Magazin 196011

gsb.download.bva.bund.de

Magazin 196011

-

a --.,..../)

..-

, 1\-

-I"-~

""' .....

-,.

...

- ~"'f-

e-


'V

'" - - -

- .....

.. - I

~,\

-- .....

.:.. , ----'=

Abb. 2: Typische durch Röntge nstra h­

le n in Ze llen von Vicia faba (Pfe rdebohnen)

he rvorge rufe ne n Chromosome

nanomalien j 0 = normale Mi·

tose; bund c = Austausch von Chromatide

n; d = Chromatidenbruch und

Chromosome naustausch (Bacq-Alexander-Maurer)

Abb. 3: Fehle ntwicklung bei Rallen

nach intrauteriner Totalbestrahlung.

Die Abbildung zeigt: schwere Mißbildungen

des Kopfes bei Rattenembryone

n am Ende der Trächtigke it (Hicks)

einer Räumung weiler Bezirke von großen

Viehmengen würden durch den Zeitfaktor,

den benötigten Transportraum

und die erforderlidten geeigneten Auf·

fangplätze. insbesondere aber durch die

Notwendigkeit der Sicherstellung einwandfreier

Futtermittel an den Aufnahmeplätzen,

nahezu unübcrwindlidlc

J lindernisse entgegenstehen. Durchaus

praktikabel sind Beschränkungen von

b Viehansammlungl'n auf Märkten sowie

auf Schlacht- und Viehhöfen, die in Gefahrenzeilen

kontingentiert zu beschicken

sind. Auf diese Weise kann größeren

Tierverlusten durm Luftangriffe vorgebeugt

werden, wie sie z. B. im letzten

Kriege auf einem norddeutsmen Smlamtc

und Viehhof durm den Verlust von 1200

Schweinen durch einen Luftangriff entstanden

waren.

Wie andere Erfahrungen aus dem letzten

Kriege gezeigt haben, ist bei Angriffen

mit konventionellen Waffen bei StalIhaltung

mit Tierverletzungen und Rauehverd

giftungen durch Spreng- und Brandbomben

zu rechnen. Auf der Weide waren

zwar aum Verletzungen durch Sprengbomben

zu verzeichnen, aber hier tratcn

noch Vergiftungen durch nicht verbrannle

Phosphorreste hinzu. Die Erridttung besonderer

Schulzräume für Nutztiere wird

sich nur auf vereinzelte Ausnahmefälle

besdtrönken. Eine Anregung für solme

Vorhaben gibt eine Desmreibung für den

Deckungsgraben für 16 Personen und

2 Milchkühe oder einige Schweine. Als allgemeine

Richtlinic für das Herrichten

eines Deckungsgrabens für Tiere kann

gelten, daß der Kern aus Eisenbahnsm

wellen oder schweren Holzbohlen besieht,

auf die dann eine Erdsmicht von

mindestens 1 m Iföhe aufgetragen wird.

In den Graben führen zwei remtwinklige

Zugänge.

Es sollen nicht nur Verdunkelungs- und

Brandschutzvorkehrungen getroffen werden,

sondern in Diskussionen wird häufig

auch die Forderung erhoben, die Stallungen

zum Smutz der Tiere vor der Einwirkung

von ABC-Kampfmitteln abzudichten.

Hier ergeben sim wiederum beträdttliche

Unterschiede gegenüber den Schutzmöglichkeiten

für die Bevölkerung, für die es

gutabgedichtete und in geeigneter Weise

belüftbare Schutzriiume gibt. Bei einer

starken Stallbelegung - wie es in Notzeiten

vorkommen wird, wenn Tiere zum

Schutz gegen Luftangriffe aufgestallt

werden - ergeben sich in abgedichteten

Stallungen durch die schnell einsetzende

LuCtverschlechterung nach kurzer Zeit Unzulänglichkeiten.

In den Beremnungsgrundlagen

für den Luftbedarf der Haustiere

kommen diese Probleme deutlich

zum Ausdruck, denn beispielsweise gibt

ein Rind von 500 kg Gewicht stündlich

300 g Wasserdampf, 160 I Kohlensäure

und 700 keal Wärme ab. Der normale Luftraum

bedarf wird mit 10--20 m 3 angegeben.

Abb. 4: Vergleich zwische n normale n

und bestrahlten Rallen (Ne uge borene).

Die Rö ntgenaufnahme zeigt links: am

10. Tag de r Trächtigkeit bestrahlt;

rechts : a m 12. Tag der Trächtigkeit bestrahlt.

Das Bild Mille zeigt normale

Entwicklung ohne Bestrahlung (Hicks)

Eine weitgehende Abdichtung der Stallungen

erscheint also nur sehr bedingt angebracht.

Die Anwendung tedmischer

llilfsmittcl, wie LuftfiJterung oder Erzeugung

eines ständigen geringen überdruckes

im Stall, kommt aus verständlimen

Gründen ebenfalls nicht in Frage

Es ist lediglich zu fordern, daß die größten

Mängel, z. B. zerbrochene Fensterscheiben,

offene Böden und defekte Türen,

repariert werden. Es ist überhaupt

zu erwägen, ob die Tiere in Notzeiten in

jedem Fall aufgestallt werden sollen. Die

NOlwcndigkeit hierzu ist, wie so vieles andere

bei künftigen Luflangriffen, nimt vorauszusehen.

Werden nur konventionelle

Kampfmittel angewandt, so erscheint der

Gedanke, die Tiere ouf Weiden in der

ähe des Stalles zu belassen, nicht abwegig,

weil durch die Auflockerung auf

der Weide die Gefährdung der Tiere wesentlich

herabgesetzt wird. Ist aber mit

dem Einsatz von AßC-Kampfmitteln zu

rechnen, dann empfiehlt es sich schon. zumindest

die für die Ernährung der Menschen

bedeutsamen Nutztiere durch Aufstallung

zu schützen. In dieser I-linsimt

ist verschiedentlich empfohlen worden. in

Zeiten drohender Gefahr wenigstens zwei

Milchkühe in den Stall zu holen. damit

Frismmilch für den eigenen Haushalt sowie

darüber hinaus aum für die Ernährung

der Bevölkerung, insbesondere [ür

Kleinki nder, Kranke usw., verfügbar ist.

Bei und nach Luflangriffen werden die

Tiere u. U. eine Zeitlang sich selbst überlassen

bleiben, weil die Menschen in

ihren Schutzräumen verbleiben müssen.

bis die Gefahren durch radioaktive Strahlung

oder eine Gefährdung durch biologische

Kampfmittel abgeklungen sind. Es ist

deshalb zweckmäßig, bei Warnung die

Tiere noch einmal auszumelken und vorhandene

Jungkälber frei im Stall laufen

zu lassen, damit sie in der Zwisdtenzeil

die Mi lch absaugen können, und die Mu l­

terkühe auf diese Weise vor geföhrlicilen

Eutcrentzündungen bewahrt bleiben. Es

muß auch alles getan werden, um die

Milchproduktion für diese Zwischenzeit

zu drosseln. Dies kann durm knappes

Füttern gefördert werden.

Als Schutz vor Strahl eneinwirkungen und

in gewisser Weise auch gegen Spli tterwirkung

kann eine Erdansmüttung bis

zur Höhe der u nt eren Stallfensterkanten

an die Außenwände der Stall ungen dienen.

Für Stallneubauten ist die Verwendung

reuerhemmender oder reuerbeständiger

Bauteile anzustreben. Es sind wci*

terhin alle Vorkehrungen für eine mög­

Iimst smnelle Räumung der Stallungen

zu treffen und entsprechende Ausweichunterkünfte

vorzubereiten. Einrichtungen

zum möglichst gleichzeitigen Entkoppeln

der in einer Reihe aufgestall ten Tiere

funktionieren erfahrungsgemäß im Ernstfa

ll häufig nicht, oder ober die gleichzeitig

entkoppelten Tiere drängen zur Tür und

verstopfen den Stallausgang. DemgegC'n·

über hat die Einzelentkopplung manchp

Vorleile, wobei es nützlich ist, einen Teil

der Anbindevorrichtung als llalskette

oder -strick am Tier zu belassen, eine

Maßnahme, die beim Wiedereinfangen

und Wiederanbinden gute Dienste leislet

Pferde werden in Zeiten drohender Gefahr

am zweckmäßigsten mit Stricken geringer

Festigkeit in ihren Stallungen angebunden,

damit die Tiere notfalls den

Strick zerreißen und sich selbst befreien

können.

4

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine