel<strong>in</strong> des<br />

Königs. Hnt, Tochter <strong>der</strong> Hnt" ; siehe unten S. 187.<br />

Ob sie den Adel <strong>von</strong> ihrem Vater erbte o<strong>der</strong> ob er<br />

ihr. und ihrem Gemahl, erst später verliehen<br />

wurde, ist nicht festzustellen: <strong>die</strong> spätere Verleihung<br />

ist freilich walirsche<strong>in</strong>licher. denn wenn<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat mir <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> des Nj-iwtnfr das Adelsprädikat<br />

führen, <strong>die</strong> <strong>von</strong> Hnt abstammen^, so folgt<br />

daraus, daß sie seihst <strong>von</strong> Haus nicht adlig war,<br />

weil sie <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er bürgerlichen .Mutter abstammte,<br />

siehe unten S, 1"X, Die Schreibung rh .t-njsirt zeigt<br />

folgende \'arianten : 1 O ><br />

1 x^. .1 O ci<br />

'<br />

Grenzbezirks K-jird 'nh '<br />

LJ^^'^<br />

,,'S'>«r und Leiter<br />

des Palastes Knnib''<br />

-'<br />

^'^^^^^ „Der königliche<br />

Verwandte Wrrwdw"<br />

1 -^ -I^e'- königliche<br />

U^ f<br />

Verwandte Knnhs"<br />

^-<br />

I'=^I,^=, ..Der königliche<br />

Verwandte Nfr)n--'t"<br />


genannt<br />

178 Hermann Jttnkee.<br />

Von den Söhnen führen nur drei, <strong>von</strong> den Töchtern<br />

nur vier den Titel rh o<strong>der</strong> rh.t -njswt; man<br />

könnte e<strong>in</strong>wenden, daß Mangel an Raum <strong>die</strong><br />

Unterlassung des Titels bed<strong>in</strong>gt habe, da bei den<br />

übrigen Söhnen ihre Ämter den zur Verfügung<br />

stehenden Platz ausfüllen. Aber <strong>die</strong>ser Grund ist<br />

nicht stichhaltig, denn rh-njiwt war gewiß <strong>der</strong><br />

höhere Titel, dem zuliebe man <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Bezeichnungen<br />

weggelassen hätte, wie es <strong>in</strong> den<br />

Fällen 2—4 geschah.<br />

Bei den Töchtern versagt<br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>wand vollkommen, weil bei 13— 17 nur<br />

<strong>der</strong> Name angegeben wird. Auch war bei Kijhrstf<br />

(8) <strong>in</strong> allen drei Darstellungen genügend Raum<br />

für <strong>die</strong> Anbr<strong>in</strong>gung des Titels vorhanden. Wir<br />

müssen daher annehmen, daß nur e<strong>in</strong> Teil <strong>der</strong><br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> das Adelsprädikat führte. Es ist wohl<br />

nicht anzunehmen, daß bei ihnen <strong>die</strong> Verleihung<br />

erst <strong>in</strong> bestimmtem Alter erfolgte und darum nur<br />

<strong>die</strong> ersten vier Töchter 1<br />

werden,<br />

demi <strong>der</strong> entsprechende Titel fehlt bei dem ältesten<br />

Sohn. Es besteht aber <strong>die</strong> Möglichkeit,<br />

daß <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> nicht alle <strong>von</strong> <strong>der</strong>selben Mutter<br />

stammten und nur <strong>die</strong> den Titel erbten, <strong>die</strong> dem<br />

Njswtnfr <strong>von</strong> <strong>der</strong> Hnt geboren wurden, <strong>die</strong> selbst<br />

,,königliche Verwandte" war. Wir kennen auch<br />

an<strong>der</strong>e Beispiele, <strong>in</strong> denen sich <strong>der</strong> Adel <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

Mutter vererbt zu haben sche<strong>in</strong>t, wie im Falle<br />

<strong>der</strong> Sibt (Vorbericht l!t2(), S. 115, Anm. 1); aber<br />

es wäre vorschnell, schon e<strong>in</strong> Gesetz aufzustellen,<br />

ehe alle <strong>in</strong> Betracht kommenden Fälle durchgearbeitet<br />

worden s<strong>in</strong>d.<br />

Das Grab gehört e<strong>in</strong>er Zeit an, <strong>in</strong> <strong>der</strong> wir<br />

stärker als früher mit dem Bestreben rechnen<br />

müssen, <strong>die</strong> Söhne <strong>in</strong> dem eigenen Amte unterzubr<strong>in</strong>gen.<br />

Im vorliegenden Falle hat Kijwd'nh<br />

das Erbe se<strong>in</strong>es Vaters als ,,<br />

Vorsteher des Grenzbezirks"<br />

angetreten; es muß sich fraglos um den<br />

gleichen südlichen Bezirk <strong>der</strong> Pyramidenstadt<br />

des Chephren handeln. Bei dem Erstgeborenen<br />

könnte man desgleichen' se<strong>in</strong>en Titel ÜB mit<br />

dem 1^ H des Vaters <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung br<strong>in</strong>gen. Es<br />

wäre aber vorschnell, aus dem Fehlen weiterer<br />

Nachweise <strong>die</strong> Vererbung unbed<strong>in</strong>gt auf <strong>die</strong>se<br />

beiden Ämter zu beschränken, denn <strong>der</strong> 2., 3. und<br />

4. Sohn werden zwar nur rh-nj.hvt genannt, aber<br />

es mag se<strong>in</strong>, daß sie daneben noch an<strong>der</strong>e Titel<br />

führten.<br />

NMrkij ist uns öfter als Frauenname bekannt,<br />

so Giza II, S. 111 und S. 193, sowie Vorbericht<br />

1926, S. 100; <strong>in</strong> den beiden ersten Fällen fehlt<br />

e<strong>in</strong> Deutezeichen (o<strong>der</strong> das Wortzeichen), im<br />

dritten ist es e<strong>in</strong> Mann, <strong>der</strong> mit angezogenen<br />

Knien schläft, <strong>in</strong> unserem Falle wurde e<strong>in</strong> Bett<br />

gezeichnet, auf dem e<strong>in</strong> Mann ausgestreckt liegt.<br />

c) Der Haushalt.<br />

Die Verwaltung.<br />

1. ^ c:tzi^z^6^^Ü ,, Der HausVorsteher /iff "^<br />

mit Gans und Krug vor dem Ehepaar auf<br />

<strong>der</strong> Ostwand ; wohl sicher identisch mit dem<br />

Inhaber <strong>der</strong> unter A beschriebenen Ma-<br />

.staba, siehe oben S. 141.<br />

2. |^cn3l jj (1 ., Der Älteste des Hauses, '/jif;<br />

trägt auf <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> Ostwand e<strong>in</strong><br />

Kälbchen auf dem Arm.<br />

3. (Jp)l4-4- "^®'' Schreiber Nfrnn" ;<br />

identisch<br />

mit dem I i- -i<br />

'<br />

'-^^^'<br />

''®i ^^^ Bootsfahrt<br />

<strong>in</strong> dem Kahn unten rechts als Pilot auftritt.<br />

4. aii] )l[l ,,Der Schreiber Tm


an<strong>der</strong>s<br />

DrITTKR RkRK IIT 1-BER <strong>die</strong> (JRAHINCiEX AUF DEM FRIEDHOF VOX GlZA. 179<br />

•'• Öil|||'f^«''-'^l"'"l'^^h'^"k mit Bier 1111(1<br />

Brot <strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten Reihe <strong>der</strong> üstwaiid.<br />

10.<br />

,,Der Vorsteher des<br />

M 15 Ijk'<br />

Le<strong>in</strong>ens Mrkjj" hi<strong>in</strong>ort Zeu^streifen auf <strong>der</strong><br />

Ostwand.<br />

. n<br />

11. JJiai ..Der Beschließer 'Ivpirhtp". mit<br />

12.<br />

Salbvase und Beutel auf <strong>der</strong> Ostwand.<br />

fc^r<br />

..Der Nubier. <strong>der</strong> BesehlielJer<br />

j!?w6"; er br<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong> Le<strong>in</strong>engewand zur<br />

nördlichen Sche<strong>in</strong>tür.<br />

13. R ng ü ..Dei' Xu hier, <strong>der</strong> Gefolgsmann<br />

Mrf ;<br />

er trägt e<strong>in</strong>en Klei<strong>der</strong>sack und e<strong>in</strong>en<br />

Eimer rechts <strong>der</strong> nördlichen Sche<strong>in</strong>tür.<br />

14. ]pL| ..Der Gefolgsmann Wd'ntr": er falit<br />

bei <strong>der</strong> Schlachtszene auf <strong>der</strong> Südwand<br />

den Vor<strong>der</strong>sehenkel des Opfertieres.<br />

15. ^' ..Der Zwerg-<br />

Diener Z)(//r"wA" ; er steht neben <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tüi-<br />

mit Kopfstütze und schrägem<br />

Ruhebett.<br />

16.<br />

^^^f s<br />

1 ..DerZwerg-Dienei- '/*ÄJ-<br />

wd^" , steht unter Xr. 1.") mit Stab und Sandalen.<br />

17. ÖJm ..Der Leiter <strong>der</strong> is.l Un<strong>in</strong>irhtp- :<br />

er führt das große lioot <strong>in</strong> rler unteren<br />

Reihe <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang.<br />

Bei <strong>der</strong> im Alten Reiche üblichen Kurzschreibung<br />

ist<br />

(^J nicht <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> klar:<br />

wir begegnen dem gleichen Titel an gleicher Stelle<br />

unter an<strong>der</strong>em auch Tjj, Tafel 77 und 80. ebenso<br />

geschrieben: <strong>die</strong> N'ariante ebenfla Taf. (i7<br />

macht e.s .sicher, daß wir es mit dem ////) is.wl:<br />

„Leiter <strong>der</strong> .Mannschaften" zu tun haben, hier<br />

wohl ilcr Bootsmaniischaft ; siehe den gleichen<br />

Titel bei <strong>der</strong> Landwirtschaft ^ Reis <strong>der</strong> Ar<br />

heiter oben S. HH; da <strong>die</strong>ser Reis (ifters <strong>in</strong> den<br />

.Ma.stabas bei dem Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Abgaben<br />

«•i-sche<strong>in</strong>t. wäre es nicht ganz ausgeschlo.ssen.


180 Hermann Junker.<br />

Njswtnfr, denn sonst wäre e<strong>in</strong> Mann <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er<br />

Stellung nicht mit <strong>der</strong> Verwaltung betraut<br />

worden.<br />

Der „Älteste des Hauses '/wf stand Ksj wohl<br />

zur Seite, ohne daß wii- <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Art se<strong>in</strong>er<br />

Tätigkeit erkennen könnend — Die Rechnungen<br />

wurden <strong>von</strong> den beiden Schreibern Tntj und<br />

Nfrnn geführt, <strong>der</strong> Archivar iSrirhwj hatte alle<br />

Akten aufzubewahren.<br />

Für den Haushalt im engeren S<strong>in</strong>ne waren zwei<br />

(jni<br />

I<br />

.Leiter <strong>der</strong> Speisehalle' bestimmt; sie entsprechen<br />

etwa dem Haushofmeister, dem butler;<br />

ihm unterstanden <strong>die</strong> wdpw = Aufwärter o<strong>der</strong><br />

Mundschenke. Die Generalaufsicht <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

Gar<strong>der</strong>obe hatte <strong>der</strong><br />

'S<br />

..Vorsteher<br />

<strong>der</strong><br />

Le<strong>in</strong>wand", dem zugleich auch <strong>die</strong> Weberei unterstand.<br />

Für <strong>die</strong> Aufbewahrung und ßereithaltung<br />

<strong>der</strong> Klei<strong>der</strong> hatten <strong>die</strong> ,,Le<strong>in</strong>wandbeschließer"<br />

zu sorgen, <strong>die</strong> g o<strong>der</strong> ,^\)<br />

, denen zugleich auch<br />

<strong>die</strong> Salben und Öle anvertraut waren. Beide<br />

Zeichen Q und ,^^ s<strong>in</strong>d hier htmj zu lesen und <strong>der</strong><br />

Titel hat mit dem e<strong>in</strong>es Siegelbewahrers im üblichen<br />

S<strong>in</strong>ne nichts zu tun. Auf dem südlichen<br />

Türgewände <strong>der</strong> Mastaba des Mrjib s<strong>in</strong>d Stoffe,<br />

Schm<strong>in</strong>ke und Öle verzeichnet, dar<strong>über</strong> steht<br />

,^4' In<br />

-<br />

,,Anschauen <strong>der</strong> verschlossenen<br />

D<strong>in</strong>ge <strong>die</strong> (au.s) dem Königshause gebracht<br />

werden" (L D TT, 22a) und gleichlautendan<br />

gleicher Stelle im CJrabe des H'fhtrfw Annales<br />

XVI, 260. Auch <strong>die</strong> Kisten und Vasen mit Stoffen<br />

und Salben sche<strong>in</strong>en Jjtm.t genannt zu werden<br />

;<br />

80 steht bei dem Diener, <strong>der</strong> drei ^- Vasen <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>em Gestell bri ngt ^.<br />

„Darreichen des litm.l mit dem Festduft" (Annales<br />

ebenda S. 262); <strong>über</strong> den Dienern mit Fächer,<br />

Klei<strong>der</strong>säcken und Vasen steht ebenda S. 266<br />

^^^t^-^ ^<br />

,;^£i% ,, Das Br<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> verschlossenen<br />

D<strong>in</strong>ge durch <strong>die</strong> Beschließer (litmj-w)."<br />

In <strong>der</strong> vorliegenden Mastaba br<strong>in</strong>gt <strong>der</strong> Beschließer<br />

'Inpivhtp e<strong>in</strong>e Salbvase und e<strong>in</strong>en<br />

Beutel, <strong>der</strong> Beschließer t^yib e<strong>in</strong>en weiten Umhang.<br />

iSnh wird dabei als riMj = Nubier bezeichnet.<br />

^ Ebenso harren <strong>die</strong> Titel ,<br />

.Freund des Hauses"<br />

(imr-pr) und ,,Sohn des Hauses" (ai-pr) noch <strong>der</strong> Erklärung.<br />

^ mit m vor pr-njswt.<br />

neben ihm war noch e<strong>in</strong> zweiter Nubier angestellt,<br />

als Gefolgsmann ; e<strong>in</strong>en weiteren Beleg gibt<br />

<strong>die</strong> Mastaba des SsUhtp (Giza II, Abb. 28). Man<br />

hat also damals wie heute Nubier gerade im<br />

Haus<strong>die</strong>nst verwendet; an<strong>der</strong>erseits stellte man<br />

sie im Polizei<strong>die</strong>nst an, wie heute Dongolanubier<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüsten- und Grenzpolizei; vor e<strong>in</strong>igen<br />

Jahrzehnten wurden übrigens auch <strong>die</strong> nördlichen<br />

Nubier als Pohzisten angeworben.<br />

Außerdem hatte Njswtnfr zu se<strong>in</strong>er persönlichen<br />

Be<strong>die</strong>nung den smiiv Mrj, <strong>der</strong> Klei<strong>der</strong>sack<br />

und Eimer br<strong>in</strong>gt, wie sie dem Grabherrn bei<br />

se<strong>in</strong>en Spazierfahrten nachgetragen werden. Der<br />

zweite Gefolgsmann heißt<br />

Wd'n[r.<br />

Als Kammer<strong>die</strong>ner waren zwei Zwerge angestellt,<br />

<strong>die</strong> ^Sa^ %> :<br />

siehe Tafel V. Für das Wort<br />

f<strong>in</strong>de ich sonst ke<strong>in</strong>en Beleg; nach den Gegenständen,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> Zwerge tragen: Kopfstütze,<br />

Ruhebett, Stab und Sandalen, paßte am besten<br />

Leib- o<strong>der</strong> Kammer<strong>die</strong>ner ; aber es besagt Uwui<br />

wohl auch, daß <strong>die</strong>se Diener Zwerge s<strong>in</strong>d; e<strong>in</strong>e<br />

ähnliche Frage erhebt sich bei den S^ K ^<br />

.<br />

siehe<br />

Wb. I 57 und Vorbericht 1927 S. 107, Mastaba<br />

des ^nb; man vergleiche ebenda 41'^tP ,, Klei<strong>der</strong>zwerg."<br />

Von den bei <strong>der</strong> Schiffaiutszene genannten<br />

Personen ist es nicht sicher, wer wirklich zur<br />

Bootsmannschaft gehört. Da es sich um <strong>die</strong> rituelle<br />

Totenfahrt handelt, wollen alle Mitglie<strong>der</strong><br />

des Haushaltes helfen ; so hat <strong>der</strong> Schreiber Nfrnn<br />

bei dem unteren Kahn <strong>die</strong> Fühlung <strong>über</strong>nommen,<br />

<strong>der</strong> Leiter <strong>der</strong> Mannschaft /J»)tiirhtp dirigiert das<br />

große Boot. Nur Sdiv und Hl/drjj mögen <strong>von</strong><br />

Hause aus Schiffer se<strong>in</strong>.<br />

(I)<br />

Der Toten<strong>die</strong>nst.<br />

Im Dienst des Verstorbenen stehen <strong>in</strong> gewisser<br />

Beziehung alle Beamten und Angestellten,<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer dargestellt s<strong>in</strong>d; sie sollen<br />

auch im Jenseits für ihren Herrn sorgen, se<strong>in</strong>e<br />

Angelegenheiten führen und <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Haushalt<br />

tätig se<strong>in</strong>. Es wird ihnen dafür durch ihr Bild<br />

und ihren Namen e<strong>in</strong> Weiterbestehen gewährleistet.<br />

Daneben aber wird <strong>in</strong> den Reliefs auch<br />

<strong>der</strong> eigentliche Grab<strong>die</strong>nst berücksichtigt, durch<br />

<strong>die</strong> Darstellung <strong>der</strong> Stiftungsgüter, das Auftreten<br />

ihrer Verwalter und <strong>der</strong> Totenpriester.<br />

In e<strong>in</strong>igen<br />

Fällen bleibt es zweifelhaft, ob wir Angestellte<br />

aus dem irdischen Hausiialt vor uns haben o<strong>der</strong>


I<br />

I<br />

Drtttek <strong>Bericht</strong> («kk dik Grabungen auf dkm Friedhof <strong>von</strong> Gizä. 181<br />

aiLs dem Toteiuliriist . So<br />

trt'lcn bei <strong>der</strong> Alirecl<strong>in</strong>ung<br />

<strong>über</strong> <strong>die</strong> E<strong>in</strong>künfte deiTotenstiftuiigeii des<br />

Nj.sirtnfr drei Leute als Schreiber auf, <strong>von</strong> denen<br />

nur Ilknwdjdj als imj-ri hmw-h und l'ntj als *-.s<br />

und hm-ks bezeichnet werden, Nfrnn aber bloß<br />

als SS, <strong>in</strong>id ebenso fehlt bei dem Archivbeamten<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> zweiten Reihe e<strong>in</strong> H<strong>in</strong>weis auf se<strong>in</strong>e Anstellung<br />

im WakJ. Vielleicht hat man bei <strong>der</strong><br />

Szene <strong>die</strong> Hausbeamten e<strong>in</strong>fach mit aufgenonnnen.<br />

«•<br />

-\ (Mann) 'Iic-rd. Siehe unten bei<br />

II:<br />

§smnfr III 'Iw-rd ,,<br />

Insel <strong>der</strong> Pflanzen"^;<br />

9.<br />

'<br />

vgl. auch Wb. 2, 463.<br />

Jjlfl<br />

(Frau). Hr.... Da es sich um<br />

e<strong>in</strong> Fem<strong>in</strong><strong>in</strong>um handelt,<br />

,,Weg" zu ergänzen.<br />

ist vielleicht hrj.t<br />

J ® (Mann) Tw-bst „Insel des Rebellen.<br />

"^<br />

10 1^ ü@ (Frau) äh.t-Hthr ,,Feld <strong>der</strong><br />

a) Die Stiftungsgüter.<br />

Hathor".<br />

Auf <strong>der</strong> Westwand s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Vertreter <strong>von</strong> elf 11. 1^'^© (Mann) ///«• (hiw = Ky&nenbock?)<br />

Outshöfcn dargestellt; da <strong>die</strong> Wand llaum für<br />

e<strong>in</strong>e gr(')ßere Zahl bot. setzte man Figuren zum<br />

Es muß hervorgehoben werden, daß sich unter<br />

Auffüllen <strong>der</strong> Reihen e<strong>in</strong>. \vi(> den lih Nfr am<br />

den Gütern ke<strong>in</strong>e Eigengründung bef<strong>in</strong>det, ke<strong>in</strong><br />

Ende des obersten Streifens und den Archivar<br />

mit Njsw<strong>in</strong>fr und (/nj.f o<strong>der</strong> hiv.t-ki gebildeter<br />

im zweiten. Die Bauern und Bäuer<strong>in</strong>nen s<strong>in</strong>d<br />

Name.<br />

alle <strong>in</strong> <strong>der</strong> älteren steifen Art gezeichnet, e<strong>in</strong>en<br />

Korb mit Broten, Kuchen und Krügen auf dem<br />

Kopf <strong>in</strong>id e<strong>in</strong>e Zugabe <strong>in</strong> <strong>der</strong> herabhängenden<br />

Hand, meist e<strong>in</strong>e Ente, e<strong>in</strong>mal auch zwei Fische;<br />

ß) Die Gutshofmeister.<br />

<strong>die</strong> Maimer schreiten aus, <strong>die</strong> Füße <strong>der</strong> Frauen Njswtnfr hat <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Grabe auch- <strong>die</strong> meisten<br />

stehen eng nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong>. Die Namen <strong>der</strong> Stiftungsgüter<br />

<strong>der</strong> Hofmeister verewigt, <strong>die</strong> den Betrieb <strong>in</strong><br />

s<strong>in</strong>d :<br />

se<strong>in</strong>en Stiftiuigsgütern leiteten. Dabei hat er<br />

darauf verzichtet, sie bei <strong>der</strong> weniger erfreulichen<br />

1.<br />

(Mann) 'Iw-tntt = ., Insel des Szene <strong>der</strong> Abrechnung darzustellen, bei <strong>der</strong> <strong>die</strong><br />

'i^i<br />

mit" ; es kann mU sow ohl e<strong>in</strong> Eigenname se<strong>in</strong> armen Leute unzart herbeigeschleppt und mit<br />

(vgl. ^Iw-Snfrw) wie <strong>der</strong> Name e<strong>in</strong>es Tieres<br />

Stockhieben bedacht werden. Er ließ ihnen vielmehr<br />

alle Ehre wi<strong>der</strong>fahren, und zwei <strong>von</strong> ihnen<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>er Pflanze (siehe oben S. 79 '/«•-<br />

treten sogar bei dem ..Anschauen tier Liste des<br />

wnsir, 'Iir-n.st).<br />

Opfers" auf. Die übrigen fünf begleiten den Zug<br />

^ (Frau) Sfidtj ..Die beiden <strong>der</strong> Stiftungsvertreter und führen Mastwild und<br />

Akazien'.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong> als Geschenke herbei; wü- müssen uns<br />

vorstellen, daß <strong>die</strong> ergebenen H6Us außer den<br />

@ (.Mann) /{hh.<br />

Pflichtabgaben zu den höchsten Totenfesten e<strong>in</strong><br />

Mastr<strong>in</strong>d o<strong>der</strong> gemästetes Wild als Zugabe herbeibrachten.<br />

(.Mann) Snnlliir ..Hürden des<br />

Alle sieben Hofmeister werden e<strong>in</strong>-<br />

M<br />

-MM"<br />

dhw?-<br />

fach als<br />

Vertreter bei <strong>der</strong> feierlichen Szene <strong>der</strong> Nordwand<br />

(ViA\i)(!r


I<br />

^^<br />

'Ijtwij<br />

I<br />

.<br />

I<br />

;<br />

182 Hermann Ji'nker.<br />

lim „Dorfschulzen" o<strong>der</strong> ..Ortsvorsteher'" o<strong>der</strong><br />

„Guts<strong>in</strong>spektoren" <strong>in</strong> unserem S<strong>in</strong>ne handelt, es<br />

paßt für ihr Auftreten nur <strong>die</strong> oben S. 90 gegebene<br />

Erklärung als Gutshofmeister, <strong>die</strong> den praktischen<br />

Betrieb <strong>der</strong> Ezbe leiten.<br />

Von den elf Gütern s<strong>in</strong>d sieben durch ihren<br />

hh vertreten :<br />

1.<br />

TU'^^JTI'^O<br />

•^^^' Hofmeister 'Ijtwsj:'<br />

„E<strong>in</strong> twij ist gekommen'"\ ob e<strong>in</strong>e Ableitung <strong>von</strong><br />

tw! ,<br />

stützen' vorliegt<br />

'. steht h<strong>in</strong>ter dem<br />

Sohn des Grabherrn auf <strong>der</strong> Nordwand.<br />

2. ? O „Uer Hofmeister ilfry%'", bei<strong>der</strong><br />

gleichen Szene.<br />

3.<br />

\\\<br />

., Der Hofmeister jV


.<br />

Drittür <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof <strong>von</strong> Giza. 183<br />

soli<strong>der</strong>es Interesse; '>\ wird im Alten Reich nur<br />

zur Bezeichnung des Duals verwendet, erst im<br />

Mittleren Reich schreibt man damit <strong>in</strong> beson<strong>der</strong>en<br />

Fällen auch den Halbvokal im Auslaut:<br />

vgl. Erman. Grammatik {) 97, 196. 227, (Jard<strong>in</strong>er<br />

Ü 73, 79, Signlist S. 520—521. Hier nun versucht<br />

<strong>der</strong> Schreiber zum erstenmal <strong>die</strong> Nisbe-Endung<br />

mit N\ wie<strong>der</strong>zugeben, wird sich desFehlersbewuISt<br />

und setzt dann das korrekte (1<br />

5. »<br />

f I "L \I/<br />

,.Der Totenpriester Ktjbi'f<br />

(,,Me<strong>in</strong> Kaist [zum Schutz] um mich").<br />

Er ist auf<br />

<strong>der</strong> Ostwand <strong>in</strong> <strong>der</strong>selben Reihe zweimal dargestellt,<br />

e<strong>in</strong>mal mit dem Libationskrug, das an<strong>der</strong>e<br />

Mal wie er zusammen mit e<strong>in</strong>em Kollegen e<strong>in</strong>en<br />

Mantel br<strong>in</strong>gt.<br />

ß-<br />

Olk^'<br />

,,l)er Totenpriester Mtjiv"<br />

br<strong>in</strong>gt auf <strong>der</strong> Ostwand e<strong>in</strong>en 0-Krug und e<strong>in</strong>en<br />

Opferkasten.<br />

7. fl] ^öö •l^ci' Ti>tcni)riester Tjtj- ist In<strong>der</strong><br />

Reihe <strong>der</strong> (labcnbr<strong>in</strong>genden zweimal dargestellt,<br />

zuerst mit Taube und kle<strong>in</strong>em Eimer, dann wie<br />

er zusammen mit Kijhij e<strong>in</strong>en Mantel br<strong>in</strong>gt.<br />

8.<br />

rflfftl^^^lö "I>er Totenpriester und<br />

Schreiber Tntj; siehe oben S. 178.<br />

9.<br />

rf]H~ö~<br />

,,Der Totenpriestcr IJsj- trägt<br />

bei <strong>der</strong> Schlachtszene auf <strong>der</strong> Südwand Schenkel<br />

und Herz des Opfertieres weg.<br />

!"• fF] ffiö ,,Der Totenpriester Ntujj".<br />

(Jegenstück zu Nr. 9.<br />

«•) l)i«> Kcischr<strong>in</strong>cn zu arslHlunu;«>n.<br />

West wa ml. Im Mittelteil ist das Br<strong>in</strong>gen fler<br />

Abgaben uikI (Jcscheiiko aus den Stiftungsgütern<br />

dargestellt. Dem Bilde s<strong>in</strong>d verschieflene Beischriften<br />

zugefügt. Neben den unteren drei Bildstreifen<br />

steht je e<strong>in</strong>e senkrechte Zeile; rechts:<br />

^ WA^ I<br />

J<br />

.se<strong>in</strong>en<br />

,,Das Br<strong>in</strong>gen des Tot «•ni)[)fers <strong>von</strong><br />

iXirfern Oborägypiens an jedem Fest und<br />

.Da» Br Ingen des Totenopfers <strong>von</strong> se<strong>in</strong>en Dürfern<br />

des Nordlandes an jedem Fest und jedem Tag für<br />

den königlichen V'erwandten Njmvtnfr' ' . Die Beischriften<br />

beziehen sich auf <strong>die</strong> oberen drei Reihen,<br />

<strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Vertreter <strong>der</strong> Stiftungsgüter dargestellt<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

Als Vorbild <strong>die</strong>nte <strong>die</strong> entsprechende<br />

Szene <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des äSitht}) (Giza II,<br />

Abb. 28), wo auch <strong>die</strong> Beischrift den gleichen<br />

Wortlaut hat. Doch ist zu bemerken, daß bei<br />

Njhvtnfr <strong>die</strong> Zeile für <strong>die</strong> oberägyptischen Güter<br />

im Norden steht und umgekehrt. ^Sithtp hat <strong>die</strong><br />

richtige Anordnung, hier s<strong>in</strong>d auch <strong>die</strong> Vertreter<br />

<strong>in</strong> zwei Gruppen geteilt; <strong>die</strong> des Deltas schauen<br />

nach Norden, <strong>die</strong> oberägyptischen nach Süden.<br />

Bei Nj-hvtnfr wollte man wohl e<strong>in</strong>e straffere Zusammenfassung<br />

des Bildes und e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>heitliche<br />

Richtung durchführen und setzte vielleicht Oberägypten<br />

dem Grabherrn deshalb zunächst,<br />

weil<br />

es damals <strong>in</strong> <strong>der</strong> Reihung <strong>der</strong> beiden Reiche<br />

immer vorangestellt wurde. — Wenn nach <strong>der</strong> Beischrift<br />

<strong>die</strong> Dörfer ihr Opfer zum Grabe br<strong>in</strong>gen,<br />

so handelt es sich doch nicht um e<strong>in</strong>faches Nie<strong>der</strong>legen<br />

<strong>der</strong> Gaben, <strong>die</strong> Abordnungen werden gezählt,<br />

ihre Pflichtopfer registriert und ihre Geschenke<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e Liste e<strong>in</strong>getragen ; das<br />

geht aus den Beischriften am Anfang <strong>der</strong> ersten,<br />

zweiten und vierten Reihe hervor, wo jedesmal<br />

Schreiber ihres Amtes walten. Im obersten<br />

Streifen steht vor den Bauern <strong>der</strong> Vorsteher <strong>der</strong><br />

Totenpriester und macht E<strong>in</strong>tragungen auf e<strong>in</strong>en<br />

l'apvrus: ^ ®® ^^"^ „Zählen <strong>der</strong><br />

Dörfer des Stiftungsgutes" ; er führt also Buch dar<strong>über</strong>,<br />

welche Dörfer zur Stelle s<strong>in</strong>d.<br />

Unter, das<br />

heißt <strong>in</strong> Wirklichkeit neben ihm. macht <strong>der</strong><br />

Schreiber Nfn<strong>in</strong> Notizen: ü<br />

'-'<br />

(1 ^ ^~^<br />

CTTDI^^ ,,Zählen aller se<strong>in</strong>er Sachen des Stiflungsgutes";<br />

er kontrolliert also, ob jedes Gut<br />

auch <strong>die</strong> Abgaben gebracht hat. <strong>die</strong> ihm auferlegt<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

In den beiden unteren Streifen werden <strong>von</strong><br />

den (Jutshofmeistern Mastvieh, R<strong>in</strong><strong>der</strong> und Wild,<br />

herbeigeführt: <strong>die</strong>.se Opfertiero aber sollen nicht<br />

zu den l'flichtlieferungen gehören, son<strong>der</strong>n e<strong>in</strong> (ies


—<br />

184 Hermann Junker.<br />

und e<strong>in</strong>en Ste<strong>in</strong>bock, bei dem noch eigens vermerkt<br />

wird: A "^ T © fllx<br />

„Br<strong>in</strong>gen e<strong>in</strong>es<br />

Ste<strong>in</strong>bockes als Geschenk." Die Beischriften<br />

f<strong>in</strong>den sich übrigens genau so <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des<br />

Ssitlitp wie<strong>der</strong>.<br />

Auf den Sche<strong>in</strong>türtafeln sitzen sich jedesmal<br />

Njswtnfr und Hnt am Speisetisch gegen<strong>über</strong>.<br />

Über den Brothälften s<strong>in</strong>d flache Schüsseln mit<br />

knopfartigen Füßen dargestellt, auf denen verschiedene<br />

Fleischgerichte liegen: Ober- und Unterschenkel,<br />

e<strong>in</strong>e Gans und Rippstücke. Dar<strong>über</strong><br />

steht e<strong>in</strong>e Zeile, <strong>die</strong> Gaben verschiedener Art<br />

nennt, <strong>die</strong> auch auf den alten Grabplatten <strong>in</strong><br />

O<br />

erster L<strong>in</strong>ie aufgeführt werden :<br />

H X<br />

|<br />

]<br />

| ««o<br />

__ ,_S'ti?fl'=r^^Ai.T7iÄ<br />

lO-<br />

Unter dem<br />

üpfertisch werden wie üblich Tausend an ÖQ ^<br />

Südwand. Die Darstell<strong>in</strong>igen und Inschriften<br />

s<strong>in</strong>d aus <strong>der</strong> Mastaba des SMhtp <strong>über</strong>nommen;<br />

siehe oben Abb. 9b. L<strong>in</strong>ks vom Gabentisch<br />

kauert <strong>der</strong> Öf^^'^=''<br />

-.<strong>der</strong> Mundschenk des großen<br />

Schanktisches", h<strong>in</strong>ter ihm <strong>der</strong> ivtj V <strong>in</strong> <strong>der</strong> Zeremonie<br />

des Kci'^ ,,Speisens des Verklärten",<br />

l<strong>in</strong>ks (hi<strong>von</strong> steht <strong>der</strong> j' ,, Vorsteher <strong>der</strong> Opferen<br />

^<br />

Zuweisungen", den Arm zum Rufe erhoben, <strong>über</strong><br />

ihm ici A ;<br />

er vollzieht also <strong>die</strong> Zeremonie des<br />

htpcljnjswt, <strong>in</strong>dem er <strong>die</strong> <strong>über</strong> <strong>der</strong> Darstellung<br />

aufgezeichnete Opferliste mit entsprechenden<br />

Sprüchen ausruft.<br />

Ostwand. Die große Darstellung zerfällt <strong>in</strong><br />

zwei Teile; <strong>in</strong> den beiden oberen Bildstreifen<br />

stehen <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> des Grabherrn ;<br />

<strong>die</strong> Beischrift<br />

lautet .se<strong>in</strong>e leiblichen K<strong>in</strong><strong>der</strong>". Die<br />

beiden unteren Reihen zeigen Angestellte und<br />

Totenpriester, <strong>die</strong> mit verschiedenen Gaben auf<br />

das Ehepaar zuschreiten; e<strong>in</strong>e allgeme<strong>in</strong>e Beischrift<br />

fehlt und bei den e<strong>in</strong>zelnen Figuren werden<br />

nur Titel und Namen angegeben. Nur unter dem<br />

Kleidungsstück, das zwei Totenpriester br<strong>in</strong>gen,<br />

steht (1 -^ j<br />

= i;' o<strong>der</strong> i';; Wörterbuch 1,27<br />

(und 40) wird bei dem Wort vermerkt: ,,<br />

allgeme<strong>in</strong>e<br />

Bezeichnung für Schürze"; aber es ist<br />

nicht wahrsche<strong>in</strong>lich, daß zwei Männer e<strong>in</strong>en<br />

Schurz herbeibr<strong>in</strong>gen; es wird e<strong>in</strong> Mantel o<strong>der</strong><br />

Umhang se<strong>in</strong>, wie ihn <strong>die</strong> Diener<strong>in</strong> auf <strong>der</strong> Westwand<br />

<strong>der</strong> Mastaba des Whmhj hält, das Stück<br />

ist hier aus Panterfell gefertigt; siehe Klebs, Reliefs<br />

des Alten Reiches S. 96 und Abb. 76.<br />

Über dem E<strong>in</strong>gang s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> zwei Streifen <strong>die</strong><br />

Boote <strong>der</strong> Totenfahrt dargestellt und jedesmal<br />

mit e<strong>in</strong>er Beischrift versehen. In <strong>der</strong> unteren<br />

Reihe steht rechts <strong>über</strong> dem ersten Schiff "-^3^<br />

1<br />

r<br />

^ ^@1d%; es wurde Vorbericht 1913 S. 24<br />

<strong>über</strong>setzt ,,Der See des Westens, etwas Schönes<br />

ist es". Erman hat <strong>in</strong> ,,<br />

Reden und Rufe" S. 531<br />

das "•^cr. <strong>in</strong> ähnlichen BeischrLften als mn'-i<br />

gefaßt: ,,Ich will den schönen Westen" und ähnlich.<br />

Manche Schreibungen aus dem späteren Alten<br />

Reich wie "-^^x. (1 (1 schließen <strong>die</strong> Bedeutung<br />

mr = Kanal aus,<br />

an<strong>der</strong>e wie<strong>der</strong> wollen nicht zu<br />

mrj-j passen, und es mag unter den Schreibern<br />

.selbst Unklarheit <strong>über</strong> <strong>die</strong> Bedeutung geherrscht<br />

haben. Es müssen daher vor allem <strong>die</strong> ältesten<br />

Belege untersucht werden.<br />

In den Mastabas des<br />

früheren Alten Reiches, bis <strong>über</strong> <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong><br />

ö. Dynastie f<strong>in</strong>den sich <strong>über</strong>haupt ke<strong>in</strong>e Reden<br />

und Rufe; das paßt ganz zu <strong>der</strong> Eigenart <strong>die</strong>ser<br />

Kammern. Sie gehen nur auf den großen E<strong>in</strong>druck<br />

<strong>der</strong> Darstellungen, und wie sie <strong>die</strong> Verselbständigung<br />

<strong>von</strong> E<strong>in</strong>zelteilen <strong>in</strong>nerhalb des<br />

Bildes unterließen und alles nur zu <strong>der</strong> großen<br />

Figur des Grabherrn h<strong>in</strong>leiten, so vermieden sie<br />

es auch, durch beigefügte Rufe und Reden <strong>die</strong><br />

Aufmerksamkeit auf beson<strong>der</strong>e Gruppen zu<br />

lenken; <strong>die</strong> Zwiegespräche <strong>der</strong> Handwerker und<br />

Bauern und <strong>die</strong> aufmunternden Zurufe treten erst<br />

auf, als auch <strong>die</strong> Szenen des täglichen Lebens<br />

E<strong>in</strong>gang gefunden hatten.<br />

Man kann freilich e<strong>in</strong>wenden, daß dabei zwei<br />

Szenen e<strong>in</strong>e Ausnahmestellung e<strong>in</strong>nehmen, das<br />

Schlachten <strong>der</strong> Oi^fertiere und eben unsere Bootsfahrt.<br />

Beide s<strong>in</strong>d nicht <strong>in</strong> <strong>die</strong> großen Darstellungen<br />

vor dem Grabherrn e<strong>in</strong>gereiht und<br />

weichen durch <strong>die</strong> Lebendigkeit <strong>der</strong> Auffassung<br />

und <strong>die</strong> freiere Haltung <strong>der</strong> Figuren <strong>von</strong> den<br />

übrigen Bil<strong>der</strong>n stark ab; so könnte man hier<br />

auch e<strong>in</strong>eii Zuruf o<strong>der</strong> Rede und Gegenrede erwarten.<br />

Aber bei dem Schlachten <strong>der</strong> Opfertiere<br />

f<strong>in</strong>det sich ke<strong>in</strong> Beleg aus jener Zeit, und bei den<br />

Darstellungen <strong>der</strong> Schiffahrt geben <strong>die</strong> Beischriften<br />

fast immer nur e<strong>in</strong>e Erklärung des<br />

Bildes; so Mrjib = LDH 22<br />

^ | "4^Pf<br />

llOl] ,,Das Segeln zum Speisefeld"; Kmj-


,<br />

DkITTKK HeKICJIT ÜBKK <strong>die</strong> (hlABlNGEX ALF DEM FkIEDIIOK VON GiZA. 185<br />

J J ,! I /J<br />

all un ^0*^—0^<br />

und Fahren zum iSpeisefeld, gar schön"<br />

,,Das Fahren nach Heliojjohs<br />

audi<br />

<strong>die</strong> Beischrift <strong>in</strong> <strong>der</strong> oberen Reihe <strong>der</strong> Boote <strong>in</strong><br />

unserer ]Mastaba kann nur <strong>über</strong>setzt werden<br />

„Das schöne Faliren nach dem Westen'"^. 80 ist<br />

anzunehmen, dali auch das ^"=3^<br />

^<br />

e<strong>in</strong>e Beschreibung<br />

und iie<strong>in</strong>e Rede enthält. Das e<strong>in</strong>zige<br />

Beispiel aus früherer Zeit, das bei e<strong>in</strong>er Bootsszene<br />

als Rede aufgefaßt werden könnte, f<strong>in</strong>det<br />

sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des Ssmnfrl <strong>über</strong> dem Bug<br />

des zweiten Schiffes <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er senkrechten Zeile:<br />

^='ra'^% ;<br />

esgibt <strong>der</strong> Umstand, daß<br />

zwei Matrosen am Lande laufen vielleicht e<strong>in</strong>en<br />

F<strong>in</strong>gerzeig: ,, Siehe das Land an dem ausgestiegen<br />

wird" = „Das ist <strong>der</strong> Landungsplatz"'-.<br />

Aber wie auch immer <strong>die</strong> Zeile gedeutet werden<br />

mag, es s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Beischriften mit erklärendem<br />

Inhalt das Übliche <strong>in</strong> jener Zeit, auch bei den<br />

Darstellungen <strong>der</strong> Schiffahrt, und das bildet doch<br />

e<strong>in</strong>en starken Grund <strong>in</strong> unserem Falle »ir imn-t<br />

nicht als Rede aufzufassen.<br />

Auch <strong>die</strong> parallele Inschrift <strong>in</strong> <strong>der</strong> oberen Reihe<br />

ist .so zu erklären: ^-5. T %* '^ hnj.t nfr.t r<br />

imn.t ,,Das schöne Fahren nach dem Westen";<br />

unter dem 'w.v ist <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong> abgesplittert, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

o ähnlichen Bogen, aber es ist nicht sicher, daß<br />

wirklich e<strong>in</strong> t dort ausgemeißelt war; es mag wie<br />

so oft <strong>in</strong> Texten des Alten Reiches ausgelassen<br />

worden se<strong>in</strong>, weil e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>es <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe stand,<br />

es sei nur an <strong>die</strong> Schreibungen <strong>von</strong> si.t-njswt und<br />

rh. t-njhl t er<strong>in</strong>nert. Ebenso ist <strong>die</strong> Präposition ;<br />

ausgelassen, weil schon e<strong>in</strong> r als Knde <strong>von</strong> iijr dastand.<br />

Xordwand,<br />

Hier iibcri'eiciit <strong>der</strong> jüngste Sohn<br />

Kijlir.stJ se<strong>in</strong>en iOltern auf e<strong>in</strong>em l'aj)yrus das<br />

