Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

europeanalocal.de

Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

HEFT VII

JAHRGANG VI



ZEITSCH 'RlfT '

••

TUR

" .

SCHONHEITu. KUNST

FREIER VERLAG G. M. B . H.,

BERLlN SW., FRIEDRICHSTR. 218.

PREIS 50 PFENNIG


-I

e. gleber

x ljof-j?h 0 lograph

ofeipziger-Str. 128.

- .fahrsluhl.

S ensationelle Novität I

l!lOI.:lD~OSA

eONFI~MO TE eSRVSMATEl

Berlin,Prinz Albrechtstr. 9

Haus I.Ranges.

H.EGANTE FEST""SÄLE

für Hochzeiten ,Fami lientage

Bälle etc

II.-n

PRINZEN BADEN

~ MAX "

~arl HäüLOW'!f.T~50. I

BERL/NYI· FIU e

H OFLIEFERANTS~ar OllI,rz. H'h. dfJi8

Pi d"o k~mn1e~~g

\Ion Id 00'1

P

= Musteralbum kostenfreI. -==-~

R

B

-I Natur

ansta t


I Z 3Aerzte,

Dresden-Radebeul

Winler~ur.

önigin Jlugusta· tatt~rsall

B~rlln W .• G.

Rönigin Jlugusta'Strass~ 41.

P~n$lon$ = Stallung

für zirka 100 Pfmlt.

Wag~nmnis~n.

Eleldrisch beleuchtete heizbare Reitbahnen.

ßrosse Ruswahl von eleganten \Jerlelh·

pferden.

August

assel

Hoflieferant

Berlin S.o. Enge.1 Ufer4

PIANOS

Aureol

Haarfarbe

von er sten Dermatologen als einzig zweckmäss ig

1I. lInschi.ld lich anerkannt, färbt in :1Ilen Nuancen

durchaus ech t. .J. \V ~c'I", ' nl'zlofi04 e Sohn~.

Kgl. Hofl. Utl,·lIn. Marl


Feinster türkischer Tabak

R Il t

m r

.-

~ ro

(1) ~ ~

a: ~ CD ~

~ fI • _. " ' ~I $»

(\1 1,-4 00' ,- - Q

~,... . , ~ ' • ': I, ,... _

~

~ S =r ~

....... ~ r+a.

t:~ ... CD ro

(1) ~

.;.q~

.... ~

.c ~ ~.... ~

o ~ S ~

00 W $»

.- 00 "'. ,.. ' ~I ::J N

:2= ~o:

t: ... _. ~, ~ ~.

- ,.. .. '.~~. il.~ .• -:~ CD Cf)

\U ..... , .. 'j, .,. 0

L.. ~ .,'fr '.r-'

~ ~ . (: \"' /1 ::r

L.. ... .~i . ~. i I ' lfIIJItl ro

CD ,.. -~ f/IIII ::J

"c ,-4 I> = -I

t: e ,ir ~ $»

CD ~ ~ C-

e ~ ~I $»

(\1'" r+~

~ = ~ ~

CD .- ~

-

~ ~

~ r+ro

lila

IG RETTES

Lieferanten der französischen Tabak-Regie.

In allen feinen Cigarren-Geschäften Deutschlands erhältlich

Verkauf nur an Cigarren -Geschäfte durch unsere General-Vertretung für Deutschland:

Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 22.


~n den öffentlichen Bauten, in den Denkmälern und in den Kunitrammlungen

tJ einer Stadt findet die e:igentümlichkeit derfelben nur unvollkommen aus·

druck. Bezeichnend genug fpüren wir auch dem lieben einer fernen \Jer·

gangenheit nicht in ihren monumenten allein, fondern mit noch größerer \Jorliebe

an den Stätten ihrer Gefelliglleit nach, in den Räumen, wo si ch die Bürgerfchaft

nach des rages mühevollem Schaffen gütlich tat, wo fie fich der e:rholung hingab

und für das zeitlidIe Wohl, fta tt fü r die Zukunft forgte.

Wir modern veranlagten

menfchen empfinden das Bedürfnis, eine Stadt mehr nach ihrem \Jerkehre, nach

ihren \Jergnügungsftätten, nach ihren 5ö tels, eafes und Reftaurants zu beurteilen,

als nach ihren Kunftfchällen noch in weit höherem maße. Gerade nach diefer

Richtung hin bietet Berlin ein dankbares reld. Wer vermag die reftrtraße ).Unter

den liinden). zu paffieren, ohne fich deffen beWUßt zu werden I Hier, wo fich

Berlin in feiner ganzen Pracht und mächtiglleit zeigt, steht allen voran das

Victoria·5ötel mit dem Victoria·eafe.

e:s gibt wenige Stltdte in der Welt, wo ein e:tabliffement diefer art fich einen fo

günftigen Plall zu flchern verftanden hat. Die e:cke der r,riedrichltraße und der

liinden, welche durch das \Jler ORlR·50re:li un~ .eare: gebildet wird, kann

getrort der mittelpunkt von ganz Deutrdlland genannt werden, denn es ift der

mittelpunkt der beiden hervorragendften Straßenzüge Berlins Ilon Often nach

Weften und von norden nach Süden. e:ine fo bevorzugte liage freilich geftallet

die aufgabe desjenigen, weldler an der Spille des e:tabliffements fteht, doppelt

fchwierig, denn ihm fällt es zu, troll der ungewöhnlich hohen Koften der anlage

dem Publikum dennoch das Befte zu bieten, was die Großftadt nur bieten 1{Q~n ,

ohne an das Publilwm anfprüche zu ftellen, durch die er fich dasfelbe entfremden

würde. e:s gehört zur erfolgreichen liöfung diefer aufgabe ein tüchtiger Kopf, eine

reiche e:rfahrung und eine Weitherzigkeit, die vor allem darauf bedacht ift, daß

man fich in dem 5aufe wohl fühle, und den eigenen \Jorteil diefer Grundlage eines

großangelegten e:tabliffements hintanfef.3t. Selten findet man diefe Gaben in einem

einzigen manne der Branche vereinigt. :Jn 5enn no r den aber hat das

Victoria·5ötel mit dem Victoria·eafe

den Richtigen gefunden. Urfprilnglich blos dem eafe vorftehend, hat er es in ver.

hältnismäßig kurzer ,Zeit jdahin gebracht, daß ganz Berlin das \Jictoria·eafe be·

fuchte, und es ift bezeichnend für das vornehme Renommee und die e:lite·elientel,

welche er dem eafe zu erwerben verftand, daß fich die beständige ausdehnung der

fremden Zeitfdlriften des eafes als notwendig erwies. So l!ann man heute mit

rug und Recht behaupten, daß beifpielsweife Ilein europäifches eafe eine größere

anzahl und eine umfaffendere auswahl e n glif ch e r Blätter befillt, als das \Jictoria.eate.

Die Spezialeinrichtungen des \Jlctoria·eate, das \J i c tori a· rr ü hf t il ck

und das1\Ji.ctoria· abendbrot zu feffen Preifen, welche eine empfindlidie

r...ücke ausfüllten, indem fie einem international verfeinerten Bedürfniffe Redl'

nung trugen, lieferten alsbald den Beweis, daß nicht, wie dies bei modernen

e:tabliffements vorzukommen pflegt, die 5aupt[ache, nämlich die Güte der \Jer·

pfleg ung, als nebenfache behandelt wurde. Herr norden hat nun auch das

Victoria=5ötel

übernommen, und die Vorteile, die sich aus diefer Vereinigung ergeben, liegen auf

der 5and. Stehen doch die beiden e:tabliffements in einem natürlichen abhängig.

lleitsverhältniffe zu einander. Das Gedeihen des einen kommt dem anderen zu

gute. So wie 5err norden das \Jictoria·eafci zu dem beffgeleiteten der Stadt zu

erheben wUßte, fo hat er audl aus dem Hötel, weiches in feinen breiten rronten

und Balllons nach den liinden und der rriedridlftraße hin unvergleichliche \Jorzüge

befillt, ein mufter·e:tabliffement zu machen verftanden. nirgends IlOnn der Befucher

Berlins vornehmer wohnen, nirgends mit größerem Komfort, nirgends;:I!ann er

fich wohler fühlen, und doch nirgends rationeller leben als hier. Kurzum

Victoria·eafe und Victoria·5ötel

gehören unftreitig zu dem allerbeften, was Berlin dem

zu biefen hof.

modernen ffienfchen


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

o ))resden . 6

I H6t~~ .. ~n~!.!~!~t~ U

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

~ .

