Vermessung der elektromagnetischen Felder von Hoch- und ...

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Vermessung der elektromagnetischen Felder von Hoch- und ...

Vermessung der elektromagnetischen Felder

von Hoch- und

Höchstspannungsüberlandfreileitungen

Von Max Tumala und Lennart Rauber

Betreuer:

Herr Ulrich Weber, THM

Prof. Dr. Joachim Breckow, THM

Patrick Röder, Goethe Schule Wetzlar

In Zusammenarbeit mit der:

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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Elektrisches Feld

3 Magnetisches Feld

4 Auswirkungen von elektromagnetischen-Feldern auf den

Menschen

5 Hoch- und Höchstspannungsüberlandfreileitungen

6 Messgeräte

7 Messmethodik und Intentionen

8 Messungsergebnisse

9 Fazit

10 Danksagung

11 Quellenverzeichnis

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1.Einführung

Zur Einführung in die Projekt-Arbeit rund um elektromagnetische Felder in

Bodennähe von Hoch- und Höchstspannungsüberlandleitungen möchten wir erst

einmal unsere Motivation und Themenwahl begründen und darlegen.

Allgemein war nach der Unterrichtseinheit in der Q1 das Interesse an

elektromagnetischen Feldern geweckt, wodurch wir uns auch außerhalb der Schule

über die Thematik informierten.

Dies in Verbindung mit den wissenschaftlich diskutierten Gleichstromüberlandleitungen

mit enormen Kapazitäten, die eventuell eine Alternative zu den momentan

weitverbreiteten Wechselstromüberlandleitungen sein könnten, welche besonders

im Kontext von Off-Shore-Windparks oder großen Solarstrom-Projekten in der

Sahara interessant sind, kam uns die Idee, die elektromagnetischen Felder von

Gleichstromüberlandleitungen und Wechselstromüberlandleitungen zu Vergleichen.

Das scheiterte allerdings in Ermangelung von Gleichstromüberlandleitungen in der

hiesigen Umgebung, weswegen nun allgemein die Thematik der

elektromagnetischen Felder in Bodennähe von Hoch- und

Höchstspannungsüberlandleitungen avisiert wurde.

Interessant daran ist auch die Möglichkeit, die immer mal wieder in den Medien

erscheinenden Artikel über den sogenannten Elektrosmog, auf ihren

Wahrheitsgehalt zu verifizieren.

Das führte auch an der Problematik der Auswirkungen von Wechselstrom

bedingten, ständig wechselnden elektrischen Feldern auf Menschen zwangsweise

vorbei, ebenso wie an den technischen Lösungen der Stromanbieter zur

Vermeidung eben jener Felder beziehungsweise deren Auswirkungen in

Bodennähe.

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2.Elektrisches Feld

Definition:

Der Raumbereich, in dem eine Kraft auf eine elektrische Ladung wirkt, wird nach

Faraday als elektrisches Feld bezeichnet. Zur besseren Vorstellbarkeit, ist der

Raum durch die Feldlinien des elektrischen Feldes durchzogen, die vom positiv

geladenen Pol zum negativ geladenen Pol verlaufen.

Zuvor wurden die Auswirkungen eines existierenden elektrischen Feldes als

Ergebnis der sogenannten 'Fernwirkung' gesehen, welche ähnlich zur

Gravitationskraft veranlagt sein sollte.

Sobald die Stärke und Richtung des elektrischen Feldes bekannt sind, eben so wie

die räumliche Position und Ladung eines Körpers, lässt sich die wirkende Kraft

V

berechnen. Die Einheit der elektrischen Feldstärke ist [

m ].

Dies geschieht allgemein durch folgende Formel:

⃗E= ⃗ F

Q

3.Magnet-Feld

Definition:

Als Magnetfeld bezeichnet man einen Raum, indem Wechselwirkungen zwischen

Magneten/ beziehungsweise und magnetisierbaren Stoffen auftreten können.

Dieser Raum ist, nach der Vorstellung, durch des Magneten Feldlinien erfüllt,

welche zwischen dem Nordpol und Südpol des Magneten verlaufen.