\'erzeichnis <strong>der</strong> Opferlieferuiigen. l)arül)or s<strong>in</strong>d<br />

Speisen uiiri Getränke aller Art <strong>in</strong> sielien Reihen<br />

dargestellt. Die l'.fisriuifi lautet '' [Jr'^'^^^<br />

'<br />

Au8 t fn-ilich (T| '^ ^<br />

^<br />

?=^ P J.Ansehen des Verzeichnisses <strong>der</strong> üpferspeisen"<br />

;<br />

genau so heißt es auf <strong>der</strong> Darstelhuig des<br />

t^Mhtp. <strong>die</strong> als Vorbild ge<strong>die</strong>nt hat (Giza II,<br />

Abb. 29); bei <strong>der</strong> entsprechenden Szene <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Mastaba des Mrjib (L D II. I-Iq) steht - '^'"^<br />

[JH<br />

,^Ö-<br />

oben S. 114.<br />

Ü'^er <strong>die</strong> Zeremonie des phr siehe<br />

4. DIE STATLEX.<br />

H<strong>in</strong>ter den beiden Sche<strong>in</strong>türen <strong>der</strong> Kultkammer<br />

war je e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Statuenraum ausgespart;<br />

e<strong>in</strong> .schmaler Schlitz unter tlem Rundbalken<br />

stellte <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit den Besuchern<br />

her. Es hatten Grabräuber <strong>die</strong> Off<strong>in</strong>nig erweitert<br />

und dabei <strong>die</strong> Mitte <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür stark beschädigt;<br />

aber <strong>die</strong> Aushöhlung war doch nicht<br />

groß genug, um e<strong>in</strong>e Statue durch sie aus dem<br />

Serdäb zu ziehen. Am 28. 1. 1913 wurde daher<br />

h<strong>in</strong>ter dem Kultraum das Mauerwerk <strong>von</strong> oben<br />

weggeräumt; wir fanden dabei <strong>die</strong> beiden Statuenkammern<br />

mit Schutt gefüllt; das hatte wohl<br />

<strong>die</strong> Plün<strong>der</strong>er veranlaßt zu glauben, es seien<br />

ke<strong>in</strong>e Statuen vorhanden. Aber ganz e<strong>in</strong>geschlossen<br />

<strong>von</strong> Kle<strong>in</strong>schlag und Geröll stand im<br />

südlichen Serdäb das Sitzbild des (Irabherrn. im<br />

nördlichen das se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong>, beide ganz<br />

unversehrt. Die Maße betragen 03 und 54 cm;<br />

e<strong>in</strong>em Unterschied <strong>in</strong> <strong>der</strong> Größe <strong>der</strong> F]hcleute begegnen<br />

wir allenthalben, beim Relief wie bei dem<br />

Rvuidbild; wenn sie neliene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> stehend dargestellt<br />

s<strong>in</strong>d, beträgt er meist nur wenige Zentimeter;<br />

siehe unter an<strong>der</strong>em Vorbericht 192 Nr. 89; <strong>der</strong> fe<strong>in</strong>e Unterschied f<strong>in</strong>det<br />

sich auch bei <strong>der</strong> Gruppe des Myker<strong>in</strong>os und<br />

.se<strong>in</strong>er (Jemahl<strong>in</strong>. Bei an<strong>der</strong>en Gruppen dagegen ist<br />

flie<br />

Figur ties Mannes oft ganz bedeutend größer,<br />

wie bei ibj. Borchardt. ebenda Bl. 11 Nr. 44. vergleiche<br />

Blatt Iti Nr. «2.<br />

Das .Material ist <strong>der</strong> fiiiu' Tura-Knlkste<strong>in</strong>.<br />

Reide Figuren zeigten noch den größten Teil <strong>der</strong><br />

ursprünglichen Benudung; S jsirhtjr <strong>die</strong> braun<br />

rote Hautfarbe, <strong>die</strong> schwarzen Haare, den weißen<br />

Schurz mul den breiten bunten Halskragen; <strong>der</strong><br />

nicht au.sgearbeitete Teil zwischen Armen und<br />

Brust war weiß gehalten, um <strong>die</strong> L<strong>in</strong>ie do.s Kör<br />

pers deutlieh hervortreten zu la«,sen. Bei Hnl<br />

war <strong>die</strong> Farbe des Köri^r» zum großen Teil u'c


186 Hermann Junker.<br />

Abb. 32. ]Ji Ma.^taba des Njiwlnfr, <strong>die</strong> Inschriften auf don Sit/.l)ildniswen.<br />

A de.s Grabherrn, B se<strong>in</strong>er Gcmahhii.<br />

sclivvuiideii. <strong>in</strong> Spuren sali man noch den Ijreiten<br />

Hal^sk^agen<br />

und <strong>die</strong> Tragbän<strong>der</strong> des Oewande.s;<br />

<strong>die</strong> kurze Plechtenperücke unrl da.s an <strong>der</strong> Stirn<br />

darunter hervortretende Haar liatten noch ihre<br />

soliwarze Färbung. Fast ganz erhalten war <strong>die</strong><br />

Farbe des Lehnstuhls, gelb mit schwarzem<br />

Muster; es ist gemasertes Holz und nicht etwa<br />

e<strong>in</strong> Fellbehang wie<strong>der</strong>gegeben; für e<strong>in</strong> Leopardenfell<br />

stimmten zwar <strong>die</strong> Farben, nicht aber<br />

<strong>die</strong> Umrisse <strong>der</strong> schwarzen Flecken; siehe Vorbericht<br />

1913 Taf. X. E<strong>in</strong>e ähnliche Wie<strong>der</strong>gabe<br />

des Holzes siehe unter an<strong>der</strong>em Quibell, The<br />

tomb of Hesy (Excav.-Saqqara V) pi. XIV.<br />

Die Arbeit zeigt zwar nicht <strong>die</strong> Vollendung <strong>der</strong><br />

besten Stücke <strong>der</strong> 5. Dynastie, aber sie steht doch<br />

hoch <strong>über</strong> so manchen Durchschnittswerken<br />

<strong>die</strong>ser Zeit. Die beiden Figuren s<strong>in</strong>d ganz verschieden<br />

behandelt: Nj.iwtnfr sitzt frei auf dem<br />

würfelförmigen Stuhl, mit kraftvoller (iebärde<br />

legt er se<strong>in</strong>e rechte Faust auf den Überschenkel —<br />

während Hnt auf e<strong>in</strong>em beijuemen Sessel mit<br />

Kücklehne sitzt und beide Hände flach ausgestreckt<br />

auf den Knieen ruhen läßt. — Die Durcharbeitung<br />

des Körjiers ist bei Njiwlnfr besser,<br />

als es <strong>die</strong> Abbildung auf Taf. XIV vermuten läßt,<br />

denn <strong>die</strong> abbröckelnden Farbreste wirken störend<br />

und verdecken <strong>die</strong> fe<strong>in</strong>en Erhebungen. Bei dem<br />

Gesicht sei auf <strong>die</strong> dünnen geschwungenen Nasenflügel<br />

aufmerksam gemacht und auf <strong>die</strong> Behandlung<br />

des Mundes mit breiterer e<strong>in</strong> wenig vorsijr<strong>in</strong>gen<strong>der</strong><br />

Oberlippe und dünner Unterlippe.<br />

Der Gesichtsausdruck ist <strong>der</strong> e<strong>in</strong>es klugen aber<br />

nicht ausgeprägt energischen Mannes.<br />

Zu Füßen <strong>der</strong> Figur <strong>der</strong> Frau steht ihr Sohn<br />

Rwdw als kle<strong>in</strong>er Knabe nackt dargestellt, mit<br />

langer seitlich herabhängen<strong>der</strong> Locke, den Zeigef<strong>in</strong>ger<br />

zum Munde haltend. Gegen <strong>die</strong> Art <strong>der</strong><br />

Gruppierung läßt sich vom Gesichtspunkt <strong>der</strong><br />

Statik aus e<strong>in</strong> Bedenken erheben; Hnt ist e<strong>in</strong><br />

wenig zu stark nach <strong>der</strong> Seite gerückt. Der


Dritter <strong>Bericht</strong> l'ber <strong>die</strong> GRABrxcEX auf dem Friedhof vox Giza. 187<br />

Künstler mußte wohl <strong>der</strong> Knabeiifigur wegen<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> gewohnten Symmetrie abgehen, nach<br />

<strong>der</strong> das Rundbild genau <strong>die</strong> Mitte des Sessels<br />

e<strong>in</strong>nimmt, aber <strong>die</strong> Stärke <strong>der</strong> \'erschiebuiig ist<br />

unbegrimdet und wirkt störend.<br />

Das runde (besieht <strong>der</strong> Hnt iiat den bei Frauenl'iguren<br />

häufig wie<strong>der</strong>kehrenden gutmütigen Ausdruck;<br />

<strong>der</strong> Körper ist e<strong>in</strong> wenig phunp, <strong>der</strong> Hals<br />

sitzt zu tief <strong>in</strong> den auffallend starken Schultern,<br />

<strong>die</strong> Taille ist bi'eit, und <strong>die</strong> Füße entbehren je<strong>der</strong><br />

Glie<strong>der</strong>ung. Man muß sich dabei fragen, ob das<br />

Wenn<br />

Bikl <strong>die</strong> V^'i^•klichkeit wie<strong>der</strong>geben o<strong>der</strong> den idealen<br />

Frauentyp jener Zeit darstellen soll.<br />

man <strong>die</strong> schlankeren Frauengestalten Vorbericht<br />

1914 Taf. X. 1927Taf. VI, Borchardt. Statuen 1.<br />

Bl. 19 Nr. 82, Bl. 21 Nr. 9.5 und an<strong>der</strong>e vergleicht,<br />

neigt man eher zur Annahme, daß Hnt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat<br />

e<strong>in</strong>em stärkeren Typ angehört haben mag. Es<br />

s<strong>in</strong>d freilich noch zwei an<strong>der</strong>e Ü<strong>in</strong>ge <strong>in</strong> Betracht<br />

zu ziehen, das Können des Bildhauers und das<br />

Material. Gerade bei Kalkste<strong>in</strong>figuren mit nicht<br />

freigearbeiteten, losgelösten Glie<strong>der</strong>n war <strong>die</strong> ( Jefahr<br />

vorhanden, daß e<strong>in</strong>zebie Körpciteile. beson<strong>der</strong>s<br />

<strong>die</strong> Füße zu stark und unförmlich gerieten,<br />

\\enn nicht e<strong>in</strong> wirklich guter Meister sie<br />

bearbeitete. Es ist jedenfalls bemerkenswert,<br />

daß wir bei den Holzstatuen nie dem breiten<br />

])lumpon Frauentyp begegnen; man vergleiche<br />

zum Beispiel Borchardt, Statuen I. Bl. 31. Xr. 139,<br />

Bl. 47 Nr. 229 und <strong>die</strong> beste Holzstatue. Kairo.<br />

Museum Nr. 51738.<br />

Beide Statuen tragen Inschriften: bei N jiwtnfr<br />

läuft e<strong>in</strong>e Zeile <strong>von</strong> <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Stuhlkante bis fast<br />

zum Ende des Fußbrettes: 1<br />

^\^ZM<br />

O ^=>D ^^-"<br />

'ä^ V<br />

,Der Verwandte des<br />

Königs, Vorsteher <strong>der</strong> Aufträge, geehrt bei se<strong>in</strong>em<br />

Herrn, Njswtnfr'\ Von ^ilen se<strong>in</strong>en 'J'iteln wirtl<br />

imj-rs wp-ivt vielleicht deshalb genannt, weil er<br />

<strong>die</strong>ses Amt nicht nur <strong>in</strong> e<strong>in</strong>igen Gauen als <strong>der</strong>en<br />

Leiter ausübte, son<strong>der</strong>n auch zu Son<strong>der</strong>aufträgen<br />

<strong>in</strong> verschiedene Teile des Landes gesandt<br />

wurde.<br />

Rechts neben <strong>der</strong> Figur <strong>der</strong> Hnl steht auf dem<br />

ihre Tochter, <strong>die</strong> könighche Verwandte Hnt." —<br />

l<strong>in</strong>ks, <strong>über</strong> <strong>der</strong> Stelle, wo <strong>der</strong> junge Sohn dargestellt<br />

ist :<br />

FO c^\<br />

'ÄVPl^^f/i<br />

,,J^ie königliche Verwandte Hnt, ihr Sohn, <strong>der</strong><br />

königliche Verwandte Rwdw."<br />

Es liegt <strong>die</strong> im Alten Reiche übliche Art <strong>der</strong><br />

Abstammungsangabe vor. siehe S. 160. und es<br />

ist zu <strong>über</strong>setzen: .,Die königliche \'erwandte<br />

Hnt. Tochter <strong>der</strong> Hnt." und ,,Der königliche \'er-<br />

\\ andtc Ihcdir. Sohn <strong>der</strong> königlichen Verwandten<br />

Hut." Es ist auffallend, daß <strong>in</strong> allen Fällen<br />

h<strong>in</strong>ter den Xaraen e<strong>in</strong> Deutezeichen steht : das<br />

ist meist e<strong>in</strong> Zeichen jüngerer Zeit, aber <strong>die</strong> Beispiele<br />

<strong>der</strong> T j| <strong>von</strong>Medüm und<strong>der</strong> -^^ j|<br />

(Jiza I Abb. 63 zeigen, daß sich aus dem X'orkommen<br />

ke<strong>in</strong>e b<strong>in</strong>denden Schlüsse für flie zeitliche<br />

Ansetzung ergeben.<br />

I).<br />

DER SERDABBAU DES SSMNFR II.<br />

Hei <strong>der</strong> X'crteil<strong>in</strong>i:: des Gebietes westlich <strong>der</strong><br />

Chcops-I'yramidc schnitt <strong>die</strong> (irenzl<strong>in</strong>ie zwischen<br />

<strong>der</strong> deutsehen und amerikanischen Konzession<br />

<strong>die</strong> .Mastaba S.hnnfr II so, daß nur ilei' kle<strong>in</strong>ere.<br />

südli


Hermaxx Junker.<br />

Als wir während <strong>der</strong> Caiupagne 1913 an <strong>die</strong><br />

Stelle <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>dorffschen Grabung stießen und<br />

hier alles r<strong>in</strong>gsum bis zum Boden säuberten,<br />

fanden wir am Ostende des fraglichen Raumes<br />

e<strong>in</strong>e nach Norden führende Tür mit schrägem<br />

Aufgang aus <strong>der</strong> Vorkammer des Kultraumes <strong>von</strong><br />

Ss'tmifr II. Damit war <strong>die</strong> Frage gelöst. Der Bau<br />

gehörte zur Anlage des SsDuifr II und stellte<br />

e<strong>in</strong>en Annex mit Kultrauni dar, <strong>in</strong> dessen Wänden<br />

mehrere kle<strong>in</strong>e Kammern für <strong>die</strong> Statuen ausgespart<br />

waren. Die Übere<strong>in</strong>stimmung mit <strong>der</strong><br />

Nachbaranlage des Ssumfr III trat dabei klar<br />

zutage; siehe Vorbericht 1913, S. 11 und Grundriß<br />

gegen<strong>über</strong> S. 12.<br />

Der Bau schiebt sich zwischen <strong>die</strong> südliche<br />

Schmalseite des verkleideten Tumulus des ^smnfr<br />

II und <strong>die</strong> gegen<strong>über</strong> liegende nördliche<br />

Schmalwand <strong>der</strong> anschließenden Ma.staba, greift<br />

<strong>in</strong> <strong>die</strong> davor Hegende Südnordstraße <strong>über</strong> und<br />

stößt gegen den Kern des tihi<strong>in</strong>fr III.<br />

Die Gesamtlänge<br />

beträgt 17 m bei 6,50 m größter<br />

Breite.<br />

Es liegt hier e<strong>in</strong> Bau vor. <strong>der</strong> <strong>in</strong> mehr als e<strong>in</strong>er<br />

H<strong>in</strong>sicht <strong>von</strong> beson<strong>der</strong>er Bedeutung ist. Er <strong>die</strong>nt<br />

ausschheßlich dem Kult vor den Statuen. Auf<br />

<strong>der</strong> westlichen Schmalwand des üpferraumes<br />

steht unten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte e<strong>in</strong> Speisetisch mit<br />

Gaben (Abb. 35). Daneben s<strong>in</strong>d rechts und l<strong>in</strong>ks<br />

je zwei tönerne hohe Untersätze dargestellt, auf<br />

denen Schalen stehen. Ob dar<strong>über</strong> noch <strong>die</strong><br />

Figur des Toten o<strong>der</strong> se<strong>in</strong>er Statue dargestellt<br />

war, bleibt ungewiß. Die Beispiele des äSmnfrlV<br />

und des Ttj beweisen, daß mit e<strong>in</strong>er Opferszene<br />

gerechnet werden kann; siehe Vorbericht 1929,<br />

S. 106.<br />

In <strong>die</strong> Südwand s<strong>in</strong>d fünf Tore e<strong>in</strong>gesetzt<br />

(Abb. 34), vier <strong>von</strong> ihnen <strong>in</strong> Nachahmung<br />

schwerer Holztüren mit aufgesetzten gerundeten<br />

Leisten und e<strong>in</strong>em Riegel, <strong>der</strong> zwischen zwei<br />

Riegellöchern auf dem rechten Flügel läuft und<br />

zum Verschluß <strong>in</strong> das Riegelloch des l<strong>in</strong>ken<br />

Flügels geschoben wird; Abbildungen <strong>der</strong> Türen<br />

f<strong>in</strong>den sich u. a. Kölscher, Gralmial des Königs<br />

Chefren, Abb. lü, S. 19, Königsberger, Konstruktion<br />

<strong>der</strong> ägyptischen Tür, Tafel VII. Man muß<br />

sich klar dar<strong>über</strong> werden, daß <strong>die</strong> Stücke nur den<br />

Unterteil <strong>der</strong> Türen wie<strong>der</strong>geben; sie s<strong>in</strong>d 1,27 m<br />

hoch und reichen nur bis zum Fuß <strong>der</strong> Statuen<br />

<strong>in</strong> den dah<strong>in</strong>ter liegenden Kammern. Wir<br />

müssen e<strong>in</strong>en oben verlorengegangenen Teil <strong>von</strong><br />

fast <strong>der</strong> gleichen Höhe annehmen. Daß <strong>der</strong> Riegel<br />

dann so tief sitzt, .spricht nicht dagegen, er muß<br />

immer bequem mit <strong>der</strong> Hand zu schieben se<strong>in</strong>,<br />

und <strong>in</strong> allen Beispielen, auch ganz hoher Türen<br />

<strong>der</strong> Mastabas, ist das Riegelloch verhältnismäßig<br />

niedrig, wie et^\'a ana E<strong>in</strong>gang des Pfeilerraumes<br />

<strong>von</strong> Ss-it<strong>in</strong>fr III.<br />

In <strong>der</strong> Mitte zwischen <strong>die</strong>sen vier <strong>in</strong> Relief gearbeiteten<br />

Türen ist e<strong>in</strong>e weitere e<strong>in</strong>fach durch<br />

e<strong>in</strong>en Strich angedeutet, <strong>der</strong> den Spalt zwischen<br />

den beiden Flügeln andeuten soll. Diese e<strong>in</strong>fache<br />

Art <strong>der</strong> Bezeichnung f<strong>in</strong>den wir häufig bei Sche<strong>in</strong>türen;<br />

sie wü'd auch bei den großen Toren <strong>der</strong><br />

Umwalhmg des />.s'r-Bezirks <strong>in</strong> Saqqara verwendet,<br />

nur, daß hier <strong>die</strong> Zapfen und Zapfenlöcher<br />

<strong>in</strong> Relief nachgearbeitet s<strong>in</strong>d.<br />

Auf <strong>der</strong> Oberfläche <strong>der</strong> erhaltenen Mauer<br />

fanden sich auf <strong>der</strong> Westwand Spuren <strong>von</strong> waagerechten<br />

Fensterschlitzen <strong>in</strong> Form e<strong>in</strong>es Trapezes.<br />

Die Öffnungen lagen nur wenig <strong>über</strong> dem Boden<br />

<strong>der</strong> dah<strong>in</strong>ter liegenden Kammer. Sie konnten<br />

also we<strong>der</strong> den Statuen noch den Besuchern als<br />

Fenster <strong>die</strong>nen, son<strong>der</strong>n sollten <strong>über</strong>haupt nur<br />

Licht <strong>in</strong> <strong>die</strong> West-Kammer br<strong>in</strong>gen und <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung<br />

mit dem Opferraum herstellen.<br />

Die Nordwand zeigt wie bei e<strong>in</strong>er Palastfassade<br />

den regelmäßigen Verlauf <strong>von</strong> Vor- und<br />

Rücksjjrüngen. Es s<strong>in</strong>d sieben Tore angegeben,<br />

mit rund 20 cm breitem E<strong>in</strong>gang <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte;<br />

sie werden <strong>von</strong> je e<strong>in</strong>er geglie<strong>der</strong>ten Nische flankiert<br />

.<br />

Der Rauni zwischen den e<strong>in</strong>zelnen Toren<br />

ist durch je drei Nischen <strong>der</strong> gleichen Art geglie<strong>der</strong>t,<br />

<strong>die</strong> nach <strong>der</strong> Mitte zu liegen; siehe <strong>die</strong><br />

Rekonstruktion <strong>von</strong> Dr. 0. Daum auf Abb. 33.<br />

Die Mauer ist nur bis zu e<strong>in</strong>er Höhe <strong>von</strong> 1,25 m<br />

erhalten, aber e<strong>in</strong> glücklicher Zufall hat e<strong>in</strong> Stück<br />

des oberen Abschlusses bewahrt. Hier liegt <strong>über</strong><br />

dem breiten, tiefer liegenden Streifen <strong>von</strong> 22 cm<br />

e<strong>in</strong>e Türrolle <strong>der</strong>selben Maße und <strong>über</strong> dem<br />

schmalen Streifen <strong>von</strong> 8 cm e<strong>in</strong> entsprechen<strong>der</strong><br />

Rundbalken. Dar<strong>über</strong> beg<strong>in</strong>nt e<strong>in</strong> Muster, das<br />

<strong>von</strong> sich kreuzenden waagerechten und senkrechten<br />

Hölzern gebildet wird. Unter <strong>der</strong> größeren<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte liegenden Türrolle war e<strong>in</strong><br />

Fensterschlitz angebracht, <strong>der</strong> sich, wie üblich,<br />

nach <strong>der</strong> <strong>in</strong>neren Statuenkammer zu verbreiterte.<br />

Die Länge des verlorenen Stückes zwischen <strong>der</strong><br />

erhaltenen Mauer und dem gefundenen Oberteil<br />

kann nicht mehr mit Sicherheit festgestellt<br />

werden. Wir dürfen aber wohl annehmen, daß<br />

<strong>der</strong> obere Türabschluß etwa <strong>in</strong> <strong>der</strong>selben Höhe<br />

lag, wie <strong>der</strong> <strong>der</strong> Flügeltüren auf <strong>der</strong> gegen<strong>über</strong><br />

liegenden Südwand, also rd. 1,90 m <strong>über</strong> dem<br />

Boden, siehe Abb. 33. Dar<strong>über</strong> haben wir uns


I<br />

1p<br />

I<br />

Dritter Berkiit i'rer pte Orabunoen äff dem Friedhof <strong>von</strong> Oiza. 189<br />

SERDAB -ANBAU o>s SESEn-NOFER II<br />

SgHHITT<br />

B-A<br />

AUaSCHNnr m« NOHD-WAND, t«j


^<br />

^<br />

190 Hermann Jfnker.<br />

noch e<strong>in</strong>en Streifen zu denken, ähnlich dem <strong>in</strong><br />

Balcz, Die altägyptische Wandglie<strong>der</strong>ung, Mitteilungen<br />

I, Abb. 9— 10, wie<strong>der</strong>gegebenen.<br />

In den Mauern waren r<strong>in</strong>gsum getrennte<br />

Kammern für <strong>die</strong> Statuen ausgespart, je vier <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Süd- und Nordwand und e<strong>in</strong>e <strong>in</strong> <strong>der</strong> Westwand.<br />

Man könnte vermuten, daß e<strong>in</strong> weiterer<br />

Raum im Ostende <strong>der</strong> Südwand angebracht war,<br />

das dem E<strong>in</strong>gang gegen<strong>über</strong> liegt, denn <strong>die</strong> nach<br />

Süden ausbuchtende Mauer ist hier so breit, daß<br />

er bequem Platz gefunden hätte. Aber es müßte<br />

dann se<strong>in</strong> Boden viel höher gelegen haben als bei<br />

den an<strong>der</strong>en Kammern, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>heitlich auf gleicher<br />

Höhe angelegt s<strong>in</strong>d. Ihre Aufmauerung ver<strong>die</strong>nt<br />

wegen <strong>der</strong> soliden Ausführung Ijeson<strong>der</strong>e Beachtung,<br />

zum Teil wurden <strong>die</strong> schweren Ste<strong>in</strong>blöcke<br />

dabei ausgehöhlt ; so bilden den Unterteil <strong>der</strong> nordwesthchen<br />

Kammer zwei Qua<strong>der</strong>n mit trogähnlicher<br />

Vertiefung. Für <strong>die</strong> lebensgroßen Statuen<br />

ergab sich wohl zuweilen <strong>die</strong> Schwierigkeit, sie so<br />

aufzustellen, daß sie nach dem Innern <strong>der</strong> Kult-<br />

denn tier Serdäbbau iiatte<br />

kammer gerichtet waren :<br />

e<strong>in</strong>e den Mauern parallele Längsachse, und an<strong>der</strong>erseits<br />

war gerade <strong>der</strong> Sockel bei schreitenden Statuen<br />

das läng.ste Stück.<br />

In e<strong>in</strong>er Kammer jedenfalls<br />

arbeitete man <strong>in</strong> <strong>der</strong> Front unten e<strong>in</strong> Stück f<strong>in</strong>- don<br />

Sockel ab, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en errichtete man <strong>die</strong><br />

Statue e<strong>in</strong>fach Ost-West, falls <strong>die</strong> Lage, <strong>in</strong> <strong>der</strong> sie<br />

gefunden wurde, noch <strong>die</strong> ursprüngliche ist. Es<br />

waren übrigens alle Räume, bis auf <strong>die</strong>sen <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Mitte <strong>der</strong> Südwand gelegenen, vollkommen leer.<br />

Reisner, Boston Bullet<strong>in</strong> XI, 20. erwähnt aber,<br />

daß viele Bruchstücke e<strong>in</strong>er zweiten Statue im<br />

Osten des Tumulus gefunden wurden, sie stammen<br />

wahrsche<strong>in</strong>lich aus dem Serdäbbau^.<br />

Die liängswände <strong>der</strong> Kultkammer enden gegen<strong>über</strong><br />

dem E<strong>in</strong>gang, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit den<br />

Kapellen <strong>der</strong> Mastaba herstellt. Daran schließt<br />

sich e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Vorra<strong>in</strong>u wie im Falle <strong>von</strong><br />

Shitnfr III (siehe imten): es wird hier, wegen<br />

des Richtungswechsels <strong>der</strong> Dachbaiken. am öst-<br />

^ Vor dem westlichen Statuenravim zeigt sich auf dor<br />

Oberfläche <strong>der</strong> erhaltenen Mauer e<strong>in</strong>e L<strong>in</strong>ie, <strong>die</strong> <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Unterseite e<strong>in</strong>es waagerechten Schlitzes stammen<br />

könnte, auf <strong>der</strong> Zeichnung Abb. 3.3 ist sie punktiert. ISs<br />

handelt sich aber gewiß nur um euie Standspur, bei dem<br />

erhaltenen Stück des Tüiabschlusses liegt ja auch <strong>der</strong><br />

Schlitz unter dem Rundbalken.<br />

- Reisner 1. c: ,,However, <strong>in</strong> the d6bris fill<strong>in</strong>g the<br />

outer chapels there were found a number of fragments<br />

of a life-size statue of red granite. Later the perfect<br />

head of this statue was found <strong>in</strong> a nearby shaft<br />

tomb."<br />

lichen Ende <strong>der</strong> Kultkammer <strong>die</strong> Unterziehung<br />

mit e<strong>in</strong>em Architrav nötig gewesen se<strong>in</strong>, <strong>der</strong> als<br />

Auflager für <strong>die</strong> Ost-West laufenden Deckplatten<br />

des Vorraumes <strong>die</strong>nte.<br />

Diu'ch den Vorraum erhielt <strong>der</strong> Anbau auch<br />

se<strong>in</strong>e Beleuchtung. Wir fanden im Schutt zahlreiche<br />

Bruchstücke <strong>von</strong> dicken Kalk.ste<strong>in</strong>i^latten<br />

mit runden Durchlochungen ;<br />

sie stammen <strong>von</strong><br />

rechteckigen Fenstern, wie sie uns im Alten Reich<br />

mehrfach erhalten s<strong>in</strong>d, zum Beispiel Kairo-<br />

Museum. Raum 42. Ostwand. Aus den Fundstellen<br />

konnten wir ke<strong>in</strong>e Schlüsse auf ihre ursprüngliche<br />

Anbr<strong>in</strong>gung ziehen, denn <strong>der</strong> Schutt,<br />

den wir vorfanden, war mehrfach durchwühlt.<br />

Aber wir dürfen mit ziemlicher Sicherheit annehmen,<br />

daß sie <strong>in</strong> dem Vorraum saßen, und<br />

wohl <strong>in</strong> dessen Südwand. Denn <strong>die</strong> Wände des<br />

Kultramnes kommen nicht <strong>in</strong> Frage : <strong>die</strong> Südwand<br />

lehnte sich an <strong>die</strong> daneben liegende Mastaba an.<br />

<strong>die</strong> Nordseite war gegen <strong>die</strong> südliche Schmalwand<br />

des eigenen Tumulus gebaut; hier mochte, wie<br />

im Falle <strong>von</strong> ^.hnnjr III, sich <strong>in</strong>folge <strong>der</strong> Böschungen<br />

oben e<strong>in</strong> V-förmiger, freier Raum ergeben,<br />

<strong>in</strong> den man e<strong>in</strong> Fenster leiten konnte ; es<br />

hätte dann <strong>der</strong> Lichtschacht durch <strong>die</strong> Breite <strong>der</strong><br />

Mauer und <strong>über</strong> den Serdäb geführt werden<br />

müssen. Aber das ist nicht wahrsche<strong>in</strong>lich und<br />

entspricht auch nicht dem Parallelfall <strong>von</strong><br />

Ssnmfr III. Überhaupt sche<strong>in</strong>t man es vei'-<br />

<strong>in</strong>ieden zu haben, dem Serdäb und auch dem<br />

Statuenkultraum Licht direkt <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er Seite<br />

zuzuführen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Richtung an<strong>der</strong>er Gräber<br />

lag; das ist zum Teil schon dar<strong>in</strong> begründet, daß<br />

<strong>die</strong> Fenster <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e auch für <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung<br />

<strong>der</strong> Statuen mit den Besuchern angebracht<br />

wurden. Diese Erwägung spricht auch gegen <strong>die</strong><br />

Anbr<strong>in</strong>gung e<strong>in</strong>es Lichtschachtes <strong>in</strong> <strong>der</strong> Westwand.<br />

E<strong>in</strong> weiteres Fenster konnte auch <strong>über</strong><br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>gangstür gesessen haben; da aber <strong>die</strong><br />

Südkapelle <strong>über</strong>dacht war, hätte man hier e<strong>in</strong>fach<br />

e<strong>in</strong>en Schlitz angebracht, und nicht e<strong>in</strong><br />

durchbrochenes Fenster, das niu- für direktes<br />

Licht gearbeitet wurde. ^ Das Beispiel des Serdäbbaues<br />

<strong>von</strong> 6,hnnfr III läßt <strong>die</strong> Frage offen, ob<br />

^ Es wäre aber auch möglich, daß <strong>der</strong> östlichste<br />

Nord- Süd verlaufende Deckbalken des Hauptraumes<br />

Ijeson<strong>der</strong>s stark gehalten und als Auflager Ijenutzt<br />

wurde, wie <strong>in</strong> dem entsprechenden Falle <strong>von</strong> liimnfrlll.<br />

^ Es käme nur noch <strong>die</strong> Ostwand des Voiraumes <strong>in</strong><br />

Frage; aber auch hier hätte man <strong>die</strong> großen Fenster<br />

wohl nicht angebracht, denn <strong>die</strong> Westwand <strong>der</strong> Kernanlage<br />

des Simnjr III lag dicht davor.


I<br />

fek<br />

\/<br />

-^<br />

V.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabüxgex auf dem Friedhof vox Giza. 191<br />

Abb. 35.<br />

Das Statuenhaus de« fiimnfr II. Relief auf de<strong>in</strong> unteren Teil <strong>der</strong> Westwand.<br />

<strong>die</strong> verschiedenen Statuenkammern untere<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

mit<br />

Schlitzen verbunden waren.<br />

In dem .südUchen Anbau des Sstmifr II war<br />

den Statuen des (Jrabiierrn e<strong>in</strong> getrenntes Haus<br />

errichtet worden, mit be.sondcrem Kultraum.<br />

Hier erhielten sie, wie das Relief <strong>der</strong> Westwand<br />

zeigt, ihr eigenes Oi)for. und <strong>die</strong> Behandlung <strong>der</strong><br />

beiden Längswi<strong>in</strong>de lehrt uns, dalJ <strong>die</strong> Kammern<br />

ke<strong>in</strong>eswegs als vermauerte Riiume anzusehen<br />

s<strong>in</strong>d, <strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Rundbil<strong>der</strong> nur sicherer aufbewahrt<br />

werden sollten.<br />

Überall s<strong>in</strong>d Türen angebracht<br />

und <strong>der</strong> <strong>die</strong>ser Anordnung zugrunde<br />

liegende CJedanke kann <strong>in</strong>n- se<strong>in</strong>, daß <strong>der</strong> (Jrabherr<br />

hier frei e<strong>in</strong> und au.sgehen sollte. Das hat<br />

aber .se<strong>in</strong>erseits zur V'orau.ssetzung. daß <strong>die</strong> Statue<br />

vollkommen für den V^erstorbenen selbst e<strong>in</strong>tritt<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>treten kann. Was auch immer <strong>der</strong><br />

letzte Ursprung <strong>der</strong> Grabfiguren gewesen .se<strong>in</strong><br />

mag. ob man, wie Ranke' vorschlägt, e<strong>in</strong>en sichtbaren<br />

Gegenstand füi- den Totenkult haben<br />

wollte: o<strong>der</strong>, ob <strong>die</strong> rnmoglichkeit, den menschlichen<br />

KOrpei' auch im Tode vollkommen zu erhalten,<br />

zur Anfertigung e<strong>in</strong>es lOrsalzes führte.<br />

'<br />

Ranko, Tlie OrJK<strong>in</strong> i>f t<strong>in</strong>- l'^Kyiitiiiii 'l'mnli Shilui'.<br />

S. ß'i: ..Very nntiirnlly it wii.m lliouylil llial iIiim U|i|>it<br />

Hejiulelire oukIiI al.s4> lo l«- i^iven an iH-('U|iaiil <strong>in</strong> lani;il>li'<br />

form, and the first to<strong>in</strong>li Mtniue was llie cnilKHhnK'nl


I . DER<br />

192 Hermann Junker.<br />

Übere<strong>in</strong>stimmung mit dem Statuenhaus des Dsr.<br />

das östlich vom Totentempel liegt (siehe oben<br />

S. 24), und bei dem wir <strong>der</strong> gleichen Nachahmung<br />

<strong>der</strong> Holztür begegnen, durch <strong>die</strong> <strong>der</strong> Verstorbene,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Statue gegenwärtig, aus dem Serdäb<br />

heraustreten soll, ästiwifr II ist das e<strong>in</strong>zige Grab<br />

<strong>in</strong> Criza, <strong>in</strong> dem <strong>der</strong> gleiche Gedanke so klar, und<br />

bei <strong>der</strong> Häufung <strong>der</strong> Türen, so stark hervortritt.<br />

Von Inschriften s<strong>in</strong>d nur <strong>die</strong> Zeilen auf den<br />

Türen, im Streifen <strong>über</strong> dem Riegel, erhalten ; es<br />

werden wohl auch wenig an<strong>der</strong>e ursprünglich<br />

vorhanden gewesen se<strong>in</strong>, höchstens Beischriften<br />

zu dem Bild des Grabherrn o<strong>der</strong> se<strong>in</strong>er Statue,<br />

das auf dem Oberteil <strong>der</strong> Westwand angebracht<br />

se<strong>in</strong> mochte.<br />

Bei <strong>der</strong> Inschrift auf den Türen geht <strong>von</strong> <strong>der</strong><br />

Mittell<strong>in</strong>ie aus <strong>der</strong> gleiche Text nach rechts und<br />

l<strong>in</strong>ks <strong>über</strong> <strong>die</strong> breiten Flügel. Er enthält nur den<br />

Haupttitel und den Namen des Grabherrn: ^ 1<br />

o[A|i].=;±=3 l^==tT ..Vorsteher <strong>der</strong> Schreiber <strong>der</strong><br />

Urkunden des Königs t^sn<strong>in</strong>fr." Die Inschrift<br />

hat e<strong>in</strong>e ähnliche Bedeutung wie Titel und<br />

Namen auf den üblichen Sche<strong>in</strong>türen. Es mag<br />

aber auch se<strong>in</strong>, daß sie nicht <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie für<br />

<strong>die</strong> Nennung beim Opfer vor <strong>der</strong> Statue bestimmt<br />

war, son<strong>der</strong>n auch angeben sollte, daß<br />

Ssmnfr hier wohnt; man vergleiche dazu den<br />

Namen des '//«• am Fenster auf <strong>der</strong> Außenwand<br />

se<strong>in</strong>es Grabes: siehe Vorbericht 1927, Taf. X.<br />

Über <strong>die</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Serdäb des Statuenhauses<br />

geftmdene Plastik schreibt Professor G. Ste<strong>in</strong>dorff:<br />

.,Im Serdäb wurden Trümmer e<strong>in</strong>er lebensgroßen,<br />

stehenden Statue des Seschem-nufer gefimden,<br />

<strong>die</strong> vermutlich schon im Altertiun zerschlagen<br />

worden war. Sie ist aus weißem Kalkste<strong>in</strong><br />

gearbeitet und bemalt. Lei<strong>der</strong> fehlen <strong>der</strong><br />

Kopf, <strong>die</strong> Füße und Hände, und <strong>von</strong> den Armen<br />

und Be<strong>in</strong>en, sowie <strong>von</strong> dem Fußbrett s<strong>in</strong>d wesentliche<br />

Stücke verloren: auch sonst ist sie vielfach<br />

beschädigt . Die vorhandenen Fragmente s<strong>in</strong>d nach<br />

Leipzig gebracht und hier wie<strong>der</strong> zusammengesetzt<br />

worden; vgl. Taf. XIV.<br />

Die Statue steht auf e<strong>in</strong>em rechteckigen Fußbrett<br />

and ist an e<strong>in</strong>e nach oben etwas schmaler<br />

werdende Rückwand gelehnt, <strong>die</strong> bis zur Genickhöhe<br />

reicht und 1,435 m hoch, 0,3ß m breit und<br />

0,08 m dick i.st.<br />

Die Tracht ist <strong>der</strong> im Alten Reich übliche bis<br />

zu den Knien reichende kurze Schurz mit abgenmdetem<br />

Überschlag, dessen gefältelter, nn Relief<br />

dargestellter Zipfel durch den Gürtel gezogen<br />

ist. Der schmale Gürtel wird durch e<strong>in</strong>en schematisch<br />

wie<strong>der</strong>gegebenen Knoten gehalten. Der<br />

Überschlag ist glatt ohne jede Angabe e<strong>in</strong>er Fältelung.<br />

Ob <strong>die</strong>se etwa durch Bemalung angedeutet<br />

war, läßt sich nicht feststellen; jedenfalls<br />

lassen sich am Schurz auch nicht <strong>die</strong> ger<strong>in</strong>gsten<br />

Farbspuren erkennen.<br />

Die Arme hängen herab, <strong>die</strong> Hände waren<br />

wohl geballt. Das l<strong>in</strong>ke Be<strong>in</strong> ist vorgesetzt, das<br />

rechte ist Standbe<strong>in</strong>. Arme und Be<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d nicht<br />

frei gearbeitet, son<strong>der</strong>n mit dem Rum]ife durch<br />

glatte Ste<strong>in</strong>flächen mite<strong>in</strong>an<strong>der</strong> und mit <strong>der</strong><br />

Rückwand verbunden. Die Farben s<strong>in</strong>d verhältnißmäßig<br />

gut erhalten: <strong>der</strong> Körper ist hellbraun,<br />

<strong>die</strong> Rückwand und alle an<strong>der</strong>en Steniflächen s<strong>in</strong>d<br />

rot bemalt. Der Schurz ist ohne Farbe (s. o.).<br />

Über den künstlerischen Wert <strong>der</strong> Statue vermag<br />

man bei <strong>der</strong> schlechten Erhaltung nur wenig<br />

zu sagen; <strong>der</strong> Unterkörper, beson<strong>der</strong>s <strong>die</strong> Nabelgrube<br />

und auch <strong>die</strong> Muskulatur <strong>der</strong> Arme und<br />

Be<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d sorgfältig modelliert und lassen darauf<br />

schließen, daß auch <strong>die</strong> verlorenen Teile, beson<strong>der</strong>s<br />

<strong>der</strong> Kopf <strong>von</strong> guter Arbeit waren und somit<br />

<strong>die</strong> Statue zu den besseren Skulpturen des Alten<br />

Reiches gehört haben dürfte."<br />

E. DIE MASTABA DES SSMNFR III.<br />

ii)<br />

BAU.<br />

Allseuielnes.<br />

Bei <strong>der</strong> Beschreibung des Son<strong>der</strong>typs, den <strong>die</strong><br />

Ch'äber <strong>der</strong> »§sr/Mi/r-Famiiie darstellen, wurde<br />

unsere Anlage schon im allgeme<strong>in</strong>en besprochen,<br />

so daß nur <strong>die</strong> Erklärung <strong>der</strong> E<strong>in</strong>zelheiten<br />

verbleibt; siehe Seite 21 f.<br />

Es stellt <strong>die</strong> Anlage des S»mnfr III e<strong>in</strong>e <strong>der</strong><br />

bedeutendsten des Friedhofs dar, wenn sie auch<br />

h<strong>in</strong>ter <strong>der</strong> se<strong>in</strong>es Vaters dadurch zurückstand,<br />

daß hier nur Tura-Material v^erwendet und alles<br />

<strong>in</strong> sauberster Arbeit vollendet wurde, während<br />

<strong>in</strong> unserer Mastaba auch <strong>die</strong> Kulträume mit<br />

Nummulitqua<strong>der</strong>n verkleidet s<strong>in</strong>d, <strong>die</strong> Halle nicht<br />

<strong>die</strong> letzte Glättung erhalten hat, und <strong>die</strong> Außen-


Dritter <strong>Bericht</strong> i-ber <strong>die</strong> Orabungen avf dem Friedhof vox CIiza. 193<br />

wände noch <strong>die</strong> Blöcke mit ihren Bossen zeigen.<br />

Aber <strong>der</strong> E<strong>in</strong>druck muß docli e<strong>in</strong> großer gewesen<br />

se<strong>in</strong>. Von weitem schaute dem <strong>von</strong> Osten kommenden<br />