------------------------------------------

•••••••••••••••••••••••••••••

: H. 'BARELLA :

• liuis. I{ önigl. llof-BiicllseuJIIRchel' •

• llerlin W., Fl'llllzö~i se h es tl'lL sse 25/26, Eeke ClulI'lo1.tcllstl'llsse ••

: * Jagdgewehre - Jagdartiltel - munition. >;t :

•••••••••••••••• •••••••••••••

t.

Der Schwcsternverband VO Ill

• Roten Kreuz p-

. '"Annaheim "~ '

elllp ie hlt den hochgeehrten Herren

Aerzten IJ . f allli licn seine gut geschulte n

u. sprach kUlldigenSchw estern f. Kr ankc u­

pfege,Woch enpfiege, Massage etc. rl ochachtuugsvoli

Edith Rapa ll , Vorsl. Berlll1

W .. Ans bllcherstr.53. T cle ph.-Al11 t9,7 125.

Tilit

anerkannt das Beste

fi.ir

Mund&Zähne

stillt

Zqhn$.chmerzen!

Uberall erhältlich.

~I, ,, l l zl lI . j,lch t.llollnust. Rotc .. ({J·cuz.

Aligem. u. ll rtlicbe Lichtbehalldl. Eisenli

cht. Illdicati on: f e ttsucht. G icht, Rh eulII

a ti slllus, Neuralg ien !, Ne ur as th .c lI ~c,

chlaflosigkeit, Lupus, EczclIl Psoro asls,

Bartflechte, Acnc rosa ceR, Ku pferll ilse,

Wunden, ßcingeschwiirc.

Behandlun g ambu!. Auf Wunsch Pension

im Ha use. 0 .' . . UJ·tlol;: .... ·

~~------,------~


Coerz Trieder· Binocle.

(D. R,-P. No. :;04: 343.)

Mit Abbildung.

Da Goerz'sche Trieder-Binocle ist ein neues Fernglas

von gal:lz hervorragenden Eigenschaften. Die" he I' an hol end e

Kraft" diesel' Gläser ist frappant; man muss dieselben benutzt

haben, nm sie richtig würdigen zu können.

Während die gewöhnlichen Operngläser selten eine stärkere

Vergrösserung als 21/2 bis 3 geben, haben die TriMer-Binocles

VergröBserungen von 3-, 6-, 9- und 12-fach! Dies ist für Randfernrohre

sehr bedeutend und stellt etwa die äusserste Grenze

dar, bis zu welcher man bei Handferngläsern gehen darf. Noch

stärkere Vergrösserungen würden ans freier Hand kaum noch

benutzt werden können; man müsste alsdann ein Stativ Zll Hilfe

nehmen.

Welches sind nun die Hauptvorzlige des Goerz'schen TJ'iMer­

Binocles, den älteren Operngläsern gegenüber? - Zunächst das

bei weitem grössere Gesichtsfeld (d. i. die gleichzeitig überblickbare

Fläche). Je grösser das Gesichtsfeld, desto besser der

Ueberblick und desto geringer die Anstrengllng beim Sehen.

Das Gesichtsfeld des Goerz'schen Trieder-Binoeles beträgt 40 0

Goerz Trieder-Binocle.

subjektiv; es ist' dies die 1i.usserste Grenze, welche bis hell te

erreicbt wurde.

An weiteren Vorzügen wären zu neunen: kleines, handliches

Format, vorzügliche Klarheit der Bilder, EinsteIlbarkeit auf

verschiedene Augenabstände. und für verschiedene Sehkraft beider

Augen etc.

Die innere Einrichtung und optische Wirkungsweise ist aus

nebenstehender Figur ersichtlich. Auf clieselbe näher einzugehen

ist Raummangels wegen leider nicht möglich; es sei deshalb nur

bemerkt, dass das Goerz'sche Triöcler-Binocle ein sogenanntes

astronomisches oder Keplersche. Fernrohr ist, bei welchem durch

Zwischenschaltullg von Reflexions - Prismen Bildaufrichtung bewirkt

wird.

Alles Nähere findet man in einer elegant ausgestatteten

Broschüre, welche von der Optischen Anstalt C. P . Goerz in

Berlin-Friedenau 42 an Interessenten gratis und franko versandt

wird; man versäume nicht, dieselbe einzufordern.

(Filialen: New-York, 52 East Ullioll Square. London,

4 und 5 Holborn-Circus, EC. Paris, 22 Rue de l'Entrepöt.)

Die Gläser selbst sind durch jede o]ltiscllC Handlung' oder

direkt von der Fabrik zu beziehen. Die Preise schwanken zwischen

125 llUd 200 Mark, je nach der Vel'grösscrnllg.

Nao h Photopraphle UalbsA,·t'·g 4 Wooh en behandelt

. .. J '" mit " Flx·Flx"

falten, Runzeln unD XrähenJüsse

vers ohwlnden duroh

Fix-Fix" ges. gesoh. m. D. R. 0. 165102, (Kohl ensäure·

" Repassionsverfahren), maoht welke, matte Haut

frlsoh, jugendlloh und welss . -~--­

Preis M. 11 ,25, 15,75 und höh er ----­

Aerztllch empfohlen. Erfolg wird gratis gezeigt Im

Salon tür moDerne 1oilettenkunst,

Würzburg erstrasse 16, an der Augsburgerstrasse.

Feohtboden- ,

Mensur· u.

Parad e­

Artikel, Couleure Ma·

lerelen, Dedloatlons .

Oegenstände fe,'l,igt

nlsi 'pez inlit;;t:

EU.lL LÜI)I{),

Jena I. Th . L.

vorm, Carl Hahn&Sohn

1': r8&e u. grösste ·I.ud

· nlen-UtensiUen­

I·'ab,·ik Delltschlands.

lUlIstr . Kataloge gmtis und I'ranl


Turnplatz In der Hasenhaide

Die Turner des Friedrichs- Gymnasium.

Im Hinterg rund das Denkmal des Turnvaters Jahn

BERLINER LEBEN


theater.

im Leben der Völker ein FUr t meuchlings

hingemordct wird, so blUh t den ruchlIenn

, losen Tätern in der Regel das Los, geköpft,

gehangen, verbrannt, geräd rt oder in Oel gesotten

zu werden; je nach der Stufe, bis zu welcher die

Zivilisation des betreffenden Volkes gediehen ist.

Selten nur, unter ganz aus ergewöhnlichen U 111-

tänden, gehen sie straflos aus. In der Welt der

Dichter aber steht es jedem frei, ungerochen sich

an Königen zu vergreifen, sie zu maltraitieren, in

StUcke zu zerreis en und wieder zusammenzuflicken.

Solches geschah am Sonnabend, den 13, juni 1903,

mittags I Uhr, im Neuen Theater, a llwo unter Leitung

VOll Erich Paetel von der "Neuen Shakespeare-BUhne"

Hamlet, Prinz von Dänemark, Trauerspiel in 5 Akten

von William Shakespeare, in der U ebersetzung von

Ludwig Seeger, nach der Erklärung Hermann Tiirks

exekutiert wurde. FUnf Stunden dauerte das grausame

Spiel, zu dem man Einladungen an Presse

lind Publikum hatte ergehen lassen.