Bewegte Ladungen bewirken die Entstehung eines Magnetfeldes, was z.B. die

Funktionsgrundlage von Elektromagneten ist. Ebenfalls sind die Feldlinien von

Magneten ineinander geschlossen, wodurch sich die Magnetfelder als Radialfelder

um den Magneten in alle möglichen Richtungen ausbreiten. Die magnetischen

Feldlinien besitzen eine Richtung, weswegen sie konstruktive oder destruktive

Überlagerungen mit anderen Magnetfeldern aufzeigen können.

Jedoch ist die Definition bzw. Berechnung des Feldes nicht so einfach wie beim

elektrischen Feld, das über die Kraft auf eine Ladung im Feld definiert ist.

Charakteristisch allerdings für ein Magnetfeld ist seine magnetische Flussdichte,

meist mit B gekennzeichnet, welche je nach seiner Größe die Kraft beeinflusst,

welche auf andere Magnetfelder ausgeübt wird. Die Einheit der Magnetischen

Flussdichte ist Tesla [ T ].

Allgemein wird die Stärke der magnetischen Flussdichte durch folgende Formel

berechnet:

4

⃗B= F Il


4.Gesundheitliche Auswirkungen von elektrischen und

magnetischen Feldern

Heutzutage tragen wir alle elektrische Gerätschaften mit uns herum und nutzen sie

jeden Tag. Jedoch erzeugt jedes elektrische Gerät elektrische und magnetische

Felder, welche so jeden Tag auf uns wirken. Doch nun muss man sich doch fragen,

ob diese ganzen Felder nicht so auf unseren Körper wirken, dass er dadurch

nachhaltig geschädigt wird.

Der menschliche Körper arbeitet auch mit einem elektrischen Strom, welcher in

Impulsen über die Nervenbahnen transportiert wird. Ebenso befinden sich im

menschlichen Körper Ionen, welche über Ladungen, meist durch andere Ionen, im

Körper verteilt werden, oder ihm bei bestimmten Prozessen, wie Zellversorgung

und Zellteilung eine bedeutende Rolle spielen. Ionen reagieren jedoch aufgrund

ihrer Ladung auch auf fremde elektrische und magnetische Felder, welche die

körpereigenen Prozesse bremsen, aufhalten oder sogar verfälschen können.

So können Sinneswahrnehmungen, wie Übelkeit, metallischer Geschmack und das

Sehen von Lichtblitzen, in statischen Magnetfeldern auftreten, wenn man sich

bewegt, da so durch die Lorentzkraft ein elektrisches Feld induziert wird und so die

Sinneswahrnehmung beeinflusst. Jedoch muss man sich dafür relativ schnell in

einem recht starken Magnetfeld bewegen. Starke magnetische Felder können die

Geschwindigkeit des Blutes in Venen und Arterien beeinflussen, doch benötigt man

dazu eine magnetische Flussdichte von acht Tesla und mehr, was die Erforschung

auf langfristige Folgen erschwert, dass nennenswerte Beeinflussungen stattfinden.

Bei einer MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) nutzt man starke magnetische

Felder zu Diagnosezwecken in der Medizin. Aufgrund geringer Beeinträchtigung

des menschlichen Körpers durch Magnetfelder ist dies eine gute Alternative zum

Röntgen für Schwangere.

Im Allgemeinem kann man sagen, dass nur Magnetfelder mit hoher magnetischer

Flussdichte spürbar auf den Körper wirken, jedoch ist die Erforschung der

Auswirkungen über einen längeren Zeitraum nicht genau erforscht.

Statische elektrische Felder seien keine gesundheitliche Bedrohung für den

Menschen. Jedoch sollte die Frequenz von 50Herz bei elektrischen

Wechselfeldern, wie sie in Hochspannungsleitungen genutzt werden, wie in der 26.

Bundesimmissionsschutzverordnung empfohlen, was von Studien ermittelt wurde,

um so die Belastung auf empfindliche Organe wie Auge oder Gehirn möglichst

gering zu halten. Bei Herzschrittmachern ist zu beachten, dass auch diese Geräte

von elektrischen und magnetischen Feldern beeinflusst werden können und so

funktionsuntüchtig werden, was zu einem Gesundheitsproblem bei Personen

werden könnte, die eines solche Gerätes benötigen.