Besuciier <strong>der</strong> wuchtige Torbau entgegen,<br />

<strong>der</strong> am Ende e<strong>in</strong>er <strong>von</strong> Grabbauten umsäumten<br />

Straße lag. Nach dem Durchschreiten des E<strong>in</strong>gangs<br />

wendete man sich l<strong>in</strong>ks zu e<strong>in</strong>er 1 4 m<br />

langen, 3,50 m breiten X'orhalle mit Ziegelgewölbe,<br />

an sie schloß sich im Süden e<strong>in</strong>e Pfeilerhalle<br />

mit den lichten Maßen <strong>von</strong> •).8() X 2.8(1 m<br />

an, <strong>von</strong> <strong>der</strong> aus westlich e<strong>in</strong>e Tür zum Kultraum<br />

führte, während <strong>in</strong> <strong>der</strong> südlichen Schmalwand<br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang zu e<strong>in</strong>em eigenen großen Serdäbbau<br />

lag, mit Vorraum und Kultraum, um den r<strong>in</strong>gs<br />

<strong>die</strong> großen Statuenräume liefen.<br />

Als Kern <strong>die</strong>nte dem Bau e<strong>in</strong><br />

Block <strong>der</strong> vor<strong>der</strong>sten<br />

Reihe des Friedhofs mit den abgetreppten<br />

Seitenstraßen. Im Süden wurde er verlängert,<br />

und man sparte <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem Anbau den Raum für<br />

<strong>die</strong> Kultkammer aus.<br />

Die E<strong>in</strong>zelheiten s<strong>in</strong>d freilich<br />

nicht mehr festzustellen; man hat den E<strong>in</strong>druck,<br />

daß das Ende des Kernes ganz abgerissen<br />

wurde, um hier unbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>t anbauen und auch<br />

den neuen Schacht anlegen zu können; denn<br />

selbst e<strong>in</strong>ige Meter nördlich des Raumes, <strong>in</strong> dem<br />

man <strong>die</strong> Kammer e<strong>in</strong>gebaut hatte, waren <strong>die</strong><br />

Außenwände des kle<strong>in</strong>ste<strong>in</strong>igen Kernes im<br />

Schnitt noch nicht nachweisbar. Das Ganze erhielt<br />

e<strong>in</strong>en Mantel <strong>von</strong> Nummulit- Qua<strong>der</strong>n und<br />

stellte nun e<strong>in</strong>en Tumulus <strong>von</strong> 23,30 m Länge<br />

und 11 m Breite dar. Es folgte dann e<strong>in</strong>e Reihe<br />

weiterer Anbauten, <strong>die</strong> sich im Osten und Süden<br />

um <strong>die</strong> Hau])tanlage legen. Im Süden erricivtete<br />

man das Statuenhaus entsprechend <strong>der</strong> bei<br />

l^Sn<strong>in</strong>fr 11 beschriebenen Art.<br />

Es zieht sich aber<br />

nicht wie dort <strong>in</strong> dei' ganzen Länge <strong>der</strong> südlichen<br />

Schmalwand h<strong>in</strong>. <strong>die</strong> Westwand tritt vielmehr<br />

um 2,70 m gegen flen Hauptbau zurück. Im<br />

Osten führt das Serdäbhaus zu <strong>der</strong> Mastaba des<br />

R'irr I und umfaßt <strong>der</strong>en Südwestecke, so daß<br />

sich e<strong>in</strong>e Gesamtlänge <strong>von</strong> 14 m ergibt, bei .").80 m<br />

Breite.<br />

Zu gleicher Zeil wurde vor das Südendc <strong>der</strong><br />

Mastabafront e<strong>in</strong>e Pfeilerhalle gesetzt, mit E<strong>in</strong>gang<br />

im Nordosten, und zwei Türen, <strong>die</strong> im<br />

Westen nach <strong>der</strong> Kultkammcr. im Süden zum<br />

Serdahraum führten. Aber auch den vorbleilicn<br />

flen (!ang zwischen <strong>der</strong> n^irdliclicii l''riiiil und ilcr<br />

Rückwand <strong>der</strong> W»;- .Mastaba baute man zu<br />

e<strong>in</strong>em Raum aus. <strong>in</strong>dem num ihn mit e<strong>in</strong>em<br />

V,\l.n<br />

III<br />

Ziegelgew


194 Hebmann Junkee.


Dritter <strong>Bericht</strong> i'-rer <strong>die</strong> riRAHrxdEX \vf dem Friedhof vox Giza. 19ö<br />

l:i»


196 Hermann Jttnkee.<br />

geschlossenen Raum um, <strong>in</strong>dem er ihn mit<br />

e<strong>in</strong>em Ziegelgewölbe <strong>über</strong>dachte. Im Osten legte<br />

er gegen das Grab des R'^wr e<strong>in</strong>e Ziegelmauer, <strong>von</strong><br />

Der Raum<br />

<strong>der</strong>en Höhe aus das Gewölbe zur gegen<strong>über</strong>liegenden<br />

Front <strong>der</strong> Mastaba führte.<br />

hatte also Wände <strong>von</strong> verschiedenem Material;<br />

<strong>der</strong> Gegensatz wurde durch den weißen Verputz<br />

des Ziegelmauerwerks gemil<strong>der</strong>t ; trotzdem empf<strong>in</strong>den<br />

wir hier den Wechsel des Werkstoffes als<br />

unglücklich, zumal <strong>die</strong> We.stwand <strong>von</strong> roh behauenen<br />

Blöcken gebildet und dadurch <strong>der</strong><br />

Gegensatz noch verstärkt wird. Wir müssen<br />

uns mit <strong>der</strong> Tatsache abf<strong>in</strong>den, daß <strong>der</strong> Ägypter<br />

es damit nicht so genau nahm<br />

; freilich fühlte er<br />

den Mangel, denn sonst hätte er nicht <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en<br />

Ziegelkultkammern vor den Mastabas <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>igen Fällen durch Ste<strong>in</strong>bauten ersetzt.<br />

Wie stark <strong>die</strong> Kostenfrage hier <strong>in</strong> Betracht kam<br />

zeigt <strong>die</strong> Grabanlage des Myker<strong>in</strong>os, <strong>die</strong> durch<br />

se<strong>in</strong>en Sohn Wsrkif <strong>in</strong> Ziegel vollendet wurde. —<br />

In unserem Falle hätte <strong>die</strong> Möglichkeit bestanden,<br />

auch vor <strong>die</strong> Mastabafront e<strong>in</strong>e Ziegelmauer zu<br />

Uhmik^elresU<br />

',\W/. ',\WA\y^;o'/;-^-V///^v\V///N^%vvV(^^.V/ti<br />

/panntoecic ca ~5XO<br />

Abb. 38. Die Mastaba des Shnnfr III. <strong>die</strong> ITberwöIbung des Vorrau<strong>in</strong>es.


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen auf dem Friedhof <strong>von</strong> Giza. 197


198 Hebmann Junker.<br />

setzen, aber dann hätte man <strong>die</strong> große Nordsche<strong>in</strong>tür<br />

entwe<strong>der</strong> verdecken o<strong>der</strong> eigens ummauern<br />

müssen. Wir fanden liier nirgends<br />

Spuren e<strong>in</strong>er Ziegelverkleidung, während auf <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en Seite <strong>die</strong> Mauer noch ü,30 m hoch anstand.<br />

Im entsprechenden Falle <strong>der</strong> Anlage des<br />

Ssmnfr II ersche<strong>in</strong>t <strong>von</strong> vornhere<strong>in</strong> <strong>die</strong> Errichtung<br />

e<strong>in</strong>er westlichen Ziegelmauer unmöglich,<br />

denn sie hätte <strong>die</strong> fe<strong>in</strong>gearbeitete Front mit dem<br />

Palastfassaden-Muster verdeckt.<br />

Es fragt sich noch, wie hoch wir den Scheitel<br />

des Gewölbes anzunehmen haben. Spuren des<br />

oberen Abschlusses lassen sich we<strong>der</strong> an <strong>der</strong> südlichen<br />

Schmalwand erkennen, <strong>die</strong> durch <strong>die</strong><br />

Vor<strong>der</strong>seite des Pfeilersaales gebildet wird, noch<br />

an <strong>der</strong> Ostwand des Tumulus. Aber wir besitzen<br />

doch bestimmte Anhalte: es mußte <strong>die</strong> große<br />

Sche<strong>in</strong>tür im Norden ganz sichtbar bleiben, und<br />

ebenso durfte <strong>der</strong> Architrav <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang<br />

zum Pfeilerraum nicht verdeckt werden. Darnach<br />

kann als westliches Auflager nur <strong>die</strong> sechste<br />

Schicht <strong>der</strong> Verkleidungsblöeke <strong>in</strong> Frage kommen;<br />

das ergäbe e<strong>in</strong>e Scheitelhöhe <strong>von</strong> rund 6 m,<br />

bei e<strong>in</strong>er Spannweite <strong>von</strong> 3,()0 m ; siehe <strong>die</strong> Skizze<br />

auf Abb. 38, <strong>die</strong> ich Dr. Naumann verdanke.<br />

Die Pfeilerhalle. Das Südende des Raumes<br />

zwischen Ssmnfr III und H'irr I wird durch<br />

e<strong>in</strong>en Ste<strong>in</strong>bau ausgefüllt, <strong>der</strong> als Vorhalle sowohl<br />

für den Kultraum wie für den Serdäb gedacht<br />

war. Es unterscheidet sich dadurch unsere<br />

Anlage <strong>von</strong> <strong>der</strong> des l^sn<strong>in</strong>fr II. da dort nac^h<br />

Reisner, Boston Bullet<strong>in</strong> XI. 2(» <strong>der</strong> entsprechende<br />

Vorraum <strong>in</strong> Ziegelmauerwerk ausgeführt war:<br />

auch reichte <strong>die</strong> V'or<strong>der</strong>wand des Serdäbbaues<br />

hier weiter nach Norden. - Der E<strong>in</strong>gang liegt<br />

an <strong>der</strong> Ostecke <strong>der</strong> Nordwand; er wurde durch<br />

e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>flügelige Tür geschlossen ; das Riegelloch im<br />

westlichen Gewände hegt 1,10 m <strong>über</strong> dem Boden.<br />

Die lichten Maße des Raumes beti-agen<br />

5,80 X 2,80 m; <strong>die</strong> Nordwand hat e<strong>in</strong>e Mächtigkeit<br />

<strong>von</strong> 2 m, <strong>die</strong> Südwand <strong>von</strong> 1,93 m. Die<br />

beiden Pfeiler mit quadratischem Schnitt (0,56<br />

mal 0,56 m) s<strong>in</strong>d nach Westen verschoben, nach<br />

<strong>der</strong> Front <strong>der</strong> Mastaba h<strong>in</strong> <strong>in</strong>id flankieren so den<br />

E<strong>in</strong>gang zur Kuitkammer. Ihnen gegen<strong>über</strong> bef<strong>in</strong>det<br />

sich e<strong>in</strong> Rücksjjrung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastabafront.<br />

3.17 m lang und 0.15 m tief, <strong>in</strong> dem <strong>die</strong> Tür zum<br />

Kultraum liegt. Die Anordnung ist dabei ganz<br />

unsymmetrisch: <strong>die</strong> Pfeiler weisen verschiedene<br />

Abstände <strong>von</strong> <strong>der</strong> Süd- und Nordwand auf, <strong>der</strong><br />

Rücksprung liegt nicht <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> Wand,<br />

<strong>die</strong> Tür nicht <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte des Rücksprungs, Das<br />

hängt wohl zum großen Teil mit dem Giza II<br />

S, 107 besprochenen Bestreben zusammen, das<br />

Innere des Baues dem E<strong>in</strong>tretenden nicht gleich<br />

sichtbar se<strong>in</strong> zu lassen. So haben wir auch zu<br />

erklären, daß <strong>der</strong> nördliche E<strong>in</strong>gang nach Osten,<br />

<strong>die</strong> gegen<strong>über</strong>liegende Tür zum Serdäb dagegen<br />

nach Westen verschoben ist.<br />

Das Innere <strong>der</strong> Halle macht e<strong>in</strong>en durchaus<br />

unfertigen E<strong>in</strong>druck. Nur <strong>die</strong> Umrahmimg des<br />

E<strong>in</strong>gangs zur Kultkammer zeigt e<strong>in</strong>e gute Glättung;<br />

sonst s<strong>in</strong>d zwar meist <strong>die</strong> Bossen abgearbeitet,<br />

aber <strong>die</strong> Flächen rauh gelassen, mit<br />

Sjiuren <strong>der</strong> Meißelhiebe. An e<strong>in</strong>igen Stellen sieht<br />

man noch rote L<strong>in</strong>ien als Angaben für <strong>die</strong> genauere<br />

Abarbeitung, wie an <strong>der</strong> Nordostkante<br />

des Rücksprungs <strong>in</strong>id an Pfeilerkanten.<br />

Rechts neben <strong>der</strong> Tür zum Serdäb ist <strong>der</strong> Beg<strong>in</strong>n<br />

e<strong>in</strong>es Wasserabflusses, <strong>der</strong> nach Südosten<br />

verläuft und am Ende <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Knick nach Osten<br />

umbiegt. Er war wohl für <strong>die</strong> Libationen bestimmt,<br />

wie im Falle des äSithtp Giza II, Abb. 23.<br />

Der Westwand entlang läuft e<strong>in</strong>e Erhöhung des<br />

Fußbodens, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte führt e<strong>in</strong>e schräge<br />

Ste<strong>in</strong>platte zum höher gelegenen Kultraum.<br />

Die Kultkammer liegt <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em südlichen<br />

Anbau des kle<strong>in</strong>würfeligen Mastabakerns. Vom<br />

Pfeilersaal konnnend, tritt man durch e<strong>in</strong>en 0,87 m<br />

breiten E<strong>in</strong>gang, dessen Gewände 1,70 m stark<br />

s<strong>in</strong>d. Er liegt wie üblich am Nordende des<br />

Raumes und wurde <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>flügeligen Holztür<br />

geschlossen ; das untere Zapfenloch <strong>der</strong> gewöhnlichen<br />

halbovalenForm liegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nordostecke.<br />

Im <strong>in</strong>neren waren <strong>die</strong> Wände mit schweren<br />

Ste<strong>in</strong>platten verkleidet; es wurde e<strong>in</strong> guter Numulit<br />

verwendet, e<strong>in</strong> fe<strong>in</strong>es festes Material, das<br />

freilich immer noch h<strong>in</strong>ter dem Tura-Kalksteiu<br />

zurücksteht. Die Blöcke s<strong>in</strong>d groß und meist<br />

regelmäßig geformt. Auf <strong>der</strong> Südwand zum Beispiel<br />

wird <strong>die</strong> obere Hälfte <strong>der</strong> mit Darstellungen<br />

bedeckten Fläche <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>zigen Platte e<strong>in</strong>genommen,<br />

bei <strong>der</strong> unteren Hälfte s<strong>in</strong>d zwei<br />

Blöcke verwendet, aber <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e greift weit <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

anschließende Wand <strong>über</strong>; <strong>die</strong> Nordwand besteht<br />

iiauptsächlich aus zwei Blöcken, Bei <strong>der</strong> Aufmauerung<br />

zeigt sich e<strong>in</strong>e für <strong>die</strong> gute Bautechnik<br />

des Alten Reiches bemerkenswerte E<strong>in</strong>zelheit :<br />

man vermeidet, <strong>die</strong> Blöcke an den Ecken <strong>der</strong><br />

Kannner ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong>stoßen zu lassen und arbeitet<br />

den W<strong>in</strong>kel aus e<strong>in</strong>em großen Block aus; so<br />

reicht <strong>der</strong> obere Block <strong>der</strong> Südwand rechts bis <strong>in</strong><br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>der</strong> Westwand; ähnliche W<strong>in</strong>kelstücke<br />

greifen <strong>von</strong> <strong>der</strong> Ostwand auf <strong>die</strong> Süd« and


Dritter <strong>Bericht</strong> (her <strong>die</strong> CtRabi'ngen auf dem Friedhof vox Giza. 199<br />

uiul umgekelirt <strong>über</strong>. Dadurch wird t-iii viel<br />

festerer Zusammenhang <strong>der</strong> Wände erzu^lt. als<br />

es bei e<strong>in</strong>em bloßen Ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong>stoßen <strong>der</strong><br />

Platten <strong>in</strong> den Ecken des Raumes möglich ist.<br />

Man vergleiche dazu im Kle<strong>in</strong>en <strong>die</strong> Aushöhlung<br />

<strong>der</strong> Blöcke bei den Statuenkammern des Serdäbbaues<br />

<strong>in</strong> ^smnfrll, S. 190. Dr. Naumami macht<br />

mich darauf aufmerksam, wie durch <strong>die</strong>se Behandlung<br />

auch stärker <strong>der</strong> E<strong>in</strong>druck erweckt<br />

wird, daß <strong>die</strong> ganze Kammer aus dem Felsen gehauen<br />

sei, e<strong>in</strong> E<strong>in</strong>druck, auf den manche Räume<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Architektur des Alten Reiches offensichtlich<br />

h<strong>in</strong>arbeiten.<br />

Das Statuenhaus schließt sich im Süden an<br />

<strong>die</strong> Kultkammer an: se<strong>in</strong>en V'orraum betritt<br />

man durch den oben erwähnten E<strong>in</strong>gang <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Südwand des Pfeilersaales: er wurde an se<strong>in</strong>em<br />

nördlichen<br />

Rücks])rung durch e<strong>in</strong>e zweiflügelige<br />

Holztür verschlossen, <strong>die</strong> E<strong>in</strong>satzlöclier für <strong>die</strong><br />

Pfannen s<strong>in</strong>d an den oberen Ecken sichtbar, sie<br />

haben wie üblich e<strong>in</strong>en trapezförmigen Schnitt.<br />

Der Vorraum ist 3,35 m lang und 1,85 m breit:<br />

er hatte <strong>die</strong> gleiche Höhe wie <strong>die</strong> Pfeilerhalle, wie<br />

sich aus <strong>der</strong> erhaltenen Westseite ergibt. Die Deckplatten<br />

ruhten im Westen auf dem östlichsten<br />

<strong>der</strong> Süd-Nord laufenden Dac-hbalken des anschließenden<br />

Raumes, <strong>der</strong> nur 2,85 m hoch<br />

ist; se<strong>in</strong>e i^änge beträgt 8 m, <strong>die</strong> Breite 1,70 ra.<br />

In den r<strong>in</strong>gsumlaufcnden Wänden des Baues<br />

s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Statuenkammern ausgespart, <strong>der</strong>en<br />

Boden 1.34 m höher liegt. Aber es wurde nicht<br />

wie bei ^Umnfr II für jedes Bild e<strong>in</strong> eigener<br />

Serdäb geschaffen, es f<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> den drei<br />

Wänden nur je e<strong>in</strong> Raum, <strong>der</strong> auf rlen Längsseiten<br />

<strong>die</strong> Gestalt e<strong>in</strong>es schmalen CJanges hat.<br />

Tiefliegende senkrechte Schlitze stellen <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>diuig<br />

zwischen den Statuen und den Besuchern<br />

her; auf <strong>der</strong> Westwand s<strong>in</strong>d drei solcher<br />

Fenster angebracht, auf <strong>der</strong> Südwand, <strong>die</strong> bis<br />

zum Ostende fies Vorzimmers durchgeht fünf,<br />

auf <strong>der</strong> Nordwand vier: e<strong>in</strong> weiteres f<strong>in</strong>det sich<br />

auf <strong>der</strong> östlichen Schmalseite fler Nordmauer,<br />

gleich zui' rechten Hand des K<strong>in</strong>tretenden.<br />

Irgend<br />

welche Andeutungen <strong>von</strong> Türen, wie im Statuenhaus<br />

des SA<strong>in</strong>iifr //, s<strong>in</strong>d nicht vorhanflen.<br />

Die Wände s<strong>in</strong>ri vollkommen glatl um! \\ eisen<br />

auch ke<strong>in</strong>e Inschriften auf.<br />

Die Zahl <strong>der</strong> <strong>in</strong> den drei großen Serdäbs untergebrachten<br />

Statuen läßt sich nicht mehr mil<br />

Sicherheit bestimmen. Es war aber jedenfalls je<br />

e<strong>in</strong> F


I<br />

200 Hermann Junker.<br />

c) Die unterirdischen Anlasen.<br />

Der Kernbau hatte wie üblich nur e<strong>in</strong>en<br />

Schacht, <strong>der</strong> gegen Norden gelegen war; als man<br />

aber <strong>die</strong> Mastaba vergrößerte luid <strong>in</strong> dem südlichen<br />

Anbau den Kultraum anbrachte, wurde es<br />

notwendig, <strong>die</strong> Begräbnisstätte weiter nach<br />

Süden zu verlegen, dem Opferplatz näher. Demi<br />

Sarg und Sche<strong>in</strong>tür sollten wenn möglich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

geraden Ost-Westl<strong>in</strong>ie liegen, damit <strong>der</strong> Tote auf<br />

den Ruf sich dem Priester gegen<strong>über</strong> erhebe und<br />

zu dem Opfer eile.<br />

Daß <strong>der</strong> Südschacht nachträglich angebracht<br />

wurde, ergibt sich aus se<strong>in</strong>er Verschiebung nach<br />

Westen und aus <strong>der</strong> Art se<strong>in</strong>er Ausmauerung.<br />

Nach S. 20 wurde <strong>der</strong> <strong>über</strong> dem Boden liegende<br />

Teil <strong>der</strong> Schächte zugleich mit dem Tumulus<br />

hochgeführt und weist das gleiche Material wie<br />

dessen Außenseite auf. Im Nordschacht begegnen<br />

wir daher denselben gelblichen Qua<strong>der</strong>n,<br />

wie sie für <strong>die</strong> geböschten Wände des Kernbaues<br />

verwendet wurden. Beim Südschacht dagegen<br />

haben <strong>die</strong> Ste<strong>in</strong>würfel e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Tönung und<br />

s<strong>in</strong>d zum Teil kle<strong>in</strong>er.<br />

Hier zählen wir- 18 Schichten<br />

<strong>von</strong> rund 31 cm Höhe; darnach geht <strong>der</strong><br />

Schacht noch 6,40 m <strong>in</strong> den Felsboden, so daß<br />

sich e<strong>in</strong>e Gesamttiefe <strong>von</strong> 12,10 m ergibt.<br />

In halber Höhe liegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südwand <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang<br />

zu e<strong>in</strong>er unvollendeten Kammer; <strong>die</strong> Öffnung<br />

ist 1,10 m breit und 0,70 m hoch, das Gewände<br />

0,55 m stark. Der Raum selbst mißt<br />

2,80 m Ost-West und 2,55 m Nord-Süd. Se<strong>in</strong>e<br />

Bedeutung ist schwer zu erklären. Wollte man<br />

zunächst hier das Begräbnis anlegen, fand aber<br />

den Fels nicht entsprechend ? So liegen <strong>die</strong> Verhältnisse<br />

bei K<strong>in</strong>jnjswt I (Giza II S. 141), <strong>in</strong> unserem<br />

Falle mag h<strong>in</strong>zukommen, daß bei Ausarbeitung<br />

e<strong>in</strong>er geräumigen Kammer das Felsdach<br />

ke<strong>in</strong>e genügende Mächtigkeit besessen hätte.<br />

Die Schachtsohle liegt 3,35 m tiefer als <strong>die</strong><br />

obere Kammer; sie senkt sich nach Süden, dem<br />

E<strong>in</strong>gang des unteren Raumes zu. Der Verb<strong>in</strong>dungsgang,<br />

1,65m breit, liegt Im höher, <strong>die</strong><br />

Kammer e<strong>in</strong> wenig unter dem Schachtboden ; sie<br />

zeigt <strong>die</strong> ungewöhnlich großen Maße 4,52x4,13<br />

+ 2,01 m. Die Wände s<strong>in</strong>d regelmäßig abgearbeitet;<br />

rote Vorzeichnungen f<strong>in</strong>den sich noch<br />

an <strong>der</strong> Umrahmung <strong>der</strong> Tür, bei <strong>der</strong> Nische<br />

im Westen und vor allem an <strong>der</strong> Decke; hier<br />

ist bei <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie, <strong>die</strong> im Abstand <strong>von</strong> 0,95 m<br />

<strong>der</strong> Ostwand parallel läuft, noch e<strong>in</strong>e Maßangabe<br />

erhalten :<br />

*<br />

III ..e<strong>in</strong>e Elle und sechs<br />

III<br />

Spannen".!) Nehmen wh- <strong>die</strong> Elle mit 52,5 e<strong>in</strong> an,<br />

<strong>die</strong> Spanne mit 7,5 cm, so ist <strong>die</strong> Abarbeitung<br />

nur ungefähr <strong>der</strong> Anweisung entsprechend vorgenommen<br />

worden: siehe auch Giza I S. 46 und<br />

210. An <strong>der</strong> Westwand steht, e<strong>in</strong> «enig nach Süden<br />

verschoben, <strong>der</strong> mächtige Sarkoj^hag aus Tura-<br />

Kalkste<strong>in</strong>, 260 x 131,5 + 75 mit e<strong>in</strong>er Wandstärke<br />

<strong>von</strong> 0,375 m. Der schwere Deckel (266 x 136^)<br />

+ 0,26 m) lag auf ihm, <strong>von</strong> den Grabräubern<br />

aber stark zur Seite gerückt; se<strong>in</strong>e Oberseite ist<br />

leicht gewölbt, <strong>der</strong> Scheitel des Bogens liegt <strong>in</strong><br />

gleicher L<strong>in</strong>ie mit <strong>der</strong> erhöhten Leiste an den<br />

Schmalseiten; siehe Vorbericht 1926, Tafel Illa.<br />

Gegen<strong>über</strong> ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> Westwand <strong>in</strong> <strong>der</strong> Höhe<br />

des oberen Sargrandes e<strong>in</strong>e Nische <strong>von</strong> 3,10 m<br />

Länge e<strong>in</strong>gehauen ;<br />

sie <strong>die</strong>nte vor <strong>der</strong> Bestattung<br />

als Auflager für den Westteil des Deckels, dessen<br />

Ostrand dabei auf dem Sarg ruhte. Nach dem<br />

Begräbnis konnte <strong>der</strong> Deckel so ohne Mühe durch<br />

Verschiebung <strong>in</strong> se<strong>in</strong>e endgültige Lage gebracht<br />

werden; ähnliche Vorkehrungen, <strong>die</strong> das Hantieren<br />

des Deckels erleichtern sollten, siehe auch<br />

bei Kijmnfrt, V^orbericht 1928 Taf. Illa und bei<br />

Kijm'nh, Vorbericht 1926 S. 81.<br />

In <strong>der</strong> Südostecke des Raumes ist im Boden<br />

e<strong>in</strong>e Vertiefung angebracht, 0,60 X 0,70 —<br />

0,45 m ; es ist <strong>der</strong> <strong>über</strong>lieferte Platz für <strong>die</strong> Unterbr<strong>in</strong>gung<br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>geweidekrüge; siehe Giza I,<br />

S. 40. Außerdem aber f<strong>in</strong>det sich e<strong>in</strong>e Nische<br />

<strong>von</strong> 0,55 ni Breite und 0,25 m Tiefe <strong>in</strong> <strong>der</strong> Süd-<br />

«•and gegen<strong>über</strong> <strong>der</strong> Sargmitte; solche Wandnischen<br />

f<strong>in</strong>den sich gelegentlich statt <strong>der</strong> Bodenversenkung,<br />

Giza I S.49f. ; an gleicher Stelle im<br />

Grab des Shmk-., Vorbericht 1929 Taf. V und<br />

S. 96. Ob <strong>in</strong> unserem Falle Nische und Vertiefung<br />

<strong>die</strong> gleiche Bestimmung hatten, je für<br />

e<strong>in</strong>en Teil <strong>der</strong> Kanopen ?<br />

Der Nordschacht mißt an <strong>der</strong> Öffnung<br />

2,08 X 2,08 m ; er war <strong>in</strong>sprünglich mit e<strong>in</strong>er<br />

1) E<strong>in</strong>e weitere Angabe f<strong>in</strong>det .sich bei e<strong>in</strong>em roten<br />

Strich, <strong>der</strong> parallel läuft, im Abstand <strong>von</strong> rimd 43 cm<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Wand: |||^ „Sechs Handbreiten-'. Auch hier<br />

stimmen <strong>die</strong><br />

III<br />

Maße nicht ganz, wie<strong>der</strong>um ersche<strong>in</strong>en<br />

2 cm zu wenig abgearbeitet ; vielleicht waren sie für<br />

e<strong>in</strong>e weitere Glättung <strong>der</strong> Wand vorbehalten. — Die<br />

\-on K. Holey, Giza I, S. 86 ausge.sprochene Vermutung,<br />

flaß bei den Maßen unserer Mastabas e<strong>in</strong>e Elle <strong>von</strong><br />

seclis Handbreiten <strong>in</strong> Verwendung se<strong>in</strong> könne, erledigt<br />

sich durch <strong>die</strong> obenstehenden Vermerke, denn <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem<br />

Falle hätte man ,,zwei Ellen" statt ,,e<strong>in</strong>e Elle sechs<br />

Handbreiten" geschrieben. Die Messimg ties .ssp erfolgte<br />

mit dem vor<strong>der</strong>en Teile <strong>der</strong> Hand.<br />

'-)<br />

er stand also r<strong>in</strong>gsum e<strong>in</strong> wenig <strong>über</strong>.


Dkittkk <strong>Bericht</strong> i-ber <strong>die</strong> Graü<strong>in</strong>uex auf dem Friedhof vox Giza. 201<br />

Steiiikuppel versclilossen. vuu <strong>der</strong> .sicli auf <strong>der</strong><br />

östlichen Hälfte noch Reste erhalten haben; siehe<br />

üben S. 26 und Abb. (>. Die Ausmauerung <strong>in</strong>nerhalb<br />

des Tumulus zeigt 12 Schichten <strong>von</strong> 32 cm<br />

hohen Kalkste<strong>in</strong>uürfeln; darnach spr<strong>in</strong>gt <strong>der</strong><br />

Fels auf <strong>der</strong> Nord- und Ostseite um je 52 cm vor,<br />

so daß sich e<strong>in</strong>e Verengung auf l,5ö x l,5ü m<br />

ergibt; sie kann nicht im ursprünglichen l'lanc<br />

gelegen se<strong>in</strong>, denn nach ihm müßten <strong>die</strong> Schachtwände<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> Öffnung bis zur Sohle gerade, ungebrochen<br />

verlaufen. Die Än<strong>der</strong>ung ist nur aus<br />

dem Arbeitsvorgang zu erklären, wie er Giza l<br />

S. 40 dargelegt worden ist. Beim Bau des Kernes<br />

wurde <strong>der</strong> Plan des Felsschachtes nur umrissen,<br />

mit <strong>der</strong> Vertiefung begann man erst nach Fertigstellung<br />

des Tumulus. In unserem Falle wurde<br />

das Hauptbegräbnis <strong>in</strong> den neuangelegten Südteil<br />

verlegt imd <strong>der</strong> ursprünglich dafür vorgesehene<br />

Schacht für e<strong>in</strong>e Nebenbestattung verwendet;<br />

er wurde um Arbeit zu sparen enger gehalten, wie<br />

auch <strong>die</strong> Sargkammer auffallend ger<strong>in</strong>ge Maße<br />

aufweist. t!anz auffallend ist <strong>der</strong>en Lage <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Nordseite; <strong>der</strong> Befund des Geste<strong>in</strong>s kann wohl<br />

den Anlaß nicht gegeben haben, denn es ist an<br />

<strong>der</strong> Südseite nicht schlechter. Vielleicht wählte<br />

man den Ausgang <strong>der</strong>Kammer im Süden, weil dort<br />

<strong>die</strong> Kultkammer und das Haupt begi-äbnis<br />

lagen.<br />

Der E<strong>in</strong>gang, 0,92 x 1,17 m, war mit schweren<br />

Kalkste<strong>in</strong>blöcken zugemauert, <strong>von</strong> denen <strong>der</strong><br />

größte 84 x 42 x 40 cm mißt. Die Kammer ist<br />

unregelmäßig ausgehauen, sie verbreitert sicii<br />

nach Norden, auch ist <strong>die</strong> Nordwestecke nicht<br />

scharf ausgearbeitet; <strong>die</strong> Höhe des Raumes betragt<br />

nur 1,28 m.<br />

Der Ostwand ])arallel w urde <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Abstand<br />

<strong>von</strong> 0,47 m aus dem stehengelassenen Fels e<strong>in</strong><br />

Sarg au.sgehauen. <strong>von</strong> 0,21 m W^<strong>in</strong>dstärke : im<br />

Norden wurde <strong>der</strong> Zu.sammenhang mit <strong>der</strong> Wanrl<br />

bela.s.sen; das schlechte Geste<strong>in</strong> machte gelegentliche<br />

Flickarbeit notwendig. Die <strong>in</strong>nere Öffnung<br />

beträgt 1,63 x 0,46 — 0,50 m, sie reichte 0,10 m<br />

tiefer als <strong>der</strong> Kammerboden. Der Deckel,<br />

2,07 X 0,88 + 0,13 m war nach Westen heruntergeworfen,<br />

an den Schmalenden hat er 0,17 liohe<br />

Ijeisten, Handhaben fehlen. Die Oberseite ist<br />

leicht gewölbt, <strong>der</strong> Scheitel <strong>der</strong> Wölbung liegt<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er L<strong>in</strong>ie mit <strong>der</strong> Oberseite <strong>der</strong> Leisten.<br />

Die i>age des Sarges im Osten <strong>der</strong> Kammer<br />

weicht <strong>von</strong> <strong>der</strong> Sitte ab. nach <strong>der</strong> er an <strong>der</strong><br />

Westwand stehen sollte; siehe (riza I S. 54.<br />

Die Bestattung war vollkommen au.sgoraubt<br />

:<br />

es fanden sich im Schult unter an<strong>der</strong>em Teile de.-*<br />

großen Mörtelki'uges, <strong>der</strong> auf dem Schachtboden<br />

stand (Giza I S. 104); er war dickwandig; mit<br />

breitem schwarzem Kern zwischen dünnen roten<br />

Streifen, <strong>der</strong> Rand hatte e<strong>in</strong>e runde nach außen<br />

gebogene Lippe. Ferner wurden Bruchstücke <strong>von</strong><br />

roten eiförmigen Ki-ügen gesichtet. Für <strong>die</strong><br />

eigentlichen Beigaben siehe unter 4.<br />

2. DIE DARSTELLUNGEN.<br />

Die Au.sschmückung des Kultraums unterscheidet<br />

sich wesentlich <strong>von</strong> <strong>der</strong>, <strong>die</strong> wir bisher<br />

<strong>in</strong> den Kammern angetroffen haben. Auf <strong>der</strong><br />

Südwand hat <strong>die</strong> Speisetischszene mit ihren alten<br />

Riten e<strong>in</strong>er jüngeren Darstellung Platz gemacht,<br />

auf <strong>der</strong> Ostwand s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Boote <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang<br />

verschwunden, es fehlen <strong>die</strong> Reihen <strong>der</strong><br />

gabenbr<strong>in</strong>genden Diener, <strong>die</strong> auf den Sche<strong>in</strong>türen,<br />

beim E<strong>in</strong>gang o<strong>der</strong> unter den Dorfvertretern<br />

angebracht waren. Statt dessen sehen<br />

wir nun auf <strong>der</strong> Westwand das Ehepaar vor dem<br />

mit Brothälften belegten Speisetisch; e<strong>in</strong>fach,<br />

ohne alles Beiwerk <strong>von</strong> weiteren Gaben und ohne<br />

<strong>die</strong> Riten des Totenopfers. Oben wird das Bild<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> großen Speiseliste, unten <strong>von</strong> Schlachtszenen<br />

e<strong>in</strong>gerahmt, rechts und l<strong>in</strong>ks <strong>von</strong> den<br />

Sche<strong>in</strong>türen, <strong>der</strong>en Pfosten nur Inschriftbän<strong>der</strong><br />

An den beiden Enden <strong>der</strong> Wand stehen<br />

tragen.<br />

Verwandte des Grabherrn.<br />

An <strong>die</strong>se archaisch gehaltene Szene des Mahles<br />

im Totenreich schließt sich auf <strong>der</strong> Südwand e<strong>in</strong>e<br />

an<strong>der</strong>e, lebensvollere an, das Prunkmahl wie<br />

es ^stnnfr auf Erden <strong>in</strong>mitten se<strong>in</strong>er K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

feierte. Auf <strong>der</strong> Ost wand ist <strong>die</strong> Besichtigung <strong>der</strong><br />

Opfer dargestellt, <strong>die</strong> se<strong>in</strong>e Güter zum Grabe<br />

senden, auf <strong>der</strong> Norflwand <strong>der</strong> Zug <strong>der</strong> Dorfvertreter.<br />

Der Plan für <strong>die</strong> Szenen und ihre Anordnung<br />

ist nicht erst für <strong>die</strong> vorliegende Mastaba geschaffen<br />

worden, es liegt vielmehr e<strong>in</strong>e Nachahmung<br />

vor; als Vorbild <strong>die</strong>nte das Grab des<br />

V'aters, des äimnfr II. Auch hier f<strong>in</strong>den w ir <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Mitte <strong>der</strong> Westwand <strong>die</strong> schlichte Speisetischszene,<br />

<strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>türpfosten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong>selben<br />

Weise behandelt, am südlichen Ende steht wie<strong>der</strong><br />

<strong>die</strong> Mutter des (Jrabherrn. dar<strong>über</strong> <strong>die</strong> gleiche<br />

Opferformel, am nördlichen werden <strong>die</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

dargestellt. Das Bild auf


202 Hermann Junker.<br />

ill beiden Fällen <strong>der</strong> Aiifniaisch <strong>der</strong> Dorf Vertreter<br />

wie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Es muß nun zunächst festgestellt werden, <strong>in</strong>wieweit<br />

e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>fache Übernahme vorliegt und<br />

was <strong>der</strong> Künstler an Eigenem aufzuweisen hat.<br />

Auf <strong>der</strong> Westwand ließ er bei <strong>der</strong> Szene <strong>der</strong><br />

Speisung <strong>die</strong> Gruppe <strong>der</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong> weg, <strong>die</strong> bei<br />

Ssmnfr II neben den Eltern kauern, er <strong>über</strong>wies<br />

sie dem feierlichen Mahle auf <strong>der</strong> Südwand; dagegen<br />

fügte er <strong>die</strong> Schlachtszene im unteren<br />

Streifen h<strong>in</strong>zu. Auf <strong>der</strong> Ostwand nahm er kle<strong>in</strong>e<br />

Verän<strong>der</strong>ungen bei <strong>der</strong> Schreibergruppe <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

obersten Reihe vor; auf <strong>der</strong> Nord wand mußte sich<br />

schon darum e<strong>in</strong>e Abweichung ergeben, weil<br />

Ssvmfr III <strong>über</strong> weit mehr Stiftungsgüter verfügte<br />

als se<strong>in</strong> Vater, 35 gegen !» ; <strong>die</strong> ganze Wand<br />

ist daher mit DorfVertretern angefüllt, während<br />

bei Ssmnfr II <strong>die</strong> Figuren loser gereiht s<strong>in</strong>d und<br />

<strong>in</strong> den unteren Reihen Totenpriester mit Gaben<br />

auftreten. Erwähnt sei auch, daß hier <strong>die</strong> Gewände<br />

des E<strong>in</strong>gangs Darstellungen tragen, während<br />

sie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer des Sohnes frei blieben.<br />

Wenn bei Ssmnfr II <strong>die</strong> Reliefs e<strong>in</strong>en besseren,<br />

fe<strong>in</strong>eren E<strong>in</strong>druck machen, so ist das zum großen<br />

Teil auf den Unterschied des Materials zurückzuführen;<br />

denn dort kam um- <strong>der</strong> beste Tura-<br />

Kaikste<strong>in</strong> zur Verwendung, während bei ^s))<strong>in</strong>fr<br />

III <strong>die</strong> Kammer mit Niunmulitplatten<br />

verkleidet<br />

wurde. — Die Darstellungen und Inschriften<br />

s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Flachrelief gearbeitet ;<br />

e<strong>in</strong>e Ausnahme<br />

bildet <strong>die</strong> Speiseliste, <strong>die</strong> sowohl auf <strong>der</strong><br />

Westwand wie <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang e<strong>in</strong>geschnittene<br />

Hieroglyphen zeigt. — Von <strong>der</strong> Bemalung hatte<br />

sich noch <strong>der</strong> größte Teil erhalten; für E<strong>in</strong>zelheiten<br />

siehe <strong>die</strong> Farbtafeln I—IV. Man beachte<br />

beson<strong>der</strong>s <strong>die</strong> fe<strong>in</strong>en Flechtmuster <strong>der</strong> Körbe, <strong>die</strong><br />

<strong>die</strong> Bäuer<strong>in</strong>nen auf dem Kopf tragen, das Muster<br />

<strong>der</strong> Matte, vor <strong>der</strong> <strong>der</strong> Grabherr beim Festmahl<br />

sitzt, <strong>die</strong> verzierten Bän<strong>der</strong> <strong>über</strong> Brust und Hüfte<br />

<strong>der</strong> Tänzer<strong>in</strong>nen und den gemusterten<br />

Streifen,<br />

<strong>der</strong> <strong>die</strong> Darstellungen sowie <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zelnen Teile<br />

<strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür <strong>in</strong>nrahmt.<br />

Da <strong>die</strong> Bil<strong>der</strong> <strong>von</strong> dem Grabe des V^aters <strong>über</strong>nommen<br />

s<strong>in</strong>d, ist nicht zu erwarten, daß <strong>der</strong> Stil<br />

<strong>der</strong> Darstellungen e<strong>in</strong>e Weiterbildung <strong>in</strong> <strong>der</strong> oben<br />

S. 63f beschriebenen L<strong>in</strong>ie zeigt; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat ist<br />

kaum e<strong>in</strong>e Verän<strong>der</strong>ung we<strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Komposition<br />

noch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Bewegung <strong>der</strong> Figuren zu gewahren.<br />

Von E<strong>in</strong>zelheiten sei vermerkt: Auf <strong>der</strong> Westwand<br />

ist <strong>der</strong> Speisetisch <strong>der</strong> Hauptdarstellung<br />

auffallend groß gehalten, mit 2 x 9 unverhältnismäßig<br />

hohen Brothälften, <strong>der</strong>en Schnittflächen<br />

nach <strong>der</strong> Mitte gerichtet s<strong>in</strong>d. Die<br />

gleichen schlanken Formen haben sie auf <strong>der</strong><br />

Platte <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür, <strong>die</strong> Brothälften s<strong>in</strong>d aber<br />

hier mit dem Rücken nach <strong>in</strong>nen gestellt. Rechts<br />

neben den Broten des JMittelbildes s<strong>in</strong>d <strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

je zwei <strong>der</strong> röhrenförmigen Krüge mit<br />

verbreitertem gerundetem Fuß wie<strong>der</strong>gegeben,<br />

wie wir sie bei <strong>der</strong> SpeisetiscLszene <strong>in</strong> Krnjnjswtll<br />

getroffen haben. Abb. 22. Auf <strong>der</strong> Platte <strong>der</strong><br />

