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VIS Vienna

Independent

Shorts 2011

Das größte internationale Kurzfilmfestival Österreichs, VIS Vienna Independent Shorts, geht in seine

achte Runde. 300 Kurzfilme aus aller Welt werden in den Hauptspielstätten Metro Kino, Gartenbaukino,

Schikaneder und Planetarium zu sehen sein, mehr als zwei Drittel als Österreich-Premieren.

In den drei Wettbewerbskategorien, die zur Gänze im Metro Kino zu verfolgen sind, stellen sich

85 Kurzfilme bis zu einer Länge von 30 Minuten der Jury und dem Publikum. Schwerpunktmäßig

widmet sich VIS den »New Communities« und dem kollaborativen (Kurz-)Filmschaffen, als Tributes

werden das britische Duo Semiconductor und der Wiener Nicolas Mahler im Metro Kino präsentiert.

VIS verzeichnete heuer rund 2500 eingereichte Filme aus 90 Ländern.

Programm kuratiert vom VIS-Team 2011

Animation Avantgarde: Thomas Renoldner, Daniel Ebner & Wiktoria Pelzer

filmheft # 5

43

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FESTIVAL VIS VIENNA INDEPENDENT ShoRTS 2011

New Communities

Von Daniel Ebner

44

Sprechen wir von kurzen filmischen Formen,

denken wir heute zuerst einmal ans Internet.

YouTube, Vimeo und Co. haben unsere Seh- und

Rezeptionsgewohnheiten stark verändert; wer es

schafft, über die großen Plattformen mit einem

Clip oder Kurzfilm für Eindruck und Millionen

Klicks zu sorgen, hat gute Chancen auf kurzfristige

Prominenz oder – in selteneren Fällen – sogar

weltweiten Ruhm. Unzählige Perlen schlummern

jedoch auch lange Zeit unentdeckt in den großen

Weiten der Videoplattformen – und nicht zuletzt

hier kommt die Community ins Spiel: Im Zeitalter

von sozialen Netzwerken und neuen Kommunikationskanälen

wird Kollaboration großgeschrieben.

Da wird das Publikum Teil des Schaffensprozesses,

geschieht Arbeitsteilung durch Solidarität, wird

das Kollektiv zum Kurator.

Im künstlerischen Bereich tangieren diese »New

Communities« natürlich auch Filmfestivals. Vielfach

geschehen Einreichungen nur noch über spezielle

Plattformen im Netz, stolpern Kuratoren in

Mai 2011

Foren über die neuesten Clips, werden statt DVDs

nur noch Vimeo-Passwörter ausgetauscht. Dass

einem Kurzfilmfestival gerade in diesem Umfeld

die wichtige Aufgabe einer Kanalisierung und Selektion

zukommt, um Entwicklungen und Prozesse

sichtbar zu machen, davon sind wir überzeugt.

VIS 2011 stellt daher nun in gewisser Weise ein

vielwurzelig verflochtenes System aus kollektiven

Entscheidungsprozessen dar. Aus der mehr als verdoppelten

Anzahl von Einreichungen in diesem Jahr

– mehr als 2500 Filme aus 90 Ländern – wurden

von den Organisatoren 62 Kurzfilme aus 23 Ländern

ausgewählt, die in den zwei internationalen

Wettbewerbsschienen »Fiction and Documentary«

und »Animation Avantgarde« den Jurys und dem

Publikum zur Bewertung überantwortet werden. Im

Österreich-Wettbewerb konkurrieren 23 Filme um

die Gunst von JurorInnen und ZuschauerInnen.

Aber auch bei den Programmen des Schwerpunkts

»New Communities« wurde mehrfach auf das

Kollektiv gesetzt: Gemeinsam mit dem Magazin

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TBA wurden via Facebook die Musikvideo-

Favoriten der Internet-Community gesucht und in

einem Programm zusammengefasst. Für »Satyre

und Parodey 2.0« wurden die beliebtesten humoristischen

Internet-Clips gesucht, kategorisiert und

ausgewertet. Im Schikaneder beschäftigt sich ein

Programm mit Aktivismus im Netz, im Planetarium

bringt ein Spezialprogramm die erfolgreichsten

Science-Fiction-Kurzfilme auf die Leinwand.