Deutlich Gesundheitsschädigend seien jedoch elektromagnetische Wellen, welche

zum Beispiel von Handys genutzt werden. Als Nicht-ionisierende Strahlung hätten

sie die Möglichkeit die atomaren Bindungen in Molekülen zu schwächen oder den

Körper durch die Bestrahlung, wie in einer Mikrowelle, zu erwärmen und so das

Krebsrisiko zu fordern.

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5.Hoch- und Höchstspannungsüberlandfreileitungen

Überlandfreileitungen sind die am meisten genutzte Transportvariante von Strom in

der heutigen Zeit. Der Aufbau besteht aus einer Reihe von Freileitungsmasten

welche mit einer bestimmten Menge Leiterseilen belegt sind. Die Leiterseile selbst

sind zu den Masten hin isoliert, meist durch spezielle Keramiken, die einen enorm

hohen ohmschen Widerstand besitzen, wodurch Kurzschlüsse vermieden werden

sollen. Die Seile selbst bestehen aus einem mit Aluminiumfasern ummantelten

Stahlseil (siehe Abb. 1), wodurch die Elastizität und Zugfestigkeit von Stahl für die

von außen einwirkenden Faktoren genutzt wird, wie Wind oder Schneelast, und die

Aluminiumfasern zum eigentlichen Übertragen des Stroms. Diese haben

gegenüber Kupferkabeln den Vorteil der geringen Dichte, somit des sich

ergebenden höheren Querschnitts, bzw. höheren Leitwertes bei gleichem Gewicht

und des doch recht geringen ohmschen Widerstandes (im Vergleich zu Stahl, nicht

Kupfer). In den meisten Fällen wird durch diese Leitungen Wechselstrom mit der

Frequenz 50 Hertz geleitet, in seltenen Fällen auch Gleichstrom (z.B. HGÜ bei

Yunnan-Guandong in China). Im Falle des deutschen Hoch- und

Höchstspannungsüberlandfreileitungssystems werden meistens sogenannte

Dreiphasen-Anordnungen genutzt, welche die jeweiligen Spannungsspitzen des

fließenden Wechselstroms so verschieben (siehe Abb.3), sodass sie sich

gegenseitig auslöschen und somit auch ein möglichst geringes elektrisches Feld zu

erreichen versucht wird, weswegen die Anzahl der Leiterseile auf den Masten meist

ein ganzzahliges vielfaches von drei ist. Die Spannung der Leitung ist meistens mit

der sogenannten Nennspannungen angegeben, welche dem Effektivwert

entspricht, welcher ein quadratischer Mittelwert der sich ständig wechselnden

Spannung darstellt. Deswegen sind die wirklichen Spannungsspitzen des Netzes

deutlich höher, zirka um den Faktor 1,5 (genauer √ 2 ).

Danach wird speziell zwischen Hochspannung und Höchstspannung

unterschieden, wobei erstere mit den Nennspannungen 60 kV und 110 kV

betrieben werden und Höchstspannungsleitungen mit den Nennspannungen 220

kV und 380 kV betrieben werden.

In diesem Kontext auch interessant, ist die Eigenheit der Stromanbieter, sehr

unwillig bei der Angabe der tatsächlich fließenden Ladungsmenge pro einzelnem

Stromkreis zu sein, die je nach Abnahmemenge der Endverbraucher sehr stark

Variieren kann, auch wenn durch die Materialbeschaffenheit der Leiterseile selbst,

der Stromstärke thermische Grenzen gesetzt sind. Leider gestaltet sich dadurch

eine rechnerische Überprüfung der gemessenen Felder als überaus schwer,

weswegen die Richtigkeit der Ergebnisse nur durch die korrekte Funktion der

Messgeräte, sprich einer Eichung derer, gewährleistet werden kann.

Die Freileitungsmasten in Deutschland sind mehrheitlich aus Stahl, unterscheiden

sich aber in Form und Anwendung teilweise lokal, besonders wegen der geteilten

deutschen Geschichte. So findet man in den neuen Bundesländern meist eine

Einebenenanordnung (siehe Abb.2), während in den alten Bundesländern

Donaumasten (siehe Abb.4) überwiegen. Beide Freileitungsmastformen tragen

sechs Leiterseile, drei pro Seite, weswegen sie zwei Stromkreise aufliegen haben,

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sind deswegen aber nicht besonders beliebt bei besonders wichtigen Trassen, wie

z.B. der Nord-Süd-Trasse RWEs. Dort werden Tonnen-Freileitungsmasten

verwendet (siehe Abb.5), die bis zu sechs Dreiphasen-Wechselstrom-Anordnungen

tragen können, was dann 18 Leiterseile bedeutet. Bei etwaiger Parallelführung

verschiedener Nennspannungen auf einer Trasse, eine durchaus häufige Tatsache,

kommen auch gerne Tannenbaummäste zum Einsatz, wo dann zum Beispiel auf

den beiden oberen Ebenen pro Seite je ein Drei-Phasen-Wechselstromkreis

aufgelegt ist und auf der untersten Ebene pro Seite je ein weiterer.

Die Belegung der Trassen ist recht einfach anhand der verwendeten Isolatoren zu

erkennen, da bei 110 kV ein keramischer Isolator verwendet wird, bei 220 kV zwei

und dementsprechend bei 380 kV drei Isolatoren.

Abbildung 1: Leiterseil mit

Stahlkern

Abbildung 2: Einebenenmast

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Abbildung 3: Drei-Phasen Wechselstrom


Abbildung 5: Donaumast

Abbildung 4: Tonnenmast

6.Messgeräte

Die von uns für die Messungen genutzten Geräte, die uns freundlicher Weise von

der Technischen Hochschule Mittelhessen zu Verfügung gestellt wurden, waren das

sogenannte 'EFA 3' und 'EFA 300' der Marke 'narda Safety Test Solutions'.

Das EFA 3 (siehe Abb.6) wurde zur Magnet-Feld-Messung genutzt, weshalb eine

eine Messkugel mit 11,5 cm Durchmesser installiert wurde die in das Magnet-Feld

der Hoch- und Höchstspannungsleitungen eingebracht wurde.

Das Gerät kann elektrische und magnetische Felder der Frequenzen fünf bis 30000

Hertz erfassen und simultan die gemessenen Werte durch ein optisches

Übertragungskabel an den Computer weitergeben. Zur Auswertung dieser Werte

wurde ein von Ulrich Weber eigens für das Gerät geschriebenes Programm

genutzt.

Das andere von uns genutzte Messgerät, das EFA 300 (siehe Abb.7), erfasste das

elektrische Feld der Hoch- und Höchstspannungsleitungen durch einen, auf einem

Stativ angebrachten, Messwürfel der Kantenlänge 10,5 cm.

Durch das EFA 300 . und multiple Aufsätze sind elektromagnetische Felder der

Frequenzen fünf bis 32000 Hertz messbar. Eine simultane Übertragung, wie bei

dem EFA 3, ist leider nicht gegeben, weswegen die sogenannte 'Mem'- Funktion

genutzt wurde und so zu einem späteren Zeitpunkt zur Auswertung dieser die

Hauseigene Software von 'narda' herangezogen wurde.

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Abbildung 7: EFA-300 mit Messwürfel

Abbildung 6: EFA-3 mit

Messkugel

7.Messmethodik und Intentionen

Die Art der Messung der Felder war zunächst in einigen Varianten Denkbar, doch

im Grunde war die grundsätzlich Anordnung klar.

Die beiden Sonden für das elektromagnetische Feld müssen möglichst dicht

beieinander zur selben Zeit die dort vorherrschenden Felder in Bodennähe,

vorzugsweise in Höhe des Kopfes eines durchschnittlichen Deutschen, also zirka

1,8 m, messen. Ebenfalls ist zu versuchen möglichst nur eine Seite der Trassen zu

Vermessen, da so möglichst viele Überlagerungen in horizontaler Richtung

ausgeschlossen werden. Überlagerungen in der Vertikale können leider nicht

vermieden werden, da zum Beispiel in Experiment 1 eine mehrfache Belegung mit

unterschiedlichen Nennspannungen vorzufinden war.

Des Weiteren ist natürlich die Lokalität möglichst Störungsfrei zu wählen, das heisst

keinerlei Sender in direkter Umgebung oder ähnliches, aber auch keine zu sehr

sich unterscheidenden Böden, da auch die Bodenleitfähigkeit bei der Ausprägung

des elektromagnetischen Feldes eine Rolle spielt.

Die zeitlichen Abstände der Messintervalle können allerdings größer sein, da auch

die angegebene Nennspannung der Netze, die vermessen werden, gemittelte

Werte sind, weshalb bei eventuellen Berechnungen im Anschluss alle Messwerte

ebenfalls gemittelt werden müssen um ein sinnvolles Ergebnis zu gewährleisten.

So kamen wir zu der Konklusion, dass die Intention unserer Messreihe die

mögliche messbare Differenz zwischen verschiedenen Nennspannungen und deren

Identifikation anhand der gemessenen elektromagnetischen Felder sein würde,

weswegen unsere Messung eben jene Richtwerte liefern sollte, die zukünftiger

Identifikationen dienen können.

Des Weiteren könnte man auch mit besseren Messgeräten die fließende

Ladungsmenge errechnen, nebenbei bemerkt ein wohl gehütetes Geheimnis der

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Stromanbieter.

Auch interessant ist die Möglichkeit durch unsere Messung, die versuche der

Stromanbieter und Netzbetreiber elektromagnetische Felder durch gegeneinander

verschobene Dreiphasen-Stromkreise zu minimieren, in ihrem Erfolg Bewerten zu

können.

Abbildung 9: Messung Nr.2

Abbildung 8: Trasse Nr.1 Mast

Abbildung 10: Erste vermessene Trasse

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8.Messergebnisse

Elektrisches Feld

Zeit [min] Ex. 1 [ V / m ] Ex. 2 [ V / m ]

0,5 3350 1900

1 3850 1820

1,5 3280 1700

2 3320 1770

2,5 3050 1790

3 2830 2150

3,5 3140 1920

4 3260 2020

4,5 3320 2140

5 3380 2050

Magnet- Feld

Zeit [min] Ex.1 [T] (x 10 −6 ) Ex.2 [T] (x 10 −7 )

0,5 1,22 3,16

1 1,33 2,64

1,5 1,29 3,03

2 1,31 3,04

2,5 1,3 2,88

3 1,3 2,9

3,5 1,26 2,91

4 1,25 3,19

4,5 1,23 3,09

5 1,24 3

Tabelle 3:

Zeit [min]

E-Feld [

V

m ] B-Feld [T] (x 10 −9 )

0 4,03 16,9

0,5 4,1 17,02

1 4,13 16,8

1,5 4,12 16,65

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Zusätzliche Informationen:

Die Feldstärken wurden in Experiment 1 an einer vierfach belegten Trasse

gemessen, bei denen Tannenbaummasten verwendet wurden. Die zwei oberen

Stromkreise besitzen 380 kV Nennspannung, während die zwei unteren

Stromkreise mit 220 kV betrieben werden.

In Experiment 2 wurde an einer zweifach belegten Trasse gemessen, welche mit

zwei 220 kV Stromkreisen betrieben wurde und ebenfalls Masten der Tannenbaum-

Bauform verwendet.

Zudem ist zu erwähnen, dass am Vermessungstag eine enorme Luftfeuchtigkeit

vorherrschte und der Boden vom Regen feucht war.

Die gesamte Zeit während der Messung wurden Felder der Frequenz 50 Hertz

gemessen, sowohl bei magnetischem Feld, als auch bei dem elektrischen Feld.

Zum Vergleich wird in Tabelle 3 eine Messung in einem normalen Raum, mit

eingeschalteten elektrischen Geräten, dargestellt.

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9.Fazit

Nun Abschluss der Messungen und Vorarbeiten, wagen wir uns an die

Interpretation der Messungen und die daraus sich ergebenden Ergebnisse unserer

Arbeit.

Vorab ist zu Erwähnen, dass einige Umstände uns die Arbeit enorm erschwerten,

sei es die nicht vorhandene Auskunftsfreudigkeit der EON Netzgesellschaft

bezüglich der fließenden Strommenge oder der Belegung der Trassen, oder auch

das nicht funktionieren des Entfernungsmessgeräts, weswegen eine präzise

Überprüfung unsere Messungen quasi unmöglich gemacht wurde.

Nichtsdestotrotz war die Belegung der Trasse identifizierbar, indem einfach die

Isolatoren genauer betrachtet wurden, da diese in der Menge und Art, wie schon

zuvor erwähnt, von der Nennspannung abhängen. So untersuchten wir in

Experiment eins eine Trasse, bei der die Masten in der sogenannten

Tannenbaumform gehalten waren und mit vier Stromkreisen belegt waren, wo je die

zwei oberen mit 380 kV Nennspannung betrieben wurden und die zwei unteren mit

220 kV.

In Experiment zwei wurde eine Trasse untersucht, bei der die Masten der

Donaumastform entsprachen und die je Seite zwei 220 kV Stromkreise trug.

Daraus ließen sich schon im Vorfeld deutliche Erwartungen an die Ergebnisse

ableiten:

In Experiment eins sind stärkere Felder zu erwarten, da einerseits eine höhere

Nennleistung auf den Masten liegt und andererseits die Menge an Stromkreisen

größer ist, weswegen logischerweise die fließende Strommenge ebenfalls größer

sein wird. Des Weiteren ist die gewünschte gegenseitige Auslöschung der Felder

vermutlich an den unteren Stromkreisen nicht gut umgesetzt, da die Leiter in einer

Reihe angebracht sind, wodurch große Flächen der Radialfelder nicht abgedeckt

sind. Nicht zu vergessen ist auch die niedrigere Höhe der Freileitungen über dem

Boden, da aufgrund der Bauform und der Menge der Stromkreise die Freileitungen

nicht so hoch aufgehängt werden können.

In Experiment zwei ist dementsprechend die perzeptive Haltung eine geringere

Ausprägung des elektromagnetischen Feldes, da die niedrigere Nennspannung, die

kleinere Anzahl der Stromkreise, die höhere Aufhängung der Leiterseile und die

bessere Dreiecksanordnung derer, welche eine konsequentere Auslöschung

bewirkt, zu Ungunsten der Felder ist.

So wurden unsere Erwartungen an die Ergebnisse deutlich bestätigt, in dem in

V

Experiment eins ein durchschnittliches elektrisches Feld von 3278 und ein

m

durchschnittliches magnetisches Feld 1,273 x10 −6 T gemessen wurde.

In Experiment zwei wurde ein durchschnittliches elektrisches Feld von 1926 V m

und ein durchschnittliches magnetisches Feld von 2,984 x10 −7 T gemessen.

Die durchschnittlichen Werte werden allein deshalb verwendet, da auch die

Nennspannung nur ein gemittelter Wert ist, wodurch die Nutzung der genauen

Messwerte keinerlei Sinn ergäbe.

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Zunächst einmal lässt sich daraus interpretieren, dass Donaumasten mit ihrer

Belegung und größerer Bauhöhe geringere Felder in Bodennähe Produzieren, da

V

immerhin ein Unterschied von zirka 300

m und zirka 9.7 x10−7 T zwischen

beiden vermessenen Trassen besteht. Grade dies im Kontext mit den Werten eines

normalen Zimmers, dass bewohnt wird von 4,1 V m und 16,8 x10−9 T zeigt die

Deutlichkeit der Unterschiede, auch wenn natürlich die Ergebnisse durch die

Unterschiedlichkeit der beiden Trassen in mehr als einer Variablen (Menge der

Stromkreise, Bauform der Masten, verschiedene Nennspannungen) relativiert

werden müssen. Letzteres fällt allerdings weniger ins Gewicht, da die unteren

beiden Stromkreise in Experiment eins, die gleiche Nennspannung besitzen, wie im

zweiten Experiment die alleinigen zwei Stromkreise, sodass davon ausgegangen

werden kann, dass der Einfluss der 380 kV Stromkreise in Experiment eins

minimiert wurde, zumindest an dem Messort, der direkt unterhalb der linken Seite

des Tannenbaummasts sich befand. Auch ist dabei nicht zu vergessen, dass

sowieso ein größeres Feld der beiden unteren Stromkreise, wegen der

schlechteren Auslöschung, in Experiment eins zu erwarten ist, was auch noch mal

die These der Minimierung des Einflusses der beiden 380 kV Freileitungen

unterstützt.