Nordsche<strong>in</strong>tür sehen wir statt <strong>der</strong> üblichen Darstellung<br />

den GrabheiTu <strong>in</strong> weitem Schurz auf<br />

e<strong>in</strong>em Sessel, den Stab <strong>in</strong> <strong>der</strong> e<strong>in</strong>en, das Schweißtuch<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Hand. Die Platte <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür<br />

sitzt nicht symmetrisch <strong>über</strong> dem<br />

Architrav, sie ist e<strong>in</strong> wenig nach <strong>der</strong> Wandmitte<br />

gerückt und zeigt den Rücksprung nur im Süden.<br />

Die schmale Fläche am nördlichen Ende <strong>der</strong><br />

Westwand ist <strong>in</strong> vier Streifen geteilt; hier<br />

schreiten auf <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür zu 1. <strong>von</strong> oben, <strong>der</strong><br />

Hausvorsteher und e<strong>in</strong> Diener mit Zeugstreifen,<br />

2. ,,<strong>der</strong> Aufseher <strong>der</strong> Totenpriester Nbj" e<strong>in</strong>er<br />

Gans den Hals mndrehend und <strong>der</strong> ,,<br />

Aufseher<br />

<strong>der</strong> Totenpriester Htpkrj' mit e<strong>in</strong>er gebratenen<br />

Gans auf e<strong>in</strong>er Platte, und e<strong>in</strong>er bauchigen<br />

Schüssel mit schmalem Fuß und dachartigem<br />

Deckel, wie <strong>die</strong> Schüssel rechts <strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren<br />

Reihe <strong>der</strong> Speisen auf <strong>der</strong> Südwand; so sicher<br />

gegen<strong>über</strong> <strong>der</strong> als zu stark zerstört angegebenen<br />

Zeichnung auf Tafel I. In den unteren Reihen<br />

3—4 stehen Verwandte des äsm.nfr III; als<br />

Erster mit herabhängenden Armen se<strong>in</strong> Bru<strong>der</strong><br />

R'wr, dah<strong>in</strong>ter e<strong>in</strong> zweiter R'wr, vielleicht e<strong>in</strong><br />

Sohn des ersteren; daß er nicht <strong>in</strong> gleichem Verwandtschaftsverhältnis<br />

steht, zeigt se<strong>in</strong>e ehrfürchtige<br />

Haltung: er legt <strong>die</strong> rechte Hand auf<br />

<strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke Schulter, während <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ke Arm herabhängt.<br />

E<strong>in</strong> gleiches muß für <strong>die</strong> beiden Ssmnfr<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> untersten Reihe gelten, <strong>von</strong> denen <strong>der</strong><br />

erste <strong>die</strong>selbe Haltung wie <strong>die</strong> eben beschriebene<br />

Figur zeigt, während <strong>der</strong> zweite <strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke Hand<br />

auf <strong>die</strong> rechte Schulter legt und den l<strong>in</strong>ken Unterarm<br />

mit <strong>der</strong> Rechten faßt, wie tlic K<strong>in</strong><strong>der</strong> des<br />

(Jrabherrn auf <strong>der</strong> Südwand.<br />

Auf dem gegen<strong>über</strong>liegenden südlichen Ende<br />

<strong>der</strong> Wand steht groß <strong>die</strong> Mutter des Ssnmfr III,<br />

zu ihren Füßen, <strong>in</strong> ganz kle<strong>in</strong>em Maßstab gehalten<br />

e<strong>in</strong>er ihrer Söhne, den rechten Arm an ihr<br />

Schienbe<strong>in</strong> haltend; es ist wohl <strong>der</strong> Grabherr<br />

selbst.<br />

Auf <strong>der</strong> Südwand sitzt SSmnfr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Stuhl mit hoher Lehne; er trägt <strong>die</strong> Haustracht,


Zuoberst<br />

nv\n<br />

darum<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> iher <strong>die</strong> Grafunckx auf dem FRiEi)iff)F <strong>von</strong> Giza. 2;5<br />

e<strong>in</strong>en e<strong>in</strong>fa<strong>die</strong>n Ijeiiieiiscliuiv.. kurzes liaar und<br />

e<strong>in</strong> Halsband; <strong>die</strong> rec-lite Achsel ruht auf dem<br />

Rand <strong>der</strong> hohen Stuhllehne, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand hält<br />

er e<strong>in</strong>en Wedel, dessen Stock oben <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Hand<br />

endet ; mit <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ken nimmt er <strong>von</strong> se<strong>in</strong>em Erstgeborenen<br />

e<strong>in</strong>e Lotosblume entgegen; übei- <strong>die</strong><br />

GrölJenverhältnisse siehe oben S. 154. Vor ihm.<br />

das ist <strong>in</strong> Wirklichkeit um ihn herum kauern<br />

drei Söhne. — \'or Begi<strong>in</strong>i des FestnuUiles wiid<br />

<strong>die</strong> Waschung vorgenonnnen<br />

;<br />

steht vor<br />

dem (jirabherrn e<strong>in</strong> großes Becken mit W^asserkrug<br />

auf e<strong>in</strong>em hohen Untersatz; <strong>der</strong> dah<strong>in</strong>teistehende<br />

Diener legt <strong>die</strong> Hände <strong>in</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> als ob<br />

er sie wasche, aber es muß <strong>die</strong> Gebärde wohl eher<br />

e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e, uns noch unbekannte Bedeutung<br />

haben. — Weiter oben, <strong>in</strong> Wirklichkeit daneben,<br />

schleppen Rtrdir und Mnj e<strong>in</strong>en Tisch mit<br />

Broten und Gänsebraten beladen, dah<strong>in</strong>ter<br />

kommt H<strong>in</strong>t nie mit e<strong>in</strong>er Schüs.sel Feigen und<br />

'.<br />

e<strong>in</strong>em Tuch s<strong>in</strong>d Speisen und Getränke<br />

<strong>in</strong> drei Reihen aufgestellt. Auf drei<br />

Tischen mit konischem L'ntersatz und leicht gewölbter<br />

Platte f<strong>in</strong>den wir nel)en (iebäck auch<br />

Gemüse. Lattich. Gurken und jedesmal Zwiebel,<br />

bei denen <strong>die</strong> grünen Stengel seitlich herai)-<br />

hängen. <strong>die</strong> Knollen rechts oben herausschauen.<br />

[n <strong>der</strong> obersten Reihe steht auf e<strong>in</strong>em Tisch mit<br />

gebogenen V^erstrebungshölzern e<strong>in</strong> Kochtopf,<br />

aus dem Fleischstücke herausragen.<br />

Auf <strong>der</strong> Ost wand steht ^Smnfr auf se<strong>in</strong>en<br />

Stab gelehnt und schaut <strong>die</strong> Gaben an, <strong>die</strong> ihm<br />

als Geschenke <strong>von</strong> se<strong>in</strong>en Gütern gebracht<br />

werden. Die oberste Reihe wird ganz <strong>von</strong> den<br />

Schrcibeiii e<strong>in</strong>genommen, <strong>die</strong> <strong>über</strong> den E<strong>in</strong>gang<br />

fler Opfer Buch führen ; sie werden angeführt <strong>von</strong><br />

dem Hausverwalter, <strong>der</strong> zugleich <strong>der</strong> \'orstehcr<br />

<strong>der</strong> Totenpriestci' ist. Dah<strong>in</strong>ter machen zwei<br />

Schi'ciber E<strong>in</strong>tragungen, es folgen drei weitere,<br />

<strong>die</strong> mit den Akten hantieren: IJündel <strong>von</strong> Papy<br />

rusrollen stehen herum, an<strong>der</strong>e liegen auf e<strong>in</strong>em<br />

'I'isch mit nie<strong>der</strong>en Stem|)eln, flabei Wassernapf<br />

und Palette: dar<strong>über</strong> h<strong>in</strong>weg reichen sich zwei<br />

Schreiber e<strong>in</strong> Schriftstück; rechts da<strong>von</strong> steckt<br />

e<strong>in</strong> dritter Akten ? <strong>in</strong> e<strong>in</strong> Futteral.<br />

Die zwei darunterliegenden Streifen s<strong>in</strong>d dem<br />

Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> Wild und .Mastvieh gewidmet :<br />

<strong>die</strong> Säbclantilo|)e hat <strong>der</strong> Stallmeister angepflockt,<br />

<strong>der</strong> <strong>in</strong> ehrfürchtiger Haltung den (Jrab<br />

herni a n rodet :<br />

Schurz ist i<strong>in</strong>onientlich luu<br />

gelegt, wie auf dem \'orbilde steht e<strong>in</strong> Zipfel luich<br />

rückwärts ab. Rechts da<strong>von</strong> bemühen sich zwei<br />

Hirten, den wi<strong>der</strong>sjH-nstigen Ste<strong>in</strong>bock herbei<br />

zubr<strong>in</strong>gen: dci' erste hat sicii umgedreht und zerrt<br />

ihn nach vorn, <strong>der</strong> zweite schiebt ihn rückwärts<br />

an und hilft mit dem Stock nach. Am Ende br<strong>in</strong>gt<br />

e<strong>in</strong> Mann e<strong>in</strong>e junge Gazelle, <strong>die</strong> er <strong>über</strong> <strong>die</strong><br />

Schultern gelegt hat. .se<strong>in</strong>e rechte Hand greift<br />

<strong>über</strong> ihren Hals und hält <strong>die</strong> Vor<strong>der</strong>be<strong>in</strong>e fest.<br />

In <strong>der</strong> dritten Reihe werden <strong>die</strong> Mastoch.sen<br />

gebracht; <strong>der</strong> erste Treiber führt Pv<strong>in</strong><strong>der</strong> mit<br />

mäßig langen Hörnern herbei: <strong>der</strong> Künstler hatte<br />

<strong>die</strong> Absicht, statt e<strong>in</strong>es Tieres e<strong>in</strong>e Koppel <strong>von</strong><br />

drei darzustellen; man sieht noch drei parallele<br />

L<strong>in</strong>ien am Kopf, an <strong>der</strong> Wampe und an den<br />

V'or<strong>der</strong>be<strong>in</strong>en, <strong>der</strong> Rest des Körpers und <strong>die</strong><br />

Hörner zeigen dagegen nur e<strong>in</strong>en Umriß. Vielleicht<br />

stammt <strong>die</strong> Anregung <strong>von</strong> <strong>der</strong> Darstellung<br />

auf dem nördlichen Türgewände <strong>der</strong> Mastaba des<br />

Vaters, wo <strong>der</strong> Hirt e<strong>in</strong>e Koppel hornloser R<strong>in</strong><strong>der</strong><br />

herbeiführt. — Dah<strong>in</strong>ter kommt e<strong>in</strong> langgehörnter<br />

Ochse, den Kopf gesenkt. Die Erklärung für<br />

<strong>die</strong>se Haltung gibt uns <strong>die</strong> entsprechende Darstellung<br />

aus l^smnfr II. wo das Tier mit e<strong>in</strong>em<br />

kurzen Strick angepflockt ist: auf un.serem Bilde<br />

ist <strong>der</strong> Strick vielleicht noch <strong>in</strong> Spuren zu erkennen.<br />

Zum Schluß br<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong> Totenjiriester<br />

(JeflügeP.<br />

Die unterste Reihe ist wie so oft <strong>in</strong> den entsprechenden<br />

Szenen ganz dem Geflügel gewidmet .<br />

Wie<strong>der</strong>um eröffnet 'Inpiowsr den Zug. er br<strong>in</strong>gt<br />

das Gänseopfer dar. Es folgt <strong>der</strong> Totenpriester<br />

Kimnfrt mit e<strong>in</strong>er großen Gans auf den Armen.<br />

Nfrmpt hält e<strong>in</strong>e flatternde Ente am Hals.<br />

Rechts nimmt '/wy e<strong>in</strong>e Gans aus dem Käfig, und<br />

e<strong>in</strong> Diener kommt mit zwei Käfigen an e<strong>in</strong>er<br />

Tragstange, <strong>in</strong> denen sich kle<strong>in</strong>eres (Jeflügel bef<strong>in</strong>det.<br />

Die Darstellungen <strong>der</strong> unteren Reihe<br />

stammen nicht aus den üblichen \'orfifhrungen<br />

<strong>der</strong> (laben <strong>der</strong> Stiftungsgüter, son<strong>der</strong>n wurden<br />

aus den Bil<strong>der</strong>n des Landlebens <strong>über</strong>nommen:<br />

siehe unten unter E (R'irr II ).<br />

Die ganze Xorflwand wird <strong>von</strong> den \'erti-etern<br />

<strong>der</strong> Stiftimgsgüter e<strong>in</strong>genommen. Es<br />

s<strong>in</strong>d fast mir Bäuer<strong>in</strong>nen dargestellt, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>zigen<br />

'<br />

Kr ilitMil nur iils Füllfigur; <strong>in</strong> «Irr fiit.iprpflu'ii-<br />

«li'ii Darstellung »iih (Jriil) l,o|is<strong>in</strong>s 1(5 w<strong>in</strong>! o<strong>in</strong><br />

clritt»'.s MiistrimI lu'rboigffülirl ; dw kiir/.orf Wund i<strong>in</strong>siTiT<br />

KuM<strong>in</strong>uT gfnüpto nicht für Tior luid Tr


204 Hermann Junker.<br />

niäniilicheii Vertreter bef<strong>in</strong>den sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> obersten<br />

Reilie. Frauen treten auch da auf, wo <strong>der</strong> Dorfname<br />

männlich ist, wie bei "Iw-^nfrw und ''herd.<br />

Man ist also <strong>von</strong> <strong>der</strong> bisher üblichen Regel<br />

abgewichen, nach <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Übere<strong>in</strong>stimmung<br />

zwischen dem grammatischen Geschlecht <strong>der</strong><br />

Güterbezeichnung und dem Geschlecht des Vertreters<br />

gefor<strong>der</strong>t wurde. E<strong>in</strong>e weitere Neuerung<br />

bildet <strong>die</strong> verschiedene Färbung <strong>der</strong> Gewän<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> Bäuermnen; früher erschienen sie meist <strong>in</strong><br />

dem weißen Le<strong>in</strong>enrock, <strong>in</strong> unserem Zug dagegen<br />

f<strong>in</strong>den sich daneben Frauen <strong>in</strong> farbigen Gewän<strong>der</strong>n<br />

des gleichen Schnittest — Über <strong>die</strong> Haltung <strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>zelnen Figuren und <strong>die</strong> verschiedenen Formen<br />

<strong>der</strong> Körbe siehe oben S. 64.<br />

8. ebenda, Tafel<br />

h'lJi<br />

n [Kl.<br />

9. ebenda, unterer Architrav<br />

10— 11 ebenda, südlicher und nördlicher Pfosten,<br />

gleichlautend<br />

12. Ostwand, <strong>über</strong> <strong>der</strong> Figur des Grabherrn<br />

o<br />

3. DIE INSCHRIFTEN.<br />

a) Der (irabherr.<br />

An dreize<strong>in</strong>i verscliiedeneii Stellen waren<br />

Titel und Namen des Grab<strong>in</strong>habers aufgezeichnet;<br />

zur Lösung bestimmter Schwierigkeiten<br />

müssen sie e<strong>in</strong>zeln aufgeführt werden:<br />

1. Westwand, Hauptdarstellung.<br />

\?^


I<br />

Das<br />

DpITTER BkKICHT <strong>über</strong> <strong>die</strong> ORABrXGEX AX'F DEM FRIEDHOF VOX GlZA. 205<br />

7. l^^^''^^ ch ..LeiblielierSohndesKonigs"".<br />

8 =^l\ 8/ß| ,. Fürst als Vorlesepriester ^\<br />

9- ??-V<br />

„Oberrichter, Vezier",<br />

10. k U^^^^^l<br />

11.<br />

^<br />

12. -^<<br />

13.<br />

Arbeiten des Königs"<br />

„Vorsteher<br />

aller<br />

fL c^>-t)'>k-,—, „Der <strong>in</strong> <strong>die</strong> (ieheimnisse<br />

des jir-dws.t E<strong>in</strong>geweihte",<br />

Pt<br />

„Gefolgsmann des M<strong>in</strong>".<br />

..E<strong>in</strong>zij'er Freund'<br />

Aus <strong>die</strong>ser Zusammenstellung ergibt sich e<strong>in</strong>wandfrei,<br />

daß das Hauptamt des SSmnfr das<br />

e<strong>in</strong>es imj-ri si-tv ' njswt war, etwa des ..Chefs <strong>der</strong><br />

königlichen Kanzlei". Da er auch <strong>die</strong> Geheimkanzlei<br />

leitete, wird er genannt ,,<strong>der</strong> <strong>in</strong> <strong>die</strong> Geheimnisse<br />

des Königs E<strong>in</strong>geweihte" und ,,<strong>der</strong> <strong>in</strong><br />

alle geheimen Befehle des Königs E<strong>in</strong>geweihte".<br />

In se<strong>in</strong>er hohen Stellung führte er <strong>die</strong> Titel<br />

sib ^d-9iir als Beamter <strong>der</strong> Zcntralverwaltung; sie<br />

besagen nichts für <strong>die</strong> Leitung irgend e<strong>in</strong>es bestimmten<br />

Gaues. Der Titel ns.t hntj.t ist e<strong>in</strong>e<br />

Ehrenbezeichnung ahnlicher Art, er folgt auch<br />

sonst gerne dem sib 'd-nir.<br />

Auf <strong>der</strong> Südwand begegnet uns nun e<strong>in</strong>e ganz<br />

an<strong>der</strong>s geartete Titelreihe, bei <strong>der</strong> nur Nr. 5<br />

und ö wie<strong>der</strong>kehren; sonst enthält sie wesentlich<br />

höhere Rangstufen, so daß es auf den ersten<br />

Blick sche<strong>in</strong>en könnte, es handele sich um e<strong>in</strong>e<br />

ganz an<strong>der</strong>e Persönlichkeit. Die Schwierigkeit<br />

wurde schon (Jiza II S. 33 behandelt; nachdem<br />

aber imn feststeht, daß SAtnnfr II <strong>der</strong> Vater des<br />

Inhabers unserer Mastaba ist. stehen wir auf<br />

festerem (irund.<br />

Es kann ke<strong>in</strong> Zweifel mehr bestehen,<br />

daß <strong>der</strong> Träger <strong>der</strong> Titel 1— auch <strong>die</strong><br />

Titel 7— 13 führte. P]s ist nicht möglich, daß <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> übcrkonnncncii Hildcrrcihc. <strong>die</strong> den (irabherrn<br />

jedesmal als .Mittelpunkt <strong>der</strong> Szenen zeigt,<br />

auf e<strong>in</strong>mal bei dem festlichen .Mahle e<strong>in</strong> An<strong>der</strong>er<br />

auftritt, <strong>der</strong>. <strong>von</strong> se<strong>in</strong>en K<strong>in</strong><strong>der</strong>n umr<strong>in</strong>gt, das<br />

Hauptojifcr erhält. I'lid wenn jenuuid sich mit<br />

dem (irab<strong>in</strong>haber <strong>in</strong> <strong>die</strong> Opfer teilen konnte, so<br />

wäre es <strong>der</strong> V^nter; aber fler auf fler Südwand<br />

Dargestellte kann nicht !^»mnfr II se<strong>in</strong>, da we


206 Hermann Junker.<br />

Steher e<strong>in</strong>es Gaues: wie sich Phrnfr == li<br />

..Graf<br />

zumal an gleicher Stelle nie njsivt verwendet wird.<br />

Auch iieute würde es <strong>in</strong> Ägypten ke<strong>in</strong>em Arbeiter<br />

<strong>von</strong> Bnsiris"<br />

<strong>in</strong> Nhn- (M M D 46 S.<br />

Tr '^fBv ^S^<br />

nennt^ )<strong>der</strong> Sitw =^ '|:v ® ..Graf<br />

3ü3).<br />

besagt, daß Ssmnfr III <strong>die</strong> iiöehste<br />

Stelle <strong>in</strong> <strong>der</strong> Verwaltung verliehen wurde, <strong>die</strong><br />

e<strong>in</strong>es Veziers. Beson<strong>der</strong>s zu se<strong>in</strong>er Zeit war es<br />

üblich, <strong>die</strong> Veziere aus dem Beamtenstand zu<br />

nehmen. In dem Grabe des R'^wr II, <strong>der</strong> aller<br />

Wahrsclie<strong>in</strong>lichkeit nach e<strong>in</strong> Bru<strong>der</strong> un,seres<br />

Grabherrn ist, wurde e<strong>in</strong> Siegelabdruck mit<br />

dem Namen des Königs Asosis gefunden, und<br />

gerade unter se<strong>in</strong>er Regierung begegnen uns<br />

mehrere Belege des gleichen Aufstiegs vom<br />

l^fjpl^ ""sf^^, 2"'" Vezier: siehe auch<br />

Kees, Beiträge II, 87.<br />

Mit <strong>der</strong> Feststellung, daß auch Bild und Inschrift<br />

auf <strong>der</strong> Südwand sich auf den Inhaber <strong>der</strong><br />

Mastaba beziehen, ist auch <strong>die</strong> Frage gelöst, auf<br />

welchen Asmiifr sich <strong>die</strong> Inschrift Annales XIII<br />

S. 247 bezieht. Dort ist <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er «'c?6-/Y/-Stiftung<br />

des ,<br />

.Veziers t^ämnfr" <strong>die</strong> Rede; s. oben S. 6. Da<br />

aber <strong>von</strong> allen uns bekannten Ssmnjr nur <strong>der</strong><br />

dritte <strong>die</strong>ses Namens das Amt bekleidete, kann<br />

auch nur er <strong>in</strong> Frage kommen. Das Grab des<br />

Pmnrw liegt nordöstlich <strong>von</strong> un.serer Mastaba;<br />

<strong>die</strong> unverhältnismäßig große Zaid <strong>der</strong> Stiftungsgüter<br />

des äämnfr III j)aßt trefflicli dazu, daß<br />

e<strong>in</strong>es <strong>von</strong> ihnen später noch (}egenstand <strong>von</strong><br />

Vere<strong>in</strong>barungen wurde.<br />

Bei <strong>der</strong> Besprechung <strong>der</strong> Inschrift S. 6 Anm 2<br />

wurde angenommen, daß IlTO nicht e<strong>in</strong> Titel<br />

des Ssmnfr se<strong>in</strong> könne; <strong>die</strong>se Annahme steht freilich<br />

nicht <strong>über</strong> jedem Zweifel. Es hängt ganz<br />

da<strong>von</strong> ab, was <strong>die</strong> ursprüngliche Bedeutung <strong>von</strong><br />

itj-tr war. Später heißt es ja sicher ,,<br />

König", und<br />

den Titel führt nur <strong>der</strong> Herrscher Ägyptens<br />

; damit<br />

aber ist noch nichts <strong>über</strong> e<strong>in</strong>e gegebenenfalls<br />

ältere Bedeutung gesagt. Das<br />

Kairo 1541 ,, Kornlieferung des 'Itjir'' spricht<br />

eher für ,,König"". Wenn aber e<strong>in</strong> Arbeiter zu<br />

dem an<strong>der</strong>en sagt i<br />

S^<br />

,Ich tue<br />

nach De<strong>in</strong>em Wohlgefallen, o 'Itjw" (Erman,<br />

Reden und Rufe 61, vgl. 41— 42), so ist es e<strong>in</strong><br />

wenig hart, ..König" zu <strong>über</strong>setzen; man erwartet<br />

eher e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e hohe Ehrenbezeichnung,<br />

' Maspero, iStudes ßgyptiennes, II 248.<br />

e<strong>in</strong>fallen, .se<strong>in</strong>en Kollegen o<strong>der</strong> Vorgesetzten i/a<br />

iiielek! anzureden, so freigebig mit scherzhaften<br />

Titeln sie sonst s<strong>in</strong>d, <strong>von</strong> ,Bey' angefangen bis<br />

zum Pr<strong>in</strong>z'; es muß doch wohl e<strong>in</strong>e Scheu be-<br />

,<br />

stehen, den Titel des Herrschers dabei zu ver-<br />

\\enden; für das Alte Reich aber müssen wir<br />

wohl noch mit e<strong>in</strong>em weit stärkeren Gefühl des<br />

Abstandes rechnen. So ist es vielleicht doch nicht<br />

ganz <strong>von</strong> <strong>der</strong> Hand zu weisen, daß <strong>der</strong> Stiftungsherr<br />

äsvmfr III auch itpv genannt wurde.<br />

Den Titel k U^^l ^ führt auch <strong>der</strong><br />

Vater des Grabherrn, <strong>der</strong> sonst aueli nur <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Kanzlei des Königs beschäftigt war. Es muß sich<br />

daher <strong>in</strong> beiden Fällen mehr um <strong>die</strong> büromäßige<br />

\'ei\\altung handeln, an<strong>der</strong>s wie bei den Snd<strong>in</strong>ib,<br />

<strong>die</strong> zugleich königliche Baumeister und Zimmerleute<br />

waren (oben S. 4).<br />

lij<br />

^ ist e<strong>in</strong> Ehrentitel höchster Ordnung;<br />

er kann so stark als beson<strong>der</strong>er Rang aufgefaßt<br />

werden, daß er beispielsweise bei B'wr als<br />

Hauptbezeichnung gilt, so daß er <strong>in</strong> den Ma-<br />

.stabas se<strong>in</strong>er Beamten immer nur als 'hnr R^wr<br />

ersche<strong>in</strong>t, wie S. Hassan, Excav. I, S. 104, II<br />

S. 65, sowie <strong>in</strong> unserem Falle <strong>der</strong> Grabherr für<br />

<strong>die</strong> Nachwelt ,,<strong>der</strong> Vezier ^Smnfr" war.<br />

U) Die Fii<strong>in</strong>ilic.<br />

a) Die Mutter.<br />

X ^ l(] ^^ „Se<strong>in</strong>e Mutter, <strong>die</strong> Verwandte<br />

des Königs, <strong>die</strong> Elirw iirdige,<br />

"^ äli) W^ SS*^<br />

Öffner<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wege,<br />

.1^Mi]<br />

an allen ihren Sitzen<br />

Öl<br />

HtnrtJti."<br />

Priester<strong>in</strong> <strong>der</strong> Neith, <strong>der</strong><br />

Priester<strong>in</strong> <strong>der</strong> Ifatlior<br />

Die Inschrift steht <strong>über</strong> <strong>der</strong> großen Gestalt<br />

<strong>der</strong> HnicUn l<strong>in</strong>ks neben <strong>der</strong> Südsche<strong>in</strong>tür; <strong>die</strong><br />

Stelle wurde gewählt, damit <strong>die</strong> Mutter an dem<br />

Mahle teilnehme, das man gerade hier, an <strong>der</strong><br />

Hauptopferstelle, nie<strong>der</strong>legte. Der Beischrift<br />

fügte man e<strong>in</strong>e eigene Opferformel h<strong>in</strong>zu. Auch<br />

<strong>die</strong>se Anordnung wurde aus dem Grabe des Vaters


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Graiutnoex ate dem Friedhof <strong>von</strong> (Jiza. 207<br />

ühernomnien, <strong>der</strong> se<strong>in</strong>e Mutter Mrrtiti an gleichei'<br />

Stelle darstellen ließ, ebenfalls unter Beifügung<br />

e<strong>in</strong>es beson<strong>der</strong>en Totengebetes. An<strong>der</strong>e Beispiele<br />

<strong>der</strong> Ehrung <strong>der</strong> Mutter <strong>in</strong> <strong>der</strong> Familie <strong>der</strong><br />

6smnfr liegen vor im Falle des Phnjpth, <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Dopjielstatue aufstellen ließ, <strong>die</strong> ihn und se<strong>in</strong>e<br />

Mutter 'hi<strong>in</strong>dfi.s darstellt, — und bei iSämnfr I]'.<br />

<strong>der</strong> se<strong>in</strong>er Mutter Hlphri e<strong>in</strong>e Mastaba neben<br />

se<strong>in</strong>em fJrabe erbaute (s. oben S. 12). Weitere<br />

Beispiele liegen unter an<strong>der</strong>em vor bei Mrjih (18),<br />

H'fliwßr(4{)), Mrj.sj'nh(-il). .


208 Hermann Junker.<br />

wir als se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong><strong>der</strong> ansehen; <strong>über</strong> ihre Haltung<br />

siehe oben S. 202. Weitere Brü<strong>der</strong> kommen nicht<br />

<strong>in</strong> Frage, da ^smnff II nur e<strong>in</strong>en Sohn B'ur und<br />

e<strong>in</strong>en Sohn ^hnnfr hatte; ebensowenig können es<br />

Söhne des Grab<strong>in</strong>habers se<strong>in</strong>, da sonst auf <strong>der</strong><br />

Südwand zwei K<strong>in</strong><strong>der</strong> ausgelassen wären, und<br />

auch <strong>der</strong> letzte iSsmnfr e<strong>in</strong>en an<strong>der</strong>en Titel führte.<br />

Die natürliche Erklärung ist, daß <strong>der</strong> Bru<strong>der</strong> mit<br />

se<strong>in</strong>er Familie dargestellt wurde ; er hatte se<strong>in</strong>em<br />

Erstgeborenen den eigenen Namen gegeben, den<br />

l^eiden an<strong>der</strong>en Söhnen den <strong>in</strong> <strong>der</strong> Familie gebräuchlichen.<br />

(•)<br />

Der Haushalt.<br />

Von den Beamten und Dienern des Grabherrn<br />

s<strong>in</strong>d verhältnismäßig wenige aufgeführt: es<br />

wurde offenbar e<strong>in</strong>e Auswahl getroffen, weil <strong>die</strong><br />

Ai't <strong>der</strong> Bebil<strong>der</strong>ung, vor allem das Fehlen des<br />

sonst beliebten Aufmarsches <strong>der</strong> Gabenbr<strong>in</strong>genden,<br />

es unmöglich machte, das ganze Personal<br />

darzustellen. Die Größe <strong>der</strong> Anlage und <strong>der</strong><br />

Reichtum ihres Besitzers machen es sicher, daß<br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Haushalt ganz wesentlich mehr Angestellte<br />

tätig waren, als bei den Darstellungen<br />

ersche<strong>in</strong>en. Es treten auf:<br />

1. k ni k rpl^^p^ ..Der Hausvorsteher<br />

und Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

Inpu)wsr"<br />

2. ^tpryill "Der Schreiber und Vorsteher<br />

<strong>der</strong> Totenpriester Nirnfr".<br />

3. m.^ bT] ..Der Aufseher <strong>der</strong> Sänger<br />

4. f [p ^ „Der Künstler und Totenpriester<br />

dr^<br />

«==0)0<br />

.Der Schlächter Hmtnw'\<br />

6. k n^ ,,Der Stallvorsteher" (Name fehlt).<br />

7.<br />

"»-^i<br />

i"^ Rwdw (als Diener bei dem Mahle auf<br />

<strong>der</strong> Südwand).<br />

8. ^^^^^\\ Mnj (wie Nr. 7).<br />

9. '^===«0'=^^ Zf/.s'.^m (wie Nr. 7).<br />

Die Übersicht ergibt, daß <strong>der</strong> Hausverwalter<br />

zugleich auch Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester war,<br />

<strong>der</strong> Schreiber ihr Aufseher, und <strong>der</strong> Künstler nur<br />

e<strong>in</strong>facher Jim-h. Das zeigt, wie §smnfr se<strong>in</strong>e getreuen<br />

Beamten auch für <strong>die</strong> Zeit nach se<strong>in</strong>em<br />

Tode sicherstellen wollte; vielleicht hat er<br />

se<strong>in</strong>em Gesangsmeister e<strong>in</strong>e ähnliche Pension<br />

ausgesetzt, denn <strong>der</strong> /ihd-hs-w Nfrrn.pt wird <strong>der</strong><br />

gleiche .se<strong>in</strong> wie <strong>der</strong> Wir begegnen<br />

M'<br />

e<strong>in</strong>er ähnlichen Fürsorge für <strong>die</strong> Mitglie<strong>der</strong> des<br />

Haushalts auch sonst, wie bei Kmpijstvt, Giza I,<br />

167. Es ist <strong>die</strong>ser Zug beachtenswert, er zeugt<br />

<strong>von</strong> sozialem Empf<strong>in</strong>den und ergänzt<br />

das Bild,<br />

das wir auch sonst <strong>von</strong> dem patriarchalischen<br />

Verhältnis gew<strong>in</strong>nen, das zwischen dem Hausherrn<br />

und se<strong>in</strong>en Angestellten bestand.<br />

(I)<br />

Der Totpii<strong>die</strong>nst.<br />

a) Die Totenpriester.<br />

Für <strong>die</strong> zahlreichen Stiftungsgüter benötigte<br />

S^Smnfr zweifellos e<strong>in</strong>e große Anzahl <strong>von</strong> Angestellten,<br />

denen es oblag, <strong>die</strong> Lieferungen ihrer<br />

Bestimmung zuzuführen und atif <strong>die</strong> Erfüllung<br />

<strong>der</strong> getroffenen Vere<strong>in</strong>barungen zu achten. Wir<br />

können nicht erwarten, daß sie bei den Darstellungen<br />

alle aufgeführt werden, aber <strong>die</strong> Tatsache,<br />

daß, neben dem ..Vorsteher" noch fünf<br />

'<br />

,,Auf,seher <strong>der</strong> Totenpriester genannt s<strong>in</strong>d, mag<br />

uns e<strong>in</strong>e Vorstellung <strong>von</strong> <strong>der</strong> Ausdehnung des<br />

Dienstes vermitteln.<br />

1. ,, HausVorsteher und Vorsteher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

'Inpwivsr" s. oben.<br />

2. ..Schreiber und Aufseher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

Ntrnfr" s. oben.<br />

3. ,,Aufseher <strong>der</strong> Sänger imd Aufseher <strong>der</strong><br />

Totenpriester Nfrrnpt" s. oben.<br />

4. ..Künstler und Totenpriester [S/rIf s. oben.<br />

5. '<br />

t [T] "^-^^^ ü ..Aufseher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

(]<br />

Nbf\<br />

6.<br />

I<br />

frill<br />

Htphf.<br />

"^^^^ .,Aufseher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

7. nt[T| jl [|<br />

,,<br />

Aufseher <strong>der</strong> Totenpriester<br />

1) Wohl Sdjf wie T^<br />

buch S. 3.31.<br />

Ranke,<br />

Namenwörter-<br />

'/«f.<br />

8. |T]':::z:^fx T ,.Totenpriester Ktmn.frt'\


'<br />

.<br />

Dritter I^f^hkiit ikki; niio CIraimnckv äff dem Friedhof vox Oiza. 209<br />

Es sche<strong>in</strong>t, als oh man hei <strong>der</strong> Sehiaciitszeiie<br />

auf <strong>der</strong> Westwand, <strong>über</strong> <strong>der</strong> fünften Figur <strong>von</strong><br />

l<strong>in</strong>ks, begonnen hatte Titel und Namen c<strong>in</strong>zumeil.k'ln,<br />

das zweite Zeiehen gleicht fO 1 .<br />

!.->.<br />

O<br />

(!<br />

1 •'•<br />

( 'S'^'v"] ~^"'' V'^<br />

..tu'n wie grg iiu»; aber e« fehlt<br />

iln« ^ iliT wi'ihliolii'n Kndi<strong>in</strong>^: unden-rsfitH wirtl mr<br />

t;i'lo(;i.ntlic-h mil e<strong>in</strong>em iihnlielien /eielien (nwolirieben.<br />

'<br />

/ii it<strong>in</strong>ii.l siehe oben S. S3; bei e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> Httiier<strong>in</strong>nen<br />

steht im liriibe de« Phrnfr \\<br />

«^Htyptieniies II, '^48.<br />

li<br />

M'«s|icrt>.<br />

U<br />

Rtiuli-«


210 Hermann Jt'nker.<br />

^^<br />

31. „Der Rand des<br />

auszuschließen, da ihre<br />

Sees'<br />

Namen <strong>der</strong> alten oben<br />

S. 78 beschriebenen Art s<strong>in</strong>d und nichts enthalten,<br />

was auf e<strong>in</strong>e Verleihung weisen könnte:<br />

,.Die '/«rf-Frucht des<br />

Ss<strong>in</strong>nfr": äs,<br />

s. oben S. 8ß.<br />

33. P'^^t jj"^ joöh @ ,.Der We<strong>in</strong>berg des<br />

^smnfr''; s. oben S. 82.<br />

34. I^c=ai T/ww^^ ° ° ° ..Die hnfn- des l^sn<strong>in</strong>fr" s.<br />

S. 8.5.<br />

35. I'=:=^T<br />

^Ji<br />

I ,,Die Totenstiftung des ^smnfr";<br />

siehe <strong>die</strong> gleichlautende Benennung bei<br />

Nr. 12.<br />

30.<br />

P^^^IO*^ j'Tl®<br />

"I^er We<strong>in</strong> des ,$*'wnfr-:<br />

s. S. 86.<br />

Bei <strong>der</strong> erstaunli(^li großen Anzahl <strong>der</strong> Stiftungen<br />

erhebt sich <strong>die</strong> oben S. 87f. erörterte<br />

Frage, <strong>in</strong>wieweit es sich um Güter aus dem Familienbesitz<br />

des Grabherrn handelt o<strong>der</strong> um königliche<br />

Verleihungen o<strong>der</strong> bloß um Opferzuwendungen.<br />

Nur e<strong>in</strong>e Ezbe wird durch (jry.t als Eigengründung<br />

bezeichnet, zwei an<strong>der</strong>e hw.t-ks iSsmnfr,<br />

gehören ebenfalls sicher zu se<strong>in</strong>em Besitz;<br />

bei fünf weiteren, <strong>die</strong> mit se<strong>in</strong>em Namen und<br />

e<strong>in</strong>em Bestandteil <strong>der</strong> Opferli.ste gebildet s<strong>in</strong>d,<br />

könnten Bedenken an ihie<strong>in</strong> wirklichen \^)rhandense<strong>in</strong><br />

geltend gemacht werden, s.oben S. 8X.<br />

Aber <strong>die</strong>se Namen .s<strong>in</strong>d zum Teil unter an<strong>der</strong>sgearteten<br />

verstreut, auch liätte ihre Weglassung<br />

entschieden dazu beigetragen, <strong>die</strong> zu stark gedrängten<br />

Reihen zu entlasten. Schwieriger ist<br />

<strong>die</strong> Frage bei den zahlreichen Gütern, <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e<br />

mit Königsnamen gebildet«; Bezeichnung tragen,<br />

wobei Herrscher <strong>von</strong> »S'«/r;/' bis Nfrirhr' genamit<br />

werden. Hier ist zu erwägen, ob es sich um e<strong>in</strong>e<br />

Verleihung des Gutes für den Toten<strong>die</strong>nst o<strong>der</strong><br />

um das irdb-rd, <strong>die</strong> Nutznießung aus zweiter<br />

Hand handelt. Aus <strong>der</strong> S. 6 mitgeteilten Inschrift<br />

aus dem Grabe des Pnmrw geht hervor,<br />

daß für den Toten<strong>die</strong>nst des Ssmnfr wahrsche<strong>in</strong>lich<br />

königliche Verleihungen <strong>der</strong> letzteren<br />

Art vorhanden waren, wie auch immer <strong>die</strong> verwickelten<br />

weiteren Übertragungen zu erklären<br />

se<strong>in</strong> mögen; <strong>über</strong> <strong>die</strong> Zahl <strong>die</strong>ser mlh-rd-Hutev<br />

läßt sich freiUch garnichts sagen.<br />

Bei vier weiteren Ezben fehlt je<strong>der</strong> beson<strong>der</strong>e<br />

Grund, sie aus dem wirkliclien Besitz des ^knmj'r<br />

Rirmsiv (4), 'Iiord (23) Mrw? (24) und fh-tss (31).<br />

Bei Hmwtt? (25) sei vermerkt, daß <strong>der</strong> Name<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Liste des Phrnfr wie<strong>der</strong>kehrt U<br />

^^®<br />

(Maspero, Etudes egyptiennes II, S. 248): es<br />

muß sich um das gleiche Gut handeln. Es lassen<br />

sich auch e<strong>in</strong>ige weitere Ezben namhaft machen,<br />

<strong>die</strong> bei verschiedenen Grabherrn als Totenstiftung<br />

vorkommen, so f<strong>in</strong>den wir bei <strong>der</strong> König<strong>in</strong><br />

Btnifr (55) zwei Stiftungsgüter aus <strong>der</strong> Liste des<br />

B'htp (Nr. 23 u. 24, siehe oben S. 79). Wurden<br />

<strong>die</strong> Stiftungen ihrer alten Bestimmung entzogen<br />

und e<strong>in</strong>er neuen zugeführt, o<strong>der</strong> hat man nur<br />

e<strong>in</strong>e Teilnahme an zweiter Stelle (todh-rd) verliehen<br />

l<br />

cn<br />

Die Bezeichnungen <strong>von</strong> Nr. !). 13 und ilu s<strong>in</strong>d<br />

mit e<strong>in</strong>em Königsnamen -^ j^j* gebildet; an<strong>der</strong>e<br />

Namen zeigen statt dessen {\{^\\ Königsnamen -[-<br />

yi (siehe oben S. 85). Es läßt sich nun nach-<br />

V. eisen, daß 1. beifle Zeichen e<strong>in</strong>e Weber<strong>in</strong> darstellen.<br />

2. daß l)eide den Lautwert irj(.t) haben.<br />

Es nmß sich darum um e<strong>in</strong>e Variante <strong>der</strong>selben<br />

Hieroglyphe handeln.<br />

Das Zeichen \n weist zwei beson<strong>der</strong>e Merkmale<br />

Gebilde, das <strong>die</strong> Hockende im<br />

auf: das längli( Ik'<br />

Schoß hält und <strong>die</strong> zurückgestrichenen Haare.<br />

Überall wo das Bild auftaucht und sich <strong>über</strong>haupt<br />

e<strong>in</strong> Anhalt ergibt, handelt es sich um <strong>die</strong><br />

Woberei, bei cr^ ^Tf meist um <strong>die</strong> Ablieferung des<br />

fertigen Gewebes, wie bei ü^nb (29), Vorbericht<br />

1 927 S. 1 14, und bei <strong>der</strong> bekannten Szene L D II,<br />

103, zu <strong>der</strong> man Erg. Taf. XXXIV vergleiche.<br />

Der Gegenstand, den <strong>die</strong> Frau mit den Be<strong>in</strong>en<br />

iiält ist bei Mrjib (L D II 20 a) gelb gefärbt und<br />

muß e<strong>in</strong> für <strong>die</strong> Weberei bezeichnendes Handwerkszeug<br />

darstellen. Das Haar tragen <strong>die</strong><br />

Weber<strong>in</strong>nen zurückgekämmt, damit es sie bei<br />

<strong>der</strong> Arbeit nicht beh<strong>in</strong><strong>der</strong>e, o<strong>der</strong> auch daß es<br />

nicht verstaube. Auch bei den Darstellungen<br />

und Modellen <strong>der</strong> Weberei begegnen wir oft, wie<br />

bei den Sp<strong>in</strong>ner<strong>in</strong>nen, <strong>die</strong>ser Behandlung des<br />

Haares, wenn auch längst nicht <strong>in</strong>nner: man


:<br />

T)ritti;i; ÜKiufiiT i'wv.n dip: (jR.UirxoF.x \vy 1)F.:\i Frikduöf vox CHza. 211<br />

versrleiflic zum Hcisjiicl <strong>die</strong> W'ioclertrühcn hoi<br />

manchen Daisteliungen Weber<strong>in</strong>nen<br />

'<br />

bei 'n/jir. <strong>der</strong> <strong>in</strong> dem<br />

sonnigsle<strong>in</strong>ens <strong>der</strong> Weberei des Hofes". Bei Siih<br />

liegt <strong>der</strong> Fall ähnlich, demi auch <strong>die</strong> meisten<br />

I(»l2d:<br />

"'•"<br />

^0% ferner neben rlem nbgese<strong>in</strong>er<br />

übrigen Titel beziehen sich auf <strong>die</strong> Weberei<br />

kürzten Zeichen \(iii ^ .")5


212 Hermann Junker.<br />

b<strong>in</strong>dung bei Snb ist ,,«t-' und Vorsteher <strong>der</strong><br />

Klei<strong>der</strong>zwerge".<br />

Wenn wir nun Pyr. 56 e<strong>in</strong>em «•?-' im Spruch<br />

für <strong>die</strong> Überreichung <strong>der</strong> Klei<strong>der</strong> und neben den<br />

Weber<strong>in</strong>nen begegnen, so kann es sich auch<br />

hier nur um den Oljerbeamten <strong>der</strong> CTar<strong>der</strong>obe<br />

handeln; wir müssen also <strong>über</strong>setzen: ,.(Das<br />

Horusauge) das <strong>der</strong> irr-' schmückt"; dann erwartet<br />

man aber für den vorangehenden Parallelsatz<br />

wie<strong>der</strong>um e<strong>in</strong> Zeitwort, das <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e<br />

Tätigkeit <strong>der</strong> Weber<strong>in</strong>nen betrifft.<br />

Soweit ist <strong>der</strong><br />

Sachverhalt ganz klar; bei dem Versuch <strong>die</strong>se<br />

Bedeutung des ssp näher zu bestimmen, kann es<br />

sich vorläufig bloß um Vermutungen handeln.<br />

Es gibt e<strong>in</strong> altes Wort ssp — Gewand; den Beweis<br />

liefert Vorbericht 1928 S. 190, wo 'Ifriirj <strong>die</strong><br />

Titel a E n^^ neben führt.<br />

Im Wörterbuch wird 4.<br />

284 nur das<br />

D<br />

] i'<br />

"""<br />

i<br />

aus dem Alten Reich erwähnt = ,Kleid <strong>von</strong> heller<br />

Farbe' z. B. Pyr. 737 b; unser ssp ist da<strong>von</strong> unbed<strong>in</strong>gt<br />

zu trennen, wenn auch später <strong>die</strong> beiden<br />

Wörter verwechselt werden. Es wäre nun möglich,<br />

daß ssp = Gewand mit e<strong>in</strong>em Zeitwort<br />

ssp zusammen hängt wie etwa Mi Gewebe <strong>von</strong><br />

Ms Zeugstoff sp<strong>in</strong>nen (Wb. 4, 355) o<strong>der</strong> shi.t<br />

Schnur <strong>von</strong> sSn sp<strong>in</strong>nen (Wb. 4, 293): vielleicht<br />

wird auch irj-w ,, Gewän<strong>der</strong>" nicht ,,<strong>die</strong> daran Bef<strong>in</strong>dlichen"<br />

bedeuten (Wb. 1, 105) son<strong>der</strong>n mit<br />

irj.t Weber<strong>in</strong> zusammenhängen. TJber das Zeiciien<br />

BIL-j ist Vorbericht 1928 S. 190 Anm. 1 gehandelt<br />

worden<br />

; es wäre verführerisch, das na a mit <strong>der</strong><br />

äsp-T&tigkeit <strong>der</strong> Weber<strong>in</strong>nen Pyr. 56 <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung<br />

zu br<strong>in</strong>gen und <strong>in</strong> ihm e<strong>in</strong>en Gegenstand<br />

<strong>der</strong> Weberei zu erblicken ; zumal <strong>die</strong> Deutung als<br />

,Zaun' nicht <strong>über</strong> alle Zweifel erhaben ist, denn<br />

<strong>die</strong> ältesten ss^j-Hieroglyphen gleichen den ältesten<br />

Darstellungen des Zaunes vor dem Heiligtum<br />

durchaus nicht so. ganz. Aber bei dem<br />

Fehlen je<strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> Weberei aus dem<br />

Alten Reich lassen sich ke<strong>in</strong>e bestimmten Gleichsetzungen<br />

vortragen! . j,^^ übrigen ist <strong>die</strong>ser<br />

Punkt nicht <strong>von</strong> wesentlicher Bedeutung, es mag<br />

1 Sethe, Pyr. Kommentar III 369 möchte <strong>in</strong> dem \M<br />

<strong>der</strong> Tij.t e<strong>in</strong>ori Webstulil erkennen, wie er <strong>in</strong> Benihassan<br />

dargestellt ist; nach Johl, ebenda S. 28, muß man aber<br />

daran zweifeln, ob das Holz zum Fest.schlagen auf <strong>der</strong><br />

Darstellung <strong>über</strong>haupt gekrümmt war, während <strong>die</strong><br />

Biegung und Verbreiterimg am Ende gerade füi- W<br />

bezeichnend zu se<strong>in</strong> sche<strong>in</strong>t.<br />

auch das gewöhnliche ssp e<strong>in</strong>en Fachausdruck<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Weberei darstellen; ausschlaggebend<br />

bleibt, daß <strong>die</strong> irj.wi im Spruch des Klei<strong>der</strong>opfers<br />

ersche<strong>in</strong>en, daß sie neben <strong>der</strong> Webegött<strong>in</strong><br />

auftreten und neben dem ?Snb bei den Weber<strong>in</strong>nen und Webern (Vorbericht<br />

1927, S. 114— 115), bei <strong>der</strong> ersten Weber<strong>in</strong> <strong>von</strong><br />

rechts <strong>in</strong> <strong>der</strong> mittleren Reihe L D II,<br />

1()3 und bei<br />

allen Weber<strong>in</strong>nen L D Erg. XXXIV; hier f<strong>in</strong>den<br />

wir auch <strong>die</strong> bei Snb (ebenda) beschriebene Geste<br />

wie<strong>der</strong>, mit <strong>der</strong> sich <strong>die</strong> Weber<strong>in</strong>nen an <strong>die</strong><br />

Schleife des Bandes zu greifen sche<strong>in</strong>en. Es ergibt<br />

sich aus <strong>die</strong>sen Übere<strong>in</strong>stimmungen zw<strong>in</strong>-<br />

•fend <strong>der</strong> Schluß, daß auch <strong>die</strong> elb gefärbt ist, sei auf den


„Das<br />

Dkittku ]?i:hr]it i ükk <strong>die</strong> Ckabtxgkn aif dkm Friedhof <strong>von</strong> Oiza. 213<br />

,;Festschläger" li<strong>in</strong>gewiesen, dei- <strong>die</strong> glci<strong>die</strong> Farbe<br />

hat; s. Johl. ebenda S. 2ß— 27.<br />

Es waren also im Alten Reich zwei Hieroglyphenzeifiien<br />

vt)rhanden.<br />

yf und wP> <strong>die</strong><br />

beide Weber<strong>in</strong>nen darstellen und Ijeide den Lautwert<br />

irj.t haben. In den Dorfnamen wechseln .sie<br />

nach verschiedenen Gräbern, <strong>in</strong> <strong>der</strong>selben Liste<br />

aber niciit.<br />

f) Die Bcischrificn zu dt'ii Darstellungen.<br />

Auf <strong>der</strong> West wand steht <strong>in</strong> <strong>der</strong> unteren Reihe<br />

rechts <strong>über</strong> dem Abtrennen des Vor<strong>der</strong>schenkels<br />

des Opfertiere.s I £•— •Ü-C<br />

]<br />

Zerstückeln<br />

des ri


denn<br />

dem<br />

214 Hermann Junker.<br />

als .Erlesenes' gelten; siehe auch oben S. 114. —<br />

Die anschließende Szene, bei <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Gans ans<br />

dem Geflügelkäfig genonunen wird, ist bezeichnet<br />

Herausholen des Geflügels au.s dem Kasten""; <strong>die</strong><br />

Parallel<strong>in</strong>schrift Grab Lepsius 16 hat =*=%<br />

I<br />

f^—, ., Herausnehmen des , Erlesenen"."" Bei<br />

dem Mann, <strong>der</strong> laufend zwei Käfige mit Tauben<br />

br<strong>in</strong>gt steht y9\> ^^<br />

; ''i Grab 10 werden unter<br />

<strong>der</strong> gleichen Beischrift <strong>in</strong> dem ersten Kasten<br />

Jungtiere gebracht, <strong>der</strong> Inhalt des zweiten ist<br />

nicht zu erkennen.<br />

Folgerichtiger ist es, daß beide<br />

Käfige Geflügel enthalten, wie auch bei <strong>der</strong><br />

Paralleldarstellung <strong>in</strong> Ssmnfr 11 ; wie <strong>die</strong><br />

erste Reihe dem Wild, <strong>die</strong> zweite dem Mastvieh,<br />

so ist <strong>die</strong> dritte aus.schließlich dem Fe<strong>der</strong>vieh gewidmet.<br />

Auch liegt e<strong>in</strong>e gewis.se Entwicklung <strong>der</strong><br />

Szene <strong>von</strong> rechts zum Grabherrn h<strong>in</strong> vor; <strong>der</strong><br />

Aufbau ist folgen<strong>der</strong>: Im Laufsehritt werden <strong>die</strong><br />

Käfige mit dem (Jeflügel herbeigebracht, dann<br />

stellt man sie nie<strong>der</strong>, nimmt e<strong>in</strong> Stück nach dem<br />

an<strong>der</strong>en heraus und br<strong>in</strong>gt es nach vorn, wo Anw<br />

dann im Angesicht des Grabherrn <strong>der</strong> Hals umgedreht<br />

wird. Diese Szenenfolge gehört aber<br />

nicht ursprünglich zu dem Darbr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Geschenke,<br />

sie ist aus den Darstellungen des Landlebens<br />

<strong>über</strong>nommen worden: siehe unten unter G.<br />

4. DIE BEIGABK.X L\ DKN GRAB-<br />

KAMMEK.N.<br />

Südschacht. Das Begräbnis des Simiijr <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> südlichen Kammer war vollkommen gestört,<br />

wir fanden nur noch e<strong>in</strong>ige plump gearbeitete<br />

Alabastervasen und <strong>die</strong> viei' Kanopen aus bestem<br />

Kalkste<strong>in</strong>, drei <strong>von</strong> ihnen unversehrt, <strong>die</strong> vierte<br />

gebrochen. Die L<strong>in</strong>ien <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Stücke<br />

weichen <strong>von</strong> e<strong>in</strong>an<strong>der</strong> ab, wenn auch <strong>die</strong> Gr<strong>in</strong>idform<br />

<strong>die</strong> gleiche ist ; siehe Tafel XII a ; vielleicht ist<br />

<strong>die</strong> Abweichung darauf zurückzuführen, daß jede<br />

Kanope für e<strong>in</strong>en beson<strong>der</strong>en Teil <strong>der</strong> E<strong>in</strong>geweide<br />

best<strong>in</strong>nnt war und darum auch e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e<br />

CJestalt erhielt.<br />

Bei drei Stücken fanden<br />

sich, gleichlautend auf Deckel und L^nterteil,<br />

Hieroglyphenzeichen <strong>in</strong> schwarzer T<strong>in</strong>te, bei<br />

e<strong>in</strong>em cmj ,<br />

zweiten 1, dem dritten c^ . Die<br />

Bedeutung <strong>der</strong> Aufschriften i,st nicht klar. Man<br />

möchte vermuten, daß es Abkürzungen <strong>der</strong> Worte<br />

s<strong>in</strong>d,<br />

<strong>die</strong> den Inhalt <strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Kanopen angeben;<br />

aber ich f<strong>in</strong>de ke<strong>in</strong>e ents^jrechenden Bezeichnungen<br />

für irgend e<strong>in</strong>en E<strong>in</strong>geweideteil.<br />

In <strong>der</strong> Füllung des Nordschachtes kamen<br />

e<strong>in</strong>zelne Stücke <strong>der</strong> Totenausrüstung zum Vorsche<strong>in</strong>;<br />

e<strong>in</strong>e Auswahl ist auf Abb. 39 zusammengestellt.<br />

Die Kopfstütze ist aus Kalkste<strong>in</strong> gefertigt<br />

und besteht wie oft aus drei Teilen: dem<br />

Untersatz, <strong>der</strong> Säule und dem gebogenen Oberteil.<br />

Von den für das Totenmahl be.st<strong>in</strong>nnten<br />

Sche<strong>in</strong>vasen fanden sich kle<strong>in</strong>e Schüsseln und<br />

Näpfe aus Alabaster, im ganzen 58 Stück; auf<br />

<strong>der</strong> Abb. 'M) s<strong>in</strong>d <strong>die</strong> Hauptformen wie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Die Arbeit ist nicht sehr fe<strong>in</strong>; nach <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

werden <strong>die</strong> Beigaben <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer vernachlässigt,<br />

<strong>der</strong> Gegensatz unserer Stücke zu den<br />

fe<strong>in</strong>gebildeten Vasen Giza I Abb. 11 ist offensichtlich<br />

;<br />

gegen<strong>über</strong> den i-ohen Sche<strong>in</strong>gefäßen aus<br />

dem Grabe des Sohnes, des iimimfr IV, s<strong>in</strong>d <strong>die</strong><br />

kle<strong>in</strong>en TcUcr <strong>in</strong>id Nä])fe immerh<strong>in</strong> noch gut gearbeitet<br />

.<br />

Zu den Beigaben gehörten notwendigerweise<br />

auch <strong>die</strong> Waschschüssel und <strong>die</strong> Wasserkanne;<br />

sie s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> unserem Falle <strong>in</strong> größerem Maßstabe<br />

gehalten als <strong>die</strong> übrigen Gefäße, und aus Kalkste<strong>in</strong><br />

zusammen aus e<strong>in</strong>em Stück gearbeitet. —<br />

Das Fl<strong>in</strong>tenmesser war bei <strong>der</strong> Ausrüstung wohl<br />

für <strong>die</strong> rituelle Schlachtung <strong>der</strong> Opfertiere best<strong>in</strong>nnt.<br />

— Vom Schmuck <strong>der</strong> Leiche blieb<br />

nur<br />

e<strong>in</strong> starkes, am Rand umgebogenes Goldblatt;<br />

das ovale Ende zeigt, daß das Bruchstück <strong>von</strong><br />

e<strong>in</strong>em Ende des breiten Halsbandes stammt.<br />

Die nördliche Kammer enthielt wahrsche<strong>in</strong>lich<br />

das Begräbnis <strong>der</strong> Hnwtsn <strong>der</strong> Mutter des Grabherrn;<br />

für sie ist auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kanuner e<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>es<br />

Totengebet aufgezeichnet; <strong>die</strong> Gemahl<strong>in</strong><br />

ntphrs war wahrsche<strong>in</strong>lich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er eigenen<br />

Mastaba neben <strong>der</strong> ihres Sohnes Ssmnfr IV beigesetzt<br />

; s. oben S. 12.


UlUTTKK liEKlCllT ÜBKK DIE LiKAli L'.NGK.N A IT DE.M FkIEIJUUF VOX GlZA. 215<br />

o<br />

k\\^<br />

^ ^^!^<br />

.^2i^<br />

^Z^<br />

^z^<br />

^^


216 Hermann Juxker.<br />

1<br />

'<br />

J<br />

Et<br />

b


Drittkk <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> C!rabuxgex ai'f dkm Frikuiiof <strong>von</strong> Giza.<br />

217<br />

F. DIE MASTABA DES R'ivr I.<br />

1. DER BAL'.<br />

Bei <strong>der</strong> vorliegenden Mastalia wurde gleicii<br />

beim Ke<strong>in</strong>maueiwerk Rücksicht auf <strong>die</strong> Kultkanuner<br />

genonnnen. Es ist das <strong>der</strong> erste Fall bei<br />

den bishei' <strong>in</strong> (iiza I— III beschriebenen Aidagen.<br />

B'wr I liegt östlich vor dem Friedhof mit den<br />

abgetreppten .Seitenstraßen. Abb. 1 : dei' (Jrabherr<br />

hatte offenbai' ke<strong>in</strong>en <strong>der</strong> dort noch unbenutzten<br />

Kernbauten <strong>über</strong>wie.sen erhalten, wie<br />

an<strong>der</strong>e Mitglie<strong>der</strong> se<strong>in</strong>er Familie. Er hielt sich<br />

was Maße und Abstand <strong>von</strong> den Nachbarmastabas<br />

angeht, an <strong>die</strong> vorhandene Ordnung,<br />

benutzte aber e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>es Material und ließ nach<br />

eigenem IMan bauen. Das Kernmauerwerk besteht<br />

aus kle<strong>in</strong>en Bruchste<strong>in</strong>en, <strong>die</strong> aber gut geschichtet<br />

s<strong>in</strong>d; <strong>die</strong> Außenwände erhielten e<strong>in</strong>en Nilschlammbewurf.<br />

Die Innenseiten <strong>der</strong> Schächte<br />

zeigen <strong>die</strong> gleiche Bruchste<strong>in</strong>-Aufmauerung; siehe<br />

üben Abb. 10 Mitte.<br />

Am Südostende tritt <strong>der</strong> Kern auf ().3o m um<br />

3.()0 ni zurück, und <strong>in</strong> dem so gebildeten W<strong>in</strong>kel<br />

wurde <strong>die</strong> Kultkannner e<strong>in</strong>gebaut ;<br />

sie liegt aber<br />

nicht <strong>in</strong> rler Mitte des Rücktritts, son<strong>der</strong>n ist<br />

nach Nordwesten verschoben, um <strong>der</strong> Ost- und<br />

Südwand e<strong>in</strong>e genügende Stärke geben zu können.<br />

Um den ganzen Bau wurde dann e<strong>in</strong> Mantel aus<br />

gutgearbeiteten kle<strong>in</strong>en Nummulitwürfeln gelegt ;<br />

sie sollten endgültig <strong>die</strong> Außen.seite bilden und<br />

ke<strong>in</strong>e \'erkleidung mit großen Platten mehr erhalten.<br />

Es sei hiei' hervorgehoben, daß <strong>die</strong> nöidlicli anschließende<br />

Mastaba des Plju/ith (Abb. I) große<br />

L'bere<strong>in</strong>stimnu<strong>in</strong>g mit unserer Anlage zeigt: auch<br />

hiei' f<strong>in</strong>den wir e<strong>in</strong>en Kern aus Bruchste<strong>in</strong>en,<br />

außen mit Nilschlannn verputzt und den W<strong>in</strong>kel<br />

für <strong>die</strong> Kultkammer <strong>in</strong> <strong>der</strong> Südostecke. Das<br />

spricht sehr für <strong>die</strong> Annahme, tlaß flie (Jräber aus<br />

gleicher Zeit stannncn. zumal sie nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong>selben L<strong>in</strong>ie liegen: /{'irr/ unrl J'hniilh<br />

dürften daher Brü<strong>der</strong> se<strong>in</strong>, sieiie oben S.<br />

Rechts und l<strong>in</strong>ks vom E<strong>in</strong>gang zur Kult<br />

kammer spr<strong>in</strong>gt tlie Mauer zusammen auf .J.Jn m<br />

um n..")0 m zurück. Die Wand ist hier geglättet<br />

und hat e<strong>in</strong>en größeren Neigungsw<strong>in</strong>kel. \'on<br />

dem Architrav <strong>über</strong> dem Tor wurde <strong>der</strong> Anfang<br />

im Schutt gefunden. Das (iewimde des K<strong>in</strong>gangs<br />

steht noch zum größten Teil. Der Hoden <strong>der</strong><br />

Kannner lag 0,37 m höher: ihre Wiiiidr waren<br />

mit Nummulitplatten verkleidet.<br />

II.<br />

Am Südende <strong>der</strong> Mastaba ist zwischen <strong>der</strong><br />

Front und <strong>der</strong> davorliegenden Anlage des D'tj<br />

e<strong>in</strong> Statuenhaus e<strong>in</strong>gebaut, so daß vor dem (rrabe<br />

e<strong>in</strong> an drei Seiten e<strong>in</strong>geschlos-sener Hof liegt.<br />

Ob<br />

<strong>die</strong>.ser auch im Norden abgegrenzt war, läßt sich<br />

Pfad als Zugang zum Hof freiließ.<br />

<strong>in</strong>cht mehr mit Sicherheit feststellen, denn <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Nordostecke wurde später e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Mastaba<br />

e<strong>in</strong>gebaut, <strong>die</strong> im Westen nur noch e<strong>in</strong>en schmalen<br />

Statuenhaus und Kultkammer s<strong>in</strong>d nicht im<br />

Verband gemauert, aber doch wohl fast gleichzeitig<br />

errichtet worden, demi <strong>die</strong> Ummantelung<br />

geht an <strong>der</strong> südlichen Außenwand <strong>von</strong> <strong>der</strong> Westkante<br />

bis zur Mastaba des Duj ohne Zeichen e<strong>in</strong>er<br />

Unterbrechung durch.<br />

Gegen das Nordende liegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Front wie<br />

üblich e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür. weiter südlich ist noch e<strong>in</strong>e<br />

weitere Opferstelle angebracht, e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>ere<br />

Sche<strong>in</strong>tür. vor <strong>der</strong> e<strong>in</strong>e runde Platte <strong>in</strong> den Boden<br />

gesenkt war. Da sich <strong>die</strong> Stelle gegen<strong>über</strong> dem<br />

nördlichen Grabschacht bef<strong>in</strong>det, muß das Opfer<br />

für den dort Bestatteten bestimmt gewesen se<strong>in</strong>:<br />

<strong>die</strong> Insciirift<br />

auf <strong>der</strong> Platte nennt den Sohn des<br />

(Jrabherrn .,se<strong>in</strong> Sohn S&mnfr".<br />

\'on dem Serdäbhaus war schon oben S. I2ii<br />

<strong>die</strong> Rede, und auf Abb, 11 ist e<strong>in</strong>e Wie<strong>der</strong>herstellung<br />

<strong>der</strong> Front gegeben. Der Bau umschloß<br />

nur e<strong>in</strong>e Kammer, <strong>die</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte liegt und mit<br />

dem Hof durch e<strong>in</strong>en sich nach <strong>in</strong>nen stark erweiternden<br />

Schlitz <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung steht. Von<br />

ilcm Inhalt fanden wir nur noch den Unterteil<br />

e<strong>in</strong>er Kalk.ste<strong>in</strong>statue des /Vur / : siehe Abb, 43,<br />

Die unteriidischen Anlagen.<br />

\nn <strong>der</strong> Oberfläche des Kernes führen drei<br />

Schächte <strong>in</strong> <strong>die</strong> Tiefe. Da<strong>von</strong> ist <strong>der</strong> südöstliche,<br />

<strong>der</strong> dem Ende <strong>der</strong> Kultkannner gegen<strong>über</strong>liegt,<br />

wohl erst nachträglich angebracht worden, demi<br />

er hat e<strong>in</strong>e Tiefe <strong>von</strong> 1,!K) m: während <strong>die</strong> heim<br />

Beg<strong>in</strong>n des Baues geplanten Schächte <strong>in</strong>nner<br />

vom Felsboden aus zugleich mit dem Kern hochgeführt<br />

werden. Es besteht aber <strong>die</strong> Möglichkeit,<br />

daß <strong>die</strong> rechteckige Vertiefung zwar aus <strong>der</strong> Zeit<br />

des Baues .stammt, aber nicht für e<strong>in</strong> Begräbnis<br />

best<strong>in</strong>nnt war. son<strong>der</strong>n zur Aufnahme <strong>von</strong> Beigaben,<br />

(»ler ilaß sie irgend e<strong>in</strong>e syml)oli.sche Bedeutung<br />

hatte; .soKlien seichten Schächten \yegegnen<br />

wir bei den Ma-s^ibas öfters, und es


218<br />

HkKMAXN Ji:NKEK.


Dkittkk IJkkicut iukk dik Gkauuxuex ai'k OEM FuricujiuK vox GizA. :i"J


220 Hermann Junker.<br />

sche<strong>in</strong>t, daß sich Nachweise für jede <strong>der</strong> beiden<br />

erwähnten Bedeutungen erbr<strong>in</strong>gen lassen.<br />

Das Haujitbegräbnis lag nach Süden zu ;<br />

vielleicht<br />

deshalb so stark nach Westen gerückt,<br />

weil man <strong>von</strong> <strong>der</strong> Breite des schmäleren Südteils<br />

ausg<strong>in</strong>g. Der Schacht führt 11,25 m tief zur<br />

Sohle, ist <strong>in</strong>nerhalb des Kernmauerwerks mit<br />

Bruchste<strong>in</strong>en verkleidet und trug oben als Abschluß<br />

e<strong>in</strong>e Kajjpe <strong>von</strong> Ziegeln, wahrsche<strong>in</strong>lich<br />

<strong>in</strong> Form e<strong>in</strong>er Kuppel; siehe oben S. 26.<br />

Die Kammer liegt <strong>in</strong> gleicher Tiefe mit <strong>der</strong><br />

Schachtsohle: <strong>der</strong> E<strong>in</strong>gang geht <strong>von</strong> <strong>der</strong> Südwand<br />

des Schachtes aus. aber <strong>die</strong> Achse des<br />

Raumes verläuft Ost-West. Infolge des schlechten<br />

Felsgeste<strong>in</strong>s hat man den Ostteil ganz unregelmäßig<br />

verlaufen la.s.sen. er spitzt sich am<br />

Ende zu. Der Westteil ist besser bearbeitet ;<br />

hier<br />

steht wie <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Nische <strong>der</strong> große Sarg.<br />

Er gehört<br />

zu dem Typ, <strong>der</strong> auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba <strong>der</strong><br />

NMrhj vertreten ist, mit sciiwerem Unterteil<br />

und gewölbtem Deckel mit je zwei Handgriffen<br />

an den Stirnseiten; siehe Giza II, 110 und oben<br />

S. 30— 31. Er stand nicht direkt auf dem Boden<br />

<strong>der</strong> Kammer, son<strong>der</strong>n ruhte, wie das oft <strong>der</strong> Fall<br />

ist, auf untergelegten Ste<strong>in</strong>en. H<strong>in</strong>ter ihm war<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Höhe des Unterteils e<strong>in</strong>e Nische <strong>in</strong> <strong>die</strong><br />

Westwand e<strong>in</strong>gehauen ; <strong>in</strong> <strong>die</strong>se wurde <strong>der</strong> Deckel<br />

geschoben solange <strong>der</strong> Sarg unbenutzt stand;<br />

beim Begräbnis war dadurch <strong>die</strong> Arbeit des Verschließens<br />

wesentlich erleichtert.<br />

Der nördliche Schacht ist stark nach Osten<br />

verschoben, se<strong>in</strong>e Tiefe beträgt nur 6 m. An<br />

se<strong>in</strong>er Sohle führen zwei Stufen nach Westen<br />

zur Sargkammer, <strong>die</strong> im Süden und Osten <strong>in</strong> unregelmäßiger<br />

L<strong>in</strong>ie verläuft.<br />

An <strong>der</strong> Westwand, e<strong>in</strong> wenig nach Süden verschoben,<br />

steht e<strong>in</strong> glatter Sarg; er ist aus e<strong>in</strong>em<br />

Block gehauen, den man dort hatte anstehen<br />

lassen. Vor <strong>der</strong> Aushöhlung des Blockes wurde<br />

oben e<strong>in</strong> Stück abgesägt, das man als Deckel verwendete.<br />

Es ist das e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> ersten Beispiele<br />

<strong>die</strong>ser ärmlicheren Form des Sarges auf unserem<br />

Friedhof; siehe oben S. 31.<br />

2. DIE KULTKAMMER.<br />

Von dem Opferraum ist zwar nur <strong>der</strong> Sockel<br />

erhalten, aber es läßt sich mit Sicherheit erschließen,<br />

daß <strong>die</strong> Wände dar<strong>über</strong> bebil<strong>der</strong>t<br />

waren. Denn das Gewände des E<strong>in</strong>ganges zeigt<br />

noch Reste <strong>von</strong> Darstellungen, und es ist ausgeschlossen,<br />

daß man sie nur hier angebracht,<br />

den Raum selbst aber ohne Schnuick gelassen<br />

hatte. Es ist dagegen <strong>in</strong> vielen Fällen nachgewiesen,<br />

daß <strong>die</strong> Reliefs des E<strong>in</strong>ganges zuletzt<br />

angebracht wurden, sie blieben unvollendet,<br />

während im Inneren <strong>die</strong> Darstellungen alle fertig<br />

ausgemeißelt und bemalt waren ; so bei Njswtnfr,<br />

Sstnnfr I und Whmkrj (siehe oben S. 166). Die<br />

Zerstörung <strong>der</strong> Kammer sche<strong>in</strong>t schon im Altertum<br />

stattgefunden zu haben, denn wir fanden<br />

e<strong>in</strong>e spätägyptische Bestattung auf ihrem Boden<br />

vollkommen unversehrt; man hatte <strong>die</strong> Pflasterung<br />

aufgerissen und <strong>die</strong> Leiche <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte beigesetzt,<br />

Nord-Süd gerichtet, den Kopf im Süden.<br />

Bei e<strong>in</strong>er nachträglichen Nie<strong>der</strong>reißung <strong>der</strong><br />

Wände wäre das Begräbnis wohl nicht unbeschädigt<br />

geblieben.<br />

Von den Gewänden des E<strong>in</strong>gangs ist auf beiden<br />

Seiten <strong>der</strong> östliche, äußere Teil noch soweit erhalten,<br />

daß sich <strong>die</strong> Darstellungen wie<strong>der</strong>herstellen<br />

lassen (Abb. 42). Die südliche Wand<br />

zeigt den Grabherrn stehend, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Rechten den<br />

Stab haltend ;<br />

vor ihm ist <strong>in</strong> zwei Bildstreifen das<br />

Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> Opfertiere wie<strong>der</strong>gegeben, es<br />

ist möglich, daß sich ursprünglich dar<strong>über</strong> noch<br />

e<strong>in</strong> dritter Streifen befand. — In <strong>der</strong> unteren<br />

Reihe führt e<strong>in</strong> Bauer das Mastr<strong>in</strong>d an e<strong>in</strong>em<br />

Seil, das im Maul des Tieres befestigt ist. Er<br />

trägt den weiten schlechtsitzenden Mattenschurz,<br />

wie wir ihn oben S. 90f beiden Gutshofmeistern.<br />

Stall Vorstehern und an<strong>der</strong>en Angestellten<br />

<strong>der</strong> Landgüter angetroffen haben; auch<br />

zeigt er wie <strong>die</strong>se e<strong>in</strong>e Glatze. Se<strong>in</strong>e freie l<strong>in</strong>kg<br />

Hand ruht zum Zeichen <strong>der</strong> Ehrfurcht auf dcj.<br />

rechten Schulter. Über dem R<strong>in</strong>d steht als Bej.<br />

Schrift K [1X| ,,Das Herbeibr<strong>in</strong>gen des<br />

ii/v-Ochsen". — Dar<strong>über</strong> wird e<strong>in</strong>e Mastantilope<br />

gebracht, zwei Leute mühen sich um das störrische<br />

Tier. Oben S. 67 wurden <strong>die</strong> verschiedenen<br />

Lösungen besprochen, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Künstler für <strong>die</strong><br />

Wie<strong>der</strong>gabe <strong>die</strong>ser beliebten Szene gefunden<br />

hatten; siehe auch Abb. 7. In unserem Fall<br />

wurde e<strong>in</strong> Mittelweg e<strong>in</strong>geschlagen, <strong>der</strong> nicht sehr<br />

glücklich ersche<strong>in</strong>t. Der Vor<strong>der</strong>mann faßt <strong>die</strong><br />

Antilope bei <strong>der</strong> Schnauze und bei den Hörnern,<br />

stemmt se<strong>in</strong>e Füße nach vorn und wirft se<strong>in</strong>en<br />

Körper rückwärts, so wie <strong>in</strong> dem Bilde aus Nfrmi\t;<br />

aber dort setzt das Tier den äußersten<br />

Wi<strong>der</strong>stand entgegen, stemmt sich ebenfalls und<br />

wirft den Körper <strong>in</strong> entgegengesetzter Richtung.<br />

Dadurch ist das Spiel <strong>der</strong> Kräfte wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wirklichkeit<br />

verteilt und e<strong>in</strong> Gleichgewicht im Bilde


Dritter Bkkkiit <strong>über</strong> <strong>die</strong> Oraiu-xgex apf dem Friedhof <strong>von</strong> Oiza. 221<br />

Al.h. 4:1. Die Mnsjnl).» cl.-s Wut /.. liisi-l.riltoii iml .Ion .Slaturii ilvs (ir.il.h.rri. i.ti.l<br />

rtfiiK'H BnuliMs Phnplh iiiiil auf ilor Opfortnf.-l •«•<strong>in</strong>.- Sol<strong>in</strong>r-.


,'<br />

,<br />

Q<br />

I <br />

Hermanx Jtxker.<br />

hergestellt, während <strong>in</strong> unserem Falle das Tier<br />

ruhig schreitend dargestellt ist und <strong>die</strong> Kraftanstrengung<br />

des Hirten dadurch weniger begründet<br />

ersche<strong>in</strong>t. Der l<strong>in</strong>ks stehende Treiber<br />

<strong>die</strong> l<strong>in</strong>ke Hand auf den Rücken des Tieres<br />

legt<br />

und eifert es mit e<strong>in</strong>em Stock an; <strong>der</strong> Stock ist<br />

dabei so gezeichnet, als ob er zwischen den<br />

H<strong>in</strong>terbe<strong>in</strong>en <strong>der</strong> Antilope durchg<strong>in</strong>ge.<br />

Die Beischrift<br />

zur Szene lautet T ; es muß irgend<br />

e<strong>in</strong>e Verwechslung vorliegen: <strong>die</strong> Zeichen s<strong>in</strong>d<br />

sicher, ergeben aber so ke<strong>in</strong>en S<strong>in</strong>n ; <strong>die</strong> gleiche<br />

unverständliche Gruppe f<strong>in</strong>det sich bei <strong>der</strong> entsprechenden<br />

Darstelhuig auf dem nördlichen Gewände;<br />

ob ur.sprünglich e<strong>in</strong> <strong>in</strong>j.t rn mi-M vorlag ?<br />

Auf <strong>der</strong> gegen<strong>über</strong>liegenden Seite des E<strong>in</strong>gangs<br />

weicht <strong>die</strong> Darstellung <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zelheiten ab. Die<br />

Gestalt des Grabherrn ist kle<strong>in</strong>er, und reichte nur<br />

bis zur Mitte des zweiten Bildstreifens.<br />

Vielleicht<br />

waren dar<strong>über</strong> längere Fnschriftzeilen mit Titeln<br />

angebracht, l'nten ist wie<strong>der</strong> <strong>die</strong> Vorführung<br />

e<strong>in</strong>es Mastr<strong>in</strong>des dargestellt, aber <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er ganz<br />

ungewohnten Fassung. Der Treiber hat sich, dem<br />

Grabherrn den Rücken wendend, vor dem Tier<br />

nie<strong>der</strong>gekauert, hält es an e<strong>in</strong>em kiu'zen Strick<br />

fest und greift mit <strong>der</strong> rechten Hand <strong>in</strong> se<strong>in</strong><br />

Maul. Das Bild er<strong>in</strong>nert an das Nudeln des<br />

Viehes, doch kommt e<strong>in</strong>e solche Szene hier nicht<br />

<strong>in</strong> Betracht, vielleicht vorsuclit <strong>der</strong> Hiit nur. das<br />

Tier ganz still zu halten ; <strong>die</strong> Beischrift lautet A<br />

[I i><br />

,<br />

wie<br />

auf <strong>der</strong> gegen<strong>über</strong>liegenden<br />

Seite. — In <strong>der</strong> oberen Reihe wird wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Säbelantilope gebracht, <strong>die</strong>sesmal <strong>von</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Treiber; als Beischrift steht T<br />

Von dem Architrnv <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang «urde<br />

nur e<strong>in</strong> I'.ruchstiick gefunden, auf dem <strong>der</strong> Anfang<br />

<strong>der</strong> Totengebete (srhaiten ist, oben 1<br />

darunter ol<strong>in</strong>c Trc<strong>in</strong>n<strong>in</strong>


Qftpl<br />

^<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> fisER u\f. (.'KAP.rxfJEX ai'f dem FRiEDiKti- vox Ciizx. 223<br />

wiesen; auf se<strong>in</strong>ei- Statue fiiliit er <strong>die</strong> orleieiieii<br />

Bezeiel<strong>in</strong>i<strong>in</strong>geii wie /{'irr l \ 1<br />

.<br />

(Al)l). 43). Das spricht docli sehr für <strong>die</strong> Annali<strong>in</strong>e.<br />

daß R'wr I <strong>der</strong> Bru<strong>der</strong> des Phnpth ist<br />

und nicht aus dem Zweig des ^ürnnfr II stammt .<br />

-^<br />

Infolge <strong>der</strong> Zerstörung <strong>der</strong> Darstellungen und<br />

Inschriften wissen wir <strong>über</strong> <strong>die</strong> Familie des<br />

H'trr I ke<strong>in</strong>en Bescheid. Xur e<strong>in</strong>er se<strong>in</strong>er Söhne<br />

ist uns l)ei


das<br />

224 Hermann JrNKER.<br />

Anlage se<strong>in</strong>er Vorbauten annehmen'. — Es ist<br />

<strong>der</strong> Befund noch <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en Richtung <strong>von</strong><br />

Bedeutung: <strong>der</strong> südhch anschUeßende Bau, <strong>der</strong><br />

zeitlich zwischen <strong>die</strong> Errichtung des Grabdenkmals<br />

des R^wr II und das Anlegen se<strong>in</strong>es Vorhofes<br />

zu setzen ist, vertritt e<strong>in</strong>e späte Form mit<br />

kle<strong>in</strong>ei' Kultkammer <strong>in</strong> Gestalt e<strong>in</strong>er tiefen<br />

Nische, <strong>der</strong>en H<strong>in</strong>terwand ganz <strong>von</strong> <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür<br />

e<strong>in</strong>genommen wird. Dieser Typ ist sicher<br />

für <strong>die</strong> 6. Dynastie belegt und dürfte nach oben<br />

nicht weiter als bis zum Ende <strong>der</strong> 5. Dynastie<br />

gehen. Wenn nun im Schacht des ÜUrr II e<strong>in</strong><br />

Siegel aus dem Toten<strong>die</strong>nst des Dilktr^ gefunden<br />

wurde, so kann man das wohl nur als e<strong>in</strong>en Beweis<br />

ansehen, daß <strong>der</strong> Bau nicht vor dem vorletzten<br />

König <strong>der</strong> ö. Dynastie errichtet wurde;<br />

aber es ist beson<strong>der</strong>s nach dem eben geschil<strong>der</strong>ten<br />

Befund durchaus möglich, daß .se<strong>in</strong>e Vollendung<br />

wesentlich später erfolgte.<br />

Der Serdäbbau umschließt e<strong>in</strong>en Raum <strong>von</strong><br />

3,10 X 1.50 m zur Aufnahme <strong>der</strong> Statuen. Auf<br />

<strong>der</strong> Nordwand ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> vierten Ste<strong>in</strong>schicht <strong>von</strong><br />

unten e<strong>in</strong> Schlitz angebracht; an <strong>die</strong>ser Stelle<br />

waren wie vor <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür im Kultraum bestimmte<br />

Riten des Toten<strong>die</strong>nstes zu vollführen.<br />

Der enge Zusammenhang <strong>der</strong> beiden Opferstellen<br />

sche<strong>in</strong>t noch durch folgenden Umstand betont zu<br />

werden ; Serdäbhaus reicht soweit nach<br />

Norden, daß se<strong>in</strong>e Front <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er L<strong>in</strong>ie mit dem<br />

Südende des Rücksprungs liegt, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Tür zum<br />

Kultraum imirahmt. Der Besucher hatte daher<br />

<strong>von</strong> Norden kommend am Ende des Vorhofs vor<br />

sich das Fenster, h<strong>in</strong>ter dem <strong>die</strong> Statue stand,<br />

und unmittelbar zur Rechten <strong>die</strong> Tür zur Kultkammer.<br />

Der E<strong>in</strong>gang zur ganzen Anlage liegt am Nordende<br />

<strong>der</strong> großen Hofmauer. Man legte offenbar<br />

Wert darauf, daß man das Grab <strong>von</strong> Osten betrat;<br />

so bef<strong>in</strong>det sich ja auch das Tor bei fismnfr<br />

II und /// am Ende <strong>der</strong> <strong>von</strong> Ost nach West<br />

führenden Seitenstraßen und nicht im Norden<br />

am Anfang des vorgelagerten (Janges. Der E<strong>in</strong>gang<br />

zeigt wie bei <strong>der</strong> Tür zur Kultkammer e<strong>in</strong>en<br />

größeren Rücksprung außen und e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>eren<br />

<strong>in</strong>nen<br />

; letzterer war für <strong>die</strong> Angel <strong>der</strong> Tür und<br />

<strong>der</strong>en Anschlag bestimmt.<br />

Es muß noch untersucht \\erden, ob <strong>der</strong> Gang<br />

<strong>der</strong> sich vor <strong>der</strong> Mastaba li<strong>in</strong>zog <strong>über</strong>deckt war.<br />

Dafür könnte <strong>der</strong> Umstand sprechen, daß e<strong>in</strong>e<br />

1 Auch <strong>die</strong> nördliclie Absohlußmauer de.s Hofes ist<br />

nicht im Verband mit dem Tumiihis gemauert, wie <strong>die</strong><br />

Fugen <strong>in</strong>nen imd loei <strong>der</strong> äußeren Vcnkleidimg zeigen.<br />

Überwölbimg im Falle <strong>von</strong> i^snmfr II und ///<br />

nachgewiesen ist. und daß <strong>die</strong>se Anlagen offenbar<br />

als Vorbil<strong>der</strong> <strong>die</strong>nten. Aber es wurden nirgends<br />

irgendwelche Spuren <strong>von</strong> Ziegelmauerwerk gefunden,<br />

auch ke<strong>in</strong>e Ziegelreste, so daß wir wohl<br />

e<strong>in</strong>en offenen Hof annehmen müssen.<br />

Die unterirdischen Anlagen.<br />

Der Haujjtschacht liegt dicht nordwestlich <strong>der</strong><br />

Kultkammer; er führt unter dem Oberbau noch<br />

fi.öO m durch den Fels mid öffnet sich im Süden<br />

zu <strong>der</strong> geräumigen Sargkammer, <strong>der</strong>en Boden<br />

O.öO m tiefer liegt; ihr Grundriß ist nicht ganz<br />

regelmäßig, <strong>die</strong> Nord- und Westwand s<strong>in</strong>d<br />

schlecht bearbeitet. In <strong>der</strong> Südostecke ist 0,50 m<br />

<strong>über</strong> dem Boden e<strong>in</strong>e Nische e<strong>in</strong>gehauen, <strong>die</strong> für<br />

<strong>die</strong> Aufnahme <strong>der</strong> Kanopen bestimmt war; siehe<br />

Giza I, S. 49f. und Vorbericht 1929 S. 96. Der<br />

Sarg stand wie üblich nahe <strong>der</strong> Westwand.<br />

Der zweite, kle<strong>in</strong>ere Schacht ist vielleicht erst<br />

nachträglich zugefügt worden; denn das Mauerwerk<br />

se<strong>in</strong>er Auskleidung ist e<strong>in</strong> an<strong>der</strong>es als das des<br />