Ueber Hermann TUrks Hamleterklärung hat Kuno

Fischer in Heidelberg bereits vor jahren das letzte

Wort gesprochen. jedenfalls bewies di e nach ihr

veranstaltete AuffUhrung, dass sie fiir die Darstellung

absolut belanglos ist. Weit schlimmer war, dass man

die fiir uns in vieler Beziehung kla sisch gewordene

Schlegel che Uebersetzung durch die von Ludwig

Seeger ersetzt hatte. Dieser als törend empfund ene

Um tand wurde jedoch wesentlich dadurch gemildert,

dass sich die Regie bemUht hatte, Darsteller auszuwählen,

die, was Undeutlichkeit der Aussprache und

Verschlucken von Silben anlangt, di e denkbar grösste

Fertigkeit zu entwickeln vermochten. Das Publikum

folgte den träge sich hinschleppenden Vorgängen

im Halbschlummer der er ten Verdauung und verschwand

nach dem dritten Akt zum grössten Teil.

Nach dem Schiffbruch der Arche Noah lenkte

jo ef jarno als erfahrener Steuermann mit "Die Geliebte"

(Main Gauche) und "Daisy" schleunigst in

ein Fahrwasser, in dessen Bahnen heimtückische

Klippen nicht zu fiirchten waren. Man folgte dieser

Kur änderung ohne Wid errede und mit zunehmendem

VergnUgen, so das am Schiuss des Abends

ein hUbscher Erfolg zu konstatieren war.

"Die Geliebte" (Main Gauche), Lustspiel in drei

Akten von Pierre Veber, ist weder sehr geistreich

noch ehr intere sant, noch auch mit be onderem

Geschick aufgebaut. Aber das Stuck be itzt zwei

nicht zu unterschätzende VorzUge; es hält sich in

den Grenzen der Möglichkeit und hat eine konsequent

durchgefiihrte Handlung, die nicht darauf

angewie en ist, an eingeflickten Episoden ihr Dasein

kärglich wei terzufristen.

Die Grundlage und um dessen twillen das Stuck

überhaupt ge chrieben ist, bildet ein amüsanter

Trick, der sogar kein blosser Theatertrick ist,

sondern sich auch zu gelegentlicher Anwendung

selbst in den bürgerlichsten Verhältnissen vorzüglich

eignet. Robert Lavarede ist ein ausgesprochener

Tölpel, denn er hat seiner jungen Frau gegenüber,

in die er rasend verliebt ist, sich als den »reinen

Mann" aufgespielt und ihr geschworen, er habe vor

ihr nie ein Weib geliebt. In Wirklichkeit aber hat

er von seiner Geliebten nur einen Urlaub erhalten,

um sich zu verheiraten. Nachdem der Urlaub verstrichen

ist, ohne dass Robert zurückgekehrt wäre,

g ibt ihm sein e Geliebte still schweigenG noch eine

Frist. Als aber auch diese Frist abläuft, ohne dass

er daran denkt, zuriickzukommen, lässt s ie ihn in

direktester Form durch sein en Freund Adrien

Garrigue mahnen. Robert aber ist ren itent und

weigert sich. Nun rückt sie mit sein en Briefen

heraus, die sie sorgsam aufbewahrt hat, und droht,

die Briefe seiner Frau zu schi cken. In Anbetracht,

dass sie gleich mit den Bri efen hätte drohen können,

ist das wirklich ein e sehr anständige Handlungsweise

für ein e Geliebte. Robert sitzt nun in der

Falle. Seiner Frau kann er ni cht beichten, da er

ja dadurch zugestehen müsste, dass di e Geschichte

von dem "rein en Mann" Schwindel ist. Um ihm zu

helfen, verrät ihm sein Freund Bridier, der köstliche

Typus eines Ehekrüppels, der sein Kreuz mit

philosophischer Ruhe trägt, den erwähnten Trick,

durch den er früh er hinter dem Rücken sein er

Xantippe mit seiner Geliebten korrespondiert hat.

Wollte sie ihn nämlich bei sich sehen, so schickte

sie ihm ein e Nummer des "Soir"; sollte das Stelldichein

nicht stattfinden, bekam er den "Matin".

Robert wendet den Trick eine zeitlang mit Erfolg

an, fällt aber dann, ebenso wie ehemals sein Freund

Bridier, durch gütige Mitwirkung von dessen Gattin

hin ein, der es das grösste Fest ist, ehelichen Unfrieden

zu stiften. Es soll geschieden werden, aber

im letzten Augenblick kommt Robert ein rettender

Gedanke; er li est seiner jungen Frau aus dem Tagebuche

vor, das sie gemeinsam während der ersten

Zeit ihrer Ehe gefiihrt haben; sie wird gerührt, verzeiht

und Frau Bridier kommt um ihre Freude.

Die Geliebte tröstet sich auch und nimmt Roberts

Freund Adrien Garrigue zum Nachfolger, der eigens

zu diesem Zwecke erfunden ist. Regie und Darstellun

g waren vorzüglich. Josef jarno war als

Robert Lavarede elegant und naturlich; eine

reizende kleine Frau war Frieda Wagen , als

Bridier gab Gustav Maran ein e seiner köstlichen

Figuren, julius Sachs spielte den Freund und Nachfolger

Adrien Garrigue mit gutem Humor.

Den Schluss des Abends bildete "Daisy", eine

Diebskomödie in ein em Akt von Tristan Bernard.

Charley, ein a lter Taschendieb, hat eine junge

Freundin, der er all seine erbeuteten Portemonnaies

in den Schoss legt. Sie verlässt aber den alternden

Mann um ei nes jüngeren willen, der demselben ed len

Handwerk obliegt. Voll eifersüchtigen Rachedurstes

will Charley den andern von der Polizei fassen lassen;

im gegebenen Augenblick aber erwacht in ihm das

zünftige Ehrgefiihl und der Korpsgei t des Verbrechertums;

er unterdrückt alle persönlichen Gefühle und

lässt das Warnungssignal ertönen, indem er das

bekannte "Daisy, Daisy etc.", anstimmt. In der

Rolle des alternden Taschendiebes schuf josef jarno

eine Meisterleistung voll echten Lebens und starker

Charakteristik, deren uns noch viele von seiner

Zeit am Deutschen Theater her in Erinnerung

sind.

Im Thalia - Theater verhalf das "Säch ische Volkstheater"

unter Leitung von Georg Zimmermann all en

denen, so freiwillig oder unfreiwillig der Einladung

gefolgt waren, zu ein em Abend voll ungetrübter

Heiterkeit. Zur Darstellung gelangte "Karl Fiedler",

Volk schauspiel in erzgebirgischer Mundart von

Richard Demmler, Das Stück hat fünf Akte. Im

erst.::n jan;mert Kar! Fiedler und sein Gustel über

die schl echten Zeiten im allgemeinen und im besond

ern, weil ihnen ihr Häuschen ubha tiert werden

soll. Im zweiten Akte setzen sie di ese unterhaltsame

Beschäftigung fort. Im dritten ent chli e st sich der

alte Biedermann, ei nen Meineid zu tun, um sein

Häuschen Z,l.1 behalten und Whrt diesen löblichen

Vorsatz in der Zwischenpause aus. Im vierten Akt

jammert er, da s er den Meineid getan hat und,

um dem Jammer ein Ende zu machen, bringt er

sich im fünften um. Man war im Zweifel, was man

mehr bewundern sollte, di e grossartige Einfachheit der

Charakterzeichnung - der Autor kennt nämlich nur

zwei Schattierungen, schwarze Höllenbrände und

weisse, unschuldsvolle Lämmer, einzig gemacht, um

von den Höllenbränden vernichtet zu werden -

oder die Kühnheit des Herrn Zimmermann, der es

unternahm, dem Berliner Publikum ein solches

Machwerk vorzusetzen.

Der unerwartete Heiterkeitserfolg veraniasste die

sächsischen Gäste, dem Jammerstucke sch leunig s~

etwas Lustiges folgen zu lassen. "Das Alter", eine

Kleinstadtkomödie von Paul Quensel hat die mal

nur drei Akte und zeigt ein en alten Trottel, der

sich darüber entrüstet, dass er von jedermann für

einen solchen angesehen wird und nicht Hir den

genialen Stadtl11usikdirektor, Hir den er sich selber

hält. Nach einer handgreiflichen Beweisführung

kommt er aber im dritten Akte zur Erkenntnis, dass,

die andern Recht haben und überlässt seinen Posten.

als Haupt der Schwalbacher Stadtkapelle seinem

eigens zu diesem Behufe aus Berlin hergereisten

Sohn. Der Autor schei nt übrigens auf Berlin nicht

gut zu sprechen zu sein, denn er lässt die Braut

des Sohnes, eine Berlinerin und Choristin des

Theaters, an dem ihr Bräutigam Mu iker war, so'

haarstriiubende Dinge sagen und tun, dass man

vermuten musste, er habe in di eser Beziehung ausnehmend

chlimme Erfahrungen gemacht oder kenne

Berlin nur vom on dit der sächsischen Kleinstadt. -

David Kalisch ist, nachdem er jahrzehntelang

verges en war, wieder ehr in Mode gekommen.

Aber das Schiller -Theater hat mit "Berlin wie es

weint und lacht" keinen g lücklichen Griff getan.

Während "Die Mottenburger" und " 100000 Thaler"

Stürme von Heiterkeit erweckten, ergiesst sich aus

dieser letzten Neueinstudierung, die Kalisch aus

dem Stück "E in Wiener Dienstbote" von O. F. Berg

ins Berlini che um gedichtet hat, eine olche Flut

peinlicher Sentimentalität über die unglücklichen

Zuschauer, dass eine Stiml11ung nicht aufkomme!)

konnte. Das wenige Lustige, das dem veralteten

Stück geblieben ist, verdarb die schleppende Regie

und die zum grossen Teil hölzerne Darstellung.

qustav l?eppert.


~I

Unsere Bilder.

· ' ie Grünauer Ruderregatta bildet nach wie

(., vor da s hervorragendste wassersportliche

t; Ereig nis Berlins , das seine besondere Bedeutung

durch den Besuch des Kaisers erhält. Es

kamen im ganzen 17 Renn en zum Austrag, davon

fie len 9 auf den Sonntag, di e übrigen 8 auf den

Montag. Von den Rennen des ersten Tages interessierte

am meisten das im Kaiservierer. Nicht

weniger als 8 Bote kä mpften um den prachtvollen

Silberpokal Kaiser Friedrichs, der sich im letzten

Jahre im Besitz des Berliner Rllder-Klubs befand.

Auch diesmal gelang es dem genannten Klub, d,en

Kaiservierer, all erdings nur ganz knapp v.?r "VIktoria"

und "Hellas" zu landen. Ihre MaJ estaten verfo

lgten an Bord der Alexandria mit lebhaftem Interesse

den Verlauf des Rennens vom Start bis zum

Ziel, um den g lücklich~n Siegern nachher selbst die

Preise zu überreichen.

Zum Besten der Kinderheilstätten an den deutschen

Seeküsten veranstaltete der Frauenhilfsverein

unter dem Vorsitze der Frau Geheimrat von Leyden

ein Wohltätigkeitsfest, zu welchem Graf und Gräfin

Bülow den Kanzler- Garten mit freundlichem Entgegenkommen

zur Verfügung gestellt ha~t e n. ~ie

stets bei den Veranstaltungen des Frauenhllfsverems

gaben sich auch di esmal die Grössen der Diplomatie,

der Finanz, der Geistes- und Geburtsaristokratie ein

Stell dichein in dem historischen Garten des Reichskanzlerpalais.

Man hatte auch nicht verfehlt, den

derzeit in Berlin auf dem grössten Fusse lebenden

Mann den Riesen Machnow, heranzuziehen, und

sein Eintreffen erregte besonders unter der Kinderschar

a llgemeine und nachhaltige Sensation.

Der Tag, an dem der Deutsche sein vornehmstes

Bür ~e rr e cfit auszuüben berufen ist, stand diesmal

im Zeich en der - Isoli erzell e. In Berlin bestand

der ominöse Ort, der dem Berliner Witz zu allerhand

Spötteleien Anlass gegeben hatte , nur aus

ein em grossen vi ereckigen, durch einen Vorhang

geschlossenen k as te~ L der halb auf einen Tisch gestulpt

war, und der wahlakt voll zog sich trotz der

vermehrten Arbeit g latt und ohn e Zeitverlu st.

Professor Julius Kosleck, Lehrer der Trompete

und des Komet a Piston an der Köni ~ !. Hoch.schule

fUr Musik tritt mit Ablauf des Schulj ahres 111 den

wohlverdienten Ruhestand. Der bereits hoch in den

60er Jahren stehende Künstl er hat eine aussergewöhnliche

Karriere hinter sich. Ursprünglich

Militärmusik er, brachte es Kosleck schon anfangs

der 50er Jahre durch seine rastlose Enel:gie zum

König!. Kamm ermusiker und So lo - Kornetl sten d ~r

König!. Kapell e. Als anfangs der 70 er Jahre die

König!. Hochschule fiir Musik gegründet wurde, erhielt

der Künstler die Lehrstell e fiir Blechbläser und

der Staat zeichnete den ehemaligen Militärmusik er,

der sich übrigens durch die Veröffentlichung ein er

Schule fiir sein Instrument verdi ent gemacht hat,

durch die Verleihung des Professortitels aus.

Zum Nachfolger Professor Kosl ecks als Lehrer

an der Kgl. Hochschule fiir Mu sik wurde Kammermusikus

C. Höhne ernannt, der bisher in der König!.

Kapelle als erster Trompeter wirkte. -

Professor Aug. Engelien, einer der bewährtesten

Männer auf dem Gebiet des Volks- Schulwesens,

Rektor der 30. Gemeindeschule ist, 71 Jahre alt, aus

dem Leben ~eschieden. Anlässlich seines 50jährigen

Lehrer - Jubiläums war er zum Professor ernannt

worden; der erste Fall, dass ein Rektor der Ge-·

meindeschule derartig ausgezeichnet wurde.

Ein seltenes Jubiläum h

das goldene Dienstiubiläum,

feierte der wirk!. Geh. 1


Geh. Ob.-Reg.-Rat Theoclor LewaleI

Reicbs-Komlllissar für dic Wclt- Ausstclluug iu St. Louis 190·1

Dr. von Jagemann

Badiscber Gesandter in ,Berlin

nimmt dcl' I\bsc hied

Prof. Juliu s Ko sleck

tritt in dcn Ruhestand

Wirk!. Geh.-Rat

Prof.

Dr. Aelolf Stölzel

begeht das goldene

Dienstjubiläum

Prof. Erich Schmielt

vollendet

sein 50. L ebensj ahr

BERLINER LEBEN

Leutnant von Bachmayr

der Sieger im grossc u Arllleejagd r enucn

Prof. August Engeli en t

Kg!. Kammermusikus C. Höhn e


Christian Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen

Prinz Heinrich

I. Vize-Präsident Protektor des Deutschen Autolllobil - Verbandes

Victor Herzog von Ratibor

Präsident

Nac" dem Gem älde VOlt Max Niltl{

Genera ll11 ajor Gu tav Becker

Vorsitzender der techno KOlli mi ssio n

General von Ra be

11. Vize-Präsident

Der Vorstand des Deutschen Automobil-Verbandes

BERLINER LEBEN


Dr. phi\. Anna Gebser Lina Morgenstern H e~ i g Dohm

Eli za Ichenhäuser

Or. phi\. Helene Stöcker

Helene Lange

Berliner Frauenrechtlerinnen

BERLINER LEBEN


I

Marle

. janitscheck

D ora Dlinker

Hans VOn /(ahJenberg

(HeJene VOn Monbart)

Dolorosa

(Marle

. Eichhorn )

Berfj n er Sc" riltste 1/ er; n n e n


BERLINER LEBEN

Der Wannsee "om Schwedischen FJ


a\?Ulon aus geseben

pczia/.rwfl/.ftltlllC fltrs "BCI-r m c r LebeIL" VOll G. !:Jusse.


Scha rfe Kritik

I 2

Die Mannschaft des Berliner Ruder-Klubs, welche den

Kaiser-Vi erer gewann

1. F. A. Hemme, 2. P. Griess ( t.), 3. M. Sprelll berg, 4. F. Scheiber!, 5. E. Gicse

Die Ruder-Regatta

in 6rünau

BERLINE R LEBEN

Se. Majestät:der Kaiser unte rhiilt sich an Bord der " Alexandria" mit der siegreichen Mannschaft des Berliner Ruder-Klubs


Vom Gartenfest im Reichska nzler-Palais:

Der G rösste lind di e Kleinsten

Momentbilder von der Reichstagswahl

Das Elefante n-Baby im Zoolog ische n Garten

Spezi at-A ltfnahme

lIol/.Zal/.der &Labtsch

BERLINER LEBEN


Ball etprobe IIll Wintergarten

Spezial-A ttfnalu}/,e fürs " Berliner Lebe}/," VOlt Zander


~-::"-:i f. v. W.

Ellriede (Berlin)

Nagy . B ~lnya

Etelk a (Budapes t )

Unsere Schönheits-Konkurrenz \X


Bekannte.

I , m

Ferien der Schulkinder und Rechtsanwälte die Gebirge

in diesem Sommer zu verreisen, hätte

ich's zur selbel'l Zeit tun mUssen, wie die

, hunderttausend Berlin er, die während der

und den Meeresstrand bedecken. Wenn ich gesellschaftlicher

Pflichten ledig sein wollte, tat ich deshalb

besser, inBerlinzu bleiben, wo man zu dieser Zeit auf der

Potsdamerstrasse weniger bekannten Gesichtern begegnet,

als in irgend einem Fischerdorf. Und wenn

die Sonne lockt, ist man bald genug im Freien; die

Wannseebahn pfeift vor meiner TUr.

Eines Tages hatte ich mich auf verlorenem

Waldweg vom Grabe Kleists nach KohlhasenbrUck

durchgeschlagen. Im Wirtshaus an der Landstrasse

war es laut von Kremsergesell schaften, und ich zog

weiter. Die Strasse hinauf kam ich bald an Landhäu

ern vorUber, und an ein er freien Stell e zwischen

langen Gartenmauern öffnete sich ein weiter Blick

auf einen schmalen langgestreckten See mit waldigen

Ufern. Ein ungetrUbter Spiegel, in dem sich der

prachtvoll e Glanz des strahl enden Abendhimmels

verdoppelte. Da musste ich hinunter und ich suchte

nach einem Wege dahin. Nach ei nigen Schritten

bog ich in eine All ee, die auf beiden Seiten beg

leitet wurde von weinberankten Gittern, hinter

deren Pforten weisse Statuen schimmerten und üppige

Beete glUhten. Zuweil en auch ragte über die alten

Bäume eine elegante Turmspitze oder blickte durch

das dichte Gartengebiisch ein zierlicher Erker.

Menschen waren nirgends zu sehen, nur dass hinter

diesem oder jenem Tore ein edler Hund wachte.

Schliesslich ist auf der einen Seite das Gitter zu

Ende, und ein dunkler Weg fUhrt steil abwärts;

durch das Laub sehe ich schon das Wasser blitzen.

Da unten war die Anlegestelle des Dampfschiffes.

Ich setzte mich auf das Geländer des Steges, der

eine Strecke weit in den See hineingebaut war, und

ruhte aus, indem ich die Schön/leit und di e Stille

genoss, die mich umgaben. Dass es hier keine

Menschen gab I Ganz weit drüben am anderen Ufer

nur sehe ich ein weisses Boot landen. Ich kann

..'!rkennen, dass zwei Menschen, ein heller und ein

.dunkler Punkt, im Walde verschwinden. Die woll en

..a uch allein sein.

Wie ich wi eder gradaus blicke, wo der See sich

:streckt und den goldenen Himmel spiegelt, ist um

die vorderste Ecke herum ein kleiner Dampfer gekommen,

der auf meine BrUcke zuhält. Die Leute

·darauf sind schon zu unterscheiden, fUnf rosa

Kleider unter anderem. Jetzt war ich neugierig,

was für Menschen hier aussteigen würden. Das ist

immer so, wenn ein Schiff ankommt. Das kleine

Fahrzeug arbeitete sich behutsam an die Pfähl e heran;

eine Anzahl Personen scharten sich am Schorns

tein zusammen und drängten zum Ausgang. Es

waren die fünf rosa Kleidchen, dazu gehörten noch

eine kleine feine Frau und ein rotes Cape mit

englischem Strohhut, die Governess. Ich war von

meinem erhöhten Sitze hinunter gestiegen, die sieben

Personen mussten bei mir passieren, zuerst die fünf

niedlichen kleinen Mädchen mit ihrer Erzieherin

zum Schluss die Mama. Diese Dame schien mir

bekannt auf den ersten Moment, und als sie im

nahen VorUbergehen mit offenem Blick zu mir heraufschaute,

konnte ich nicht umhin, höflich den Hut

zu ziehen. Sie g rU sste mit sicherer LiebenswUrdigkeit

zurUck, also hatte ich mich nicht geirrt. Wer

sie sein konnte, besann ich mich zwar ni cht.

Ich sah zu, wie das Dampfschiff von der BrUcke

abstiess und blickte ihm einen Augenblick nach.

Dann fasste ich ein en Entschluss: ich wollte irgendwo

einkehren und Abendbrot essen. Es gab nur

einen Weg zurUck, den Berg hinauf. Die kl eine

Gesellschaft kl etterte ein Stück vor mir her, und

ich konnte noch beobachten, wie die Dame, die ich

gegrUsst hatte, an der Biegung sich umwandte und

zurückschaute. Als ich in die Allee hinaufkam,

verschwanden sie grade durch eines der Gittertore,

an denen ich vorUb er musste. Nur die Dame blieb

in der offenen Pforte .stehen und schien mich zu

erwarten. Wer mochte sie in aller Welt sein?

Ich war nun bis auf wenige Schritte herangekommen

und wusste nicht recht, was mir bevorstand.

Da redete sie mich bei meinem Namen an

und fragte lächelnd: .So all ein streifen Sie hi er

umher?"

Ich zog den Hut ab und antwortete der gnädigen

Frau der Wahrheit gemäss.

.0, dann treten Sie doch bei uns ein, wenn Sie

so auf gut G1Uck spazieren. Mein Mann wird sich

auch sehr fr euen." Dabei reichte sie mir ihre

kleine weiche Hand und zog mich sanft über die

Schwelle.

Es war unmöglich zu widerstehen; ich hätte keine

passende Ausrede gewusst.

Während wir nebeneinander über den sauberen

Kiesweg auf das Haus zuschritten, und ich einige

eilfertige Komplimente über das wundervoll e Besitztum

vorbrachte, suchte ich mir den Gatten vorzustellen,

der sich so herzli ch freuen würde, mich zu

sehen. Aber es tauchte kein Bild aus der Erinn erung

empor.

Jetzt rief sie zur Veranda hinauf: .Eduardl"

U eber den blühenden Geranien der Balustrade

wurde ein Männerantlitz sichtbar, das mir sich erlich

bekannt vorgekommen wäre, wenn ich mich nicht

so sehr bemüht hätte, ei ne bestimmte Person darin

zu erkennen. So aber war ich überrascht und befangen.

Ein voll bärtiger, untersetzter Herr, in der

natürlichen Beleibtheit der angehenden Fünfziger,

mit ein er Brille ohne Einfassung, kam di e Stufen

herunter und begrüsste mich mit der geläufi gen,

jovialen Liebenswürdigkeit wohlhabender gastlicher

Leute, obgleich ich gemerkt hatte, wie er im ersten

Augenblicke stutzte. Und .Ah - Herr Doktor -I"

hatte er gesagt. Wir hatten uns viell eicht lange

nicht gesehen. Aber di e kl eine Frau wusste es

genau und berichtigte alsbald den Lapsus. - Ich

entschuldigte nun mein unbescheidenes Eindringen

in die Häuslichkeit, mit einem aufrichtigen

Schuldbewusstsein, denn ich fühlte mich in der

Tat bedrückt. Man wehrte das kurzer Hand ab:

ich käme gerade zur rechten Zeit, und es ginge

sogleich zu Tisch. Darauf verschwand die Hausfrau.