Zudem wird die renommierte Medienwissenschaftlerin

Karin Wehn ein kommentiertes Filmprogramm

zum Thema »Social Networks« präsentieren.

Die Wiener Filmakademie stellt – im 60. Jahr

ihres Bestehens – in Kooperation mit dem Filmarchiv

Austria eine Auswahl der Arbeiten der vergangenen

zwei Jahre vor. Und die britische »Online-

Ausstellungsfläche« Animate Projects verweist mit

Produktionen aus den vergangenen 15 Jahren auf

ihr beeindruckendes künstlerisches Netzwerk.

Wenn wir schon bei den Gästen sind: Der kanadische

Avantgardist Pierre Hébert zelebriert

gemeinsam mit dem italienischen Komponisten

Andrea Martignoni eine Live-Performance in der

Reformierten Stadtkirche. Die Tributes sind dem

genialen britischen Duo Semiconductor und der

Wiener Comic- und Animationsgröße Nicolas

Mahler gewidmet. Und unsere Artists in Residence,

Max Hattler und Noriko Okaku, werden

nach ihren Engagements beim Donaufestival auch

die VIS-Eröffnung im Gartenbaukino zu einem

audiovisuellen Fest machen.

Zum Schluss sei noch auf jene Programme verwiesen,

denen die Community in Wien traditionell

sehr zugewandt ist: Bei »Très chic« wird wie immer

dem abwegigen Humor gefrönt, beim »Liegekino«

dem Musikvideo, beim »Patenfilmbrunch«

den eigenen Lieblingen. Und bei der Preisverleihung

und dem anschließenden »Fest of VIS«

am Badeschiff dem gesamten Festival. Mit dem

kleinsten Autokino der Welt beim Festivalzentrum

im MuseumsQuartier könnte heuer übrigens noch

ein weiterer Publikumsliebling dazukommen …

filmheft # 5 45

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Programm

FREITAG, 27. Mai

14:30 European Film Award Nominees:

Short Matters – Programm 1 169 Minuten

Jedes Jahr schickt die European Film Academy ein

erlesenes Tourprogramm auf ausgewählte Filmfestivals:

alle für den Europäischen Filmpreis nominierten

Kurzfilme. VIS präsentiert die Kandidaten

für einen der wichtigsten Filmpreise des Kontinents

an zwei Nachmittagen. Teil eins des cineastischen

Marathons führt von politischen zu familiären

Verwicklungen, vom hoffnungsvollen Rendezvous

zum Todesfall.

Tussilago (Jonas Odell), Lumikko (Miia Tervo), Venus vs Me (Nathalie

Terilinck), Blijf Bij Me, Weg (Paloma Aguilera Valdebenito) – PAUSE

– Rendez-vous à Stella-Plage (Shalimar Preuss) Ampelmann (Giulio

Ricciarelli) Maria’s Way (Anne Milne) Itt Vagyok (Balint Szimler)

18:00 Internationaler Wettbewerb:

Animation Avantgarde 1

70 Minuten

Zwei Arbeiten spannen den Rahmen: COMING AT-

TRACTIONS von Peter Tscherkassky, der damit dem

Kino seine Reverenz erweist, und die international

ebenfalls erfolgreiche, sarkastische 3D-Computeranimation

THE EXTERNAL WORLD von David OReilly.

Dem experimentellen Film verpflichtet sind auch

Phuttiphong Aroonpheng oder Steven Woloshen,

während Clemens Kogler Pop-Idole animiert und

Kotaro Tanaka Anime-Strukturen dekonstruiert.