HauptscluK^htes und des Tumulus, statt Nummulitqua<strong>der</strong>n<br />

kamen Bruchste<strong>in</strong>e zur Verwendung.<br />

Se<strong>in</strong>e Tiefe <strong>in</strong>nerhalb des Felsgeste<strong>in</strong>s beträgt<br />

nur 3,50 m. Die Maße <strong>der</strong> unregelmäßig geformten<br />

Kammer .s<strong>in</strong>d rund 1,80 x 1,80 m. Der<br />

Boden steigt <strong>von</strong> <strong>der</strong> Schachtsohle nach Süden<br />

an. Spuren e<strong>in</strong>er Bestattung wurden nicht gefunden.<br />

Das Begräbnis im Hauptschacht war zwar<br />

gestört, aber <strong>die</strong> Leiche blieb wohlerhalten, und<br />

<strong>der</strong> größte Teil <strong>der</strong> Beigaben wurde noch vorgefunden.<br />

H'wr lag im Sarg auf den Rücken gebettet,<br />

den Kopf im Norden. Vor <strong>der</strong> Bestattung<br />

war er mumifiziert worden ; man hatte <strong>die</strong> Weichteile<br />

entfernt und <strong>die</strong> Höhlung mit Le<strong>in</strong>wandballen<br />

ausgestopft, <strong>die</strong> vorher mit harziger Flüssigkeit<br />

getränkt wurden; sie bildeten getrocknet<br />

e<strong>in</strong>e feste Masse, .so daß <strong>der</strong> Körper se<strong>in</strong>e ursprüngliche<br />

Foi'm behielt; siehe <strong>die</strong> Abbildung<br />

auf Tafel XIIL Es ist das e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> seltenen Fälle<br />

aus dem Alten Reich, <strong>in</strong> dem sich <strong>die</strong> Art <strong>der</strong><br />

Mumifizierung noch nachweisen läßt; für e<strong>in</strong><br />

zweites Beispiel siehe Slk; im Vorbericht 1914.<br />

S. 31.<br />

Von dem persönlichen Schmuck fand sich noch<br />

e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>facher Armreif aus Goldblech und e<strong>in</strong> Halsband<br />

aus Golddraht, auf den Perlen aus Fayence<br />

aufgereiht waren, sowie e<strong>in</strong>e Spange aus Goldblech<br />

(Abb. 48). Unter den Beigaben ver<strong>die</strong>nt


Dritter <strong>Bericht</strong> tber dtr Orabtxgex äff dem FRfEnnoF vdx Giza. 223


226 Hermann Jttnker.<br />

beson<strong>der</strong>e Erwähnung e<strong>in</strong> Holz szepter = Abb. 45<br />

Nr. 6; es ist <strong>der</strong> hrpStaih, den <strong>die</strong> Grabherrn auf<br />

den Rehefs gewöhnlicli neben dem großen mdw-<br />

Stock tragen ; <strong>der</strong> Griff endet vorn <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Lotosblüte,<br />

auf <strong>der</strong> das flache Vor<strong>der</strong>stück sitzt. —<br />

Das beste Stück <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>werkzeuge ist e<strong>in</strong><br />

fsähf-Messev (Abb. 48 Nr. 5). Die Kupfer<strong>in</strong>struniente<br />

zeigen <strong>die</strong> gewöhnliche Form. Ungewöhnlich<br />

ist e<strong>in</strong>e hölzerne sehr zerstörte Opfermatte<br />

mit Brot ; man vergleiche dazu <strong>die</strong> ähnliche Form<br />

<strong>in</strong> Kupfer aus dem Grabe des Imthepy, Reisner<br />

Boston Bullet<strong>in</strong> XI, S. 61. Am Ende <strong>der</strong> oberen<br />

Reihe <strong>der</strong> Tafel XIII b ist e<strong>in</strong> Reibste<strong>in</strong> dargestellt;<br />

<strong>die</strong> Oberfläche ist durch den Gebrauch<br />

ausgehöhlt ; <strong>die</strong> kle<strong>in</strong>en Maße, 8 cm, machen es<br />

sicher, daß er zum Verreiben <strong>von</strong> Farbe <strong>die</strong>nte,<br />

wohl <strong>von</strong> Schm<strong>in</strong>ke.<br />

Die Ton ware ist <strong>in</strong> größerer Zahl vertreten<br />

und zwar aiisschließlich als Gebrauchsware, nicht<br />

<strong>in</strong> Form <strong>von</strong> kle<strong>in</strong>en Sche<strong>in</strong>vasen. Das ist für<br />

das spätere Alte Reich bezeichnend. Es liegt hier<br />

e<strong>in</strong>e bemerkenswerte Rückbildung vor: In <strong>der</strong><br />

Urzeit und während <strong>der</strong> ersten Dynastien gab<br />

man dem Verstorbenen <strong>die</strong> Gefäße <strong>in</strong> ihrer natürlichen<br />

Größe mit, er sollte sich ihrer wie im<br />

Leben be<strong>die</strong>nen. Dann aber bildete sich e<strong>in</strong>e<br />

Sche<strong>in</strong>ware aus, beson<strong>der</strong>s für <strong>die</strong> Krüge, Becher<br />

und Schüsseln, meist aus Alabaster, <strong>in</strong> denen das<br />

feierliche Totenmahl gereicht wurde; <strong>in</strong> natürlicher<br />

Größe ließ man dagegen zunächst noch<br />

<strong>die</strong> Tr<strong>in</strong>kschalen mit e<strong>in</strong>gezogenem Rand, ganz<br />

selten e<strong>in</strong>ige Krüge; bei manchen Bestattungen<br />

fehlen e<strong>in</strong> wenig später Beigaben ganz, und im<br />

weiteren Verlauf treffen wir immer wie<strong>der</strong> <strong>die</strong><br />

kle<strong>in</strong>en Sche<strong>in</strong>gefäße, schlecht gearbeitet <strong>in</strong> Alabaster<br />

o<strong>der</strong> aus Ton geformt. Man braucht nur<br />

<strong>die</strong> <strong>in</strong> Giza I—II veröffentlichten Beigaben zu<br />

<strong>über</strong>blicken, um zu gewahren, wie durchgreifend<br />

<strong>der</strong> Wandel ist; siehe l)eson<strong>der</strong>s Giza I, S. 108ff.,<br />

Abb. 10—13, Taf. XLI—XLIII.<br />

Gegen Ende des Alten Reiches aber treten<br />

wie<strong>der</strong> <strong>die</strong> großen Gefäße auf, teils neben <strong>der</strong><br />

Sche<strong>in</strong>ware, teils ohne sie; siehe auch Vorbericht<br />

1928 S. 181 und Ütlf. — Die aus unserem<br />

Grabe stammenden Tonvasen s<strong>in</strong>d auf Abb. 45<br />

und Tafel XIII zusammengestellt. Darunter bef<strong>in</strong>den<br />

sich acht eiförmige Krüge, unten zugespitzt;<br />

sie s<strong>in</strong>d alle <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zelheiten <strong>von</strong> e<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

verschieden, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Form des Halses, <strong>der</strong> Behandlung<br />

<strong>der</strong> Lippe, <strong>der</strong> L<strong>in</strong>ie <strong>der</strong> Schulter,<br />

und doch gehören sie klar dem gleichen Grundtyp<br />

an.<br />

Für Krüge <strong>die</strong>ser Art siehe aus dem späten<br />

Alten Reich Engelbach-Gunn, Harageh pl.<br />

XXXIf., Petrie-Brunton, Sedment I, pl. XXXIf.<br />

— Platten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> drei Beispielen vertreten, alle<br />

kreisrund, mit nie<strong>der</strong>em Rand. Sie s<strong>in</strong>d gut geglättet,<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong> Farbbad gesteckt und zeigen das<br />

für das Alte Reich bezeichnende stumpfe Rot.<br />

Die Schüssel Abb. 45 Nr. 1 steht auf drei ganz<br />

nie<strong>der</strong>en Füßen; sie gehört zu den Platten, auf<br />

denen beson<strong>der</strong>s Fleischgerichte gereicht wurden,<br />

wie zahlreiche Darstellungen <strong>über</strong> dem Speisetisch<br />

zeigen; siehe auch Vorbericht 1927 S. 157.<br />

— Das bauchige Gefäß Taf. XIII. Mitte <strong>der</strong> oberen<br />

Reihe hat <strong>die</strong> Form <strong>der</strong> großen Mörtelkrüge, <strong>die</strong><br />

<strong>in</strong> den Schächten <strong>der</strong> Mastabas aus <strong>der</strong> 4. Dynastie<br />

gefiuiden wurden; <strong>die</strong> wesentlich kle<strong>in</strong>eren<br />

Maße aber weisen auf e<strong>in</strong>en an<strong>der</strong>en Gebrauch;<br />

man vergleiche etwa Balcz, Gefäßdarstellungen,<br />

Mitteilungen Bd. 4 Abb. 64a auf S. 216.<br />

Der Abdruck e<strong>in</strong>es Siegels auf dem Nilschlammverschluß<br />

e<strong>in</strong>es Kruges = Abb. 45 Nr. 7, wurde<br />

schon oben S. 13 erwähnt; das wie<strong>der</strong>holte Vorkommen<br />

des Anubis, e<strong>in</strong>mal ,,mrj-'Inpw" legt<br />

nahe, daß es sich um das Siegel <strong>der</strong> Totenstiftung<br />

des Ddkir' handelt.<br />

An <strong>der</strong> Außenmauer des Hofes, gegen <strong>die</strong> Mitte<br />

zu, stand <strong>der</strong> grobe Tonkrug Abb. 45, 3; er trug<br />

e<strong>in</strong>e T<strong>in</strong>tenaufschrift und enthielt e<strong>in</strong>e größere<br />

Anzahl <strong>von</strong> Täfeichen aus ungebranntem Nilschlamm<br />

;<br />

jedes <strong>von</strong> ihnen war auf e<strong>in</strong>er Seite mit<br />

Hieratischen Zeichen <strong>in</strong> schwarzer T<strong>in</strong>te beschrieben.<br />

Die Zugehörigkeit zu B'wr II ist sehr<br />

zweifelhaft ; man erwartete <strong>die</strong> Aufstellung <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Kultkammer o<strong>der</strong> wenigstens <strong>in</strong>nerhalb des<br />

Hofes ; es käme daher auch das südlich an R'wrll<br />

anschließende Grab <strong>in</strong> Frage; <strong>der</strong> Weg zu ihm<br />

führt an <strong>der</strong> Fundstelle vorbei; <strong>die</strong> Inschriften<br />

sollen an an<strong>der</strong>er Stelle veröffentlicht werden.<br />

Im Schutt außerhalb <strong>der</strong> Mastaba und <strong>in</strong><br />

ihrem Hof wurden Bruchstücke e<strong>in</strong>er zerschlagenen<br />

Alabasterstatue des Chephren gefunden;<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Nordostecke des Hofes und vor <strong>der</strong> Tür<br />

Teile des Kopfes. Die Zertrümmerung <strong>der</strong> Königsstatuen<br />

fand am Ende des Alten Reiches<br />

statt. Wir fanden <strong>die</strong> Trümmer an<strong>der</strong>er Statuen<br />

des Chephren bei dem schrägen Schacht am<br />

Südostende unserer Konzession, siehe Vorbericht<br />

1914 S. 39, und <strong>in</strong> den Vorbauten des<br />

Kijmnfrt, Vorbericht 1928 S. 185; <strong>der</strong> Kopf<br />

e<strong>in</strong>er Königsstatue lag auf Mastaba D 1 6 = Tafel<br />

IX b <strong>in</strong> Vorbericht 1926; vergleiche auch Vorbericht<br />

1929 S. 139.


Abi), »'i. Dil- MaMtiihn .li-^ /i"i/t //. ru<strong>in</strong>lf aus il.r SiirKkimmn^r 'Ip" Cirabherrn


I<br />

auf<br />

228 Hermann Ji-nker.<br />

2. DIE DARSTELLUNGEN.<br />

(Abb. 40—48).<br />

Als Lepsius <strong>die</strong> Mastaba aufnahm, waren <strong>die</strong><br />

Wände <strong>der</strong> Kultkammer noch vollständig erhalten,<br />

heute steht nur mehr <strong>die</strong> Sche<strong>in</strong>tür mit<br />

e<strong>in</strong>em im Süden anschließenden Teil. Die<br />

übrigen Stücke s<strong>in</strong>d verschwunden, <strong>über</strong> ihren<br />

Verbleib ließ sich nichts mehr ermitteln. Das<br />

Grab liegt nahe dem Ostrande des Friedhofs, dem<br />

meistgefährdeten Teil, <strong>der</strong> am wenigsten Schwierigkeiten<br />

für den Abtransport <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>e bot<br />

;<br />

<strong>der</strong> davorliegenden Reihe s<strong>in</strong>d daher fast alle<br />

Anlagen fast bis zum Boden abgetragen. Da ist<br />

es leicht möglich, daß <strong>die</strong> Blöcke unserer Kammer<br />

unterdessen als Baumaterial weggeschleppt worden<br />

s<strong>in</strong>d. Es ist dagegen unwahrsche<strong>in</strong>lich, daß<br />

sie <strong>von</strong> Altertunis<strong>die</strong>ben geraubt und verkauft<br />

wurden, denn es müßte unterdessen wohl irgend<br />

e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> Stücke bei den Händlern aufgetaucht<br />

se<strong>in</strong>. Auf den Abb. 46—48 werden <strong>die</strong> Zeichnungen<br />

LDH 84 und Erg. XXV—XXVI a<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, um den Vergleich mit den übrigen<br />

Darstellungen aus den Gräbern <strong>der</strong> ^stnnfr-<br />

Familie zu erleichtern. Das Mittelstück <strong>der</strong> West -<br />

wand ist nach dem heutigen Befund gezeichnet<br />

worden; <strong>die</strong> unterdessen verwitterten Teile<br />

wurden dabei punktiert.<br />

Während <strong>der</strong> Bau ganz <strong>der</strong> Familien<strong>über</strong>lieferung<br />

folgt, hat man sich bei <strong>der</strong> Ausschmückung<br />

<strong>der</strong> Kammer <strong>von</strong> ihr freigemacht; Übere<strong>in</strong>stimmungen<br />

erklären sich meist daraus, daß e<strong>in</strong> allgeme<strong>in</strong>er<br />

Brauch <strong>der</strong> Zeit vorliegt.<br />

Auf <strong>der</strong> Westwand ist nur e<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>tür angebracht,<br />

sie sitzt genau <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mitte. Das Aufgeben<br />

<strong>der</strong> zweiten Opferstelle <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kultkannner<br />

ist für das spätere Alte Reich bezeichnend; es<br />

kam damals allmählich <strong>der</strong> Opferraum zur Vorherrschaft,<br />

dessen Westwand ganz <strong>von</strong> e<strong>in</strong>er<br />

großen Sche<strong>in</strong>tür e<strong>in</strong>genommen wird, wie bei<br />

ändmih (33—34), äsmnfr IV (7), >^smnfr-Ttj (8),<br />

NjmiHr' (54), 'Itj, 'Idw (Vorbericht 1914 S. 22)<br />

und an<strong>der</strong>en.<br />

Auf <strong>der</strong> Tafel <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tüi' sitzt M'ivrll <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

üblichen Weise am Speisetisch,<br />

<strong>in</strong><br />

auf den Pfosten<br />

istse<strong>in</strong>Bild jedesmal am Schluß <strong>der</strong> Inschriftzeilen<br />

angebracht, im Gegensatz zu dem Befund bei<br />

iSsmnfrll und III (s. oben S.201), aber es fehlen<br />

wie dort <strong>die</strong> Figuren <strong>der</strong> Totenpriester und Gabenbr<strong>in</strong>genden<br />

auf den anschließenden Flächen.<br />

Südlich <strong>der</strong> Sche<strong>in</strong>tür ist <strong>die</strong> rituelle Speisung<br />

des Grabherrn dargestellt. Zum erstenmal ersche<strong>in</strong>en<br />

hier <strong>die</strong> oben S. 103 beschriebenen Zeremonien,<br />

<strong>die</strong> für das spätere Alte Reich bezeichnend<br />

s<strong>in</strong>d; <strong>der</strong> Gegensatz zu den Gräbern <strong>der</strong><br />

äsmnfr II und /// ist hier beson<strong>der</strong>s auffallend,<br />

da dort gerade <strong>die</strong> Speisetischszene beson<strong>der</strong>s<br />

e<strong>in</strong>fach gehalten ist, unter Weglassung aller<br />

Opferriten. Rhvr II hat sich offenbar dem unterdessen<br />

aufgekommenen Brauch nicht entziehen<br />

wollen .<br />

Die Prie.ster, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Zeremonien vollziehen,<br />

s<strong>in</strong>d rechts vom Opfertisch und den dar<strong>über</strong> dargestellten<br />

Speisen aufgestellt, <strong>in</strong> vier Reihen<br />

<strong>über</strong>e<strong>in</strong>an<strong>der</strong>, wir haben sie uns aber im Halbkreis<br />

vor dem speisenden Grabherrn stehend zu<br />

denken. In dem ersten Streifen <strong>von</strong> unten<br />

steht dem Speisetisch zunächst <strong>der</strong> Priester, <strong>der</strong><br />

<strong>die</strong> Fußspuren verwischt, es schließt sich an das<br />

A<br />

t=^^i : e<strong>in</strong> Priester knieend, vor ih<strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Opferkasten Lpvl<br />

,<br />

den ei- <strong>die</strong> Hände legt, ihre<br />

genauere Haltung ist nicht mehr mit Sicherheit<br />

festzustellen. Nr. 3—4 stellen <strong>die</strong> Gruppe dar,<br />

<strong>die</strong> das rdi.i kbhw vollzieht, das Wasser gießt <strong>der</strong><br />

Stehende aus e<strong>in</strong>em Mm,s-


F^fl"fl<br />

feÄliüB<br />

i^ridesat^i^sa §grEg^'5 aU°e S. UrW:<br />

%! I^DEHEEt<br />

fl/^<br />

^ '»-OD<br />

it^Dn^pe<br />

irgs-^'irfi'D^^a^^tf<br />

7 +<br />

^


DlUTTKK BkKUIIT llilCK DIE CraIUXCJEX AlF DKM FrIEDHUF VOX GlZA. 229<br />

üpfertieres. Die zwei Hiulerlülk' und e<strong>in</strong>er <strong>der</strong><br />

Vor<strong>der</strong>füße s<strong>in</strong>d mit e<strong>in</strong>em Strick zusammengeschnürt,<br />

den <strong>der</strong> Schlächter fest anzieht; <strong>von</strong><br />

dem freien Vor<strong>der</strong>be<strong>in</strong> schaut <strong>der</strong> Huf mit e<strong>in</strong>em<br />

kle<strong>in</strong>en Stück des Unterschenkels unter dem Hals<br />

hervor. Der Geselle hält den Kopf des sich sträubenden<br />

R<strong>in</strong>des nie<strong>der</strong>: tritt mit se<strong>in</strong>em l<strong>in</strong>ken<br />

Fuß auf den Hals und faßt <strong>die</strong> langen Hörncr<br />

mit beiden Händen.<br />

In allen bisher <strong>in</strong> unserer Giza-Veröffentlichung<br />

behandelten Mastabas wird bei den entsprechenden<br />

Szenen immer nur das Abtrennen<br />

des Vor<strong>der</strong>schenkels dargestellt : ebenso<br />

beispielsweise<br />

<strong>in</strong> den Gräbern des Mrjib (L D II 20 a,<br />

21, 22). H'fr"nh (L D II 10) Db/<strong>in</strong>j (LDH 35).<br />

'Ijmrj (l'd Erg. IV), Njirtj (L D Erg. XXXI).<br />

Das steht im E<strong>in</strong>klang mit <strong>der</strong> allgeme<strong>in</strong>en Regel,<br />

nur das fertige Opfer für <strong>die</strong> Speisen darzustellen,<br />

nicht aber <strong>die</strong> entfernteren Vorbereitungen, <strong>die</strong><br />

notgedrungen <strong>in</strong> das Leben des Diesseits führen;<br />

erst später und schrittweise tauchen auch <strong>die</strong>se<br />

Szenen <strong>in</strong> den Kannnern auf. wie das Braten des<br />

Fleisches, das Bereiten des Bieres, <strong>die</strong> Ernte des<br />

Weizens und an<strong>der</strong>e. Daß das Abschneiden des<br />

Vor<strong>der</strong>schenkels e<strong>in</strong>e beson<strong>der</strong>e Beziehung zum<br />

Opfer hatte, wird unten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em eigenen Abschnitt<br />

dargetan. Das B<strong>in</strong>den des Tieres geht<br />

jedenfalls e<strong>in</strong>en wesentlichen Schritt weiter und<br />

entbehrt des unmittelbaren Zusannnenhangs mit<br />

dem Opfer. Das Ersche<strong>in</strong>en <strong>der</strong> Neuerung an<br />

<strong>die</strong>.ser Stelle paßt zu dem erstmaligen Auftreten<br />

<strong>der</strong> landwirtsciiaftlichen Szenen auf <strong>der</strong> Ostwand<br />

unseres Grabes.<br />

Es muß noch vermerkt werden, daß <strong>die</strong> Darstellungen,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> Vorbereitung des Schlachtens<br />

betreffen, nicht erst zur Zeit des R'wr II geschaffen<br />

wurden, sie waren bloß aus Gründen des<br />

Stiles <strong>in</strong> <strong>die</strong> Szenen <strong>der</strong> Kultkamniern nicht aufgenommen<br />

worden. Das älteste Vorkonnnen <strong>in</strong><br />

Giza ist <strong>die</strong> bekannte Szene aus Nh<strong>in</strong>iht, L D II,<br />

14 b, wo <strong>der</strong> riesige Stier <strong>von</strong> vielen Schlächtern<br />

nie<strong>der</strong>geworfen wird. Es iiandelt sich liier mn<br />

e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> Fel.sgräber. <strong>die</strong> e<strong>in</strong>e geson<strong>der</strong>te Entwicklung<br />

<strong>der</strong> Reliefs zeigen; siehe oben S. (>0 und<br />

s. «n.<br />

Die Szene <strong>der</strong> Ali! rciuiung des \'nr<strong>der</strong>schenkcls<br />

vom lci)cnden Tiere.<br />

Von <strong>der</strong> ol^en erwähnten Kegel, daß <strong>in</strong> den älteren<br />

(iräbern des Westfriedhofs nur <strong>die</strong> Opfer<br />

stücke, niilil iiiit-r <strong>die</strong> \'c«rl)er('il <strong>in</strong>i;;cn f<strong>in</strong>- ^*ic<br />

wie<strong>der</strong>gegeben werden, sche<strong>in</strong>en <strong>die</strong> Schlachtszenen<br />

e<strong>in</strong>e Ausnahme zu machen; das ver<strong>die</strong>nt<br />

um so mehr Beachtung, als sie zu dem festen Bestand<br />

<strong>der</strong> Bil<strong>der</strong> gehören, manchesmal sogar <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> gleichen Mastaba mehrmals ersche<strong>in</strong>en, wie<br />

bei Mi)Uj (L D II 20a, 21. 22). Wenn sich aber<br />

herausstellt, daß es Brauch war, dem lebenden<br />

Tiere <strong>die</strong> \'^or<strong>der</strong>keule abzutrennen und dem<br />

Toten zu opfern, .so mußte <strong>die</strong> Szene bei <strong>der</strong><br />

Speisung des Grabherrn notwendigerweise wie<strong>der</strong>gegeben<br />

werden und man konnte sich nicht damit<br />

begnügen, nur <strong>die</strong> Überreichung des Schenkels<br />

darzustellen.<br />

Weigall hat im Journal lltlö S. Kl festgestellt,<br />

daß bei den Begräbnisfeierlichkeiten im<br />

Neuen Reich e<strong>in</strong>em lebenden Kalbe e<strong>in</strong> Vor<strong>der</strong>be<strong>in</strong><br />

abgeschnitten wurde; Schäfer hat AZ. 55<br />

S. 1 den gleichen Brauch für Amarna nachgewiesen.<br />

Giza I, S. 104 wurde <strong>die</strong> Möglichkeit besprochen,<br />

daß <strong>die</strong> Sitte schon im Alten Reich<br />

bestand. Es ergab sich nun nach e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>gehenden<br />

Prüfung des Materials, daß <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat<br />

<strong>die</strong> Szenen <strong>der</strong> Abtrennung des Vor<strong>der</strong>sehenkels<br />

<strong>die</strong>sen grausamen Ritus wie<strong>der</strong>geben.<br />

1. Es hätte wenig S<strong>in</strong>n, dem Schlachtopfer <strong>die</strong><br />

drei Füße zu fesseln, wenn nicht beim Abtrennen<br />

des vierten, freien Schenkels e<strong>in</strong> starker Wi<strong>der</strong>stand<br />

des Tieres erwartet würde. Zum bloßen<br />

Schlachten hätte es genügt, das Tier irgendwie<br />

nie<strong>der</strong>zuwerfen und zu fesseln; wollte man. daß<br />

es dabei ganz still hielt, so band man ihm alle<br />

vier Füße zusammen, wie Tjj, Taf. 72. Klebs.<br />

Reliefs des Alten Reiches Abb. 99 (Kopenhagen),<br />

Capart, Rue des Tombeaux pl, CI Mitte, Wenn<br />

sich aber <strong>die</strong> Darstellungen grundsätzlich so<br />

scheiden, daß bei dem Abschneitlen <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>keule<br />

<strong>die</strong> drei übrigen Füße zu.>


230 Hermann Jitkrer.<br />

erklären, daß bei <strong>der</strong> ägyptischen Zeichenweise<br />

auch <strong>der</strong> ruhende Schweif <strong>in</strong> <strong>die</strong>ser Weise wie<strong>der</strong>gegeben<br />

werden könne ; <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat aber pflegt <strong>der</strong><br />

Zeichner <strong>die</strong> Haltung gerade treu nach <strong>der</strong> Naturbeobachtung<br />

zu geben, wie <strong>die</strong> Darstellungen,<br />

schreiten<strong>der</strong>, kamjifen<strong>der</strong> und ruhen<strong>der</strong> Tiere<br />

zeigen. Mögen auch e<strong>in</strong>igemal Fehler unterlaufen,<br />

beson<strong>der</strong>s <strong>in</strong>folge schematischer Übernahme,<br />

so ist doch <strong>der</strong> Umstand, daß gerade<br />

beim Abtrennen <strong>der</strong> Keule <strong>der</strong> Schwanz sich lebhaft<br />

bewegt, e<strong>in</strong> sicheres Zeichen, daß das Tier<br />

noch lebt. Ganz durchschlagend ist <strong>der</strong> Beweis<br />

da, wo es dabei auch Kot läßt, wie Perrot-Chipiez,<br />

Histoire de Part I, Abb. 91.<br />

Klebs, ebenda S. 124 schlägt e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Lösung<br />

als möglich vor: ..Es sche<strong>in</strong>t, daß selten alle<br />

vier Be<strong>in</strong>e gebunden wurden, meist s<strong>in</strong>d nur drei<br />

gebunden und das vierte wird dann abgeschnitten.<br />

Man kann nicht annehmen, daß dem<br />

getöteten Tier <strong>die</strong> Be<strong>in</strong>e auf- und wie<strong>der</strong> zugebunden<br />

wurden, eher wäre es möglich, daß <strong>die</strong><br />

Szene des Tötens und das Abschneiden <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>keule<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e verschmolzen wurde. Oft sche<strong>in</strong>t<br />

es deshalb, als ob das Tier noch lebt, wenn ihm<br />

das Vor<strong>der</strong>be<strong>in</strong> mit Haut und Haar abgetrennt<br />

wird. Es wirft Kot und schlägt mit dem Schweif."<br />

Aber <strong>die</strong>se fragend vorgetragene Deutung ist unannehmbar.<br />

Es ist unmöglich, daß zwei so verschiedene<br />

Riten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Bilde verschmolzen<br />

wurden. Entwe<strong>der</strong> gibt man den Augenbück des<br />

Schlachtens wie<strong>der</strong>, luid dann kann man das<br />

Tier mit dem Schweif schlagend und Kot lassend<br />

darstellen, o<strong>der</strong> man stellt das Abschneiden <strong>der</strong><br />

Keule nach dem Schlachten dar, und dann muß<br />

das Opfer still daliegen. Wird aber bei <strong>der</strong> Szene<br />

des Lösens <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>keule das Tier als lebend<br />

wie<strong>der</strong>gegeben, so ergibt sich daraus zw<strong>in</strong>gend,<br />

daß <strong>der</strong> e<strong>in</strong>gangs erwähnte grausame Brauch<br />

vorliegt.<br />

3. Es erklärt sich ferner <strong>die</strong> beson<strong>der</strong>e Haltung<br />

<strong>der</strong> Schlächter beim Abtrennen des V^or<strong>der</strong>schenkels<br />

nur bei <strong>der</strong> Annahme, daß <strong>die</strong> Handlung<br />

am lebenden Tiere vorgenommen wird:<br />

meist setzt <strong>der</strong> Gehilfe, <strong>der</strong> das Be<strong>in</strong> mit beiden<br />

Händen faßt und mit aller Gewalt zurückzieht,<br />

e<strong>in</strong>en Fuß auf das Horn, den Kopf o<strong>der</strong> Hals des<br />

Tieres, und <strong>der</strong> Schlächter selbst tritt auf <strong>die</strong><br />

Knotung, <strong>die</strong> <strong>die</strong> drei Füße zusammenhält o<strong>der</strong><br />

auf e<strong>in</strong>en <strong>der</strong> H<strong>in</strong>terfüße.<br />

Klebs glaubt (ebenda<br />

S. 125) daß das geschehe, um e<strong>in</strong>en Halt zu<br />

haben; aber man muß sich den Vorgang nur vergegenwärtigen,<br />

um zu erkemien, daß <strong>die</strong>se Erklärung<br />

unmöglich ist. E<strong>in</strong>en wirklichen Halt<br />

gibt nur e<strong>in</strong> fester unbeweglicher Untergrund;<br />

wer sich auf Horn, Hals o<strong>der</strong> Fuß des Tieres<br />

stemmt läuft Gefahr, abzurutschen o<strong>der</strong> das<br />

(ileichgewicht zu verlieren. Darum stehen <strong>die</strong><br />

Schlächter und ihre Gesellen bei den an<strong>der</strong>en<br />

Schlachtszenen immer mit beiden Füßen auf<br />

dem Boden, e<strong>in</strong>igemal auch bei dem Abtrennen<br />

<strong>der</strong> Keule, wie Tjj Taf. 71 und hier erkennt man,<br />

wieviel sicherer <strong>die</strong>se Fußstellung ist.<br />

Wenn <strong>die</strong> Schlächter <strong>in</strong> <strong>der</strong> Szene auf Horn und<br />

Füße des Opfertieres treten, so geschieht das, um<br />

zu verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n, daß es mit dem Kopf umherschlägt<br />

und mit den Be<strong>in</strong>en zuckt und so e<strong>in</strong><br />

ruhiges Ablösen <strong>der</strong> Keule unmögHch macht.<br />

E<strong>in</strong>er ähnlichen Haltung des Gehilfen begegnen<br />

wir ja gerade auch bei dem B<strong>in</strong>den des Tieres,<br />

wie <strong>in</strong> unserer Mastaba und viel lebendiger<br />

Capart. Rue de tomb. LV. Ganz e<strong>in</strong>deutig ist<br />

<strong>die</strong> Erklärung, wenn noch e<strong>in</strong> zweiter Schlächter<br />

beim Messerschärfen auf das Be<strong>in</strong> des Tieres<br />

tritt, während se<strong>in</strong> Kollege und <strong>der</strong> Ge.selle <strong>die</strong><br />

Abtrennung vornehmen.<br />

4. In fast allen Fällen liegt bei unserer Darstellung<br />

<strong>der</strong> Hals des Tieres frei, und <strong>in</strong> alter Zeit<br />

ist nie auch nur <strong>die</strong> Spur e<strong>in</strong>es Schnittes <strong>der</strong><br />

Schlachtung zu sehen. Es ist undenkbar, daß<br />

es sich dabei bloß um e<strong>in</strong> Vergessen handelt. Wir<br />

kennen Szenen, <strong>die</strong> das Durchschneiden des<br />

Halses darstellen, wie Tjj Taf. 72, und bei <strong>der</strong><br />

Genauigkeit mit <strong>der</strong> <strong>der</strong> ägyptische Künstler das<br />

Gegenständliche immer wie<strong>der</strong>gibt, müßte bei<br />

unserer Szene <strong>die</strong> Schnittwunde angedeutet se<strong>in</strong>,<br />

falls es sicii um das Abtrennen des Schenkels<br />

beim geschlachteten Tier handelte. Ich kenne<br />

nur aus dem späteren Alten Reich das e<strong>in</strong>e o<strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>e Beispiel, das den Halsschnitt hier zeigt,<br />

wie S. Hassan, Excav. II Abb. 135; bei dem<br />

stark zerstörten Zustand <strong>der</strong> Wand läge freilich<br />

e<strong>in</strong>e entfernte Möglichkeit vor, daß wir es mit<br />

e<strong>in</strong>er Absplitterung an <strong>der</strong> fraglichen Stelle zu<br />

tun haben :<br />

wahrsche<strong>in</strong>licher aber ist, daß man <strong>die</strong><br />

Darstellung mit e<strong>in</strong>er an<strong>der</strong>en vermengte, bei <strong>der</strong><br />

das geschlachtete Tier ganz zerlegt wurde. Maßgebend<br />

aber muß bleiben, daß <strong>die</strong> älteren Bil<strong>der</strong><br />

den Halsschnitt des Tieres <strong>in</strong> <strong>der</strong> Szene des Abtrennens<br />

<strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>keule nie zeigen.<br />

Wenn wir <strong>die</strong> vier Punkte mit <strong>der</strong> Tatsache<br />

zusammenstellen, daß das Abtrennen des Vor<strong>der</strong>schenkels<br />

am lebenden Tier <strong>in</strong> späterer Zeit bei<br />

den Toteiifeiern nachgewiesen ist, so kann man<br />

nicht mehr daran zweifeln, daß <strong>die</strong> <strong>in</strong> Rede


Die<br />

DkITTKK HliKKHT t I5KK DIE GRABINGEN AUF DEM FhIEDHOF VOX GlZA. 231<br />

stellenden Szenen des Alten Reiches eben <strong>die</strong>sen<br />

barbarischen Braucli wie<strong>der</strong>gaben.<br />

Schwieriger ist es, <strong>die</strong> Bedeutung <strong>der</strong> Zeremonie<br />

zu erklären. Sollte das vom lebenden Tiere<br />

abgetrennte Fleisch e<strong>in</strong>en beson<strong>der</strong>en J^eckerbisscn<br />

darstellen? Leo Re<strong>in</strong>isch erzählte mir,<br />

daß er bei e<strong>in</strong>em Stamme <strong>in</strong> Abessynien e<strong>in</strong>en<br />

son<strong>der</strong>baren Hochzeitsbrauch erlebt habe: es<br />

wurde bei <strong>der</strong> Feier e<strong>in</strong> R<strong>in</strong>d her beigebracht, man<br />

schnitt ihm blitzschnell Streifen aus dem H<strong>in</strong>terschenkel<br />

und tötete es dann sofort. Das ausgeschnittene<br />

Fleisch wurde den Gästen als erste<br />

Speise gereicht.<br />

Ist e<strong>in</strong>mal nachgewiesen, daß unter den<br />

Schlachtopferszenen des Alten Reichs das Ablösen<br />

<strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>keide am lebenden Tier vorkommt,<br />

so wird uns das zum Verständnis<br />

mancher Darstellungen helfen, <strong>der</strong>en Bedeutung<br />

nicht ohne weiteres klar ist.<br />

So nmß man beispielsweise<br />

jetzt <strong>die</strong> Szene im Grabe des Mhi<br />

LDH 4 so auffassen, daß dem ungefesselten sich<br />

mit aller Macht wehrenden Tiere das l<strong>in</strong>ke V^or<strong>der</strong>be<strong>in</strong><br />

abgeschnitten wird; nur so läßt sich <strong>die</strong> unbequeme<br />

Haltung des Schlächters erklären, <strong>der</strong><br />

beim Schneiden mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hand den an<strong>der</strong>en<br />

Vor<strong>der</strong>fuß <strong>in</strong> Ruhe hält; ganz unverständlich<br />

wäre es auch sonst, warum <strong>der</strong> zweite Gehilfe<br />

e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> H<strong>in</strong>terbe<strong>in</strong>e packt und sich mit Macht<br />

gegen das Tier stemmt, das mit se<strong>in</strong>em freien<br />

H<strong>in</strong>terfuß ausschlägt und den Schweif lebhaft<br />

bewegt. Auch <strong>die</strong> Darstellung Fetrie, Medüm, j)l.<br />

XXII oben l<strong>in</strong>ks wird man jetzt wohl als Lösen<br />

des Schenkels am lebenden Opfer deuten müssen.<br />

Die Südwand ist wie bei S.<strong>in</strong>nifr II iiml ///<br />

<strong>der</strong> Darstellung des Fcstnudds gewidmet, aber<br />

<strong>die</strong> Anoidn<strong>in</strong>ig <strong>der</strong> Szene weicht <strong>in</strong> vielen Punkten<br />

<strong>von</strong> <strong>der</strong> ol)en S. -3 beschriebenen ab. So ist schon<br />

<strong>die</strong> Richt<strong>in</strong>ig des Hildes e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e; R'ur II<br />

sitzt am Westende <strong>der</strong> VVanil und schaut den <strong>von</strong><br />

Osten kommenden Dienern entgegen; das ist<br />

<strong>die</strong><br />

ursprüngliche Anordntuig, wir begegnen ihr bei<br />

SS<strong>in</strong>nJr /, SAillili>. yj.switifr, K'j imd vielen an<strong>der</strong>en.<br />

Hier liegt <strong>der</strong> Gedanke zugrunile, daß <strong>der</strong><br />

(Jrabherr aus <strong>der</strong> südlichen Ser diu Miutt-


i m<br />

232 Hermann Junker.<br />

Abb. il. Dil' Ma.sUil)a dos R'wr II, Darstellung auf (\vr Südwand.<br />

r<strong>in</strong><strong>der</strong>, zuoberst das Wild. Die Schreiber, <strong>die</strong><br />

den Zug anführen und <strong>die</strong> IC<strong>in</strong>tragungen machen,<br />

.s<strong>in</strong>d alle<strong>in</strong> durch den Hausvorsteher vertreten:<br />

er steht <strong>in</strong> <strong>der</strong> dar<strong>über</strong>liegenden Reihe,<br />

vor <strong>der</strong><br />

Szene des Dreschens; er gehört natürlich nicht<br />

dah<strong>in</strong> und se<strong>in</strong>e Anwesenheit an <strong>die</strong>.ser Stelle i.st<br />

aus den entsprechenden Darstellungen <strong>in</strong> SAiii.-<br />

nfr II, III und Grab 16 zu erklären, wo <strong>der</strong><br />

Streifen <strong>über</strong> dem Wild ganz <strong>von</strong> den Schreibern<br />

e<strong>in</strong>genommen wird; siehe Abb. 8a- -b. In den<br />

Darstellungen <strong>der</strong> <strong>in</strong>iteren drei Reihen zeigt sich<br />

e<strong>in</strong>erseits e<strong>in</strong> deutlicher Zusanunenhang mit <strong>der</strong><br />

Familien<strong>über</strong>lieferung, an<strong>der</strong>erseits wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

große Selbständigkeit <strong>in</strong>E<strong>in</strong>zellieiten, auch s<strong>in</strong>d best<strong>in</strong>nnte<br />

Gruppen an<strong>der</strong>en Vorlagen entnommen.<br />

In dem oberen Streifen wird das Wild vorgeführt;<br />

<strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dungen mit Abb. 8 s<strong>in</strong>d unvei'kennbar,<br />

wie <strong>der</strong> Treiber mit dem Stock, das<br />

Anpflocken <strong>der</strong> ersten Säbelantilope und das<br />

Herbeizerren <strong>der</strong> zweiten.<br />

Infolge <strong>der</strong> größeren<br />

Breite <strong>der</strong> Wand war Raum für zwei weitere<br />

Tiere; das letzte ist e<strong>in</strong>e Gazelle, <strong>die</strong> ihr Junges<br />

säugt und dabei ihren Kopf nach ihm wendet.<br />

Das ist ke<strong>in</strong> Bild, das zu dem Vorführen <strong>der</strong><br />

Schlachtopfer paßt, es wurde aus den Darstellungen<br />

des Wildes <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wüste <strong>über</strong>nommen,<br />

äußeren Anlaß dazu gab <strong>die</strong> Darstellung <strong>der</strong><br />

Wüstentiere im Bildstreifen. Wir begegnen <strong>der</strong><br />

säugenden Gazelle <strong>in</strong> dem Landgut des Nbmiht<br />

Freien LD 1 1 , 1 2 b^. Der Künstler des R hör II<br />

hat <strong>die</strong> Gruppe aus dem Zusammenhang gerissen<br />

und <strong>in</strong> den Zug <strong>der</strong> Schlachttiere e<strong>in</strong>gereiht;<br />

er hat es zur Belebung <strong>die</strong>ser Szene getan,<br />

ohne auf den Mangel an Folgerichtigkeit zu<br />

achten; an <strong>die</strong>.ser Stelle kamen nur Schlachttiere<br />

<strong>in</strong> Frage. Die zweite Reihe zeigt wie<strong>der</strong> Übere<strong>in</strong>stimmungen<br />

mit Abb. 8, das Herbeibr<strong>in</strong>gen<br />

des Geflügels im untersten Streifen ist dagegen<br />

<strong>in</strong> ganz abweichen<strong>der</strong> W^eise w ie<strong>der</strong>gegeben.<br />

Bei<br />

Ssiimfr II, III imd Grab Lepsius 16 sehen wir<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Szenenfolge den herbeieilenden Diener<br />

mit den Käfigen, das Herausnehmen des Geflü-<br />

'<br />

Siehe auch <strong>die</strong> säugende Gazolh' <strong>in</strong> dir Wüste<br />

LDH, 4lj (Phnwjks)


Dritter <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabixgex atf dem Friedhof vox GizA. 233<br />

VV >^NNOv C


234 Hermann Junker.<br />

gels, das H<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen zum GrablieiTn und schließlich<br />

das Opfer. Wir müssen uns aber klar<br />

dar<strong>über</strong> werden, daß <strong>die</strong>se Entwicklung <strong>der</strong><br />

Handlung nicht eigentlich zu <strong>der</strong> Szene paßt,<br />

<strong>die</strong> <strong>von</strong> Hause aus nur das e<strong>in</strong>fache Vorführen<br />

<strong>der</strong> Tiere wie<strong>der</strong>geben will, wie Knijnjsivt I,<br />

SsitJUp und an<strong>der</strong>e frühe Gräber zeigen. In <strong>der</strong><br />

Tat stammt <strong>die</strong> ganze untere Reihe auf Abb. 8a<br />

und 8 b aus e<strong>in</strong>er völlig an<strong>der</strong>en Umgebung. Sie<br />

ist den Szenen auf dem Landgut entnommen und<br />

schließt sich hier an den Vogelfang an :<br />

hier f<strong>in</strong>den<br />

wir <strong>die</strong> gleiche Abfolge <strong>der</strong> Handlungen und hier<br />

ist zweifellos ihr eigentlicher Platz.<br />

Lepsius Grab 26 = Erg. XIV sehen wir,<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

zweiten Reihe <strong>von</strong> oben, l<strong>in</strong>ks den Vogelfang mit<br />

dem Klappnetz ; daran schließt sich nach rechts<br />

an 1. <strong>die</strong> Figur des laufenden Dieners, <strong>der</strong> zwei<br />