Edu ard und ich waren nun all ein miteinander.

Ich hätte gern gew usst, wie ich ihn and ers nennen

sollte, mit der ihm gebührenden Anrede. Diese

Verlegenheit beeinflusste die Unterhaltung meinerseits

auf das peinlichste; ich musste jede persönli che

Wendung ängstli ch umgehen und verschnörkelte

meine Reden. Daneben versuchte ich, ihn nach

dem Augenschein auf Stand und Rang hin einzuschätzen.

War er Geheimrat, Professor, Kommerzienrat

oder irgend ein Herr Direktor? Am ehesten

konnte man ihn noch für einen Juristen halten, -

der scharfe Brill enblick. Aber, wenn er z. B. Rechtsanwalt

war, hätte er immerhin Justizrat sein können.

Es war in der Tat schwer, Eduard in di esem kn appen

weissen Sommerjäckchen seine Würde anzusehen.

Vielleicht hatte er auch nur seinen Namen, - aber

we lchen? Ich hätte Eduard bitten mögen, für einen

Augenblick seinen Frack anzuziehen, sicher würde

ich ihn dann wi edererkannt haben.

Mir war es mit richtigem Instinkt gelungen,

Eduard auf seine Ro senkulturen zu bringen, sodass

ich nur mit stummer Teilnahme seinen sachv erständigen

Erkl ärungen zu fol gen brauchte. Immerhin

war ich erl eichtert, als die Hausfrau oben auf

der Treppe in di e Hände kl atschte und zu Tisch

rief. Nun konnte ich doch .gnädige Frau" sagen,

soviel ich wollte?

In der luftigen Halle, von deren lichten Wänden

blankes Messingzeug, Jagdtrophäen und Schiessgerät

hingen, war di e Tafel gedeckt. Ich wurde der

Gouvernante vorgestellt Mi ss Campbell - was sagte

mir di eser Name? Die kleinen Mädchen stand en

bereits hinter ihren Stühlen und begrüssten mi ch

der Reih e nach mit ni edlichen Knixen in der artigen

freien Unbefangenheit, die angeboren ist. Die Dame

des Hauses entschuldigte sich der Kinder wegen,

di e eigentlich nicht an den Ti sch gehörten. Ich

dagegen dankte herzli ch für diese reizende Famili a­

rität und war gleichzeitig im Innern beschämt, dass

ich sie so wenig verdiente. Kinder - wi e lange

ich keine li eben Kinder gesehen hatte? Sie sin d

eingesperrt und zu Bett gebracht, wohin man kommt.

Meinem Platze gegenüber stand di e hoh e Tür

weit offen, di e auf den tieferen Teil des Gartens

mit dem See dahinter g ing. Aber, ind em ich die

verschlungenen NamenszUge in mein er Serviette

und an meinem Besteck heimlich zu entziffern suchte,

hatte ich wen ig Sinn für di e herrliche Aussicht, vor

di e man mich ge etzt hatte. Ich war unausgesetzt

gespannt, ein en Anhalt zu gewinnen li.ir di e Beziehungen,

die ich zu di esem gastfr eien Mahle hatte,

doch bot das Gespräch ni cht di e geringsten Aufschlü

sse. Worüber sprechen wir in unseren Gesellschaften

?

Ei nmal glaubte ich nahe daran zu sein. Die

• gnädige Frau" sprach von ihrer Schwester, die

sich noch manchmal nach mir erkundigte. Sie

sagte das mit dem eigentümlichen Frauenlächeln ,

das sich stets bei der Berührung gewisser zarter

Angelegenh eiten zeigt. Also war ich sogar ein

Stück Familientradition. Ich beeilte mich, nach

dem Ergehen des Fräulein Schwester zu fragen.

.Fräul e in ?" Ob ich denn nicht wisse, dass sie

jetzt verheiratet sei. Das wusste ich all erdings nicht,


ich wusste überhaupt garnichts. Du mein Gott,

mit welchen jungen Damen hat man ni cht schon

gefl irtet in sein em langen Leben? - Da sass ich

wieder fest und musste mich hüten, mir weitere

Blössen zu geben.

Ich hi elt mich an di e Kinderchen. Das älteste

Mädel war dreizehn Jahre und sass neben dem

Papa. Ein schönes ausdrucksvoll es Köpfchen, das

sich dunkelrot ansteckte, sobald ich das Wort an

sie ri chtete. Ich kam aber auch dort schl echt an,

denn der besorgte Vater meinte halb ern sthaft, dass

ich durchaus nicht verpflichtet sei, seinem Töchterchen

Angenehmes zu sagen. Also musste ich mich

schon mit den kl ein eren befreunden, und als mir

dies bestens gelingen wollte, unterdrückte di e strenge

Mama unsere lebhafte Lustigkeit, weil es gegen den

guten Ton geht, wenn die Kin der bei Tische Hauptpersonen

sind. Gleich nach der süssen Speise

mussten sie aufstehen und g ute Nacht wünschen.

Nacheinander gaben sie di e Händchen, und jedes

musste mir noch seinen Namen sagen, - alles nur

Vornamen; und als ich dann mit kalter Berechnung

die jüngste sechsjährige zwischen meine Kniee zog

und ausforschte, ob sie den auch schon ihren ganzen

Namen wiEse, wurde eins, zwei, drei gezählt und

gehorsam verschwanden die kl ein en Herrschaften.

Das war mein letzter Trick gewesen. Man hatte

kein Mitleid mit mir. Ich machte mich bereits mit

dem Gedanken vertraut, meine Qual mit einem

Schlage zu beend en, indem ich auf drollige Weise

meine mi ssliche Lage offen biossiegte. Aber würde

man auch den Sinn für das rein komische haben?

Würde ich nicht viel wahrscheinlicher meine li ebenswürdigen

Wirte beleidigen? Doch warum hatte

man mich auch nicht ruhig mein es Weges ziehen

la s en? Das Butterbrod im Wirtshaus würde mir

besser geschmeckt haben, als diese Reih e ausgesuchter

Schüsseln. Und nun war ich aus Anstandsrücksichten

auch noch gezwungen, an Ort und

Stell e zu verdauen.

Die kl eine Frau fragte beinahe schüchtern, ob

ich Skat spiele. Natürlich, man wusste nichts mit

mir anzufangen. Aber ich bejahte doch fast allzu

freudig. Der Diener trug den Spieltisch auf die

Veranda, und die Partie war sogleich im Gange.

So zerstreut ich spielte, gewann ich di e schwächsten

Grands und konnte bald auf dem Block, den ich

mir herüberreichen li ess, ein erh ebli ches Plus für

meinen Teil konstatieren. Eigentli ch hatte ich nur

nachsehen wollen, wie sich Eduard darauf verzeichnet

hatte. Da stand ein E, das konnte nebenbei

gerade so gut Ego heissen. Das Glück blieb

mir treu trotz meinem Widerstreben, und als nach

ein er Stunde abgerechnet wurde, weil endlich

meine Zeit gekommen war, musste ' ich wohl oder

übel meinen Gewinn einstreichen. Es war zwar

nicht mehr als ein Taler, aber wie durfte ich auch

das noch 'von Leuten annehmen, von denen ich

nicht einmal wusste, wie sie heissen. Ich gelobte

mir, dies Sündengeld beim Fortgehen dem. Diener

in die Hand zu drücken, dann brauchte Ich mir

wenigstens nichts nachsagen zu lassen.

Noch eine Henry Clay auf den Nachhauseweg

und ich küsste der gütigen Hausfrau dankbar die

Hand. Ich musste versprechen, recht bald wieder

herauszukommen, doch möchte ich vorher eine

Karte schreiben, da Eduard häufig zur Stadt fahre.

Ich und schreiben I - Ich sah mich nach dem Diener

um, dam it ich ihm mein e Zuwendung machen konnte,

doch wollte es sich der Hausherr nicht nehmen

lassen, mich zu begleiten und auf den rechten Weg

zu bringen. Wie wir uns verabschiedeten, empfahl

er mir noch Hirsorglich Eil e, es sei der letzte Zug.