Allgemein kann man aber sagen, dass in Experiment 2 gute Werte gemessen

wurden, um in Zukunft anhand von Messergebnissen die genutzte Nennspannung

der Stromkreise auf Donaumasten zu erkennen, während in Experiment eins zwar

auch valide Werte gewonnen wurden, aber diese Anordnung recht selten ist,

wodurch die Relevanz geringer ist.

Die Möglichkeit der Errechnung der fließenden Ladungsmenge wäre uns sicherlich

möglich gewesen, wenn ein besserer Entfernungsmesser zur Verfügung gestanden

hätte, was aber nicht der Fall war, weswegen uns die zur Berechnung so wichtige

Entfernung vom Leiter Fehlt. Die Messung ließe sich sicherlich nachholen, wenn

Interesse bestünde, weshalb die Eigenheit der Stromanbieter die fließende

Ladungsmenge nicht bekannt zu geben umso unverständlicher wirkt, könnte doch

ein großer Konzern der Konkurrenz sicherlich eine versteckte dauerhafte Messung,

zum Beispiel durch ein Feld-Analysator und einen Entfernungsmesser, installieren

und hätte genauso die Daten die so gut gehütet werden.

Die Beurteilung des Erfolgs der Stromanbieter, der Methodik des sogenannten

Drei-Phasen-Wechselstroms, welcher eine gute gegenseitige Auslöschung erzielen

soll, ist unseres Erachtens durchaus möglich. Die Minimierung der

elektromagnetischen Felder ist deutlich besser zu erreichen unter der Verwendung

von Donaumasten oder ähnlichen Dreiecksanordnungen, da dort auch die

gemessenen Felder deutlich geringer waren, als bei Einebenenanordnungen oder

ähnlichem. Die sich daraus ergebende gesundheitliche Relevanz der

Messergebnisse für Menschen ist quasi nicht vorhanden, da z.B. das Magnet-Feld

weit von 8 Tesla entfernt ist. Allerdings könnten durch andere Methoden sicherlich

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noch größere Erfolge bezüglich der Minimierung erreicht werden, so könnte durch

eine bessere Isolierung der einzelnen Leiterseile die Entfernung zwischen den

Leiterseilen verkleinert werden, wodurch eine bessere Auslöschung gelingen

könnte. Auch wäre eine größere Bauhöhe eine sehr simple Lösung, um die

Auswirkungen in Bodennähe zu vermindern.

Dazu ist natürlich anzumerken, dass vermutlich kein Stromkonzern solche

Maßnahmen in Angriff nimmt, wenn sie nicht nötig sein sollten, durch z.B. neue

Verordnungen der Europäischen Union oder ähnlichem.

Alles in allem können die Ergebnisse sich sehen lassen, kann man aus ihnen doch

einige Schlüsse ziehen und vielleicht gedankliche Anstöße zur Verbesserung des

Stromtransports in Deutschland zu geben bzw. zur Minimierung des Einflusses in

Bereichen, in denen Menschen sich aufhalten und somit zur Verbesserung der

Kompatibilität in Ballungsgebieten.

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10.Danksagung

Am Ende unserer Arbeit wollen wir noch unseren Betreuern danken.

Trotz zwischenzeitlicher Probleme durch die Umbauarbeiten in der Technischen

Hochschule Mittelhessen, stand uns dort Herr Ulrich Weber mit Rat und Tat zur

Seite, besonders mit den wichtigen Feld-Analysatoren zum Messen der Felder.

Des Weiteren möchten wir Herrn Röder von der Goethe Schule Wetzlar danken, da

er uns diesen Wettbewerb empfahl, weswegen wir die doch recht einmalige

Möglichkeit des realitätsnahen wissenschaftlichen Arbeiten im schulischen Umfeld

bekamen.

Dies war eine angenehme Herausforderung und ein sehr interessanter Blick über

den Tellerrad des trögen Schulalltags, was sich schon jetzt Ausgezahlt hat, in Form

der Vorbereitung auf ähnliche Umstände im späteren Studium.

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