Käfige an <strong>der</strong> Tragstange br<strong>in</strong>gt, es folgt 2. e<strong>in</strong><br />

Mann mit Geflügel <strong>in</strong> beiden Händen und 3.<br />

das Herausholen aus dem Käfig; 4. ist zerstört.<br />

Könnte man hier noch zweifeln, ob Nr. 3 das<br />

Entleeren des Kastens darstellt und nicht vielmehr<br />

das E<strong>in</strong>sperren <strong>der</strong> Beute, so läßt <strong>die</strong> entsprechende<br />

Szene aus Lepsius Grab 16 = Erg. VI<br />

ke<strong>in</strong>en Zweifel an <strong>der</strong> Deutung. Hier haben wir<br />

rechts den Fang mit dem Netz, anschließend<br />

nimmt e<strong>in</strong> Diener <strong>die</strong> Gänse aus dem Käfig und<br />

<strong>der</strong> Totenpriester dreht e<strong>in</strong>er vor dem Grabherrn<br />

den Hals um. In gleicher folgerichtiger Entwickhnig<br />

<strong>der</strong> Handlung schließt sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> darunter<br />

angebrachten Darstellung an den Fischfang mit<br />

Schleppnetz <strong>die</strong> Überreichung <strong>der</strong> Beute an<br />

Ujmrj. Weitere klare Beispiele <strong>der</strong> Abfolge bietet<br />

Shmhr' (L D II, 42a) und P/mwjh (L D II 46).<br />

Das älteste Vorkommen, noch wesentlich e<strong>in</strong>facher<br />

gehalten, f<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mastaba des<br />

NfrmiU, Petrie, Medüm pl. XXII.<br />

B'wr II hat e<strong>in</strong>en ganz an<strong>der</strong>en Weg beschritten,<br />

hier s<strong>in</strong>d nur <strong>die</strong> verschiedenen Arten<br />

des Fe<strong>der</strong>viehs dargestellt, mit e<strong>in</strong>em Hirten an<br />

<strong>der</strong> Spitze. Voran schreiten gravitätisch <strong>die</strong><br />

Kraniche, Vertreter <strong>von</strong> drei Arten; es folgen<br />

mehrere Arten <strong>von</strong> Gänsen, dann <strong>die</strong> Enten und<br />

<strong>die</strong> Tauben, also <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Reihenfolge, <strong>die</strong> uns aus<br />

den ganz alten Listen bekannt ist und uns beis])ielsweise<br />

auch unter <strong>der</strong> Speisefolge im Grabe<br />

des »S'A7 begegnet, Gizall Abb.33. Dergleichen<br />

Darstellung des Geflügels beim ,,<br />

Anschauen <strong>der</strong><br />

Geschenke" begegnen wir <strong>in</strong> manchen an<strong>der</strong>en,<br />

meist späteren Kammern, wie Nfr (25), Kihjf (21),<br />

'Ijmrj (LDH 50), Mmfr (ebenda II 69), vergleiche<br />

aber aus frühererZeit iV/Vm/'< (LDH, 17).<br />

Die Auffassung <strong>der</strong> Darstellung als Vorführung<br />

zum Opfer wird noch dadurch betont, daß zu<br />

je<strong>der</strong> Tierart, Wild, R<strong>in</strong><strong>der</strong> und Geflügel T<br />

..Tausend" gesetzt wird; es liegt also e<strong>in</strong>e bildliche<br />

Ausführung <strong>der</strong> Listen vor, <strong>die</strong> am Schluß<br />

Tausend an R<strong>in</strong><strong>der</strong>n, Ste<strong>in</strong>böcken, Antilopen,<br />

Gazellen, Kranichen, Gänsen. Enten und Tauben<br />

nennen, wie K;} Abb. 17.<br />

Es hat so, wenn wir <strong>die</strong> Darstelhnigen Abb. 48<br />

und 8 vergleichen, <strong>der</strong> Künstler des Ssmnfr II<br />

zwar <strong>in</strong> <strong>die</strong> Vorführung <strong>der</strong> Opfertiere mehr<br />

Leben gebracht, aber <strong>in</strong> Rhvr wird <strong>die</strong> Art <strong>der</strong><br />

Darstellung mehr dem S<strong>in</strong>n <strong>der</strong><br />

1. \jij^ ,,Richter."<br />

3. DIE INSCHRIFTEN.<br />

a) Die Titel des (Jrabherrn.<br />

2. m- ftpi ,<br />

.Vorsteher <strong>der</strong> Schreiber."'<br />

Szene gerecht.<br />

3. T' ^^=:f ,,Größter <strong>der</strong> Zehn <strong>von</strong> Oberägypten."<br />

<strong>die</strong> geheimen Entscheidungen des Gerichtshofs<br />

E<strong>in</strong>geweihte."<br />

5. ,,Landi'at."<br />

6. E^ iflO „Priester <strong>der</strong> Mi'.tr<br />

Außerdem f<strong>in</strong>den sich <strong>die</strong> Ehrenbezeichnungen<br />

und 5. Titel 1 steht e<strong>in</strong>mal vor<br />

2, das an<strong>der</strong>e Mal vor 5, beides s<strong>in</strong>d geläufige<br />

Verb<strong>in</strong>dungen.<br />

Als ,, Größter <strong>der</strong> Zehn <strong>von</strong> Oberägypten" geliörte<br />

R'wr II e<strong>in</strong>em <strong>der</strong> höchsten Richterkollegien<br />

an, daher wohl auch se<strong>in</strong> Titel 4. Denn<br />

hw.l-icr.t ist e<strong>in</strong> oberster Senat, <strong>in</strong> dem gerade<br />

auch <strong>die</strong> wr iiid sm' vertreten s<strong>in</strong>d, wie ihtjhtp<br />

M M A 1 = S. 70. Wsrntr M M D 1 = S. 174. R'spss<br />

L D II 64, Krj M M D 19. Die Bedeutung und<br />

Organisation <strong>die</strong>ses Senates ist freilich noch<br />

reichlich unklar; außer <strong>der</strong> allgeme<strong>in</strong>en Bezeichnung<br />

hw.t-wr.t wh'd e<strong>in</strong> zweifaches Gericht <strong>die</strong>ser<br />

Art erwähnt, wohl e<strong>in</strong>es für Oberägyi^ten, das<br />

an<strong>der</strong>e für das Nordland ; dann wie<strong>der</strong>um werden<br />

sechs ,,<br />

Große Häuser" genannt, wie bei R^spss<br />

LDH 64b, Kij M M D 19 = S. 228, Mrrwks<br />

Daressy Mera S. 523, Pthhtp M M C 6—7 -f S. 125.<br />

Den Titel 'd mr führte R'wr als Beamter <strong>der</strong><br />

Zentralverwaltung, nicht als Landrat irgend e<strong>in</strong>es


.<br />

Dkittek Bericjit üiiEK DJi; (;rai5Uxgkn ai'f dem Fkiedjiof vox tJiZA. 235<br />

Oaues. E.s wurde oben S. lot', dargelegt, daß<br />

ÄVr // wahrsche<strong>in</strong>lich <strong>der</strong> Bru<strong>der</strong> des Ssn<strong>in</strong>fr<br />

III sei; <strong>in</strong> dessen Mastaba führt <strong>in</strong>-f RUcr<br />

den Titel J.


1. Verzeichnis <strong>der</strong> x\bbildungen.<br />

Abi). ) . Lage-Plan<br />

Seite<br />

<strong>der</strong> im vorliegenden<br />

Bande behandelten Mastabas .... 3<br />

„ 2. Schaubild <strong>der</strong> (Jräbergruppe <strong>der</strong><br />

Familie <strong>der</strong> K<strong>in</strong>jnjiu't 15<br />

„ 3. Verschiedene Arten des Aufbaus<br />

<strong>der</strong> Mastabas 19<br />

„ 4.—5. Schaubil<strong>der</strong> <strong>der</strong> Gräbergruppe<br />

<strong>der</strong> Familie <strong>der</strong> 6Smnfr-Rhvr .... 23<br />

,, 6. Ste<strong>in</strong>gewülbe <strong>über</strong> dem Nordschacht<br />

<strong>der</strong> Anlage des fiSmnjr III 11<br />

„ 7. Verschiedene Lösungen für das<br />

Herbeibr<strong>in</strong>gen <strong>von</strong> störrischen<br />

Tieren<br />

,, 8. a) Das Herbeiführen <strong>der</strong> üpfertiere<br />

ßSt<br />

aus <strong>der</strong> Mastaba des Sp/i^h-if'nh. . 72<br />

b) Dasselbe aus <strong>der</strong> Mastaba des<br />

,iSmnlrIII 73<br />

,, 9. a) Die Speisetischszene auf <strong>der</strong><br />

Südwand <strong>der</strong> Mastaba des<br />

^Sdhtp 74<br />

b) Dasselbe ko])iert auf <strong>der</strong> Südwand<br />

<strong>der</strong> Mastaba des Njmvtnfr<br />

7-")<br />

„ lü. Die verschiedenen Zeremonien vor<br />

dem Speisetisch im späteren Alten<br />

Reich<br />

lit'><br />

,. 10a. Die Zeremonie fies vdj.t kbhir ! Kifi<br />

,, 11. Das „Haus des /,•." <strong>in</strong> <strong>der</strong> Anlage<br />

des /?'«•»• / 121<br />

„ 12. Die Mastaba des A'-;, (JrnndrilJ und<br />

Ansichten 1<br />

2.'i<br />

,, 13. Die Mastaba des A'.y, (irabschächtc<br />

und ( irabkammern 127<br />

,, 14. Die Mastaba des K'j. Darstellungen<br />

und In.schriften auf <strong>der</strong> .Aulicnwaiul<br />

,, 1"). DieMastabft des A'/;, Darstellungen<br />

12'-'<br />

auf den (icwäiiden des H<strong>in</strong>ganges |3|<br />

1<br />

„ Itl. Die Mastaba des Kij. <strong>die</strong> Keliefs<br />

<strong>der</strong> West wand<br />

33<br />

Seite<br />

Abb. 17. Die Mastaba des Kfj, Relief <strong>der</strong><br />

Südwand 135<br />

18. Die Mastaba des K'j. Relief <strong>der</strong><br />

Nordwand 1 39<br />

19. Die Mastaba des Kmjnßu-t II.<br />

Grundriß und Schnitte 147<br />

,, 20. Die Mastaba des Kmjnjsui II.<br />

Darstellung und Inschriften auf<br />

dem nördlichen Türgewände und<br />

<strong>der</strong> Türrolle 151<br />

21. Die Mastaba des K'njnjsui II.<br />

Darstellung auf dem südlichen Gewände<br />

<strong>der</strong> Tür 153<br />

22. Die Ma.staba des Kmjnjiwt II.<br />

Darstelhmgen und Inschriften <strong>der</strong><br />

Westwand zwischen SS. 154 155<br />

,, 23. Die Mastabas des ^Irjnr' und<br />

'nhmr', Grundriß und Schnitte... 157<br />

24. Die Mastaba des 'Irjtir'. Darstellungen<br />

auf den Sche<strong>in</strong>türen 159<br />

24a. Die Mastaba des 'Irjiir'. Fries und<br />

Türgewände 159<br />

25. Die Mastaba des Nj.iwliifr. \'or<strong>der</strong>ansicht<br />

1 03<br />

2(). Die Mastaba des Xjiiwlnfr. (irundriß<br />

mid Schnitte 165<br />

27. Die Mastaba des Xjm'tnfr. Darstellungen<br />

und Inschriften <strong>der</strong><br />

Westwand zu S. 16ß<br />

28. Die Ma.staba des Xjsu<strong>in</strong>fr. <strong>die</strong> Darstellung<br />

auf <strong>der</strong> (Istwand .. .zu S. Irt7<br />

29. Die Mivstaba des Xj.iuiiifr. <strong>die</strong><br />

Boote <strong>über</strong> dem K<strong>in</strong>gang 1«J7<br />

3(1. Die Mastaba des .V/'.^ic/n/;-. <strong>die</strong> DarstelliHig<br />

auf <strong>der</strong> Xordwand<br />

M. Die Ma.staba dos .\'j.iir(nfr. Darstelhuigen<br />

und Insc-hrifton vom<br />

(Jowi<strong>in</strong>de des K<strong>in</strong>gangs tuid iler<br />

Uli»<br />

N'urdsihe<strong>in</strong>tiir. Türrolle 171


9<br />

238 Hermann Jt^nker.<br />

Alili. 32. Die Mastaba fles Njsirtnfr. <strong>die</strong> Inschriften<br />

auf den .Sitzbildnissen<br />

des Grabherrn und se<strong>in</strong>er Gemahl<strong>in</strong><br />

180<br />

,, 33. Das Statnenhaus des ^smnfr II.<br />

Grundriß, Rekonstruktion <strong>der</strong><br />

Nordwand 189<br />

,, 34. Das Statnenhaus des Ssmnjr II,<br />

Innenansicht, Rekonstruktion zu S.19()<br />

,, 35. Das Statnenhaus des lismnfr II,<br />

Relief <strong>der</strong> Westwand 19]<br />

,, 36. Die Ma.staba des ^.imnfr III,<br />

Grundriß 194<br />

,. 37. Die Mastaba des i^smvfr JIl ,<br />

Schnitte 195<br />

,, 38. Die Mastaba des Sstnnjr III, Die<br />

Übervvölbung des Vorraums .... 196<br />

,, 38a. DieMastaba den Ssmnfr 11 1<br />

, Grabschächte<br />

und Sargkammern .... 197<br />

,, 39. Die Ma.staba des !ismnfr III, Beigaben<br />

aus dem nördlichen Grabschacht<br />

215<br />

Abb. 40. Die Mastaba des Ä'Hv /. Grundriß 216<br />

„ 41. Die Mastaba des RHvr I, Schnitte 217<br />

,, 42. Die Mastaba des R^wr I, Reliefs<br />

<strong>der</strong> Türgewände, Fries des Statuen -<br />

hauses 219<br />

„ 43. Die Mastaba des B'irr I, Inschrift<br />

auf <strong>der</strong> Statue des Grabherrn,<br />

Opfertafel se<strong>in</strong>es Sohnes ^Smnfr,<br />

Inschriften auf <strong>der</strong> Doppelstatue<br />

des Phnjpth <strong>in</strong>id se<strong>in</strong>er Mutter ... 221<br />

44. Die Mastaba des E'ivr II, Grundriß<br />

und Schnitte 225<br />

,, 45. Die Mastaba des B'wr II, Funde<br />

aus <strong>der</strong> Sargkammer des Grabherrn<br />

227<br />

46. Die Mastaba des E'n-r II, Darstellungen<br />

und Inschriften <strong>der</strong><br />

Westwand zwischen SS. 228/229<br />

,, 47. Die Mastaba des R'wr II, Darstellung<br />

auf <strong>der</strong> Südwand 232<br />

„ 48. Die Mastaba des R'wr II, Darstellung<br />

auf <strong>der</strong> Ostwand 233<br />

2. Verzeichnis <strong>der</strong> Tafeln.<br />

Tafel I. Die Mastaba des ,S'.^//////)- ///, Westwand.<br />

Tafel Tl. Die Mastaba des i^imifr III, Südwand.<br />

Tafel III . Die Mastaba des .mfr III A )st\\ and .<br />

'fafel IV. Die Mastaba des l^.hnnjr III . Nordwand.<br />

Tafel V. Die Ma.staba des Njhntnfr, l<strong>in</strong>ks e<strong>in</strong><br />

Schreiber (Westwand), rechts zwei<br />

Zwerge (neben <strong>der</strong> Nordsche<strong>in</strong>tür).<br />

Tafel VI. Die Mastaba des Njhvtnjr, 1 — 6, 8 —<br />

Tafel<br />

Hierogl_yphen aus <strong>der</strong> Kultkammer, 7<br />

Schurz e<strong>in</strong>es Gutshofmeisters. 10 Korb<br />

mit Gaben.<br />

VII. Die Mastaba des K?j.<br />

a. E<strong>in</strong>gang des (Jrabes.<br />

b. Unterer Teil <strong>der</strong> Noi'dwand.<br />

Tafel VIII. Die Mastaba des K;j.<br />

Tafel<br />

a. Nördliches Türgewände,<br />

b. südliches Türgewände.<br />

IX. a. Die Gräber <strong>der</strong> Nachkommen des<br />

K<strong>in</strong>jnjsv't I <strong>von</strong> Osten gesehen,<br />

b. Beigaben aus dei' Sargkannner des<br />

K?njnjiwt II.<br />

Tafel .\. Die Mastaba des Nßirtnfr; a— b Ostwand<br />

<strong>der</strong> Kultkammer, Darstellung<br />

Tafel<br />

Tafel<br />

<strong>der</strong> Boote <strong>über</strong> dem E<strong>in</strong>gang.<br />

XI. Die Mastaba des iN^j.9(rfM/r.<br />

a. Au.sschnitt aus <strong>der</strong> Ostwand,<br />

b. Nordwand.<br />

XU. Die Mastaba des S.hnnfr III.<br />

a. Kanopenkrüge aus <strong>der</strong> südlichen<br />

Sargkammer,<br />

Kappe dem 1). Ansatz <strong>der</strong> <strong>über</strong> Nordschacht.<br />

Tafel XITI.a. In.schriftband<br />

<strong>über</strong> dem Statuenliaus<br />

des R^wr I.<br />

b. Beigaben aus <strong>der</strong> Sargkammer des<br />

R'wr II,<br />

Tafel XIV. Statuen<br />

c. Teile <strong>der</strong> Leiche des RUrr II mit<br />

Resten <strong>der</strong> Mumifizierung.<br />

a. Sitzbildnis des Nßwfnfr,<br />

h. Sitzbildnis <strong>der</strong> Hnt. Gemahl<strong>in</strong> des<br />

Nßw<strong>in</strong>ir,<br />

c. Standbild des t^,imnfr II.<br />

d. Bruchstück e<strong>in</strong>es Standbildes des<br />

R'wr I.


I 29.<br />

'<br />

Njiiflidrpw<br />

1 Njk<strong>in</strong>'iiipir<br />

i<br />

Sbmiljl<br />

I<br />

I<br />

Nbkif<br />

'<br />

[<br />

'<br />

8. Liste <strong>der</strong> Kit^ennamen.<br />

;hj 22, 3()— .-Ay 18.1<br />

ihtjhtp 234.<br />

itt-knrs 177.<br />

>/;6«/< 3(i. fiO, 711. 7S. 123. 124, 128,<br />

'Iian 7.<br />

130, 141. 142. 143. 179.<br />

'Iji 182.<br />

'Ijmw 178.<br />

'Ijmrj2-y. 41. 42. «2, 71, 212, 220,<br />

234.<br />

'Ijnjr 78, 82.<br />

'///w;/ 182.<br />

'Iwnw 16, 21, 123.<br />

'Iwnwmnw 28.<br />

'76; .03, 70.<br />

'/6j 95.<br />

'Imndjiii !l. Kl. II. 14, 207.<br />

'Imihepj 220.<br />

'/n/ 54, 178, 180, 2(i3. 208.<br />

'Injk'l 182.<br />

'Inpunvir 'M^, 207.<br />

'Inpwhtp 15, 158, 170, 180.<br />

'/».luni 22. «7, 7«, 234.<br />

.\7r»iii 17«. ISO. ist. IS3.


.<br />

.<br />

240 Hermann Junker.<br />

Njrrjss 53.<br />

Njrmpt 208.<br />

Nfrhtp 6.<br />

Nfrhtpi' 9.<br />

NfrUphthr 138.<br />

Nfrhtps 5.<br />

Nfrhthr 9.<br />

Nfrsrjss 6, 7.<br />

Nfrshn 132.<br />

Njrssmpth 9, 10, 43. 207.<br />

xV/rfc/; 182.<br />

jV/rAvr' 116.<br />

Nfrt (Medum) 137. 187.<br />

Nfrt (Giza) 106.<br />

Nfrt'nh 138, 143.<br />

Nfrthihwjw 9.<br />

Njrthrnjswt 111.<br />

Nfrt'kiw 22, 56.<br />

A^njj/ 183.<br />

Nhrj 95.<br />

W(,6w 172.<br />

2V/i/


.<br />

Dritter <strong>Bericht</strong> i ükr <strong>die</strong> ({rautxgex ai'f dem Friedhof vox Ciiy.x. 241<br />

Kij 1, lö, Ki. 20, 21, 22, 2.-,, 29. 30, 31,<br />

32, 3.5, 30, .)6. .59. (H, 70, 98. 103.<br />

123. 141. 15.-). ITC). 178, ISO. 23 1.234.<br />

Kiju'fl'nh 177. 178.<br />

Kijpu'<strong>in</strong>pw 141.<br />

Kijpwplh 141.<br />

Kijpwiijswl 141.<br />

Kijpwr' 141.<br />

Kijmib 177.<br />

Kijm'tih 12, 15, 25. 31, 44, ,54, 56, 57,<br />

62, 70, 76, 97, 107, 109, 111, 200.<br />

KijnDifrt {].epaiun 63) 48, 59, 61, 62, 63.<br />

Kijmttjrt (siidl. Cheops) 21, 30, 54. 55,<br />

200, 226.<br />

Kijmnjrl (<strong>in</strong> ii^mnfr III) 203, 208.<br />

Kijmufrl (östl. Cheijliren) 4. 52. 56.<br />

Kijmnfrl (Kaiii) 57139) 7 Anni. 1.<br />

Kijhij 183.<br />

Kijhritj 177. 178, 185.<br />

K:jljrpth 12. 15. 25. 31. 115, 158.<br />

Kijiuvji 2(1. 24, 37. 56, .59. 231.<br />

Kijsiim 208.<br />

iv/U)V< 6, 47, 02 Amn. 1.<br />

Kipnjhvl 141.<br />

Ki<strong>in</strong>hs 177.<br />

K!))j»jsivl / 1. 2. 4. 6. N. 1."). Ifi. 18,<br />

21, 22, 29, 32, 37, 55. 56. .59, 61,<br />

63, 67. 70, 76, 79, 81, 89, 91, 106,<br />

109, 110, 123, 134, 140, 141, 142,<br />

143, 145ff., 149, 150, 157. 160,<br />

161 f., 164, 179, 184f., 200,228, 234.<br />

Kmjnjswt II 1, 12, 14. 15, 16, 20, 21,<br />

25, 29, .30, 31 , 32, 35, 56, 60 An<strong>in</strong>.<br />

1, 98, 103. 108. 111. 113, 114, 128.<br />

145. 146, 148ff., 157, 202, 235.<br />

Knijnjhvt III 1.14. 15. 145. 146. 154,<br />

155. 156. 157. 1.59.<br />

Knijr 4, 5, 12, 37, 56, 61.<br />

Kihjl 15, 39, 56, .59, 61, 62, 63, 67, 70,<br />

98, 152, 1.58, 213, 234.<br />

Kihrnjswt 161.<br />

Ktgmnj 110. 111.<br />

Kidw! 53, 56, 57, 76. 111.<br />

Tjtj 183.<br />

Tpm'nh 118.<br />

Tjj 78, 235.<br />

Tntj 7, 18, 38, 39, 56, 57 Amn. 1.<br />

.59. 1.32. 138, 143, 160. 170. 178.<br />

180, 181, 182, 183.<br />

Tlj 12, 34, 146, 188.<br />

Dw<strong>in</strong>r' 36.<br />

d<br />

Dic<strong>in</strong>hr 20 Anni. 1.<br />

Dhhnj 50, .5(>. 62. 67, 68, 7". 104. 113.<br />

229.<br />

Dilj 1, 13, 20. 24. 164, 193, 218.<br />

P'w 89, 142.<br />

Pjijh'pj 119.<br />

Dkr 24. 192.<br />

Ddjmnw 38, 45.<br />

Pdjr' 51. 137.<br />

Pdjr"t\h 179.<br />

'pdjhwfw 21. 30, 54, 55, 56, 144.<br />

'pdufr 40, 148, 158.<br />

Pdkir' 13, 62. 116. 224, 226.<br />

üdtk: 116.<br />


f<br />

.<br />

242 Hermann Junker.<br />

h<strong>in</strong>-ntr H'jr' 175.<br />

hm-ntr Hwjw 175.<br />

hm.t-ntr Nt 177.<br />

hm.i-ntr Nt wp.t-w.'w.t 206, 207.<br />

hm.t-ntr H.t-Hr 111, 206, 207.<br />

hni-ks 118, 119, 143, 146, 160, 181, 182,<br />

183, 208.<br />

hm-w-ki nw pr-d.t 94.<br />

hrj-wdb 35, 57. 103, 109, 110, 1.54,<br />

184.<br />

hrj-wdb m hw.t-'nh 9.<br />

hrj-s ti 9, 11, 15, 146, 175, 170.<br />

hrj-sSti nj wd.t-<strong>in</strong>dw nh.t n.t tijsvt 9,<br />

204.<br />

hrj-äiti nj wd.t-mdw nb.t Mi.t n-t njswt<br />

10.<br />

hrj-sMi nj W(p->ndw it: nj hir.t-v>r 10,<br />

234.<br />

hrj-sSti nj pr-dwi.t 9, 204.<br />

hrj-sMi nj njAwt m i.l.l )th.t 10.<br />

hrj-Uti nb-j 155.<br />

hkiii, 49, 90 f., 181.<br />

hk!-b!.t 10, 94.<br />

hki pr-d.t 94.<br />

hki njw.t 90f., 93, 95.<br />

hki njswt 94, 173.<br />

hki-w nw d.t-f 94.<br />

hki-hw.t 38, 90ff.<br />

hrp 176, 226.<br />

hrpis.t 179.<br />

/(//) '/« 9, 177, 178.<br />

hrp ns.tj m hw.t-'nh 10.<br />

hrp sh 178, 180.<br />

hrp ändw.t 161.<br />

hrp trni 5.<br />

htj Mnw 9, 204.<br />

htj Hi 9.<br />

Mmj 179, 180.<br />

hrj-hb 57, 110, 1.54, 160 An<strong>in</strong>. 1.<br />

hrj-hb n it-f 205.<br />

s;-pr 92, 97.<br />

s!-njswt 207 Anm. 1<br />

si-njhvt nj h.t-f 9, 145, 204.<br />

s.-.t-njiwt 9, 12. 207.<br />

siiv 96.<br />

«/6 10, II. 141. 142. 175, 17<br />

234.<br />

sib imj-ri sS 97.<br />

S!b 'd-nir 9, 10, 204 f., 206.<br />

.sib sS 9, 10, 97.<br />

.i.)l, 172, 173. 175.<br />

hw-' 10.<br />

hnr 213.<br />

h<br />

si '{nj) njswt 9, 10, 11, 141. 1'<br />

235.<br />

SS ' nj njswt hjl-hr 10. 222.<br />

sS 'pr-w 141.<br />

sS pr-'i 92, 97, 207.<br />

tij.tsibti.tj9, 204 f., 206.<br />


I<br />

A//»»'<br />

1<br />

A/wir<br />

.<br />

DiMTTKK 1'>I:KI('1IT i I'.I'.H IMK (iRABt'NGEN AVF PRM FRTEnilOF VOX OlZA. 243<br />

6. Liste <strong>der</strong> Dorfnanien.<br />

thj.l 78.<br />

'h.tj TU.<br />

'l!.l-Flhhl/> 81.<br />

'I.:t-Nhltjk:j 81.<br />

'Ii.t-Sbk 79.<br />

'It.t-krh.u't 78.<br />

'It.t-tni! 78.<br />

'Ii.t-<strong>in</strong>r 78.<br />

•Ii.tj-Tjj 81.<br />

'/;«'lrlH-K<br />

Pi.lTjj 8:..<br />

Rt.imiw 79. 209f.<br />

//.»/r 7«.<br />

/'»I',/ 7».<br />

Phi-Hntr 86.<br />

Pmi-Phnj H.'i.<br />

///•*»• 79.<br />

liu\IH'lr' 80.


.<br />

.<br />

.<br />

244 Hermann Junker.<br />

Hi.t-S 210.<br />

Hw.wt 78.<br />

Hw.t 78.<br />

Hw.t-n-sk; 78.<br />

Hw.t-ntr 78.<br />

Hw.t-htm 78.<br />

Hw.t-K.- 78, 81, 181.<br />

Hw.t-K.--Phnj 81.<br />

Hw.t-Ks-t<strong>in</strong>nw'nh 81.<br />

Hw.t-K;-Sndm 81.<br />

Hiv.t-Ki-äämnfr 81, 209, 210.<br />

Hw.t-Ki-Tjj 81.<br />

Hwdw 79.<br />

Hbnn.t 85.<br />

Hbnn.t-'Ijmrj 8.5.<br />

Hhnn.t-Phnj 85.<br />

Hbnn.t-Pthhtp 85.<br />

Hbnn.t-Nlrirtnf 85.<br />

Hbnn.t-Nhjtjkij 85.<br />

Hbnn.t- Kipvrr' 85.<br />

Hbmi.t-Hlpnpth 85.<br />

Hbnn.t-kimnir 209<br />

Hbnn.t-Stwj 85.<br />

Hbnn.t-Tjj 85.<br />

Hmw.« 79, 209 f.<br />

Hn.< 78.<br />

Hnnt.t 78.<br />

HA-/-;^< 79.<br />

Hk.t-Kimnjrt 80.<br />

Hk.t-Tjj 86.<br />

Htp-H'lr' 80.<br />

Htp.t-6ihxm' 209.<br />

Hlw 79, 181.<br />

Ht.t-Tjj 85.<br />

i?rfrr 78.<br />

H/ÄW« 79.<br />

Hnjw-äimnir 85, 210.<br />

Hnm.t-Hwjw 8,S.<br />

HnniJ-Sisat 83.<br />

Hmn.t-Ksmnfrt 83.<br />

Hntj-b.-w-.'ishur' 209.<br />

Hnw 78.<br />

Hnm.t-Hwfw 209.<br />

Sno-dhu' 181.<br />

ÄÄ-Tyj 82.<br />

Shw-Kimnfrt 82.<br />

Sssn-Phnj 85.<br />

Sään-Knnnfrt 85.<br />

^'§ÄrM) 78.<br />

iSh.t-Pthhtp 80.<br />

$h.t-N frirtnf 86.<br />

äh.t-Kipwr' 80.<br />

6h.t-Tjj 86.<br />

,^'Ä6


I 11//<br />

DlUTTKI! BkHKJIT I T.EK DIE GKABrXGEX ATK DE.M FRIEDHOF VON CJizA. 245<br />

((( (<strong>der</strong> Hervorhcljimg) 230.<br />

<strong>in</strong>.t Tal 81.<br />

<strong>in</strong>j.t „<strong>die</strong> . . . br<strong>in</strong>gt" 84, 87.<br />

<strong>in</strong>j.t pr.t-hr-hrw Br<strong>in</strong>gen des Totenopfers<br />

84, 1(58, 183.<br />

<strong>in</strong>j. I nd.t-hr Br<strong>in</strong>gen dor tJe.selionke<br />

184.<br />

<strong>in</strong>j.t rd Vei"wisehen <strong>der</strong> Fiiß.spiir 53,<br />

57, 58, llOf., 114f., 228.<br />

<strong>in</strong>j.t Mp-t Br<strong>in</strong>gen des Schenkels 52.<br />

«>-.<br />

isj-hr ki-j zu se<strong>in</strong>em Ka gehen 117.<br />

iMvw Klei<strong>der</strong>zwerge 179, 180.<br />

iid Art Frucht 84, 98, 99. 100, 101,<br />

102.<br />

(*rf./ l?aunigartcii 82.<br />

(7 (Jpi-ste 111.<br />

(Vrw Nisbe <strong>von</strong> ,, .Jahreszeit" 113.<br />

idmj roter Le<strong>in</strong>enstoff 85, 99, 107.<br />

idn.t ( ?) Vorratsspoichor 82.<br />

"-mir VVa.«serspendo 99, li"i. |ii|<br />

'r/ Beutel 99.<br />

'hl Art Fisch 0(1.<br />

'gw.t geröstetes Korn H4. '-i'-i, M"'.<br />

102.<br />

u'iy e<strong>in</strong> Ki'st I 12.<br />

iiw(/ Augciisehm<strong>in</strong>k.' 9K. KU. 144. IK4.<br />

i/'/i .Art Fnichl 84, 99, 100, KM, K»2,<br />

<strong>in</strong>.<br />

i/yj-m/)./ Ni'ujahr 112.<br />

tvnljw Zeligstn>ileii 85, i»S,<br />

wrh Hulbeii 107.<br />

i//i'./ Gi'flüg.'l 84.<br />

9'.l, KU.<br />

(w)Al, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferlisle 99. H«». KM.<br />

hW./ ih.t opfern 38, 53, 57, 58, Kt8.<br />

hy/h ih.t opf.rn 45. .50. .57, 58. 84. Kl!».<br />

u-dhw Opfertiseii Kill, 114.<br />

uilb (Opfer) /.iiwoiseii KI8. 115. 22S.<br />

wilhih.t .17, 58. 115.<br />

Uijb-rd ..hiTlI<strong>in</strong>gereiehtes Opfer" 5, 7,<br />

88, 2tlli, 2KI.<br />

bibi.t Art Frucht 84, 101.<br />

b'h.t Überfluß 83, 87.<br />

bnd.l W^e<strong>in</strong>berg 82.<br />

6rf Natron 99. 100, 101, 103, I(l4. 106,<br />

115.<br />

piw.t Brot 99, 100, KU. Iil2.<br />

pr-iM Fruchtschouno 111.<br />

pr-hd Schatzhaus 111.<br />

pr-'k.t Haus <strong>der</strong> E<strong>in</strong>künfte III.<br />

pr-twt Statuenhaus 120.<br />

pr.t-hr-hrw Totenopfor 58, 71, 7ü, 84,<br />

99" 111, 144, 1.54, 155, 168<br />

ph-wj (?) Ende 109.<br />

ph-ilj.t Ende des Oijfers ( ?) 57, 58.<br />

phi Art Frucht 100, 102.<br />

p'hr Opfer 52, 113, 175, 185.<br />

ps backen 71, 76, 99.<br />

pan Brot 5, 99, 100, 102.<br />

piSkij Kultgerät 226.<br />

p


.<br />

I<br />

.<br />

246 Hermann Junker.<br />

hm.t Kuh 99.<br />

hnMJ sich setzen 100, 101, löü.<br />

htik.t Trankopiei 100, 101, 102, 109,<br />

111, 113, 114, 144, 156.<br />

hrj-db' R<strong>in</strong><strong>der</strong>art 51, 99, 113.<br />

/is.« Flasche 104, 106, 107.<br />

hsmn Natron 106.<br />

hk.t Bier 99, 100, 102, 156.<br />

U-.t-htmis Bieiai-t 100. 101, 102, 144.<br />

hknw Ö1 99, 100.<br />

htp njswt imj wsh.t Bezeichniuig des<br />

Totenopfers 99, 100, 101.<br />

htp dj 'Inpw Anvibis sei gnädig und<br />

gebe 144, 155.<br />

Jftp dj njswt gnädig sei <strong>der</strong> König und<br />

gebe 71, 76, 99, 108, 115, 144,<br />

154, 155, 184.<br />

htp Opfer <strong>in</strong> Dorfnameu 84.<br />

hlp wsh.t Bezeichnung des Totenopfers<br />

98.<br />

htp njswt Königsnialil 84, 98, 99,<br />

hd = mihd Säbelantilopc 99.<br />

hd.t e<strong>in</strong> Getränk 99, 100.<br />

7i(/w Zwiebel, Knoblauch loo.<br />

/(.• tausend 144.<br />

/((.< Opfertisch 99. KU. 109.<br />

his.t Wüste 168.<br />

hps Schenkel 99. 100, 102.<br />

hnm.t Amme 82, 83.<br />

hrp ,, Scepter" 154.<br />

/,<br />

h<br />

I(l2.<br />

hnj.t njrt r imiit.t <strong>die</strong> scliönc Fahrt ziun<br />

Westen 185.<br />

hnw-'wj Art Getränk 99.<br />

hnm ,,Krug" 114.<br />

»•«Ente 99, 100, 101, 102. 144.<br />

«••«w Wasserspende 100, 101, I(l7, lOS,<br />

144.<br />

sj.t Art Getränk 5.<br />

sh Speisezelt 82, 168.<br />

s/i« Fleischstüek 99. 100, 101, 102.<br />

assn Lotos 85.<br />

i Gnus 99, 100, 102.<br />

iJ-dfi e<strong>in</strong>e VcrwallLiiigslirliördc 110.<br />

iih verklären 58, 1 10.<br />

sw.t Teil des R<strong>in</strong>des 99, 100, KJl, 102,<br />

HO.<br />

s''j.( Re<strong>in</strong>igung 115.<br />

sirrf <strong>über</strong>weisen 83 Anni.<br />

spr Rippenstück 99, 100. 101. 102.<br />

s/«Ö199, 100, 101.<br />

smii Art Gans 99.<br />

smn.t Stiftung 83 Anm. 1, 87.<br />

sn-d.t Stiftungsbrudor 6f.<br />

snm.t-ih Speisiuig <strong>der</strong> Verklärten 36,<br />

38, 50, .54, 57, 184.<br />

hitr räuchern 58, 71, 76, 98, 99, 100,<br />

101, 156, 184.<br />

shw Ernährimg 83.<br />

sh.t Feld 81.<br />

sht ti.wj{t) Brot <strong>in</strong> <strong>der</strong> 0|if('rlistc 99.<br />

ishp.t Getränk 99, 100, 102, 144.<br />

sh.t e<strong>in</strong>e Körnerfrucht 84.<br />

sh.t-wsd.t 99, 100, 102.<br />

sh.t-hd.t 99, 101, 102.<br />

shkr bekleiden 211.<br />

ssp Kleid 212.<br />

.iir m du'jiv-ssr <strong>in</strong> <strong>der</strong> ()i)ferliste 100,<br />

100, 101.<br />

101, 102.<br />

trj.t Webegött<strong>in</strong> 21 1 f.<br />

ht! Brotsorte 5, 71, 76, 98, 99, 100, hnr Harim 213.<br />

twsw.tÖl 99, 100, 101.<br />

101, 144.<br />

hnfw Brotsorte 98, 99, 100, 101. 102. tivt Statue 24.<br />

hl)-hi.t Brotsorte 99.<br />

skr (Harfe)spielen 213.<br />

twr 98.<br />

skdw.l r 'Iwmr Fahrt nach Heliopolis<br />

185.<br />

skdw.t r sh.t-htp Fahr! zum Speisenfcld<br />

185.<br />

««/>.« Schenlielstück und (ians 100, 101,<br />

102, 111, 114, 144, 156, 213.<br />

sti.t (mr.t) Klei<strong>der</strong>kasten 45.<br />

stjM Festgeruch 46, 99, 100, 101.<br />

sd därw.t Zerbrechen <strong>der</strong> roten Krüge<br />

58, 109.<br />

id.t äntr Räuch(>roi)f(r 99, 115, 144.<br />

sdj! speisen 83.<br />

s'w.t Art Kuchen 99, 100, 101, 102<br />

Sbw Nahrung 99, 100, 101.<br />

imj-hr weggehen zu 117.<br />

<strong>in</strong>i Gebäck 99, 100, 102.<br />

Ssp empfangen 211.<br />

äsp Handbreite 200 Anm. I.<br />

.id.t Brunnen 8 1<br />

sd.l fühw das Lesen <strong>der</strong> Verlilärunj<br />

110.<br />

khh-' Re<strong>in</strong>igung 99.<br />

kbh-bd-ti<br />

Natronwassersiiende<br />

106.<br />

kbhw Wasserspende 98, 103, 106, 107.<br />

kbh'W ts Natronwassers] )ende 99,<br />

101, 103, 104, 228.<br />

kmh Gebäck 99, 100, 102.<br />

krs begraben 116.<br />

104,<br />

100,<br />

kl Ka 115 ff.<br />

kmw We<strong>in</strong>garten 82.<br />

ijrfj.t Gründung 78, 79, 81, 97, Anm. 1,<br />

210.<br />

ghs Gazelle 99, 213.<br />

ffsw Brothälfte 102, 109, 111, 113f.<br />

t-iär Brotsorte 99, 100, 102.<br />

t-imj-ti brotsorte 99, 100, 102.<br />

i-sij Brotsorte 100, 102.<br />

t-wr Brotsorte 89.<br />

t-f.-j-t Brot auftragen 99, 100, 101.<br />

«-W7i Brotsorte 99, 100, 101, 144.<br />

t-hr Brotsorte 99.<br />

«-«-w/ Brotsorte 99, 100, 101.<br />


.<br />

.<br />

.<br />

H<strong>in</strong>tuen<br />

DrITTKR F^IOIUI HI' lliKR r)|K GrAF{1'NC>E.\ auk DEM FRIEDHOF VON GlZA. 247<br />

8. Sachregister.<br />

Abgabeno<strong>in</strong>treibon 92.<br />

Abgetrep])te Außonwämlo 18.<br />

Kembauten 18.<br />

Kembauten ol<strong>in</strong>c \'n (des Oiifertieres) 229.<br />

Blumen 64, 85, 1.54.<br />

— pflücken 66.<br />

Boot 33, 35, 39, 40. 41, 42, 43. 44, 45,<br />

46, 47, 51, 52, 63, 65, 201.<br />

— sbau 42, 43, 47, 49, 62, 66, 77.<br />

— sfahrt 184.<br />

Bossen 149, 150, 193, 198, 223.<br />

Braten 229.<br />

Brett.spiel 44.<br />

Brot beim 0|)fer 58, 59, 113f., 202.<br />

Brotbereitung 53.<br />

Bruchsteiimiauerimg 128, 130, 218,<br />

224.<br />

Brü<strong>der</strong>, nebene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> best iUt et Kl, 1 1.<br />