Nach ein er kl ein en Strecke blieb ich stehen. Der

Taler brannte in meiner Tasche. Ich wartete, bis

Eduards Schritte in der Dunkelheit verhallten, dann

schli ch ich ihm leise nach, denselben Weg zurück.

An der Pforte musste doch ein Namenschild sein.

Dort, ein paar Bäume weiter hinter jener Laterne,

war es, und richtig, ich sah die kleine Messingtafel

über dem Klingelknopfe blinken. Aber es war zu

finster hier zum Lesen, ich musste Licht machen.

Im Mom ent, wie das Streichholz aufflammt und ich

mich überbeuge, springt mit wütendem Gebell ein

riesiger Neufundländer an dem Gitter empor, - ich

musste machen, dass ich fortkam. Wenn man mich

hier sehen würde? Auf dem Schild hatte ich gelesen:

Adolf Munk. Adolf, nicht Eduard. - Jetzt erst fiel

mir ein, dass im Laufe des Gesprächs gesagt worden

war, man wohne den Sommer über nur zu Mi ete hi er.

Ich lief fast den woh lb ekannten W eg, verfolgt

von dem Gekläff der Hunde aus der ganzen Nachbarschaft,

als ob ich ein Landstreicher wäre. Und ich

war doch ein Mitglied der Gesell schaft.

friedrich fuchs.

gohannislrieb.

11

in Frühlingssonntag. Die artige Erde hatte

ihr li ebes Feiertagsgewand angelegt, so

Von Julius )(nopj

recht angetan zu festlicher Stimmung. In

einer olchen war allerdings der junge Doktor Wilda

ganz und gar nicht. Planlos schlenderte er durch

den Grunewald. Anderthalb Jahr erst war er verheiratet

und schon fühlte er sich angeödet von dem

simplen Familienleben, in welchem di e Tage sich

glichen, wi e die Winkel eines gleichseitigen Dreiecks.

- In ihm schlummerte noch ein Restchen unverbrauchter

Jugendkraft und überschäumender

Burschenfrische, die ihm zeitweise die Ehe als eine

Zwangsjacke erscheinen li ess.

Zu dumm, dass er sich schon gebunden hatte.

Er, mit sein en fünfunddreissig Jahren fLihlt e sich

li ebesjung, wie ein Zwanzigjähriger. Der fatale,

g latte Goldreif allein konnte einen doch ni cht im

Nu so total umkrempeln , dass aus ein em tollen

Mäd elsjäger mir nichts dir nichts ein stumpfsinniger

Ehekrüppel wirdl - Wenn er so hübsche, frische

Weibsen sah - abküssen hätte er sie mögen, allesamt.

- Ach, über die jungen Kerls, die an ihm

vorüberlatschten mit ihren Mädeln am Arm - seine

ganze Praxis hätte er in die Ecke feuern mögen,

um an ihrer Stelle zu sein. Seine Frau war ja nett,

und gut, häuslich und nicht hausbacken - und

dennoch die es blödsinnige Einerlei. -

Da stolpert er über ein e Baumwurzel und purzelte

der Länge nach hin. Der Kneifer flog ihm von

der Nase und der Hut VOm Kopf. Hinter ihm lachte

es vergnügt. Schnell sprang er auf. Zweiunddreissig

weisse Zähne blitzten ihm entgegen; einer hatte eine

kokette Goldplombe. - Ein bildhübscher Fratz.

Figur - Kleidung - das prickelnde Gesicht -

entschieden Konfektioneuse. -

Gutmütig hob sie sein en Hut auf, den sie ihm

mit feierlicher Grand ezza überreicht. Bald war die

Bekanntschaft gemacht. Sie nannte sich Emmi Meier

- keine Jüdin, wie s ie gewichtig betonte. Er zögerte

ein en Augenblick - Krause; ja wirklich Krause,

beteuerte er, da sie ihn zweifelnd anblinzelte.-

Ohne Ziererei nahm sie sein en Arm. Er fühlte

sich ganz Krause und cherte sich den Teufel darum,

dass ihn ein Bekannter treffen konnte. -

Ein feudales Weibl Dass sie hin und wieder

den Dativ für den Akkusativ nahm - Herrgott, wer

wird so'n Pedant sein I -

Sie blieben den ganzen Tag über beisammen,

dinierten in ein em idyllischen Gastwirtshaus und

räkelten sich im Walde. Verliebt betrachtete er die

zierlich en Stiefeletten, die feinen Knöchel und das

Stiickchen rotbraunen Seidenstrumpf, das sie kokett

präsentierte. Und dann küsste er sie. Sie zierte

sich nicht und küsste ihn wieder. Und sie hatte die

Hochschule des Küssens absolviert. Alles vergass

er ; Weib und Kind zu Hause und den Ehering-, der

in der Westentasche ein beschauliches Dasein

führte. -

Jung war er wieder und frisch, wie der Mulus

von Dunnemals. Ach, die Weiber, die Weiber I -

Es wurde kUhl, sie drängte zum Aufbruch. In

i.iberfUlltem Coupe fuhren sie zurück, eng aneinandergepresst,

dass die Körperwärme vom einen zum anderen

überströmte. Er hi elt ihre Hand und lehnte

den heissen Kopf an ihre Schulter.

Man war am Ziel; seufzend gab er sein süsses

Plätzchen auf. Er wollte sie nach Hause bringen.

Sie lehnte ab. Heute ginge es wirklich nicht, aber

morgen ganz bestimmt; auf Wort!

Die Strassen bahn kam. Ein letzter Kuss - sie

stieg ein - noch ein Gruss - weg war sie. Er

ging wie im Rausch. - Nur nicht nach HauseI ...

In einem Biergarten setzte er sich, still die heissen

Küsse nachfühlend, von dem neuen Glü ck träumend.

Zwölf Uhr. Eine hässliche Falte trat auf seine

Stirn - Wieder rein in den Ehe tandskasten. - -

Zahlen I - Ein heftiger Schreck - sein Portemonnaie

spurlos verschwunden. Donnerwetter, verloren also.

Kurz entschlossen wi ll er dem kalt lächelnden Kellner'

seine Uhr als Pfand geben. Ihn fröstelt. Auch di e­

flöten, mitsamt der goldenen Kette. Das Brautgeschenk

seiner Frau. - Grossmütig pumpt ihm der

fatale Kellner di e paar Groschen auf sein ehrliches..

Gesicht hin. Noch einmal durchwühlt er all e Taschen.

Da - in der linken Westentasche, neben dem Ehering

I - ein kl einer, zerknüllter Zettel. Darauf mit

Bleistift gekritzelt, unleserlich fa st:

Selbstredend nicht vergebens gekisst. Lehbe

wohl. Die Dummen werden nicht ale. Emi.


Kapellmeister

Holländer

Oberregisseur

Goldberg

Frau Prof. Ni cklas-

Kempner

Gustav Holl änder

Maclame Blanche

Corelli

Ni cohlllS Rothmiihl

Festbanket des Sternschen Konservatoriums der Musik aus Anlass der Abschlussprüfung 1903

im Hotel "Prinz Albrecht"

Spczial -A ,,[na/une

fürs "Berliner LebclI/ f

1I0n Zander & LabiscIL

BERLIN ER LEBE N


Weltbekannt

STÜHLE

mit Feststellvorrichtung

sind unerreicht!

Ein Schmuck für jedes Zimmerl

Nur e(ht mit 0

S(hutzmilrke.

auch Naether's Kinderwagen!. KInderstühle,

Sportwagen, Haussehulbanke eie. "

B~ltanntmacbun9

Wir b eehren uns hiermit zur allgemeineu Kenntnis z u bringen, d ass am

6. Jnli d. J.

in Bad Ems, Römerstr. 20

unser grosses, moDern una komfortable ausgestattetes

Irihalatorium

crülillct wurde.