Sukati (Phuttiphong Aroonpheng) Coming Attractions (Peter Tscherkassky)

Varfix (Kotaro Tanaka), Everyday Apocalypse (Darin Vartanian),

Playtime (Steve Woloshen), TELEPHONEME (MK12), Stuck in a

Groove (Clemens Kogler), Horse Glue (Stephen Irwin), A/V Sketch

#3 (Nicolas Ramel), Moskito Bravo (Alexandre Cuegniet, Paul Serrell,

Emeline Chankamshu, Sarah Sutter), A/V Sketch #4 (Nicolas Ramel),

The External World (David OReilly)

20:00 Internationaler Wettbewerb:

Fiction and Documentary 1

82 Minuten

Im ersten Wettbewerbsblock für Kurzspiel- und Dokumentarfilme

dreht sich alles um zwischenmenschliche

Irrungen und Wirrungen. Sechs Filme aus

Kanada, den USA, Deutschland, Frankreich, Finnland

und der Schweiz, darunter die Festivalgewinner von

Sundance und Clermont-Ferrand, stellen die Frage:

Oh, oh-oh-oh-oh-oh, wann kommst du?

Frog (Austin Andrews), Betten-Seifert ist tot (Thomas Krauslach),

EMOZIONIERE (Simon Baumann, Andreas Pfiffner), Brick Novax’s

Diary (Matt Piedmont), Kielitiettyni (Elli Vuorinen), Tremblay en

France (Vincent Vizioz)

22:00 Social Networks – Die Wiederbelebung

einer Utopie

83 Minuten

Soziale Netzwerke haben der Community-Utopie

des Internets neuen Auftrieb gegeben. Filmschaffende

erschließen sich schon während der Produktion

auf diversesten Plattformen ein Publikum

und lassen dieses am Schaffensprozess teilhaben.

Manche Filmprojekte werden kollaborativ produziert

und finanziert (etwa via Crowdfunding). Und es gibt

schon erste Filme, die die Popularität von sozialen

Netzwerken humorvoll aufarbeiten.

Ein moderiertes Filmprogramm der deutschen

Medienwissenschaftlerin Dr. Karin Wehn.

46 Mai 2011

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filmheft # 5 47

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Programm

SAMSTAG, 28. Mai

14:30 European Film Award Nominees:

Short Matters – Programm 2 160 Minuten

Teil zwei des europäischen All-Star-Reigens. Die

sieben für den Europäischen Filmpreis nominierten

Kurzfilme reflektieren ein breites inhaltliches Spektrum

von der bürgerlichen Klavierstunde bis zur

Ausbeutung in Bolivien.

Ønskebørn (Birgitte Stærmose), Les Escargots de Joseph (Sophie

Roze), Talleres Clandestinos (Catalina Molina) – PAUSE – Hanoi-Warsaw

(Katarzyna Klimkievicz), Diarchia (Ferdinando Cito Filomarino),

Amor (Thomas Wangsmo), The External World (David OReilly)

18:00 Österreich-Wettbewerb 1 78 Minuten

Ein Berlinale-Wettbewerbsbeitrag, vier Welturaufführungen,

ein faszinierendes Internet-Experiment

und einige eigenwillige Filmakademie-Arbeiten

treffen in 78 anregenden bis dramatischen Minuten

aufeinander.

Stick Climbing (Daniel Zimmermann), Ein Kind entsteht (Clara

Stern), RaumZeitHund (Nikolaus Eckhard), The Streets of the Invisibles

(Remo Rauscher), you/rr/atio (Thomas Wagensommerer), Violetta

Parisini – Favourite Friend (Joe Berger), Die und der von da

und dort (Lisa Weber), silence (Karø Goldt), Foal (Christoph Rainer)

20:00 Internationaler Wettbewerb:

Animation Avantgarde 2

82 Minuten

Es scheint derzeit nicht verwunderlich, dass viele

Arbeiten die Apokalypse thematisieren – in stilisierter

Form wie in EARTHBound (Sarah Muzio),

actionreich wie im Machinima Self-DESTRUCTIon

for Eternity (Wei-Ming Ho) oder als Schluss-

»Message« im Stop-Motion-Meisterwerk Big Bang

Big Boom von Street Artist Blu. Als Gegenpol

entstehen entrückte Welten und abstrakte Systeme.

Zwischen artifizieller Maschine und beseeltem

Wesen pendelt etwa die Hauptfigur in MASKA (Brothers

Quay).

Maska (Brothers Quay), you/rr/atio (Thomas Wagensommerer), /…

(flüssiges papier) (Michel Klöfkorn), Der kleinere Raum (Nina Wehrle/

Cristóbal León), Five Years Older: The City (Dirk Koy), Earthbound

(Sara Muzio), Self-destruction for eternity (Wei-Ming Ho) Der Nachhall

(Chien-Hsin Chiang), Trois, Quatre (Jean-Patrice Blanc), Big Bang

Big Boom (Blu), Sinchronizacija (Rimas Sakalauskas)

22:00 Internationaler Wettbewerb:

Fiction and Documentary 2

101 Minuten

Nichts für schwache Nerven: Genre-Fans dürfen sich

auf Auftragskiller, Psychospielchen und Horrorfantasien

freuen, in Nebenrollen lassen sich Jack Nicholson,

Jon Voight und Danny Trejo wie immer nicht aus

der Ruhe bringen. Sechs Filme aus Belgien, Italien,

Australien, Kanada, Polen und Frankreich sind im

zweiten Wettbewerbsprogramm versammelt und lassen

nach und nach das Blut in den Adern gefrieren

– auch wenn vielleicht nicht immer alles so ist, wie es

auf den ersten Blick scheint.

Stardust (Nicolas Provost), Storia di Nessuno (Manfredi Lucibello),

The Kiss (Ashlee Page), Au millieu de nulle part ailleurs (Annick

Blanc), Millhaven (Bartek Kulas), Fracture (Nicolas Sarkissian)

48 Mai 2011

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FESTIVAL VIS VIENNA INDEPENDENT ShoRTS 2011

SONNTAG, 29. Mai

14:00 + 16:00 Filmakademie Wien – Panorama

1 + 2

180 Minuten

Anlässlich ihres 60-jährigen Jubiläums und angesichts

ihrer kollektiv ausgerichteten Ausbildung

stellt die Filmakademie Wien im Rahmen des diesjährigen

Schwerpunktes eine Auswahl der Arbeiten der

vergangenen zwei Jahre vor.

In Kooperation mit Filmarchiv Austria

Panorama 1

89 Minuten

Femina Energetica (Alexandra Schneider), You’re Out (Max Liebich),

Sleeping Perv (Patrick Vollrath), Janek (Tobias Dörr), Papa (Umut Dag)

Panorama 2

91 Minuten

Zweihundertundfünf (Clara Stern), Trois Silence - Die Schweigenden

(Irene Reiserer), Cronos (Sebastian Mayr), Töten (Tobias Dörr), Bastagon

und die Regenbogenprinzessin (Marc Schlegel), Lebensretter

Konstantin (Mark Gerstorfer)

18:00 Internationaler Wettbewerb:

Fiction and Documentary 3

82 Minuten

Fünf Filme aus Kanada, Großbritannien, Sambia,

Italien und der Schweiz beleuchten aus sehr unterschiedlichen

Perspektiven die Konstruktion und

Dekonstruktion freundschaftlicher Beziehungen, familiärer

Bindungen und autoritärer Einflussnahme

– vom dokumentarischen oder performativen Standpunkt

bis hin zur surreal verzerrten Groteske. Who is

the stranger here?

Green Crayons (Kazik Radwanski), Mwansa the Great (Rungano

Nyoni), Noia (Mauro Folci), Familiensache (Sarah Horst), You’re the

Stranger Here (Tom Geens)

20:00 Tribute to / Semiconductor 62 Minuten

Eines der versiertesten Duos der Experimental- und

Animationswelt ist dieses Jahr auf Einladung von VIS

in Wien: Semiconductor. Ruth Jarman und Joe Gerhardt,

denen das internationale Tribute gewidmet

ist, produzieren seit 1997 Arbeiten im Spannungsfeld

zwischen Dokumentation und Animation, Visualisierung

des Unsichtbaren und Sinnlichmachung technischer

und Natur-Phänomene.

Retropolis (1999), A-Z of Noise (1999), Puffed Rice (2000), Inaudible

Cities: Part One (2002), The Sound of Microclimates (2004), All

the Time in the World (2005), Nanowebbers (2005), Brilliant Noise

(2006), Magnetic Movie (2007), Matter in Motion (2008), Black

Rain (2009), Heliocentric (2010)

22:00 Internationaler Wettbewerb:

Animation Avantgarde 3

77 Minuten

Weibliche Sexualität ist der Fokus in EGODYSTON,

LIPSETT DIARIES erzählt vom Suizid eines Mannes.

Atsushi Wada und Joseph Pierce zeigen die Familie

als neurotisches bis gewalttätiges System. Olga und

Priit Pärn erzählen von Sehnsucht und Unerreichbarkeit.

Humoristisch kontrastieren Filme wie ARTS

& CRAFTS SPECTACULAR, THE HOMOGENICS, LOOP

– A VIDEO EXPERIMENT oder CCCP.

Divers in the Rain (Olga Pärn, Priit Pärn), Arts & Crafts Spectacular

(Sébastian Wolf, Ian Ritterskamp), MRDRCHAIN (Ondrej Svadlena),

Egodyston (Xenia Lesniewski), Videogioco (Donato Sansone), Lipsett

Diaries (Théodore Ushev), The Homogenics (Gerard Freixes Ribera),

A Family Portrait (Joseph Pierce), In a Pig’s Eye (Atsushi Wada),

CCCP (Daniel Chester)

filmheft # 5 49

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50 Mai 2011

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FESTIVAL VIS VIENNA INDEPENDENT ShoRTS 2011

MONTAG, 30. Mai

16:00 Clang:Bilder – Avantgarde Film by

School Kids

53 Minuten

Seit drei Jahren betreiben Thomas Renoldner,

Karo Riha und Muzak (Mukato) das österreichische

Schulworkshop-Projekt »Clang:Bilder«, bei dem zeitgenössische

Kompositionen die Grundlage für Trickfilme

bilden; parallel lassen Andrea Martignoni und

Roberto Paganelli (als OTTOmani Laboratori) aus

Italien seit Jahren weltweit Jugendliche »sound-art«

zu den eigenen bewegten Bildern fabrizieren. Die

spannendsten Arbeiten der Avantgarde-Schüler beider

Projekte werden hier erstmals präsentiert.

18:00 Österreich-Wettbewerb 2 75 Minuten

Eine sterbende Insel, fehlende Farben, ein tanzender

Jesus, ein verstörendes Familienvideo, seltsame Kugeln

im Hotelflur: Der erste Blick sorgt im zweiten

nationalen Wettbewerbsprogramm für Irritationen,

offenbart Krisen, gibt anarchisches Potenzial frei.

Der zweite Blick weiß die Irritation in den Genuss der

Subversion oder den Zweifel der Perversion umzuwandeln.

Am Ende rücken die (Fehl-)Leistungen der

Leinwandattraktion gesammelt in den Blick. Ein leidenschaftliches

Plädoyer für das Kino.

La Fosse aux Lions (Philipp Hauss), Stuck in a Groove (Clemens Kogler),

The Achromatic Island (Sofie Thorsen), Tschisas! (Petra Richar),

Home Video (Robert Cambrinus), Korridor (Bernd Oppl), brRRMMM-

WHEee II (Billy Roisz), Coming Attractions (Peter Tscherkassky)

20:00 Internationaler Wettbewerb:

Fiction and Documentary 4

84 Minuten

Sechs Filme aus Finnland, Polen, Deutschland, Südafrika

und Österreich beleuchten das tagtägliche

Abstrampeln und Vagabundieren zwischen Licht und

Schatten der (Arbeits-)Welt.

Ridestar (Hannaleena Heiska), Smolarze (Piotr Zlotorowicz), Teheran

Kitchen (Pola Beck), Protect the Nation (Candice R. Reisser),

Miten marjoja poimitaan (Elina Talvensaari), Supercargo (Christoph

Schwarz)

22:00 Animate Projects – Marking Time

69 Minuten

Animate Projects sind in Großbritannien als wichtigste

Wegbereiter und Netzwerker sowie »Ermöglicher«

experimenteller (Animations-)Filmprojekte

bekannt. Dass dies nicht vor finanziellen Kürzungen

schützt, musste der »online exhibition space«, der

auch als Produzent auftritt, Anfang des Jahres

schmerzlich erfahren. Viele renommierte Künstler

stellten sich hinter Animate Projects, die in Wien ein

Best of der vergangenen 15 Jahre präsentieren.

Sunset Strip (Kayla Parker), Feeling My Way (Jonathan Hodgson),

Withdrawal (George Barber), Salvage (John Parry), Ferment (Tim

Macmillan), Furniture Poetry (Paul Bush), 13 (Simon Faithfull), As the

Crow Flies (Carolina Melis, Susanne Flender), Purple Grey (Sebastian

Buerkner), Proximity (Inger Lise Hansen), The Lifesize Zoetrope

(Mark Simon Hewis), The Black Dog’s Progress (Stephen Irwin), Amnesia

(Cordelia Swann)

filmheft # 5 51

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DIENSTAG, 31. Mai

16:00 Meet the Director: Pierre Hébert

Pierre Hébert ist einer der ganz Großen, oftmals in

einem Atemzug mit Vorreitern wie Norman McLaren,

Len Lye oder Stan Brakhage genannt. Berühmter

ist der 1944 in Montreal geborene Hébert aber fast

für seine Live-Animations-Performances, die ihm

weltweit höchste Anerkennung eingebracht haben.

Im Verlauf seiner Karriere vielfach ausgezeichnet,

erhielt Hébert 2004 in Quebec auch den renommierten

Albert Tessier Award für sein Lebenswerk.

18:00 Österreich-Wettbewerb 3 80 Minuten

Von scheinbar unscheinbaren Ereignissen und den

großen Konsequenzen kleiner Entscheidungen erzählt

das dritte österreichische Wettbewerbsprogramm

ebenso wie von gesellschaftspolitischen Fragen

und deren Niederschlag im tagtäglichen Leben.

Ein einfaches Ereignis (Arash T. Riahi), The Future will not be Capitalist

(Sasha Pirker), Der Angriff (Harald Schwarzmann), Socialism

Failed, Capitalism is Bankrupt. What comes next? (Oliver Ressler),

Endeavour (Johann Lurf), Supercargo (Christoph Schwarz)

20:00 Tribute to / Nicolas Mahler

65 Minuten

Als Comic-Zeichner hat sich Nicolas Mahler mit minimalistischem

Stil und absurdem Humor sowohl Weltruhm

als auch eine ihn grenzenlos verehrende Fan-

Community erarbeitet. Seit einigen Jahren gastiert

er regelmäßig nicht mehr »nur« auf Comic-Salons,

sondern auch auf Kurz- und Animationsfilmfestivals.

Flaschko, der Mann in der Heizdecke (6 Episoden), Der Park,

Bad Job, Planet Kratochvil, Mystery Music – sowie ausgewählte

Wunschfilme des Künstlers

22:00 Internationaler Wettbewerb:

Fiction and Documentary 5 104 Minuten

Im schwierigen Feld zwischen Freiheit, Selbstbestimmung

und Identität korrespondieren die sechs Filme

aus Deutschland, Belgien, Georgien, Israel, Iran und

China im fünften Wettbewerbsprogramm – manchmal

eindringlich und nachdenklich, dann wieder

emotional und verloren oder spannungsgeladen und

politisch.

Fragen an meinen Vater (Konrad Mühe), Pour toi je ferai bataille

(Rachel Lang), Aprilis Suskhi (Tornike Bziava), Susya (Dani Rosenberg,

Yoav Gross), Az Bad Beporsid (Batin Ghobadi), Crimson Jade

(King Wai Cheung)

MITTWOCH, 1. JUNI

19:30 Preisverleihung

Zum krönenden Festivalabschluss verleiht VIS 2011

fünf Jury-Preise in den Hauptwettbewerben, einen

Preis für die Beste Regisseurin, dazu mehrere Publikumspreise

im Wettbewerb und in den Spezialprogrammen

»Très chic« (für den Film mit dem abwegigsten

Humor) und »Liegekino« (für das beste

Musikvideo). Der feierlichen Verleihung und Vorführung

der Gewinnerfilme folgt eine ausgelassene Party

am Badeschiff, u. a. mit Albumpräsentation von

Killed by 9V Batteries.

52 Mai 2011

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