<strong>der</strong> Totenstiftimg 33.<br />

Büsto 70.<br />

I).<br />

Dacli IJI. IJ.s. i:{(l. I.5II. 164. 19».<br />

Dahsehur 12. 13.<br />

Datierung<br />

de« Friedhofs nördlich iler I'mfiiH-sungs<strong>in</strong>auer<br />

<strong>in</strong> Dahselwesen 116.<br />

I)(irfatdagi-ii 77, 78.<br />

biv.richnungen 77. 78, 80. Hl. 82.<br />

83. 84, 80. 80, 87, 88, 204.<br />

Dorfgründung 79 f.<br />

— listen 84.<br />

— Schulzen s. ägypt. Register hki.<br />

— Vertreter s. Stiftungsgüter.<br />

Dreschen 34, 51, 62.<br />

diu-ch Esel 34, 40, 52.<br />

Eckblöcke 198 f.<br />

E.<br />

Ehrentitel 206, 207.<br />

Eigennamenbildung llöf.<br />

E<strong>in</strong>bauten 2, 8, 193.<br />

E<strong>in</strong>geweidekrüge s. Kanoi)enkrüge<br />

E<strong>in</strong>geweidenischc 30, 200.<br />

E<strong>in</strong>treten <strong>der</strong> Saat 44, 63.<br />

durch Wid<strong>der</strong> 39, 42, 43, 49, 51,<br />

62.<br />

Enten 85 Anm. 1, 203, 234.<br />

Entlehnung <strong>von</strong> Darstellungsmotiven<br />

214, 232, 2.34.<br />

Erblichkeit <strong>der</strong> Ämter 4, 11, 178, 207,<br />

223.<br />

Emtearbeiton 34, .39, 41, 42, 43, 47,<br />

49, 51, 52, 61, 62, 63, 65, 66, 229,<br />

s. auch Feldarbeiten.<br />

— gött<strong>in</strong> 47.<br />

Ersatz für Sarkophage 31.<br />

Ersatzköpfe 22, 137.<br />

Esel beim Dreschen 34, 61.<br />

beim Tragen <strong>von</strong> Säcken 43, 44,<br />

61.<br />

Eselherde 42, 44, 48.<br />

! .<br />

Familien<br />

— begräbnis-se 1, 2, 4, lof.. 21 f., 146,<br />

148, 1.56f., 1.58, 218.<br />

— geschichte 143, 145.<br />

— mitglitnler 7. 12. 33. 38. 46. 47. .5(1,<br />

51, 58, 143. I7ltl'.. 177. 2ii2, 2iMif.,<br />

214.<br />

— tradition im B.riif 4. II. 178, 207,<br />

223.<br />

— tradition im tirabbau l('>. 22, 55 f.,<br />

223 f., 2.32.<br />

— typ des (<strong>in</strong>ibes 21 f.<br />

Fayencefiguren 166.<br />

^ perl.-n 166, 224.<br />

Fehlformen 149.<br />

Feigen 107, 203.<br />

Feigenenite 42, 63. 66.<br />

Feldarix'ilen 39. 4(», 41. 42. 44, 45, 47.<br />

61 ff., 63. 77. 231, s. »ueli Kriit.-<br />

arbeiten.<br />

Keldarb.>iter 91, 98.<br />

FelHgn<strong>die</strong>r .55. Wl, «2, «3.<br />

48, .52.<br />

Felu


.<br />

.<br />

248 Hermann Junker.<br />

Fest C, 84, 88, 112, 113. 11.-), 144.<br />

— gaben 112, 113.<br />

— mahl .s. Mahl<br />

Festung 172 ff.<br />

Feuerste<strong>in</strong>messer 214. 220.<br />

Fisch 84.<br />

— <strong>in</strong> <strong>der</strong> Speiseliste 84.<br />

— fang mit Schleppnetz 34, 40, 42,<br />

44, 47, 49, 51, 52, 62, 63, 65, 66, 77,<br />

234.<br />

— stechen 34, 43, 44, 65, 66, 77.<br />

— Zubereitung 49, 66, 85.<br />

Fischer 91.<br />

Fisoherstechen 42, 43, 52, 53,62.<br />

Flachrelief 166, 202.<br />

Flachsernte 34, 39, 40, 43, 44, 52, 53,<br />

62, 66.<br />

— liechehi 34, 39.<br />

Fleisch<br />

— arten 145.<br />

— Schüssel 226.<br />

— speisen 114, 229.<br />

— stücke als Opfer 59, 00.<br />

Flickarbeit 201.<br />

Flickste<strong>in</strong>e 126, 201.<br />

Flötenspiel 33, 39, 40, 44, 54, 231.<br />

Friedhofsfeste 6.<br />

Fries<strong>in</strong>scliriften 15, 158.<br />

Früchte als Opfer .59, 112.<br />

Füllmauerwerk 18.<br />

Fugen 166, 168.<br />

Furcht vor dem Verstorbenen 28.<br />

Fußwaschung 107.<br />

G.<br />

Gabenbr<strong>in</strong>gende 33—42, 44, 45. 49,<br />

52, 54, 55, 65, 68, 70, 71, 90, 134,<br />

143, 170, 183, 201, 208.<br />

hk)-hiü.t.<br />

Gabenträger s. Opferträger<br />

Gutsverwalter 90ff., 95.<br />

Gänge 2, 12, 55.<br />

Gänseopfer 35, 36, 39, 40, 41, 44, 48,<br />

H.<br />

.52, 57, 58, 113, 114, 1.54, 156, 20 Haartracht 91, 154, 186, 203.<br />

203, 228.<br />

(ialat rächt 177.<br />

Garbenb<strong>in</strong>den 63.<br />

Gartenbau 66.<br />

Gaue 16.<br />

9 V. Unteräg. 175.<br />

13 V. Unteräg. 172, 174 f.<br />

8 V. Oberäg. 172, 175.<br />

10 V. Oberäg. 172, 175.<br />

— leiter 4, 95, 96, 172.<br />

— veiTvahung 96, 172ff.<br />

Gazellen 40, 43, 49, 50, 51, 52, 64, 144,<br />

182, 203, 213. 232.<br />

Gebäck 203.<br />

Gebärden 57f.. 109, IKi, 138, 154,<br />

202, 203, 220.<br />

Geflügel, wird dargebracht 33, 34, 36,<br />

38—44, 46, 48, 49, 50, 52, 59, 60,<br />

61, 63, 140, 172, 203, 214, 232f.<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Opferlistc 84.<br />

Gemahl<strong>in</strong>, nicht im Gi'abe des Gatten<br />

bestattet 12, 214.<br />

Gemüse 59, 87, 203.<br />

Geräteliste 86.<br />

Gesang 33, 34, 37, 40, 42, 44, 45,<br />

47—50, .54, 58, 60, 00. 70, 231.<br />

Gesangsmeister 208.<br />

Ges<strong>in</strong>de 93 s. auch Haushalt.<br />

Gewän<strong>der</strong>, werden gebracht 13, 35,<br />

38, 183.<br />

anlegen 107.<br />

Gewölbe 26, 28, 29, 193, 196, 198.<br />

Gips 166.<br />

Glättung 148, 149.<br />

Grab<br />

— anläge 123, 124, 146, 148, 158, 103<br />

188, 193, 218, 223f.<br />

— anläge, Entwicklung 140.<br />

— ausschmückung, Entwickhmg 65<br />

bis 68.<br />

— beigaben s. Beigaben<br />

— bezirk 175.<br />

•— form, Familientradiliciii m <strong>der</strong> —<br />

12.<br />

hügel 28, 29.<br />

Inhaber, Stellung <strong>der</strong> — 4.<br />

kammer s. Sargkammor<br />

platte 8, 21, 55, 56, 98, 113.<br />

— räuber 13, 28.<br />

— Stollen, schräg 1 1<br />

Granitsärge 30.<br />

Gründimg <strong>von</strong> Ezben 77, 78.<br />

Gurken 87, 203.<br />

Güter <strong>der</strong> Totenstiftung s. Stiftungsgüter.<br />

Gutsbetrieb 92.<br />

Gutshofmeister 92, 97, 182, s. auch<br />

<strong>der</strong> (iutshofmeister 9 1<br />

<strong>der</strong> Weber<strong>in</strong>nen 210ff.<br />

Hacken des Bodens 63.<br />

Händewaschen 100. 107.<br />

Halle 11, 12.<br />

Handwerker 41, 43, 44, 47, 50, 53, 02,<br />

63, 68.<br />

Harfenspiel 33, 44, 54, 213, 231.<br />

Hase 49.<br />

Haus des Ka 118.<br />

Haushalt 179 f., 208.<br />

<strong>der</strong> Königsk<strong>in</strong><strong>der</strong> 142.<br />

Hau.svorsteher 6, 92, 97, 141 f., 176,<br />

178, 203, 232.<br />

Hauste<strong>in</strong>e 128.<br />

Heliopolis 174.<br />

Herrscherhaus 4.<br />

Herumgereichtes Opfer 5 f., 89, 210.<br />

Hieroglyphenausführung 132, 134,<br />

154f., 166, 168, 172, 202.<br />

Himmelsrichtimgen 183.<br />

Hirten 91, 92, 143, 108.<br />

— aufseher 95.<br />

— leben 62, 63, 77.<br />

— Stab 96.<br />

Hochrelief 130, 132.<br />

Hockerbestattung 162.<br />

Hörige 173 f.<br />

Hof (<strong>in</strong> <strong>der</strong> Grabanlage) 22, 218, 223 f.<br />

Hofbeamte 4.<br />

Hofbräuche 5, 87, 136.<br />

Holz für Särge 31.<br />

Holzkasten 13.<br />

Holztür 126.<br />

<strong>in</strong> Ste<strong>in</strong> nachgeahmt 188.<br />

Hoiiigernte 66.<br />

Hund 50, 55, 60, 67, 68.<br />

Hyäne 34, 38, 47, 49, 50, 53.<br />

Igel 49.<br />

Innenzeichnung 132.<br />

Jagd 34, 62, 63, 05, 00, 70.<br />

— hmid 55.<br />

Jahresfeste 112, 113.<br />

Jahreszeitenkammer 65.<br />

Juweliere 50, 53.<br />

K.<br />

Ka 115 ff.<br />

— <strong>die</strong>ner 118, 140, 182, s. auch Totonpriester.<br />

— haus I18f.<br />

— hof 118.<br />

Kaibon 62, 63.<br />

Kalkanstrich 108.<br />

Kalkste<strong>in</strong>, im Kernmauerwerk 20.<br />

— platte 25.<br />

— sarge 30, 31.<br />

Kammer<strong>die</strong>ner 18t).<br />

Kanopen 8, 15, 150, 200, 214.<br />

— aufschriflon 214.<br />

— nisehe 224.<br />

Kapi)e des Schachtes, s. Schachtkap])e.<br />

Koltern 63, 66.<br />

Keramik s. Tongefäßc.<br />

Kernbau 2, 17, 18, 149, 193, 218,<br />

223.<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong>leiclic 100.<br />

Klei<strong>der</strong><br />

— kästen 36.<br />

— sack 35, 38, 43, 45, 46. 48, .50, 53,<br />

55, 179, 180.<br />

— zwerg 70, 170, ISO, 212.<br />

Kleidimg s. Tracht.<br />

Königsgräber 22.<br />

— <strong>die</strong>nst 175.


.<br />

j<br />

—<br />

,<br />

—<br />

j<br />

I<br />

154,<br />

'<br />

—<br />

'<br />

—<br />

'<br />

139f.,<br />

I<br />

I<br />

l'apynis<br />

,<br />

Pflaster<br />

Dritter Bkricht i p.i:r dir nRABTxrjE.v aif i)?:m Frikphof <strong>von</strong> Oizv. 249<br />

Königsnamen bei Stift uiigsf^ülciii 13 f..<br />

16, 78, 80, 82, 83.<br />

Körneropfer 109, 112.<br />

Kopfstütze 35, 38, 76. 170, 17!) f., 214.<br />

Kopien 16,<br />

.")."><br />

An<strong>in</strong>. I. 71. 76, 170.<br />

201 f.<br />

Korbfor<strong>in</strong>en 64.<br />

Kornernte s. Ernteurbeiten.<br />

Korridor 21, 24, 158.<br />

Kranich 3,5, 39, 41, 44, 4."), 47, 48, .54,<br />

140, 144, 234.<br />

Kuchen .59.<br />

Küchenarbeiteii 42. .54. 62, 63, 66,<br />

126, 144, 149, 158, 163, 188, 190f.,<br />

193, 196, 198, 218, 223, 228 f.<br />

Ausschmückung 55, 64—68. 70,<br />

168, 179, 22Uf.<br />

im Süden des Tumulus 22.<br />

mit dem Grabe \ ere<strong>in</strong>igt 8. 21.<br />

vorgebaut 2, 12, 21.<br />

Kultstelle 21, 24, 32, 55, .56, 60, 103,<br />

108, 126, 134, 154, 1.58, 162, 200,<br />

218, 224, 228.<br />

Kunst 32f., .55ff., 66ff., 137f., 187,<br />

232.<br />

Kupfersclimiede 53, 62, 66.<br />

Kupferwerkzeuge 150, 166, 226.<br />

Kuppel 2(i, 28, 29, 201, 220.<br />

Landbesiedlung 77, 78. 175.<br />

Landwirtschaftsszenen 62, 229, 231,<br />

s. auch Feklarbeiten, Kmtearbeiten.<br />

Lattich 203.<br />

Lel)enskraft 116.<br />

Le<strong>der</strong>arbeiter 41, 63.<br />

Lehmziegel 124.<br />

Leimstuhl 186.<br />

Leiche. BehaniUung <strong>der</strong> — «, 160,<br />

224.<br />

Lage 130. 162. 166. 224.<br />

Leichentrog 130, 162.<br />

Le<strong>in</strong>ensaek 38.<br />

Libalionstrog 65.<br />

Liehlsclmeht<br />

lltn.<br />

Llosl)lume 34, 39, 41», 43, 58, 60, 76,<br />

154. 231.<br />

M.<br />

M.islen 48. 53, 62.<br />

Magaz<strong>in</strong> 21. 65.<br />

Mnhl 37. 53. 63. 68. 70. 71, 76. 83. HS.<br />

ItMl. 107. III. 112. 113. NO. 1.52.<br />

1.54. 201 f.. 203. 231<br />

Malte


250 Hermann Junker.<br />

Pr<strong>in</strong>zenerzielivuig 142.<br />

Pr<strong>in</strong>zengräber, abwoicluiid im Typus<br />

4, GO.<br />

mit Slatiion "22.<br />

rrügcl91, 93.<br />

Primksclie<strong>in</strong>tür 47.<br />

Putzschiclit 120, 108.<br />

PyraiBide, Amencmlicts II. 12.<br />

— kammeiTi 60.<br />

— .Stadt 175.<br />

— texte 58, 80f., !»3, l(t4, lOOl'., 1()8,<br />

Ulff.. llOff.. 211.<br />

Quadratnetz 70.<br />

Querbauten 2.<br />

R.<br />

Räuchergefäß 38, 59.<br />

Räucherung 39, 40, 48, 53, 57, 58, 106,<br />

107, 108, 154, 156, 228.<br />

Ramesseum 172.<br />

Raumanordnung 8.<br />

Reden 93, 184f., 213, 235.<br />

Reib.ste<strong>in</strong> 226.<br />

Re<strong>in</strong>igung 103, 104, 107, 108, 203.<br />

Relief, versenktes — 130, 132.<br />

— anordnung 32, 65, 141, 152, 183,<br />

201 ff.<br />

— be<strong>in</strong>akmg .s. BemaU<strong>in</strong>g.<br />

— geschichte 55.<br />

— schmuck 66.<br />

— technik 130, 132. I.Kt. 100, 108,<br />

202.<br />

— themen s. Hil<strong>der</strong><strong>in</strong>liall.<br />

Residenzfriedliof 4, 5.<br />

R<strong>in</strong>d (lebend g(>schlaclitet) 229 f.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>herde, schwimmend 34, 43.<br />

watend 44, 49, 52, 02.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>keule 57.<br />

Abtrennimg <strong>der</strong> — 114, 229 ff.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>opfer s. Schlachtszene.<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>vorführimg 33, 34, 36, 60, 61,<br />

140, 170, 203, 213, 220f., 232.<br />

Riten bei <strong>der</strong> Speiseszene s. Opferriten.<br />

Rollbalken 126.<br />

Rufe 184 f.<br />

Rufgebärde 109, 110.<br />

RimdstaVj 12.<br />

Ru.stikabau 18, 149, 223.<br />

S.<br />

Säbelantiloiie s. Antilope.<br />

Säen 39, 40, 62, 63, 66.<br />

Sänfte 35, 36, 38, 40, 43, 46, 51, 53.<br />

Sänger 39, 45, 52, 70, 213, s. auch<br />

Gesang.<br />

Säule 65.<br />

Salben 13, 38, 107, 108, 115, 154.<br />

Salbgefäß beim Speisetisch 58.<br />

Salj)eter 168.<br />

Sandalen 35, 38, 70, 170. 179 f.<br />

Saqqara, Verhältnis zu Giza 5.<br />

Sarg 8, 30, 31, 166, 200, 201, 220, 224<br />

aus dem Fels gehauen 31, 150, 201,<br />

220.<br />

Ersatz 31.<br />

fehlt 31, 130.<br />

— herstellung 47, 53.<br />

— transport 43, 70.<br />

Sargkammer 25, 29, 30, 65, 66, 76,<br />

128, 130, l.')0, 100, 191, 220,<br />

224.<br />

"Vuskleidiuig 25.<br />

Ausschmückung 14, 30, 70.<br />

Lage 12, 29. 128, 162, 200, 220.<br />

Schacht 20, 25, 150, 158, 162, 193, 220,<br />

224.<br />

— abschluß kegelförmig 26.<br />

— abschluß kuppeiförmig 26, 29,<br />

220.<br />

— auskleidung 25, 128, 130, 200, 201,<br />

218, 224.<br />

— grab 193.<br />

— läge 29, 30, 128, 150, 164, 200,<br />

218f.<br />

Schech el beled 137.<br />

Sche<strong>in</strong>e<strong>in</strong>gang 154.<br />

Sche<strong>in</strong>güter 88, 89.<br />

Sche<strong>in</strong>tür 115, 126, 130, 138, 149, 158,<br />

162, 185, 191, 200.<br />

Darstellungen auf <strong>der</strong> — 33, 34,<br />

36, 38, 40, 41, 43, 44, 45, 47, 49,<br />

52, 60, 103, 109, 138, 152, 158, 170,<br />

228.<br />

Lage7, 12, 21,22, 24, 31,34,35,40,<br />

41, 47, 48, 52, 53, 65, 164, 218,<br />

223.<br />

s. auch Ziegelsclio<strong>in</strong>tür.<br />

Sche<strong>in</strong>vase 108, 130, 150, 214, 220.<br />

Schenkelauslösen 114, 229.<br />

Schichtl<strong>in</strong>ien 149.<br />

Schiff 36, 38, 49, 54, 100, 172.<br />

— fahrtsszene 70, 180.<br />

— swerft 45.<br />

Schlachtme.sser 214.<br />

Schlachtszene 33—46, 48, 50, 51, 52,<br />

54, 61, 63, 66, 140, 143, 170, 184,<br />

201, 202, 213, 228 ff.<br />

Schlächter 91, 230.<br />

Schlangenspiel 44.<br />

Schlitz 188, 190, 199, 218, 224.<br />

Schloß dos Ka 118.<br />

Schm<strong>in</strong>ke 156, 226.<br />

Schmuck 38, 213, 214, 224.<br />

Schreiber 42, 00, 63, 91, 92, 170, 183,<br />

203.<br />

Schreibgerät 203. 222.<br />

Schreibtafel 226.<br />

Sehriftrichtimg 156.<br />

Schurz s. Tracht.<br />

Schuttauffüllung 13.<br />

Schutzgeist 116.<br />

Schwalben 85 Anra. 1.<br />

Seitenfugen 149.<br />

Senkiuig im Westfriedhof 1.<br />

Serdäb 2, 11, 12, 22, 24, 35, 51, 118,<br />

119, 120, 126, 128, 185, 190ff., 198,<br />

218, 224.<br />

— bau 11, 22, 24. 120, 187ff., 199,<br />

218, 222, 223 f.<br />

Sessel 136, 138, 152, 186.<br />

Sicherimg des Toten 28.<br />

Siedhmgsart 77, 78, 175.<br />

Siegelabdi-ücke 13, 16, 150. 224, 226.<br />

Skarabäen 166.<br />

Skizzenbuch 76.<br />

Slugihund 50, 55.<br />

Sonnenlioiligtiun 66.<br />

Sonnenkult 65, 128.<br />

Spazierfahrt 56, 70.<br />

Spazierstock 154.<br />

Speiseliste s. Opferliste.<br />

Speiseaufbau 59, 152, 231.<br />

Speisenträger s. Opferträger.<br />

Speiseplatte 152.<br />

SpeLsostän<strong>der</strong> 152.<br />

Speisetisch s. Opfertisch.<br />

— modeil 150.<br />

— Szene 33—40, 42, 43. 44, 46, 47,<br />

48, 51, 53, 54, 55, 56, 60, 63, 65,<br />

71, 103, 106, 110, 134, 138, 140,<br />

152, 154, 201, 202, 228.<br />

Speisung 37, 70, 71, 83, 84, 98, 103»<br />

108, HO, 111, 154, 155, 231.<br />

Spende des kühlen Wa.ssers 57, 228.<br />

Sp<strong>in</strong>nerei 97.<br />

Stadtverwalter 95.<br />

Stallvorsteher 97, 213.<br />

Stallwärter 143.<br />

Statuen 6, 22, 24, 65, 120, 185, 187,<br />

190ff., 218, 226.<br />

— haus s. Serdäbbau.<br />

— kammer s. Serdäb.<br />

— kapelle (im Tempel) 119.<br />

— kult 22, 24, 35, 119, 191, 224.<br />

— macher 43, 53, 62, 77, s. auch Bildhauer.<br />

— nischen 50, 51, 52.<br />

Ste<strong>in</strong><br />

— bearbeitung 126.<br />

— bock, vorgeführt 35, 41, 48, 50, 52,<br />

64, 140, 144, 170, 182, 184, 203,<br />

213.<br />

— bookjagd 34.<br />

— gefäßher-stellung 43, 50, 62.<br />

— kammern 21, 24, 196.<br />

— kuppel 201.<br />

— mauer 124.<br />

— metzanweisimgen 149. 200.<br />

— verkleidimg 124.<br />

— Werkzeuge 226.<br />

Steuere<strong>in</strong>treiben 92.<br />

vStiftung, königliche 80, 87.


'<br />

42,<br />

DlUTTKR IJlOKrciIT fHKR DTK (iKABTNliKN ATK DKM FkIIUHIOK VilN GfzA. 251<br />

Stifti<strong>in</strong>gsbeamtP 90, «J", 1S2, ^UHf.<br />

— sbrucJor 7, 33, 38.<br />

— sgiiter 14, 33—40, 43, 45, 47, 49,<br />

51, 5-2, 53, 54, 60, 61, 64, 65, 68,<br />

77, 78, 80, 83, 84, 87, 88, 91, 119,<br />

161, 168, 181, 182, 201, 202, 203,<br />

208, 2091'., 213, 231.<br />

— sgutge.schenki' 64, 183.<br />

— sgiitpfHellt liefei-ungen 183.<br />

— sk<strong>in</strong>dcr 7.<br />

— sschwe.sler 53.<br />

.— .svermögen 87 f.<br />

Stil, <strong>der</strong> Architektur 55, 65, 66, 67.<br />

67, 68, 71, 13()f., 14(1, 152. 170,<br />

201 f., 220f., 229.<br />

<strong>der</strong> Särge 30 f.<br />

<strong>der</strong> Statuen 187.<br />

Stoffe 85.<br />

Stoßfuge 15U.<br />

Straßen im Friedhof, nligetroppt 1,<br />

163.<br />

zugebaut 15 f., 123.<br />

Stuekübirzug 130, 132, 150.<br />

Sze))ter (al.s Beigabe) 226.<br />

r.<br />

Tanz 33, 37, 39, 42, 44, 45, 47, 48, 49,<br />

50, 51, 52, 54, 58, 60, 63, 66, 70,<br />

76, 115, 213.<br />

Taube 183, 234.<br />

Technik de.s Reliefs 68, 130f., 168.<br />

Teniiielkapelie 119.<br />

Tiefrehef 130, 132.<br />

Tierdarstellung 130, 232 f., s. auch bei<br />

.<br />

dnrgistellt 1.54. 2"2.<br />

<strong>von</strong> Tum 29.<br />

Tonvei-schluO 150.<br />

Torbau II, 12, 24, .55, 65, 193.<br />

Toten<strong>die</strong>n.1t 5, 25, «6, 67, 87, 90. 98,<br />

104, 107, 108, II5ff., 118, 110, i:»,<br />

1.57, 170, 180, 193.<br />

— Verwaltung 97, 176. 180 f., 208 f.<br />

Toteiifahrt 184.<br />

Tol.'nfeM( 84. 88. 112. 115, III.<br />

Tr)lengeb.'t 24, 46, 51. 53. 112. HS,<br />

144. 161, 222.<br />

Toti-nkult s. Tolen<strong>die</strong>n-nmahlz.it 6, 58. 83. 88. 113. ,•*.<br />

auch SpeiMeti«cliH/.oni'.<br />

Totc-nopfir 65. 83, 87. 1I»H. I lo, 113f..<br />

163, UIH, 191.<br />

Tütenpriester 7, 8, 33, 36, 37, 42, 45.<br />

46, 48, 49, 52, 54, 57, 70, 108, 154,<br />

161, 170, 172, 182, 202,208.<br />

177, 181, 184, 186, 192, 202f., 204,<br />

220.<br />

— <strong>der</strong> Dorf\erl ret er<strong>in</strong>neii 64, 204.<br />

— <strong>der</strong> Tänzer<strong>in</strong>nen 213.<br />

Tranl{.spende 109, 113, 114.<br />

<strong>der</strong> Darstellungen 55 ff., 03f., 65f., Traiibenijre.ssen 53.<br />

Ti'auerszenen 10.<br />

Trogsärge 8.<br />

Tür 191, 192, 198, 199.<br />

— angel 126, 164, 224.<br />

— konstruktion 188, 224.<br />

— rolle 164, 188, 193.<br />

Tumulus 24, 25, 28, 128, 149, 193, 200,<br />

201.<br />

Tura<br />

— blocke 17. 20, 130. 149.<br />

— gräber 28, 29.<br />

— kalkste<strong>in</strong> 30, 124, 126, 164, 166,<br />

168, 185, 192, 198, 200, 202.<br />

•— tonware 29.<br />

f.<br />

Überlieferung <strong>in</strong> <strong>der</strong> (^Iraljform 12.<br />

Ummantelung 124, 149, 163, 164.<br />

Umrißzeichnimg 132.<br />

Unterägypten 61.<br />

Unterbau 25.<br />

Unterricht 142.<br />

Urbarmaclumg <strong>von</strong> Hraeliland 80.<br />

Va.sen 35, 42. 46.<br />

Verb<strong>in</strong>dungsgang, \'ermauerung 25.<br />

VerbreiliTUng des Kernes 16.<br />

Verklärung 47. I 10.<br />

V.Tklel.lung 17.20. 148. 163f.. 192.<br />

abgetreppt 18.<br />

felUt 16. 18.<br />

Vermaueri<strong>in</strong>g iles Verb<strong>in</strong>ih<strong>in</strong>gsgangest<br />

25.<br />

V'eiTochni<strong>in</strong>g 38.<br />

Vi


•252 Hermann Junker.<br />

Zentralisation <strong>der</strong> Verwaltung 174.<br />

Zerbrechen <strong>der</strong> roten Krüge 109, 115.<br />

Zere<strong>in</strong>onien s. Opferriten.<br />

Zeugstreifen 57, 228.<br />

Ziegel, auf dei' Rückseite <strong>der</strong> Mastaba<br />

l(i.<br />

Ziegelgewölbe 193, 196.<br />

— mast abas 17 Anm. 1.<br />

— mauer 124, 128, 130.<br />

— mauerwerk für Vorbauten 21,<br />

— sche<strong>in</strong>tür 12.<br />

— Verkleidung 198.<br />

Ziegelvorbau 55.<br />

Zirkumpolarsterne 29.<br />

Zusetzung <strong>der</strong> Friedhofsstraßen 15.<br />

Zwerg 35, 37, 40, 44, 53, 67, 70, 76,<br />

170, 180.<br />

Zwiebel 87, 203.<br />

9. Grammatische Bemerkungen.<br />

ApiJosition 156, 161.<br />

Badal-Forni 117. 1-56.<br />

Dual 183.<br />

Filiation.sangabe 160. 161.<br />

Genitivverb<strong>in</strong>dimg <strong>in</strong> Titeln 94, 142.<br />

Hervorhebung durch <strong>in</strong> 235.<br />

Hieroglyphenfornaen 132f., 145 f., 108,<br />

172f., 212.<br />

/-Au.slaut 183.<br />

Konjunktion dr 93.<br />

Nisbeendimg 183. [156.<br />

Präposition /(, emphatische Form <strong>in</strong><br />

Schriftrichtung 156.<br />

srfm-/-Form 182 Anm. 1.<br />

Titelreihung 159 f.<br />

Umstellung <strong>der</strong> Zeichen 159 f.<br />

Widmimgsformel 161 f.


10. Verzeichnis <strong>der</strong> benützten Werke.<br />

Ä. Z. (Zeitschiift für äf;yptisclic Spiaflio iiikI<br />

Altertumskunde.)<br />

Annales du Service.<br />

Balcz. H., Zur Datierung dci' Ma.staha (U\s<br />

Snofru-<strong>in</strong>i-istef <strong>in</strong> Dahsur, <strong>in</strong>: Agyptisciie<br />

Zeit.scluift (Ä. Z.) fi7, S. rii.s.sel<br />

11)30.<br />

Catalogue General des Antiquites Egyptiennes<br />

du Musee du ('aire.<br />

Chass<strong>in</strong>at, E., Fouilles de Qattah, <strong>in</strong>: Memoires<br />

publies par les membres de r<strong>in</strong>.stitut Fran^ais<br />

d'Archeologie Orientale du faire. Teil 14.<br />

Kairo 1906.<br />

Daressj-, G., La Nccropole des (irands Pretres<br />

d'Heliopolis sous l'Ancien Empire, <strong>in</strong>: Annales<br />

du Service, Band 16. S. 193ff.<br />

— Le Mastaba de Khä-f-Khoufou ä Gizeh, <strong>in</strong> :<br />

Annales du Service. Band 16. S. 257 ff.<br />

— Le Mastaba de Mera, <strong>in</strong> : Memoire de Tlnstitut<br />

Egyptien, Band III, S. 521.<br />

— The Mastaba of Ptahhetep and Akiiethetp at<br />

Sacmarah. <strong>in</strong>: Archaeological Survey of<br />

Egypt (8 th and th memoir) 1000 1.<br />

— The rock-tombs of Deir el Gebiawi, <strong>in</strong>:<br />

Archaeological Survey of Egypt. 11th and<br />

12th menuiir. London 1001 (12.<br />

— The rock-tombs of Sheikh Said, <strong>in</strong>; Archaeological<br />

Survey of Egypt (10th memoir),<br />

London lOni.<br />

Engelbacii-Gunn. Harageh. <strong>in</strong>: British School<br />

of Archaeology, 20th year. London 1023.<br />

Krman, A.. Agypti.sche Grammatik, Berl<strong>in</strong> l!t28<br />

— Reden. Rufe mid Lie<strong>der</strong> auf (Iräberbil<strong>der</strong>n<br />

des Alten Reiches, Berl<strong>in</strong> 1010.<br />

— Zu.sammenziehung zweier Worte <strong>in</strong> <strong>der</strong> Aussprache,<br />

<strong>in</strong>: Ägyptische Zeitschrift (A.Z.)<br />

56, S. 61 ff.<br />

— und Grapow ,<br />

H.. Wörterbuch <strong>der</strong> ägyptischen<br />

Sprache, 5 Bände, Leipzig 1030 ff.<br />

Fisher, A. S.. The M<strong>in</strong>or Cemetery at Giza<br />

(University of IVnnsylvania) Philadelphia<br />

1024.<br />

Gard<strong>in</strong>er. .\. H.. Kgyptian (irannnar. (Kiord<br />

1027.<br />

— und Set he, K.. I''gyptian letters to the Dead.<br />

London 102s.<br />

unti Davies. \. (J de. Tomb of .\ntefoker.<br />

<strong>in</strong>: Kgypf Exploration Fund, The Thebnn<br />

tombs series \r. 2. London I02


254 HeRMVNN' .Tn>fKRR.<br />

G au t liier, H.,Le Sarcophage Nr. fiOOTduMusee<br />

duCaire, <strong>in</strong>: Annales du Service 30, S. 174ff.<br />

Le roi Zadfre suceesseur i<strong>in</strong>mediat<br />

(Hde<br />

Khoufou-Kheops. Annales du Service<br />

25, S. 17Sff.<br />

Griffith, F. LI., The <strong>in</strong>scriptions of Siut and<br />

Der Rifeh, London 1SS9.<br />

Gunn, B., Teti-Pyramid-Cemeteries, <strong>in</strong>: Excavations<br />

at Saqqarah, Kairo 1926.<br />

— Stu<strong>die</strong>s <strong>in</strong> Egyptian Syntax, Paris 1924.<br />

Hassan, S., Excavations at Giza 1929/30,<br />

Oxford 1932.<br />

— Excavations at Giza 1930/31, Kairo 1936.<br />

Kölscher, U., Das Grabdenkmal des Königs<br />

Chefren, Leipzig 1912.<br />

Johl, C. H., Altägyptische Webstühle und<br />

Bi'ettchenweberei <strong>in</strong> Altägypten, <strong>in</strong>: Sethe,<br />

Untersuchungen zur Geschichte und Altertumskunde<br />

Ägyptens, Band VIIL Leipzig<br />

1924.<br />

Index of Place Names. Kairo.<br />

Government<br />

Press 1932.<br />

Journal of Egyptian Archaeology.<br />

Junker, H., Giza Berieht <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen<br />

auf dem Friedhof des Alten Reiches<br />

bei den Pyramiden <strong>von</strong> Giza Band I 1929.<br />

Band Tl. 1934.<br />

— Vorläufiger <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabungen be\<br />

den Pyramiden <strong>von</strong> Giza 1912. I!il3. I!tl4.<br />

1925, 1926, 1927, 1928, 1929.<br />

— <strong>Bericht</strong> <strong>über</strong> <strong>die</strong> Grabung auf dem Friediiof<br />

<strong>in</strong> Turah. W<strong>in</strong>ter 1909/10, Wien 1912.<br />

— Ennenne 1911/12, Wien 1925.<br />

— Die Stele des Hofarztes Trj., <strong>in</strong>: .\gyptis('he<br />

Zeitschrift (Ä. Z.) 03, S. 53ff.<br />

Kees, H., Kulturgeschichte des Alten Orients:<br />

Ägypten, <strong>in</strong>: Handbuch <strong>der</strong> Altertumswissenschaft,<br />

München 1933.<br />

— Beiträge zur Prov<strong>in</strong>zialverwaltung und <strong>der</strong><br />

Geschichte des Feudalismus. T und TI, Berl<strong>in</strong><br />

1932ff.<br />

— und Biss<strong>in</strong>g, F. W. <strong>von</strong>, Untersuchungen<br />

zu den Reliefs ans dem Re-Heiligtum des<br />

Rathures, I. Teil, <strong>in</strong>: Abhandlungen <strong>der</strong> Bayr.<br />

<strong>Akademie</strong> <strong>der</strong> Wisseiisch., München 1922.<br />

Klebs, L., Die Reliefs des Alten Reiches, Heidelberg<br />

1915.<br />

Königsberger, 0., Die Konstruktion dei'<br />

ägyptischen Tür, Glückstadt 1936.<br />

Lepsius, R., Denkmäler aus Ägypten und<br />

Äthiopien, Berl<strong>in</strong> 1849/59, (24 Bände).<br />

— Text zu Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien,<br />

(5 Bände). Leipzig 1897/1913.<br />

Ergänzungsband zu Denkmäler aus Ägypten<br />

und Äthiopien, Leipzig 1913.<br />

Macramallah. R.. Le Mastaba d'Idout. Kairo<br />

1935.<br />

]\Lariette. A., Les Mastabas de l'Ancienne<br />

Empire. Paris 1S84.<br />

Maspero, G., Sur le sens des mots nuit et Hait,<br />

<strong>in</strong>: Bibliotheque Egyptologique, Band VIII.<br />

Paris 1900.<br />

— La carriere adm<strong>in</strong>istrative de deux hauts<br />

fonctionnaires Egyptiens. <strong>in</strong>: Etudes Egyptiennes.<br />

Band II, S. 113ff.<br />

— Etudes de Mythologie et d'Archeologie egyptienne.<br />

<strong>in</strong>: Bibliotheque Egyptologique 1. 2,<br />

7, 8, 27, 28, 29, Paris 1893ff.<br />

— Trois annees de fouilles dans les tombeaux<br />

des Thebes et de Memphis, <strong>in</strong>: Memoire de<br />

la Mission archeologique fran^aiseau Caire. I, 2.<br />

Mitteilungen des Deutschen Instituts für<br />

Ägyptische Altertumskunde <strong>in</strong> Kairo.<br />

Mem n on, Zeitschrift für <strong>die</strong> Kunst- und Kultuigeschichte<br />

des Alten Orients.<br />

Möller, G., Hieratische Paläographie, Teil I,<br />

Leipzig 1909.<br />

Moret, A., Comptes rendus 1914, S. 538.<br />

— Serdab et maison du Ka, <strong>in</strong>: Ägyptische<br />

Zeitschrift (A.Z.) 52, S. 88 ff.<br />

^lorgan, J. de. Catalogue des Monuments et<br />

Inscriptions de l'Egypte Antique. Wien 1894.<br />

— Fouilles ä Dahchour. 2 Bände. 1894/95.<br />

Müller, H., Darstellungen <strong>von</strong> Gebärden auf<br />

Denkmälern des Alten Reiches, <strong>in</strong>: Mitteilungen<br />

des Deutschen Instituts für ägyptische<br />

Altertumskunde <strong>in</strong> Kairo, Band VIT, 1 u. 2.<br />

Murray, M., Index of names and titles of the<br />

Old K<strong>in</strong>gdom, London 1908 (British School<br />

of Archaeology <strong>in</strong> Egypt, Vol. I).<br />

— Saqqara Mastabas, Part I (Egyptian Research<br />

Account), London 1905.<br />

Naville, E., Das ägyptische Totenbuch <strong>der</strong><br />

XVIII. bis XX. Dynastie, Berl<strong>in</strong> 1880,<br />

E<strong>in</strong>leitung, 2 Bände.<br />

Perrot und (!hipiez, L'Histoire de<br />

l'Antiquite, 8 Bände. Paris 1882, 1903.<br />

1' Art dans<br />

Petrie, Fl<strong>in</strong><strong>der</strong>s, W. M., Gizeh and Rifeh<br />

(British School of Archaeology <strong>in</strong> Egypt),<br />

London 1907.<br />

— Medum, London 1892.<br />

— Bahre<strong>in</strong> and Hemamieh (British School of<br />

Archaeology <strong>in</strong> Egypt), London 1929.


Dritter <strong>Bericht</strong> i-BER <strong>die</strong> f;RABi-NOE>r atf dem Friedhof vox Giza.<br />

Petrie. Fl<strong>in</strong>flcr.s. \V. M aiul W;i<strong>in</strong>ii(;ht , G..<br />

Meydum aiid .^^elnphis III (Kg_vT)tian Research<br />

Account) London 1910.<br />

— and Brunton, G., Sedment I. II (Egyptian<br />

Reseaich Account) London 1924.<br />

Pirenne, J.. Histoire des <strong>in</strong>stitutions et du droit<br />

prive de l'Ancienne Egyjite. Band 1 und 2.<br />

Brüssel 1932 ff.<br />

Polotzi3ff.<br />

Boston Bullet<strong>in</strong> 23 Xr. 13(1, S. 12ff.<br />

Boston Bullet<strong>in</strong> 23 Nr. 137, S. 2(iff.<br />

Boston Bullet<strong>in</strong> 25 Xr. 151. S. (53 ff.<br />

Boston Bullet<strong>in</strong> 32 Jsr. isi». S. 1 ff.<br />

— and Fislier, ('. S.. Prelim<strong>in</strong>ary Report on the<br />

work of the Harvard- Boston Expedition <strong>in</strong><br />

1911 13, <strong>in</strong>: .\nnales du Service 13, S. 227ff.<br />

Koc<strong>der</strong>. (i.. Die Ma.stal)a des riiemka im<br />

I'elizäiis-Museum zu Hihieshe<strong>in</strong>i. 1927. <strong>in</strong>:<br />

Xorfldeutsche Kunstlȟ


Zusätze.<br />

S. 79 statt äg. Inschr. tl S. 93 lies I S. 93 -<br />

S. 81 ebenso. - S. 85 <strong>in</strong> Nr. 38 lies Säwnfr III<br />

Nr. 34. — S. 90 statt Maspero. Bibliotheque<br />

d'Etudes 8, S. 534 lies S. 354. - S. 211 shkr<br />

auch „etwas als Schmuck (jemandem) anlegen".<br />

— S. 230 Bei Selim Hassan Excav. II Abb. 135<br />

sche<strong>in</strong>t bei <strong>der</strong> freilich sehr zer.störten Schlachtszene<br />

<strong>der</strong> Halsschnitt nur bei Wild vorzuliegen,<br />

während <strong>die</strong> daneben dargestellten R<strong>in</strong><strong>der</strong> ihn<br />

nicht zeigen. Man könnte daher <strong>in</strong> Erwägung<br />

ziehen ob <strong>der</strong> Brauch des Abschneidens des<br />

Schenkels des lebenden Tieres vielleicht auf das<br />

R<strong>in</strong><strong>der</strong>opfer beschränkt war. — S. 231. l<strong>in</strong>ke<br />

Spalte Zeile 13. Nachti-äglich erfahre ich. dal.i<br />

e<strong>in</strong> Ethnologe <strong>in</strong> Afrika zahlreiche Beispiele für<br />

ähnliche Bräuche gesammelt hat ; unter an<strong>der</strong>em<br />

auch für das Lostrennen des Schenkels vom<br />

lebenden Tier.


MANX


Hermann Junkek: Gjza III<br />

TAFEL II


Hermann Junker: Giza III<br />

TAPEL III<br />

¥ ETsrrrrMzzm


Hermann Junker: (üza III<br />

TAFEL IV<br />

Uio Mjwjtnbii (Ich Simiifr HI, NonlwuiicJ


Hermann Jünkkr: Giza III<br />

TAFEL V<br />

K<br />

'<br />

Ir^-"<br />

-N ^<br />

r *-<br />

»t


'<br />

H<br />

Hermann Junker: Giza III TAFEL VI<br />

i<br />

5<br />

n II<br />

I<br />

]<br />

\<br />

V^V<br />

10<br />

Hi- Mii.stiil.,i .l.s .\,.^,rl„lr. I<br />

S II llii'i't;ly|>lirl> mil (iiklirn fur iIiih Tiili-iii>|>fiT.


Hermann Junker: Giza III<br />

TAFKL \-II<br />

I>io .Mtift«l


Hermann Junkkr: Giza III<br />

TAFKL Vlil


Hermann Junker: GIza III<br />

J'AFEL IX<br />

-^ff^<br />

1/<br />

Iralx-r .lir Niiclikoiiim.ii >li" Ktii/nj/iiii I l>| ll.'i«al>«ii iiii-«


Hekmanx Junkkk: (üza III TAFEL X<br />

iz^^ :--<br />

:<br />

r^r^<br />

tf<br />

>e\<br />

'^iSb;:^'-'?^<br />

Diu Miujtnlm tU-» .V;>ii7ii/r, 11—b) UmIwuiuI. Du<strong>in</strong>H'lli<strong>in</strong>K iltT l»ool« uUt .l.>r I iir


lliiKMANN Junker: GizA III TAFEL XI<br />

A.<br />

a<br />

\<br />

ST


Herjiann Junker: Giza III<br />

TAFEL XII<br />

K"^^JA .<br />

''.


Hermann Junker: Giza III TAFEL XIII<br />

a) ln^.L'liiiH iiImi- «Ilmii .Sl.ilii. iil..iu., .1.., /."«r 1 \


Hermann Junker: (üza III TAFEL XIV<br />

•I'.C<br />

II) Sit /.I. lid ill'« .Sj^trlnfr,<br />

c) Stnndhilil «Irs .S'*»nn/r //,<br />

li) Sitxl>ilil HoiiK-r Kriui //ii


2 7 u 4

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!