In de mselben s te hen die vo n d elll be kann ten Wi ener Klin iker, Ho lrat von

Sehrä tter, a ul dem XIV . In ternatio nalen Aerzlekongress in Madrid so g iin stig

besprochenen Inh alationsapparale V O ll Or. Anion Bulling, Bad Reichenh"lI, d en

Patienten zur Verfügnng.

Mit dem Wnnsche, dass d ie'les nene Inhalato rilllll de m wellberiilunten

Kurorte Bad Ems zahlreiche li eue Giistc z ufiihrcil möge, zeic hnen wir

mit vorziiglicher Hochaehtnng

.J)r. 13ul/ing, Jnhalafotium.

Die Direktion: Albert von Scanzoni.

N~T

... f\N~TflLJ ...

_ B[F\~N C.

im Wtrlt uon


• •


Hcrausgeber : . Freicr Verlal!" . G. m. b. H . V ouü wor tlichcr Reclak teur : Ollstav Rcp pcrt. Redak tiOll : Berlill, f ricdrichstrasse 2 18. C li c h ~s v Il Carl chilIte, ßcrlill. Druck VO ll W. W. (Ed.) KI"mbt, G. 111 . b. 1-1. Nem ade i. SchI.

Geschäftsstelle: B crlin S W., KÖ lli rätzerstr. 67. - Gedruckt mit Farben VOll B er er .\\ Wirth, Bcrli .. - L eipzig.

Flügel.

Juli 5 liithner

Herlin WJ,

rianinos.

Romanisches Cafe lind Conditorei

" DER KI\15ERHOF "

vis-a-vis dcr Ka iser Wilhel l11-Gcdiichtniskirche.

Neucs, i l11 v ornchl1lst. Stylc eingcr ichtetcs Wieller C af ~. UVI~,f.:AA

,,5tadtküche "Der Kaiserhof H

Au ~ fUhr\ll1 g v on f-l ochzcitclI, Diners, Soup cr s, einzc lnc .. MV'1\I1\JIv'N

Sc hii ~sc lll etc. in der Stadt ~ \l lI d nach auss.rh alb .

Die Direktion : m. matthäi.

o om"4.tnit 0oncordla Prämii ert mit erst en Preise n.

~ t' D ~ Jnh.: f . mcn~ e l.

~ = 'Eabrik Anl,wOfpon, ~ l lI lh o llrn o . B~r tl·n S

P ianofort ~ J , AUlslorll:un, London. '" • ,

Piallos mit dopoeltem Reso nanzb oden, c1 avon I frcischIV ingcncl ; Sch'lnkestr 89

mit FtUgel ton I (0 . R. G. M. 166437.) Pianos mit Sohrelbtlsch I • • •

Pianos in bester Ausführ ung. Besondere Bauart für Klimat e. Preislist e franko.

~~~~~~QQ~~~~~~~~~~~~~~~~~a~~ ~~~~~~~~G~I

Roederer & eie., Longe\lille I

Carte Blanche sec & extra sec I

Q)

~~~~~~~~~~a~~~~~~~~~~~~~~a~~Q~ ~GGG ~~~QQ~

CARLT~~ HOTEL

RESTAURANT KONS

WUNTER D. NDEN

J~--"""':':"-.::s

Kons & Pfennings,

Hof-Traite ure.

127/128, Potsdamerstrasse 127/128

filiale:

Potsdamerstr. 27 b.

Weinrestaurant, Weingrosshanalung

rrüh stildl nadl der Karte 10- 1 Uhr.

Diner, 6edeck m. 2.50, 1 - 5 Uhr.

. . Speziallwrte den ganzen rag. ..

Rbends im Hansa·Saal ; Elite -Snstrumental.Konzert.

rür 6esellschaften : 6 old- lind SillJer-Sual.

llrkadia

Vornehmstes Vergnügungs-Etablissement der Residenz

Rb

Behrenstrasse 55-57.

~unl· "ns finden stat.t: .Jelle1l lUolltag, }(ittwocb,

'" '" F " c ltng' lind SOllllllbeml.

Bcginn: 11 U hr A bcnds.

- I

'

Stärkster Wellenschlag der Westküste.

Gemeinschaftliches FamUlenbad.

Getrennte Herren- und DamenbItder.

Illustrierte BrosrhUre sowie alles Nähere durch die

811I1BADII· DIBJlK'rIOlll' IlIl' WJlIJ'rJlBLAlIl'D· SYL'r.

~:mnn=~:t~':I.:1f:;;/dn~~~4

. !

~~ Noflief erallt Sei l/cr MajesllU I/es /(a i scr s 1111.1/ /(öl/iKS. [

~ 13erlin W. 64.. lfnler den ..finden 24.

!

~ Borneo-Sortlment" Thetls" 50 Stck. kosten Mk. 5.40.

~ S eht' feine und milde qualitiit.

.%%~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~.

rauchen? Da nn emp fehlell wi r IhnclI

Wollen Sie etwas Feines

"Sa/em

Aleikum lill

G (f,1·ttmt·i c 'j·t 1 1 tt,tlf.1·,..1l,.. Ui,1'lo'iS('II ('.

* * JlmjHlwj'lu, i,t H - ()ifl(U·tott(1 * *

Dicse Cigarcttc w irt! nur lose, olme Kork, ohnc Golt!­

nUln t!stiick ver kauft. Bei cli ese m Fahr ika t sincl Sic

sielt er , dass Sic Qualität, nicht Confek tion bezahlcn.

Uie N Ul1111l er auf el cr Ciga r ettc clcntet c1 en Prcis all.

Nr. 3 kostet 3 PI. * N r. 4 : 4 PI. * Nr. 5 : 5 PI.

N r. 6 : 6 PI. * Nr . 8 : 8 PI. * N r. 10 : 10 PI. p. Sliick.

N ur ec ht , w elln allf j e d c r C i gar e t te die volle

Firma steht:

Orioltlalischo '1',tlJll k· !lltd Oigllrolloltfllbri k "YOltillzo", Drosllon.

Ueber siebenhundert Arbei te r I

~U babtn In dtn ßlgamn·6mbäfttn.

"Salem Al elkum" , Wor t IInci B ild, desgleichcn Forl1l

gesetzlich gcschiitzt. V o r Nachalll11l1J1 g. wird gewarnt.

Restaurant Kaiser -Pavillon

= "':1 1111"00 =

H crrlichc Auss i cht au! dcn Scc. - D incrs, So upers zu v ereinbarten

Prclsc n we rd cn sofort scrvicrt.

Echtc ßi ~ ! ·e . - .. W cil:c von Mitscher 8, Caspary.

Scparat- Raul11 e fur kl cll1 C und g rossc Gcsellschaftcn.

or"ß euz

und d e r ~ 1I sc lt Hd lichc Folgcn empfehlcn j ctzt vi ele

G

Acrzte "Aclmiral " ein 1000 fach hewilhr tes lind eillcgcn

fac ltcs Verfahrcn (äu 8serlich) von ab solute,· Un-

schädli chk eit lind bcqucmster IIl1 d ange ncltmster

. ,. . AnwCllcl llllgswc isc. " Admira l"- verschönt und ver'·

X I

jüngt nnd ist. e1l17.1 /( 1~1 se llle.r Ar t. Kcine Diii t. sioh erer und rasoh er Erfolg. Ansfiihrl.

Br oschiir c IIl1 t za ltlrclchcn ar ztllchen Gutachtcn 11 11 cl Dankscltrcibcn gcgen Einscndun/(

VO ll 20 Pr. in .. Mark clI von

j(oock & CO., j(amburg, Xnochenhauerstr. 8/9.

Elnfacb, g~dltgtn, "orntbm. mod~rn.

Preiswert zu fabrikpreisen.

flügtl und Pianinos

noch ~ dem ~ D. R. P. 115598 und Ruslands-Patente.

Spezlolitltt: ;PI4nO$ mit Jlüg~lton

Be:;ichtlgung i. d. rabrlk erbeten. 10jiihrige 6arantle.

EmU Smo"f, Btrlln O.

markusstrasse 18.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine